Hallo Oliver,
> Kurzwelligere Strahlung bedeutet, das immer mehr Energie in den Schutz gegen diese Strahlung gesteckt werden muß und das dieses Maß an Energie (Bildung von Schutzverbindungen) größer ist, als das Maß an Energiegewinnung durch fluoreszierden Pigmente, die durch und Reemission von Strahlung den Photosyntheseapperat mit Energie versorgen.
==> Der Absorptions- und Reemissionsmechanismus von fluoreszierenden Pocilloporinen unterstützt nur dann die Photosynthese der Zooxanthellen, wenn die Pigmente in der Gastrodermis unterhalb der Algen lokalisiert sind. Und das ist der Fall unter Schwachlichtbedingungen respektive in größeren Wassertiefen. Das kann zwar im Aquarium auch durchaus passieren, wenn z.B. Ableger irgendwo zwischen die Deko fallen und hier wenig Licht bekommen, aber in der Regel sind unsere Korallen schon so gut beleuchtet, das die Chromoproteine oberhalb der Zooxanthellen in der Epidermis liegen. Und hier erfüllen sie dann eher einen Strahlungsschutz, einerseits durch Reflektion und andererseits durch Absorption und Reemission von Wellenlängen, die von den Photosynthesepigmenten nicht absorbiert werden können.
Und wie gesagt, die Chromoproteinsynthese ist auch schon ordentlich "teuer", was man daran sieht, das die pinke Morphe von Pocillopora damicornis langsamer wächst als eine braune Farbmorphe der gleichen Art im gleichen Habitat.
Die Synthese von UV- und Starklichtschutzverbindungen führt immer zu einer negativen Bilanz, die z.B. durch vermindertes Wachstum ausgeglichen werden muß.
Auch die Festlegung eines Schwellenwertes ist schwer, weil sich die Induktion der MAA-Synthese und die der fluoreszierenden Chromoproteine überlagert und man hier i.d.R. einen Kompromiss eingehen muß. Aber prinzipiell hast Du Recht, dass man davon ausgehen muß, das mit steigender UV-Strahlungsbelastung der MAA-Gehalt in den Korallen ansteigt. Mit einer ausreichenden Emission von Strahlung um die 400 nm Wellenlänge sollte man immer noch gute
Fluoreszenzpigmentierung in den Korallen erzeugen können und hier ist die MAA-Synthese deutlich niedriger.
> Da die meisten Brenner deutlich bis 350nm strahlen (siehe Koralle Nr. 7 2001 Seite 32) bräuchte man eigentlich nur ein Schutzglas nehmen welches schon ab 390nm abriegelt.
Vermutlich hätte man keine schlechtere Wachstumswerte (oder sogar bessere) und die Gefahr beim Brennerwechsel wäre ebenfalls gebannt.
==> Probier's doch mal aus, Acrylglas läßt unterhalb 400 nm nix durch, mußt Dir nur noch was wegen der Hitzeentwicklung und Materialkrümmung ausdenken ...?( oder super teure UV-Filter kaufen ... ![]()
Welche Gefahr beim Brennerwechsel? Ich zieh bei mir vorher immer den Stecker ![]()

