Beiträge von Armin Glaser

    Hallo Martin,

    die Dichte einer Lösung kannst du nicht ohne weiteres selbst ausrechnen,
    denn da spielt das individuelle Verhalten der beteiligten Ionen eine große Rolle
    (Stichwort Elektrostriktion). Du musst dich auf Tabellen oder genaue Messungen verlassen.

    Warum probierst du nicht einfach mit Wasser aus, wie viel deine Grotech fördert?

    Hallo Martin,

    unbedingt notwendig ist eine supergenaue Ermittlung des Nettoinhalts sicher nicht
    und ICP-OES ist dafür sicher mit Kanonen auf Spatzen geschossen.

    Aber ich habe diese Woche zufällig durch eine Natriumhydrogenphosphatdosierung
    in einem 200 Liter Aquarium ein Volumen von 133 Liter berechnet, was mir der Mitarbeiter,
    der das Becken gefüllt hatte, bestätigte. Es geht also ganz einfach.

    Das kannst z.B. auch mit Calciumchlorid oder ähnlichem machen. Du musst nur genau genug messen.

    Hallo Hans-Werner,

    lass uns mal wieder runterkommen.
    Ich will mich nicht mit dir streiten, dazu sind die Diskussionen mit dir oftmals viel zu interessant.
    Vielleicht habe ich dich völlig missverstanden, aber dann ging es vielen anderen Mitlesenden wahrscheinlich genauso.

    Ich versuche nochmal zu erklären, um was es mir geht:
    Mit Sätzen wie "keine Koralle braucht Nitrat" hast du bei mir die Befürchtung erzeugt, dass dadurch Aquarianer
    ihre einzige Möglichkeit zur Kontrolle des Stickstoffangebots für ihre Korallen nicht mehr beachten könnten
    und in der Folge ihre Korallen schädigen würden.

    Hallo Dirk,

    das Expandieren und Zusammenziehen der Polypen hat seine Logik:
    Expandierte Polypen haben eine größere Oberfläche und können so
    mehr Energie aufnehmen. Zusammengezogene Polypen nehmen einen
    geringeren Energieanteil auf, was bei einer sehr hohen Strahlungsleistung vorteilhaft ist.

    So versucht die Koralle unter unterschiedlichen Lichtstärken ähnliche Energiemengen aufzunehmen.

    Hallo Hans-Werner,

    am Ende zuzugeben, dass man sich getäuscht hat, zeugt von einer gewissen Größe,
    und daher fällt es mir leicht, dir deinen zwischenzeitlich etwas beleidigenden Stil nachzusehen.

    Für die nicht englischsprechenden Mitleser: Ein zentrales Egebnis in dem von Hans-Werner
    zitierten Artikel lautet "The maximal uptake rate of phosphate was not significantly
    affected by any of the ammonium or nitrate enrichments tested", Nitrat- bzw. Ammoniumzugaben
    bergen also nicht die Gefahr einer verstärkten Phosphataufnahme.

    Hallo Markus,

    deine Frage zu Vergiftungserscheinungen ist so allgemein schwer zu beantworten,
    da es viele unterschiedliche Formen von Vergiftung gibt und daher unterschiedliche Symptome.

    Eine im Riffaquarium immer wieder auftretende Form ist die Vergiftung durch Schwermetalle
    wie z.B. Kupfer. Sie zeigt sich durch heller werden der Korallen dadurch verstärkte Farben,
    da hierbei die dunkelgelbbraunen Zooxanthellen abgestoßen werden.

    Hallo Roli,

    deine Probe ist heute angekommen.
    Ich habe folgende Werte ermittelt:

    PO4 0,096 mg/l
    NO3 5,37 mg/l
    Alkalinität 7 °dH
    Calcium 417 mg/l

    Das sind sehr gute Werte, die keine Erklärung für irgendwelche Korallenprobleme liefern.
    Jetzt stellen sich die Fragen, was hast du vor der Probennahme zugegeben (NO3/PO4)
    und was hast du zum gleichen Zeitpunkt selbst gemessen?

    Hallo Hans-Werner,

    es geht hier nicht um Sieger oder Verlierer, es geht um Äußerungen,
    die dazu führen können, dass Aquarianer im entscheidenden Augenblick
    genau das Falsche tun. Das heißt in diesem Fall bei Stickstoffmangel keinen Stickstoff zugeben.

    Und solchen gefährlichen Äußerungen trete ich hier im Forum entgegen,
    egal ob sie von dir kommen oder von jemand anderem.

    Hallo Hans-Werner,

    "Wenn ich <<1mg/l Nitrat messe und nach dem Schwefelsäure-Persulfat-Aufschluss z. B. 8 mg/l Nitrat messe, dann"
    hast du entweder einen kapitalen Messfehler produziert oder Fütterungsexperimente in diesem Aquarium veranstaltet,
    die weit von der Realität in normalen Riffaquarien entfernt sind!

    "wir wollen doch keine Mythen produzieren, oder?"
    Dem schließe ich mich voll an! Deshalb meine Bitte an alle mitlesenden Korallenhalter:
    Wenn ihr in einer zuverlässigen Messung ermittelt habt, dass ihr deutlich unter 1 mg/l NO3 im Wasser habt,
    dosiert weiterhin, wie es sich jahrzehntelang bewährt hat, Nitrat zu und rettet so eure Korallen.

    Hallo Gixxer,

    du verwendest sehr blaulastiges Licht ohne Rotanteile.
    Für die Betonung der Rottöne kannst du wärmeres weiß,
    z.B. 6000 K verwenden, oder passende Rottöne.
    Mit den Rottönen musst du aber ein bisschen experimentieren,
    was dir am besten gefällt.

    Hallo Hans-Werner,

    wie ich zu der Aussage mit dem Nitrat komme?
    Ganz einfach, durch viele, viele Messungen.

    Überlege doch mal ganz praktisch und losgelöst von all deinen Theorien:
    Hast du jemals in einem Aquarium eine Stickstoffform (außer N2)
    in höherer Konzentration als der des vorhandenen Nitrats gemessen?

    Natürlich wird Stickstoff zuerst in Form von Ammonium ins Aquarium eingebracht.
    Und dann ganz schnell verwertet, und zwar am schnellsten von Bakterien.
    Die haben nunmal einen Vorteil bei der Ammoniumaufnahme, deswegen
    birgt die Ammoniumzugabe nicht nur ein Ammoniakrisiko, sondern freut auch Cyanos.

    Mit so vereinfachten thermodynamischen Ansätzen wie dem Redoxpotential kommst
    du übrigens bei Stickstoffverbindungen nicht weit. Thermodynamisch dürfte Ammonium
    neben Nitrat überhaupt nicht im Wasser existieren. Praktisch tun sie es aber doch.
    Deswegen ist es immer wieder wichtig, theoretische Ansätze praktisch zu überprüfen!

    roli: ich bin sehr gespannt auf deine Wasserprobe.
    Es tut mir leid, dass hier in deinem Thread so eine ausführliche Nebendiskussion läuft,
    aber dabei geht es mir nicht nur um dein Aquarium, sondern auch um viele andere.

    "So finden beim Lösen von Salz im Wasser immer zwangsläufig heftige (auch exotherme) Reaktionen statt. Hast du schon mal das Redoxpotential von frisch angesetztem künstlichem Meerwasser gemessen ? Dieser ist weit weg von echtem Meerwasser (250-450). Auch nach ein paar Stunden belüften. Es ist ja bekannt das frisch angesetztes Meerwasser auch eine gewisse "Agressivität" besitzt (Thema: frei Radikale, die sehr reaktionsfreudig sind). "

    Hallo Oliver,

    wirklich heftige Reaktionen finden eigentlich nur bei Verwendung von wasserfreiem Magnesiumchlorid statt.
    Das ist dann so heftig, dass aus Dem MgCl2 MgO entsteht, das unlöslich ist. Das wäre aber nicht nur chemischer,
    sondern auch wirtschaftlicher Unsinn. Daher gehe ich davon aus, dass niemand wasserfreie Salze verwendet,
    auch wenn es einzelne Hersteller behaupten (= Werbegeschwätz!).

    Dem Redoxwert messe ich in diesem Zusammenhang keine Bedeutung zu, er ist auch im Meer nicht konstant
    und ändert sich, sobald organische Stoffe (Fischkot, Futter usw.) hinzukommen. Auch vor freien Radikalen
    muss man sich bei künstlichem Meerwasser nicht fürchten, die nötigen energetischen Voraussetzungen fehlen dafür.

    Auch wenn ich persönlich schon aus Bequemlichkeit eine ausgewogene Salzmischung von einem ehrlicher Hersteller
    völlig ausreichend für mein Aquarium finde, bin ich sehr gepannt auf die Erfahrungen, die es mit NSW geben wird.
    Es gab sicherlich schon weniger hilfreiche Neuigkeiten für unser Hobby als NSW.

    Hallo Axel,

    eigentlich eine Frage fürs Chemieboard, deshalb mische ich mich hier mal ein:

    Dein Phosphatwert kann durch einen wirksamen Phophatadsorber, der zwangsdurchströmt
    wird, sehr wohl sehr schnell abfallen. Es handelt sich hier um 300 mg Phosphat,
    die werden von den 100 g locker aufgenommen!

    Messe nochmal nach und entferne im Zweifelsfall den Adsorber wieder,
    spätestens nach den ersten negativen Reaktionen deiner Korallen.

    Hallo Erbul,

    hör auf Ingrid und messe Ammoniak.
    Damit siehst du, ob du ein Problem hast,
    denn Nitrit ist in der von dir angegebenen Konzentration völlig harmlos.

    Dass sich dein Nitrattest sofort verfärbt bedeutet nicht,
    dass du kein Nitrat hast, sondern dass es SEHR viel ist!

    Hallo Roli,

    ich habe dir ne PN mit meiner Adresse geschickt.
    Schick mir bitte eine Wasserprobe, ich messe dann NO3 und PO4 nach.

    @Hans-Werner,

    bitte schau dir das mit dem Nitrat und den Korallen noch mal genauer an.
    Zooxanthellen sind eukariotische Algen, die Nitrat im Gegensatz zu (Cyano-)Bakterien
    gut verwerten und sogar speichern können.

    Im Aquarium liegt, im Gegensatz zum Meer, Stickstoff hauptsächlich als NO3 vor.
    Korallen NO3 zu entziehen, bedeutet ihnen ihren wichtigsten Nährstoff zu rauben.

    Hallo Torben,

    wenn du vorhast in dein Becken irgendwann wieder Korallen einzusetzen,
    würde ich die Kupferbehandlung in einem anderen Aquarium durchführen.
    Sonst ist das Risiko, dass sich Kupfer an Oberflächen bindet und später
    Korallen schädigt, zu groß.

    Hallo Oliver,

    die von dir beschriebenen und beobachteten Grenzen des künstlichen Meerwassers
    haben ihre Ursache nicht in chemischen oder physikalischen Gründen, zumindest was
    die Makroelemente Na, Mg, Ca, K, Sr, Cl, S, C, Br, B und F angeht. Aus meiner Sicht
    können sie nur in technischen Unzulänglichkeiten, mangelndem Wissen,
    übertriebener Experimentierfreude oder in fragwürdigen kaufmännischen Entscheidungen
    begründet sein. Es ist kein Kunststück, die oben genannten Elemente im naturidentischen
    Verhältnis zu mischen, aber wie du richtig beobachtet hast, ist es leider nicht üblich.

    Bei den Reinheitsgraden kommt auch eine p.a. Qualität lange nicht an die Natur heran,
    aber da können wir zum Glück auf die jahrzehntelange Erfahrung zurückgreifen, dass
    es auch mit DAB und ähnlichen Reinheitsgraden gut funktioniert. Das ist tatsächlich auf
    die Anpassungsfähigkeit der Korallen zurückzuführen, die in einem großen Maß
    sowohl Verunreinigungen als auch abweichende Zusammensetzungen tolerieren können.

    Die Verwendung von natürlichem Meerwasser bietet sicherlich die Möglichkeit interessante
    neue Erfahrungen zu sammeln. Hier sind die Spurenelementkonzentrationen so gering, dass
    sich mit der Zeit und abhängig von Besatz und Wasserwechsel Mangelsituationen einstellen können.
    So könnte der gezielte Einsatz und die Wirkung einzelner Elementzugaben getestet werden.

    Bakteriologische Bedenken kann man leicht mit einer UV-Behandlung ausräumen. Dass dabei
    eventuelles Plankton ebenfalls geschädigt wird sehe ich nicht als großes Problem, da ich nicht davon
    ausgehe, dass dieses die Transport- und Handelskette überlebt.

    Hallo Hans-Werner,

    ich sitze nicht im Glashaus, sondern im Vivarium oder vor meinem eigenen Aquarium,
    das sind alles seit einem oder mehreren Jahrzehnten erfolgreich laufende Riffaquarien.
    Einige Forumsmitglieder haben sich davon schon ein Bild machen können.

    Deshalb muss ich eine Frage wie " Woher kommen 0,1 mg/l Phosphat, wenn Nitrat nicht nachweisbar ist? "
    schon lange nicht mehr stellen. Diesen Zustand kannst du ohne großen Aufwand mit einer entsprechend großen Menge Wodka o.ä. erreichen.
    Das Zauberwort heißt Denitrifikation.

    Ich finde solche Hinweise wie z.B. eine Nitratlimitierung nicht zu beachten, gefährlich,
    besonders wenn sie von jemandem kommen, der in unserer Szene großen Respekt genießt.
    Sie widersprechen der Theorie und vor allem der Erfahrung. Ich hatte eigentlich gehofft,
    die Zeit der Hungerleiderbecken würde langsam zu Ende gehen.

    Hallo Hans-Werner,

    irgendwie scheinen manche Korallen deine Theorien nicht richtig zu verstehen :winking_face:

    Mir liegen gerade Daten von einem Aquarium mit 0,1 mg/l PO4 und
    NO3 unter der Nachweisgrenze von 0,1 mg/l vor. Nach deiner Theorie müsste es
    den Korallen gut gehen, in der Praxis ist das leider nicht so.

    Ich empfehle in solchen Fällen eine Nitratzugabe.

    Hallo Roli,

    du beschreibst eine eigentlich ganz natürliche Entwicklung, in die du aber jetzt unbedingt eingreifen musst.
    Deine Korallen haben sich prima entwickelt und sind immer größer geworden. Dein Nährstoffeintrag
    hingegen blieb immer gleich. Am Anfang reichte dieser, um die Korallen ausreichend zu ernähren,
    inzwischen sind sie so groß geworden, dass dein Nährstoffeintrag nicht mehr ausreicht.

    Mein Standardvorschlag in solchen Fällen ist, die Fische mit noch mehr Futter zu verwöhnen.
    Darüber freuen sich die Fische und die Korallen. Wenn das nicht reicht, dann ist eine Zugabe von
    Stickstoff und Phosphor der einzige Weg, um eine Limitierung zu vermeiden.

    Gibst du sonst noch irgendwelche Mittelchen zu, die du eventuell weglassen könntest?
    Organische Kohlenstoffquellen wären jetzt beispielsweise nicht angebracht.

    "Da ich aber in mit Spurenelementen versorgten Aquarien immer besonders wenig Nitrat und Phosphat gefunden habe, ist es für mich immer noch die Beseitigung eines Mangels oder einer Limitation. Eine andere Erklärung habe ich dafür nicht und konnte mir auch noch niemand geben."

    Mensch Hans-Werner, hättest du mich gleich gefragt, dann hättest du die Erklärung schon lange: Spurenelementzusätze werden vor allem von Aquarianern eingesetzt,
    bei denen die Korallen (auch quantitativ) im Mittelpunkt stehen, weniger die Fische. In einem Aquarium, das mehr N/P-Konsumenten enthält, sind die N/P-Werte
    natürlich niedriger! Umgekehrt sind diese in einem reinen Fischbecken natürlich viel höher, und das liegt nicht daran, dass dort keine Spurenelemente zugegeben werden.

    Mir ist kein Versuch und keine Veröffentlichung bekannt, in der durch einfache Zugabe von Spurenelementen die N/P-Werte gesenkt wurden.
    Warum sollte so eine einfache Methode so geheim gehalten worden sein, wenn sie erfolgreich wäre?

    Hallo Marcel,

    deine Beobachtungen und Erfahrungen sind sehr interessant.

    Allerdings sind die von dir erwähnten Elemente Brom und Bor
    keine Spurenelemente im engeren Sinn. Das ist keine Haarspalterei,
    sondern bedeutet, dass die Hersteller bei diesen Elementen,
    im Gegensatz zu vielen Schwermetallen, die völlige Kontrolle über die
    in der Meersalzmischung enthaltenen Mengen haben. Ist zu wenig Bor oder Brom
    in einer Meersalzmischung enthalten, wäre das ein vermeidbarer und daher unverzeihlicher Fehler.

    Es gab allerdings eine zeitlang die unschöne "Mode", Meersalzmischungen ohne Brom herzustellen.
    Das kenne ich allerdings nur aus dem Bereich der Großaquarien und ich kann nur hoffen,
    dass es sich nie bis in die allgemeine Meerwasseraquaristik fortgepflanzt hat.
    Diese "Mode" gründete sich übrigens auf der Angst vor den toxischen Verbindungen,
    die sich aus Brom und Ozon ergeben. Diese Angst paarte sich leider mit unvollständigem chemischen Wissen.

    Doch auch wenn deine verwendeten Meersalzmischungen natürliche Br und B-Konzentrationen enthalten,
    ist in einem Aquarium ohne Wasserwechsel die Zugabe von Brom und Bor auf Dauer sicher angebracht.

    Hallo Hans-Werner,

    natürlich sind neue Erkenntnisse hinzugekommen. Auf die weise ich am Ende des MWA-Artikels doch auch deutlich hin:
    Es ist in Mode gekommen, dem Aquarienwasser komplexe organische Verbindungen zuzusetzen,
    die eine chelatierende bzw. komplexierende Wirkung auf Spurenelemente haben. Damit wird die
    wirksame Konzentration dieser Elemente verringert und sie werden leichter aus dem System entfernt.

    Wenn solche Stoffe auf eine Mangelsituation treffen würden, hätte das sicherlich fatale Folgen
    und es müsste vor deren Anwendung gewarnt werden. Das tust du aber sicherlich nicht, oder?
    Ich übrigens auch nicht, ich finde es eine interessante Entwicklung.

    Hallo Hans-Werner,

    du beschreibst mit deinem Chelatormodell eine tickende Zeitbombe im Aquarium,
    eine Zerstörung der Chelatoren z.B. durch Ozon würde schlagartig große Mengen Kupfer freisetzen!

    Wie interpretierst du übrigens das Wort "orthodox"? Als kritisch oder als praxisorientiert? Das ist sehr unorthodox :smiling_face:

    Einen Mangel ziehe ich nicht in Erwägung, weil es keine Anhaltspunkte dafür gibt. Es lässt sich aus
    Datenblättern ein Überschuss herleiten und dieser Überschuss lässt sich auch messtechnisch nachweisen.
    Ein Mangel hingegegen wurde noch durch kein Datenblatt und durch keine Messung nachgewiesen.
    Die Mangeltheorie beruht nur auf reiner Spekulation. Spekulation ist mir zu wenig, dazu bin ich zu orthodox.

    Es ist durchaus hilfreich, viele verschiedene Möglichkeiten in Betracht zu ziehen. Das finde ich immer wieder
    anregend und deshalb führe ich solche Diskussionen gerne. Wenn wir aber nicht auf dem Niveau von Glaubensfragen
    verharren wollen, müssen wir dabei immer versuchen, Dinge auch quantitativ zu beurteilen!

    Nehmen wir dein Manganbeispiel: Im fast 10 Jahre nach Steffens Buch erschienenen "Nutrient requirements of fish"
    des National Research Council heißt es, dass Mn zwar aus dem Wasser aufgenommen werden kann, es jedoch effizienter
    aus dem Futter verwertet wird. Hier wird ein Mn-Bedarf im Futter zwischen 2,4 und 13 mg/kg Futter angegeben.
    Für ein handelsübliches Trockenfutter für Meerwasserfische ist ein Mangengehalt von 78 mg/kg angegeben.

    Was lässt sich daraus schließen? Dass der Fisch offensichtlich mehr Mangan aufnimmt, als er benötigt. Und dass er
    das überschüssige Mangan ausscheidet. Auch so reichert sich ein Spurenelement, in diesem Fall Mn, an.
    Diese Anreicherung lässt sich ebenfalls quantifizieren: Frisst der Fisch 1 g Trockenfutter, so scheidet er ca. 65 µg Mn aus.
    Lebt er in einem 1000 Liter Aquarium, so erhöht er dadurch den Mn-Gehalt im Wasser um mehr als das Doppelte
    des natürlichen Mangengehalts. Wie soll unter diesen Umständen ein Mangel entstehen?

    Hallo Hans-Werner,

    das sind interessante Überlegungen, die für mich aber einige Fragen aufwerfen:

    - gehst du davon aus, dass die Bakterien die Kupferchelatoren ins Wasser abgeben,
    oder dass sie damit Kupfer an Oberflächen binden? Falls die Substanzen im Freiwasser
    wären, müssten sich starker UV- oder Ozoneinsatz fatal auswirken, da dabei die Chelatoren
    zerstört und das Kupfer freigesetzt werden könnte!

    - Warum gibt es für dich nur die Möglichkeiten Überschuss oder Mangel? Womit begründest du
    die Mangelsituation? Eine polarografische Messung setzt übrigens die Zerstörung aller organischen
    Verbindungen voraus, du erhältst dadurch bei sauberer Arbeitsweise die gleichen Ergebnisse wie mit
    der ICP-MS, nur aufgeteilt in Speziationen.

    - was hat der Fisch mit der Kupferkonzentration im Wasser zu tun? Wie du selbst schreibst, entnimmt
    er seinen Kupferbedarf der Nahrung, nicht dem Wasser. Er gibt natürlich durch Ausscheidung Kupfer
    ins Wasser ab, das stört ihn aber nicht.

    Mit der grundsätzlichen Überlegung, dass wir im Aquarium im Verhältnis zu Meer viel mehr Oberfläche und
    viel mehr Bakterien haben, gebe ich dir vollkommen recht. Daher gehe ich ebenfalls von einem höheren
    Spurenelementverbrauch als in der Natur aus, weshalb ich bei der Verwendung von natürlichem Meerwasser
    eine Spurenelementzugabe empfohlen habe.

    Hallo Axel,

    dein Alu hat sich wahrscheinlich im Bodengrund
    und auf Gestein angelagert und mit Phosphat verbunden.
    Das muss kein Problem sein, kann aber auch ab und zu
    ein paar vorwitzige Cyanobakterien einladen, die sich
    für das Phosphat interessieren.

    Hallo Aubert,

    die Leistung einer UO hängt vor allem vom Druck ab,
    deshalb haben gute UOs auch eine Druckerhöhungspumpe
    und produzieren damit nur 0,5 l Abwasser pro Liter Reinwasser.

    1:4 ist eigentlich eine Umweltsünde und nicht gerade ein Hinweis auf optimale Technik.
    Sei froh, dass deine Anlage deutlich weniger Abwasser produziert.

    Hallo zusammen,

    während ich meine Zeit in natürlichem Meerwasser (Mittelmeer) verbracht habe,
    hat sich ja eine wirklich interessante Diskussion entwickelt.

    Natürliches Meerwasser ist eine feine Sache und hat sich seit Millionen Jahren bewährt.
    Wenn wir die Möglichkeit hätten, unsere Aquarien mit natürlichem Meerwasser zu betreiben,
    würden einige Probleme wegfallen. Aber dazu müssten wir am besten eine Direktleitung
    zum Meer haben, wie es bei einigen öffentlichen Aquarien in Küstennähe tatsächlich der Fall ist.

    Wenn dieser Direktzugang fehlt, gilt es allerdings einiges zu beachten: Im Gegensatz zum offenen Ozean
    sitzen unsere Tiere in einer winzig kleine Pfütze. Und müssen mit dem auskommen, was in dieser Pfütze
    vorhanden ist, weil nicht mehrmals pro Minute eine riesige Menge frisches Wasser bei ihnen angeliefert wird.

    Natürliches Meerwasser, zumindest wenn es aus einem sauberen Meeresbereich stammt, enthält wenig Nährstoffe
    und vor allem viel weniger Spurenelemente als jedes künstliche Meerwasser. Das ist zwar natürlich,
    aber für die Bedingungen im Aquarium nicht unbedingt optimal. Die Stoffe verbrauchen sich schnell und müssen
    daher zusätzlich zugegeben werden. In diesem Fall empfehle sogar ich eine Spurenelementdosierung!

    Die Zahl und Wirkung der im NSW vorkommenden Bakterien wird hier überschätzt: Jede Handvoll Dreck aus einem
    alten Aquarium enthält tausende Male mehr Bakterien. Und auch die natürlichen Bakterien müssen sich erst einmal
    im Gestein und Bodengrund ansiedeln und vermehren. Denn dort leben sie zu 99,9%, nicht im offenen Wasser.
    Das dauert bei ihnen genau so lange, wie bei den Bakterien aus einem Aquarium.

    Hallo Axel,

    ich würde grundsätzlich kein Metall dauerhaft in Kontakt mit Meerwasser lassen.
    Jedes Metall wird davon angegriffen, auch Aluminium. Und auf diese Extraportion
    Aluminium im Wasser werden deine Tiere gerne verzichten.