Beiträge von Bernd Koberstaedt

    Sandy, ich habe wegen der Lichtverteilung lauter 24 Watt Röhren (insgesamt 20 Stück !) verbaut. Für mich würde dies dann gut passen. Man muss aber die konkreten Lumenzahlen von den herkömmlichen und den neuen LED für einen echten Vergleich kennen! Die Effizienz bei alten Leuchtstoffröhren liegt allgemein je nach Typ zwischen 45 und 100 Lumen/Watt, bei den LED zwischen 90 und 150 lm/W. Man muss aber dabei bedenken, dass die Röhren erst dann die gleiche Lichtmenge bringen, wenn der auf die Wattzahl bezogene Effizienzquantifizent (hier 8 statt 24 Watt) dann auch dreifach höher ist. Ansonsten müssten etwas mehr Röhren eingesetzt werden, um insgesamt die gleiche Leistung zu erzielen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Sandy,

    Langzeitmessungen kann es wohl noch nicht geben. Diverse LED-Röhren sind ja erst seit kurzer Zeit im Handel. Da inzwischen auf dem allgemeinen Beleuchtungssektor im hohen Maß vorhandene Leuchtstoffröhren, die kaum noch erhältlich sind, durch inzwischen auch recht preisgünstige LED-Röhren ausgetauscht werden und die Hersteller hierfür teilweise recht lange Garantie gewähren, wird man die Entwicklung so relativ bald beurteilen können.

    Was den Aquarienbereich anbelangt, bieten Röhren derzeit eben die einzige Möglichkeit, flache Leuchten für geschlossene Aquariensysteme zu konstruieren. Da ja nun offensichtlich bereits ein Hersteller für Spezialröhren hier eingestiegen ist, warum sollten dies bei entsprechendem Erfolg nicht auch andere tun? Sicherlich könnte man da auch noch mögliche Spektralbereiche ausdehnen. Warten wir einmal ab.

    Vielleicht findet sich hier auch bald jemand, der seine Erfahrungen bereits mit den Arcadia-Modellen gemacht hat. Ich werden demnächst versuchen, einmal genaue Vergleichswerte hinsichtlich der Lichtleistung und der abgestrahlten Temperaturen zu erhalten.

    Preislich sind die LED-Spezialröhren derzeit etwa doppelt so teuer wie die herkömmlichen. Da man diese regelmäßig wegen Leistungsverlust austauschen musste, dürfte es bei den längeren Lebenszeiten und dem geringeren Stromverbrauchsicher zumindest auch nicht teurer werden. Das wäre dann zumindest eine Alternative, falls die hoch bewährten Spezialröhren doch einmal vom Markt verschwinden sollten.


    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    ich glaube, wir gehen da von unterschiedlichen Voraussetzungen aus. Ich habe zwei Lichtleisten 120 cm aus dem Baumarkt als Garagenbeleuchtung im Betrieb, die eine (alte) mit Leuchtstoffröhren T8 36 Watt, die zweite (neu) mit LED-Tube T8 18 Watt. Beide Röhrentypen werden beim Befühlen gleich handwarm, das Außengehäuse bei den alten Leuchtstoffröhren im Bereich des Vorschaltgerätes deutlich warm, beim neuen gar nicht!

    Offensichtlich gibt es derzeit auch unterschiedliche LED-Röhrentypen auf dem Markt, meine Röhren in der Lichtleiste ( LED-Tube G13/18 W ) haben keine optisch erkennbaren Plexi-Kühlkörper. Sie sehen genau wie herkömmliche Leuchtstoffröhren aus.

    Von Problemen mit der Wärmeabführung ist nirgends etwas zu lesen, schon gar nichts im Bezug auf die Lebensdauer. Diese wird bei den LED-Röhren, unterschiedlich nach den verschiedenen Herstellern, zigfach höher im Vergleich zu den herkömmlichen Leuchtstoffröhren angegeben!

    Die Effizienz der LED-Röhren ist bei den neuen Röhren ohnehin deutlich höher. Siehe hierzu : https://leuchtmittelmarkt.com/ratgeber/led-r…htstoffroehren/

    Was mir allerdings noch fehlt, sind konkrete Vergleichszahlen bei den von Peter aufgezeigten speziellen Aquarienröhren von Arcadia. Ich vermute, dass da ähnliche Werte gegeben sind.


    Gruß Bernd

    Hallo,

    danke Peter, das wusste ich noch nicht! Arcadia scheint da doch einen Anfang zu machen. Die Röhren sind zwar offensichtlich noch recht teuer, aber die Dauer der Anwendungsmöglichkeit dürfte auch deutlich länger sein.

    Sandy, ich weiß nicht, ob LED in Röhren tatsächlich größere Kühlungsprobleme haben. Für die "normalen" weißen T5 LED-Röhren geben die Hersteller ja inzwischen eine recht lange Lebensdauer an. Was die Leistung der Röhren betrifft, fehlen mir momentan Vergleichszahlen auf die Röhrengröße/ -länge bezogen. Hinsichtlich der Lichtmenge pro Watt sind die LED-Röhren ja stärker. Was die Konzeption betrifft, ich (und manch andere Aquarianer auch) möchte schon aus optischen Gründen im Wohnraum keinesfalls ein offenes Becken mit einer hängenden Leuchte haben. Mit T5-Röhren konnte ich im Eigenbau eine ganz flache geschlossene Abdeckung realisieren. Momentan werde ich, da stimme ich dir zu, dafür natürlich bei den herkömmlichen T5-Röhren bleiben.

    Gruß und Euch ein schönes Wochenende

    Bernd

    Hallo,

    wie viele Riffaquarianer bevorzuge ich ja weiterhin flächige Beckenausleuchtungen mit T5 Röhren. Spezielle farbige Leuchtstoffröhren sind auch weiterhin auf dem Markt. Für herkömmliche Neonlampen, also nicht speziell aquaristische, gibt es inzwischen auch T5-LED Röhren im Handel, die ohne Vorschaltgeräte betrieben werden können.

    Hat da jemand schon farbige Röhren gesehen oder weiß jemand, ob die bisherigen Hersteller auch die Entwicklung spezielle Röhren für Korallenaquarien auf LED-Basis planen? Machbar müsste dies doch sein, zumal farbige LED-Röhren in T8 Größe schon angeboten werden.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    bei mir ist es andersherum gelaufen. Zuerst waren die Weichkorallen (insbesondere Sinularia und Sacrophyton) da, dann kamen im Lauf der Zeit diverse SPS, darunter auch mehrere Acroporas, ins Becken. Das Einsetzen erfolgte allerdings immer mit einem kleinen räumlichen Abstand. Heute ist alles sehr dicht zugewachsen, alles absolut ohne Probleme, auch nicht bei Nachbesatz.

    Gruß Bernd

    siehe Beckenausschnitt:

    Hallo Hajo, in dem Fall müsste aber auch die Gegenprobe möglich sein, dass bei Siganus vulpinus in manchen Situationen der Seitenfleck erscheint. Wäre interessant, ob dies jemand bestätigen kann, dass er dies beobachtet hat.

    Letztendlich wird wohl erst eine DNA-Analyse Aufschluß geben.

    Hallo Sandy,

    eine Gegenprobe wird es da nicht geben. Ich habe fast seit meiner Anfangszeit immer Siganus vulpinus oder unimaculatus im Becken. Beide können ihre Farbe stark verändern, der schwarzer Fleck kann dabei bei S.unimaculatus zeitweise recht undeutlich werden, tritt aber nach meinen Beobachtungen bei S.vulpinus niemals auf. Dabei handelt es sich wohl um eine genetische Determination.

    Ich hatte allerdings bisher keine so jungen Siganus wie im Moment. Der Fisch ist noch juvenil mit einem deutlich schwarzen Rücken (entprechende Abbildung für S.vulpinus auch im Meerwasserlexikon). Meine Frage bezieht sich aber nicht auf den schwarzen Fleck, sondern darauf, ob auch bei S.unimaculatus im Jugendstadium ein schwarzer Rücken vorkommt?

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    zu Kaliumdisulfat liegen lt. WIKIPEDIA gar keine eigenen Studien zur Toxikologie vor. Bei der Gefahrenstoffeinstufung wurden daher Studien zur konzentrierten Schwefelsäure herangezogen, welche hinsichtlich der Verätzungsgefahr aber weitaus gefährlicher ist! Schwefelsäure und Kaliumdisulfat können bei einigen Herstellern im Online-Handel für analytische Zwecke auch ohne Beschränkungen für Privatpersonen in größeren Mengen bezogen werden.:rolleyes_g:

    Vielleicht bezieht sich die verschärfte Einstufung auf den auch enthaltenen Brechweinstein, der - obwohl in der Medizin noch manchmal verwendet - tatsächlich giftig ist. Aber dieses Zeug kann man auch kaufen, und wer nimmt schon ein Analysemittel oral ein? Da müsste man viele toxische Mittel aus dem Privatverkauf nehmen.

    Ob man hier von "krassen" Chemikalien sprechen kann, lasse ich dahingestellt. Da gibt es im freien Handel ganz andere Sachen. Entsprechende GHS-Kennzeichnungen auf der Verpackung sind sicher richtig, den Privatverkauf - wohl wieder nur bei uns - zu unterbinden, scheint mir aber wieder einmal eher als ein Kanonenschuss auf Spatzen.

    Nun, wer nicht im Ausland bestellen möchte, kann sicher jemand finden, an den Chemikalien geliefert werden dürfen; Apotheken sind da wohl nur eine von mehreren Möglichkeiten.

    Gruß

    Bernd

    In den Tütchen sind schon krasse Chemikalien, mit denen man Unsinn anstellen kann.

    Hallo Burkhard,

    was sind die "krassen" Chemikalien? Ich verwende die Reagenz seit "Urzeiten" und zugegeben ohne Brille und Handschuhe - ohne Probleme. Toxisch sind ja viele Stoffe - z.B. Pflanzenschutzmittel - ohne dass da gleich Verkaufsbeschränkungen kommen. Meist kommt es ja auch auf die Dosierung an.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    ich hatte ähnlich schlechte Erfahrungen gemacht, allerdings auch mit zwei anderen Zwergkaisern (Centropyge acanthops und flavissima, alle Wildfänge). In meinem sehr zugewachsenen Riffbecken haben sie sich zu oft zwischen den Korallen bedeckt gehalten, zwar immer überall herumgezupft, auf alle möglichen Futterarten aber nur sehr zögerlich reagiert. Vor allem wurden sie von anderen gierigen Fressern wie bsp. dem Palettendoktor bei der Füttterung immer verängstigt.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Stephan,

    ich beleuchte seit Jahren ausschließlich mit T5-Röhren, davon 10 X blau (ATI-Blue Plus) 9 x diverse weiß (4 Aqua Blue spezial, 2 Coral, 3 Osram Lumilux Tageslicht weiß 6500 K) und 2 Purple Plus.

    Auch Tageslicht deshalb, weil dann die Rottöne z.B. bei den Montiporas viel wärmer und leuchtender als allein bei blau/weißen Kombinationen herauskommen, Purple z.B. für die "Milka".

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    noch einmal zurück zur Ausgangsfrage: Offensichtlich scheint tatsächlich ein Erinnerungsvermögen bei Fischen zu existieren.

    Eigentlich habe ich nur relativ beschränkt Erfahrungen bezüglich neu hinzugekommener Fische; einfach deshalb, weil der Besatz schon recht lange vorhanden ist. Vor zwei Monaten war dann mein uraltes Fuchsgesicht plötzlich verschwunden und aufgrund des dichten Korallenbesatzes nicht mehr auffindbar. Mein Palettendoktor und das Fuchsgesicht waren jahrelang richtig unzertrennlich, beide immer dicht beieinander. Nur abends haben sie getrennte Schlafplätze aufgesucht.

    Seit dem Verschinden des Fuchsgesichts wirkt der Palettendoktor viel unruhiger und schwimmt weit mehr im Becken herum.

    Vor zwei Wochen habe ich dann gedacht, dass doch noch etwas Platz im Becken wäre und einen Centropyge acanthops sowie einen winzigen Escenius stigmatura neu eingesetzt. Der Schleimfisch wurde von allen Beckeninsassen völlig ignoriert, der Zwergkaiser dagegen von allen Demoisellen, Clownfischen und ganz besonders vom Palettendoktor verjagt. Bei dem dichten Korallenbesatz gibt es zwar beste Rückzugsmöglichkeiten für den Neuen, allerdings kam er lange nur schwer an Futtergaben. Erst seit zwei Tagen ist er mutiger geworden und kommt aus der Deckung. Der Doktor erschreckt ihn aber gelegentlich immer noch.

    Heute kam nun doch wieder ein neues Fuchsgesicht - Winzling von 5 - 6 cm - ins Becken. Alle Altinsassen, einschließlich des Zwerkaisers, haben die üblichen Drohgebärden gezeigt, nicht aber der Palettendoktor! Völlig friedlich ohne jede Drohgebärde schwimmt er sofort wieder neben dem Fuchsgesicht, welches anfänglich zwar etwas zurückgewichen ist, jetzt aber total entspannt an den ersten Algen knappert.

    Es scheint mir doch recht danach auszusehen, dass da eine Erinnerung vorhanden ist.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    ja, in den Anfangszeiten gab es kein Überangebot an technischen Gerätschaften und meist auch nur begrenzte finanzielle Mittel, dafür aber pfiffige Ideen. Manche haben auch Löcher in einen alten Kühlschrank gebohrt, eine Schlauchspirale darin deponiert und mit einer kleinen Pumpe einen Kühlkreislauf hergestellt.

    Und siehe da, auch so hat es geklappt. :smiling_face:

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    ich würde die Alkalinitätsversorgung auch nicht nur auf der Basis von Natriumhydrogencarbonat betreiben, sondern in kleineren Teilen auch Natriumcarbonat verwenden. Dieses erhöht und stabilisiert auch den pH-Wert, kann allerdings nicht unbegenzt verwendet werden, da damit auch der KH-Wert erhöht wird (also vorsichtige Zugaben in kleineren Dosierungen und KH gegenmessen).

    Gute Raumlüftung ist außerdem ein absolutes Muss, denn erhöhte CO2-Konzentrationen in der Raumluft erhöhen im Rahmen des Gasaustausches zwangsläufig auch die Sättigung im Aquarienwasser und senken damit den pH-Wert. Hohe CO2-Sättigung fördert außerdem das Wachstum unerwünschter Fadenalgen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    lasst euch nicht schon wieder verrückt machen. Die Toxizität des Aluminiums hängt stark von seiner Löslichkeit ab. Beim üblichen pH-Wert um 8,0 ist sie so gering, dass Aluminium als unbedenklich gelten kann (Glaser Meerwasserchemie).

    Wenn Fische oder Korallen keine Auffäligkeiten zeigen, besteht auch kein Grund zur Sorge. Die Grenzwerte, die bei ICP-Analysen genannt werden, sind meiner Meinung nicht wirklich wissenschaftlich belegt.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    mein pH-Wert war schon immer etwas niedrig, auch trotz perfektem Gasaustausch. Das lag eindeutig am Betrieb des

    Kalkreaktors, bei dem trotz Nachlauf des angereicherten Wassers über Kalksubstrat immer kleineste Reste CO2 ins Becken gespült werden.

    Trotzdem perfektes Wachstum der Korallen; ich muss regelmäßig gärtnern.

    Nun lass ich seit einiger Zeit wegen des gelegentlichen Auftretens von Fadenalgen Aquarienwasser direkt durch den Kalkrührer laufen und gebe kleine Dosierungen reines Natriumcarbonat hinzu. Der pH-Wert ist auf einem höheren Niveau stabil. Im Ergebnis absolut keine Veränderungen! Das Wachstum ist gleich, auf die Ausfärbungen hat dies ohnehin keinerlei Auswirkungen. Maßgebend sind daneben eben vorallem auch andere Faktoren!

    Für mich ist hier das ganze Theater völlig aufgebauscht. Entgegen Claude Schumachers Propagierung sind chemische Reaktionen ansich immer gleich und stöchiometrisch berechenbar, egal ob im Aquarium oder im Reaganzglas. Mögliche Abweichungen ergeben sich aus den sonstigen, in den individuellen Becken zwangsläufig etwas abweichenden chemischen, biologischen und physikalischen Verhältnissen. Diese sind generalisierend kaum oder besser gar nicht fassbar. Daraus irgendwelche Pseudotheorien entwickeln und chemische Grundreaktione infrage stellen zu wollen, halte ich für baren Unsinn, auch wenn sie von einem ansonsten erfolgreichen Korallenzüchter kommen.

    In den vom Fachhandel vertriebenen Mixturen sind auch keine geheimen Zusatzstoffe vorhanden. Der Baukasten der Chemie ist schon ewig bekannt, da ist klar welche Stoffe wie wirken. Sollten bei einem "Rezept" wirklich Probleme auftreten, kann man die Mischungen anpassen. Hajo hat da beispielsweise schon geschrieben, was bei den "Altvorderen" zum Verhältnis Natriumhydrogencarbonat (der Begriff "Bikarbonat ist veraltert) zu Natriumcarbonat bereits empfohlen wurde.

    Und noch etwas zu "Balling light" oder Ähnlichem: Das originale Balling Sytem geht von einer Zugabe von natriumcloridfreiem Salz aus, um die Ionenbalance stabil zu halten, die meisten Mixturen verzichten darauf. Ohne zeitweisem Teilwasserwechsel ist dies für mich ohnehin fragwürdig.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    zwei Biologen des Instituts für Chemie und Biologie des Meeres der Universität Oldenburg forschen seit Jahren an der geschlechtlichen Vermehrung von Korallen im Aquarium und haben nun am Außenstandort Wilhelmshaven ein Start-up-Unternehmen gegründet. Ziel ist neben Möglichkeiten der "Aufforstung" von Riffen mit klimaresistent gezüchteten Steinkrorallen auch der Handel damit für Aquarianer. Das erscheint recht vielversprechend.

    Riffkorallen - in Zukunft aus Wilhelmshaven
    Die ICBM-Forschenden Dr. Mareen Möller und Dr. Samuel Nietzer sind die Gewinner des ersten Wilhelmshaven Innovationspreises in der Kategorie 1 – Startups,…
    uol.de

    Gruß

    Bernd

    Claude erwähnte doch das man z.B. das Verhalten des pH bei Anwendung von Bolus in Armin Glasers Buch nachlesen kann.
    Dort soll wohl im Detail stehen wie sich das Bicarbonat im Wasser verhält.

    Wer Claudes Ausführungen nicht traut, kann sich ja mal die Mühe machen und sich Armin Glasers Buch anschauen :smiling_face:.

    Ich weiß nicht wo Claude dies in Armin Glasers Buch gelesen hat. Das Buch wurde 2008 verlegt, da steht kein Wort von Bolus. Natürlich führt Glaser viel zur Carbonathärte - KH - Alkalinität - Carbonate aus, aber Claude Schuhmachers spezielle Ausführungen hierzu, lassen sich daraus nicht ableiten.

    Vielleicht machts du dir einmal selbst die Mühe und schaust dir das Buch an.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    schade ist, dass Armin Glaser als wirklicher Chemiker hier keinen Beiträge mehr schreibt. Der hat früher wesentlich zur Aufklärung beigetragen. Vieles was inzwischen verbreitet wird, beruht oft nur auf Halbwissen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    es gibt viele verschiedene Methoden für den Verbrauchsausgleich, ganz unterschiedliche Aquariensituationen und unterschiedlichen Besatz. Irgendwelchen "Patentrezepten" oder verallgemeinernden Einzelbeobachtungen stehe ich eher kritisch gegenüber. Viele Wege führen nach Rom. Echte wissenschaftliche Vergleichsuntersuchungen gibt es da ohnehin nicht. Lasst euch daher nicht verrückt machen! Wenn es bei euch klappt, dann macht weiter so wie bisher.

    Gruß

    Bernd

    Chris,

    es ist durchaus normal, dass der PO4 steigt durch Kalkwasser, der Zusammenhang ist mir aber leider entfallen, das kann ein Chemiker besser erklären.

    Viele Grüße,

    Rüdiger

    Hallo,

    ich glaube da wird etwas verwechselt! Kalkwasser als stark alkalische Lösung kann bei der Zugabe im Aquariumwasser vorhandenes Phosphat ausfällen, dabei sinkt die messbare PO4-Konzentration. (Das Phosphat wird dabei allerdings nur gebunden, nicht aus dem Becken entfernt und könnte u.U. durch starke Säuren wieder gelöst werden ).

    Anders ist es beim Kalkreaktor aus. Das hierbei meist genutzte Substrat, der Korallenbruch, kann Phosphat enthalten, welches durch die eingesetzte Kohlensäure mit gelöst wird; dann kann PO4 im Wasser ansteigen.

    Eine Ausnahme, also das Ansteigen von Phosphat beI Kalkwassergaben, wäre nur dann denkbar, wenn man Kalkwasser direkt in einen schon länger eingesetzten Phosphatadsorber einbringen würde, da dabei durch den hohen pH-Wert des Kalkwassers das gesamte adsorbierte Phosphat sofort freigesetzt werden könnte.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    die gewünschte dauerhafte leichte Erhöhung des pH-Wertes mittels der zeitweisen direkten Leitung von Aquarienwasser durch den Kalkrührer klappt inzwischen tatsächlich recht gut. Es bedurfte allerdings schon einer etwas längeren Versuchsphase, bis die optimalen zeitlichen und mengenmäßigen Intervalle ermittelt wurden.

    Merkbare Auswirkungen auf KH habe ich nicht festgestellt. Dies habe ich auch nicht befürchtet. Kalkwasser selbst gibt ja keine Carbonat-Ionen direkt ins Aquarium, und das Angebot von CO2 in der Raumluft (Nichtraucher und geschlossene Abdeckung) oder vom Rücklaufwasser des parallel laufenden Kalkreaktors ist bei mir nicht so hoch, dass sich durch die Verschiebung des Carbonatgleichgewichts relevante Mengen Hydrogencarbonate bilden könnten.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Andreas,

    ich habe mir eine Kühlung mit zwei billigen flachen Lüftern (siehe hier beispielsweise bei Amazon:https://www.amazon.de/ELUTENG-Schutz…B0BBYZGQL4?th=1) selbst gebaut. Hierzu habe ich mit einen Plexiglasscheibe ( entsprechend der Länge des Beckens und halbe Breite) zuschneiden lassen, mit der Stichsäge zwei runde Öffnungen entsprechend der Größe der Lüfter ausgeschnitten und die beider Lüfter mit UHU-Hart aufgeklebt. Die Scheibe lege ich dann bei Bedarf vorn am Beckenrand, leicht schräg angewinkelt auf das Becken, so dass der Luftzug über die Wasseroberfläche streichen kann.

    Funktioniert schon seit Jahren, kühlt gut, ist nicht laut, optisch nicht groß auffällig und kann blitzschnell abgeräumt werden (wenn z.B. Besuch kommt und meine Frau der Anblick stört).

    Gruß

    Bernd

    Hallo Ewald,

    ja, ich werde die Entwicklung beobachten. Zunächst werde ich testen, wieviel und in welchen Intervallen Beckenwasser durch den Kalkrührer täglich laufen soll, damit der pH-Wert im Wunschbereich stabil bleibt. Nach den ersten Beobachtungen reichen da recht kleine Dosierungen. Außerdem werde ich den pH-Wert im Kalkrührer selbst und die Alkalinität beobachten. Bei letzterer dürfte es wohl weniger Auswirkungen geben.

    Noch einen schönen Abend

    Bernd

    Hallo Ewald,

    eine kleine Pumpe bewirkt genauso viel wie ein Rührer und ist sicherlich weit preisgünstiger. Ich muss meine auch nie warten, habe sie in all den Jahren ganz selten gereinigt. Der Kalkschlamm ist so fein und weich, dass da keine besondere Abnutzung erfolgt.

    Da mein Riffbecken im Wohnzimmer und während der kalten Jahreszeit auch das gemauerte Technikbecken immer abgedeckt sind, habe ich nur eine geringe Verdunstung. Das Rücklaufwasser aus dem Kalkreaktor läuft zwar auch nochmals über Calciumsubstrat, der pH-Wert lag aber in der Anlage trotz Verdunstungsausgleich mit Kalkwasser meist nur zwischen 7,9 und 8,1. Durch deinen Tipp kann ich ihn gut höher halten.

    Das einzige schlechte an deiner Idee ist, dass ich da nicht schon längst selbst darauf gekommen bin.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Ewald,

    ein mit Deckel dicht verschlossenes 30 Liter Plastikweinfass, Wasserstand bis zum Abfluss bei ca. 2/3 Füllhöhe, Zulauf für Osmosewasser und jetzt auch Beckenwasser oben im Deckel, Rührzeiten viermal täglich für 5 Minuten mit uralter kleiner Chinapumpe. Diese läuft seit ca. 10 - 15 Jahren ohne Probleme direkt im Kalkschlammbereich.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Burkhard,

    bei der Kalkwassermethode zur Fadenalgenbekämpfung habe ich über mehrere Wochen täglich größere Mengen Kalkwasser zugeben müssen. Dabei gab es keinerlei Auswirkungen auf die Mikrofauna. Allerdings hatte sich das Kalkwasser immer abgesetzt und war klar.

    Ich denke das kann man auch beim Durchfluss von Beckenwasser durch den Kalkrührer erreichen. Hierzu muss man die Durchlaufzeiten von den Rührzeiten mit ausreichendem Abstand entkoppeln. Beides lässt sich einfach mit zwei einfachen elektronischen Zeitschaltuhren regeln. Außerdem sollte der Zulauf in den Kalkrührer oben und und sehr langsam erfolgen, damit der abgesetzte Kalkschlamm nicht wieder aufgewirbelt wird.

    Ich habe gerade Ewalds Anregung umgesetzt. Ich kenne die Bauart der jeweiligen Kalkrührer nicht. Bei meinem großvolumigen Eigenbau geht es wie beschrieben ganz einfach. Zu- und Abfluss erfolgen im oberen Bereich weit über dem abgesetzten Kalkschlamm.

    Es funktioniert tatsächlich recht gut. Den pH-Wert erhöhe ich langsam auf einen dauerhaft höheren Level zum Ausgleich der leichten pH-Senkungen durch den parallelen Kalkreaktorbetrieb und hoffe, dass ich damit die gelegentlichen Fadenalgenbildungen verhindern kann.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Ewald,

    ich werde es auch einmal testen, kleine Portionen Beckenwasser direkt durch den Kalkrührer zu leiten. Dies werde ich in mehreren kleinen Schüben so zeitversetzt einleiten, dass es ausreichend zeitversetzt zu den Rührphasen erfolgt. Dadurch kann sich das Kalkwasser ausreichend klären.

    Wie oft füllst du da Calciumhydroxid nach? Ich werde es mittels pH-Messung im Kalkrührer beobachten.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Ewald,

    bei mir wird das Osmosewasser, gesteuert durch den Niveauregler, auch durch den Kalkrührer gedrückt. Der Niveauregler ist wie der Rührer mit Zeitschaltuhren gesteuert, damit die Rührzeiten nicht gleichzeitig mit der Nachfüllung zusammenkommen. Dies reicht für den "Normalbetrieb", wobei ich durch den parallelen Einsatz eines Kalkreaktors trotz Reaktor-Auslauf über Kalkbruch im Becken immer etwas niedrigere pH-Werte habe.

    Wenn gelegentlich Fadenalgen verstärkt auftreten, schalte ich den Kalkreaktor zeitweise ab und halte die Alkalinität mit kleinen Gaben Natriumhydrogencarbonat stabil. Dann gebe ich manuell zusätzlich Kalkwasser zu und gleiche bei Bedarf mit Salzlösung aus.

    Eine direkte Führung von Beckenwasser durch den Kalkrührer habe ich noch nicht versucht. Dazu fehlen mir auch die nötigen Sonden und Steuergeräte, was sich wegen des doch selteneren Bedarfs bei mir auch nicht lohnt.

    Als Rentner hat man trotz all der vielen Arbeiten am Haus und im Garten für kleinere Maßnahmen doch noch ein bisschen freie Zeit. :smiling_face:

    Gruß Bernd

    Hallo Ewald,

    ja, man könnte das alles durchaus auch automatisieren, allerdings mit einem doch etwas hohen (und nicht ganz billigem ) Aufwand.

    Das Hauptproblem wäre aber nicht die einfache Zugabe von Kalkwasser nach Bedarf. Nach meinen Erfahrungen reicht dabei die normale Verdunstungsrate über einen längeren Zeitraum nicht aus. Um die Salinität stabil zu halten, muss man nach einiger Zeit regelmäßig zum Ausgleich des Wasservolumens Beckenwasser entnehmen und mit höher dosiertem Wasser nachfüllen. Dies lässt sich nur schwer automatisieren, da man immer wieder nachregeln muss.

    Alternativ kann man Salzwasser auch direkt mit Calciumhydroxid ansetzen. Dies erreicht allerdings nicht so einen pH-Wert wie beim Ansetzen des Kalkwassers mit Osmosewasser (Erfahrungswert, warum dies so ist, habe ich noch nicht "chemisch" ergründet. Dazu könnten hier vielleicht richtige "Chemiker" etwas sagen?).

    Gruß

    Bernd

    Hallo Chris,

    bei der Fadenalgenbekämpfung mit Kalkwasser - welches einen pH-Wert von ca. 12,4 haben sollte - geht es ja primär darum, durch einen möglichst längere Zeit hohen pH-Wert im Aquarium CO2-untersättigte Verhältnisse herzustellen und den Algen damit das lebensnotwendige CO2 zu entziehen. Auswirkungen auf die Calciumkonzentrationen oder die Alkalinität sind dabei zunächst nebensächlich.

    Je höher der pH-Wert - und dabei desto niedriger die Alkalinität -, desto weniger CO2 ist für die Algen verfügbar. Bei KH 5 liegt schon bei einem pH-Wert von 8,1 bis 8,2 eine Untersättigung vor; bei KH 7 bei pH8,3 und bei KH 10 bei etwa pH 8,4.

    Es gilt also möglichst lange den Zustand Untersättigung zu halten. Bis zu einem pH-Wert 8,6 , der sich auch noch bei einer recht hohen Alkalinität erzielen lässt, treten garantiert weder bei Fischen noch bei niederen Tieren Schäden auf. Ich hatte aber auch schon Werte deutlich darüber ohne Probleme.

    Wichtig ist dabei ein guter Gasaustausch im Raum, also auch dort möglichst wenig CO2 in der Luft!

    Die Methode hat bei mir und vielen anderen Anwendern immer gewirkt, aber es dauert!

    Hier nochmals meinen alter Aufsatz mit Tipps zu diesem Thema:https://www.riffaquaristikforum.de/content/31-kal…lgen-und-andere

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    dies sind nach den Fotos zu urteilen "normale" Fadenalgen. Oft kann man die Büschel einfach herausziehen. Die kommen und gehen, ohne dass man die genaue Ursache finden kann. Bei mir bilden sie sich oft gerade auch bei niedrigen Nährstoffwerten und immer in stärker durchströmten Bereichen.

    Natürliche Fessfeinde haben bei mir nie richtig geholfen. Normalerweise sitze ich das Problem einfach aus. Wenn es zu schlimm wird, hilft die "Kalkwassermethode". Mit ein paar Zugaben ist es da allerdings nicht getan.

    Siehe hier: https://www.riffaquaristikforum.de/content/31-kal…lgen-und-andere

    Gruß

    Bernd

    Hallo Claude,

    in dieser konkreten Diskussion geht es doch nur um die Calciumzufuhr und eventuell noch die Alkalinität, nicht aber um Salzmischungen oder sonstige möglichen komplexe Präparate!

    Ich wüsste nicht, dass für den Calciumverbrauch neben dem Kalkwasser mit Calciumhydroxid oder bei Balling Calciumchlorid-Dihydrat + u.U. NaCl-freies Salz und i.Z.m. der Alkalinität Natron noch irgendwelche "nicht einfachen geheime Salze" notwendig wären. Der Umgang damit ist weder gefährlich, noch kommt es dabei beim Abwiegen auf tausendstel Gramm an. Dass man natürlich qulitativ hochwertige Salze verwendet, versteht sich sicher von selbst. Über die Reinheitsgrade hinausgehende Kostenunterschiede beim Kauf dieser Salze wäre mir auch nicht ersichtlich.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Claude und Chris,

    mir geht es vor allem darum, dass die fertigen Versorgungssysteme den nichtlinearen Verbrauch naturgemäß nicht entsprechend genau abbilden können. Wenn ich mich richtig erinnere, hast du dies auch schon geschrieben. Gerade bei der Alkalität und beim Calcium verändern sich die Werte je nach Beckensituation oft nicht gleichförmig.

    Damit möchte ich die "Fertigprodukte" nicht schlecht machen, mir kommt es aber auch nicht auf den doch geringen Aufwand an. Ich arbeite ohnehin parallel mit Kalkreaktor und Kalkwasser. Da muss ich nur gelegentlich speziell mit Salzen nachjustieren, dies dann allerdings auch punktgenau.

    Gruß

    Bernd

    Als Hauptbeckenversorgung käme das für mich nicht in Frage, weil es eben auch diverse Nachteile gibt und es heute gut entwickelte, funktionierende Versorgungssystem gibt.

    Hallo Chris,

    man sollte sich aber auch bewusst sein, dass es sich bei den "gut entwickleten Versorgungssystemen" meist um teuer verkaufte chemische Komponenten handelt, die einzeln viel, viel billiger eingesetzt werden könnten und deren pauschaler Einsatz meist nicht direkt den Einzelbedürnissen der individuellen Beckensituationen richtig entspricht.

    Mit ein paar wenigen fundamentalen Sachkenntnissen kann man da auch besser und günstiger agieren.

    Gruß

    Bernd