ZitatOriginal von Lightgear
Edit - Im Süßwasseraquarium funktioniert das durch die Pflanzen, die enorm Biomasse aufbauen.
Na ja, ganz so ist das nicht.
Ich muss jede Woche nen Liter-Topf reingestopfte Grünpflanzen in meinem 700 l Diskus-Aquarium ernten - das zieht zwar Nitrat und Phosphat, aber kaum so viel wie man glaubt. Futter hingegen bringt erschreckend viel davon rein, vor allem Granulat etc. Der Nitratanstieg bei Normalbesatz ist unvermeidbar, außer Du hältst ein Pflanzenbecken + Beifische ![]()
Der wesentliche Unterschied ist, dass den Pflanzen und Fischen im Süßwasser Nitratwerte >50 zunehmend nicht schnuppe aber aushaltbar sind, Sie also immer noch damit klar kommen. Im Meerwasser ist das schon Amageddon 1 ![]()
Die meisten Süßwasser haben eher so 25-50 und wechseln dann spontan >50% Wasser, manche bis 90%...Hauptgrund ist Nitrat - die wesentliche Methode Nitrat in Süßwasser aus dem Kreislauf rauszuhauen. >50% WW in Meerwasser zur effektiven Nitratabsenkung ist Armegeddon 2. Im Süßwasser gibt es auch nicht so viele anaerobe Denitratifikationsprosse zu Stickstoff hin (Wodka, DSB etc.) weil z.B. Süßwasserboden schlicht nicht so stark durchströmt wird wie ein funktionierender MW-DSB. Es fehlen schlichtweg effektive anaerobe Zonen.
Ich stecke noch nicht so tief in Meerwasser - aber das ist ja der Hauptgrund, warum man im Meerwasser per Abschäumung versucht, möglichst viel aus dem Nitratifikationsprozess vorher herauszuziehen. (außerdem funktioniert Verschäumung im Süßwasser wegen Oberflächenspannung des Wassers nicht so gut, sonst würde man das dort auch gern nutzen). Mal spontan Nitrathalbierung von 50 mg/l durch 50% WW fallen hier schlichtweg aus als Option.
Wenn man also viel Besiedlungsfläche für Bakterien hat, welche den Nitratzyklus vom Eiweiß hin zum Nitrat bilden (z.B. solche Schwämme) und im Vergleich zu wenig Strömung hin zum Abschäumer, dann erhält man halt Nitrat...was für den Abschäumer nicht mehr "verwertbar" ist.
