Hallo zusammen,
es ist schade, dass eine eigentlich für die Meerwasseraquaristik nützliche Entwicklung
scheinbar gerade eher verunsichert. Das liegt sicherlich zum Teil an Haltungen wie
"was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht; früher war alles besser; ich hab schon immer...".
Aber auch an Geheimnistuerei, Übertreibungen und dem Erzeugen von nicht erfüllbaren Erwartungen
von Seiten einzelner Anbieter.
Der Vorteil einer Analytik wie sie Reefanalytics oder Triton anbieten liegt eindeutig darin,
dass Nährstoffwerte (PO4 und NO3) und andere übliche Parameter wie z.B. Ca, K, Mg genau gemessen werden.
Das Risiko von falschen Eingriffen auf Grund von Fehlmessungen wird dadurch minimiert.
Auch können bisher für den Aquarianer nicht messbare Hauptelementkonzentrationen ermittelt werden
und dadurch z.B. falsche Zusammensetzungen von Mersalzmischungen erkannt werden.
Stark überhöhte und dadurch problematische Spurenelementkonzentrationen können zumindest
zum Teil ebenfalls erkannt werden. Jedenfalls besser als mit aquaristischen Tröpfchentests.
Das sind unbestreitbaren Vorteile.
Diese eindeutigen Vorteile können aber durch zu statische Pauschalangaben, etwa mit Ampelfarben,
leicht zu Verunsicherung führen, vor allem wenn sie nicht in Relation zur Salinität der Probe gesetzt werden.
So hat eine Angabe wie "Natrium -9%" hat höchstwahrscheinlich die Ursache in einer geringen Salinität.
Wird die Salinität aber nicht angegeben bzw. gar nicht erst ermittelt, ist eine solche Angabe nicht sinnvoll,
denn ich kann nicht die Makroelementkonzentrationen eines Meerwassers mit Salinität 35 als Grundlage
für die Bewertung einer Probe mit z.B. Salinität 32 heranziehen.
Auch beim PO4 wird meines Erachtens ein sehr niedriger Wert als "Referenz" angesetzt. Daraus ergibt sich,
dass PO4-Konzentrationen, die im Riffaquarium sinnvoll sind, mit "rot" bewertet werden.
Bei den Spurenelementen werden dagegen zu hohe Erwartungen geweckt. Hier werden die Grenzen
der verwendeten Technik erreicht, ohne dass das im Einzelnen auch so erklärt wird.
Fazit: Diese technische Entwicklung könnte ein großer Fortschritt für die Aquaristik sein, aber nur wenn sie richtig angewandt, beschrieben, erklärt und verstanden wird.
Lieber ein paar Spurenelementangaben weniger, dafür aber ein Komplettpaket mit Angabe aller grundlegenden Parameter wie Salinität, KH usw.