Beiträge von Bernd Koberstaedt

    Zitat Linda: "Was mich immer wieder erstaunt ist der Umstand, dass selbst Fachleute nicht einsehen wollen, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt gemessene Nährstoffwerte in einem lebenden System nur eine Momentaufnahme ohne besondere Aussagekraft darstellen."

    Hallo Linda,

    das ist schon nachvollziehbar. Sie beziehen sich auf ihre jeweiligen - sicher zutreffenden - Erfahrungen und leiten daraus ihre Thesen ab. Bei manchen Leuten verengt sich dann vielleicht der Blick und behindert die Kenntnisnahme und Akzeptanz abweichender Beobachtungen oder gar wissenschaftlicher Arbeiten mit anderen Ergebnissen. Da aufgrund der vielfältigen Gegebenheiten häufig jeder ein bisschen recht hat, werden daraus schnell festgefahrene Dogmen.
    Dabei sind wir Aquarianer noch recht offen und flexibel, im Wissenschaftsbetrieb ist dies häufig weit schlimmer.

    Viele Grüße

    Bernd

    Hallo Hans-Werner,

    ein Beispiel für meinen Rückschluss im letzten Satz ist das auch zu beobachtende Auftreten in Becken ohne Bodengrund und Dekomaterial. Theoretisch denkbare kleinere Ablagerung an Scheiben etc. können zu mindest bei Massenvermehrungen in der Praxis kaum eine Rolle spielen. Da wären die auch schon beschriebenen physikalischen Faktoren vielleicht eher denkbar.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hans-Werner,

    zu Deinen Ausführungen stehe ich nicht im Widerspruch. Wogegen ich Vorbehalte habe, ist die verallgemeinernde Ansicht, dass Konkurrenzvorteile durch die Möglichkeit der Stickstoffixierung d i e Ursache der Massenvermehrungen sei. Die Nutzung ökologischer Nischen, in denen ein hohes Phosphatangebot einem Stickstoffmangel gegenübersteht, ist eine, aber eben nur eine von mehreren Möglichkeiten. Ob dabei unter aneroben Aquarienbedingungen non-heterocystische Cyanobakterien tatsächlich relevant sind - in quantitativer Hinsicht habe ich da bei Massenvermehrungen deutliche Zweifel - kann offen bleiben.
    Wichtiger scheint mir der Umstand, dass eine ganze Reihe von Cyanobakterien (Aphanizomea, Spirulina rosea u. subsalsa und andere) umgekehrt erhöhte Speicherkapazitäten oder Aufnahmemöglichkeiten für Phosphat (durch de-novo Synthese /periplasmatische Phosphatasen) haben. (Nach meiner Erinnerung hast Du dies auch schon einmal ausgeführt.)

    Dadurch ergeben sich zwangsläufig gerade gegensätzliche Ursachen und Handlungsmuster, die der einseitigen Fixierung auf Phosphatdepots im Bodengrund widersprechen.

    Gruß

    Bernd


    Hallo Bernd,

    das interessiert mich jetzt: Wie wird die Fähigkeit, molekularen Stickstoff zu fixieren, nachgewiesen?

    lg
    Linda


    Hallo,

    durch das Vorhandensein von speziellen Zellen, den Heterocysten, in denen die Luftstickstofffixierung erfolgt. Aber nicht alle Cyanobakterien besitzen diese. (Weitere Möglichkeiten, die nur bei stark aneroben Bedingungen bestehen, spielen in den Aquarien so gut wie keine Rolle.)

    Das Kernproblem bei der ewigen Diskussion um Cyanobakterien ist die nun auch schon zigmal geschriebene Tatsache, dass es die Cyanobakterien nicht gibt, sondern dass unzählige Arten vorkommen. Zwar treten im Aquarium nur einige Arten hiervon auf, aber auch diese differenzieren sich in eine große Zahl von unterschiedlichen Stämmen mit ganz verschiedenen Eigenschaften und einem breiten Anpassungsvermögen.
    Deshalb kann es logischerweise auch nicht ein Rezept zur Bekämpfung gebe.

    Am sinnvollsten sind immer die frühe Störung durch mechanisches Entfernen und beim ständigen Wiederauftreten eine systematische, mit längeren Beobachtungszeiten verbundene Veränderung der Wasserparameter.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    ein regelmäßiges Absaugen ist schon wichtig. Damit verhindert man, dass sie sich gegenüber möglichen Konkurrenzorganismen zu sehr etablieren. Viele Mikroorganismen geben eine Art Hemmstoffe ab, mit denen sie ihre Konkurrenz auf Abstand halten und sich dadurch immer weiter ausbreiten können. Das Absaugen unterbindet diese Gefahr. Dabei muss man natürlich nicht den Bodengrund entfernen. Am besten ist es, wenn man die Cyanobakterien aus dem abgesaugten Wasser herausfiltert und das Wasser dann wieder ins Becken zurück gibt, denn Wasserwechsel fördern oftmals die Vermehrung.

    Gruß

    Bernd


    Cyanobakterien brauchen kein Nitrat und sind deshalb physiologisch im Vorteil, von ihrer rasanten Vermehrungsrate ganz abgesehen.

    Ich habe das hier aber schon 100 x beschrieben, bitte die SUCHE benutzen.


    Hallo,

    dem wurde aber auch schon ebenso oft mit klaren Belegen widersprochen (z.B. damit, dass die meisten in den Aquarien auftretenden Cyanobakterien gar keine Stickstofffixierung betreiben können!)
    Machen ständige Wiederholungen der gleichen Diskussionen wirklich Sinn?

    Gruß

    Bernd

    Hallo Norman,

    eine gesunde Beckenbiologie erreicht man auch ohne ständige Zugabe von irgendwelchen Mittelchen. Da bleiben dann auch Fadenalgen und Cyanobakterien aus. Angepasste Beleuchtung, regelmäßiger Wasserwechsel, gute Abschäumung, laminare, nicht zu turbulente Strömung und kein Überbesatz machen Experimente überflüssig. Auf diese Faktoren würde ich das Becken zunächst überprüfen. Die Schrauben sind hierfür sicher nicht ursächlich.
    Wenn Du bei tatsächlich (sichere Messergebnisse?) niedrigen Nährstoffwerten braune Korallen hast, wäre die Beleuchtung mein erster Ansatzpunkt.

    Einen guten Labortest würde ich Dir ebenfalls anraten. Die angeführte Mammutanalyse halte ich auch für völligen Unsinn; Gilbers würde ich ebenfalls empfehlen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Rüdiger,

    Calcium um 500 ml ist tatsächlich ungefährlich, lediglich die Pumpen könnten schneller verkalken. Da aber Calcium und Carbonate - wie nun klar ist - im gleichen Verhältnis eingebracht, von den Korallen bei der Calcifikation aber auch so verbraucht werden, müsste bei einer "Grundeinstellung" auf die angestrebten Werte und einer dann an den tatsächlichen Verbrauch angepassten Mengenregulierung des Kalkreaktors das Problem gelöst sein. Da die Verbrauchswerte allerdings nicht auf Dauer konstant sind, bleiben gelegentliche Nachregulierungsnotwendigkeiten natürlich nicht aus.
    Ich orientiere mich immer an den Werten der Alkalinität, die ich gleichzuhalten versuche. Etwas mehr oder weniger Calcium - es schwankt meist um 440 ml - interessieren mich weniger.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    eigentlich sind weitere Antworten mangels Überzeugbarkeit wohl eher sinnlos, da gibt es ja "sachkundige" Händlerempfehlungen. Der Kalkreaktor löst Calciumcarbonat; Calciumcarbonat bleibt Calciumcarbonat, egal woher dieses stammt und welche Firma dies in ihrem Produkt vertreibt. Im Calciumcarbonat sind Carbonat- und Calciumionen immer im Verhältnis 1 : 1 vorhanden, egal in welcher Form ( Aragonit oder Calcit) das Calciumcarbonat vorliegt (diese unterscheiden sich nur in ihrer Kristallstruktur).
    Möglicherweise ist in manchen angebotenen Produkten Natriumhydrogencarbonat zusätzlich enthalten (???). Dafür benötigt man aber keinen Kalkreaktor, dies kann man zur Erhöhung der Alkalinität direkt zugeben.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Rüdiger,

    es gibt kein Substrat das mehr Alkalinität "produziert". Da wirst Du vergeblich suchen. Ich kenne Dein Kalkreaktormodell nicht, aber normalerweise lässt sich der Kalkreaktor sowohl hinsichtlich der CO2-Zufuhr als auch hinsichtlich der Rücklaufmenge regulieren. Sollte sich die CO2 Menge tatsächlich nicht erhöhen lassen (was ein seltsames Modell wäre), bliebe imer noch die Möglichkeit der Reduzierung des Abflusses.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    generelle Aussagen in der Anfangszeit keinen Wasserwechsel zu machen, sollte man relativieren. Dies gilt nur, wenn keine besonders hohen Nährstoffwerte, besonders Phosphat, messbar sind. Wie schon richtig geschrieben wurde, kann beim Einbringen von lebenden Steinen auch viel absterbendes organisches Material das Wasser stark belasten. Dann wären Wasserwechsel durchaus erforderlich.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Michael,

    die Probleme im Forum zu veröffentlichen ist sicher kein Fehler, denn aus Fehlern lernt ja jeder. Da ist auch keine Rechtfertigung nötig. In den Diskussionen werden ja nur Vermutungen zu möglichen Ursachen oder Meinungen vertreten, die sicher keine Angriffe darstellen sollen.
    Was ich nicht nachvollziehen kann, sind Schleimhautprobleme bei Fischen, die Wasserwechseln entgegen stehen sollen, es sei denn, man macht da Radikalkuren. Ich mache reglemäßige Wasserwechsel von ca. 5 - 10 % mit einem guten Salz. Dies schadet selbst den empfindlichsten Fischen nicht, hält aber meine Wasserwerte stabil. In meinem Becken habe ich einen wuchernden, gemischten Korallenbestand bei eher durchschnittlichen Technikeinsatz. Dies funktioniert problemlos seit Jahren.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Michael,

    hoffentlich hast Du nun wenigstens jetzt Wasserwechsel durchgeführt! Bei Problemen mit der Beckenbiologie und abnormalem Verhalten der Fische ist dies die wichtigste Sofortmaßnahme.

    Allerdings kann ich auch nicht ganz nachvollziehen, warum Du bei erkannten "Vielfraßen" im Becken in letzter Zeit mit den Wasserwechsel wohl etwas gespart hast. Einmal schreibst Du, dass alles gut gelaufen sei und auch die Korallen gut gestanden haben, dann aber wieder, dass die Stickstoff-und Phosphatwerte viel zu hoch für die Korallenhaltung sind. Dann ist es doch gerade nicht gut gelaufen.
    Ich denke doch, dass da schon vorher einige Fehler bei Dir lagen. Auch wenn ich, wie schon gesagt, kein Freund von all den "Kohlenstoffmethoden" bin, dürften die Grundlagen für die jetzigen Probleme eher im Vorfeld zu suchen sein.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Michael,

    noch eine Anmerkung zu Deinen konkreten Verhältnissen: Wenn man in einem Becken Probleme mit hohen Nitrat-und Phosphatwerten hat, dann sollte man an der Ursprungsquelle ansetzen. Diese kommen ja nicht von Ungefähr, sondern sicher vom Tierbesatz bzw. der damit verbundenen Fütterungsmenge.
    Man kann seinen Schwerpunkt sicher auf die Fische setzen, aber dann kann es bei einer entsprechenden Besatzmenge nicht unbedingt mit SPS klappen. Da sollte man sich schon entscheiden, was einem persönlich am wichtigsten ist. Dies ist keine Kritik an Dir, sondern auch eine Erfahrung, die ich früher selbst machen musste.
    Die eierlegende Wollmilchsau hat auch in der Aquaristik noch niemand erfunden, selbst wenn manche Werbeversprechen den Anschein erwecken!

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    da teile ich Stefan´s Meinung. Warum lässt man sich - ich habe da auch schon Lehrgeld bezahlt - immer wieder zu Experimenten verleiten, wenn ein System gut funktioniert? Mit regelmäßigem Wasserwechsel behält man doch eigentlich nahezu alles im Griff.
    Die Gefahr liegt wohl im Nachahmungseffekt, aber positive Erfahrungen anderer kann man nicht immer nahtlos auf das eigene Becken übertragen. Bei der Mischung von Produkten unterschiedlicher Hersteller wird dann die Zuordnung der Quelle des Misserfolges noch weiter erschwert. Bei Michael waren da vermutlich mehrere Ursachen Anlass; Schwefelwasserstoffbildung zeigt immer, dass da etwas schief läuft.

    Generell beobachte ich immer wieder Probeme beim Einsatz von Kohlenstoffquellen, egal welcher Art! Sicher haben da Leute gute Erfolge, aber nicht allzu selten gibt es eben auch Störungen, und der Schuss geht nach hinten los. Der biologisch-chemische Ansatz ist fraglos richtig, aber die Handhabung im Einzelfall und das Zusammenwirken unterschiedlicher individueller Faktoren bei den recht verschiedenen Beckenverhältnissen bewirken eben auch viele Unwägbarkeiten!

    Gruß

    Bernd

    Hallo Mi_Ni ? (hast Du auch einen Namen?)

    höhere Calciumwerte nutzen den Korallen nichts, schaden ihnen aber auch nicht. Das einzige kleine Problem ist eine schnellere Verkalkung der Pumpen. Nach einer Kalkwasserbehandlung sollte man diese daher überprüfen und putzen.
    Eine feste Grenze, wann das Calcium ausfällt, lässt sich nicht bestimmen, da unterschiedliche Faktoren und Gegebenheiten in den individuellen Becken (z.B. pH-Wert) eine Rolle spielen. Je weniger CO2 im Becken gelöst ist, desto schneller fällt das Calcium auch als Calciumcarbonat aus.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    die (längerfristige!) Anhebung des pH-Wertes auf 8,6 und damit Herstellung CO2-untersättigter Verhältnisse wirkt recht zuverlässig gegen Fadenalgen, denn CO2 ist essentiell für deren Ernährung. Dies erreicht man aber nicht durch eine Erhöhung der Alkalinität! Je höher diese ist, desto höher muss auch der pH-Wert sein, um überhaupt eine CO2-Untersättigung zu erreichen.
    Hier macht nur die Kalkwassermethode Sinn. Erhöhter Calciumgehalt stellt dabei kein biologisches Problem dar.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    die Diskussion um die Notwendigkeit eines Technikbeckens ist hier so überflüssig wie ein Kropf! Klaus hat richtigerweise auf die Gefahr der Verstopfung eines Ablaufes hingewiesen, wichtig für diejenigen, die einen solchen haben. Wer kein Technikbecken hat, braucht sich damit nicht weiter zu beschäftigen.

    Ich selbst hatte damit aus Unachtsamkeit auch schon Probleme. Mein Becken besitzt auch eine Kreislaufverbindung zu einem 1000l Technikbecken/Algenrefugium in einem Werkstattraum ein Stockwerk tiefer (mit genau den Vorteilen wie von Klaus Jansen beschrieben). Der Wasserumlauf ist relativ langsam, der Hauptablauf angestaut, und über den Notablauf fließen nur kleine Überschußmengen, die sich nicht wegregulieren lassen. Trotzdem war dieser Notüberlauf nach vielen Betriebsjahren so zugewachsen, dass - wie immer natürlich während einer Abwesenheitszeit - der Wasserspiegel im Becken so anstieg, dass es aus dem Becken getropft und dann auch noch einen Teil der Elektrik erwischt hat! Diese Gefahr hatte ich damals einfach nicht bedacht. Vorsicht ist also durchaus angebracht!
    (Heute habe ich zur Vorsicht noch einen Niveauregulierer mit der Umlaufpumpe installiert).

    Gruß

    Bernd

    Hallo Pit,

    genauso wie Du es planst funktioniert es bei mir seit vielen Jahren problemlos. Du musst nur darauf achten, dass die Flasche mit dem Korallenbruch etwas über den Wasserspiegel heraus ragt, da im Lauf der Zeit der Duchfluss (auch hier wird noch etwas Korallenbruch gelöst) etwas langsamer wird. Dadurch wird ein Überlaufen vermieden. Der pH-Wert des Auslaufwassers aus dem Reaktor wird gut angehoben, aber
    verwende möglichst feinen Korallenkies, da damit der Durchfluss langsamer und wirkungsvoller erfolgt.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Mirco,

    den Atomausstieg haben nicht Lobbyisten diktiert. Es war das von Ideologien und Medienkampagnen beeinflusste Halbwissen einer deutlichen Bürgermehrheit.

    Die Wind-und Solarenergie ist deshalb wesentlich teurer, weil hier einerseits die teuren Investitionskosten - z.B. der Offshore-Windanlagen oder der noch gar nicht vorhandenen Überlandleitungen - und andererseits die falschen Subventionsgarantien zu Buche schlagen. Hinzu kommt die mangelnde Beständigkeit dieser Energien. Mal müssen andere Energieträger aushelfen, wenn die Erneuerbaren nicht liefern, mal müssen Überkapazitäten "entsorgt" oder verschleudert werden, wenn plötzlich zuviel Strom erzeugt wird und extreme Schäden an Leitungen und Umspanneinrichtungen drohen. Dies kostet immense Summen!
    Gleichzeitig fallen für den nicht benötigten Strom trotzdem die völlig überzogenen Entgelte an.
    Unsozial ist dieses System ohnehin, was aber die Klientel der Grünen noch nie interessiert hat. Die alleinerziehende Mutter zahlt mit ihren knappen Mitteln die extrem angestiegenen Stromkosten und finanziert damit den Gewinn der Gutsituierten - nur die waren in der Lage entsprechende Investitionen zu tätigen.

    Was auch gern vergessen wird, ist die Frage der Energiebilanz der Anlagen. Wieviel Energie ist notwendig für die Förderung und den Transport der Rohstoffe, den Herstellungsprozess und den Transport und Aufbau der Anlagen? Am KIT Karlsruhe (= Universität und Forschungszentrum) haben dies Maschinenbauer im Studium einmal berechnet, mit verheerenden Ergebnissen!

    Natürlich war die Kernenergie auch nicht zum Nulltarif zu erhalten. Aber da waren die Investitionen zum großen Teil schon getätigt und unsere führende Rolle im Anlagenbau, die auch in der Zukunft weltweit weit bessere Sicherheit generiert hätte, hatte der deutschen Wirtschaft satte Gewinne (und uns Steuergelder) gebracht.
    Richtig ist, dass das Endlagerproblem noch nicht gelöst ist, aber dies fällt so oder so an. Aber auch hier produzieren ideologische Scheuklappen ungeheure Zusatzkosten und verhindern wissenschaftlich exakt ermittelte Lösungen.
    Es muss ja auch zu denken geben, dass keine große Industrienation unserem Beispiel folgt. Da kommt man dann immer mit einer Vorbildfunktion. Aber "am deutschen Wesen muss die Welt genesen" hatten wir ja schon einmal und sind damit zu recht gewaltige auf die Schnauze gefallen.

    Bleibt noch der Wunderglauben an den Wüstenstrom: Das Problem ist, dass wir hier keine Wüsten haben, Leitungswiderstände einen verlustarmen Transport verhindern (ganz abgesehen davon, dass da auch ein unbezahlbares Leitungsnetz erst errichtet werden müsste), vor allem aber ganz einfache Dinge nicht bedacht wurden, die dazu geführt haben, dass alle Großinvestitoren aus derartigen Projekten wieder ausgestiegen sind: Niemand hatte nämlich die Sandstürme in der Wüste in seinem Kalkül. Diese bedecken nicht nur die Photovoltaikanlagen ständig mit Sand, sondern zerkratzen auch erheblich die Gläser. Daher vorerst nichts mit Wüstenstrom!

    Man muss eben alles zu Ende denken und daran fehlt es leider viel zu oft.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Mirco,

    ist Dir schon einmal die gewaltige Differenz zwischen den Strompreisen an der Strombörse und den Verbraucherpreisen aufgefallen? Da bezahlen wir die völlig verfehlten Übersubventionen für die ineffiziente Photovoltaik, Ausfallgelder für nicht erzeugten Strom aus noch nicht angeschlossene Windparks und den Wildwuchs an Befreiungen von der EEG. Herr Trittin hat diese Kosten einmal auf die Größenordnung einer Kugel Eis pro Jahr beziffert (soviel zum Sachverstand dieser Leute!).
    Bei der Kernkraft haben wir - weltweit bis auf wenige Ausnahmen nur wir - in Panik ( schließlich drohen uns ja am Rhein Tsunamigefahren!) schlagartig den Ausstieg verordnet und verfeuern dafür nun exorbitant mehr Kohle (der Umwelt zu liebe).
    Hiergegen agieren wir natürlich auch. Die Energieversorger mögen doch bitte sofort neue, extrem teure Gaskraftwerke aus dem Boden zaubern, mit diesen aber nur zu Ausfallzeiten Grundlasten sicherstellen. Damit machen sie dann schnell Megaverluste (rate einmal wer die dann bezahlen darf?)

    Das Problem sind nicht die dummen Politiker. Die sind nämlich gar nicht so dumm, sondern sie reagieren auf Stimmungen, weil sie wiedergewählt werden möchten. Die Dummen sind wir, weil wir ohne echten Sachverstand ideologischen Phrasen hinterher laufen und mit unseren wechselnden Stimmungen die Politiker zum Handeln nötigen. Da kommen dann, anstatt auf durchdachte Gesamtkonzepte zu setzen, derartige Schnellschüsse heraus.

    Diejenigen hier, die nun glauben, an den eigentlich zur Anschubsubventionierung gedachten Einspeisungsvergütungen für Solarstrom auch noch schnell mitverdienen zu können, muss man leider enttäuschen.
    Damit ist es für Neueinsteiger weitgehend vorbei.
    Daher bleibe ich auch bei meinem Rat, die Investitionskosten sorgsam mit dem Einsparpotential gegenzurechnen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    die uralte Größendiskussion müssen wir nicht wieder eröffnen, zumal es sich ja gestern herausgestellt hat, dass es hier nicht um einen Palettendoktorfisch sondern um einen Riffbarsch gehandelt hat.
    Wichtiger sind sicher das Unwissen vieler Einsteiger und die Verbreitung unsinniger Ratschläge, aber das wird - wie schon geschrieben - weder hier und noch in FB gelöst.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    ganz unschuldig daran sind die Foren auch nicht! Als es diese noch nicht gab, waren die meisten Interessenten auf mehr oder weniger gute Beratung und vor allem Fachliteratur angewiesen. Bei den damals recht hohen Preisen hat auch kaum jemand ahnungslos etwas gekauft. Die meisten Meeresaquarianer kamen aus der Süßwasseraquaristik mit breitem Erfahrungswissen. Der Umstieg auf Meereswasser war dann so die "Krone" des Hobbys.
    Heute werden viele Leute verleidet, ohne jegliche Grundkenntnisse ein Meeresaquarium zu installieren. Statt ein Fachbuch zu lesen - was so manchen dieser Helden viel zu mühsam ist - werden in den Foren einfach ein paar unbedarfte Fragen getippt (gern auch fern einer durchschnittlichen Lesbarkeit). Mancher, der gerade drei Tage sein Becken hat, fühlt sich auch gleich zu "tollen" Ratschlägen berufen, oft nur halb oder gar nicht verstandenes Nachgeplappere. Viel Unsinn geistert dann durch die Lande, und der Unbedarfte hat es vor diesem Hintergrund schwer, Unfug von Fachwissen zu unterscheiden. Vielleicht merkt er irgendwann wer dummes Zeug verbreitet, aber da ist dann oft schon das Kind in den Brunnen gefallen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Marcell,

    das hast Du sicher richtig gemacht. Dass einzelne Korallenäste beim Umsetzen in ein neues Milieu einmal etwas Schaden nehmen können, ist - wenn sonst alles in Ordnung scheint - kein Grund für überhastete Reaktionen. Jetzt, nachdem sie sich offensichtlich stabilisiert hat, wird auch höchstwahrscheinlich nichts mehr passieren.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    man muss bei allen Anlagen eben immer die Investitionskosten incl. Verzinsung dem Einsparpotential gegenüberstellen. Bis diese sich wirklich amortisiert haben vergehen viele Jahre, meist weit mehr als schöngerechnete Beispiele der Anbieter.
    Ein Freund von uns war schon ganz am Anfang mit einer Photovoltaikanlage dabei. Trotz hoch subventionierter Einspeisungsvergütung - die Tarife wurden ja inzwischen deutlich abgesenkt - brauchte er einige Jahre länger zur Amortisation, da dass Wetter sich leider nicht an die Versprechungen gehalten hat. Nun lässt die Leistung der Anlage deutlich nach, so dass er im Endergebnis mit Null auf Null herausgekommen ist. Da stellt sich dann schon die Frage, ob sich all der Aufwand gelohnt hat.
    Heute sind die Anlagen zwar billiger und wirksamer, dafür aber auch die Subventionen geringer.
    Blockheizkraftanlagen rechnen sich vielleicht bei Gemeinschaftsanlagen in Neubaugebieten, kaum aber als einzelne Nachrüstung. Auch Wärmepumpen lohnen sich bisher nicht so richtig. Da inzwischen die Tarife für den zum Betrieb genutzten Nachtstrom erheblich angehoben wurden, die meisten Stromanbieter diesen gar nicht anbieten und daher kaum Anbieterwechselmöglichkeiten bestehen, hat man auch da kaum Einsparpotentiale.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    die Wirkung dürfte von der Art der vorkommenden Stämme (manche sind toxisch) und vom Grad der von verschiedenen Umwelteinflüsse (vor allem Licht und Stickstoff) abhängigen Produktion von Microcystin (Gift der Cyanobakterien) abhängen.
    Ob dies den Fischen vom Geschmack her deutlich wird, weiß ich nicht, würde es aber eher bezweifeln. Daher ist eine gewisse Vorsicht trotzdem angebracht.

    Gruß

    Bernd

    Eines gilt aber dennoch zu bedenken: man kann es keiner Krustenanemone ansehen ob diese das Gift in sich trägt oder nicht!

    Hallo,

    diese Feststellung kann ich auch unterstreichen. Hier wurde ja mehrfach diskutiert welche Arten nun tatsächlich giftig sind. Da werden wir aber wohl kaum weiterkommen. Nahezu alle mir bekannten Untersuchungen wurden von Pharmakologen oder ähnlichen Wissenschaftlern veröffentlicht. Da kann man jeweils deutlich erkennen, dass ihnen genauere Kenntnisse hinsichtlich der Bestimmung der Arten fehlen. Berichtet wird vorwiegend über Palythoa toxica, wobei dann aber auch synonym, manchmal bunt durcheinander, die Bezeichnungen Protopalythea oder Zoanthus verwendet werden.
    Was also konkret untersucht wurde, bleibt mehr oder weniger offen.

    Im Endeffekt muss man außerdem feststellen, dass der größte Teil der im Internet veröffentlichten Beiträge mehr oder weniger von anderen abgeschrieben wurde. Damit werden auch Ungenauigkeiten oder Verwechslungen als angeblich sichere Fakten verbreitet.

    Hinsichtlich der Verteilungsmechanismen im Gewebe der Krustenanemonen scheint es gar keine Untersuchungen zu geben. Da aber wohl gesichert ist, dass Palytoxin extern eingebracht wird und in den Aquarien die Quellen (entsprechende Dinoflagellaten) kaum relevant sein dürften, muss man davon ausgehen, dass die Gesamtmenge des Toxins gleichbleibend ist. Das heißt dann, dass es entweder in den Ursprungspolypen verbleibt oder bei der Bildung neuer Polypen verteilt wird, sich dann aber konzentrationsmäßig verdünnt. Letzteres halte für am wahrscheinlichsten, was dann auch die ganz unterschiedlichen Einzelerfahrungen begründen würde. Je länger tatsächlich giftige Krustenanemonen in den Aquarien vermehrt und ggfls. auch weiterverbreitet wurden, desto weniger belastet dürften sie dann sein.
    Allerdings gibt es hinsichtlich der Ausgangsbelastungen und des regionalen Vorkommens auch keine richtig vergleichende Untersuchungen, sondern mehr oder weniger immer nur Einzelfeststellungen.

    Viel schlauer werden wir dadurch nicht und dies wird - mangels tieferem Interesse - wohl auch dabei bleiben.

    Gruß

    Bernd