Beiträge von Anja

    Manche haben vielleicht intuitiv das richtige Händchen für ästhetische Gestaltung. Ich habe es nicht. Deshalb habe ich mich in die allgemeinen Prinzipien der ästhetische Gestaltung erst eingelesen und sie dann praktisch im SW AQ ausprobiert und verfeinert.

    Dabei halfen mir auch sehr die Vorführbecken bekannter Aquascaper. Ich habe das dann versucht zu kopieren und bin so wieder einen Schritt weitergekommen.

    Deshalb suche ich ja jetzt auch Fotos von solche ästhetischen AQs im Meerwasserbereich.

    Dass ich als MW Anfänger mir nicht die schwierigsten Sachen vornehmen sollte und selbst bei den leichten Dingen Fehler machen werde, ist mir klar. Ich hoffe aber, diese durch Infos, auch hier durch das Forum, minimieren zu können.

    Auch ein Becken unter 100 l kann man mehr oder weniger ästhetisch einrichten. Die meisten Becken, die ich bisher so gesehen habe, waren leider weniger ästhetisch eingerichtet. Ich will nun versuchen, es besser zu machen.

    Wenn man sich über die Umsetzungsmöglichkeiten von ästhetischen Prinzipien, die sich in der Süsswasseraquaristik bewährt haben, auch in der Meerwasseraquaristik informieren will, muss das ja nicht bedeuten, dass man die Ästhetik höher bewertet als das Wohl der Tiere (und diese dann wie Bonsaibäumchen aushungert und fesselt) oder dass man sich über die biologischen Bedürfnisse der Tiere nicht informiert, oder dass man sich nicht über die technischen Notwendigkeiten oder über die Behandlung der Plagen informiert.

    Wenn ich so an die häufig vollgestopften Becken denke, wo es kaum noch Schwimmraum und Rückzugsmöglichkeiten gibt, dafür aber fette Rückwände, die fast bis an die Vorderscheibe reichen, dann finde ich die meisten ästhetischen Becken für die Tiere deutlich besser, weil sie durch den negativen Raum und durch das Prinzip weniger ist mehr, eben deutlich mehr Schwimmraum und Rückzugsmöglichkeiten haben.

    Ich mag es, wenn man vor einem AQ steht und sich fragt „Sind da denn gar keine Fische drin?“ statt schon aus 20 Meter Entfernung die dicken bunten Brummer zu erkennen.

    Hallo Christiane,

    ich kann nicht erkennen, dass die Umsetzung der von Paul Whitby beschriebenen Prinzipien (Goldener Schnitt usw.) im Widerspruch zu den Bedürfnissen der Tiere stehen muss.

    Das wäre ja ganz schrecklich, wenn die Tiere unter dem Geschmack des Halters leiden müssten. Dann wäre ein normales Becken als eines, bei dem die Tiere nicht leiden, und ein Becken nach den allgemeinen Prinzipien der Ästhetik (s.o.) wäre eines, wo die Tiere leiden?

    Auch bei Amano, der ja gestalterisch identische Prinzipien im Süsswasser befolgt, kann ich dadurch keine Beeinträchtigung für die von ihm verwendeten Fische und Garnelen erkennen, lass mich aber gerne eines Besseren belehren.


    Gruss
    Anja

    Hallo Clemens,

    so lange es nicht daran liegt, dass man die AQs unter 100 Litern nach langen Standzeiten nicht mehr herzeigen kann, ist es ja ok.

    Übrigens hilft mir dein Beitrag sehr weiter:

    „Wie schon gesagt wurde, sind die Tiere auf Dauer viel zu groß und die Auswahl der Hardscapes ist stark beschränkt...
    ...Näher an die Materie wirst du im Salzwasserbereich nicht komme. Ich habe lange genug danach gesucht.“

    Das entlastet mich sehr, damit ich nicht weiter einem Phantom nachjage.

    Ich werde halt entsprechende Kompromisse machen müssen. Aber durch die Beachtung der von Paul Whitby (ganz grossen Dank für diesen link!!!) beschriebenen Prinzipien und deines Hinweises:

    „Viel wichtiger in diesem Bereich ist die Auswahl der Tiere, die Wuchsform der Korallen und vor allem ihre Farbe.“
    könnte es mir ja gelingen.

    Gruss
    Anja

    Sorry, aber das AQ von Christiane ist gar nicht mein Geschmack. Da ist praktisch gegen alle Gesetze der Gestaltungslehre (Goldener Schnitt usw.) verstossen worden.

    Und wenn das dann noch eine Dekomuschel da links im Vordergrund ist und hinten links dünne Stäbe Steine in der „Luft“ schweben lassen..... ja dann.... sorry, wäre das Gelsenkirchener Barock.

    Ok, 100 liter. Mehr geht hier nicht im Moment.

    Nur einfach zu haltende und möglichst kleinbleibende Korallen und Co.

    Nur Fische, die wirklich nur ein minimales Bewegungsbedürfnis haben.

    Ich verzichte gerne auf Vielfalt, auf Spektakuläres, auf Menge, auf Action, auf Buntheit usw. zugunsten von Klarheit, „Weite“ und Einfachheit der Formen und Gestaltung (damit ist nicht die Technik gemeint, da treib ich hohen Aufwand, wenn es nötig ist).

    Vorschläge?

    Hallo Ina,

    du hast völlig Recht, denn ich habe von der ganzen Materie praktisch keine Ahnung. Deshalb ja auch meine Fragen hier im Forum.

    Auch mich interessiert total das Verhalten von Tieren, z.B. Symbiose Grundel-Krebs. Aber nur in einem Umfeld, das mich auch ästhetisch anspricht und wo ich nicht das Gefühl habe, dass die Tiere stark eingeengt sind und sich eigentlich mehr bewegen wollten.

    Im Süsswasser war mir das gelungen. Vor allem Weite und Grosszügigkeit sind mir wichtig. Habe nur Fische in Becken getan, die je nach Schwimmfreudigkeit der Fische mindestens 20 bis 30 mal länger waren als der Fisch. In kleinen Becken waren halt nur Garnelen. Das Gärtnern war möglich, ohne die Pflanzen in ihrer Gestalt zu deformieren. Tote Tiere wegen falscher Haltung gab es praktisch nicht. Damit hätte ich bei häufigerem Vorkommen auch ein ganz grosses ethisches Problem.

    Wenn mir das nach meinen Prinzipien unmöglich im MW AQ erscheinen sollte, lass ich das Ganze. Wenn nicht, käme der nächste Schritt: Konzeption des AQs, theoretische Auswahl der Tiere, Infos über die Technik usw. Da hätte ich dann noch tausend Fragen.

    Um es mal sehr zugespitzt zu sagen: so wenig ich Süsswasseraquarien mag, die wie eine Fischsuppenschüssel aussehen, so wenig mag ich vollgestopfte MW AQs, wo alle naslang was stirbt lange vor seiner Zeit, ständig neuer Ersatz gekauft wird, mehr ein Sammeltrieb befriedigt wird usw.

    Gruss
    Anja

    Hallo Björn,

    das finde ich atemberaubend in der Spannung des negativen Raumes, der perfekten Lage des Hauptsteines, der Neigung des Kontersteines, der Fortführung der Wellenbewegung der Rotala durch den Nebenstein, usw.

    http://www.aquatic-gardeners.org/ADA2006_images/larger/1_lg.jpg

    Wenn man das als Vorlage im weitesten Sinne für eine Art Riffschlucht nehmen würde, welche Korallen und Co kämen da in Frage? Wenn das in einem Nano nicht ginge, aber in einem grösseren Mewaaqua wenigstens annähernd, würde mich das auch sehr interessieren.

    Gruss
    Anja

    Jo,

    danke, du bringst die Sache für mich als Anfänger gut verständlich auf den Punkt:

    „ein mewaaqua mit "bonsaikorallen" im "nanotank" funzt nur im kleinen, zeitlichen rahmen, da die teile einfach weiterwachsen und durch beschneiden nicht in einer natürlichen form gehalten werden können.“

    Ich hab es mir fast gedacht, frage aber trotzdem noch nach:

    Welche „bonsaikorallen“, Bonsaianemonen und BonsaiCo kämen denn noch am ehesten in Betracht für Nano 60 l? Oder gibt es da wirklich gar nichts, was tendenziell etwas kleiner bleibt, was man mit gutem Gewissen beschneiden kann, und was trotzdem in einer ansehnlichen Form bleibt?

    „partnergrundelpaar mit knallkrebs“ mit „n paar steine .. mit etwas sand drum herum“ fände ich super, wenn die Steine nach den Prinzipien japanischen Gestaltungslehre gesetzt werden . Dann noch ein paar „bonsaikorallen“ oder so , und ich könnte mir vorstellen, dass es gelingt wenigstens Weite und Grosszügigkeit zu erzeugen und dass die Fische (Grundeln) nicht wie durch Gefangenschaft beengt wirken.

    Gruss
    Anja

    Um mein Anliegen besser zu erklären, (nicht um AQs von Besitzern mit anderem Geschmack runterzumachen), hier mal nach den Versuchen zu erklären, was mir gefällt, jetzt ein Versuch was mir NICHT gefällt:

    Pfeilerdekoration: die grossen gelben Fische wirken in dem kleinen AQ wie in Gefangenschaft, der Pfeiler wirkt aus der Balance und kopflastig

    Blaukammer: blauer Fisch (wie oben gelbe Fische) einfach zu gross für so ein kleines AQ (ich rede nur von der ästhetischen Wirkung, nicht darüber, ob der Fisch sich wohl fühlt oder nicht) , kein negativer Raum der Spannung aufbaut, stattdessen eine langweilige Mauer

    Riffschlucht: Aufbau links und rechts finde ich gut gelungen (wenn die Sandfläche vor der Schlucht frei wäre und nicht mit für den Vordergund viel zu grossen Tieren vollgestellt wäre, ergäbe sich vielleicht sogar ein blickleitender Sandweg durch die Schlucht, dem man gerne entlang tauchen würde), aber die beiden riesigen Tiere links und rechts nehmen dann doch wieder vieles vom Eindruck einer tiefen Schlucht, so dass es dann doch nur eine kleine Kerbe zwischen zwei Aufbauten ist

    Hallo Ina,

    was mir gefällt an deinem AQ ist die gewisse „Luftigkeit“ und die Sandflächen. Aber es scheint auch über 100 l zu haben, was ich als obere Grenze für Nano sehen würde.
    Wie alt ist das AQ auf dem Foto?

    Gruss
    Anja

    Nach viel Lesen im Forum und Gucken von Meerwasser AQ Fotos ist mein vorläufiges Fazit, dass sich die Prinzipien der ästhetischen Gestaltung von Süsswasseraquarien nur sehr begrenzt auf MW Aquarien übertragen lassen. Nämlich nur in sehr grossen Aquarien, weil sonst einfach die Proportionen Tier zu Behälter nicht stimmen.

    Korallen und Co sind einfach zu gross, oder werden in kurzer Zeit zu gross, um in Aquarien unter 500 Liter durch eine grosse Zahl gleicher Art eine Wirkung von Weite und Grosszügigkeit zu entfalten. Gerade auch der negative Raum ist bei Nanoaquarien kaum zu realisieren. Beim Süsswasser kann durch Wahl der Pflanzen und Gestaltungselemente (Miniwurzeln, die wie Bäume wirken, kleine Steine, die wie Felsen wirken) die Relation auch im Nano gewahrt bleiben und durch den negativen Raum die Illusion von Weite erzeugt werden, wenn man eine kleine Zahl Garnelen oder Fische nimmt, die nicht grösser als 4 cm werden.

    Beim MW AQ unter 100 Liter ist es wohl zwangsläufig immer nur ein mehr oder weniger geschickt gestalteter Steinhaufen mit vielen bunten Korallen und Co., der praktisch das ganze Becken dominiert und dadurch schon nach kurzer Zeit einen Eindruck von Enge und Überfüllung durch ein Sammelsurium vermittelt.

    Oder habe ich da Möglichkeiten übersehen?
    Oder gibt es Korallen, Krustenanemonen usw., die im Durchmesser von ein oder zwei Euro bleiben? Nicht höher als 5 cm werden? Oder einen Teppich bilden können von max. 2 cm Höhe? Oder kann man durch vertretbare „gärtnerische“ Eingriffe die Tiere so klein halten?

    Natürlich sollte das System möglichst optimal stabil gesund laufen. Da muss man sicher Kompromisse machen in der Gestaltung. Dass auf bestimmte Plagen reagiert werden muss, ist auch klar. Vielleicht ist man im Seewasser AQ sehr viel weniger frei in der Gestaltung als im Süsswasser? Braucht bestimmte Funktionstiere usw. Ist man vielleicht einfach schon froh, wenn das Becken über längere Zeit ohne Plagen und Krankheiten und grössere Verluste einigermassen läuft? Was im Süsswasser ja im Prinzip nicht so extrem schwierig ist.

    Hier mal trotzdem, wenn es erlaubt ist, ein Beispiel:

    http://i-cdn.apartmenttherapy.com/uimages/ny/9-2…-aquarium-1.jpg

    wo nach meinem Empfinden etwas erzählt wird, was über Wasser+Steine+Pflanzen+Fische hinausgeht. Das sollte im Prinzip doch mit Wasser+Steine+Korallen+Funktionstiere auch möglich sein, oder?

    Hat jemand vielleicht Fotos von seiner Meinung nach ästhetisch besonders gelungenen Würfeln unter 100 Liter? Also nicht das Kriterium, dass besonders schwierige Tiere gepflegt werden, oder besonders viele, oder einzelne besonders exotische. Sondern wo das Gesamtkunstwerk einfach besonders schön ist.

    Hallo Corinna,

    ich versuch es mal anders auszudrücken:

    der eine findet eine Schrankwand in Gelsenkirchener Barock schön, der andere in skandinavischem Design. Beide Wände erfüllen als Aufbewahrungsort von Gegenständen ihre Funktion, und die Gläser und Bücher und Nippessachen sind fachgerecht untergebracht.

    Der eine gestaltet sein AQ nach dem Goldenen Schnitt, will möglichst keine sichtbare Technik, nicht von jeder Pflanzenart ein paar, sondern eine Landschaft gestalten, ein Bild komponieren, der andere will einfach nur die Steine irgendwie auftürmen und dann möglichst viele verschiedene Korallen usw. unterbringen. Je bunter, desto besser.

    Dem einen gefällt als Gemälde, wo der röhrende Hirsch wie echt aussieht. Der andere mag abstrakte Kunst.

    Ich will nicht die Natur kopieren, also nicht auf meinem viertel Quadratmeter einen viertel Quadratmeter Naturriff nachbilden. Sondern das Bild, die Illusion, die Idee eines Riffs. Ähnlich wie ein gutes Gedicht mehr ausdrückt als die einzelnen Worte bedeuten.

    Im Süsswasser gibt es Designerbecken, wo eine Parklandschaft, ein japanischer Garten, ein Wald mit Weg und Lichtung usw. „verdichtet“ und idealisiert dargestellt wird. Den Pflanzen geht es gut, und den wenigen Fischen auch. Da gibt es richtige Künstler, die ihre Becken öffentlich präsentieren. Daran kann man sich dann orientieren.

    So etwas suche ich im Meerwasserbereich.

    Viele Grüsse
    Anja

    Danke für die Antworten.

    Ich glaub, ich hab mich unklar ausgedrückt.

    Natürlich ist ein Riff ein Biotop, aber nachgebaut auf engem Aquarienraum ist es ja nicht unbedingt eine Kopie von einem viertel Quadratmeter Originalriff. Das wäre ja wahrscheinlich gar nicht so vielfältig, vielleicht sogar langweilig. Sondern im AQ mehr so eine abstrakte „Idee“ von einem Riff. Oder?

    Meine nachgefragte ästhetische Richtung (aquascaping, Amano usw.) ist ja auch mehr eine „Idee“, ein „verdichtetes Symbol“, als die Kopie einer Realität.

    Mit verschiedenen Tierarten meinte ich für mein geplantes kleines Becken keine Fische, sondern vor allem Korallen usw.

    Hallo,

    ich habe bislang nur Erfahrung mit Süsswasser und plane jetzt ein Meerwasseraquarium (80 Liter, Blenny Aqua Medic Advanced).

    Mir gefallen Süsswasserbecken nach Art aquascaping (u.a. nur wenige Pflanzenarten, keine „Fischsuppe“), wo ein „Bild“ entsteht, eine „Geschichte“ erzählt wird.

    Bei den Meerwasseraquarien ist mir aufgefallen, dass dort oft sehr viele verschiedene Tierarten versammelt sind. Hat das biologische Gründe oder ist das eine reine Geschmackssache?
    Bitte nicht falsch verstehen, aber die meisten Becken kommen mir vor wie eine bunte Sammlung von möglichst verschiedenen Tieren auf kleinem Raum. Ich als Laie habe nicht den Eindruck, dass wirklich ein bestimmtes Biotop dargestellt werden soll. Aber ich kann mich natürlich irren, und über Geschmack lässt sich nicht streiten.

    Deshalb würde ich einfach nur gerne wissen, ob es im Meerwasserbereich auch eine ästhetische Richtung (wie z.B. „Amano“ bei Süsswasser) gibt. Wenn ja, wo gibt es vielleicht Fotos davon?

    Viele Grüsse
    Anja