Hallo Cemil,
Fadenalgen sind ja im Grundsatz keine Indikatoren für schlechte Wasserverhältnisse; früher hatte man deren Auftreten sogar als Zeichen der Entwicklung guter biologischer Verhältnisse gewertet. Auch in alteingerichteten Aquarien mit optimalen Wasserwerten treten sie immer einmal auf, auch ohne dass konkrete Ursachen festgestellt werden können. Daher sind alle Hinweise aus der Ferne auch nur Vermutungen.
Allerdings kann ich aus meinen Erfahrungen berichten, dass sie immer vorallem an Stellen mit besonders starker Wasserbewegung zuerst auftreten und sich dann von dort aus weiter verbreiten. Eine kleine Korrektur der Strömungsverhältnisse zu Beginn des Auftretens hilft da oft.
Wenn sie sich, so wie bei Dir, aber schon weiter entwickelt haben, helfen nur noch Methoden zur Entfernung. Beschränkt geeignet sind Seehasen oder das Fuchsgesicht, sehr zuverlässig hilft die Kalkwassermethode.
Ich habe immer ein Fuchsgesicht im Becken, welches vor allem auch vorbeugend wirkt. Sind die Algenfäden nämlich erst einmal zu lang, geht das Fuchsgesicht nicht mehr gern daran. Nur ausgehungert entfernt es auch größere Mengen, was aber mit der Fütterung der sonstigen Fische nicht realisierbar ist.
Unbegründet sind aber Ängste wegen der giftigen Rückenflossen. Der Fisch weicht beim Hantieren im Becken immer aus, und mit der puren Hand wird ihn niemand fangen. Die Berichte über schwerere medizinische Probleme bei akuten Verletzungen beziehen sich auch auf besondere Allergiker. Da gibt es auch Menschen, die auf Bienenstiche ähnlich reagieren; also kein Grund für falsche Panik.
Auch zu den Größenverhältnissen wird vieles übertrieben. Die Maximalgröße (20 cm lt. Meerwasserlexikon) haben meine "Füchse" bei bester Gesundheit jahrelang nicht erreicht.
Doktorfische bringen da absolut nichts, auch wenn sie gelegentlich einmal an den Algen ein bisschen herumzupfen. Ich würde daher zur Kalkwassermethode raten. Diese macht zwar ein bisschen Arbeit und dauert auch eine Weile, aber sie hift zuverlässig und vorallem auch recht nachhaltig.
Gruß
Bernd