Beiträge von Jörg Kokott

    Hallo Stefan (Hoschi),

    in der Hoffnung, das Du nachher, vielleicht einfach aus Neugierde, nochmal ins Forum schaust und Dir die Beiträge durchliest, will ich mich auch nochmal melden.
    Mittlerweile bin ich auch wieder so klar zu wissen, das wir November haben ... :smiling_face: ... deshalb auch die ganze Weihnachtsbeleuchtung ...

    Ich bin weder ein "aquaristischer Gott" noch habe ich die Weisheit mit Löffeln gefressen. Nur weil ich angehender Biologe bin und von "Beruf" aus eben bestimmte Abläufe im Riffaquarium gut deuten oder verstehen kann, heißt das nicht, das ich automatisch ein toller Aquarianer bin. Egal wie lange man das Hobby betreibt, man lernt immer dazu, und auch eben nicht immer nur aus eigener Erfahrung, sondern weil viele erfahrene Leute einen erst auf den richtigen Gedankenweg bringen müssen. Darüber hinaus lassen sich praktische Probleme eben nur mit praktischer Arbeit und "praktischem Wissen" lösen, da nützen einem dann die besten Theorien nichts. Und, um es polemisch auszudrücken, dieses "praktische Wissen" verbindet uns alle in diesem Hobby.

    Das ich in der unfreundlichen und vielleicht auch angriffslustigen Art und Weise meinen Beitrag verfaßt habe, liegt in der Tatsache begründet, das Du als absoluter Neuling mit einer unwissentlich gleichgültigen Art Dein neues Becken mit Tieren besetzt hast, ohne zu wissen, was Du da treibst. Zu der Art und Weise wie Du dich ausdrückst will ich nichts sagen, das ist von meiner Seite aus vergessen und ich hoffe, wir können demnächst auf andere Art miteinander komunizieren.

    Zurück zu Deinem "Startbeitrag". Vielleicht kannst Du es nicht so recht beurteilen, wie das, was Du geschrieben hast, bei Aquarianern ankommt. Es besteht heutzutage mehr denn je der Wunsch, Tiere artgerecht halten und unnützige Verluste minimieren zu können. Um diesem Anspruch gerecht zu werden verlangt es einer Menge an Hintergrundwissen über Licht, Wasserchemie, Biologie, Ökologie und eben praktischer Erfahrung mit den ganzen Gerätschaften, Wasseradditiven, Chemikalien usw., eben das, was zum Einsatz kommen muß.

    Es gibt eine Menge an Fachliteratur, in denen Aquarianer ihr Wissen zum Besten geben, in der Hoffnung, die Riffaquaristik auf einem schnellen Wege vorantreiben zu können. Darunter finden sich auch seitenweise Abhandlungen über die richtige und artgerechte Ernährung unserer Aquarienfische ... die Leute bemühen sich lebendes Plankton zu züchten, weil sie wissen, das sie ihre Fische damit gesünder ernähren können. Wenn Du dann mit dem Brötchen ankommst, kippen die Leute halt aus den Latschen und fühlen sich "verarscht".

    Das ich auch jetzt noch Deinen Tieren wenige Überlebenschancen ausrechne begründe ich damit, das Du im Falle eines Problemes, so klein es auch sein mag, nicht in der Lage sei wirst, dieses zu lösen, ja sogar noch nicht einmal weisst, welchen Weg Du einzuschlagen hast. Das Forum hilft vielen Aquarianern aus den aussichtslosesten Lagen, aber die Leute müssen das Problem trotzdem noch selbst anpacken. Und genau das traue ich Dir im Moment noch nicht zu. Um den Tieren eine bessere Ausgangsposition zu bieten und um Deinem Geldbeutel langfristig etwas Entspannung zu gönnen, halte ich es auch jetzt noch für sinnvoll, die Fische einem erfahrenen Aquarianer abzugeben. Der kann sie Dir ja auch zurückgeben, aber prinzipiell geben die meisten Leute den wichtigen Rat, erst nach einem 3/4 oder besser ganzen Jahr mit dem Fischbesatz anzufangen. In einem stabilen Aquariensystem werden sich die Fische wohl fühlen und können eher artgerecht gehalten werden. In Deinem Falle wird sich das Becken jetzt erst richtig anfangen zu entwickeln, das wirst Du bemerken.

    Es spricht für die Qualität des telefonisch erreichbaren Händlers, das Dein Becken im Moment noch so aussieht wie es auf dem Bild gezeigt ist. Wie gesagt, nach dem Posting von Dir hätte ich ein anderes Becken erwartet. Aber der Händler wird Dir in Problemfällen nicht "hautnah" beiseite stehen können, so dass Du früher oder später "den Spaten selbst in die Hand nehmen muß". Und Du wirst v.a. jetzt am Anfang merken, was alles dahinter steckt. Das alles herauszufinden ist spannend und wird Dich auch animieren, viel herauszufinden. Voraussetzung dafür ist jedoch, das Du Dich aus der Ecke bewegst und Dich umschaust. Hier im Forum sind alle Altersstufen und alle "Erfahrungsklassen" vertreten. Du wirst am anfang nicht alles verstehen aber hast immer noch den Hintergrund, das Leute dabei sind, mit denen Du Dich austauschen kannst.

    Wie gesagt, nutze die positive Kritik und lass Dich davon anregen, oder lass es eben am besten gleich bleiben. Die Entscheidung liegt bei Dir. Das Du hier willkommen bist zeigt eigentlich die "Resonanz" die Dir entgegen gebracht wird, auch wenn sie vielleicht nicht so positiv ausfällt wie man es sich wünscht. Aber das ist schnell vergessen!

    Hi,

    Sporen bei Algen = ungeschlechtliche Vermehrung. Aber ist auch egal was es ist. Mit "der Spuk hört auf" meinte ich, das Du in ein paar Tagen von der Trübung nichts mehr sehen wirst.
    Warum willst Du lieber Wasserwechseln, nicht das das schlecht wäre, aber Kohle ist einfach billiger.
    Ich habe die Caulerpa gesehen, als Du sie Michael mitgebracht hast, es ist wohl eher ein Hybrid zwischen C. racemosa und einer anderen Art. Diese Hybriden sind sehr häufig. Im Meerwasser-Atlas 1 von Baensch steht viel über Caulerpa drin, da sind auch einige Hybriden dabei.

    Wenn im Becken nur Algen drin sind, dann kannst Du es eigentlich so lassen und mal in ein paar Tagen die Nährstoffe durchmessen. Trotzdem, Kohle wäre auf jeden Fall ganz gut, damit ziehst Du Toxine komplett raus, bei WW verdünnst Du letztendlich nur.

    Den Bestand solltest Du eindämmen, aber nicht alles auf einmal. Auch wenn es im Moment noch wuchert, wenn Du den Bestand zu stark dezimierst, kann es auch passieren, das er Dir zusammenbricht. Also erst mal z.B. die linke Seite vornehmen, eine Woche später die recht Seite, oder ähnlich, wie Du willst. Mit der Caulerpa ziehst Du Dir ja auch eine Menge Nährstoffe komplett aus dem System heraus. Denke aber daran, v.a. wenn Du viel ausdünnst. Das was Du da als Thalli siehst ist eine einzige Zelle! D.h. wenn Du sie kaputt reißt, läuft das Cytoplasma so lange aus, bis die Zelle einen Wundpfropf bildet, dann hast Du Deine Nährstoffe wieder im Wasser. Also lieber langsam und wenig, dafür regelmäßig auslichten als alles auf einmal.


    Hallo Michael,

    Deine Caulerpa hat sporuliert, es schwimmen also lauter mikroskopisch kleine Sporen in der Wassersäule rum. Ein Großteil der Sporen wird sich irgendwo festsetzen und einen neuen Thallus ausbilden. Allerdings kann es auch sein, das viele Sporen absterben und ihr Zellinhalt dann frei wird, was eine akute Wasserbelastung nach sich ziehen kann. Deshalb empfehle ich Dir, wenn Du einen Abschäumer hast diesen anzuschliessen und darüber hinaus über einige Tage mit Aktivkohle zu filtern. Wenn Du eine UV-Anlage hast, würde ich sie auch für einige Tage ausschalten, weil Du sonst die Zellen direkt zerstörst und diese Wasserbelastung dann beschleunigst. Hört sich jetzt allerdings schlimmer an als es ist. Nach einigen Tagen wird der Spuk wohl vorbei sein.

    Für Copepoden könnten die Sporen allerdings schon fast zu groß sein, natürlich je nach Copepodenart. Ausserdem enthalten die Sporen wie auch die Thalli Fraßschutzsubstanzen, die zumindest die meisten Fische davon abhalten, Caulerpa zu fressen. Wie das mit Copepoden ist, kann ich Dir allerdings nicht sagen.

    [QUOTE]Original von Hoschi
    Hallo!
    Habe einige Fragen:
    Ich kann erst ab Donnerstag den Salzgehalt meines Wassers testen!
    Was ist schlimmer? zu viel oder zu wenig Salz

    Bekomme erst am Donnerstag Fischfutter, die Tiere sind aber dann schon 10 Tage im Becken! Ich habe getroknetes Brötchen gefüttert weil die Hunger zu haben schienen.
    Kann man das machen oder lieber lassen und warten!
    Kein Zoohändler in meiner Umbegung hat Futter für Meerwasserfische!

    Ich beleuchte zur Zeit von 17:00 bis 22:30 mit 1x150 W HQI + 2x Neon a 20W!
    Die Wasertemperatur erreicht fast 30 Grad und ich habe daen Eindruck, dass es den Fischen und Korallen nicht so bekommt!

    EIne Koralle fährt die Fühler seit einigen Tagen nicht mehr aus!

    Es bilden sich gegen 21:00 Bläschen an der Oberfläche!

    Ich habe ab Donnerstag folgendes im Becken und würde gerne wissen ob das zu viel ist?
    2xOccelaris
    4xFridmanni
    1xLippfisch
    1xRiffwächter
    2xPutzergarnele
    1xGrundel und Krebs

    es kommen dann noch 2x Hawaidoc dazu!

    Müssen die Filter an den Strömungspumpen dranbleiben oder können die ab?
    1.) wegen der optik
    2.) Ich bekomme einen Schwamm und der filtert doch! Also eine gewisse wassertrübung würde ich in Kauf nehmen wenn es den Tieren dadurch besser geht!!

    also Danke im vorraus für eure Antworten

    cu
    Stefan


    Stefan,

    es ist Oktober, ich habe extra nochmal nachgeguckt, also April ist es noch nicht.

    Ich weiß nicht wie Joe und Thomas das schaffen hier noch halbwegs ruhig zu bleiben, aber ... Du betreibst hier keinen Tümpel mit Bergmolchen und Erdkröten!

    Anscheinend hast Du die Komplexität der Riffaquaristik weder wahrgenommen noch darüber nachgedacht, das da irgend etwas sein könnte, was man im vorne herein wissen sollte.

    Ich weiß nicht wo Du Deine Tiere her hast, geschweige denn wie Du Meerwasser ansetzt, ohne in irgend einer Weise entweder Dichte, Leitfähigkeit oder Salinität gemessen zu haben, aber ich würde tendenziell dazu raten, das Du die Tiere, und zwar alle, an irgend jemanden abgibst, der sich mit der Riffaquaristik auskennt (obwohl ich denke, Du kennst wohl niemanden der sich damit auskennt, weil diese Person hätte Dir schon was erzählt). Aber so wie Du angefangen hast, geht das in die Hose, wenn da nicht ein Wunder geschieht und Du Dir nicht über Nacht einen Großteil des nötigen Wissens angeeignet hast. Also abgesehen davon, das Du hier offizielles "Verbot" zum neuen Fischkauf bekommst, mache Dir Gedanken, wie es weiter gehen soll. So funzt es jedenfalls nicht.

    Hoffentlich kommt jetzt nicht wieder die Diskussion auf, das der Händler alles Schuld ist, weil der nur Geld verdienen wollte ... und ich kann ja gar nichts dazu. Alleine für die Aussage: "die scheinen Hunger zu haben" müsste man Dich ein paar Tage ohne Essen auskommen lassen, dann würdest Du möglicherweise (auch ohne den Händler) merken, was Du da gerade treibst. Übrigens gilt das Tierschutzgesetz auch für Meerwasserfische, und nicht nur für Kaninchen und andere lustige Tierchen...

    Mache Dich erst einmal schlau über die Riffaquaristik, lies hier im Forum mit und besorge Dir v.a. anständige Literatur (Tips dazu kannst Du hier bekommen).
    Es ist Deine Entscheidung, ob Du die eigentlich positive Kritik, die gerade auf Dich einprasselt, als Denkanstoß und Anregung nimmst, oder ob Du so weiter machst wie bisher. Noch sieht Dein Becken nicht so aus, wie man es sich nach Deinem Beitrag vorstellen würde, und fasse das jetzt bloß nicht als Kompliment auf. Aber so läuft das nicht und früher oder später wirst Du schon alleine merken, was man damit meint, wenn ein Becken umkippt.

    In der Hoffnung, dass das alles nur ein arg verfrühter schlechter Aprilscherz im Oktober ist,

    Zitat

    Original von Gunther
    Hallo
    habe jetzt ein kleines Problem mit dem wiegen. Ich fülle das Gefäß immer gleich mit Meerwasser und den Ableger hänge ich auch immer gleich tief so gut es eben geht.
    Da ich jetzt zum zweiten mal gewogen habe und die Koralle leichter wurde schaute ich nicht schlecht. Problem liegt darin gebe ich 5ml wasser in das Gefäß sinkt das Gewicht von 11,27g auf 11,26g die Messungen werden also sehr ungenau, wenn ich sie nicht 100% immer gleich befestige oder ins Wasser eintauche.


    Mfg Gunther

    Hallo Gunther,

    Du kannst mit Deiner Waage, die lediglich auf zwei Stellen hinter dem Komma genau wiegt, nicht alle paar Tage messen, sondern da sollten mindestens vier Wochen dazwischen liegen, damit Deine Werte auch ordentlich reproduzierbar sind. Wenn Du täglich messen willst, sollte die Waage mindestens auf vier Stellen hinter dem Komma messen, d.h. Du brauchst eine analytische Waage. Ausserdem solltest Du jede Koralle mindestens drei Mal pro Messung wiegen und von allen Messergebnissen den Mittelwert berechnen, um einen möglichst realistischen Wert zu erhalten. Wenn Deine Messwerte zu sehr abweichen, dann messe einfach ein viertes oder auch fünftes Mal.
    Was hast Du eigentlich für eine Waage ?

    Wenn Du die Koralle komplett im Wasser hast und sich die Aufhängung ausgependelt hat, nullst Du die Waage. Dann ist es egal, wieviel Wasser Du im Gefäß drin hast. Wichtig ist halt, das die Waage möglichst windgeschützt steht und die Aufhängung ausgependelt ist. Hier ist Geduld angesagt.

    Ich habe Dir noch ein Problem nicht geschildert: Innerhalb Deines Wachstumsintervalls wird der Substratstein Deiner Koralle mit allen möglichen Organismen, z.B. Kalkrotalgen, bewachsen. Die Kalkrotalgen verfälschen Dir natürlich alle Deine Messwerte. Deshalb nimmt man am besten Plexiglasplatten oder Plexiglaswürfel, auf die man die Koralle klebt, die kann man dann einfach vor dem Wiegen mit einer Zahnbürste sauber machen.

    Du gehst dann wie folgt vor:

    Wenn Du die Koralle auf das Plexiglas klebst, solltest Du mindestens 24 h warten (je nach Kleber sogar besser 48 h), bis der Kleber vollständig ausgehärtet ist. Dann wiegst Du das Fragment mit dem Kleber und dem Plexiglas. Nach dem Wachstumsintervall berechnest Du dann einfach die Differenz zwischen vorher und nachher, so dass Du die Masse für Plexiglas, Kleber und den Skelettanteil, der im Kleber steckt und natürlich abgestorben ist, automatisch rausrechnest. Du erhälst dann also die Masse Skelettzuwachs.

    Wie gesagt, Du mußt ein längeres Wachstumsintervall planen, sonst geht das nicht. Das sich Dein Fragment um 10 mg "erleichtert" hat, kann durchaus sein, wenn Du halt nur ein einziges Mal misst und keinen Vergleichswert hast.

    Welche Koralle mißt Du eigentlich?

    Hallo,

    eher was für Geologen als für Chemiker!

    Die Silikate sind fest gebunden, die werden sich auch nicht rauslösen, gleiches sollte für das Tricalciumaluminat gelten. Calciumsulfat könnte sich vielleicht rauslösen, das wäre aber wahrscheinlich egal, weil Sulfat als Hauptkomponente des Meerwassers sowieso in Mengen vorhanden ist.

    Aber wie gesagt, eigentlich sollte da ein Geologe her. Jens Kallmeyer ist Biogeochemiker, der könnte ist in einer solchen Frage kompetent. Schreib ihm mal eine eMail.

    Hallo ihr beiden
    Danke für eure Antworten. Wenn ich nun das Calzium alleine dosiere könnte ich dann nicht eine Ionenverschiebung bekommen?

    Das Thema Ionenverschiebung wird meiner Meinung nach überbewertet bzw. kann in diesem Falle völlig vernachlässigt werden. Du dosierst ja auch zur entsprechenden Masse Calciumchlorid eine äquivalente Masse Natriumhydrogencarbonat.
    Es ist weitaus negativer zu bewerten, wenn Du Dir die KH nach oben schiesst, also wenn Du die "Balling-Substanzen" schön verteilt nach und nach dem Wasser zugibst.
    Wenn Du die KH zu weit nach oben bringst, fällst Du Dir Calciumcarbonat aus, d.h. bezüglich Calcium hast Du auch eine Ionenverschiebung verursacht ... und es gibt viele weitere Beispiele.
    Wir müssten natürliches Meerwasser nehmen und dieses täglich komplett wechsel, um keine Ionenverschiebung zu bekommen.

    Zitat

    Original von Bigtown
    Hi,

    das gleiche Problem hatte ich auch. Kh war bei mir 12.

    Habe einfach die Zugabe der Lösung 2 (Natriumhydrogencarbonat) reduziert.

    Da ich noch am absenken kann ich dir nur sagen das mein KH bis jetzt auf 9 gefallen ist und mein Ca stabil bei 420 liegt.

    Hallo,

    wichtig ist, das man bei der Zugabe von Natriumhydrogencarbonat die KH im Auge behält und nur so viel dosiert, bis eine Obergrenze, sagen wir mal 8° dKH, erreicht ist. Das Calciumchlorid kann man dagegen reichlicher dosieren, wobei die KH dadurch wieder erniedrigt wird. Ich würde die Zugabe von Calciumchlorid und die von Natriumhydrogencarbonat zeitlich trennen, und zwar derart, das das NaHCO3 morgens vor Einschalten der Beleuchtung dosiert wird, und das CaCL2 dann am Mittag oder Nachmittag. So wird es am wenigsten zu Ausfällungen kommen.

    Also lieber täglich ein bißchen NaHCO3, dafür aber keine hohe KH.

    Jetzt warte einfach ab, bis sich die KH von alleine wieder "runterreguliert" hat, oder Du dosierst weiter Calciumchlorid OHNE Zugabe von NaHCO3, so lange Du nicht den Ca-Wert zu stark anhebst. Wie gesagt, mit Calciumchlorid kannst Du die KH recht zügig wieder runterbringen.

    Zitat

    Original von Frank D
    Hallo zusammen,

    nun ist ja aus eurer Diskussion so einiges zu lernen. Alle Achtung. Ich kann nicht gerade behaupten,alles verstanden zu haben.

    Mich interessiert aber noch eine etwas andere Thematik.

    Ich beabsichtige ein kleines Becken mit azooxanthellen Korallen einzurichten. Auch einige Tiere die auch noch etwas Licht benötigen (Tiefwasserformen) sollen Einzug halten.

    Wie sollte nach Eurer Meinung das Spektrum der Beleuchtung aussehen und mit welchen Leuchtmitteln wäre dieses zu realisieren.

    Hallo,

    bei azooxanthellaten Arten ist die spektrale Zusammensetzung der Leuchtmittel bezüglich der Anregung von Photosynthesepigmenten natürlich wenig bedeutend. Aber trotzdem sind fast alle azooxanthellaten Korallen pigmentiert, und zwar teilweise derartig schön, das sie die Farbigkeit von Steinkorallen weit übertreffen. Natürlich sind wir noch nicht ganz so weit, das all diese schönen Arten gehalten werden könnten.
    Um diese Pigmente anzuregen, benötigt man entsprechende Anregungswellenlängen im Spektrum, hier spielt also der sog. Farbwiedergabeindex der Leuchtmittel die wichtige Rolle. Ein Pigment kann nur dann Strahlung reflektieren und dadurch eine Färbung verursachen, wenn diese Strahlung überhaupt vom Leuchtmittel emittiert wird.
    Deshalb würde ich Dir auch für ein solches Becken zu einer Beleuchtung raten, die ein möglichst gleichmäßiges Wellenlängenspektrum zeigt. Auf die Strahlungsintensität brauchst Du hierbei natürlich weniger zu achten, es würden je nach Beckengröße T8- Tageslichtröhren ausreichen, vielleicht lohnt sich ein guter Reflektor. In Kombination mit einer oder zwei Blauröhren kannst Du ein attraktives Lichtklima im Becken schaffen.

    Zitat

    Original von Steffen P.
    Hi, habe mir auch gerade die Website angeschaut. ATP ist 'Adenintriphosphat' und ist glaube ich jener Stoff, der letztendlich im Muskel die Energie für die Muskelkontraktion liefert. Spaltet sich in ADP + Energie auf.

    Ob das jetzt weiterhilft weiß ich nicht :smiling_face_with_sunglasses: , das Mittel selber kenne ich nicht.
    Gruß Steffen

    Hallo,

    ATP heißt Adenosin-triphosphat und ist sozusagen die "Energiewährung" der lebenden Zelle. ATP wird, wie bereits gesagt, gespalten, und zwar in Adenosin-diphosphat und Phosphat. Bei dieser Spaltung wird Energie "frei" und kann dann chemische Reaktionen antreiben, wobei die Energie dann indirekt z.B. auch zur Leistung mechanischer Arbeit herangezogen werden kann (Muskelkontraktion).

    Jeder Organismus setzt ständig ATP um und regeneriert es unter Aufwendung von Energie (Photosynthese = Nutzung der Sonnenenergie, Zellatmung = Verbrennung von energiereichen Makromolekülen wie z.B. Zucker), das machen also nicht nur Bakterien, sondern wie gesagt jede lebende Zelle, unsere Korallen also auch.

    Ich wäre vorsichtig, was solche "Versprechungen" angeht. Das meiste Phosphat wird nicht etwa für ATP verbraucht, sondern findet sich v.a. in der Erbsubstanz, also in den Nukleinsäuren. Bakterien vermehren sich unter bestimmten Bedingungen sehr stark und verdoppeln bei jeder Zellteilung ihre Erbinformation, so dass also in dieser Vermehrungsphase eine Aufnahme von Phopshat erforderlich wird.
    Allerdings sind Bakterienpopulationen in ihrem Wachstum sehr variabel. Genau so schnell, wie eine Bakterienpopulation aufgebaut wird, kann sie auch wieder "zerfallen", wobei dann das Phosphat erneut freigesetzt wird.

    Ich halte, obwohl ich zugegebenermassen dieses Produkt nicht kenne, die Werbung für fragwürdig. Die Bakterien können sich nur dann vermehren, wenn sie einerseits genügend Kohlenstoff (in Form von Zuckern oder Alkohol) zur Verfügung haben (denn davon leben sie letztlich) und wenn sie genügend Siedlungssubstrat finden. V.a. letzteres könnte bedeuten, das diese Bakterien u.U. die "guten" nitrifizierenden oder auch denitrifizierende Bakterien verdrängen.

    Irgendwann wird eine solche Bakterienpopulation zusammenbrechen, und dann hat man von dem Effekt rein gar nichts. Bakterienlösungen sollte man grundsätzlich immer sehr vorsichtig dosieren, damit es nicht zu einer Massenvermehrung der Bakterien kommt, v.a. wenn man die Kohlenstoffquelle überdosiert. Dann gibt es trübes Wasser und/oder die Dekoration wird mit einem sichtlich schleimigen Film überzogen. Auch Fische können an einer hohen Gesamtkeimzahl im freien Wasser erkranken, v.a. sind hier die Augen betroffen.

    Zitat

    Original von Joe


    hallo jörg,

    nun, dann frage ich mich wozu du diesen vergleich überhaupt vorgenommen hast, wo dir doch schon zu beginn desselben klar war, das ein ableger ( oder auch eine frisch umgesetzte koralle) sich erst aklimatisieren muss, um vernünftige, vergleichbare und verwertbare werte zu bekommen???!!!

    Hallo Joe,

    naja, was heißt es war mir schon im vornherein klar: ich hatte die Mutterkolonie im privaten Becken gebrochen und dann über insgesamt vier Wochen im Experimentierbecken an der Uni akklimatisiert, dann in einzelne Fragmente gebrochen, geklebt und nach einer Woche, nachdem die neuen Fragmente anfingen, eine Basalscheibe zu bilden, das erste Wachstumsintervall gestartet. Von daher sollte die Koralle zumindest an die neuen Strahlungsbedingungen und die Wasserparameter akklimatisiert gewesen sein.

    Nachdem ich die Koralle in die Uni gebracht hatte, stellte ich schon innerhalb der ersten Woche während der Akklimatisationsphase, v.a. durch die erhöhte Strahlungsintensität (von 70W zu Hause auf 400 Watt in der Uni), eine extreme Steigerung des Skelettwachstums fest.

    Von daher war mir der Effekt der Fragmentation und des Klebens nicht von vorne herein bewußt, weil ich abgewartet hatte, bis sich bei allen Fragmenten Basalscheiben ausgebildet hatten. Es ist auch nur ein Faktor, den ich als mögliche Ursache für die niedrige Wachstumsrate anbringen kann und man kann ihn v.a. nicht in irgend einer Form messen. Frisch gebrochen und geklebt war vielleicht etwas drastisch ausgedrückt. Ich bin allerdings auch der Meinung, das v.a. die Schwankungen in den genannten Parametern die größten negativen Einflüsse auf die Wachstumsrate haben.

    Letztlich kann ich die Schlußfolgerung ziehen, das ein geschlossenes Aquariensystem für wissenschaftliche Untersuchungen wenig geeignet ist, weil eben das ganze System nicht reproduzierbar ist, leider. Ich habe täglich Wasserproben genommen und sie mittels Autoanalyzer auf ihren Nährstoffgehalt überprüft. Es fiel auf, das bei Reinigungsintervallen des Topffilter (gefüllt mit Zeovit und Aktivkohle) stets einen Tag später ein steiler Anstieg des Phosphat- und Ammoniumgehaltes zu verzeichnen war (nur durch das Entfernen des Filters, das Auswaschen des Materials und das wieder Anschliessen). Nach weiteren 24 h waren die Werte wieder normal niedrig. Frag mich nicht warum, aber alleine diese Tatsache würde es mir unmöglich machen, die Messergebnisse zu veröffentlichen, weil man solche Bedingungen in der Natur nicht hat. Gerade der plötzliche Anstieg des Phosphatgehaltes könnte sich kurzfristig auf die Calcifikation der Steinkorallen auswirken, weil Phosphat bekanntlich die Skelettbildung hemmt. Das sind alles solche kleinen Dinge, die in ihrer Summe diese 10 fach niedrigere Calcifikationsrate erkären könnten und entsprechend muß ich auch alle möglichen Faktoren diskutieren.

    Zitat

    Original von Oliver Pritzel

    Hallo,

    gerade Montis, Porities, Stylopora, Poccis... gehören zu den sogn. Pionierkorallen, und sind oft die ersten Korallen, die neue Flächen besiedeln und somit für eine Riffentstehung verantwortlich sind. Höhere Wachstumsraten sind daher nicht untypisch.
    Als Anregung könnte man sich bei einer Neueinrichtung eines Riffbeckens gut an der Natur orientieren, zumal diese Arten meiner Meinung nach auch weniger empfindlich sind. Gerade auch im Bezug auf Ektoparasiten (Strudelwürmer....).

    Wie man beim Wiegen vom Verfahren am Besten vorgeht, kann Dir Jörg sicherlich genauer sagen. Um hier qualifizierte Aussagen in Bezug auf gewisse Parameter machen zu können, muß man allerdings etwas Aufwand betreiben.

    Gruß
    Oliver

    Hallo zusammen,

    die Methode, bei der Steinkorallen in Meerwasser gewogen werden, nennt sich "buoyant weight technique". Buoyancy ist Englisch und heißt "Auftrieb". Die Methode wurde 1978 von einem Herrn Jokiel (editiert: hatte mich mit Jeffrey vertan) veröffentlicht und wird heute neben einigen anderen, weniger populären Methoden standardmäßig benutzt. Man hat dadurch den Vorteil, seine Messergebnisse mit denen anderer Wissenschaftler direkt vergleichen zu können.

    Die aquaristisch verbreitete Methode, den Zuwachs an Skelett in mm oder cm anzugeben, eignet sich i.d.R nicht für wissenschaftliche Zwecke. Hier wird dann der Zuwachs an Kalkskelett in Masse pro Zeiteinheit, z.B. Gramm pro Tag, angegeben.

    Es ist sicher interessant, die Wachstumsraten von Steinkorallen mit denen im natürlichen Lebensraum zu vergleichen. Für einen Doktortitel reicht es aber leider nicht ... :-)))
    Ich selbst habe die Wachstumsrate einer Montipora samarensis über vier Wochen gemessen und festgestellt, das diese im Vergleich zu den Daten für eine Montipora digitata im Korallenriff (Literaturwerte) etwa um das 10 fache geringer war, obwohl die M. samarensis gewachsen ist "wie blöde". Allerdings sind Literaturdaten immer mit Vorsicht zu geniessen, weil man bestimmte Voraussetzungen dann doch nicht so einfach übertragen bzw. erfüllen kann. Meine Fragmente waren frisch gebrochen und geklebt, während die Literaturkoralle (immerhin eine nah verwandte, aber dennoch andere Art!) keinen Fragmentationsstress zu ertragen hatte.

    Mit Sicherheit sind die (unvermeidbaren) Schwankungen in der Salinität und in den Parametern KH, Ca2+ und Mg2+ für die geringeren Wachstumsraten im Aquarium verantwortlich, so dass wir hier immer mehr oder weniger starke Einbußen verzeichnen müssen.

    Wenn man die Steinkoralle in Meerwasser wiegt, dann kann man mit Hilfe einer Formel unter Einbeziehung der Dichte von Meerwasser (ca. 1,023 g/cm3) und der von Aragonit (2,93 g/cm3) leicht ausrechen, wieviel Gramm Kalk (als Aragonit) das Skelett der untersuchten Steinkoralle aufweist. Da das Korallengewebe fast ausschließlich aus Wasser bestehen, wird es automatisch durch die Dichte in der Formel herausgerechnet und es bleibt nur noch die reine Kalkskelettmasse übrig.

    Wenn dann ein Wachstumsintervall, z.B. vier Wochen, vorbei ist, wiegt man die Koralle noch einmal und berechnet einfach die Differenz in der Skelettmasse, die sich über die x Tage ergeben hat.

    Diese Daten kann man jedoch nicht so einfach auswerten: Eine große Koralle wird relativ gesehen mehr Kalkskelett in der gleichen Zeiteinheit aufbauen können wie ein Fragment von 3 cm, so dass sich diese beiden Korallen gar nicht vergleichen liessen. Deshalb muß man die Messergebnisse "normalisieren", und zwar auf die jeweilige Ursprungsmasse des Fragmentes. Auch dafür gibt es eine leichte Formel und man erhält Werte mit der Einheit %/d (Prozent pro Tag): bedeutet, das die Koralle pro Tag x Prozent ihrer ursprünglichen Skelettmasse dazugewinnt. Damit kann man dann kleine wie große, junge und alte Kolonien miteinander vergleichen.

    Natürliche normalisierte Wachstumsraten für hermatypische Steinkorallen liegen so zwischen (Minimum - Maximumn) 0,1 - 1 %/d.

    Die Originalliteratur von Jokiel ist schwer zu bekommen, weil der Artikel in einem Buch veröffentlicht ist, das schon seit Jahren vergrifffen ist. Ich habe nur eine Kopie.

    Alerdings gibt es ein auch für Aquarianer interessantes Paper von einer Frau Ferrier-Pagès, die u.a. mit dem "berühmten" Aquarianer Jacques Jaubert am Institut in Monaco zusammen arbeitet. Der Artikel geht über den Einfluß von Nährstofferhöhung auf das Wachstum von Stylophora pistillata. Die Autorin beschreibt sehr gut die "Buoyant Weight Methode" und hier sind auch die angesprochenen Formeln angegeben.

    Literatur:
    Ferrier-Pagès, C., Gattuso, J.-P., Dallot, S. & Jaubert, J. (2000): Effect of nutrient enrichment on growth and photosynthesis of the zooxanthellate coral Stylophora pistillata. Coral Reefs 19 : 103-113.

    Habe ich als PDF-file und kann ihn Interessierten verschicken.

    Zitat

    Original von Hans-Werner
    Hallo Jörg,

    habe schon letzte Woche (Do?) noch einmal versucht Dich per e-Mail zu erreichen, wurde mir auch versichert: "eine e-Mail erfolgreich an Jörg Kokott übermittelt" oder so ähnlich, kam aber scheinbar nichts an. Ich werd´s nochmal probieren.

    Noch eine Frage zum Thema: Weshalb sehen Korallen und Tridacnas von oben bunter aus als von der Seite? Dazu müssen doch die Pigmentgranula eher flächig als rund und mit einer bestimmten Orientierung eingelagert sein, oder täusche ich mich, kommt das nur vom Licht?

    Grüße

    Hans-Werner

    Hallo Hans-Werner,

    habe heute eine Mail bekommen, die Artikel sind verschickt.

    Es stimmt, das die Orientierung der Pigmente eine wichtige Rolle spielt. Die zwei Typen von Fluoreszenzpigmenten, nämlich die kristallinen, granulösen Pigmente (FPG = fluorescent pigment granules) und die "zellulär vorliegenden" Pigmente (CFP = cellular fluorescent pigment) sind hier unterschiedlich zu bewerten.

    FPG's sind oft zu größeren Kristallen akkumuliert.
    Man findet sie z.B. in den Tentakelspitzen der Polypen, und hier wird die Fluoreszenz eher ungerichtet zu allen Seiten hin abgegeben. Hauptsache, sie trifft nicht auf die Zooxanthellen (Schutz vor Strahlungsbelastung unter Starklicht). Deshalb sieht man die Fluoreszenz dieser Pigmente auch bei der Frontalansicht (Beispiel: Seriatopora caliendrum oder Pocillopora damicornis).

    Bei den FPG's, die in Schichten unterhalb der Zooxanthellen liegen, wird die Fluoreszenzstrahlung nur nach oben abgegeben, damit die Zooxanthellen auch die Fluoreszenzstrahlung maximal ausnutzen können ("Photosynthese-Verstärker"). Hier ist also die (gleiche) Orientierung innerhalb der gesamten Pigmentgranulaschicht entscheidend.

    Ich würde eher die Anrodnung der Chromophore innerhalb der Apoproteine als wichtig erachten, als von der Form zu sprechen, um zu bestimmen, in welche Richtung die Fluoreszenzstrahlung abgegeben wird. Zumal eine Form nur bei FPG's vorhanden ist, nicht bei CFP's.

    Ich finde den Begriff CFP (cellular fluorescent pigment) etwas unglücklich, weil er impliziert, das die Pigmente in der Zelle frei vorliegen. Das wird aber mit Sicherheit nicht sein, zumal die Chromoproteine verhältnismäßig groß sind. Es ist anzunehmen, dass auch die CFP's mit bestimmten Strukturen assoziiert sind (was Spekulation ist, denn die Lokalisation wurde noch nicht untersucht) und dadurch auch eine bestimmte Orientierung haben.
    Allerdings ist hier mehr entscheidend, wie die Chromophore ausgerichtet sind. In den meisten Fällen wird die Fluoreszenzstrahlung bei CFP's nur nach oben abgestrahlt (z.B. fast alle fluoreszierenden Acropora-Arten), und das ist der Hauptgrund für die Farbigkeit von oben, weniger die FPG's (ausser in agariciiden Korallen wie Leptoseris).

    Bei Tridacniden handelt es sich um Chromoproteine, die Carotinoide als Chromophore tragen, haben also mit den Pocilloporinen nichts zu tun. Aber was Orientierung und Anordung der Chromophore angeht, gilt natürlich das gleiche.

    Hallo Werner,

    ich habe Deine eMail leider nicht erhalten, komisch. Vielleicht probierst Du es noch einmal.

    Du hast das Phytochromsystem in den "grünen Pflanzen" angesprochen. Meines Wissens nach reguliert das Phytochromsystem v.a. die Photomorphogenese, also morpho-physiologische Prozesse wie z.B. die Samenkeimung, und hat nicht unbedingt auch Anteil an der Photoakklimatisation, aber da bin ich mir nicht so ganz sicher, das muß ich nochmal nachschauen.

    Der Hellrot (HR: 650-700 nm)/Dunkelrot (DR: 700-750 nm) - Antagonismus des Phytochromsystems funktioniert wie ein Lichtschalter. Hellrot induziert z.B. bei Lichtkeimern die Samenkeimung, während man die Keimung nach erfolgter Hellrot-Induktion mit Dunkelrotbestrahlung wieder hemmen kann. Es kommt dabei auf den jeweiligen Energiegehalt der Strahlung an: Hellrot ist energiereicher als Dunkelrot, d.h. bei Dunkelrotbestrahlung muß die Strahlungsintensität höher sein, um den gleichen Effekt zu erzielen wie mit hellroter Strahlung. Ich weiß nicht, ob Dir das die Frage beantwortet, was genau Hellrot bewirkt. Oder meintest Du was anderes?

    Das "Blau-Syndrom" kenne ich unter dem Begriff "Blaulicht System" und hat einen "Wirkungsbereich" zwischen 400 - 500 nm. Auch dieses System reguliert v.a. die Photomorphogenese und nicht die Photoakklimatisation.

    Die chromatische Adaptation in Rotalgen als Verschiebung des Verhältnisses der Phycobiline Phycoerythrobilin (PE) und Phycocyanobilin (PC) in den Phycobilisomen ist ein echter Mechanismus der Photoakklimatisation. Dabei ist sowohl die spektrale Zusammensetzung der Strahlung wie auch die Strahlungsintensität entscheidend und nicht nur einer dieser beiden Parameter.

    Jeder photoautotrophe Organismus muß mit Hilfe bestimmter Photorezeptoren die Pigmentsynthese regulieren können. Das ist auch in den symbiontischen Dinoflagellaten der Fall, sowohl in Freilebenden wie auch in Korallensymbionten.

    Deine Hypothese, das in der Koralle/Zooxanthellen Symbiose der Wirt die Funktion des "Auges" mit übernehmen kann, ist durchaus berechtigt. Anhaltspunkte dafür kann man finden: Unter Schwachlichtbedingugen wird der Wirt einerseits die Zooxanthellendichte im Gewebe erhöhen und womöglich Chromoproteine synthetisieren, die den Zooxanthellen über den Absorptions-Reemissions-Mechanismus photosynthetisch nutzbare Strahlung zur Verfügung stellt. Woher weiß die Koralle, das sie das tun muss? Das Signal könnte von den Zooxanthellen kommen, z.B. könnte der Wirt die Stress-Situation bemerken, wenn die Algen (die ja innerhalb der Wirtszellen (endosymbintisch) leben) durch Lichtmangel weniger Assimilate produzieren oder die Algenzellen sogar schrumpfen. Dann könnte er entsprechende fluoreszierende Chromoproteine synthetisieren, die die Photosynthese verstärken.
    Andererseits zeigen alleine unsere Aquarienbeobachten, das bestimmte Wellenlängen die Chromoproteinsynthese induzieren, d.h. die Koralle muß selbst über Photorezeptoren verfügen, um die Chromoproteinsynthese regulieren zu können.

    Letztendlich wird also die Photoakklimatisation in der Koralle/Zooxanthellen - Symbiose von beiden Symbiosepartner mit bestimmt.

    Das dieses Thema niemanden interessiert ist in so fern nicht ganz richtig, als das erst in den letzten Jahren die wichtigen Befunde experimentell erhalten wurden ... und weil es Gott sei Dank nicht so viele Leute gibt, die daran arbeiten :smiling_face:

    Was aquaristisch von Bedeutung wäre, ist die Frage, welche spektralen Anteile die Synthese von Chromoproteinen in Korallen induziert und welchen Einfluß die Strahlungsintensität dabei hat. Und an diesem Thema wird schon gearbeitet :smiling_face:

    Ich hoffe, wir haben jetzt nicht aneinander vorbei geredet.


    Zitat

    Original von Hans-Werner
    Hallo Jörg,

    vielen Dank für die Erläuterungen und das Angebot, das ich gerne annehme. Ich melde mich dann wegen der Schriften, an die ich nicht rankomme.

    Im Moment habe ich etwas Probleme ins Forum zu kommen. Es taucht meist eine Seite mit irgendwelchen Computerenglisch-Wortreihen (DOS?) auf.

    Grüße

    Hans-Werner

    Hallo,

    wenn Du mir Deine eMail-Adresse zukommenläßt, dann kann ich Dir die Paper noch heute zuschicken.

    [QUOTE]Original von Hans-Werner
    Hallo Robert,

    das ganze wäre mit ein paar Diagrammen anschaulicher. Diese Möglichkeit besteht zwar in den Zeitschriften, aber wurde eher wenig genutzt von Autoren, die über Licht schreiben.

    Hallo Oliver, hallo Jörg,

    noch etwas ist an dem pinkfarbenem Pocilloporin seltsam: Wenn es vor Photodamage/Photobleaching schützen soll, weshalb absorbiert es ausgerechnet im Gelbgrünen bereich, wo weder Chlorophyll noch die akzessorischen Pigmente effektiv absorbieren? Das ist doch eigentlich paradox. Ein Pigment, das den Photosyntheseapparat schützen soll, müsste doch im roten und im blauen Bereich absorbieren, weil da auch die Photosynthesepigmente absorbieren. Was vom Photosyntheseapparat nicht absorbiert (=aufgenommen) wird, kann doch auch nicht schaden. Gerade die oberflächennahen Korallen, die die pinke Färbung zeigen, sind ja auch nicht so dunkel gefärbt, dass sie eine gleichmäßige Photosynthese über das ganze Spektrum zeigen könnten.
    Deswegen wäre auch die vom pinkfarbenen Pocilloporin reflektierte/abgegebene (Fluoreszenz?) Strahlung interessant.

    Grüße

    :winking_face_with_tongue: Hans-Werner,

    gut aufgepaßt ... :smiling_face: (grins)

    Es ist in der Tat widersprüchlich. Der Begriff "Pocilloporin" wurde von Dr. Sophie Dove geprägt, eine Wissenschaftlerin am Centre for Marine Studies (CMS) der University of Queensland in Brisbane, Australien. Sie war die erste, die u.a. aus Pocillopora damicornis das pinke Pigment extrahiert hat und es chemisch charakterisiert hat. Sie hat ihre Befunde in einem Paper veröffentlich, das ich am Ende zitieren werde, es wäre für Dich bestimmt interssant. Der Name "Pocilloporin" kommt eben daher, weil es ursprünglich aus Pocillopora extrahiert wurde.
    Das pinke Pocilloporin fluoresziert nach Anregung mit kurzwelliger Strahlung (340 nm) kaum, so dass die Fluoreszenzeigenschaften funktionell vernachlässigbar sind.
    Es ist jedoch chemisch mit den fluoreszierenden Pocilloporinen verwandt, beides sind Chromoproteine. Die eine Gruppe fluoresziert und absorbiert dagegen nur gering im Bereich zwischen 500 und 600 nm, weshalb diese Fluoreszenzpigmente unter hoher Strahlungsintensität und wenig Blaustrahlung kaum auffallen und dabei wenig farbig sind.


    Sophie Dove hat ein Absorptionsspektrum von diesem Chromoprotein aufgenommen und festgestellt, das es bei 560 nm maximal absorbiert, also wie Du richtig sagst, im gelben Spektralbereich sichtbarer Strahlung.

    Sie hat für dieses Pigment eine Funktion hypothetisch formuliert, die Oliver bereits angesprochen hat: eine Schutzfunktion vor Strahlungsschäden in den Zooxanthellen unter Starklichtbedingungen.

    In der Tat ist der vom pinken Pocilloporin absorbierte Strahlungsbereich für die symbiontischen Dinoflagellaten photosynthetisch so gut wie nicht nutzbar. Aber, und das ist der entscheidende Punkt: Unter hohen Strahlungsintensitäten steigt der Anteil an genau dieser Strahlung, die auf die Photosysteme der Zooxanthellen auftrifft und dabei gestreut wird. Dieses Streulich ist aufgrund seines Energiegehaltes dazu in der Lage, bestimmte Chlorophylle in den Lichtsammlersystemem anzuregen (wie das physikalisch funktioniert würde hier zu weit gehen). Die Strahlungsenergie dieser Photonen wird dann zu den Reaktionszentren geleitet und kann hier eine Strahlungsbelastung (die auf einem Riffdach bei klarem Himmel und trübstoffarmen Wasser ohnehin schon bestehen kann) verursachen.
    Durch die "frühzeitige" Absorption dieser Strahlungsanteile kann dann eben eine zusätzliche Strahlungsbelastung verhindert werden. Das erklärt auch, weshalb zur Induktion der Synthese des pinken Pocilloporins eine hohe Strahlungsintensität vorhanden sein muß. Oiver schrieb bereits, das es ein "Starklichtpigment" ist, das sich in der epidermalen Gewebeschicht, also oberhalb der Zooxanthellen, befindet.

    Es ist nach wie vor eine Hypothese, allerdings ist sie plausibel und vieles spricht dafür, das es so sein könnte. Es ist auch die einzige Hypothese, die es dazu gibt.

    Hier die Literaturangaben:

    Dove, S. G., Hoegh-Guldberg, O. & Ranganathan, S. (2000): Major colour patterns of reef-building corals are due to a family of GFP-like proteins. Coral Reefs 19: 197-204.

    Dove, S. G., Takabayashi, M. & Hoegh-Guldberg, O. (1995): Isolation and characterisation of the pink and blue pigments of pocilloporid and acroporid corals. Biol. Bull. 189: 288-297.

    Das erste Paper habe ich als PDF-file, diesen file kann ich Dir schicken. Ob Du an das Paper von 1995 (Biological Bulletin) rankommst, weiß ich nicht. Wenn Du es nicht bekommst, dann melde Dich, ich kann Dir eine Kopie zukommen lassen.
    Übringens gibt es auch das von Frische zitierte Paper von Salih et al (erschienen in NAture 2000) im Netz als PDF-file, auch den kann ich verschicken.

    Hallo liebe Forummitglieder,

    ich möchte alle Interessierten unter Euch auf eine Diskussion aufmerksam machen, die sich auf den in der aktuellen Ausgabe von "das Aquarium" erschienenen Artikel von Frische und Co-Autoren "Beleuchtung von Riffaquarien" bezieht.
    Hier hat eine interessante Diskussion begonnen, die jetzt leider im "falschen" Forum läuft. Ich hoffe auf eine rege Beteiligung: Eure Erfahrungen sind gefragt, auch wenn es mal wieder etwas "wissenschaftlicher" zugeht. Keine Scheu!

    Zitat

    Original von Hans-Werner
    Ja, Jörg, wie komme ich auf "Grün"?

    Wahrscheinlich weil ich mit schön bunt keine ganz konkrete Farbvorstellung verbinden konnte :] . Und weil halt unter blauen und weißen Röhren ganz ohne UV vor allem die grünen Pigmente vermehrt gebildet werden.

    Mit den UV-Schutz-Pigmenten, die es nicht geben soll, wäre ich mir nicht ganz so sicher, da von einigen Pigmenten eine Absorption u. a. (nicht nur!) im UV-Bereich gemessen worden sein soll. Und es gibt ja das Phänomen der Fluoreszenz, das also UV oder Blau absorpiert wird und die Energie als rote, grüne oder blaue Strahlung wieder abgegeben wird. Folge ich da nicht Deiner Nomenklatur, sind das keine Pigmente? Habe ich Dich da falsch verstanden?
    Ich halte die UV-Schutz-Pigmente noch nicht für ganz gestorben.

    Grüße

    Hans-Werner

    Ich bin bei grün stutzig geworden, weil diese Farbe, so wie es Frische und Co-Autoren schreiben, v.a. bei den Beleuchtungsmitteln mit höheren Kelvingraden induziert wird und ich für dieses grüne Pocilloporin (Abs.-max. 500 nm) die Aussage von den beiden Autoren, das Leuchtmittel mit höherer Farbtemperatur die Farbigkeit in Korallen fördert, unterstützen kann. In Becken, die mit 14000 K Brenner bestrahlt werden, sind die meisten Acropora-Arten grün. Diese Feststellung gilt allerdings nicht für pinke, blaue oder gelbe Chromoproteine!

    Es gibt in der Tat einige fluoreszierende Chromoproteine, die bei 380 nm, also an der oberen Grenze des UV-A Bereiches, absorbieren und eine Fluoreszenzstrahlung reemittieren, die dann irgendwo bei 420 nm liegt (diese reemittierte Fluoreszenz kann dann photosynthetisch nutzbar oder auch nicht nutzbar sein). Hier liegt ein Grenzfall vor, denn bei 380 nm handelt es sich nur um die maximale Absorption, darüber hinaus absorbiert die Substanz auch zwischen 370 - 390 nm, allerdings sehr viel geringer als bei 380 nm. Ein Absorptionsspektrum gleicht stets einer Gaußschen Verteilungskurve. Deshalb würde ich hier immer noch von einem Pigment sprechen, weil der Absorptionsbereich mit dem sichtbaren Spektrum überschneidet. Ausserdem sind diese UV-absorbierenden fluoreszierenden Chromoproteine in den aquaristisch relevanten Steinkorallen sehr selten und kommen v.a. in agariciiden Korallen in der Pigmentgranula-Schicht unterhalb der Zooxanthellen vor.

    Es geht bei der Definition nur um die Absorption, nicht um das Fluoreszenzverhalten! Per Definition handelt es sich nur dann um ein Pigment, wenn die Substanz im sichtbaren Spektrum absorbiert. Natürlich kann sie auch gleichzeitig ein Absorptionsmaximum im UV- und im sichtbaren Bereich besitzen, dann ist es immer noch ein Pigment, nur nicht umgekehrt.

    Und wenn eine Substanz UV-Strahlung absorbiert, dann heißt das noch lange nicht, das diese Substanz gegen UV-Strahlung schützt. Es ist heute noch strittig, ob MAAs, die im allgemeinen als UV-Schutzverbindungen diskutiert werden, überhaupt aktiv als Schutz gegen UV-Strahlung synthetisiert werden, oder ob es nicht nur einfach Sekundärmetabolite sind, die im Stoffwechsel auftreten und zufällig u.a. gegen UV-Strahlung schützen. Es exisitert kein experimenteller Beweis dafür, das MAAs UV-Schutzverbindungen sind. Dies nur als Beispiel dafür, das man für eine UV-absorbierende Substanz nicht zwangsläufig eine UV-Schutzfunktion deklarieren sollte.

    Darüber hinaus ist der Spektralbereich, in der die o.g. Fluoreszenzpigmente absorbieren, also bei 380 nm, physiologisch noch nicht so schädlich, im Gegenteil, viele physiologische Vorgänge werden durch UV-A Strahlung reguliert, z.B. der Tag/Nacht-Rhythmus.

    Aufgrund der Definition ist der Begriff "UV-Schutzpigment" nicht korrekt und impliziert falsches. Die "UV-Schutzpigmente" wurden in der Wissenschaft noch nie so bezeichnet, es ist eine rein aquaristische Bezeichung! Im übrigen ist das auch nicht meine Nomenklatur und auch nicht auf meinem Mist gewachsen!

    das mit dem Grün ohne UV habe ich in irgend einem Diskussionsforum schon beim letzten Symposium in Bochum gesagt.

    ==> wie kommst Du denn auf grün ? Oder weiß ich schon nicht mehr, was ich so in der Eile schreibe ?

    Ansonsten stimme ich Dir was Jerlov angeht vollkommen zu. Es ist allerdings immer schwierig, wissenschaftliche Befunde in die aquaristiche Praxis umzusetzen und v.a. sie einer breiten Masse zugänglich zu machen.

    Es gibt einige Literatur über die Lichtnutzung und -adaption von Mikroalgen (Ökophysiologie der Algen, Blaulichtsyndrom) und bisher ist noch niemand darauf eingegangen. Nicht einmal die Spektralverteilung in reinem Meerwasser oder sauberem Küstenwasser nach den Messungen von Jerlov ist mir irgendwo aufgefallen. Ebenso fehlt überall die Tiefenverteilung der Korallen, die wir tatsächlich pflegen.


    Hallo,

    wie Robert schon sagte, haben wir uns beim Meerwassertreffen in Bremen ausgiebig über diesen Artikel, speziell zum Abschnitt "Farbigkeit von Korallen", unterhalten. Ich will das hier alles gar nicht mehr aufrollen.

    Was mich immer am meisten aufregt, ist die Aussage, das
    die schönen bunten Farben in Steinkorallen auf UV-Schutzpigmente zurückzuführen sind. Da steigen mir die Haare auf... leider findet man solche Aussagen z.B. in Fossa&Nilsen Bd.1 4. Aufl., und die Autoren Frische etc. zitieren diese Passagen auch noch ohne nachzufragen ... einfach schade.

    UV-Strahlung ist für den Menschen nicht sichtbar. Eine Substanz, die ausschließlich UV-Strahlung absorbiert (und nur dann kann sie eventuell eine UV-Schutzfunktion übernehmen) wird uns Menschen niemals farbig erscheinen und wird
    gar nicht sichtbar sein. Ein Pigment absorbiert immer im sichbtaren Spektralbereich und erscheint uns daher farbig. UV-Schutzpigmente gibt es also nicht !!

    Die farbigen Pigmente in Steinkorallen sind also niemals UV-Schutzverbindungen, weil sie keine UV-Strahlung absorbieren.

    Und dann wird noch Fossa&Nilsen weiter zitiert und gesagt, solche "UV-Schutzpigmente" kann man im Aquarium erhalten,
    wenn man Leuchtmittel benutzt, die UV-A und UV-B - Strahlung
    emittieren ... das war's dann mit dem schönen Aquarium ...
    Fische blind ... Korallen weiß ... jede Menge Cyanobakterien ...

    naja, wenn sich Oliver von dem Schreck erhohlt hat, wird er wohl auch noch jede Menge schreiben.

    Eins will ich ihm aber noch vorwegnehmen: Der Artikel ist gefährlich !


    @ Werner: Es ist wohl richtig, das die in der Literatur veröffentlichten Befunde über Photoakklimatisation in Mikro- und Makroalgen nicht oder wenig aquaristisch aufgearbeitet sind. Das liegt wohl daran, das wir uns darüber noch nie Gedanken machen mußten, weil die Diversität bezüglich Makroalgen und v.a. Mikroalgen in den Riffaquarien sehr mager ausfällt. Die besonderen Adaptationen von Rotalgen und photoautotrophen Cyanobakterien bezüglich Phycobiliproteiden und Phycobilisomen sind zwar auch aquaristisch relevant, aber es tangiert den Riffaquarianer nicht unmittelbar so stark wie z.B. Eifluß des Strahlungsspektrums auf die Farbigkeit.

    Ich denke eines ist sehr wichtig und dabei schlägt man mehrere Fliegen mit einer Klappe: Ausgeglichene Emissionsspektren der Leuchtmittel ohne große Lücken oder überproportional vorhandener Wellenlängen fördern sowohl Korallen, Makro- und Mikroalgen in ihrem Wachstums und ihrer Pigmentierung. Und da gibt es heute ja schon gute Sachen.

    Jerlov charakterisiert Wassertypen v.a. anhand ihrer Trübstoffcharakteristika. Im Aquarium kann man das wohl aufgrund des geringen Wasservolumens bzw. der geringen Wassersäule vernachlässigen.

    Zitat

    Original von harry bauer
    hab nochmal nach geschaut, ist doch garnicht so teuer die Balling Methode. Hatte irgendwie einen anderen Betrag im Kopf. Eine Frage noch: Wie macht ihr das mit den Spuris? wieviel gebt ihr bei Balling zu? Ich frage, weil ich seit Monaten garnichts mehr zugebe. Noch eine FRage: Müssen es bei Balling die Spurenelemente sein, die dazu angeboten werden? Oder kann man auch andere Benutzen. Ich hab noch soviel und müßte dadurch jetzt schon wieder 3 Flaschen kaufen.

    Harry

    Hallo Harry,

    die Spurenelementzufuhr ist nicht obligatorisch, sie bietet sich nur an. In Deinem Falle brauchst Du also nur die eigentlichen Komponenten der Balling-Methode: Calciumchlorid, Natriumhydrogencarbonat und NaCl-freies Meersalz.

    Ich möchte zur Kalkwassermethode noch etwas beitragen, die wurde weiter oben so platt gemacht, das sie hier gar nicht mehr weiter diskutiert wird. Der Effekt der Phosphatausfällung kommt natürlich nur dann zum tragen, wenn überhaupt anorganisches Phosphat im Wasser gelöst vorliegt. Und hier gibt es ja mittlerweile jede Menge Mittel und Wege, ein recht phosphatfreies Wasser herzustellen.
    Die Kalkwassermethode hat auch Vorteile, die nicht unerwähnt bleiben sollen: Bei einer richtigen Anwendung, tropfenweise und in der Dunkelphase, kann man nichts flasch machen, die Erhöhung der Alkalinität (vereinfacht des pH-Wertes) fördert das Wohlbefinden vieler Organismen: z.B. Kalkrotalgen. Michael Mrutzek gibt seit Jahr und Tag Kalkwasser parallel zum Kalkreaktor und hat ein beneidenswertes Wachstum sehr schöner Kalkrotalgen.
    Fadenalgen mögen diese pH-Wert Anhebung nicht, weshalb oft bestehenden Fadenalgenproblemen dadurch Einhalt geboten werden kann.
    Das man bei starkem Kalkalgenwachstum und (Stein)korllenwachstum die Calciumversorgung mit der Kalkwassermethode nicht ermöglichen kann, ist klar. Die Anwendung der Kalkwassermethode kann dennoch parallel zu Kalkreaktor oder Balling empfohlen werden.

    [QUOTE]Original von Thomas Pohl
    Hallo Jörg,
    das was ich schrieb bezog sich auf Quinies Problem.
    da er nur eine Acropora hat und mehr oder weniger Anemonen,
    braucht er keine Zugaben von Spuren, da diese Acro nur vor sich hin vegetiert..... kann man das nicht mit Spurenelemente Zugaben ändern.
    Das heisst, solange nichts wächst.... verbraucht auch niemand die Zugaben... eine Dosierung erhöht nur ständig
    die menge an Spuren, am Wachstum wird sich nichts ändern, egal ob wenig oder viel Belastung.... Es ging mir eigentlich nur drum mal zu schreiben, dass bei stetigem Wachstum natürlich Spuren verbraucht werden.... aber gerade bei unserem Zeovit System damit sehr feinfühlig umgegangen werden muss, dass wissen die Leute auch die dies erfolgreich benutzen,ein bischen zuviel und die Koralle rutscht ins braun, deshalb schrieb ich er soll nichts mehr dosieren....
    Sein Satz war ''meine Acropora wird immer brauner....
    Gruss Th.

    Hallo Thomas,

    mir geht es um diesen Satz:
    "wenn du Zeovit benutzt, dann brauchst du solange keine Spurenelemente egal welcher Fa.. bis deine Koralle Farbe hat... soviel zu.. ''nach Vorschrift''

    In dem Satz kann man das "du" auch verallgemeinert auffassen und nicht nur auf Quinie bezogen verstehen, zumindest habe ich es so aufgefasst, soz. als allgemein gültiges Statement.


    Es gibt viele Leute die mit dem Zeovit ihre Nährstoffgehalte nicht runter bekommen, und zwar entweder, weil sie sehr stark füttern und ihr Fischbesatz viel "Dreck" macht, oder weil im Aquarium durch alte Sediment- und Detritusablagerungen Nitratquellen vorliegen. Nitrat kann vom Zeolithgemisch nicht adsorbiert werden, sondern nur die "Vorstufe" Ammonium. Die Bakterien auf der Zeovitoberfläche bzw. im Zeovit werden das Nitrat bei den vorherrschenden Durchflussraten wohl kaum zu fassen kriegen.

    Gerade in solchen "Sedimentbecken" sind auch die Lebenden Steine oder sonstige poröse Dekorationsmaterialien stark zugesetzt, so das hier ein Nitratabbau auch bei allgemein nützlichen Dosierung der C-Quelle im Zeofood nicht genügt. Und in diesem Falle wäre es fatal, wenn sich die Leute strikt an die "Vorschrift" halten und die Spurenelementdosierung reduzieren. Das kann dann langfristig in die Hose gehen, auch wenn Du im "Zeofood" viele verschiedene Substanzen und wohl auch Spurenelemente drin hast.

    Hallo Oliver,

    "Der Wirt kontrolliert jedoch die Zooxanthellendichte im Gewebe indem er z.B. die "Ausschleusung" über das Cytoplasma steuert. Selbst die eigentliche Vermehrung der Zooxanthellen können über die Entnahme der Primärprodukte über den Wirt indirekt kontrolliert werden."

    ==> das ist für oligotrophe Verhältnisse richtig.
    Allerdings funktioniert dies nicht unter eutrophen Verhältnissen in der Wassersäule. Sobald die Nährstoffe im Wasser akkumulieren und die Koralle mehr Stoffwechselendprodukte wie z.B. Ammonium produziert, ist sie (die Koralle als Wirt) nicht mehr in der Lage, diese Fülle an Stoffwechselendprodukten an den Zooxanthellen "vorbeizuschleusen", was sie ja auch nicht muss. Das Wachstum und die Vermehrungsrate der Zooxanthellen ist somit für die Korallen als Wirt außer Kontrolle gesetzt. Hier wird sich dann ein mutualistisches Gleichgewicht einstellen, ohne Beeinflussung durch nur einen der beiden Symbiosepartner.


    "Der Energieüberschuß kommt dann dem Wirt zugute und fließt nicht in die eigen Vermehrung."

    ==> Nein, das würde der Koralle zwar gefallen, aber das funktioniert nicht! Im Falle einer Eutrophierung der Wassersäule werden die Zooxanthellen aufgrund ihres stärkeren Wachstums und ihrer hohen Teilungsaktivität ihre Assimilate selbst veratmen und erzeugen durch ihre höhere Respirationsrate sogar noch überschüssiges CO2, was dann bei Steinkorallen zusätzlich zu der verminderten Assimilat-Translokation zu einer Herabsetzung der Calcifizierungsrate führt, da freies CO2 die Calcifizierung hemmt. Genau wie bei der Koralle die Respirationsrate durch die Aufnahme der Nährstoffe ansteigt, wird dies auch bei den Zooxanthellen so sein, anders wäre es energetisch gar nicht möglich.

    Deshalb hat eine Eutrophierung auch fatale Folgen für ein Korallenriff, weil durch die herabgesetzten Wachstumsraten der hermatypischen Steinkorallen der Konkurrenzdruck auf die Makroalgen abnimmt und letztere sich dann stärker Ausbreiten können. Dabei kann sich die bislang stabile Lebensgemeinschaft (Biozönose) zugunsten der Algen verändern.

    "Die erhöhte Zooxanthellendichte resultiert also aus der Notwendigkeit den Überschuß an Amonium loszuwerden und ist eine kontrollierte Reaktion des Wirtes auf den gesteigerten Eiweißstoffwechsel, der zwangsläufig bei einem Nährstoffüberangebot (N,P) herrscht."

    ==> Nein, es ist eine unkontrollierte Reaktion, unabhängig von der Notwendigkeit für die Koralle, sich von der Ammoniumtoxizität zu entziehen! Aber sie kann es nicht kontrollieren!

    Ich bin der Meinung, das dies der häufigste Grund dafür ist, warum man unter aquaristischen Bedingungen erhöhte Zooxanthellendichten (braunere Korallen) hat.

    ==> ja! Und warum Korallen bei sinkenden Nährstoffgehalten auch im Aquarium heller werden können.


    Grüße, Jörg

    [QUOTE]Original von Thomas Pohl
    So Quinie,
    wenn du Zeovit benutzt, dann brauchst du solange keine Spurenelemente egal welcher Fa.. bis deine Koralle Farbe hat... soviel zu.. ''nach Vorschrift''
    Dieser Weg basiert nicht mehr auf Zwangsfärbung durch irgendwelche Spurenelemente, sondern auf Naturnahe Farben..
    umdenken bitte... wenn bei Zeovit Braun kommt,dann is schon viel zu viel drin... also nicht Nährstoffe senken und auf der anderen Seite in Form von Spuren...Jod ect.pp zugeben.
    Du hast zwei Möglichkeiten.
    1. Normal über Spuren u.s.w. normale stumpfe Aquariumfarben,
    Hersteller übrigens egal.
    2: Zeovit normale Naturnahe Färbung.. siehe Bild.
    Oder was sagst du... Bernd?
    Gruss Th.


    Hallo Thomas, Quinie,

    ich möchte den Beitrag von Thomas nicht kommentarlos stehenlassen:
    Die Spurenelementverfügbarkeit muß dem Nährstoffgehalt angepaßt sein, damit keine Wachstumslimitierung durch ein Ungleichtgewicht im Nährstoffhaushalt der Organismen auftritt. Je mehr Stickstoff und Phosphor in Form anorganischer Nährstoffe im Wasser gelöst vorkommen, desto mehr werden diese Nährstoffe von den Organismen aufgenommen, und desto schneller werden die Spurenelemente verbraucht, weil diese durch den gestiegerten Metabolismus dann vermehrt aufgenommen werden müssen. Die Spurenelementdosierung muß also erhöht werden, sonst kann es zu Problemen kommen, z.B. zu einer plötzlichen Stagnation des Wachstums oder sogar zum plötzlichen Absterben von Korallen.

    Die Aussage von Thomas ist also nur dann korrekt, wenn die Nährstoffgehalte bezüglich Stickstoff und Phosphor sehr niedrig bzw. mit unseren Tests nicht nachweisbar sind. Wenn z.B. durch einen hohen Fischbesatz oder durch starke Detritusablagerungen (v.a. in älteren Becken) mehr Nährstoffe vorhanden sind, dann sollte die Spurenelementdosierung auf keinen Fall eingestellt werden, im Gegenteil, dann muß sie erhöht werden!

    Thomas hat recht, wenn er sagt, das bei niedrigen Nährstoffgehalten die Korallen durch eine vergleichsweise hohe Spurenelementversorgung braun werden. Das liegt daran, das die Zooxanthellen dann ebenfalls zur Zellteilung angeregt werden. Es kann auch sein, das in diesem Fall bestimmte Spurenelemente (v.a. Schwermetalle) toxisch wirken, weshalb hier die Spurenelementversorgung reduziert werden muß.

    Was die Farbigkeit bzw. die Braunfärbung angeht:
    Die braune Grundfärbung wird durch die spezifische Pigmentausstattung der Zooxanthellen verursacht. Je mehr Zooxanthellen die Koralle enthält (= je höher die Zooxanthellenpopulationsdichte im Korallengewebe ist), desto brauner wird das Korallengewebe. Eine Erhöhung der Zooxanthellendichte kann zwei Ursachen haben:

    1) Der Nährstoffgehalt ist im Wasser hoch: die Korallen nehmen die Nährstoffe auf, haben dadurch einen höheren Stoffwechsel und produzieren mehr Abfallprodukte, u.a. Ammonium und Phosphorverbindungen, mit denen dann die Zooxanthellen automatisch "gedüngt" werden. Durch diese Düngung werden sich die Zooxanthellen stärker vermehren und die Braunfärbung nimmt zu.

    2) Die Strahlungsintensität ist zu gering: dann wird die Koralle die Teilungsfähigkeit der Zooxanthellen durch eine höhere Nährstoffversorgung erhöhen und dadurch eine höhere Zooxanthellendichte erzeugen, wodurch die Koralle brauner wird. Je mehr Zooxanthellen, desto mehr Licht kann eingefangen werden.

    Beides kann bei Dir, Quinie, der Fall sein. Die Farbigkeit wird bei Anwendung der Zeovit-Methode nicht direkt gefördert, sondern kommt v.a. dadurch zustande, das die Nährstoffgehalte unter bestimmten Voraussetzungen im Aquarium sehr niedrig gehalten werden können und dadurch die Zooxanthellendichte abnimmt, weil die Zooxanthellen nicht so stark "gedüngt" werden (also der umgekehrte Fall zu Punkt 1, s.o.). Dabei wird das Korallengewebe heller und vorhandene Farbpigmente kommen erst dann oder besser zur Geltung.
    Die Farberhaltung und Farbbildung wird primär durch die spektrale Zusammensetzung der Leuchtmittel und die Strahlungsintensität bestimmt. Spurenelemente fördern nur dann die Farbigkeit, wenn die Koralle durch ein Mangel an Spurenelementen diese Pigmente nicht (so stark) synthetisieren konnte, obwohl die Koralle durch bestimmte Spektralbereiche der Beleuchtung und/oder durch die Strahlungsintensität zur Pigmentbildung angeregt wurde.

    Dies als Hintergrund zu Deiner Frage, Quinie.

    Du solltest also v.a. mal Deine Nährstoffgehalte messen, v.a. Nitrat und Phosphat. Welche Brenner verwendest Du denn?

    Zitat

    Original von Frank M.
    Hallo!

    Danke erstmal für eure Antworten!:)

    Das der Nitratgehalt gesenkt wird liegt natürlich auch in meinem Interesse,ist doch wohl klar.

    Was mich nur wundert:Die Xenien überleben ja nicht nur,die vermehren sich wie Sau!Und die Röhrenkorallen sind giftgrün,was sie bei hoher Nitratbelastung normalerweise auch nicht sein sollen.Das wundert mich sehr.

    Ich hab meinen Rieselfilter schon vor längerer Zeit entfernt und wollte es jetzt mit einem Schwefelfilter versuchen.Der von Amtra kostet aber über 300 Euro und ein begnadeter Bastler bin ich auch nicht.:(

    Hallo,

    viele Nitrat-Tropftests funktionieren bei Vollentsalztem Wasser nicht und zeigen dann solche Ergebnisse an. Es fehlen dann bestimmte Ionen, die für die Funktion des test wichtig sind. Deshalb kannst Du das mit dem roten Testergebnis nicht auf den Test schieben.

    Was Nitrat angeht, Nitrat ist nicht toxisch, zumindest nicht in diesen Messbereichen. Es tötet also keine Korallen, im Gegenteil, v.a. Weichkorallen können mit diesen stickstoffgehalten prächtig wachsen, so lange kein anderes Nährelement wie Phosphor oder Eisen limitieren. Bei Steinkorallen ist das allerdings anders. Die erhöhten Stickstoffgehalte führen dazu, das die Koralle mehr dieser Nährstoffe aufnimmt und durch die gesteigerte Stoffwechselaktivität entsprechend eine höhere Respiration (Atmung) zeigt. Dann produziert die Koralle mehr Ammonium, was von den Zooxanthellen aufgenommen wird. Die Zooxanthellen erhalten also eine Stickstoffdüngung und vermehren sich sehr stark, wodurch die Populationsdichte dieser algen im Korallengewebe ansteigt. Die Algen haben selbst auch eine erhöhte Stoffwechselaktivität und erzeugen eine Menge an CO2, was sie gleichzeitig nicht alles für die Photosynthese verbrauchen können. CO2 stört allerdings den Calcifizierungsprozess, wodurch die Wachstumsraten von Steinkorallen in den Keller gehen.
    Bei Weichekorallen spielt das allerdings eine sehr untergeordnete Rolle. Deshalb wachsen Deine Xenien so gut.

    Hier wurde die Zugabe von Magnesiumchlorid im Zusammenhang mit der Balling-Methode angesprochen.
    Die Menge von nur 34 Gramm Magnesiumchlorid wird zugegeben, weil sich sonst das Ionengleichgewicht verschiebt.

    Hallo,
    in der Balling Methode sind die Chlorid- und Natriumionen bereits durch Zugabe des NaCl-freien Salzes mit den Sulfaten ausgeglichen. Die Zugabe von MgCl zur Calciumchloridlösung hat meines Erachtens nur den Vorteil einer gleichzeitigen und bequemen Mg2+-Zufuhr. Allerdings verschiebst Du dann wieder das Gleichgewicht in Richtung Chlorid.

    Zitat

    Original von Jürgen Schmidt
    hallo,

    welche Mixtur kann ich mir in der Apotheke zusammen stellen lassen um mein Becken damit zu versorgen?
    Habe ich bis jetzt mit gekauften Spurenelementen
    gearbeitet!

    Hallo Jürgen,

    es gibt zwei Möglichkeiten:

    1) Lugol'sche Lösung, die aus elementarem Iod (I2) und Kaliumiodid (KI) besteht, die zusammen zu sog. Polyiodiden reagieren, wodurch das elementare Iod in Lösung gehalten wird. Ist altbewährt und gibt gute Resultate.
    Hier eignet sich für die Aquaristik v.a. eine 5%ige oder besser noch 10%ige Lösung.
    Die "ursprüngliche" LL ist 1%ig und wird in Apotheken oft von Merck fix und fertig für mikroskopische Zwecke bestellt, diese ist für uns allerdings i.d.R. zu dünn, d.h. v.a. bei größeren Becken muss man dann schon eine Menge dosieren.
    Viele Apotheker bekommen es aber auch gebacken, die 10%ige LL selbst herzustellen, man muß es nur explizit sagen, das man nicht die 1%ige will.
    Dosierung:
    1%ige LL: 10 Tropfen/100 L und Tag
    5%ige LL: 5 Tropfen/100L und Tag
    10%ige LL: 1 Tropfen/100L und Tag

    2) PVP-Iod ((Polyvinyl-Pyrrolidon) z.B. Betaisodona, Polysept), ist durch PVP komplexiertes Iod, d.h. sehr stabil und gut halt- und lagerbar. Die Iodlösung ist sehr hoch konzentriert. Man kann diese Lösung zur Nachdosierung von Iod wie auch zur Behandlung von mit Parasiten befallenen Korallen verwenden (siehe Plagegeister-Artikel von Michael Mrutzek in das Aquarium), was mit LL nicht so gut geht, oder sich einfach selbst auf eine Wunde schmieren.

    Nach Dissoziation des Komplexes im Wasser wird das PVP abgeschäumt, d.h. ohne Abschäumer würde ich das nicht so lange machen, damit das PVP nicht im Wasser akkumuliert. Auch ist der Vorteil, das bei einer Überdosierung i.d.R. nichts passiert, weil die undissoziierten Iodkomplexe wieder über den Abschäumer entfernt werden können.
    Ich würde 1 Tropfen unverdünnt pro 200L und Tag dosieren, maximal 1 Tropfen auf 100L und Tag bei gutem Korallenbesatz.

    [QUOTE]Original von pfaelzer

    Hallo,

    Patrick hat ja Gott sei Dank schon geantwortet. Dinoflagellaten, mit Doppel-L, heißen auch Panzergeißler, weil sie die von Patrick schon beschriebenen Merkmale aufweisen.
    Die Einteilung Pflanze/Tier läßt sich allerdings nicht nur durch das Vorhandensein bestimmter Plastiden klären. Tiere sind auch nicht in der Lage Cellulose zu synthetisieren, Dinoflagellaten allerdings schon, weshalb man sie durchaus dem Pflanzenreich zuordnen muß. Aber darum geht es nicht.

    ES SIND KEINE BAKTERIEN!

    Was auf dem Bild zu sehen ist, sind meiner Meinung nach keine Dinoflagellaten, sondern Diatomeen, sog. Kieselalgen. Dinoflagellaten sind im Querschnitt eher rund bis oval, diese Zellen hier sind, wie man es an den farblich andersartigen, quer abgebildeten Zellen sehen kann, abgeflacht.
    Kieselalgen haben auch eine äußere Hülle, die aus zwei Teilen besteht, einer oberen und einer unteren Hülle. Diese kann man auch ganz gut auf dem Bild erkennen. Diese Hüllen bestehen v.a. aus einer Silikathaltigen Struktur. Der Silikatgehalt im Wasser begünstigt dann das Auftreten solcher Algen.

    du schreibst drei Lösungen, also nehme ich an, dass du Magnesiumchlorid als dritte Lösung meinst. Warum setzt du die extra an und gibst sie nicht zur Calziumchloridlösung dazu?

    ==> Die dritte Lösung wird mit NaCl-freiem Meersalz angesetzt. Bei der Reaktion CaCl2 + 2 NaHCO3 <=> Ca(HCO3)2 + 2 NaCl, auf der die Balling Methode beruht, entsteht NaCl. Und das würde langfristig zu einer Ionenverschiebung bezüglich Na+Cl- und den vielen anderen Inhaltsstoffen im Meerwasser.
    Allerdings löst sich dieses NaCl-freie Salz nicht sonderlich gut, weshalb man es beim Wasserwechsel hinzufügt, wenn ein größeres Wasservolumen angesetzt wird.

    Hallo,

    ich will diese Umfrage gar nicht in Frage stellen. Mich hatten eben nur diese 500 L gestört, weil diese Zahl eine willkürlich festgesetzte Grenze darstellt, die es eigentlich gar nicht gibt. Aber egal, zum Thema Balling:

    Meines Erachtens ist die Balling-Methode auch für Becken mit starkem Steinkorallenwachstum geeignet. Ich sagte nicht, das Balling dann nicht mehr geeignet sei, sondern das der Kalkreaktor dann wohl die erste Wahl darstellt, und zwar aus Kostengründen. Irgendwann rechnet sich ein Kalkreaktor einfach.
    Ich selbst löse die Balling-Komponenten, bis auf das NaCl-freie Meersalz direkt im Aquarium auf, von daher ist es auch zeitlich nicht sehr aufwendig (kein Ansetzen von Lösungen); und in der Anwendung sehr einfach.

    Aber da die Salze recht teuer sind, könnte ich mir als Nicht-Kalkreaktorbetreiber gut vorstellen, das trotz Anschaffungskosten langfristig Geld gespart wird, wenn ein Kalki angeschafft wird. Man möge mir widersprechen, wenn ich da falsch liege :smiling_face:

    Wird man bei starkem Steinkorallenwachstum mit Balling täglich dosieren müssen, kann man beim Kalkreaktor auch mal einige Tage weg fahren, ohne Angst haben zu müssen, das einem der Calciumgehalt und die KH abschmiert.

    Ich bin also eigentlich pro "Balling"! Am besten ist es, man probiert es einfach für sein Aquarium aus. Prinzipiell muß es denke ich nicht immer sofort ein Kalkreaktor sein, schon gar nicht direkt zu Beginn. Wenn man erst einmal über einige Wochen den Kalkverbrauch in einem mehr oder weniger fertig besetztem Becken ermittelt, kann man sich leicht ausrechnen, was langfristig günstiger ist.

    Zitat

    Original von Wensi
    Hallo Jürgen !
    Ich benutze nachdem das Magnetventil vom Kalki den Geist aufgegeben hat "nur" noch Biocalcium von Tropic Marin ( das ist zwar nicht billig, aber das Steinkorallenwachstum ist seitdem sehr gestiegen), deswegen habe ich mal als Caciumhydroxid abgestimmt... ist zwar nicht das gleiche... aber kommt dem am ähnlichsten.
    Gruß
    Wensi

    Hallo zusammen,

    erstens: Biocalcium stellt nichts anderes dar als die in einer Mischung vereinigten Komponenten der Balling-Methode, deshalb muß dieses Produkt nicht extra in die Abstimmung miteinbezogen werden

    zweitens: Calciumhydroxid ist nicht nur nicht das gleiche wie die Balling-Mehtode ... sondern hat damit gar nix zu tun! Deshalb Wensi war Deine Abstimmung leider falsch :smiling_face: aber davon geht wohl die Welt nicht unter !

    drittens: Wenn in einem 200 L Becken nur Steinkorallen wachsen und dann auch noch mit hoher Calcifikationsrate, wäre wohl ein kalkreaktor die erste Wahl. In einem 500 L Becken mit Weichkorallen reicht Balling immer noch aus. Die Frage Balling oder Kalkreaktor läßt sich also nicht so pauschal am Beckenvolumen festmachen.

    Zitat

    Original von Matthias Wucherer
    ...
    Hab jetzt mal Rowa-Phos bestellt, um das PO4- gebunden rauszubringen. Werde es einsetzen, und in 1 1/2 - 2 Wochen so gut es geht mechanische Vernichtungsarbeit leisten, dann müsste ein Großteil heraussen sein.
    Mir fällt ein: Habe mein Zeovith schon rel. lange drin....gibt das nach einiger Zeit wieder PO4- ab? Hab das neue schon bestellt, kann aber wie immer dauern.

    Seeigel gefalllen mir wirklich sehr, aber Kalkrotalegen noch viel mehr!
    Danke trotzdem für den Tipp.

    Ich hoffe das klappt jetzt mit der Phosphatreduktion....

    vielen Dank Euch!

    Hallo Matthias,

    das Zeovit bindet Phosphat nicht direkt. Das Material gibt in den ersten Wochen v.a. Eisen- und Mangankationen ab, und diese beiden Ionen reagieren dann mit im Wasser gelöstem anorg. Phosphat. Der bei dieser Fällungsreaktion entstehende feine Niederschlag wird vom Abschäumer erfaßt. Deshalb ist das Zeovith als Phosphatentferner nur kurzzeitig wirksam. V.a. wenn man viel füttert kommt man um einen "echten" Phosphatadsorber nicht drum herum.

    Zitat

    Original von Peter Schmiedel
    Ich muß auch Joe recht geben, die Koralle hat keine Axial Polypen.

    Wie unterscheiden wir denn die Anacropora von der von Jörg eingebrachten Montipora?


    Anacropora - Arten haben in der Tat keine Axialkoralliten, aber sie haben halt eine viel geringere Polypendichte als andere Vertreter acroporider Korallen.

    Montipora-Arten haben sehr dicht stehende Polypen, die i.d.R. auch sehr klein sind. M. digitata hat kleinere und dichter stehende Polypen als die M. samarensis.

    Ich habe aber auch ein halbes Jahr gebraucht, bis ich mir bei meiner M. samarensis sicher war, das es keine M. digitata ist. Bei M. samarensis ist die Wachstumsspitze aber auch anders, i.d.R. breiter und sehr weich, kann's aber nicht so gut beschreiben.


    Was die andere faviide Koralle angeht würde ich persönlich auf Favites tippen, aber auch eine Zugehörigkeit zur Gattung Goniastrea nicht ausschliessen. Veron (1984) beschreibt bei Favites, das bei den exponierten Polypen ein einzelner Tentakelkranz sichtbar ist. Auf dem Detailfoto meine ich aber teilweise auch doppelreihige Tentakelkränze zu erkennen. Allerdings schreibt Veron nichts über die Tentakel bei Goniastrea-Polypen.

    Ich glaube, wenn wir die Gattung halbwegs sicher hinkriegen, dann ist das mehr als gut. Auf die Art zu bestimmen ist wohl so gut wie unmöglich, zumindest ohne optische Hilfsmittel.

    [QUOTE]Original von Joe


    moin peter,

    nun, die lila acro schaut nach 'valida' aus, muss aber nicht sein.

    die dahinter wird eine anacropora sp. sein.


    ==> würde hier eher von einer Montipora samarensis ausgehen. Anacropora hat im Querschnitt runde Äste, diese hier hat leicht abgeflachte, typisch für M. samarensis.

    Zitat

    Original von Thomas Chronz
    Hallo Jörg,

    ROWAlith ist ein natürliches Mineral, das aus fossilen Korallenriffen abgebaut wird. Chemisch besteht es zu 99,5 % aus Calciumcarbonat (CaCO3). 
    Quelle: ROWA

    Aha, danke Thomas. Die niedrige KH paßt dann natürlich nicht ins Bild! Vielleicht stimmt ja was mit den Messergebnissen von Michael nicht? :confused_face:

    [QUOTE]Original von Hans-Werner
    Hallo Michael,

    für mich ist weder der KH-Rückgang bei Anstieg von Ca und Mg, noch der KH-Anstieg bei Halbierung des Ca-Gehaltes erklärlich.
    Ersteres würde bedeuten, dass da irgendwo saure Ca- oder Magnesiumsalze versteckt waren, was eigentlich nicht sein sollte, letzteres, dass in dem Korallenkalk Puffer wie Natriumhydrogencarbonat enthalten waren, was auch schwer in dem Maße annehmbar ist. Falls doch, solltest Du den Korallenkalk in Zukunft für ein paar Tage in Leitungswasser wässern, das Du mindestens einmal wechselst.
    Normalerweise sollte bei Kalkreaktoren der Anstieg von Ca/Mg (je nach Substrat) und KH immer parallel verlaufen. Ein anderes Verhalten kann ich nicht erklären, es sei denn durch Meßfehler.

    Grüße

    Hans-Werner


    Hallo Hans-Werner,

    weißt Du was Rowalith ist? Ich dachte nämlich, das würde v.a. CaCl2 enthalten. Das würde zumindest den Anstieg von Ca2+ und die niedrige KH erklären.

    Wegen der KH von 8 denke ich, das der Kalkreaktor nach Ausetzung zu hoch eingestellt wurde und der CO2-Eintrag einfach zu hoch ist, weshalb nach "Abstürzen" des Calciumgehalts sehr schnell wieder die KH ansteigt.

    ... aber ich sollte doch genauer lesen ... habe das gar nicht bemerkt, das die KH bei 8° dKH liegt.

    Zitat

    Original von alfred
    Hallo Michael,

    Kalkreaktor & Kalkwasser ist ein Mischung die nicht ganz optimal ist. Das Calziumhydroxid reagiert mit den Calziumcarbonat, damit senkst du einen Ca-Wert, oder sollte ich das nicht richtig verstanden habe? :confused_face:

    alfred

    Hallo Michael und Alfred,

    nein, das hat nichts mit dem Kalkreaktor und dem Calciumhydroxid zu tun. Der parallele Betrieb eines Kalkreaktors und eine Kalkwasserzugabe ist kein Problem, entgegen der weit verbreiteten Meinung. Die richtige Anwendung des Kalkwassers ist wichtig, ob mit oder ohne Kalkreaktor: stets tropfenweise in der Dunkelphase bei niedrigen pH-Werten! Eine Konkurrenzreaktion zwischen den wenigen Calciumionen aus der Kalkwassergabe und den Carbonationen aus dem Kalkreaktor ist nicht zu befürchten, da ohnehin ein regelmäßiger CO2-Eintrag ins Wasser stattfindet und mit dem Wasser bis zum Carbonationen reagiert.

    Das Problem von Michael ist/war folgendes: Calcium-Ionen und Carbonationen reagieren bekanntlicherweise in einer Fällungsreaktion miteinander und bilden unlösliches Calciumcarbonat. D.h. das mit steigender Anzahl an Calcium- und Carbonationen die Wahrscheinlichkeit zunimmt, das Calciumcarbonat ausfällt. Wenn dem Calcium-Ion wenig Carbonat gegenübersteht, dann bleibt der Calciumgehalt lange stabil, weil wenig CaCO3 gebildet werden kann. Wenn allerdings der Carbonatanteil gegenüber dem Calciumgehalt ansteigt, wird auch die Reaktion der beiden Ionen wahrscheinlicher. Wenn man also wie Michael einseitig Calciumchlorid dosiert und keine äquivalenten Mengen Carbonat zugibt, dan steigt der Calciumgehalt entsprechend an. Wird dann plötzlich der Kalkreaktor mit Kalkmaterial aufgedreht, wird sowohl Calcium als auch Carbonat im Wasser gelöst und dann "hagelt" es Calciumcarbonat.
    Also entweder Kalkreaktor optimieren (dem Kalkverbrauch anpassen: vergrößern oder höhere Blasenzahl einstellen) oder bei gleichbleibenden Betrieb des Kalkreaktors Calciumchlorid und Natriumhydrogencarbonat in äquivalenten Menge langsam aber stetig zudosieren und den Calciumgehalt und die KH regelmäßig bestimmen.
    Die weitere richtige Anwendung von Kalkwasser ist hierbei kein Problem.