Hallo Torben,
ich betreibe eine kleine Anlage mit mehreren Becken in denen ich Fischpaare halte um den Nachwuchs aufzuziehen. Das Wasser aus den Becken läuft in ein Technikbecken, in dem der Abschäumer steht. Von da wird zu einem "Verteilungsbecken" hochgepumpt. Von dem Verteilungsbecken läuft das Wasser zurück zu den Becken mit den Paaren. In dem Verteilungsbecken habe ich mir mit Lichtrasterplatten und Tonplatten eine Halterung gebaut, damit die Tauch-UVC nicht auf dem Boden liegt und nicht durch die starke Strömung gegen eine Glasscheibe schlägt. Die Tonplatten sorgen dafür, dass die leichten Lichtrasterplatten sich nicht bewegen und dass die Tankdurchführung (PVC) nicht von den UVC- Strahlen zerstört wird. So kommen die UVC-Strahlen nur auf die Lichtrasterplatten, Tonplatten, das Glas und die Silikonnähte. Bis jetzt konnte ich noch nicht feststellen, dass das Silikon sich dadurch irgendwie verändert. Letztes Jahr hatte ich die Tauch-UVC im Technikbecken neben einem sehr guten Abschäumer von Royal Exclusiv liegen. Das die Strahlen den Abschäumer beschädigen, hätte ich mir eigentlich denken können. Einige PVC Rohre hatten sich durch die Strahlen auch verfärbt, deshalb bin ich inzwischen sehr vorsichtig damit.
Dieser Aufbau garantiert natürlich nicht, dass sich irgendwelche Krankheitserreger von einem aufs andere Becken verteilen. Deshalb kaufe ich nur Fische aus Becken bzw. Anlagen in denen ich keinen kranken Fisch sehe. Wie du schon weist bevorzuge ich Fische aus Privatbecken, weil da das Risiko eines Ausfalls dann noch niedriger ist. Wenn die Fische schon ein paar Tage beim Händler schwimmen, sieht man viele Krankheiten. Natürlich hilft es auch nichts, wenn der Fisch 2 Wochen beim Händler schwimmt und kurz vor dem abholen neue Fische in die Anlage kommen. Deshalb kommen diese Fische zusätzlich noch eine Zeit lang in ein Quarantänebecken.
Als noch kein Fisch in meiner neuen Anlage war, habe ich ein paar Fische aus Bestandsauflösungen gekauft und in die neue Anlage eingesetzt. Da mir nichts aufgefallen ist, habe ich danach die Fische aus der alten Anlage in die neue Anlage umgesetzt. Leider habe ich damit viel zu kurz gewartet und einzelne Fische haben Pünktchen bekommen. Ich gehe von Cryptocaryon irritans aus, habe es aber nicht untersuchen lassen. Mit dem oben beschriebenen Tauch-UVC (ca. 50 Watt), einer zusätzlichen 15 Watt UVC (direkt am betroffenen Becken angeschlossen) und Ozon sind die Punkte nach einer Zeit wieder verschwunden. Zu dem Zeitpunkt waren ca. 1000l Wasser in der Anlage, der Fischbesatz nicht übermäßig hoch und es waren relativ viele Weichkorallen in dem Becken. Vielleicht hatten die Korallen auch einen positiven Effekt gehabt. Trotzdem bleibt für mich jetzt die Unsicherheit, dass ich immer noch Cryptocaryon irritans in meiner Anlage haben könnte.
In meiner alten Anlage hatte ich vor 2 Jahren Cryptocaryon irritans (Fischuntersuchung in Tierärztlicher Hochschule). Damals habe ich mit sehr vielen Behandlungen mit Malachitgrün (von Tierärztin verschrieben) die Pünktchen erfolgreich bekämpft. Anschließend habe ich noch die von der Tierärztin verschriebene Behandlung mit einem anderen Medikament vorgenommen. In der Anlage habe ich später erfolgreich einige Fische nachgezogen und habe nie wieder einen Punkt gesehen. Deshalb vermute ich, dass die weit verbreitete Meinung "Cryptocaryon irritans ist latent vorhanden" nicht stimmt. Wenn diese Krankheit immer wieder auftritt, kann das an unterschiedlichsten Faktoren liegen (neue Fische, Lebendfutter, neue Korallen usw.). Dies ist jedoch ausschließlich meine Meinung und ich bin kein Tierarzt, Biologe oder ähnliches. Für meine neue Anlage kann ich nicht ausschließen, dass Cryptocaryon irritans latent vorhanden ist, weil ich hier nie eine erfolgreiche Behandlung vorgenommen habe. Spätestens wenn sich wieder einige hundert Nachzuchten in der Anlage tummeln werde ich Gewissheit haben oder mich wieder mit der Behandlung beschäftigen müssen.
Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass noch mehrere Wochen nach dem Ende der Behandlung Fische gestorben sind. Es könnte sein, dass diese Ausfälle mit dem Malachitgrün zusammen hängen. Wenn man aber sieht wie viele Fische an Cryptocaryon irritans gestorben sind (über 200 kleine Ocellaris und einige Paare) und wie viele die Behandlung erfolgreich überlebt haben und auch heute noch leben, rechtfertigt dies den Einsatz aus meiner Sicht. Sollte in meinem Quarantänebecken irgendwann ein Paar mit auffälligen Symptomen sein, werde ich es aber vermutlich mit der Wannenmethode versuchen. Mit mehr als 10 Anemonenfisch - Paaren war das damals aber nicht möglich.
Schöne Grüße
Mirco