Hallo zusammen,
das ist eine interessante Diskussion hier und auch zwei gute Links auf Artikel, die ich noch gar nicht gekannt hatte.
Die Sache mit dem Magnesium verhält sich folgendermaßen: Magnesium kann in Calcit, aber nicht in Aragonit
eingebaut werden. Daher enthalten Weichkorallen in ihren Spiculae, das sind die Kalknadeln in ihrem Gewebe,
einige Prozent Mg, genau wie die Kalkalgen in ihrem Skelett.
Steinkorallen können in ihr Aragonitskelett dagegen kein Mg einbauen, es kommt nur als Verunreinigung im Promille-
bereich vor. Dass bei Untersuchungen stellenweise höhere Konzentrationen gefunden werden, hat mit dem Prozess
der Kalkbildung der Koralle zu tun. Sie bildet in den Calcifikationszentren (COC) zunächst magnesiumreiches Calcit,
das sie anschließend in fast magnesiumfreies Aragonit umwandelt. Man kann das in Abbildung 3 des zitierten Artikels
aus den GEOPHYSICAL RESEARCH LETTERS sehr schön sehen: Das Mg/Ca-Verhältnis steigt in den COC auf über
14 mmol/mol an, sonst ist es überall unter 5 mmol/mol, als weniger als 2,5 Promille des Calciumgewichts.
Magnesium wird daher von Steinkorallen nur kurzfristig aufgenommen und wieder abgegeben, jedoch nicht verbraucht.