Beiträge von Jörg Kokott

    Hallo Oliver,

    > Kurzwelligere Strahlung bedeutet, das immer mehr Energie in den Schutz gegen diese Strahlung gesteckt werden muß und das dieses Maß an Energie (Bildung von Schutzverbindungen) größer ist, als das Maß an Energiegewinnung durch fluoreszierden Pigmente, die durch und Reemission von Strahlung den Photosyntheseapperat mit Energie versorgen.


    ==> Der Absorptions- und Reemissionsmechanismus von fluoreszierenden Pocilloporinen unterstützt nur dann die Photosynthese der Zooxanthellen, wenn die Pigmente in der Gastrodermis unterhalb der Algen lokalisiert sind. Und das ist der Fall unter Schwachlichtbedingungen respektive in größeren Wassertiefen. Das kann zwar im Aquarium auch durchaus passieren, wenn z.B. Ableger irgendwo zwischen die Deko fallen und hier wenig Licht bekommen, aber in der Regel sind unsere Korallen schon so gut beleuchtet, das die Chromoproteine oberhalb der Zooxanthellen in der Epidermis liegen. Und hier erfüllen sie dann eher einen Strahlungsschutz, einerseits durch Reflektion und andererseits durch Absorption und Reemission von Wellenlängen, die von den Photosynthesepigmenten nicht absorbiert werden können.
    Und wie gesagt, die Chromoproteinsynthese ist auch schon ordentlich "teuer", was man daran sieht, das die pinke Morphe von Pocillopora damicornis langsamer wächst als eine braune Farbmorphe der gleichen Art im gleichen Habitat.

    Die Synthese von UV- und Starklichtschutzverbindungen führt immer zu einer negativen Bilanz, die z.B. durch vermindertes Wachstum ausgeglichen werden muß.

    Auch die Festlegung eines Schwellenwertes ist schwer, weil sich die Induktion der MAA-Synthese und die der fluoreszierenden Chromoproteine überlagert und man hier i.d.R. einen Kompromiss eingehen muß. Aber prinzipiell hast Du Recht, dass man davon ausgehen muß, das mit steigender UV-Strahlungsbelastung der MAA-Gehalt in den Korallen ansteigt. Mit einer ausreichenden Emission von Strahlung um die 400 nm Wellenlänge sollte man immer noch gute
    Fluoreszenzpigmentierung in den Korallen erzeugen können und hier ist die MAA-Synthese deutlich niedriger.

    > Da die meisten Brenner deutlich bis 350nm strahlen (siehe Koralle Nr. 7 2001 Seite 32) bräuchte man eigentlich nur ein Schutzglas nehmen welches schon ab 390nm abriegelt.
    Vermutlich hätte man keine schlechtere Wachstumswerte (oder sogar bessere) und die Gefahr beim Brennerwechsel wäre ebenfalls gebannt.

    ==> Probier's doch mal aus, Acrylglas läßt unterhalb 400 nm nix durch, mußt Dir nur noch was wegen der Hitzeentwicklung und Materialkrümmung ausdenken ...?( oder super teure UV-Filter kaufen ... :grinning_squinting_face:

    Welche Gefahr beim Brennerwechsel? Ich zieh bei mir vorher immer den Stecker :grinning_squinting_face:

    Hallo Oliver,
    eigentlich war meine Antwort schon gestern auf dem Weg ins Forum aber da hat sich mein Browser irgendwie aufgehängt. Also von vorne:

    350 - 390 nm ist bekanntlich der Bereich mittel- bis langwelliger UV-A Strahlung. UV-Strahlung, zunächst einmal unabhängig ob UV-B oder UV-A regt in den Zooxanthellen die Synthese von MAAs an. Man diskutiert mehrere Photorezeptoren für die Induktion der MAA-Synthese, sowohl im UV-A wie auch im UV-B - Strahlungsbereich, das wird zur Zeit noch untersucht. Darüber hinaus spekuliert man, ob nicht auch kurzwellige Blaustrahlung, als PAR-Strahlung, eine Induktion hervorrufen kann.
    Da die MAA-Synthese sehr energieaufwendig zu sein scheint, nehmen die Calcifizierungsraten in hermatypischen Steinkorallen drastisch ab, und das mindert den Konkurrenzdruck auf andere, unerwünschte Organismen wie Fadenalgen. Hier kann es also zu Problemen kommen.

    In der Tat absorbieren die meisten fluoreszierenden Chromoproteine (fluoreszierende Pocilloporine) neben kurzwelliger sichtbarer Strahlung auch im langwelligen UV-A Bereich, zwischen 360 und 4xx nm (xx ist variabel), dafür nur gering zwischen 500 - 600 nm.
    Auch wenn diese Tatsache eine UV-Bestrahlung in der Riffaquaristik zur Induktion der Synthese fluoreszierender Chromoproteine rechtfertigen würde, bin ich der Meinung, das dies mehr als unsinnig ist: Die Pocilloporinsynthese ist ebenfalls energiezehrend und verlangsamt die Wachstumsraten schon für sich. Die MAA-Synthese wird hier noch co-induziert, d.h. die Wachstumsraten gehen in den Keller.
    Mit kurzwelliger Blaustrahlung oder UV-A Strahlung von 380 nm - 400 nm (wird ja von HQI Brennern i.d.R. emittiert und geht durch die Schutzscheibe hindurch) kann die Synthese fluoreszierender Pocilloporine genauso gut gefördert werden.

    Strahlungen unterhalb von 360 nm fördern nur noch die MAA-Konzentration in den Korallen und haben aquaristisch überhaupt keine Bedeutung, im Gegenteil, ist sogar aus genannten Gründen gefährlich.

    Hier geht es aber nur um fluoreszierende Pocilloporine ! Plakative Färbungen gehen auf nicht-fluoreszierende Pocilloporine (wie dem pinken Pocilloporin aus Pocillopora damicornis) zurück, die im kurzwelligem PAR Bereich kaum absorbieren und im UV-A Bereich schon gar nicht. Letztere besitzen entsprechende Photorezeptoren für den PAR-Bereich.

    Wie denkst Du darüber?

    Hallo Doris (und alle anderen natürlich),

    was versprichst Du Dir denn von der Umstellung auf 1000 W, außer einer höheren Stromrechnung :smiling_face: ?
    Und 20000K Brenner sind als Hauptbeleuchtung unbrauchbar, wenn Sie überhaupt zu irgend etwas brauchbar sind. Das Spektrum ist derart einseitig, das Du damit die Photosynthese
    der Zooxanthellen fast schon lahm legst. Und damit beeinträchtigst Du das Wachstum und Wohlbefinden Deiner Korallen, was notwendig ist, das die Korallen die energetisch aufwendig zu synthetisierenden fluoreszierenden Pigmente überhaupt bilden können.

    Hallo Habib,

    ich würde auch gerne teilnehmen.

    Übrigens wegen der Abweichung bei der Verdünnung einer Meerwasserprobe: ich bin der Meinung das die meisten Fehler bei der Calcium- und Magnesiummessung (unabhängig vom Hersteller) durch die falsche Beurteilung des Farbumschlages zustande kommen. Von daher sind Abweichung bis zu 5% bei der Verdünnung bei einer gleichzeitig guten Testanwendung zu relativieren.

    Zitat

    Original von Henry
    Hallo,

    benutzt jemand von Euch den oben genannten Abschäumer von Aqua Medic und wie sind die Erfahrungen damit?

    Gruß Henry

    ich bin sehr zufrieden damit. Damit kann man meines Erachtens nicht viel falsch machen. Hängt außem am Becken und stört nicht, die Pumpe hängt im Aqua und ist mit Kalkrotalgen und Xenien bewachsen, fällt also auch nicht mehr so auf.
    Qualitativ gibt es mit Sicherheit geichwertiges und vielleicht auch besseres, aber meiner tut seinen Job.

    Zitat

    Original von Bigtown
    Hi,

    ich habe da mal ne Frage

    Unzwar ist es eigentlich notwendig bei der Verwendung von Zeovit einen Abschäumer mit laufen zu lassen???
    Und wenn ja warum.

    Da ich nur eine Innenabschäumer habe und doch ein relativ kleines Becken von 160 l, wollte ich erst mal davon ab mir das Riesenteil von Abschäumer ins Becken zu stellen. Alle Wasserwerte sind im grünen Bereich Fisch ist zur Zeit auch noch keiner drin, aber demnächst wollt ich mir ein pärchen Mandarin einsetzen.

    Und wollt dann schauen ab mein Lebendgestein + Zeovit die Wasserwerte stabil halten können.

    Hallo,

    der Einsatz von Zeovit bedarf unbedingt einer guten Abschäumung. Das Zeovit (= Zeolithgemisch) gibt einige seiner Inhaltsstoffe an das Wasser ab. Vor allem sind hier Eisen und Mangan zu nennen.
    Sowohl Eisen als auch Mangan reagieren mit anorganischem Phosphat im Wasser zu schwerlöslichen Metallphosphaten. Die Niederschläge dieser langsam aber kontinuierlich stattfindenden Fällungsreaktionen sind sehr fein und können vom menschlichen Auge kaum wahrgenommen werden. Sie werden aber von der Abschäumung gut erfaßt.
    Darüber hinaus lagern sich viele im Wasser gelöste organische Verbindungen an diese feinen Niederschläge an und werden mit abgeschäumt. Aus diesem Grund wird das Wasser innerhalb weniger Stunden bis Tage kristallklar und der Phosphatgehalt sinkt zuverlässig ab.
    Damit die ausgefällten Verbindungen nicht im Becken verbleiben, muß kräftig abgeschäumt werden.

    ALSO: ZEOVIT NIEMALS OHNE ABSCHÄUMUNG !

    Zitat

    Original von Harald Mülder

    Hallo Jürgen
    Der dauerhafte Umschlag ist ausschlaggebend.
    Allerdings verfahre ich auch so dass ich nicht länger als 20 sec warte.

    Hallo,

    solange sich die Färbung wieder zurück verändert ist die Farbreaktion noch nicht beendet. Aber grundsätzlich: Bei den Titrationstests zur Messung von Calcium und Magnesium die Probe immer 1:2 verdünnen, denn die Härtebildnerkonzentrationen liegen bei Meerwasserproben immer im oberen Messbereich der Tests und überschreiten diesen auch oft. Eine Verdünnung verbessert dann i.d.R. den Farbumschlag. Von den Salifert-Tests kann ich das zumindest behaupten, denn die benutze ich.

    Hallo Thomas,

    Du hast ja schon viele hilfreiche Beiträge v.a. zur Schadensbegrenzung erhalten. Und Carsten hat Dir auch den wichtigen Denkanstoß gegeben, das die Denitrifikation nur in einem anoxisch (anaeroben) Milieu stattfinden kann.

    Ich selbst bin zwar nicht gerade ein Held in Sachen Mikrobiologie, aber das ein oder andere kann ich zum Thema vielleicht noch beisteuern.

    Der Knackpunkt an der Sache mit den denitrifizierenden Filterbakterien ist der, das sie sog. fakultative Anaerobier sind, d.h. sie können ihren Metabolismus in Abhängigkeit vom Sauerstoffgehalt umstellen (sonst wären sie auch in der Verkaufspackung nicht lebensfähig):
    Wenn der Sauerstoffgehalt abnimmt und einen bestimmten Schwellenwert unterschreitet, können sie zum Beispiel Nitratatmung = Denitrifikation betreiben. Ist Sauerstoff vorhanden, betreiben sie einen "normalen" aeroben Metabolismus, wie alle anderen aeroben Organismen auch.

    Bakterien findet man v.a. substratassoziiert vor. Aber sie sind auch in der freien Wassersäule vorhanden und gerade hier können sie sich unter optimalen Bedingungen rapide vermehren. Optimal heißt hier v.a.: eine organische Belastung des Wassers. Nitrat ist ein anorganischer Nährstoff, genau wie anorg. Phosphat. Um solche Substanzen geht es hier nicht.
    Acetat, Zucker (Honig, Traubenzucker, ...) oder auch Aminosäuren sind organische Verbindungen, die die wichtigen Nährelemente Kohlenstoff und im Falle der Aminosäuren auch Stickstoff enthalten. Auch organische Phosphorverbindungen sind sehr häufig im Wasser gelöst. Die organische Wasserbelastung ist für uns nicht leicht zu messen, leider.
    Ich würde mich den anderen Aquarianern anschliessen wollen und vermuten, das Du durch die Zugabe der Bakterienlösung, die anscheinend auch noch Acetat als C-Quelle enthält,

    1) die organische Wasserbelastung gesteigert und
    2) durch eine von vorne herein zu hohe Gesamtkeimzahl in der freien Wassersäule

    eine Eutrophierung geschaffen hast, die zu einem akuten Sauerstoffmangel führte. Da die Bakterien im aeroben Milieu Sauerstoff veratmen, wird der Sauerstoffgehalt im Wasser, wie Carsten es bereits gesagt hat, abnehmen. Auch wenn Dein Abschäumer ständig läuft kann es durchaus zu einem Sauerstoffmangel führen, an den sich die Korallenfische nicht gut akklimatisieren können (weil sie eben eine konstante O2-Sättigung bei gegebener Temperatur gewohnt sind).

    Obwohl ich Gegener der Redox-Messung bin, hätte in diesem Falle eine Messung die Basis für unsere Vermutungen bestärken können. Eine hohe organische Wasserbelastung und eine damit verbundene Sauerstoffzehrung im Wasser führt zu einer Abnahme des Redoxpotentials.

    Ich möchte Dir empfehlen, Deine Abschäumung zu optimieren um einerseits den Sauerstoffgehalt zu erhöhen (Belüften, wie Carsten schon sagte) und andererseits die organische Wasserbelastung zu minimieren. Weitere Maßnahmen wäre eine Absenkung der Wassertemperatur um einige Grade, um einerseits den (temperaturabhängigen) Sauerstoffgehalt zu erhöhen und andererseits die Stoffwechselrate der Bakterien zu senken. Auch eine Verlängerung der Beleuchtungszeit um eine Stunde könnte helfen, das photosynthetisierende Organismen länger O2 produzieren und auch durch ihren eigenen Metabiolismus organische Verbindungen verbrauchen (v.a. Grünalgen wie Caulerpa können hier ganz hilfreich sein).


    Unter bestimmten Voraussetzungen sind solche Mittelchen gar nicht verkehrt, aber in den meisten Aquarien ist die organische Wasserbelastung trotz Abschäumung derart hoch, das die Bakterien regelrecht in einer Kohlenstoffsuppe schwimmen. Die Zugabe von solchen C-Quellen ist also bedenklich.

    [QUOTE]Original von Hans-Werner
    Hallo Gabi,

    es kann einen indirekten Zusammenhang zwischen Phosphatentzug und Kalk/KH-Verbrauch geben. Bei weniger Phosphat wird die Kalkfällung erleichtert und der Kalkverbrauch kann ansteigen.
    Wie Jörg schon sagte, liegt Deine KH im optimalen bereich. Laut dem führenden Werk über Meereschemie (MILLERO) soll die natürliche Alkalinität im Pazifik bei 2,25 bis 2,4 mmol/kg liegen, was einer KH von 6,3 bis 6,7° dKH entspricht

    ==> (habe ich richtig gerechnet, Jörg?).

    ==> bestimmt :winking_face: ... müßte selbst nachrechnen, aber von den Werten her paßt es ja ganz gut. Der Thomas hat bestimmt eine DIN-Tabelle zur Umrechnung von Alkalinität und Karbonathärte auf seinem Nachttisch liegen ... :grinning_squinting_face:

    [QUOTE]Original von Hexe
    Hallo,

    nachdem ich einen Phosphatwert von 0,15 mg in meinem Becken maß, habe ich mir auf Anraten von Sabine und einem Händler vor 5 Tagen einen Phosphatfilter mit Antiphos-Füllung zugelegt.

    Nun fiel mir auf, dass seit Inbetriebnahme des Filters mein KH-Wert von 8,0 auf bis jetzt 6,4 gefallen ist. Kann das mit dem Phosphatfilter in Zusammenhang stehen. Wenn nicht, welche Ursache kann dann dahinter stecken. Mein Ca-Wert liegt immer noch unverändert bei 420. Magnesium-Test habe ich leider noch keinen. Wasserwechsel wurde noch nicht durchgeführt. Becken läuft seit 5 Wochen.

    Wie bekomme ich meinen KH-Wert am besten wieder hoch?

    Danke für eure Hilfe

    Gruß Gabi

    Hallo Gabi,

    das die Karbonathärte im Laufe der Zeit sinkt, ist völlig normal. Das liegt zum einen daran, das kalkabscheidende Tiere (z.B. Steinkorallen, Schnecken, Muscheln) und Algen (Kalkrotalgen) dem Wasser Carbonat entziehen, zum anderen an chemischen Reaktionen im Meerwasser, wodurch Calciumcarbonat (=Kalk) als weißlicher Niederschlag und für das Auge kaum sichtbar ausfällt. Ind der Einfahrphase ist ein Abfall des Calciumgehaltes und der KH v.a. auf chemische Fällungsreaktionen zurückzuführen.
    Die Karbonathärte ist definiert als der Anteil an Carbonat (CO32-) und Hydrogencarbonat (HCO3-), dem eine äquivalente Menge an Härtebildner (v.a. Ca2+ und Mg2+) gegenübersteht. Wenn Kalk chemisch ausfällt bzw. von Organismen ausgefällt wird, sinkt sowohl der Calciumgehalt wie auch die Karbonathärte.
    Wenn Du Dich jetzt fragst, warum Dein Calciumgehalt nicht gesunken ist, die KH aber schon, dann hier die Antwort:
    Die für die Aquaristik verwendeten Calciumtest haben einen relativ hohe Ungenauigkeit, i.d.R. einen Abweichung von +/- 20 mg/L. Manche Karbonathärte-Tests sind dagegen sehr genau. Es kann also durchaus sein, da Dir der Calciumtest den Calciumverbrauch noch nicht anzeigt.

    Eine KH von 6,4 ist nicht bedrohlich, im Gegenteil, sie liegt noch im Referenzbereich, den man in der heutigen Steinkorallenaquaristik zwischen 6,0 und 8,0 ansiedelt.

    Du kannst die KH entweder durch den Eintrag von CO2 z.B. über einen Kalkreaktor erhöhen. CO2 reagiert mit Wasser zu Kohlensäure (H2CO3) und weiter zu Hydrogencarbonat (HCO3-) und Carbonat (CO32-) und erhöht damit die KH.
    Man kann aber auch direkt Natriumhydrogencarbonat nachdosieren. NaHCO3 gibt es käuflich zu erwerben, z.B. auch in Form von fertigen Puffertabletten.

    =====>>>>> Hallo Jörg,
    sprichst du aus Erfahrung oder Theorie? Wenn ein Kalkraktor vorhanden ist bin ich der Meinung sollte er auch mit Installiert werden. Ich habe schon einige Aquarien so eingerichtet und angefahren, bisher laufen alle bestens :smiling_face: Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren :winking_face: Aber wie ist es auch hier viele Wege füren nach Rom, gelle :face_with_rolling_eyes:

    Hallo Stephan,

    naja, ich selbst besitze keinen Kalkreaktor, bin also hier kein Praktiker und kann wie so oft nur theoretisch argumentieren, und lasse mich im Gegenzug auch gerne von der Praxis belehren.
    In der Einfahrphase wird Calciumcarbonat v.a. aufgrund des Nichtverbrauches durch die Organismen und durch chemische Fällungsreaktionen schnell ausfallen, schon innerhalb der ersten Wochen. Prinzipiell sollte man dieses Defizit an Calcium und Hydrogencarbonat nicht zu stark anwachsen lassen, das ist schon richtig. V.a. wenn ein starker Steinkorallenbesatz gewünscht ist und wenn das Kalkrotalgenwachstum einsetzen soll.
    Die Einfahrphase ist aber, das läßt sich kaum vermeiden, von einer mehr oder weniger starken Fadenalgenphase geprägt. Kalkreaktoren erhöhen durch den CO2-Eintrag den Gehalt an freiem CO2 und an Hydrogencarbonat- und Carbonat. D.h. sie erhöhen die KH. Darauf stehen Fadenalgen ganz besonders, so dass eine bestehende Fadenalgenplage u.U. unnötig in die Länge gezogen werden kann, v.a. wenn viele Nährstoffe im Wasser gelöst sind, typsich für die Einfahrphase.
    Allerdings wird durch den Kalkreaktor gelöstes Calciumcarbonat bei Nichtverbrauch schnell wieder ausfallen, und dabei fällt dann auch wieder die KH kurzzeitig ab, bevor sie wieder durch den Eintrag von CO2 schlagartig angehoben wird.
    Einerseits führt das zu starker Sedimentation von Calciumcarbonat im Becken, was z.B. den Bodengrund und auch die Poren der frisch eingebrachten Lebenden Steine schnell verbacken läßt. Gerade mit diesen feinen Sedimenten bedeckte Lebende Steine behindern den Gas- und Stoffaustausch zwischen Bakterien und der freien Wassersäule, was zu verminderten Bakterienpopulationsdichten auf und in den Steinen führt.
    Andererseits machen diese Schwankungen in der Karbonathärte den Fadenalgen wenig aus, den Kalkrotalgen paßt das aber nicht gerade gut. V.a. zu hohe Karbonathärten stören die Calcifikation von Kalkrotalgen erheblich, wodurch deren Ansiedlung und Wachstum gebremst wird. Den Fadenalgen wird dann wenig Konkurrenzwachstum geboten.

    Soweit zur Theorie. Aber viele Wege führen nach Rom, da sind wir uns absolut einig :smiling_face:

    [QUOTE]Original von Steffen P.
    Hallo Jörg,
    danke für die Info. Wenn die CD aber nichts mit dem Werk von Veron zu tun hat, verstehe ich nicht warum die CD zusammen mit den Büchern von Veron als Paket verkauft wird??

    ==> weil sie beide vom AIMS sind und es sich aus Marketing-technischen Gründen anbietet, beide in einem Paket anzubieten.
    Verstehe mich nicht falsch, die CD ist mit Sicherheit sehr gut und v.a. darauf ausgelegt, das die Korallen im Feld ohne optische Hilfsmittel bestimmt bzw. in die richtige Familie und ggf. Gattung eingeordnet werden können. Für uns Aquarianer also prinzipiell sehr gut geeignet.

    Hallo,

    die CD hat mit dem Werk von Veron nichts zu tun, außer das sie vom AIMS ist und unter Beteiligung von Veron, der am AIMS angestellt ist, erarbeitet wurde.
    Die CD ist als Lehrmaterial für laienhafte Hobbytaucher gedacht. Es läuft ein Projekt, in dem durch die Beteiligung solcher Hobbytaucher und -schnorcheler Riffmonitoring-Programme unterstützt werden. Dadurch können großflächiger Korallenriffe überwacht und Veränderungen festgestellt werden. Die CD selbst kenne ich aber noch nicht. Sie informiert aber nur grob über die Systrematik und Bestimmung von tropischen Korallen des GBR und kann an dem Werk von Veron nicht einmal kratzen.

    [QUOTE]Original von Robert Baur
    Hallo Stephan

    Aber wo liegt der vorteil wenn ich keine Verbraucher habe und dann über Co2 Zugabe Korallenbruch löse?

    Vor allem sehe ich die Gefahr, vor allem bei einem Neueinsteiger der sich noch nicht so sehr auskennt das zuviel Co2 zugegeben wird... (falls nicht über Steuerung)

    Und das würde wieder gerade der Algenphase zu gute kommen ..

    Oder liege ich falsch ?

    ==> Nein, das ist genau richtig! Die Folge eines verfrühten Einsatzes eines Kalkreaktors sind starke Schwankungen in der Karbonathärte und u.U. unkontrollierte Ausfällung von Härtebildner. Also eine Verstärkung der Instabilität des neuen Aquariensystems!
    In vielen Fällen, v.a. dann, wenn der Besatz noch nicht genau definiert ist, kann man sich einen Kalkreaktor sparen, dann tut es die Balling-Methode auch.

    Hallo Hans-Werner,

    das Redoxprozesse in biologischen Systemen eine außerordentlich wichtige Rolle spielen ist klar. Was wir allerdings messen, sind lediglich die Reduktions- und Oxidationsprozesse in der freien Wassersäule, und das ist aquaristisch gesehen das Unbedeutendste am ganzen Hobby.
    Aquaristisch interessant wären z.B. Redoxprozesse im Sediment oder in mikro- und anoxischen Bereichen der Lebenden Steine. Das können wir allerdings nicht messen und es würde uns auch nicht unbedingt in unserem Hobby helfen.

    Eigentlich hast Du Dir Deine Frage schon selbst beantwortet: das hohe Oxidationspotential des Meerwassers verschiebt die im Wasser ablaufenden Redox-Reaktionen auf die Seite der oxidierten Reaktionspartner. Die wichtigsten hast Du ja auch schon genannt: Stickstoff- und Eisenverbindungen, ich möchte noch Iod-, Mangan und Chromatverbindungen hinzuzählen.

    Alle in unseren Aquarien gepflegten und haltbaren Organismen sind gegenüber Schwankungen im Redoxpotential tolerant, ansonsten hätten wir ein Problem, denn mir fällt kein Messwert ein, der mehr schwankt. Das Redoxpotential wird im Wasser v.a. durch den hohen Sauerstoffeintrag über die Wasserbewegung/Strömung und ganz besonders die Eiweißabschäumung stabilisiert. Richtig ist auch, das zum Bsp. elementares Iod kurzfristig das Redoxpotential anhebt, weil es ein starkes Oxidationsmittel ist. Gleiches gilt für Ozon. Allerdings reagiert Ozon im Wasser nicht radiaklisch, das würde dann unsere Becken umbügeln. Ozon ist nur ein sehr starkes Oxidationsmittel und damit eine reaktive Verbindung.

    Die biologischen Redoxsysteme in den Elektronentransportketten sind vom Redoxpotential des Umgebungswasser erst einmal nicht beeinflußt. Das Bleachingphänomene auf der irreversiblen Zerstörung von Photosystemen und vielen anderen Zellkomponenten der Zooxanthellen und auch der korallen beruht ist richtig. Allerdings hat das nicht mit dem Redoxpotential des Wassers zu tun: Sauerstoff ist ein Abfallprodukt der Photosynthese. Also herrscht in den Photosystemen der Zooxanthellen ein hoher Sauerstoffpartialdruck. UV-Strahlung und auch intensive sichtbare Strahlung können Sauerstoff in gefährliche Sauerstoffradikale verwandeln, die dann völlig unkontrolliert die Photosysteme der Algen schädigen. Zwar verfügt die Alge und auch die Koralle über sog. "Radiakfänger", Verbindungen die gezielt Sauerstoffradiakle einfangen und in unschädliche Verbindungen umsetzen, aber unter erhöhten Wassertemperaturen wird das Gleichgewicht zwischen Radikalbildung und Radikalabbau gestört, zu lasten des Radikalabbaus. So hängen erhöhte Wassertemperaturen und UV-Strahlenbelastung bzw. Starklichtbelastung zusammen.

    Wie gesagt, meiner Meinug ist die Messung des Redoxpotentials des Meerwassers aquaristisch unbedeutend. Die Ozonbehandlung im Krankheitsfalle (Ektoparasiten bei Fischen etc.) muß über das Redoxpotential gesteuert werden, das ist aber auch die einzigste sinnvolle und notwenige Anwendung. Schwankungen im Redoxpotential des freien Wassers können wir nicht ändern, und müssen wir auch nicht. Eine Ozondosierung zur Erhöhung des Redoxpotentials ist, finde ich, das schwachsinnigste was man tun kann; genau wie die Spurenelementdosierung zur Erhöhung des Redoxpotentials.

    Zitat

    Original von Alex K.
    Hi,
    wenn Du Spuris von QFI ferwendest, wirkt sich das au positiv auf deinen Redox aus!
    MfG Alex

    Alex,

    wie soll man das jetzt auffassen?
    Die Dosierung einer X-beliebigen Spurenelementlösung kann u.U. kurzfristig das Redoxpotential verändern, aber in wie fern dies positiv oder negativ für das Wohlbefinden der Aquarienpfleglinge zu bewerten ist bleibt völlig unbeantwortet. Deine subjektive Empfindung, die auf der einseitigen Betrachtung eines bestimmten Bereiches messbarer elektrischer Spannung im Aquarienwasser beruht, sagt nichts darüber aus, ob solche Effekte auch den Organismen im Aquarium zusagen.

    Du kannst die Zugabe von Spurenelementen empfehlen, aber nicht wegen einer - Deiner Meinung nach - positiven Wirkung auf das Redoxpotential. Und das hat schon gar nichts mit einer bestimmten Firma zu tun.

    Zitat

    Original von Markus R.
    Hi Leute,

    mich würde eine Sache interessieren, benützt ihr in Euren SPS-Korallenbecken, Kalkreaktor und Kalkrührer oder nur den Reaktor. Und welche Erfahrungen habt ihr in Bezug auf Kalkreaktor und Kalkrührer gemacht(positiv wie negativ). Ich weiß das die meisten nur einen Reaktor benutzen, weil die zwei Geräte im Prinzip ja "gegeneinander" arbeiten, mich würde aber trotzdem interessieren wieviele noch von Euch "zweigleisig" fahren und damit gute Erfahrungen haben.

    Cu Markus

    Hallo Markus,

    wie Joe schon sagte, Kalkreaktor und Kalkwasser arbeiten nicht gegeneinander, auch wenn es oft so dargestellt wird. Wird Kalkwasser zur falschen Zeit dosiert, kann dies Probleme bereiten, und das unabhängig vom parallelen Einsatz eines Kalkreaktors. Kalkwasser muß möglichst am Ende der Dunkelphase bei niedrigen pH-Werten (durch die Abgabe von CO2 aus der Respiration der Organismen ans Wasser) dosiert werden, damit den Calciumionen äquivalente Mengen an Hydrogencarbonat zur Verfügung stehen.
    Kalkwasser fällt nur dann Phosphate aus, wenn die Phosphatkonzentration entsprechend hoch ist. Das sollte heute durch die guten Phosphatadsorber keine Diskussion mehr sein. Wenn man Phospaht niedrig hält, ist der Einsatz von Kalkwasser unbedenklich.


    Allerdings hat die Kalkwasserzugabe heute eine andere Bedeutung. Das die Löslichkeit von Calciumhydroxid nicht gerade gut ist und die Calciumzufuhr v.a. in Steinkorallenbecken üner Kalkwasser wohl nicht ausreicht, ist altbekannt. Dennoch kann man Kalkwasser für bestimmte Anwendungen empfehlen.

    In reinen Weichkorallenbecken reicht die Kalkwasserdosierung oft aus, um einen stabilen Calciumgehalt zu erreichen.

    Fadenalgen mögen die Kalkwasserzugabe i.d.R. gar nicht. Deshalb kann man durch eine richtige Kalkwasserdosierung eine zu starke Ausbreitung von bestehenden Fadenalgenplagen u.U. verhindern. Dies liegt an der Erhöhung der Alkalinität und damit dem geringeren Vorhandensein von freiem CO2, was die Fadenalgen gierig aufnehmen und photosynthetisch nutzen.

    Kalkrotalgen scheinen dagegen die Kalkwassergabe zu mögen. Sie wachsen dann oft besser und werden nicht so schnell brüchig. Auch dies liegt in der Stabilisierung der Alkalinität. Freies CO2 hindert die Calcifikation von Kalkrotalgen und auch von anderen kalkabscheidenden Algen.

    Zitat

    Original von Aquarius
    Hallo Forum!

    Zwei Montis, die ich ca vier Monate habe , entwickeln sich inder Farbe total auseinander. Beide sind Ableger vom gleichen Stock und waren beim Erhalt kräftig violett. Beide wachsen sehr stark, nur die Farbe ist jetzt beim einen Stock ein helles leuchtendes violett, bei anderen Stock geht die Farbe eher nach braunviolett. Beide stehen im selben Becken 10 cm auseinander unter dem selben Licht. Gibt es das öfter?

    Gruß

    Aquarius

    Hallo Aquarius,

    war jetzt einige Tage nicht im Forum, aber für eine Antwort ist es wohl noch nicht zu spät.
    Die Frage, ob es das öfters gibt, wurde Dir ja von longo schon beantwortet. Eine Antwort auf die Frage, warum das so ist, kann nur rein spekulativ sein. Hier mögliche Erklärungansätze.

    Die Färbung der Korallen geht auf Proteine zurück, sog. Chromoproteine. Man nennt sie auch "Pocilloporine", weil derartige Chromoproteine zuerst aus Pocillopora damicornis isoliert und chemisch charakterisiert wurden.
    Diese farbigen Proteine werden von der Koralle gebildet, nicht von den Zooxanthellen. Dies nur vorab.

    "Unter demselben Licht". ==> Du meinst, sie werden vom gleichen Leuchtmittel bestrahlt. Das heißt aber nicht, das beide Fragmente auch mit der gleichen Strahlungsintensität beleuchtet werden.
    Wenn Du Dir den Lichtkegel einer HQI-Leuchte anschaust, wirst Du feststellen, das die Strahlungsintensität von innen nach außen innerhalb von einem halben Meter drastisch abnimmt. 10 cm Entfernung zwischen zwei Punkten innerhalb des Lichtkegels können durchaus eine deutliche Veränderung in der Strahlungsintensität bedeuten. Da die Bildung dieser plakativen Farben i.d.R. unter Starklicht gefördert wird, kann bei der etwas weniger stark bestrahlten Koralle die Konzentration der Pocilloporine abnehmen, so daß die braune Färbung der Zooxanthellen mehr hevortritt.
    Dies würde ich als eine mögliche Ursache in Betracht ziehen.

    Eine qualitative Veränderung der Strahlung, z.B. im Strahlungsspektrum, scheint mir eher unwahrscheinlich zu sein, wenn beide Fragmente auf der gleichen Höhe wachsen.

    Die Strömungsverhältnisse spielen ebenfalls eine wichtige, wenn auch indirekte Rolle bei der Farbbildung und -erhaltung. Eine starke Strömung erhöht den Gasaustausch an der Korallenoberfläche, liefert der Koralle wichtige Nährstoffe und Spurenelemente, verhindert die Ablagerung von Sedimenten und hilft der Koralle bei der Absonderung von Schleim an der Korallenoberfläche. Eine unzureichende Strömung kann sich auf den physiologischen Status der Koralle negativ auswirken, so dass die Synthese der Chromoproteine nur noch eingeschränkt funktioniert.

    Diese beiden Punkte, Strahlungsintensität und Strömungsverhältnisse würde ich als Ansatzpunkte zur Erklärung Deines geschilderten Phänomens heranziehen.
    Letztendlich ist ein Erklärung nur spekulativ, weil man über die genauen Abläufe bei der Produktion solcher Farbpigmente kaum etwas weiß.

    Nein, im Ernst, gibst Du weniger Hydrogenkarbonat zu?

    ==> Natürlich gebe ich alles zu, aber über mehrere Tage (bis hin zu einer Woche oder noch länger) und v.a. entsprechend der gerade messbaren Karbonathärte. Das Calicumchlorid dosiere ich relativ schnelle innerhalb von zwei Tagen. Und das NaHCO3 jeweils morgens immer mal ein bißchen, so das die KH nicht über 8 °dKH ansteigt.

    Zitat

    Original von Martin
    Hallo Jörg,

    vielen Dank für deine Ausführliche Antwort :grinning_squinting_face:
    Somit sind die Aussagen also falsch die in der Artikelbeschreibung genannt sind, gut zu wissen :winking_face:

    Gruss

    Martin

    Na ja, falsch ... ich denke, man kann es werbetechnisch so ausdrücken. Aus der Perspektive des Herstellers würde ich das wahrscheinlich auch so schreiben.
    Letztlich kann keiner, weder qualitativ noch quantitativ nachweisen, wo die Spurenelemente bleiben. Ein Großteil der Spurenelemente fällt durch chemische Reaktion einfach aus und ist dann auch weg. Wahrscheinlich ist dieser Anteil noch größer als der abgeschäumte.
    Aber egal, man darf nur nicht davon ausgehen, das Spurenelemente ewig warten, verbraucht zu werden und eben regelmäßig und dem Nährstoffgehalt angemessen dosieren. Dann paßt's schon.

    [QUOTE]Original von Matthias Wucherer
    Hallo Jörg,

    naja, in Ermangelung einer präzisen Waage lasse ich mir von SL immer die abgepackten Balling- Salze kommen;
    Und davon jedes Päckchen in 2 l Destilliertes Wasser;
    Ich dosiere im Moment 50ml dieser Lösungen pro Tag;
    Zu viel Hydrogencarbonat kann also fast nicht sein, da das Verhältnis so ja ausgewogen sein sollte?!
    Mich wundert hauptsächlich, dass der Wert kaum steigt.
    Ich fände ein direktes Zugeben der Salze auch viel praktischer, jedoch steigt doch dann die Salzdichte noch schneller, oder?
    Und dann beim WW einen Teil Meersalz durch das NaCl-freie Salz ersetzen ist ja okay, aber wie gesagt, der Blick auf die Dichte!

    Hi,

    die Dichte steigt so oder so an. Ob Du das Salz direkt nach und nach ins Becken kippst oder es in Lösung dosierst spielt letztlich keine Rolle, weil das Wasser, das Du für den Ansatz verwendet hast, wieder verdunstet, die Salze aber im Wasser drin bleiben.
    Wenn Dichteschwankungen den Tieren im Riffbecken was ausmachen würden, kämen wie alle nicht ohne Nachfüllautomatik aus. Also so dramatisch sind Dichteschwankungen nicht.

    Obwohl die chemische Reaktion ausgeglichen ist, kannst Du bei der Zugabe von Hydrogencarbonat die KH übermäßig anheben. Im Wasser findet ein ständiger Eintrag von CO2 statt, das dann mit Wasser zu Kohlensäure, Hydrogencarbonat und Carbonat reagiert bzw. dissoziiert.
    CO2 löst sich im Meerwasser recht gut, sonst gäbe es das Carbonatsystem im Meerwasser nicht. Das wird immer wieder vergessen. Alles, was wir an Hydrogencarbonat zuführen ist ein Plus.

    Wieviel Salz wiegt denn diese Firma für Dich ab?

    Zitat

    Original von Martin
    Hallo,

    bisher dachte ich das Spuris zu einem Teil vom Abschäumer "entsorgt" werden, nun hab ich bei einer Auktionsbeschreibung ( Ebay Link folgen ) folgendes gelesen

    Kann das jemand bestätigen, falls man dies überhaupt kann ?

    Viele Grüsse

    Martin

    Hallo Martin,

    die Abschäumung erfaßt grundsätzlich auch Spurenelemente, die nicht komplexiert sind.
    Komplexgebundene Spurenelemente werden immer verteufelt, weil man sagt, sie würden sofort abgeschäumt werden. Das stimmt auch, aber der Komplex kann vorher immer noch dissoziieren, so dass die Spurenelemente frei im Wasser gelöst sind und lediglich die Komplexbildner abgeschäumt werden.

    In der Wassersäule befinden sich immer kleinste Partikel und v.a. auch Verbindungen, die einen Aggregatzustand zwischen Festsubstanz und Flüssigkeit einnehmen. Sie nennt man Kolloide. An Kolloide wie auch an gröbere Partikel in der Wassersäule können sich z.B. auch Spurenelemente anlagern, nicht durch eine chemische Reaktion, sondern durch physikalische Wechelwirkungen.
    Werden Kolloide dann vom Abschäumer erfaßt, gelangen die Spurenelemente auch aus dem Aquarium.

    Eine starke Abschäumung entfernt demnach immer Spurenelemente, ob diese vorher komplexiert waren oder nicht.

    [QUOTE]Original von Matthias Wucherer
    Gott zum Gruße!

    Eines vorweg: mein Gelber Doc ist da!!!! Hab endlich einen Kleinen gefunden! Gewöhne ihn gerade ein, dürfte aber bei meinen Fadenalgenbeständen kein Problem sein, ist für ihn ein Paradies!

    Meine eigentliche Frage:

    Ich habe versucht meinen Calciumgehalt über bislang 3 Wochen mit Balling anzuheben. Ausgangswert 320 mg/l;
    Jetzt, 3 Ballingkanister später, bin ich bei 356 mg/l;
    Mir drängt sich der Schluss auf, dass Balling perfekt für die 'Dauernachdosierung' ist, weniger jedoch im Akutfall aufzukalken; Kalkwasser soll aber ebenso wenig geeignet sein; Nun die Frage: welches ist Eurer Meinung nach die effektivste Methode (schnellste) den Calcium-Wert auf 420 mg/l anzuheben? Schonender als so langsam mit Balling geht's wohl kaum, ich weiß, aber da schwanken mir die Ionen und die Dichte zu sehr, wenn ich die Lösungen literweise reinkippe;

    Beckendaten:

    150l Volumen; KH 8°dH; pH 8,4; NO3- 7 mg/l; NO4- nicht messbar;


    Hallo Matthias,

    es gibt keine schnellere Methode der Calciumdosierung als mit Balling, bzw. mit den "Balling-Salzen".
    Ich setze schon lange keine Lösungen mehr an, das ist eigentlich unsinnig. Ich bestimme den Calciumgehalt, berechne das Defizit an Ca2+ und gebe dann langsam über mehrere Tage die Salze (bis auf NaCl-freies Salz, das beim WW) direkt ins Becken, und zwar morgens vor der Dunkelphase.

    Entweder ist bei Dir die Dosierung zu schwach, d.h. Du erhöhst nur sehr langsam, oder Du kippst zuviel Hydrogencarbonat ins Becken, so dass ein Großteil des Calciums wieder ausfällt (bei KH = 8 aber eher unwahrscheinlich).

    Wie setzt Du denn Deine Lösungen an, dann können wir ja mal nachrechnen?

    Hallo Ihr Abtaucher,

    um nochmal auf die KH zurückzukommen. Es geht nicht nur darum, das bei hohen Karbonathärten, also viel HCO3- und CO3--, die Wahrscheinlichkeit für die Calciumcarbonat-Fällung steigt und insgesamt die Pufferkapazität erhöht wird.

    Ein hoher Anteil dieser Carbonationen stört die Calcifizierung in den Steinkorallen, weil es hier zu Konkurrenzreaktionen zwischen einem Ca2+-Ion und mehreren Carbonationen kommt. Erstens verlangsamt das die Calcification, und zweitens kann dadurch das Sklelett brüchig werden, weil das Aragonit nicht mehr gleichmäßig abgelagert werden kann.

    Hohe Karbonathärten von >9 °dKH sind in einem Steinkorallenbecken nicht mehr zu vertreten, es sei denn, man fährt sein Becken bei niedrigen pH-Werten und verschiebt so das Carbonatgleichgewicht in Richtung freies CO2, das v.a. photosynthetisch genutzt werden kann (siehe Brockmann (2000): Fische und Korallen im Riff und im Aquarum, BSV).

    Dies nur noch als Zusatz.

    Hallo Simon,
    das kommt davon, wenn man das Redoxpotential mißt ... :grinning_squinting_face:

    ... war nur ein Witz. Aber ich bezweifle oft den Sinn der Redoxmessung in der Meerwasseraquaristik, weil viele überhaupt nicht wissen, was sie da messen. Klar braucht man eine Redox-Steuerung zur Ozondosierung, aber für ein Riffbecken halte ich auch den Dauereinsatz von Ozon (also nicht Ozon als "Medikament")für fragwürdig. Aber egal, gerade jetzt nach dem Umzug braucht Dein Becken möglichst viel Ruhe, d.h. ständiges Rumfummeln am Ozon kommt da nicht so gut, damit bringst Du alles nur ins Wanken.
    Ich würde an Deiner Stelle die Redoxelektrode aus dem Becken nehmen, reinigen und einlagern. Das erspart Dir viel Stress. Ansonsten auf jeden Fall mal die Elektrode reinigen, die sind nach längerer Betriebszeit schnell verdreckt und liefern keine reproduzierbaren Werte.

    1- 3 mg/L Phosphat ist ne Menge Holz, da gebe ich Joe Recht, das kann ich mir kaum vorstellen. Aber wenn Du es sagtst, stimmt's wohl.
    Aber irgendwo paßt es dann auch wieder: Gerade nach einem Umzug ist der Nährstoffgehalt im Becken sehr hoch. Die Organismen haben dadurch eine höhere Stoffwechselrate und veratmen mehr. Das kann bei Algen (Zooxanthellen) dazu führen, das sich Photosyntheseaktivität (O2-Produktion) und Respiration (O2-Verbrauch) stark annähern, so dass eine Sauerstoffzehrung trotz Sauerstoffeintrag über die Abschäumung möglich ist (hast Du eigentlich einen Abschäumer und den auch im Dauerbetrieb laufen? Ohne den würde ich Zeovit nicht verwenden).

    Ein derartiges "Klima" erleichtert Bakterienpopulationen das Wachstum, weil einhergehend mit der Nährstoffverfügbarkeit auch oft ein hoher gelöster Kohlenstoffanteil (DOM, dissolved organic matter = gelöstes organisches Material) im Wasser vorliegt, v.a. bedingt durch den Umzug. Das heißt, unabhängig vom Zeovit wachsen die Bakterienpopulationen (nicht nur "gute" Nitrifizierer und Denitrifizierer) auf der Dekoration munter drauf los. Wenn Du dann noch Bakterien zusetzt, kann es erstmal zu einem solchen Abfall im Redoxpotential kommen. Dafür kann das Zeovit aber nichts.

    Ich kann nicht beurteilen, ob das, was ich hier zusammenreime, auch wirklich zutrifft. Ein Erklärungsansatz wäre es aber. Also alles nur Spekulation ! Ich würde Dir folgendes raten:

    Geduld bewahren: schliesse den Zeovitfilter wieder an, Redox und Ozon (v.a. Ozoneinsatz einstellen!!) ausschalten und im Schrank einsperren, Abschäumung voll laufen lassen (ich denke, hier könnte der Hund auch begraben sein) und dann: warten! Das wird schon werden. Bei mir hat's im Becken ein dreiviertel Jahr gedauert, bis es nach dem Umzug wieder halbwegs aquarianertauglich aussah. Jetzt steht's so gut wie nie zuvor. Also nutze die Chanche :-))

    Wenn sich Weichkorallen zusammenziehen, geben sie erstens diesen Schleim nach aussen ab, so dass er sichtbar wird, und durch die Kontraktion werden die Inhaltsstoffe noch kompakt zusammengeschoben, so dass die Farbwirkung noch stärker wird.

    [/QUOTE]

    hallo jörg,

    nun, ich denke, dass die farbwirkung hauptsächlich daher kommt, dass beim zusammenziehen der korallen die oberfläche verkleinert wird und somit pro qcm mehr 'farbpigmente' zusammenkommen.

    der schleim dient zur verstärkung dieses farb- effektes, da er vom medium wohl dichter ist als wasser?!


    Hallo Joe,
    genau das meinte ich mit "Inhaltsstoffe kompakter zusammengeschoben", hab's aber nicht auf die Reihe gekriegt, das so schön auszudrücken :-)) Also danke !

    Der Schleim ist auf jeden Fall viskoser als Meerwasser und könnte dadurch auch eine Lichtbrechung verursachen, das stimmt. Könnte den Effekt verstärken, da hast Du recht. Aber prinzipiell wird die Färbung durch die Inhaltsstoffe im Schleim verursacht.

    Zitat

    Original von Thomas Chronz

    Hi René,

    wenn meine Capnella sich zusammenziehen, haben sie stellenweise auch diese cyanisch/graue Färbung. Das ist sicher kein Schimmel. Je nach Lichtbedingungen sieht man diese Farbe sogar an den Stämmchen.

    Hallo zusammen,

    also, Schimmel ist das nicht! Sondern Korallenschleim:

    Weichkorallen wie auch Steinkorallen produzieren einen Schleim, der v.a. aus vernetzten Kohlenhydraten und Proteinen (Glycoproteinen) besteht. Bestandteile dieses Schleimes, der auch sehr viele Stoffwechselmetabolite der Koralle und ihrer Zooxanthellen enthält, absorbieren im sichtbaren Strahlungsspektrum, so dass die reflektierte Strahlung dann eine Färbung im menschlichen Auge verursacht.

    Wenn sich Weichkorallen zusammenziehen, geben sie erstens diesen Schleim nach aussen ab, so dass er sichtbar wird, und durch die Kontraktion werden die Inhaltsstoffe noch kompakt zusammengeschoben, so dass die Farbwirkung noch stärker wird.

    Zitat

    Original von Michael Mrutzek
    nööö, das war ich nicht, allerdings habe ich vor einiger Zeit mal einen dieser Firma gehabt, aber da dies schon eine Weile her ist, ich den Brenner auch nicht weiter verfolgt habe, kann ich dazu leider so auch nichts weiter sagen!
    So sorry


    OK, Danke für die Antwort, Peter und Michael.
    Michael, Du weißt nicht mehr, wo Du den her hattest?

    Nein

    Aber Ich suche schon lange ein alternatives Forum....nur es gibt nix wirklich brauchbares für die Meerwasser Aquaristik das ist ja das Problem!

    War das jetzt zu ehrlich für dich und kommst du damit klar ? :grinning_squinting_face:

    Gruß
    Frank M


    Hallo Frank,

    ich möchte hier so langsam mal die Notbremse ziehen.
    Ehrlich gesagt, Frank, weiß ich nicht so recht ob Du den Sinn dieser Plattform verstanden hast. Diese Aussage sei mir erlaubt, ob Du jetzt irgendwo anders Moderator und forenerfahren bist oder nicht.

    Du hast eine einfache Frage gestellt und eine einfache Antwort bekommen. Es kommt auf die Qualität der Antworten an, nicht auf die Quantität. Aber das wurde Dir ja bereits erklärt.

    Es gibt im Vergleich zu Süßwasseraquarianern eine Handvoll Riffaquarianer. Deshalb ist ein Vergleich dieses Forums bezüglich der Userzahl mit einem Süßwasserboard nicht so ganz angebracht. Es hält Dich hier niemand, wenn Du keine Lust mehr hast dann bist Du jederzeit frei zu gehen. Es gibt schon andere Meerwasserforen, ob Du da besser aufgehoben bist ... probier's aus oder gib Dich mit diesem hier zufrieden. Aber anscheinend bist DU ja von einem Forum abhängig, wenn Du es noch nicht einmal für nötig befindest, Dir Bücher zu kaufen.
    Gerade Deine Aussage bezüglich Bücher und Aquaristik hat in der Vergangenheit schon viele engagierte Leute zu Recht auf die Palme gebracht, weil letztlich Anti-Leser, wie Du einer zu sein scheinst, vom Wissen anderer profitieren. Oder denkst Du, das ganze Wissen in diesem Forum wäre irgend jemandem in die Wiege gelegt worden? In Büchern stehen die Grundlagen und auch viele spezielle Dinge, in Fachmagazinen hält man sich auf dem Laufenden und erfährt Neues, in Foren bekommt man Erfahrungen mitgeteilt und erhält Hilfestellungen. Und letzteres ist der Sinn dieser Plattform.

    Die Qualität eines Forums hängt vom Wissen und den Erfahrungen der User ab. Je mehr Grundwissen insgesamt vorhanden ist, desto effektiver und produktiver kann man diskutieren. Und ich glaube da sind wir hier gar nicht so schlecht. Wir haben hier v.a. keine Zwei-Klassen-Gesellschaft, einerseits mit Leuten, die sich auskennen und andererseits mit Usern, die überhaupt keinen Plan haben uns sich ihre aquaristischen Probleme online lösen lassen.
    Im Gegenteil, in diesem Forum ist das Wissen sehr gut ausgeglichen und es gibt doch viele gute Diskussionen, es sei denn, es ist Urlaubszeit.

    Deine Frage, die letztlich diesen Disput hier ausgelöst hat, ist meiner Meinung nach keine, die überhaupt eine Diskussion wert war und deshalb bekommst Du auch keine fünf Antworten darauf, sondern eben nur die eine.

    Entweder Du bist hier unzufrieden und steigst daher aus. Oder Du beteiligst Dich ganz normal am Forumleben und gibst Dich mit dem zufrieden, was das Forum bietet. Aber solche Aussagen wie >>ich würde ja gerne gehen aber es gibt nix anderes gescheites<< sind ein Armutszeugnis für Dich, ganz ehrlich.

    Zitat

    Original von Jürgen Broer
    Hallo zusammen,

    Ich habe seid zwei Monaten einen Synchiropus picturatus in meinem Becken der sich gut eingelebt hat. Woran kann ich erkennen ob der Fisch ein Männchen oder Weibchen ist?
    Ich möchte gerne noch einen LSD Fisch in mein Aquarium einsetzen.

    Hat jemand von euch Erfahrungen wie sich die LSD Fische mit den Synchiropus splendidus Mandarinfisch vertragen?

    Gruß J.Broer

    Hallo,

    männliche Synchiropus-Arten haben einen ausgezogenen, verlängerten ersten Dorsalstrahl (Rückenflossenstrahl).
    Zwei Männchen dürfen nicht vergesellschaftet werden, da sie Kämpfe austragen, die für den Schwächeren tödlich enden können.

    Hallo Andre,
    wenn ihr über die Dichte diskutiert, seid ihr hoffentlich von der gleichen Temperatur ausgegangen ?
    Letztendlich sind alle gepflegten Organismen dazu in der Lage, sich über die Osmoregulation an verschiedene Salinitäten zu akklimatisieren. Eine Dichte von 1,022 ist, das schliesse ich mich allen an, mit Sicherheit genau so gut wie eine von 1,024.

    Was meintest Du mit dem Sauerstoffgehalt ? Der O2-Partialdruck nimmt mit zunehmender Wassertemperatur ab, auf Deutsch: je wärmer, desto weniger Sauerstoff. Das hat mit der
    Dichte nichts zu tun.

    Zitat

    Original von Harald Mülder
    Hallo Chemiefreaks :grinning_squinting_face:

    Wie verhält sich Nitrat im frisch angesetztem Meerwasser?

    Kann es sein das es noch reduziert wird?

    Ich frage das um sicher zu gehen alle Fehler bei meinem Nitrattestt-test auszuschließen.

    Hallo Harald,

    Nitrat wird mit Sicherheit nicht zu Nitrit oder gar noch weiter zu Ammonium reduziert, nicht bei den oxidierenden Verhältnissen im Meerwasser. Das kannst Du eigentlich so lange stehen lassen, wie Du willst. Denitrifikation erfolgt nur unter anaeroben Bedingungen.

    Ammonium oder Nitrit werden jedoch innerhalb weniger Tage zu Nitrat oxidiert und sind dann nicht mehr messbar, aber das wolltest Du ja nicht wissen.

    Ehrlich gesagt hab ich das nicht so recht mit Deinem Nitrattest verstanden. Willst Du wissen, ob die Meersalzmischung NItrate enthält?

    Da "Filterbakterien", also v.a. nitrifizierende und denitrifizierende Mikroorganismen nicht photoautotroph sind und über einen Fixierungsmechanismus von Kohlendioxid soz. bezüglich ihrer Kohlenstoffmetabolite autonom sind, müssen sie Kohlenstoff als ein Nährelement wie Stickstoff oder Phosphor aus der Umgebung aufnehmen.

    Aceteat, das Anion der Essigsäure, kann den Bakterien auf/im Zeovit und natürlich auch auf/in Lebenden Steinen und ggf. im Bodengrund als Kohlenstoffquelle dienen. Eher bekannt ist Ethanol als C-Quelle, wie beim Wodkafilter. Auf Acetat können nicht alle Bakterien wachsen, weil sie über einen Stoffwechselweg verfügen müssen, den man Glyoxylat-Zyklus (oder Kornberg-Zyklus) nennt. In wie fern dieser Stoffwechselweg im marinen Milieu "gängig" ist, weiß ich leider nicht, er scheint jedoch nicht unüblich zu sein.

    Hallo,


    ==> Also ich wechsle auch 10% Wasser die Woche, scheint aber nicht den gewünschten Erfolg zu bringen.

    In Deinem Becken stimmt anscheinend so einiges nicht, das macht ein 10%iger Wasserwechsel pro Woche alleine nicht wett.

    ==> Die Kh kann ich erhöhen, damit erhöht sich auch Magnesium und Calcium, was nicht schadet.

    Wenn Du Natriumhydrogencarbonat zur Erhöhung der KH verwendest, dann veränderst Du nicht den Gehalt an Härtebildnern, es sei denn, Du kippst ohne vorher nachzurechnen Unmengen ins Becken und fällst alles aus.

    Eine KH von 8° dKH ist vollkommen ausreichend und sollte nicht weiter erhöht werden.

    ==> Ich weiß der Ph-Wert liegt niedriger als normal, ich führe das auf den Kalki zurück, der bei mir auch nachts läuft. Das Wasser wurde übrigens um 7.00 Uhr morgens dem Becken entnommen. Mit dem Wasser des Kalkis gelangt immer CO2 mit ins Becken, was den Ph-Wert drückt.

    Ein pH-Wert von 7,7 morgens ist unbedenklich und abgesehen von dem Kalki eine Folge der nächtlichen Atmungsaktivität aller im Becken lebenden Organismen.

    ==> Die Dichte werd ich auch mal erhöhen.

    Solltest Du !

    ==> Eigentlich kann ich aber die Ionenverschiebung nur durch Wasserwechsel ausgleichen. Da ja Chloride fast nicht ausgefällt werden können, bzw. nicht aus dem Aqua entfernt werden können.

    Dir bleibt nichts anders übrig als den Natriumanteil proportional zum Chloridgehalt zu erhöhen.

    Wie wurde denn der Chloridgehalt bestimmt ? Wurde die Chlorinität richtig titriert oder war das ein Fertigtest? Ich würde dem gemessenen Wert nicht so blind vertrauen. Um bei 480 L Beckenvolumen auf einen Chloridgehalt von 40 g/L zu kommen (22g/L Differenz zu normalem Wert von 18 g/L), müsstest Du 30,7 kg MgCl2x6H2O ins Becken kippen ! Ich glaube das hättest Du gemerkt, oder?

    Hallo Matthias,

    zunächst einmal sind Calcium, Magnesium und Strontium Makroelemente (Hauptkomponenten) des Meerwassers, weil ihr Gehalt über 1 mg/L liegt und sind damit nicht als Spurenelemente aufzuführen. Davon einmal abgesehen müssen Calcium und Magnesium nachdosiert werden, Strontium kann man diskutieren, ich selbst gebe es nicht mehr zu.

    Gerade Eisen und Molybdän spielen als Spurenelemente alles andere als eine untergeordnete Rolle. Wenn ausreichend Stickstoff und Phosphor vorhanden ist, und das ist oft die Regel, wird Eisen innerhalb kürzester Zeit zum Mangelnährelement, was sich dann in schlechtem Wuchs sowohl von Korallen als auch vieler Makroalgen zeigt.
    Eisen ist als Komponente der Cytochrome in den Elektronentransportketten der Atmungskette für die Zellatmung und damit "Energiegewinnung" von entscheidender Bedeutung, als auch z.B. im Ferredoxin, was auch in der Photosynthese vorkommt (allgemein: Eisen-Schwefel-Proteine).

    Molybdän spielt im Pflanzenstoffwechsel ebenfalls eine Rolle und kommt als Zentralatom in einigen Enzyme vor, ganz wichtig im Enzym Nitratreduktase, die nach der Aufnahme von Nitrat in die Pflanze die Umwandlung von Nitrat zu Nitrit katalysiert. Da wir im Aquarium v.a. Nitrat als Stickstoffquelle finden, ist dieses Enzym für die Pflanzenernährung im Aquarium bedeutsam.

    Von Hemmung des Korallenwachstums kann dabei allerdings keine Rede sein (es sei denn, Spurenelemente sind überdosiert und damit z.T. toxisch), steht das so in dem Buch? Die Konkurrenzfähigkeit der Algen nimmt zu, wenn die Korallen nicht wachsen, das ist aber auch alles.

    Wenn Korallen schlecht wachsen, z.B. aufgrund zu niedriger Calciumgehalte (was auch oft eine zu niedrige Karbonathärte bedingt) nehmen sie wenig Nährstoffe auf. Diese stehen dann v.a. den Algen zur Verfügung. Wenn Du dann noch ordentlich Spurenelemente reinkippst, dann blüht es halt sehr schnell. Das hat nichts mit der Balling-Methode zu tun oder das diese Spurenelemente in normaler Dosierung das Korallenwachstum hemmen.

    UPS, da hab' ich gerade Mist gebaut und den Text von Matthias überschrieben. Was da unten jetzt steht ist nicht von Matthias sondern von mir. SORRY

    Jörg Kokott


    Zitat

    Original von Hans-Werner
    Hallo Matthias,

    fällt Dir eine "billige" Kohlenstoffquelle für die Grünalgen ein. Da die KH nicht besonders hoch ist, denke ich an organische Säuren, die Du vielleicht zuführst. Ich vermute, daß Fadenalgen auf solchen Kohlenstoff, wie das wenige freie CO2 und H2CO3 angewiesen sind und mit HCO3- und CO3-- nichts anfangen können.
    Zebrasoma flavescens halte ich als Algenfresser eher für eine Enttäuschung. Andere Doktoren, z. B. Borstenzähner, evtl. auch Fuchsgesicht sind effektiver. Auch Salarias fasciatus ist ein guter Algenfresser.

    Grüße

    Hans-Werner

    Hallo zusammen,

    gerade Hydrogencarbonat (HCO3-) kann von Algen alternativ zu gelöstem CO2 sehr gut als C-Quelle genutzt werden kann das Wachstum photosynthetisch aktiver Organismen sehr fördern.
    Eisen ist v.a. in Aquarien meist der wachstumslimitierende Faktor, weil i.d.R. Regel übermäßig viel Phosphat und Nitrat vorhanden ist (daher ist bei hohen Phosphatgehalten auch oft das Wachstum sowohl von Algen als auch von nicht- oder wenig-calcifizierenden Korallen schlecht!). In solchen Fällen kann eine leichte Eisen-Überdosierung "Wunder" bewirken. Da Makroalgen viele Substanzen auch einlagern können (darunter fällt auch in geringem Maße Eisen) ist eine solche explosionsartige Vermehrung i.d.R. längerfristig vorhanden und nach Klärung der Ursache(n) nur mit Geduld zu bekämpfen.