Hallo,
mein pH-Wert war schon immer etwas niedrig, auch trotz perfektem Gasaustausch. Das lag eindeutig am Betrieb des
Kalkreaktors, bei dem trotz Nachlauf des angereicherten Wassers über Kalksubstrat immer kleineste Reste CO2 ins Becken gespült werden.
Trotzdem perfektes Wachstum der Korallen; ich muss regelmäßig gärtnern.
Nun lass ich seit einiger Zeit wegen des gelegentlichen Auftretens von Fadenalgen Aquarienwasser direkt durch den Kalkrührer laufen und gebe kleine Dosierungen reines Natriumcarbonat hinzu. Der pH-Wert ist auf einem höheren Niveau stabil. Im Ergebnis absolut keine Veränderungen! Das Wachstum ist gleich, auf die Ausfärbungen hat dies ohnehin keinerlei Auswirkungen. Maßgebend sind daneben eben vorallem auch andere Faktoren!
Für mich ist hier das ganze Theater völlig aufgebauscht. Entgegen Claude Schumachers Propagierung sind chemische Reaktionen ansich immer gleich und stöchiometrisch berechenbar, egal ob im Aquarium oder im Reaganzglas. Mögliche Abweichungen ergeben sich aus den sonstigen, in den individuellen Becken zwangsläufig etwas abweichenden chemischen, biologischen und physikalischen Verhältnissen. Diese sind generalisierend kaum oder besser gar nicht fassbar. Daraus irgendwelche Pseudotheorien entwickeln und chemische Grundreaktione infrage stellen zu wollen, halte ich für baren Unsinn, auch wenn sie von einem ansonsten erfolgreichen Korallenzüchter kommen.
In den vom Fachhandel vertriebenen Mixturen sind auch keine geheimen Zusatzstoffe vorhanden. Der Baukasten der Chemie ist schon ewig bekannt, da ist klar welche Stoffe wie wirken. Sollten bei einem "Rezept" wirklich Probleme auftreten, kann man die Mischungen anpassen. Hajo hat da beispielsweise schon geschrieben, was bei den "Altvorderen" zum Verhältnis Natriumhydrogencarbonat (der Begriff "Bikarbonat ist veraltert) zu Natriumcarbonat bereits empfohlen wurde.
Und noch etwas zu "Balling light" oder Ähnlichem: Das originale Balling Sytem geht von einer Zugabe von natriumcloridfreiem Salz aus, um die Ionenbalance stabil zu halten, die meisten Mixturen verzichten darauf. Ohne zeitweisem Teilwasserwechsel ist dies für mich ohnehin fragwürdig.
Gruß
Bernd