Beiträge von Sandy Drobic

    Mein Händler meinte, dass man auch normale Weichkorallen nehmen könnte, wie die Pilzlederkoralle oder Xenia für die Clownfische

    Man kann auch Plastikkorallen ins Becken stellen und anstelle von Fischen ein Bildpanel hinter das Aquarium platzieren, wo eine Riffdoku abgespielt wird in Schlaufe. Kann man machen, aber ob es das Ziel der eigenen Pflegeanstrengungen sein sollte lasse ich jeden für sich entscheiden. :face_with_tongue:

    Der entscheidende Punkt dürfte hier das Lebendgestein sein. Früher, wo die Aquarien zum großen Teil mit Lebendgestein ausgestattet wurden, waren diese Bakterienblüten in der Anfangsphase wenig bekannt. Das ist auch ein Effekt von Totgestein/Riffdeko, dass diese Bakterienblüten so eine freie Bahn haben am Anfang. Nicht ohne Grund wurde immer wieder betont, dass Lebendgestein den Start deutlich erleichtert. Ist inzwischen nur enorm im Preis gestiegen und häufig nicht erhältlich.

    Übrigens, auch für Korallen ist die Anwesenheit von Lebendgestein eine gute Umgebung, die die Eingewöhnung sehr erleichtert.

    Also als Einsteiger in diesem Forum bin ich sehr dankbar für eure Meinungen und Tipps für mein Becken. Ich hoffe, dass ich irgendwann ebenfalls mit meinen Erfahrungen neuen Teilnehmern helfen kann :smiling_face:

    Davon lebt ein Forum ja auch, dass die eigenen Erfahrungen weitergegeben werden und nicht jeder jede Eselei selbst erst begehen muss, bevor er merkt, dass dies nicht so toll ist.

    Bei dem Außenfilter bin ich von meinem Oase Biomaster 250 Thermo ausgegangen, der hat neben verschiedenen Filtermedien auch einen Heizstab direkt integriert, was dann natürlich auch nicht im Aquarium herumschwebt. Hinter dem Biomaster habe ich noch die UVC angeschlossen, in meinem Fall einen Eheim Reeflex UV500, für das kleine Becken eher eine Kanone, aber die Korallen waren gerade von einer echten Wand aus Dinoflaggelaten überdeckt und es wurde ganz dringend Zeit, dass UVC dazukam.

    Den Heizstab habe ich aber in die Aqua Medic T-Controller Twin 2.0 eingesteckt, zur doppelten Absicherung, zur Anzeige der Temperatur und als Steckplatz für den Lüfter, der im Sommer notwendig sein wird zum Kühlen.

    Der Gyre 330 ist keine schlechte Pumpe, soll aber nach einigen Berichten relativ wartungsintensiv sein, also häufige Reinigungen notwendig. Wenn Du viele kleine Schnecken hast kann die Pumpe auch häufiger blockieren, das war bei den älteren Exemplaren eine Qual.

    Die kleinen UVC-Anlagen sind alle mehr oder weniger ineffektiv, aber sie reichen für die Klärung von Wassertrübungen. Die UV-Röhren müssen jedes Jahr spätestens gewechselt werden, wenn Du keine empfindlichen Fische im Becken hast (unwahrscheinlich bei der Größe) reicht es aber aus. Schau deshalb auch, ob der Wechsel kompliziert ist oder die Röhren sehr teuer.

    Doch meine allergrößte Frage ist es nun, ob es einen Vorteil bringt meine Außen Pumpe zusätzlich zu installieren. Weil wenn es wirklich überflüssig ist, dann investiere ich vergebens Geld und zahle zusätzliche Stromkosten. Aber wenn es eine gute Komponente in der Meerwasseraquarientechnik wäre, dann würde ich das machen. Ich weiß, dass Lebengestein das Becken filtert. Allerdings hab ich schon so Life Rocks bestellt (20kg). Und sie werden das Aquarium schon ziemlich gut besetzen. Ich wollte jetzt nur einen einzigen Lebendstein kaufen vom Händler, um diese Mikroorganismen ins Becken zu bringen. Aber das dauert wahrscheinlich ein bisschen Zeit bis die anderen Steine geimpft sind und mitfiltern können oder?

    Löse Dich am besten von dem Gedanken, dass die Steine großartig das Wasser filtern würden. Tun sie nicht. Sie bieten eine Oberfläche für Biofilme, die dann durch ihren Stoffwechsel tatsächlich Nährstoffe umsetzen. Der Innenteil der porösen Steine ist dabei nur zu einem sehr geringen Teil im anäroben Bereich aktiv, das hat man früher deutlich höher eingeschätzt.

    Wenn Du aus Süßwasserzeiten einen Außenfilter hast, der Medien aufnehmen kann und Platz für den Heizstab oder UVC bietet, ist es eventuell sinnvoll, ansonsten würde ich den weglassen. Für mich war die Pflege aufwendiger als der Nutzen.

    Mache besser nicht zu viel Steindeko rein, denn alles an Deko ist erst mal Siedlungsfläche für Beläge und ein Strömungshindernis. Und bei Hindernissen sammelt sich im Strömungsschatten Detritus. Dein Dreieckbecken ist ohnehin nicht gerade einfach zu beströmen.

    Der Auslauf dieser Außenpumpe wäre im Oberflächenbereich, vielleicht kann ich dann so auf einen Kahmhautbeseitiger verzichten, da es sich durch die Oberflächenbewegung nicht bildet. Ich hätte gerne so wenig Technik wie möglich in meinem Becken und ich glaube, dass ich kein Technikbecken haben möchte.

    Wegen der starken Beleuchtung im Meerwasser bildet sich sehr schnell eine Kahmhaut, selbst bei stark bewegter Oberfläche, und sie schluckt viel mehr Licht als man glaubt. Wenn Du keinen Abschäumer hast, dann musst Du mit den Strömungspumpen die Oberfläche gut bewegen, um den Gasaustausch möglich zu machen, dann ist es meiner Ansicht nach wirklich erforderlich, noch einen Oberflächenabzug einzusetzen, denn sonst hast Du ein Damoklesschwert über Dir hängen, dass nur darauf wartet, dass etwas mit der Strömungspumpe passiert, dann ist Strömung und Gasaustausch weg, und die Uhr fängt an zu ticken, bis die Tiere ersticken. Zusätzlich bringt er noch ein klein wenig Strömung ins Becken. Entweder zwei Strömungspumpen oder wenigstens eine und den Oberflächenabzug. Alles andere ist am falschen Ende sparen.

    Das siehst Du bei laufender Beleuchtung auch am besten von unten, wie stark die Kahmhaut ist.

    Wenn Du aus Süßwasserzeiten noch eine Luftheberpumpe hast kannst Du diese auch für Notfälle zur Seite legen zusammen mit einem Lindenholzausströmer.

    Was Du brauchst ist:

    • eine Meerwassertaugliche Beleuchtung für die Korallen
    • eine oder zwei Strömungspumpen, weil Korallen darauf angewiesen sind, dass das Wasser zu ihnen kommt für Stoffwechsel
    • Temperaturregelung, sowohl nach oben als auch nach unten. Heizstab und im Sommer ein Lüfter, ich verwende den Aqua Medic T-Controller Twin 2.0, günstig und ausreichend
    • Kahmhautbeseitigung (z.B. Eheim Skim 350 oder Technikbecken mit Ablaufschacht)
    • wenn Fische/Garnelen eingesetzt werden ein Abschäumer, sonst kann bei hohen Temperaturen im Sommer zu wenig Sauerstoff im Becken sein.
    • wenn genügend Korallen eingesetzt werden, dass messbarer Verbrauch entsteht, ein Versorgungssystem für die Zufuhr von verbrauchten Spurenelementen
    • Wassertests/Messgeräte für die Kontrolle von pH-Wert, kH-Wert, Nitrat, Phosphat (Meerwasser!), Salinität
    • sinnvoll ist eine automatische Auffüllung für Verdunstungswasser
    • sinnvoll ist eine kleine UVC gegen Schmieralgen und Bakterienblüten
    • sinnvoll ist auch ein Sprungschutz, da viele Fische aus dem Becken springen, wenn sie erschreckt werden oder aus sonstigen Gründen Selbstmord begehen wollen

    Wenn Du einen Außenfilter verwendest musst Du überprüfen, ob dieser meerwassertauglich ist. Du kannst das Becken grundsätzlich auch ohne Abschäumer betreiben, aber da gibt es sehr enge Grenzen für. Wenn es bei Dir im Zimmer im Sommer auch mal 26-27°C werden kann ist es vorbei bei den Garnelen und Fischen, diese halten das dann ohne Abschäumer nicht aus, der Sauerstoff ins Becken bringt, denn im Becken ist es noch ein paar Grad wärmer als die Zimmertemperatur, wenn die Lampe läuft.

    Schau Dir mal dieses Video an, das dürfte in Deiner Schiene sein.

    Geht Meerwasser ohne Abschäumer und Technikbecken? Besuch bei Fish n More Siegen
    Infos von Fish n More: Seit 1996 haben wir weit über die Region hinaus eine enorme Anzahl an beeindruckenden Objekten realisiert. Auf Basis dieses breiten E...
    www.youtube.com

    Leider erwähnen sie nicht die Grenzen dieser Art von Beckentechnik. In einer Dachgeschoßwohnung die im Sommer heiß wird kannst Du das komplett vergessen.

    Hallo Hannes,

    wenn Du einen Abschäumer installierst brauchst Du keinen Außenfilter. Der Abschäumer sorgt nicht nur für die Reinigung des Wassers sondern auch für den Gasaustausch mit der Umgebung. Im Winter wird oft wenig gelüftet, und durch die Ansammlung von Kohlendioxid durch Atmen im Raum versauert dann auch schnell das Becken, es ist ähnlich wie jetzt der Ozean, nur noch viel extremer.

    Alle Kaiser, auch die Zwergkaiser, gehen meist früher oder später an Korallen, diese sehen dann deutlich weniger schön aus, weil die Korallen die Polypen verstecken wegen dem Verbiss. Mein Samtkaiser ist dabei sogar extrem, er beisst in fast jede Koralle rein. Auch wenn er sehr schön ist. Die Baggergrundel möchtest Du wahrscheinlich für die Sandpflege einsetzen, aber wegen Nahrungsmangel verkümmert sie selbst in größeren Becken oft nach kaum einem Jahr. Im Augenblick können wir (als Aquarianer) den Sandgrundeln nicht wirklich einen guten Lebensraum bieten. Ähnlich ist es für den Seestern.

    Kardinalbarsche und Garnelen sollte kein Problem sein. Wenn Du Berichte über Aquarientiere suchst ist das Meerwasserlexikon eine gute erste Informationsquelle. Es gibt dieses auch als App für das Handy, damit man auch im Geschäft immer schnell nachschlagen kann, denn viele Händler sind mehr an verkaufen interessiert als an objektiver Beratung und schwatzen einem gerne auch mal ein völlig unpassendes Tier für das eigene Aquarium auf. Vor dem Kauf schnell nachschauen kann Dich vor vielen Fehlkäufen retten.

    Hallo Ha ha ha,

    Meerwasser ist leider immer teurer als man denkt und auch der Unterhalt des Beckens kostet eine Menge Geld, wenn man den Tieren gute Pflege zukommen lassen möchte. Daher wäre mein Rat, den Start für den Augenblick aufzuschieben und erst mal die ganze Technik gründlich abklopfen und austesten, bevor Tiere eingesetzt werden.

    Wenn es etwas klamm im Geldbeutel ist und man sparen möchte ist die beste Methode zu sparen, es erst mal nicht zu starten. Denn wenn das Becken läuft und die Tiere da sind, ist der Frust oft groß, wenn sie "aus unerklärlichen Gründen" sterben und man traurig vor dem Becken steht, weil man an der Pflege des Aquariums gespart hat.

    Das hast Du mit der Standzeit von 1,5 Monaten auch geschrieben und ist eine gute Information. :thumbs_up:

    In einem Monat ist diese aber veraltet. :face_with_tongue:

    Wenn man noch nicht so viel Erfahrung hat mit Meerwasseraquaristik ist es auch sehr sinnvoll, sich Hilfe dazu zu holen. Kommt alles im Laufe der Zeit. Das große Problem bei Meerwasseraquarien ist, dass praktisch alle Empfehlungen, um mögliche Plagen unter Kontrolle zu halten, mehr oder weniger große Nebenwirkungen haben. Glasrosen sind eine kleine Anemonenart, die sehr robust und vermehrungsfreudig sind. Gleichzeitig nesseln sie auch recht kräftig, sind also sehr durchsetzungsstark gegenüber anderen Korallen. Deshalb werden sie zu den Plagen der Meerwasseraquaristik gezählt. Deshalb gilt hier: "wehret den Anfängen" und kratzt diese so schnell und gründlich wie möglich heraus.

    Für Deine Beckengröße wäre als Fressfeind nur eine Garnele möglich, etwa Kuekenthali oder eine Wurdemanni. Berghiaschnecken sind Nahrungsspezialisten und ernähren sich NUR von Glasrosen, da müsstest Du Dein Becken aber zum Glasrosenparadies umwandeln um diese pflegen zu können. Garnelen können aber auch an Krustenanemonen gehen, das sind dann die bereits erwähnten "Nebenwirkungen".

    Kommt drauf an, was genau Dir Sorgen macht. (^-^)

    Das obere ist wahrscheinlich eine Glasrose und hätte bei mir im Becken keine Überlebenschance wegen meines Chelmons, der ständig danach sucht. Das untere ist vermutlich die Röhre einer Wurmschnecke oder eventuell ein Kalkröhrenwurm, wenn Du einen Fäche aus Tentakeln ab und zu erscheinen sienst. Harmloser Filtrierer. Ist leider etwas unscharf. Auch dies würde mein Chelmon wohl flink auf die Speisekarte setzen.

    Wenn Du kannst würde ich zumindest die Glasrose schnell entfernen, denn diese vermehren sich logarithmisch nach dem Motto "1,2, ganz viele!" wenn die Bedingungen günstig sind.

    Beim Umgang im Forum würde ich empfehlen, etwas genauer hinzuschauen, denn das ist etwas unglücklich gelaufen. Du hast Deinen Beitrag eine nicht so gute Kategorie eingeordnet, die ist eigentlich für andere Zwecke gedacht. (^-°)

    Die Standzeit würde ich lieber als Startdatum hinterlegen, da keine Aktualisierung vorgenommen wird, wenn Du es nicht immer wieder manuell machst. Becken ist eher die Größe(Maße) gedacht. Dies hilft bei Empfelungen für Wasserkorrekturen und Besatz. Kannst Du bei mir auch entsprechend sehen.

    Schnappsidee! :thumbs_up:

    Aber so ähnlich habe ich es schon ein paar Mal gesehen, da wurde an Stelle des Bauklebers/Bauschaum aber Mörtel genommen, der ist für Druck ausgelegt. Nimm einen PVC-Boden oder ähnliches und mörtele dort mit Wasserwaage eine waagerechte Unterlage und alles sollte gut sein.

    Da die Messungen oft recht ungenau sind ist es immer ratsam, diese Messungen mit einer Referenzlösung abzugleichen. Diese gibt es von verschiedenen Herstellern wie Tropic Marin und Fauna Marin. Ich machen dies meist beim Anbrechen eines neuen Wassertests, um den Korrekturfaktor zu ermitteln.

    Wenn das da ist, dann Starterkorallen einsetzen, KH, pH, Nitrat und Phosphat auf dem Notwendigen Level halten und regelmäßig testen. Wenn das dann ein bis zwei wochen läuft, dann Fische hinzufügen, dann brauch ich kein Ammonium/Nitrat hinzufügen, da das ja von den Fischen kommt. Bzw eine CC einsetzen um den Ammoniumspiegel ansteigen zu lassen und Algenwachstum zu bekämpfen.

    Habe ich irgendwas essentielles vergessen?

    Am Anfang ist es am wichtigsten, Dich nicht selbst verrückt zu machen, indem Du 100 Werte, Relationen und Beobachtungen alle gleichzeitig machen willst. Konzentriere Dich auf einige wichtige Werte und schaue, dass diese einigermaßen im Rahmen bleiben. Wenn Temperatur, Salinität, pH-Wert und kH-Wert und Ammoniak im Rahmen sind ist der Rest nicht mehr eine unmittelbare Frage von Leben und Tod. Nährstoffe sind natürlich wichtig, aber wenn im Becken ein Säuresturz passiert nützt das nichts mehr.Bei mir ist Temperatur und pH-Wert über Sonden immer ablesbar, das ist bequem und für mich wichtig. kH wird regelmäßig gemessen und sagt mir am meisten darüber, wie viel Verbrauch insgesamt das Becken hat. Auch Phosphat und Nitrat sind ein indirekter Indikator, ob das Gleichgewicht Verbrauch zu Erzeugung über Futter stimmt. In meinem Fall ist das der pH-Monitor und der T-Controller Twin von Aqua Medic, es sind günstige Geräte, aber für meine Zwecke ausreichend.

    Robuste Korallen verzeihen wirklich sehr viel, deshalb solltest Du mit der Einhaltung der wichtigsten Werte für einige Zeit durchkommen. Wenn Du regelmäßige Wasserwechsel machst solltest Du für den Anfang auch ohne ICP-Analysen hinkommen. Aber sobald Du einen Verbrauch bei der Alkalinität (kH-Wert) hast und Steinkorallen pflegen möchtest solltest du über ein Versorgungssystem nachdenken, welches dafür gedacht ist, die Stoffe, welche die Korallen verbrauchen, wieder zuzuführen.

    Ah, eine Sache noch zur Messgenauigkeit: all die Wassertests und Geräte sind gedacht für Amateure und Hobbyisten, daher sind sie alle mehr oder weniger ungenau. Wenn etwa die Temperatur mit 26,4°C angezeigt wird, solltest Du direkt daran denken und lieber zwei mal überprüfen, wie genau der Wert wirklich ist. Ich hatte teils schon Thermometer, die über 2° daneben waren und nur als Schrott bezeichnet werden konnten. Der Hanna 98319 etwa zur Salinitätsmessung mag nicht ganz exakt sein, und die Temperatur braucht auch zwei Minuten, bis sie sich eingependelt hat, aber er kostet auch nur 100€ oder so, während der WTW für professionelle Einsätze gerne auch bei 2000€ liegt. Irgendwo muss man eben auch die Kirche im Dorf lassen und sich darüber im Klaren sein, dass ein gewisser Wackelfaktor in den Messungen ist.

    Wie genau der absolute Wert ist, ist nicht so wichtig. Viel entscheidender ist, dass Korallen stabile Werte mögen, das ist entscheidender als die nach Literatur optimale Werte verzweifelt zu jagen. Wenn es deshalb einigermaßen im Rahmen ist lieber diese Werte konstant halten, auch wenn etwa später in einer Analyse rauskommt, dass der Wert nicht ganz optimal ist.

    Es ist ein typisches Henne-Ei-Problem, welches man einfach an irgendeiner Stelle starten muss, damit Bewegung in die Sache kommt.

    Grundsätzlich muss vor dem Besatz mit Tieren (Korallen, Fische, Cleaning Crew) abgesichert werden, dass sie im Aquarium vernünftig leben können. Früher waren die Salzmischungen sehr aggressiv, so dass man ein bis zwei Wochen warten musste unter ständiger Belüftung (Abschäumer) und Strömung, bis diese hoch aggressiven Bestandteile sich abreagiert hatten.

    Dies ist heute nicht mehr ganz so wild, aber trotzdem würde ich noch ein paar Tage nach dem Ansetzen und Befüllen erst mal alles durchreagieren lassen. Man riecht es häufig auch noch, dass das frisch angesetzte Wasser nicht nach Biologie, sondern ziemlich scharf und unangenehm nach aggresivem Salz riecht. Beim Aquaforest Salz etwa steht heute noch drauf, dass man bei Erstbefüllung eine Woche erst warten sollte mit dem Besatz.

    Die Parameter, die sauber eingestellt sein sollten sind: Salzdichte, pH-Wert, Temperatur, Licht, Strömung, Nachfüllung.

    Die Wasserwerte, die stimmen müssen sind: Salinität, Temperatur, pH-Wert, kH-Wert. Sicherheitshalber würde ich auch die Nährstoffe Nitrat und Phosphat messen, sie sollten nicht nachweisbar sein, aber es gibt auch teils schlechtes LS, was bereits gebraucht war und mit Nährstoff-Depots verunreinigt sind.

    Ich bin gerade dabei, mein 500l Becken etwas umzugestalten mit neuem Technikschrank und Co. In der Zwischenzeit wartet das Lebendgestein auf seinen Einsatz. Bei mir ist es in einem kleinen Becken nur mit Strömungspumpe. Dadurch wird die Oberfläche stark bewegt, so dass Gasaustausch möglich ist und eine Kahmhaut verhindert wird. Das einzige, was ich mache ist, ab und zu etwas Futter einwerfen und Verdunstungswasser nachfüllen und einmal die Woche ein großer Wasserwechsel. Am Bewuchs kann man gut sehen, dass dies reicht, dass Beläge sich bilden und vermehren können.

    Zusätzlich kann ich sehen, ob unerwünschte Algen sich entwickeln. Außer eine Schnecke ist da noch nichts drin, und die kleine Täubchenschnecke kam mit dem LS.

    Mit dem Wasserwechsel kommen auch die Nährstoffe ins Becken, da mein großes Becken reichlich Nährstoffe hat. Ohne dem würde ich es durch kleine Gaben von Staubfutter allmählich machen. Ein klein wenig Frostfutter kann auch als Lockmittel dienen, um zu sehen, ob viele Borstenwürmer im Stein stecken.

    Die Bakterienkulturen (gehe mal davon aus, dass sie explizit für Meerwasser gedacht sind) sind nicht schlecht, gerade wenn hauptsächlich Totgestein verwendet wird. Sie brauchen aber natürlich auch Nährstoffe, um sich vermehren zu können. Nitrat ist meist nicht die erste Wahl, wenn etwa Korallen Stickstoff benötigen, sie nehmen es aber notfalls, ist halt energetisch ungünstiger als Ammonium. Wenn Du Dich gut mit Chemie auskennst kannst Du es gerne mit Ammoniumchlorid probieren, denke aber bitte an das Gleichgewicht Ammonium/Ammoniak bei den hohen pH-Werten im Meerwasser.

    Phosphor gibt es als flüssige Phosphatlösung oder als partikuläres Phosphat, das nicht so schnell in Lösung geht. Das ist z.B. das Phos-Feed von TM oder Coral Dust von FM. Gedacht ist es für Korallen, die diese kleinen Partikel aufnehmen und das Phosphat so verwerten. Es hat den Vorteil, dass es nicht von dem Kalkgestein und dem Kalksand adsorbiert wird. Dann bilden sich nicht so schnell Phosphatdepots, die später wieder in Rücklösung gehen können. Auch Bakterien können über Säure solche Depots wieder aufschließen.

    Dieses Futter wird gerne von Bakterien zuerst und am schnellsten verwertet, was zu den genannten Bakterienblüten führen kann. Dann ist das Wasser plötzlich seltsam trüb. Dagegen hilft eine UVC, darf ruhig recht klein sein.

    Wenn Du von Null anfängst kannst Du mit etwas Nitrat/Ammonium und Phosphat als Lösung anfangen, um erst mal loslegen zu können. Oder eben mit kleiner UVC und etwas Staubfutter, Min S oder so. Klappt die Fütterung ohne Bakterienblüte und misst Du kein/ausreichend wenig Ammonium können erste robuste Korallen einziehen. Licht sollte in der ersten Zeit etwas gedämpft sein und nicht mit voller Suppe die Korallen noch unter zusätzlichen Stress setzen. Lichtstress bei wenig Nährstoffen ist ein guter Auslöser für Dinoflagellaten.

    Was der Stickstoffkreislauf ist ist mir durchaus bewusst. Mein Aquarium kann 240 L fassen, also etwas weniger mit Steinen und Sand. Totgestein habe ich etwa 20kg drin, Lebendsand etwa 15 kg und ein kg Lebendgestein auf Anraten. Zudem habe ich noch Ampullen mit nitrifizierenden und denitrifizierenden Bakterien, die ja auch noch mal die Population erhöhen. Was aus deiner Aussage nicht ganz klar wird: Was für eine Nährstoffquelle würdest du denn empfehlen? Es hört sich so an, als wäre die "amerikanische" Methode nicht deins? Was empfiehlst du?

    Ich habe mir auch mehrere Testkits geholt, um Ammonium, Nitrat und Nitrit zu messen.

    Das Problem ist, dass ich nicht weiss, was Du weisst. Ich kann nur aus dem folgen, was Du bis zu dem Zeitpunkt geschrieben hattest und ich war, ehrlich gesagt, nicht sehr beeindruckt. Wenn ich mich da täusche freue ich mich, vor allem für die Tiere, die Du pflegen wirst.

    Grundsätzlich gibt es keine eine wahre Methode, ein Becken einzufahren, und Du merkst es anhand der vielen teils widersprechenden Anleitungen, wie man dies handhaben sollte. Aber die Aussage, dass viele Köche den Brei verderben ist immer wahr. Von daher nimm Dir eine Methode, die Du nachvollziehen kannst und die Dir stichhaltig erscheint, wo Du am besten noch jemanden hast, den Du unterstützend um Rat fragen kannst bei Problemen und lasse alle anderen reden und mache, was Du für richtig hälst. Denn letztendlich trägst nur Du die Verantwortung für Dein Aquarium und die Tiere darin.

    Meine Empfehlung beim Beckenstart ist einen guten Teil Lebendgestein zu nehmen, da dieses die benötigten Bakterien alle enthält und auch Kleinkrebse wie Copepoden, die Teil der Biologie sind. Die notwendigen Nährstoffe sind nur dann notwendig, wenn auch Verbraucher, sprich Korallen in das Becken kommen. Die neueren Methoden sind auf schnellen Korallenbesatz mit Fischbesatz geprägt, deshalb müssen mit dem Einsetzen der Korallen die Nährstoffe zur Verfügung gestellt werden. Dies kann mit Nährstofflösungen wie Phosphatlösungen und Nitratlösungen geschehen, aber ich bevorzuge echtes Futter wie Staubfutter und partikuläres Phosphor, das nicht so stark von der Deko geschluckt wird. Die Gefahr dabei ist, dass Bakterien sich über dieses Futter hermachen und eine sogenannte Bakterienblüte auslösen, weswegen ich dies nur beim Einsatz von UVC-Klärer empfehle.

    Sobald die Ammoniumwerte gering sind, so dass die Ammoniakkonzentration vernachlässigbar ist, kann der Korallenbesatz beginnen. Zwei Wochen später der Fischbesatz. Ohne UVC lieber Nitrat und Phosphat in geringen Dosen zugeben. Und gerade beim Korallenbesatz nicht kleckern sondern einen ordentlichen Grundstock einsetzen. Am Anfang eher die robusten Sorten, die empfindlicheren eher in eine paar Monaten, wenn das Becken stabilisiert ist.

    Diese Methode hat sich in den letzten Jahren in Europa ausgebreitet und funktioniert recht gut, hat aber auch ihre Tücken. Man muss wissen, was man tut und Fehler bei der Kontrolle des Aquariums können sich sehr kostspielig rächen, da man schnell viele hundert Euro in das Becken steckt. Auch die Anfangszeit,wo kaum Nährstoffe zur Verfügung sind, ist nicht wirklich optimal, um dann oft ziemlich schnell ins Gegenteil umzuschlagen.

    Die typische Einfahrphase, wo man zuerst einen Ammonium/Ammoniak-Peak hat, dann der Nitrit-Peak kommt und zuletzt dann der Nitrat-Ausläufer ist hier in Europa kaum noch zu sehen, weil das Lebendgestein über Berieselung gehältert wird, wo der Bewuchs an Schwämmen und Algen abgespült wird und auch der Großteil der Tiere damit entfernt wird. Es ist schlicht nicht mehr die Biomasse vorhanden, die durch die Zersetzung diese Phasen des Stickstoffkreislaufs auslöst.

    Die Amerikaner provozieren diese starke Verwesungsphase ganz bewusst und lassen deshalb auch den Start des Beckens lieber einige Wochen verzögert aus gutem Grund, da sie den Ammoniumpeak erst mal aussitzen müssen und sie diesen schlecht steuern können, wie lange dieser dauert. Ist Geschmackssache und teilweise auch echt Geruchssache, aber jeder, wie es ihm passt.

    Den Enthusiasmus in Ehren, aber bei dem fehlenden Wissen, was passieren soll und wie es bestehende Probleme einzuordnen sind, wirst Du das Becken auf diese Weise mit hoher Sicherheit gegen die Wand fahren. Es ist, als ob Du erst mal losfährst mit dem Auto und dann überlegst, wie das mit dem Abbiegen funktioniert und das Anhalten wäre auch nicht schlecht, wenn das klappt.

    Es gibt mehrere Kreisläufe, die miteinander interagieren und voneinander abhängen. Dies alles ausenander zu dividieren erfordert Wissen und Wassertests, um den Zustand des Beckens einzuordnen.

    Ganz grundlegend ist die Salinität. Du hast Osmosewasser (optimalerweise mit einer Harzsäule, die auch Rest von der Osmose noch herausholt) und gutes Meersalz, um Wasser mit 35 Promille Salinität zu erzeugen. Dies misst Du mit einer guten Spindel (unter Berücksichtigung der Temperatur), elektronisch (unter Berücksichtigung der Temperatur) z.B. Hanna 98319 oder notfalls mit Refraktormeter (auch Schätzeisen genannt). Temperatur sollte immer gut beobachtet werden. Wenn das Wasser verdunstet muss es regelmäßig nachgefüllt werden mit Osmosewasser. Sinnvollerweise hast Du dafür eine Nachfüllanlage, denn sonst ändert sich die Salinität recht schnell. Normaltemperatur sollte etwa 24-26°C sein.

    Dann hast Du das Puffersystem aus Karbonaten und Kohlensäure. Du misst die Alkalinität, die normal zwischen 6,5 und 8 liegen sollte und den pH-Wert, der bei 8-8,3 liegen sollte. Biologische Aktivität verbraucht Alkalinität, sowohl Korallen aber auch Bakterien, Algen und Schwämme. Viele Korallen und Bakterien betreiben Fotosynthese und verbrauchen dabei Kohlendioxid. Während der Lichtphase steigt deshalb der pH-Wert, bis er abends den Höchststand erreicht. Nach Ende der Beleuchtung findet keine Fotosynthese mehr statt und da auch die Tiere im Aquarium atmen reichert sich wieder Kohlendioxid an, der pH-Wert sinkt, bis morgens die Beleuchtung wieder eingeschaltet wird.
    Der Abschäumer übernimmt die Rolle des Windes und hat die Hauptlast des Gasaustausches mit der Raumluft, um Sauerstoff ins Wasser zu bringen. Wenn jetzt im Herbst wenig gelüftet wird und alles vor dem Fernseher hockt und dort über die schönen Frauen hechelt reichert sich die Luft im Zimmer mit Kohlendioxid an und der Abschäumer bringt nicht nur Sauerstoff ins Becken, sondern auch reichlich Kohlendioxid. So findet die Versauerung der Meere nicht nur im Ozean, sondern auch in Deinem Aquarium statt. Der pH-Wert ist ein Maß wie sauer das Wasser ist. Wenn er unter 8 fällt ist das ein Problem für alle Kalk bildenden Organismen wie Korallen, aber auch andere Tiere leiden darunter. So viel kannst Du gar nicht lüften, um die Luft im guten Zustand zu halten, viele setzen deshalb inzwischen Atemkalk vor die Luftansaugung des Abschäumers, dort wird das Kohlendioxid gebunden, bevor es im Abschäumer mit dem Wasser vermischt wird.

    Für die Kalkbildung besonders der Korallen wird neben den Karbonaten auch noch Calcium gebraucht, zusätzlich einige Spurenelemente. Das Versorgungssystem hat die Aufgabe, diese Stoffe, die verbraucht werden, dem Becken wieder zuzuführen. Es gibt verschiedene Systeme, je nach Anbieter und was für Tiere gepflegt werden sollen. Meist wird dies über Dosierpumpen aus passenden Dosierbehältern regelmäßig ins Becken gegeben. Wenn das Becken zum größten Teil mit Steinkorallen besetzt ist brauchst Du ungefähr gleiche Teile von Karbonaten und Calcium. Du misst deshalb die Alkalinität und Calcium.

    Für Wachstum werden auch noch Nährstoffe benötigt, also Stickstoff und Phosphor. Stickstoff liegt je nach Oxidationsstuffe als Ammonium, Nitrit oder Nitrat vor. Das für die Korallen am besten geeignete Ammonium wandelt sich aber abhängig vom pH-Wert zu einem bestimmten Teil in das sehr giftige Ammoniak um. Wenn Du also einen guten Schuß Ammoniumchlorid ins Becken gibst um das Becken kräftig anzukurbeln, damit es endlich zur Sache geht wärst Du nicht er Erste, der sich das Becken durch die Teilumwandlung nach Ammoniak komplett umnietet. Vor dem ersten Besatz mit Korallen oder niederen Tieren (Schnecken, Krebse, Garnelen, Seesterne, Seeigel) oder gar Fische ist ein Ammoniumtest dringend angeraten, gerade, wenn Du da fröhlich Ammoniumchlorid dosierst. Wenige Tausendsel Gramm Ammoniak reichen aus, alles zu töten.

    Der Stickstoffkreislauf und die Vermehrung der dafür nötigen Bakterien sind der Kern der normalerweise mit "Einfahrphase" bezeichneten Spanne, wo die Wasserwerte nicht stabil sind und alles im Umbruch ist. Die Amerikaner sind gerne etwas handfest und werfen dafür etwas Totes ins Becken, dessen Verwesung dann für genügend Nährstoffe und die Vermehrung der Bakterien sorgt. Mit dem Lebendgestein kommen die notwendigen Bakterien in das Becken, müssen sich aber erst mal durch das ganze Becken und die viele tote Deko arbeiten. Wenn in einem 1000l Becken ein Brocken von einem Kilo LS eingebracht wird dauert das natürlich ziemlich lange. Früher war die Regel 10 Prozent vom Wasservolumen als Lebendgestein einzubringen. bei einem 1000l Becken also 100kg LS. Es gibt inzwischen immer weniger LS und es ist immer teurer. Lebende Steine bringen bereits eine Bakterienkultur mit sich, der Kampf um den Siedlungsraum (alle Oberflächen) ist bei LS deshalb etwas milder und deutlich schneller als bei toter Deko. Die Einfahrphase deshalb auch etwas stabiler als bei toter Deko. Licht wirkt als Motor, da viele Bakterien und Algen Fotosynthese betreiben. Wenn im Becken keine Korallen sind wirst Du mit diesem Motor nur unerwünschte Beläge befeuern. Deshalb ist am Anfang der Balance-Akt, viele teure Korallen einzusetzen, die Wasserwerte alle gleichzeitig etwas im Auge zu behalten und die schnell wachsenden Bakterien und Algen daran zu hindern, die Korallen zu überwuchern und den Korallen günstige Wachstumsbedingungen zu bieten, damit diese das Wassermilieu für sich einstellen können. Korallen müssen ständig wachsem, damit das Becken stabil läuft.

    Das als Deko benutzte Kalkgestein und der Kalksand (Aragonitsand) wirkt als eine Art Phosphatadsorber, deshalb ist in der Anfangsphase des Beckens oft eine Phosphatlimitierung, und man quält sich mit Phosphatdosierungen rum und wirft Futter ohne Ende ins Becken, ohne Phosphat nachweisen zu können, bis dann die Deko gesättigt ist und plötzlich viel zu viel Phosphat angezeigt wird. Zusätzlich sollte auch das Gleichgewicht zwischen Nitrat und Phosphat gehalten werden von etwa 100:1.

    Phosphatwerte von 0,05-0,15 mg/l sind in Ordnung, sie sollten nicht so wild hin und herschwanken, das mögen Korallen nicht. Du misst Phosphat und Nitrat. Nitrit hat keine Bedeutung im Meerwasser, wegen des hohen Salzgehalts (Chlorid) ist es im Meerwasser auch nicht giftig, diese Rolle hat wie oben erwähnt Ammoniak. Die Nährstoffwerte sind um ein Vielfaches niedriger als im Süßwasseraquarium, daher ist auch deutlich weniger an Fischen möglich, sonst gehen die Korallen ein.

    Die Fische haben die Rolle der Nährstoffproduzenten, sie geben Ammonium ab und Über ihre Ausscheidungen auch Phosphat und letztendlich auch Nitrat.

    Deine Stellschrauben sind also Salinität, Temperatur, Licht, Strömung, pH-Wert, Alkalinität, Calcium, Nitrat, Phosphat.

    Technische Hilfsmittel sind Abschäumer, UVC-Klärer (gegen Schmieralgen), Heizstab/Lüfter, Vliesfilter/Sockenfilter/Filterwatte/Vliesfilter, Medienfilter wie Aktivkohle und Phosphatadsorber.

    Deine Messinstrumente die Messung dieser Werte und auch ICP-Analysen, die noch viele andere Spurenelemente messen.

    Der eigentliche Beckenstart erfolgt mit dem Einsetzen von Leben, in Deinem Fall Live-Sand und lebende Steine. Ist also schon geschehen! Der Gang ist bereits eingelegt und die Kiste rollt! Was ist jetzt zu tun? Schauen, dass die oben genannte Technik richtig funktioniert und stabil läuft. Ohne Korallen kann die Lampe ausbleiben.

    Messe jetzt erst mal die notwendigen Werte und mache Dich damit vertraut. Funktioniert die Strömung, der Abschäumer und die Nachfüllung und die Dosierung?

    Und suche Dir ganz dringend jemanden, der deutlich mehr Ahnung hat, der Dir hilft und beratend zur Seite steht. Überlege Dir auch, was Du eigentlich pflegen willst und ob Du alles notwendige hast.

    Caulerpa brachypus scheint ein starkes Fraßgift zu haben, meine Seeigel haben es deshalb einmal versucht, haben dann zwei Tage regungslos sich von dem Gift erholen müssen und ließen die Alge danach links liegen. Dies gilt für den Kugelseeigel als auch den Pfaffenhut. Auch zwei Doktoren und ein Fuchsgesicht, was immer verfressen ist, hat diese Alge nicht angerührt.

    Ich habe letztendlich mein Becken ausgeräumt und all die vielen Algenfresser dann in das saubere Becken überführt, wo sie normale Aufwuchsalgen und Nori zu fressen bekommen.

    Tatsächlich musste ich enorm aufpassen, dass ich mir diese Pest nicht in das neue Becken mitschleppte und hatte die wenigen Korallen, die ich behalten wollte, dann in ein Quarantänebecken gesetzt. Und natürlich kamen sie auch dort wieder zum Vorschein, bis ich gnadenlos Korallen gekürzt und alle Ablegersteine entfernt hatte.

    Wenn sich die Algen einmal so stark ausgebreitet hat wirst Du sie nicht mehr los und kaum unter Kontrolle bringen, nicht mal mit viel Aufwand. Sie überwuchert auch leider sehr schnell Korallen und setzt sich dann am Kalkskelett fest. Sobald das geschehen ist kannst Du sie nur noch mit großzügigem Fragmentieren entfernen, "Kriechsprossalge" ist hier echt wörtlich zu nehmen. Die krallt sich überall rein und wächst selbst im Dunkeln unter Steinen hindurch weiter und kommt dann einen halben Meter weiter wieder hervor um Blätter zu treiben.

    Bei Weichkorallen wäre es vielleicht noch möglich über eine Koexistenz mit der Alge zu überlegen, aber bei LPS wird das wahrscheinlich nicht so möglich sein. Mein Rat wäre das Becken neu zu starten nach gründlicher Reinigung von Becken, Verrohrung und Technik, die vorhandenen Korallen in ein Quarantänebecken zu überführen und die Deko entweder ersetzen oder komplett von den Algen durch Chemie befreien.

    Die Euphyllia, die im Gegensatz zu SPS nackte Skelettteile haben, wo sich die Alge festsetzen kann, sind besonders gefährdet durch winzige Algenreste. Das dürfte ein langer Kampf werden.

    Gerade diese grundsätzlichen Fragen, wie etwas zu machen ist und warum es so ist sind eigentlich immer gute Fragen, die es wert sind, gestellt zu werden und noch einmal darüber nachzudenken, auch wenn man diese Fragen oft schon für sich selbst abgehakt hat. Mich hatte Werners hartnäckiger Bezug auf die Leitfähigkeit etwas irritiert. Aber die Anpassung von neuen Bewohnern und wie man den Übergang der neuen Bewohner so gut wie möglich regeln kann ist eine sehr wichtige Frage, vor der jeder Aquarianer früher oder später stehen wird.

    Heute im Fauna Marin/Nautilus Lifecast hatte ich auch noch eine Anregung mitgenommen, die ich verwirklichen möchte. Die Dunkelstellung der neuen Bewohner, verbunden mit Versteckröhren. Das senkt den Stresspegel deutlich gegenüber der hell erleuchteten deckungslosen anpassung in transparenten Behältern.

    Für die meisten Fische sollte es kein Problem darstellen. Ich hatte von früher auch noch im Hinterkopf, dass man die Salinität nicht schneller als etwa 1 pro Stunde angleichen sollte, nehme aber an, dass dies als Vorsichtsmaßnahme postuliert wurde ohne echte Überprüfung. Inzwischen sagen die meisten Versandhändler, dass ein kurze Eingewöhnung mit wenigen Stufen besser ist als eine kontinuierliche Anpassung über längere Zeit nach Tröpfchenmethode.

    Bei längeren Transporten achte ich aber eher auf pH-Wert als Leitfähigkeit, denn dies zeigt am besten wie lange der Fisch in der Tüte war und wie hoch die Vergiftungsgefahr sein wird, wenn er ohne Wassertausch angepasst wird. In den meisten Fällen, wo der Fisch nachmittags an den Spediteur gegeben wird, über Nacht dann transportiert wird und morgens vor 12 Uhr eintrifft geht es noch. Hatte aber auch schon Korallen, die gar nicht bei mir abgeliefert wurden und einfach in der Abholstelle gelandet waren. Die empfindlichen Korallen waren da bereits hinüber. Bei Fischen kaufe ich sehr selten über den Versandhandel, mein Kaiser war eine echte Ausnahme.

    So ganz verstehe ich Deine Fixierung auf den Leitwert nicht. Wenn ich berücksichtige wie ein Fisch anzupassen ist geht Salinität, Temperatur und pH-Wert in die Überlegung ein. Mit dem pH-Wert auch die Dauer des Transports und ob ein Ammoniumtest notwendig ist oder direkt nach Oceamo das Transportwasser ersetzt wird durch Wasser gleicher Salinität, Temperatur und pH-Wert, um das Problem direkt zu umgehen.

    Wenn die Salinität für die Anpassung in das Schaubecken unterschiedlich ist macht dies offenbar nicht so viel aus, denn die meisten Versender geben an, die Umsetzung relativ zügig vorzunehmen in wenigen Schritten in 20-30 Minuten. Im Hintergrund ist da wohl eher die Sorge, dass Schäden durch Ammoniakvergiftung schwerer wiegen als Probleme mit der Salinitätsanpassung. Die Anpassung an die Salinität findet im Fisch wohl auch erst nachträglich statt, solange der Unterschied nicht zu groß ist und ist ein allmählicher Prozess. Sonst würden Süßwasserbäder gar nicht möglich sein.

    Wenn Du aber Studien suchst nach Ausfallraten bei Fischen bei schneller oder weniger schneller Anpassung dürfte hier auch die Spezies wichtig ein, da nicht jeder Fisch oder Wirbelloser gleich empfindlich reagiert. Die meisten Fische sind da ziemlich robust, obwohl es wohl gilt je jünger desto empfindlicher.

    Mir ist das einmal passiert, dass die Ansaugung für ein Überlaufen des Abschäumers (in meinem Fall ein RE Bubble King DC 250) gesorgt hatte. Das war meine eigene Schuld, weil ich beim Werkeln den Deckel des Reaktors auf den Boden gelegt hatte und der Abschäumer dann keine Luft anziehen konnte.

    Es ist nicht der normale Atemkalkreaktor im Betrieb, der Probleme macht, sondern der Anwender vor dem Becken, der "mal eben"...

    Als Reaktion auf dieses Erlebnis werde ich meinen Schlauch vom Atemkalk-Behälter zum Abschäumer so kürzen, dass der Deckel immer in der Luft hängtund so die Ansaugung frei bleibt. Der Schlauch sollte auch eine gewisse Steifigkeit haben, so dass nicht durch Knicken oder Zusammendrücken die Ansaugung behindert wird.

    Wenn das erfüllt ist sehe ich kein Problem durch den Atemkalk.

    Die beiden unterscheiden sich nicht. Eine Feldstudie könnte Aufschluss bringen.

    Wenn sie sich nicht unterscheiden, was wäre der Sinn einer Feldstudie? Gar keiner.

    Jetzt würde mich nur interessieren, ob jemand bei einem Siganus vulpinus mal beobachtet hat, dass dieser Seitenfleck ab und zu erscheint.

    Das Verbreitungsgebiet scheint auch zum großen Teil deckungsgleich zu sein.

    Hallo Hajo, in dem Fall müsste aber auch die Gegenprobe möglich sein, dass bei Siganus vulpinus in manchen Situationen der Seitenfleck erscheint. Wäre interessant, ob dies jemand bestätigen kann, dass er dies beobachtet hat.

    Letztendlich wird wohl erst eine DNA-Analyse Aufschluß geben.

    Sandy, meines Wissens fehlen keine Spureeleemente o. ä., die ICPs bestätigen das. Zudem wechsle ich Woche für Woche 20 % Wasser mit FM-Salz, das würde ggf. ausgleichen. Das Becken wuchert schneller, als ich möchte, insbesondere Montipora. Dennoch - drei Acro-Versuche, selbst mit der 'simplen' enzmani, sind gescheitert.

    Hallo Werner,

    in dem Fall fürchte ich fast, dass die bereits vorhandenen Korallen entsprechende Abwehrstoffe abgeben, welche den Acros nicht bekommen. Gerade die Pilzleder sollen in der Hinsicht nicht ganz harmlos sein. Wenn die ICPs gut aussehen bleibt da nicht viel anderes. Du könntest dies mit Kohle und/oder Ozon abmildern und noch einen Versuch wagen, aber ich glaube fast, dass sich dies nicht lohnt.

    Der Pfleger sollte immer mit dem Becken arbeiten, nicht dagegen.

    Meine Werte sind teils höher und die Acros wachsen kräftig. An den Nährstoffen liegt es definitiv nicht wenn Acros nicht wachsen. Wahrscheinlich fehlen eher bestimmte Spurenelemente wie Jod, Zink oder Nickel. Auch unter den Acropora gibt es sehr robuste und schnellwüchsige Arten wie die Acropora tumida (Enzmann).

    Wenn es etwas robustere SPS sein sollen bieten sich Seriatopora und Stylophora Arten an. Auch Montipora sind robust und wachsen kräftig.

    Weichkorallen haben übrigens überhaupt keine Probleme mit viel Licht. Eine Weichkoralle ist mir früher regelrecht ins Licht hochgekrochen bis über 400 PAR.

    Wie bereits erwähnt ist auch mein Blaustreifen-Samtkaiser ein Nachzuchtexemplar, dass ich über Nautilus Aquaristik auf Empfehlung von Marc gekauft hatte. Er hat sich als ziemlich transportempfindlich erwiesen und das Eintreffen in mein Becken mit einer heftigen Streusel-Bepuderung quittiert. Das Bild unten zeigt ihn wenige Stunden nach dem Einsetzen.

    Das hatte ich selten so heftig gesehen, ich konnte ihm regelrecht zusehen, wie er immer mehr Pünktchen ausgebildet hat von Stunde zu Stunde.

    Trotzdem war ihm nicht wirklich etwas anzumerken, er hatte sich auch direkt sehr lebendig gezeigt und das Becken erkundet. In der Fischgesellschaft hat er sich auch gut integriert, weder angefeindet noch selbst aggressiv gegenüber anderen Fische. Auch mir gegenüber ist er nicht besonders schreckhaft und schaut eher, was ich Gutes bringe.

    Nach wenigen Tagen sind die Pünktchen komplett zurückgegangen und auch nicht wieder in mehr oder weniger großen Schüben zurückgekehrt. Ich denke deshalb, dass es eher Lymphocystis gewesen ist als Cryptocarion und auf den Transportstress zurückzuführen ist. Auf Empfehlung von Marc habe ich täglich gutes Futter als Mischung mit Knoblauch und Multisanostol getränkt zur Unterstützung. Er hat es mir mit gutem Appetit gedankt.

    Diesen Appetit hat er leider nicht nur gegen das ihm zugedachte Futter gewendet, was er fast wie ein Chromi in Staubsaugermanier aufsaugt, sondern auch den Wirbellosen, die er eigentlich in Ruhe lassen sollte. Obwohl er als Nachzucht keine Korallen oder Schwämme kennen sollte hat er offenbar robuste Anlagen, die ihn befähigten, diese als "bekömmlich" als Teil seiner Speisekarte zu betrachten. Ich hatte vor kurzem eine Sendung über die Kopplung von Geruch, Geschmack und die Rückmeldung des Körpers, was er braucht an gewissen Stoffen gesehen und dies hat ihn wohl befähigt, gewisse Korallen und Schwämme als Nahrung zu identifizieren. Auch eine gewisse Neigung zu "Testbissen", um Nahrung zu identifizieren, bereichert seine Möglichkeiten. Er hat wohl wirklich in jede Koralle gebissen, um das alles auszutesten. Algen frisst er direkt eifrig vom ersten Tag.

    Ich habe ihn jetzt genau drei Monate und er ist bereits erkennbar gewachsen. Ob er wirklich recht klein bleibt kann ich noch nicht absehen, aber ich fürchte, es wird ein recht stattliches Exemplar nach bisheriger Wachstumsgeschwindigkeit. Im Lexikon ist er mit gut 20cm angegeben, aber die wird er wohl nur in freier Natur erreichen. Hoffentlich. Immerhin geht es ihm gut (teilweise wirklich ZU GUT!) und man merkt, dass es ein sehr kräftiger Fisch wird mit bulliger Schulter.

    Gar nicht einfach zu fotografieren, er ist ziemlich kitzlig, wenn er eine Kamera sieht.

    Werner, schreibe doch bitte mal welche LED Du genau verbaut hast. Das könnte sehr helfen!

    Die Hochleistungs-LEDs in normalen Lampen werden mit 300-2000mA betrieben, also in einer ganz anderen Leistungskategorie als die 25mA, die Du erwähnt hast. Bei einer LED-Stärke von 2-3W, die Du erwähnt hast müsstest Du mit hoher Spannung arbeiten oder nur einen winzigen Teil der normalen Leistung nutzen. Eine übliche 3W-LED bei 25mA hat eine sehr geringe Leistung. So wenig finde ich bei den Cree-LED z.B. gar nicht. Die Leistung wäre etwa bei 0,06Watt oder so.

    Bei einem so geringen Öffnungswinkel wie 6° wird es immerhin noch einmal gut gebündelt und verstärkt, aber selbst damit wäre ich an einer Lichtmessung mit einem PAR-Meter interessiert. Korallen können sich an viele Lichtverhältnisse anpassen, selbst einige Acros kommen teilweise mit sehr geringen Lichtstärken aus. Die entscheidende Frage ist, ob sie auch auf Dauer damit leben können. Deshalb bin ich da so skeptisch.

    Alle Hochleistungs-LEDs müssen gekühlt werden, sonst sterben sie in kurzer Zeit. Die typischen LEDs im Aquarienbereich werden alle mit 1-2W Leistung betrieben, auch wenn sie als 3W-LEDs bezeichnet werden. Sonst werden sie zu heiß und die Lebensdauer geht drastisch runter.

    Eine Taschenlampe brauchst Du normalerweise ein paar Minuten bis maximal ein paar Stunden alle Jubeljahre einmal, da spielt lange Betriebsdauer der LED keine Rolle. Über dem Aquarium eingesetzt läuft sie 10 Stunden pro Tag jeden Tag, da kommen in einem Jahr mehrere Tausend Stunden zusammen. Das ist eine ganz andere Größendimension.

    Der Großteil der elektrischen Leistung wird in Wärme umgesetzt, und über die langen Stunden muss diese Wärme konstant abgeführt werden, deshalb muss die Wärme der LED über eine gute Wärmekopplung an einen ausreichend dimensionierten Kühlkörper abgegeben werden, damit die LED so kühl wie möglich bleibt. Wenn z.B. der Körper der LED-Fassung diese Wärme nicht ausreichend abgeben kann leidet die Lebensdauer und auch das Spektrum und die Leistung, welches die LED abgibt.

    Eine passend ausgewählte Konstantstromquelle sorgt dafür, dass nur der Strom an die LED fließt, denn Du vorgesehen hast. Aber die LED erzeugt trotzdem eine Menge Wärme, da sie mehr Wärme als Licht produziert. Die besten royalblauen LEDs schaffen es gerade unter optimalen Bedingungen, dass sie die elektrische Leistung inzwischen mehr als Licht und weniger als Wärme abgeben. Aber nur, wenn die Kühlung stimmt.

    Deshalb brauchst Du einen Kühlkörper, der ausreichend Wärme an die Luft abgeben kann. Oder Du darfst die LED als Verbrauchsgegenstand sehen und sie häufig ersetzen.

    Mein Beileid für die Familie! Ich habe seine Art immer sehr geschätzt, seine Beiträge waren lesenswert und oft für einen Aha-Effekt gut und brachten zum Nachdenken. Sein Fehlen reisst eine Lücke, die wir erst in Zukunft wirklich wahrnehmen werden.

    Ruhe in Frieden, Daniel, und hoffentlich wird sich jemand finden, der Deine Tiere mit liebevoller Hand weiter pflegt.