Hallo Hans-Werner,
du beschreibst mit deinem Chelatormodell eine tickende Zeitbombe im Aquarium,
eine Zerstörung der Chelatoren z.B. durch Ozon würde schlagartig große Mengen Kupfer freisetzen!
Wie interpretierst du übrigens das Wort "orthodox"? Als kritisch oder als praxisorientiert? Das ist sehr unorthodox 
Einen Mangel ziehe ich nicht in Erwägung, weil es keine Anhaltspunkte dafür gibt. Es lässt sich aus
Datenblättern ein Überschuss herleiten und dieser Überschuss lässt sich auch messtechnisch nachweisen.
Ein Mangel hingegegen wurde noch durch kein Datenblatt und durch keine Messung nachgewiesen.
Die Mangeltheorie beruht nur auf reiner Spekulation. Spekulation ist mir zu wenig, dazu bin ich zu orthodox.
Es ist durchaus hilfreich, viele verschiedene Möglichkeiten in Betracht zu ziehen. Das finde ich immer wieder
anregend und deshalb führe ich solche Diskussionen gerne. Wenn wir aber nicht auf dem Niveau von Glaubensfragen
verharren wollen, müssen wir dabei immer versuchen, Dinge auch quantitativ zu beurteilen!
Nehmen wir dein Manganbeispiel: Im fast 10 Jahre nach Steffens Buch erschienenen "Nutrient requirements of fish"
des National Research Council heißt es, dass Mn zwar aus dem Wasser aufgenommen werden kann, es jedoch effizienter
aus dem Futter verwertet wird. Hier wird ein Mn-Bedarf im Futter zwischen 2,4 und 13 mg/kg Futter angegeben.
Für ein handelsübliches Trockenfutter für Meerwasserfische ist ein Mangengehalt von 78 mg/kg angegeben.
Was lässt sich daraus schließen? Dass der Fisch offensichtlich mehr Mangan aufnimmt, als er benötigt. Und dass er
das überschüssige Mangan ausscheidet. Auch so reichert sich ein Spurenelement, in diesem Fall Mn, an.
Diese Anreicherung lässt sich ebenfalls quantifizieren: Frisst der Fisch 1 g Trockenfutter, so scheidet er ca. 65 µg Mn aus.
Lebt er in einem 1000 Liter Aquarium, so erhöht er dadurch den Mn-Gehalt im Wasser um mehr als das Doppelte
des natürlichen Mangengehalts. Wie soll unter diesen Umständen ein Mangel entstehen?