Hi Robert
Mit genau Deinen Fragen war ich auch konfrontiert. Ich wollte ebenfalls das bestmögliche Becken. Also Stahlrahmen, Glas einen Ticken dicker als die Norm verlangt. Scheiben auf Druck von innen eingeklebt. 1K Silikon, auf Empfehlung von Klaus das Olive v/1 negro (obwohl Klaus vorhin einen anderen Hersteller genannt hat. Und natürlich gefühlte hunderttausend innenliegende Verstrebungen über allen Nähten.
Ich musste aber schnell feststellen, dass der gute Plan schwer umsetzbar ist. Erstens finde mal einen Aquarienbauer der das a kann und b auch macht. Teilweise habe ich nicht mal Antworten auf Anfragen erhalten. Da waren auch die ganz grossen Namen in diesem Geschäft offenbar überfordert.
Der einzige der sich wieder perfekt auf meine Wünsche eingelassen hat, war mein bisheriger Aquarienbauer. Das tönt jetzt etwas schräg, aber mir ist mein erstes Becken von ihm nach 1,5 Jahren ausgelaufen. Das 2. hat gehalten, musste aber nach 7 Jahren wegen Unterwanderungen der Silikonnähte durch Kalkrotalgen frühzeitig abgebaut werden. Mieses 2K Silikon von einem Namhaften D-Hersteller war das Problem. Natürlich hat der Chemie-Riese das Produkt dann recht schnell vom Markt genommen, angeblich mangels Nachfrage. Der Beckenbauer und seine Kunden wurden im Regen stehen gelassen. Dies als Erklärung, weshalb ich trotz schlechter Erfahrungen wieder auf den selben Beckenkleber gesetzt habe.
Mein neues Aquarium steht jetzt seit gut einem Jahr gefüllt da und ich bin sehr zufrieden damit. Auch wenn ich schlussendlich nicht alle meine Wünsche umsetzen konnte.
Das Becken ist aus 19mm Opti-white gebaut. Ursprünglich wollte ich VSG, aber 24mm VSG ist weniger bruchfest wie die 19mm starke Einfachscheibe. Und 30mm VSG war mir dann etwas zu heftig, und nur unwesentlich zäher als 19mm. Offenbar kannst Du bei VSG rund ein Drittel abziehen um die Bruchfestigkeit zu vergleichen. Bei VSG müssen die Kanten zudem besonders geschützt werden, damit die Sicherheitsfolie keine Feuchtigkeit nach innen ziehen kann. Sonst könnte die Scheibe von den Rändern beginnend milchig werden.
Den Stahlrahmen musste ich aus Kosten und Logistikgründen verwerfen. Gewicht war da auch noch so ein Thema...
Das Becken steht nun auf einem 45mm Alugestell. Dieses hat eine Auflage aus einem Dämmstoff (grün im Bild) um das Becken bestmöglich zu entkoppeln. Schweineteures Hi-Techmaterial... Dann kommt eine 21 mm Multiplexplatte. Dann ein 4mm Acrylglas, dann direkt das Becken drauf. Das Becken hat dann einen umlaufenden 5mm Alurahmen erhalten, welcher mit Edelstahlschrauben fest mit der Multiplexplatte verschraubt ist. Dieser Rahmen nimmt den grössten Druck auf und entlastet die meistbelasteten unteren Silikonnähte.
Im Becken drin ist oben und unten ein umlaufender Glasrahmen verklebt, plus eine Zugstrebe. Alle horizontalen und vertikalen Nähte sind mit eingeklebten Glasstreifen verstärkt. Auch im Rucksack-Ablaufschacht.
Geklebt wurde wieder mit 2K. Nach Angabe meines Aquarienbauers wären mit 1K - aufgrund der massiven Nähte - zu lange Aushärtungszeiten angefallen. Und es wäre in drei Etappen geklebt worden, jeweils mit 2 Wochen Wartezeit. Bei der notwendigen vor Ort Verklebung ein heftiger zusätzlicher Budgetposten. Das 2K ist jetzt aber was Neues. Der Aquarienbauer hat vor ein paar Jahren ein eigenes Becken damit geklebt. Dieses Silikon hält, ist wie die 1K Silikone auf azetatvernetender Basis aufgebaut und härtet nicht ganz so schnell aus. Eine 2 wöchige Wartezeit bis zur Befüllung musste ich in Kauf nehmen. Vorher waren es nur 24 Std.
Da mein altes Becken auch im Wohnzimmer stand, wären 2 Monate Aquarienbaustelle nicht realistisch gewesen. Bis die CL-Verrohrung, Deko, Elektrik usw. fertig war, ist auch so fast ein Monat vergangen.
Ich bin der Meinung, so das für mich sicherste und noch finanzierbare Aquarium aufgebaut zu haben. Bisher bin ich sehr zufrieden. Allerdings wäre ein Plexibecken sicher nicht teurer gewesen. Dies wollte ich wegen der Kratzempfindlichkeit auf keinen Fall.
Gruss
Andi