Beiträge von Bernd Koberstaedt

    Hallo Daniel,

    über die notwendigen Beckengrößen wird immer wieder gestritten. Diese Diskussion beruht auch stark auf persönlichen Ansichtssachen, und deren dauernde Wiederholung möchte ich nicht unbedingt aufwärmen.

    Ich sage nach langjährigsten Erfahrungen mit mehreren dieser Fische bei Deiner Beckengröße eindeutig ja, auch wenn andere dies eben anders beurteilen. Im Zweifel würde ich aber nicht S.magnificus sondern unimaculatus oder vulpinus nehmen. Diese werden in der Realität kaum größer, gehen aber zuverlässiger an grüne Algen und sind häufiger, vor allem auch als kleine, junge Tiere zu beziehen. Die Fische sind ein paar Tage in der Eingewöhnungszeit etwas schüchtern, dann aber ganz ruhige, friedliche Beckeninsassen.

    Wolfgang´s Beobachtung, dass sein Fisch nach der Umsetzung in ein sehr großes Becken einen Wachstumssprung gemacht hat, ist sicher richtig, trifft aber für die meisten Fischarten zu. Ein dem Aquarium angepasstes geringeres Wachstum sehe ich nicht als Beeinträchtigung des Fisches bzw. habe hierfür noch keine Belege gefunden. Aber nochmals, man kann natürlich auch andere Positionen begründen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    hier habe ich zur Vermehrung einmal ein, wenn auch alte, sicher aber noch aktuelle Quelle:http://www.jstor.org/discover/10.23…=21104639708171

    @ Daniel: Du hast doch schon eine mögliche, wohl die einzig sinnvolle chemische Bekämpfungsmöglichkeit genannt bekommen. Siehe hierzu auch einen Link:https://www.youtube.com/watch?v=ah6XwyCw6ng.

    Ansonsten kann ich nur noch einmal Hajo´s Bericht bestätigen. Der einzig wirklich wirksame Fressfeind ist nach meinen Erfahrungen das Fuchsgesicht. Ich habe seit viele Jahren stets ein Fuchsgesicht im Becken, welches sich im Größenwachstum im beschränkten Maß auch der Beckengröße etwas anpasst. Ich weiß nicht wie groß Dein Becken ist, aber es dauert schon ein paar Jahre, ehe ein sehr klein erworbenens Fuchsgesicht richtig groß wird. Dieser Fisch hält zuverlässig alle Arten grüner Algen, von Fadenalgen über Caulerpa bis zu Valoniaarten im Griff. Zeitweise hatte ich sie, damals gewollt, auch recht zahlreich im Becken, heute nur noch stellenweise im Algenrefugium ohne jegliche Rückübertragung.

    @ Ingrid: Mit Deinem kleinen Fuchsgesicht wirst Du bestimmt Erfolg haben. Meist dauert es einige Zeit bis die unterschiedlichen "Grünangebote" erkannt werden, aber dann wird das Fuchsgesicht absolut verfressen. Es hilft dabei das sonstige Futterangebot im erträglichen Maß etwas zu begrenzen. Sobald man das Fuchsgesicht wieder entfernt, geht aber nach meinen Erfahrungen das "Theater" wieder los. Daher würde ich auf diese Art nie mehr verzichten. Ein nach Jahren zu groß gewordenes Exemplar habe einmal verschenkt (an ein Chinarestaurant mit einem Riesenbecken, weil ansonsten hier überall der Bedarf gedeckt war). Ich hoffe allerdings, dass er dort nicht auf die Speisekarte gekommen ist.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    viele Aquarien werden schon immer mit geschlossenen Abdeckungen/Beleuchtungen betrieben. Mein Becken ist auch voll abgedeckt (mit Glasscheiben). Darüber befindet sich in der geschlossenen Abdeckung die Beleuchtung (HQI + T5). Wegen der Erhitzung der Scheiben durch HQI verwende ich einfaches gebranntes Sicherheitsglas.
    Die Scheiben muss ich nur alle paar Wochen putzen, da es wegen der Wärmeentwicklung zu keinerlei Veralgung kommt. Im ebenfalls voll abgedeckten großen Algenrefugium/Technikbecken kommt es eher zur Veralgung, aber Reinigung ist auch nur von Zeit zu Zeit nötig.

    Sauerstoffmangel gibt es natürlich nicht!

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    im Grund ist es eine einfache physikalische Sache, je größer die Temperaturdifferenz zwischen Raumluft und Wasser, desto mehr Energie muss dem Wasserzugeführt werden. Es ist dann eine individuelle Berechnungssache, wie man die Energie am günstigsten zuführt.
    Wie schon geschrieben wurde, heizt das Aquarium einen schlecht temperierten Raum mit auf. Was man da an der Raumheizung spart, kommt mit der Beckenerwärmung wieder hinzu. Andererseits sind frühere Beiträge in diesem Thread falsch, wonach die Temperatur in den tropischen Meeren weitgehend konstant seien. Im roten Meer gibt es beispielsweise zwischen Sommer und Winter ganz erhebliche Unterschiede.
    Bis auf 22°C kann die Temperatur des Aquariums problemlos gesenkt werden, auch auf längere Zeit.

    Gruß

    Bernd


    scheinbar gibt es schon mehr Arten, die aber wohl weniger in den Aquarienhandel kommen.

    Hallo Hans-Werner,

    danke für die verschiedenen interessantenQuellen. Ich denke auch, dass es mehr Arten gibt. In seiner Einordnung geht der Artikel - wenn ich es richtig übersetze - von vier Gruppen (Kladen) Palythoa aus, also Organismen mit einer einheitlichen Abstammung. Diese könnten dann aber sicher in weitere Arten unterteilt werden. In der Systematik wird in vielen Veröffentlichungen leider sehr viel durcheinander gewürfelt, auch zwischen Kladistik und Taxonomie, was auch Missverständnisse fördert. Ich sehe da einen Ansatzpunkt, mich doch einmal etwas tiefer einzuarbeiten.

    Grüße

    Bernd

    Hallo Mike,

    ähnlich wie Nils habe ich auch schon einmal erfolgreich agiert. Du musst zwar davon ausgehen, dass trotz anschließender Spülung für einige Zeit eine leichte Belastung des Wassers durch Abbau abgestorbener organischer Substanzen erfolgt. Etwas kürzere Intervalle des Teilwasserwechsels sind daher sinnvoll, aber man kann davon ausgehen, dass die Steine einen guten Teil ihrer biologischen Wirkung erhalten haben.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hans-Werner,

    wenn ich die Deine Quelle/"jap.Untersuchung" richtig interpretiere, die ja vor allem auf DNA-Sequenzierungen beruht, sollten wir die bisherige Nomenklatur tatsächlich vergessen und von nur vier monophyletischen Gruppen bzw. Kladen ausgehen (Palythoa tuberculosa, P. mutuki Gruppe 1 und 2, P. heliodiscus). Noch nicht ganz klar ist mir, inwieweit - mit Ausnahme P.tuberculosa - die Form der Coenenchyme zur weiteren Artbestimmung geeignet ist. Sicher zweifelhaft dürfte die häufige Zuordnung nach Farbausbildungen sein. Bei meiner P. heliodiscus (?) haben sich z.B. Tentakel und Scheibe im Lauf der Zeit von eher braungrau nach leuchtend grün entwickelt, wärend der Stamm braungrau geblieben ist.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hans-Werner,

    danke für die Info, wobei ich mir, da absolut kein richtiger Kenner der Taxonomie der Krustenanemonen, bei der Bestimmung keinesfalls sicher bin. Nach dem Erscheinungsbild hatte ich sie bisher gem. Fossa/Nilsen als Protopalythoa "KA4-ZOA-03" oder nach Meerwasserlexikon als Protopalythoa sp.04 identifiziert, wobei sie dort als giftige Art bezeichnet wird. Interessant ist, dass in älterer Aquarienliteratur (Bensch/Debelius) alles noch gemeinsam unter Palythoa läuft. Nun kommt man da wohl wieder darauf zurück.
    Bei der zweiten gepflegten Art bin ich mir aufgrund der völligen Einbettung in das gemeinsamen Coenenchym zumindest sicher, dass es sich um eine Palythoa im bisherigen Sinn handelt. Mit dieser hatte ich allerdings auch schon recht intensiven Umgang - u.a. auch beim Tauchen und einsammeln - ohne jegliche Probleme.

    Hinsichtlich der Giftigkeit scheinen mir da noch reichlich Widersprüche und Verwirrungen zu bestehen. Lt. Literatur wird ja Palytoxin durch die Aufnahme des Dionoflagellats Ostreopsis siamensis und anderer in die Krustenanemone eingetragen, wobei diese Dinoflagellaten nicht in allen Meeresgebieten, zumindest nicht in größeren Massen, vetreten sind. Demnach wäre die Giftigkeit nicht nur von der Art, sondern auch von der regionalen Herkunft abhängig. Ich weiß nicht ob es hierzu echte vergleichende Untersuchungen gibt. Hast Du da nähere Informationen?
    Fossa/Nilsen gehen dagegen davon aus, dass Palytoxin von Bakterien erzeugt würde, wobei bei angeblichen Laborversuchen diese Bakterien in der Isolation die Giftproduktion einstellen würden.
    Beide Darstellungen wären zumindest ein Erklärungsansatz, warum viele Leute keine Probleme beim Umgang mit diesen Krustenanemonen haben, während es bei anderen zu erheblichen Symptomen kam. Aufgrund der wohl unstrittigen Stärke des Giftes würde ich dagegen Überempfindlichkeiten mancher Menschen als Ursache der unterschiedlichen Beobachtungen eher ausschließen.

    Wertvoll wäre sicher auch eine detaillierte Aufstellung bzw. Auswertung hinsichtlich der unterschiedlichen veröffentlichten Untersuchungsergebnisse. Solange wir aber noch häufige Bestimmungsprobleme haben, wird auch weiter die Gefahr bestehen, dass aneinander vorbeidiskutiert wird.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    ohne etwas verharmlosen zu wollen, ich habe vor zwei Tagen am Beckenüberlauf ca. 30 - 40 Polypen (lt. Meerwasserlexikon wohl diese https://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/799_Protopalythoa_sp04.htm, lt. Hans-Werner´s Hinweis zur Neubestimmung dann wohl die halbverwachsenen Palythoa mutukii, ohne jegliche Probleme mit einer spitzen Zange abgezogen und entfernt. Zusammen mit Palytho tubercolosa, vor Jahren aus Reunion selbst mitgebracht, pflege ich sie ohne jegliche Komplikationen seit vielen Jahren. Um ihren starken Ausbreitungsdrang zu begrenzen halte ich sie nur noch auf einem gesonderten Stein, muss aber gelegentlich immer einmal wieder wie aktuell "Ausreißer" entfernen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    ich hatte einige Zeit Staubfutter versuchsweise gefüttert, aber bei den SPS keinerlei positive Reaktionen beobachtet. Ich bezweifle, dass die SPS die Futterpartikel überhaupt aufnehmen. Anders dagegen bei der Fütterung mit flüssigem Korallenfutter. Da haben sich die zuvor sehr blassen Farben deutlich intensiviert.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hajo,

    da bin voll bei Dir. Wenn ich zurück schaue, wieviel Fische ich in all den Jahren gepflegt und immer auch mit Mückenlarven gefüttert habe, wie alt sie geworden sind und nie gab es Probleme, da mache ich mir wirklich keine Sorgen.

    Reinhard, unter welchen Namen die vertrieben werden weiß ich nicht, ich sehe es immer nur, wenn sie ihre Säcke im Wasser auslegen und dann massenhaft die roten Mückenlarven entnehmen. Aber ich kann ja bei Gelegenheit einmal fragen wie und wo sie vermarktet werden.
    Früher habe ich sie mir sogar im Eiswürfelbehälter selbst eingefroren, aber heute hat man für so etwas keine Zeit mehr (oder ist zu bequem?).

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    hier werden die roten Mückelarven aus dem Abwasser einer Zuckerfabrik entnommen. Da kommt sonst nichts anderes hinein und Fische leben dort auch nicht. Ich habe da keine Bedenken hinsichtlich einer Keimbelastung. Die dürften beim Einfrosten im Zweifelsfall ohnehin kaputt gehen. Selbst wenn sie aus Abwässern kämen, für Menschen relevante Keime sind für Fische kaum bedeutend. Da sollte Futter aus Fischgewässern wohl eher mit relevanten Keimen belastet sein.
    Die roten Mückenlarven sind das Hauptfutter in der Süßwasseraquaristik. Da müsste es dann auch weit häugiger Probleme geben. Ich zumindest verwende sie bedenkenlos weiter.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    um wieder auf die Ebene des Durchschnittsaquarianers zu kommen, meine bescheidenen Beobachtungen stützen zumindest in Teilen Hans-Werner´s Thesen. Ausgangspunkt waren dabei zunächst völlig widersprüchliche Reaktionen der verschiedenen SPS auf die Nährstoffsituation. Manche Korallen (z.B. Stylophora pistillata) wuchsen gut, aber zeigten immer stärkere Aufhellungen, andere (z.B. eine blaue Acropora sp.) wuchsen auch gut, wurden aber dunkler (Hans-Werner ging damals beim Dauerstreit um NP-Bacto-Balance anhand der Fotos immer von zu hohen Phosphatkonzentrationen aus, wärend ich durch gesicherte Laboranalysen wusste, dass PO4 recht konstant um 0,02 mg/l lag), dritte (z.B eine gelbe Acropora sp.) und viele andere Arten, von Montiporas bis Pavonas etc. zeigten immer gleichbleibende Zustände.
    Unklar waren meine NO3-Werte. Die Tests gaben trotz selbstverständlichen Abgleichens mit Standardlösungen keine eindeutig zuverlässigen Ergebnisse, sicher in erster Linie weil die handelsüblichen Tests meist nicht für die besonders niedrigen Werte richtig geeignet sind, vielleicht auch weil die Haltbarkeit der Referenzlösungen fraglich war, sicher auch deshalb, weil das mir zugängliche Labor hier Bestimmungsgrenzen hat. Egal wie, aufgrund des Fischbestandes und ausreichender Fütterung konnte ich von einem ausreichenden, wegen meines übergroßen Algenrefugiums mit starkem Caulerpawuchs aber auch von einem nicht zu hohen Stickstoffangebot ausgehen.
    Die Lösung lag wohl genau dort, wie es Hans-Werner bei seinen unterschiedlichen Feststellungen zwischen Zucht-und Exportkorallen beschrieben hat. Die Stylophora stammt aus einem Zuchtbetrieb, von dem ich weiß, dass dort mit sehr, sehr hohen Stickstoffkonzentrationen gearbeitet wird, allerdings keine künstliche Nachbleichung erfolgt. Meine Werte - gesichert nur < 2 mg/l - waren ihr wohl auf Dauer zu gering. Die blaue Acropora sp. war ein "Mitbringsel" vor Jahren aus Reunion. Sie wuchs wie verrückt, aber die ursprünliche intensive Farbe konnte ich nicht halten. Bei der gelben Acropora kenne ich die Herkunft nicht, aber vermutlich handelt es sich um einen Export.
    Die Kernfeststellung für mich ist, dass wir bei unseren unterschiedlichen Erfahrungen und Diskussionen über Nährstoffwerte wohl tatsächlich zu sehr verallgemeinern. Wenn man bedenkt, dass Korallen doch eine relativ große Bandbreite der Werte akzeptieren und sich anpassen, unter unterschiedlichen und manchmal fragwürdigen Bedingungen schnell hochgezogen und farblich gepuscht werden, aber auch in den Herkunftsgebieten der Exporte nicht immer alles gleich ist, dann sind wiedersprüchliche Feststellung eigentlich gar nicht verwunderlich. Ob diese dabei ein gewisses "Hälterungsgedächtnis" entwickeln oder Einlagerungsprozesse stattfinden, ist wohl noch spekulativ, wäre aber sicher ein interessante Ansatz für Untersuchungen.
    Hinzu kommen dann aber auch noch die vielen sonstigen unterschiedlichen Bedingungen, vom Licht (genau die genannte blaue Acropora ist je nach Standort - HQI oder T5 - unterschiedlich gefärbt) bis zu den sonstigen Wasserwerten.

    Da viele von uns vor allem Mischbecken betreiben, also neben SPS auch LPS, Weich-und Hornkorallen und Krustenanemonen mit pflegen, scheinen mir moderate Mittelwerte, also keine Gratwanderungen nahe der Limitierungsgrenzen, am zuverlässigsten. Bewährt hat sich bei mir - auch hinsichtlich der Verbesserung der Farbintensität bei allen meinen Korallen, auch eine Zusatzfütterung mit flüssigem Korallenfutter, auch wenn ich dies jahrelang als unnötig abgetan habe.
    Wesentlich scheint mir bei der Zuordnung von Problemen zu sein, dass man hier eine differenzierte Bewertung vornimmt und die konkrete Herkunft der einzelnen Korallen berücksichtigt.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Peter,

    es spricht sehr für Dich, wenn Du hier mit Deinen Beiträgen einen Ausgleich suchst, aber ganz unwidersprochen kann man Deine Argumente leider nicht stehen lassen.
    Zum einen sind es sicher nicht nur vorwiegend wirtschaftliche Interessen, die hier zu kontroversen Diskussionen führen und zum anderen tun sich damit "alte Haudegen" nicht deshalb schwer, weil sie kein "Neuland" betreten oder "alte Brücken" nicht abreißen wollen. Für ihre Ansicht gibt es Gründe.

    Wenn man die gesamte Diskussion aufmerksam verfolgt hat, wird man feststellen, dass gerade Viele derjenigen, deren Rat hier besonders gesucht wird, sachliche Vorbehalte angeführt haben. Du selbst hast in einem Beitrag, wenn wohl auch nur als Nebenaspekt, eine ganze Reihe schwankender Werte der Analysen genannt.
    Ausdrücklich widersprechen möchte ich da Deiner Wertung, dass hier Neuland betreten wird. Natürliches Meereswasser ist nun ganz sicher nichts Neues und dessen Verwendung schon gar nicht! Gerade die "alten Haudegen" haben damit noch reichlich eigene Erfahrungen gemacht, und in der älteren Fachliteratur kannst Du hierzu noch manches nachlesen. Nein, es ist gerade umgekehrt und genau das, wogegen ich Vorbehalte habe, denn hier wird eine Rolle rückwärts gemacht! Gerade weil wir - und dies ganz bestimmt nicht nur ich allein - in den Anfangsjahren, besonders wegen unsicheren Qualitäten in den Herkunftsbereichen und Qualitätsverlusten beim Transport, mit dem natürlichen Meerwasser keine zuverlässigen Erfolge hatten, sind wir damals dankbar gewesen, als sich mit den neuen Angeboten synthetischer Salzmischungen brauchbarere Alternativen ergaben.

    Die ganzen Argumente immer wieder durchzukauen, habe ich keine Lust mehr. Aber wenn beispielsweise behauptet wird, das Wasser sei "ideal für den Neustart, direkter Besatz mit Fischen und Korallen sei möglich und Defizite im Aquarium würden zuverlässig ausgeglichen", so ist dies grob irreführend!
    Auch wundert mich, dass Du die Angebote für käufliches natürliches Meerwasser nun "günstig" findest. Der durchschnittliche Preis für ein Liter Wasser, aus einer der weitverbreitesten, hochpreisigen Salzmischung hergestellt, kostet weniger als 10 Cent, das angebotene natürliche Meerwasser (im Großgebinde!) knapp 1,50 Euro pro Liter!
    Selbst wenn da alles wirklich top wäre, fünfzehnmal besser als lang bewährtes künstliches Meerwasser??? Ich kann da nur noch den Kopf schütteln.


    Viele Grüße

    Bernd

    Hallo Oliver,

    ich wäre der Letzte, der ein Interesse hätte, sich wirklichen Neuerungen oder Fortschritten in den Weg zu stellen. Als jemand, der die Entwicklung der Meeresaquaristik seit Jahrzehnten miterlebt und mitvollzogen hat, erlaube ich mir jedoch festzustellen, dass da der sich immer rasanter ausbreitende "Markt Aquaristik" schon seltsame Blüten treibt. Dieser "alte Hut" natürliches Meereswasser gehört da ganz bestimmt dazu.
    Wenn ich hier Werbebotschaften bzw. Produktbeschreibungen dieser Art lese (ich darf Ingrids Link nochmals anführen) http://atiaquaristik.com/de/shop/detail…d=29&ucat_id=98 , dann fehlt mir der Glaube an alleinige hehre, dem aquaristischen Fortschritt angediente Ziele. Dies liest sich auch ganz anders als hier gepostete Relativierungen.

    Ich kann nicht erkennen, dass kritische Hinweise auf Fragwürdigkeiten und konsequente Auseinandersetzungen mit Widersprüchen eine Verletzung des guten Tons sein sollen. Sicher sind geschäftliche Interessen von Vertreibern des Wassers völlig legitim. Ich, als einfacher Aquarianer habe keine, ich weiß in den meisten Bereichen nicht wer hinter welcher Firma steht, und es interessiert mich auch nicht. Aber es ist eben genauso legitim, wenn man seinen Erfahrungshintergrund dazu nutzt, in einem offenen Forum - besonders Einsteiger mit noch wenig Sachkunde - auf Ungereimtheiten hinweist. Der mündige Leser kann dann selbst entscheiden, welche Argumente ihn eher überzeugen.
    Bitte werte die Meinungsverschiedenheiten bei diesem Thema nicht als persönlichen Angriff auf Dich oder andere Leute, dies läge mir völlig fern, aber in der Sache stehe ich mit meinen Vorbehalten wohl nicht allein.

    Gruß

    Bernd

    Hi Bernd....


    und wenn es so wäre. Es geht doch in diesem Thread überhaupt nicht um Plankton, sondern ob echtes Meerwasser besser ist, als aus Salz hergestelltes Meerwasser. Beiß Dich doch nicht fest an Plankton. Ist doch völlig egal .....

    Natürlich geht es in dem Thread auch um Plankton, wenn es abgestorben das natürliche Meerwasser versauen könnte. Haben wir doch selbst erlebt! Soll dies wirklich egal und eine dann manchmal sogar stinkende Brühe Deiner Meinung nach besser sein als aus Salz hergestelltes? Ich kann es kaum glauben.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Oliver,

    ein paar Anmerkungen zu Deinem Beitrag:

    Es gibt aber durchaus andere Hersteller die z.B. NSW in Amerika anbieten und auf ihrer Verpackung schreiben: "Natural Live Marine Bacteria" , "more than 11.000.000 Bactreria per gallon" um damit Werbung zu machen. So etwas machen wir nicht. Schon aus dem Wissen heraus, das diese Zahlen nicht garantiert werden können. Komischerweise echauffiert man sich da überhaupt nicht so drüber. Nur wir kritischen "deutschen" stellen immer sofort alles in Frage und alles wird direkt bezweifelt.

    Ja, weil wir die Erfahrung gemacht haben, dass es heute meist nicht mehr um unser Hobby, sondern vor allem ums Geschäft geht. Da werden - für mich wohl auch mit dem Aufbau eines Vertriebs von natürlichen Meerwasser - künstliche Bedürfnisse geweckt, um wieder mit etwas handeln zu können. Was man den Amerikanern alles andrehen kann und mit was dort geworben wird, habe ich selbst lange genug erlebt, ganz bestimmt kein Vorbild für uns, inzwischen aber bei vielen Produkten auch hier Realität!

    Du beschreibst z.b. deine "Idealvorstellung" von der Wassergewinnung des NSW und fragst hier laut ob es dies denn überhaupt sowas gibt. Wer sagt denn das "Hochseewasser" das anzustrebende Ziel sein ?

    Du hast ein paar Beiträge zuvor, als die Problematik der Entnahme in Küstenbereichen angeführt wurde, geschrieben: "Wir gewinnen dieses im einströmenden atlantischen Ozeanwasser zur Nordsee", was den Rückschluss auf die hohe See nahe legte. Wenn dem nicht so ist, also die Entnahme im Küstenbereich erfolgt und sich Deine Anmerkung nur auf die Flut bezieht, dann ist dies für mich noch kritischer zu sehen. In der Bretagne z.B. sind viele Küstengewässer trotz starkem Tidenhub häufig sehr stark verschmutzt (ich erinnere nur an die Haverien von Tankschiffen).




    Kennst du die Analysen und Unterschiede aus den verschiedenen Gebieten für NSW ? Denn wenn man die Meeresströmungen kennt muss man nicht 1000 km weit raus fahren.

    Nein, ich nicht, aber da sich die Verhältnisse je nach Wetter, Windrichtung und Stand der Flut verändern, zweifle ich, dass Ihr sie so genau kennt.

    Auch transportiert unser Lieferant ausschließlich NSW und nichts anderes. Die Tanks sehen also nichts anderes außer NSW. Ich werde aber weitere Details hier nicht nennen. Denn egal wo das Wasser herkommt und egal wie es transportiert wird, entscheidend ist letztendlich immer die Qualität des Wassers wie wir es anbieten. Daher machen wir von jeder Charge Analysen bevor es weitergeleitet wird. Nur so kann man sicherstellen das alles in Ordnung ist. Alle anderen Gedanken was, wie und wo passiert ist dann eher zweitrangig.

    Und das belastende Absterben organischer Inhalte, egal ob Plankton, Mikroalgen oder sonstiges - was ich diesem Zusammenhang eher als Malus statt als Bonus ansehe - habt Ihr bis zum Kanister beim Käufer im Griff???


    Ich möchte zumindest niemanden etwas "erzählen". Hierum geht es auch gar nicht. Wir haben allerdings Vergleichsanalysen von NSW in monatelang gelagerten Kanistern mit ganz frischem Meerwasser gemacht und zu meinem eigenen Erstaunen quasi keine Veränderungen festgestellt. Selbst Copepoden fanden wir noch in den Kanistern. Sicherlich finden im laufe der Zeit "Veränderungen" auf verschiedenen Ebenen statt, allerdings leidet die Wasserqualität nachweislich nicht darunter. Dies war überhaupt erst der Durchbruch warum wir es anbieten. Wir haben hier also praktische Erfahrungen gemacht von dem sich jeder gerne Überzeugen kann. Man kann natürlich gerne weiterhin negativ spekulieren, allerdings wird es nichts an den Fakten ändern, die wir schon kennen.

    Seltsam, unsere Erfahrungen waren eben ganz anders!!!

    Zitat


    Genausowenig habe ich hier bisher schlüssige Belege für die tatsächlichen Erfolge, die nur mit natürlichem Meerwasser möglich wären, gelesen.
    Bernd, dafür ist es hier auch noch etwas früh. Es gibt jedoch schon in einem anderen Forum vermehrt gute Erfahrungen mit dem NSW. Desweiteren habe ich ja erklärt das NSW nur ein Baustein von vielen ist. Es ist kein "Allheilmittel". Ich verstehe daher die gemachte (ausgedachte) Forderung nicht richtig. Vielleicht ist es der "Wunschgedanke" das man nun die schwierigsten Tieren plötzlich halten könnte, aber man sollte doch immer so realistisch bleiben das Wasser "nur" Wasser ist und keine Versorgung von Nahrung etc. darstellt. Es gibt nicht nur schwarz oder weiß. Es gibt auch ein tendenziell besser oder ein tendenziell schlechter. Das sollte man auch mal bedenken....

    Ja, genau da setzt aber die Kosten-Nutzen-Analyse und die Frage nach dem konkreten Sinn an. Natürlich macht es Sinn, wenn kompetent mit natürlichem Wasser experimentiert wird. Aber Ihr wollt eben schon verkaufen, auch wenn es nach eigenem Bekunden für Belege noch zu früh ist. Aber nochmals, wo ist überhaupt der konkrete Bedarf? Wo gibt es welche Probleme, die nur mit diesem Aufwand und Verbraucherkosten gelöst werden können? Die in einem vorherigen Beitrag angeführten möglicherweise besseren (???) Zuchterfolge bei etablierten Korallen doch bestimmt nicht!
    Selbst wenn man eine absolute Qualität des gelieferten Wassers unterstellen würde, bleibt doch die Frage, ob die damit verbundenen Kosten auch nur ansatzweise im Verhältnis zu den spekulativen Vorteilen stünden.

    Daher nochmal: NSW ist nach allen unseren Analysen tendenziell "Reiner" und natürlicher in der Zusammensetzung (auch der Konzentrationen von Mengen- und Spurenelementen) und hat eine sehr gleichbleibende Qualität. Was genau uns dieses Medium als "Ausgangsbasis" für echte Vorteile bringt, kann man derzeit abschließend noch überhaupt nicht sagen. Aber schon die uns vorliegenden Fakten (Analysen) belegen klar, das NSW gewisse Vorteile bringt. Auch synthtisches Salz hat gewisse Vorteile (z.B.Kosten). Keine Frage. Aber mir kommt es teilweise so vor, als ob man das NSW wie ein unbekanntes Essen oder Gericht behandelt, wo einige sagen "Was ich nicht kenne, essen ich nicht". Denn dort versucht man auch immer etwas zu finden, warum man etwas nicht mag oder nicht schmeckt. Hier wird teilweise ähnlich mit dem Thema umgegangen. Wo kommt denn das Wasser her ? Wird es auch gut Transportiert ? Das Plankton stirbt doch alles... Krankheitserreger bleiben natürlich erhalten usw usw.

    Sorry, aber natürliches Meerwasser ist doch nun wirklich nichts Neues! Ihr habt da doch keine bahnbrechende Entdeckung gemacht. Wir haben es schon vor 40 Jahren der Not gehorchend verwendet und die Ergebnisse waren - gerade wegen der Transportproblematik - nicht berauschend. Da werdet Ihr akzeptieren müssen, dass hier auch kritisch hinterfragt wird.

    Warum dem ganzen nicht mal positiv und offener gegenüberstehen ?

    Weil Ihr außer vagen Hinweisen auf irgendwelche nicht verifizierbaren "Erfahrungen" keine konkreten Fakten nennt, aber hier Marketing betreibt. Fortschritten stehe ich immer positiv gegenüber, hier kann ich sie beim besten Willen noch nicht erkennen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    nun scheint sich die Diskussion am Plankton festzubeißen, dabei ging es in der ursprünglichen Argumentation wohl weniger um den Planktoneintrag in Aquarien, sondern um die weit wichtigere Frage, ob beim Transport absterbendes Plankton das Wasser belastet. Dies ist nämlich nach meinen eigenen Erfahrungen beim Transport von Wasser aus dem Mittelmeer ein durchaus realistisches Problem (und die Transporte dauerten maximal 12 Stunden)!
    Zu argumentieren, mit dem natürlichen Wasser bringe man nennenswert wertvolle Mikroorganismen in das Becken oder begünstige damit sogar den Beckenstart (dies möchte man den gläubigen Einsteigern wohl weismachen) halte ich für mehr als fragwürdig. Nicht, weil man diese nicht halten könnte, aber weil sie - abgesehen davon, dass ihr Gehalt im freien Wasser eher begrenzt ist - in ihrer überwiegenden Mehrheit einfach den langen Transport und die Lagerung nicht überstehen.

    Überhaupt sind hier viele richtige Bedenken und Argumente unbeantwortet geblieben.
    Unterstellt man die Richtigkeit der Darstellungen der Promotoren, dann bräuchte man ein Schiff mit einem spezialgereinigten Tank, dass abseits der Küsten und der Schifffahrtsrouten (dort werden nämlich gern illegal die Bilgetanks gereinigt) das Wasser aufnimmt. Auch sollte es gleich die nötige Laborausrüstung an Bord haben, damit sichergestellt wird, dass das ganze teure Unternehmen wegen der möglichen Entnahme unbrauchbaren Wassers nicht gleich zum Fehlschlag wird. Gibt es solch ein besonders ausgerüstetes und nur gelegentlich für derartige Einzelzwecke benötigtes Schiff und ist dies dann auch bezahlbar?
    Dann muss das Wasser in einem wieder spezialgereinigtem Tankwagen transportiert werden. Normale Tankwagen für Lebensmitteltransporte wären wohl eher ungeeignet, wenn Lebensmittelreste, etwa Milch o.ä., noch vorhanden wären. Im Gegensatz zum synthetischem kann natürliches Meerwasser aufgrund seiner organischen Inhaltsstoffe auch nicht einfach unbelüftet oder ungefiltert aufbewahrt werden. Wird dies im Tankwagen gemacht?
    Ich kenne nicht die Hälterungsmöglichkeiten der Vertreiber, sicher aber die Plastikkanister für den Transport zum Endkunden. Soll sich da das natürliche Meerwasser unbeeinträchtigt - möglicherweise über Tage hin - halten?
    Man kann viel erzählen, ich glaube es nicht!

    Genausowenig habe ich hier bisher schlüssige Belege für die tatsächlichen Erfolge, die nur mit natürlichem Meerwasser möglich wären, gelesen. Dass jemand behauptet, das Aquarium XY sei damit besser gelaufen, ist nun wirklich kein Argument. Es wurde schon angeführt, große öffentliche Aquarieneinrichtungen, die natürliches Meerwasser nutzen können - ich kenne diese z.B. aus Monaco, Lissabon oder San Diego - sind nicht besser als ebenso erfolgreiche, die synthetisches verwenden (z.B. Wilhelma in Stuttgart, Frankfurter und Leipziger Zoo oder Vivarium in Karlsruhe). Dabei haben diese, sofern staatliche Einrichtung, wohl auch noch das Problem, dass sie ihren Salzbezug öffentlich ausschreiben müssen und somit nicht häufig wechseln können.

    Völlig daneben finde ich Darstellungen hier, wonach man mit synthetischem Meersalz russisches Roulett betreibe. Bei allem Verständnis für Werbekampagnen sollte man doch die Kirche im Dorf lassen! Natürlich kann es oder gibt es manchmal Probleme, etwa mit Mischungen, aber seit vielen Jahren wird die Meeresaquaristik zigtausendfach damit erfolgreich betrieben. Hinsichtlich des natürlichem Meerwassers gibt es ein paar Einzelberichte.
    Nebenbei bemerkt, wenn jemand erzählt, er habe eine Riesenmenge schlechten Salzes entsorgt, anstatt dies, was wohl logischer wäre, beim Hersteller zu reklamieren, dann weis ich auch nicht, was ich davon d halten soll?

    Gruß

    Bernd

    Hallo Oliver,

    Du hast in Deinem interessanten Statement für das natürliche Meerwasser eine Lanze gebrochen und als Faszit eine Optimierung der Pflegebedingungen angekündigt. Allerdings frage ich mich weiter, was hier eigentlich optimiert werden soll?
    Ein beobachtetes gutes Polypenbild oder ein munterer herumkrabbelnder Seestern scheinen mir doch etwas schwache Argumente. Die findet man zweifellos auch in anderen Becken, wobei dies ohnehin immer sehr individuelle, objektiv nicht nachweis- und vergleichbare Bewertungen sind.

    Meine Frage daher, warum seid Ihr überhaupt in den Vertrieb von natürlichem Meerwasser eingestiegen? Eine wirklich überzeugende Darlegung habe ich hierzu noch nirgends gelesen.
    Über gelegentliche Schwächen und Grenzen der künstlichen Salzmischungen wurden hier zwar sachliche Argumente ausgetauscht, aber ebenso über die des Vertriebs des natürlichen Meerwassers (entscheidenden Schwachpunkte, besonders die Probleme der Lagerung und des Transports im Kanister zum Endkunden hat bisher niemand ausräumen können).

    Wenn nun jemand einen Handlungsbedarf für den Aufbau eines Vertriebs von Meereswasser sieht, so muss es dafür ja Gründe geben. Da die Meeresaquaristik seit Jahren - mit den künstlichen Mischungen! - ganz erstaunliche Erfolge erlebt, suche ich immer noch nach tatsächlich plausiblen Argumenten, also nach dem von Dir genannten Optimierungspotential. Können wir noch bessere Farben bei den Korallen erwarten, wachsen diese noch schneller (was zumindest ich keinesfalls mehr anstreben würde), dürften sich manche Arten und gegebenfalls welche noch besser halten lassen, sind größere Zuchterfolge zu erwarten? Ich fürchte, dass Du dies in keinem der genannten oder ähnlichen Beispielen belegen kannst.
    Da ich nun wirklich keine reale Notwendigkeit erkennen kann und - bei allem Respekt für Deine Kompentenzen - auch nicht an einen missionarischen Eifer auf der Suche nach neuen, wichtigen Perspektiven glaube, bleibt mir nur der Glaube an eines der üblichen neuen Geschäftsfelder!
    Dies ist sicher legitim, aber man sollte es nicht als fachliche Errungenschaft überhöhen.

    Wenn man weiß, dass eine ganze Reihe Fachhändler mit fertig angesetztem Salzwasser aus künstlichen Salzmischungen, manchmal sogar mit ihrem alten Wechselwasser, welches sie dann als "biologisch belebt" verkaufen, ein gutes Geschäft machen, bleibt für mich bei dieser ganzen Diskussion ein schaler Nachgeschmack.

    @ Norbert: Gute Reise, aber was erwartest Du für neue Erkenntnisse, wenn Du Dir eine Wasserprobe vom Indischen Ozean mitbringst?

    Gruß

    Bernd

    Hallo Philipp,

    lass den Rücklauf des Kalkreaktors in das Technikbecken tropfen; am besten in einen nochmals mit Calciumcarbonat (Korallenkies o.ä.) gefüllten Durchflussbehälter zur Bindung von restlichem CO2 (wenn nichts anderes zur Hand, reicht eine umgekehrte Plastikflasche mit abgeschnittenem Boden). Bring den Auslauf deutlich sichtbar darüber an, damit Du es tropfen siehst, dann kannst Du an der Tropfenzahl bzw. Tropfgeschwindigkeit auf einem Blick erkennen, ob alles richtig läuft. Die Durchsichtigkeit des Schlauches ist dann nicht mehr nötig.
    Es muss auch kein Siliconschlauch sein. Ich verwende einfachen schwarzen Plastikschlauch von einem alten Bewässerungssystem.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    auf allzu radikale Wasserwechsel könnten (theoretisch) ein paar sehr heikle Beckeninsassen u.U. schon etwas empfindlich reagieren, allerdings hatte ich damit früher auch nie erkennbare Probleme. Seit Jahren entgehe ich dieser (eventuellen?) Problematik mit meinem - sicher etwas ungewöhnlichem - System. Mein 500 l-Riffbecken steht im ständigen, langsamen (!) Wasserkreislauf mit dem 1000 l (reinem) Algenrefugium (habe ich mir vor Jahren in einem separaten Raum eingerichtet, weil ich im Wohnzimmer kein Monsterbecken, trotzdem aber ein großes, stabilisierendes Wasservolumen wollte). Die Wasserwechsel erfolgen immer nur im Algenbecken. Damit gibt es nie große schockartige Wasserveränderungen im Riffaquarium, erfolgt aber trotzdem der nötige Wassertausch (ohne dass frisches Wasser gleich wieder mit abläuft).

    Gruß

    Bernd

    Hallo Klaus,

    ob man mit der Triton-Methode bzw. ICP-Messungen alle Schwermetalle wirklich absolut zuverlässig, also auch im Hinblick auf ihre biologische Verfügbarkeit , messen kann, möchte ich offen lassen, ich bin kein Chemiker. Vielleicht kann ich mich da bei Eurofins noch ein bisschen besser schlau machen.
    Unklar bleibt aber das schon angeführte Problem des Austrags, vor allem aber auch weiter die Sinnfrage. Insofern sind wir uns wohl mit Torsten einig, dass man das Verzichten auf Wasserwechsel nicht nachvollziehen kann.
    Ich kenne die Kostenfrage nicht, aber DIN-gerechte Probeentnahmen, Versandkosten, Analysekosten und präziseste Nachdosierungen (z.B. u.a. eine Empfehlung 0,12 mg/täglich! allein bei einem bestimmten Spurenelement - wer soll dies mit normalen "Bordmitteln" leisten?) stellen zweifellos einen tüchtigen Kostenfaktor und jede Menge Aufwand dar. Dies nützt dann wohl eher dem Broterwerb des Betreibers des Analyselabors, aber vielleicht hat doch noch jemand eine überzeugende Begründung?

    Gruß

    Bernd

    Ps. Noch ein Nachtrag: Dass eine ständige Zugabe kleiner Mengen frischen Wassers nicht das Gleiche ist, wie die einmalige Portionierung der gleichen Gesamtmenge, ist Dir sicher bewusst?

    Hallo Torsten,

    ich sehe es genauso. Die zitierten Fragen wurden lediglich mit der Beobachtung der Korallen beantwortet, für mich eine fragwürdige Sache. Wie der Austrag erfolgt und wo der Kostenvorteil oder geringere Arbeitsaufwand beim Verzicht auf Wasserwechsel liegt, wenn man dann alles (?) nachdosiert, ist mir auch nicht ganz klar geworden.
    Es gibt ja auch noch die für mich ebenfalls nicht ganz nachvollziehbare Triton-Methode, bei der auch kein Wasserwechsel erfolgt und alle Parameter incl. Spurenelemente regelmäßig im Labor analysiert werden. Aber es wurde ja darum gebeten, den entsprechenden Beitrag hier nicht weiter zu vertiefen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hajo,

    was man unter diesem Syndrom tatsächlich versteht, ist ja nie genau definiert worden. Man hatte eine Reihe von Berichten über plötzlich abstürzende Becken, besonders in den USA, ohne dass da die Ursachen jemals genau ermittelt worden wären, wie auch? Also bewegte man sich mehr oder weniger im Vermutungsbereich, wobei sich eine häufige These auf Schwermetallanreicherungen bezog. Darüber ist dann eine Zeit lang geschrieben und alles mögliche hineingepackt worden. Inzwischen ist die Sache, zumindest soweit ich die aktuelleren Veröffentlichungen kenne, weitgehend eingeschlafen. Gibt es überhaupt eine gleichartige Ursache und ein tatsächlich relevantes Problem, dies alles ist weitgehend offengeblieben. Nicht jeder Fehlschlag muss Teil eines besonderen Phänomens sein, meist liegt - wie von Dir beschrieben - die Ursache beim Aquarianer selbst.
    Zumindest in meinem weiteren Umfeld kenne ich auch keine konkreten Fälle. Bei manchen Leuten wundere ich mich über deren rasche Misserfolge absolut nicht; aber viele betreiben seit Jahren ihre Becken, die immer schöner werden und manche haben - mit einfachsten Mitteln - ganz herausragende Haltungs-und Zuchterfolge.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hans-Werner,

    mir scheint, da ist eine Anmerkung von mir etwas falsch herüber gekommen oder habe ich missverständlich formuliert. Natürlich wollte ich nicht Deine persönliche Kompetenz in dieser Frage anzweifeln, sondern mir ging es um das allgemeine Wissen in diesen Fragen insgesamt, also um die Komplexität der Problematik und die breite Unwissenheit auch der Fachwelt!
    Ich habe im engeren Familien-und Freundeskreis einige Leute mit breiter Sachkenntnis (z.B. Molekularbiologe und früher auch einen Bakteriologen, der an einem Weltatlas der Bakterien in den Saumzonen der Ozeane gearbeitet hatte) und erlebt, wie schwer sich diese da schon mit den unterschiedlichsten Zusammenhängen - etwa der Wechselwirkungen zwischen Cyanobakterien und anderen Mikroorganismen - getan haben. Daher meine Zweifel an Rückschlüssen und Thesen unser aller Diskussionen. Für den Kernbereich dieser Fragestellungen in der Aquaristik, insbesondere die mikrobiologischen Zusammenhänge im "Spezialkosmos" Aquarium, gibt es so gut wie keine speziellen Studien, die vergleichbaren, allgemeingültigen Standards gerecht würden. Dafür ist die Aquaristik einfach nicht wichtig genug. Es bleibt daher bei wissenschaftlichen Einzelerkenntnissen mit mehr oder weniger Bezugsgehalt und damit mehr oder weniger zutreffenden Denkansätzen. Konkrete Handlungsansätze lassen sich daraus, wenn überhaupt, nur beschränkt ableiten, mit all den von mir genannten negativen Begleitumständen, die ich allerdings auch weiterhin sehe.

    Daher nochmals, meine Vorbehalte bitte nicht als persönlichen Angriff werten und keinesfalls als Herabwürdigung ansehen. Sollte ich den Eindruck erweckt haben, bitte ich ausdrücklich um Entschuldigung.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Marcel,

    da wünsche ich Euch, dass diese Erfolge auch bleiben. Wie Ihr die Menge der nötigen Dosierungen der Spurenelemente ermittelt und welche verwendet werden, hast Du allerdings noch nicht beantwortet. Allein vom Beobachten der Korallen kann es wohl nicht zuverlässig abhängen, Zugaben frei Schnauze sind sicher auch nicht ohne.
    Wenn Du meine Beiträge genau gelesen hast, kannst Du ja entnehmen, dass ich gerade gegen die Zugabe aller möglicher Mittelchen bin, dazu zählt für mich aber auch die Zugabe von Spurenelementen, insbesondere ominöser Mischungen mit unklaren Inhalten.
    Mit einem regelmäßigen Wasserwechsel und seriösen Salzmischungen stellt man die Werte zumindest in Teilbereichen wieder in die definierten Normbereiche, im Regelfall die Werte nahe der natürlichen Verhältnisse im Meerwasser. Ohne diesen Wechsel benötigt man nach meiner Auffassung genaueste Analysen zur Überwachung. Bloßes Beobachten könnte ja ganz plötzlich nach hinten losgehen (die typischen Fälle, bei denen man auf das "old-tank-Syndom" schließen kann). Wie erkennt und vermeidet Ihr Anreicherungen unerwünschter Stoffe, beispielsweise von bakteriellen Toxinen, Hemmstoffen, Schwermetallen etc.)?
    Ein paar nähere Angaben zu den Fragen wären sicher recht interessant.

    Gruß

    Bernd