es hat sich tatsächlich an den Zahlen seit 2002 nichts großartig getan? oje.
Stimmt, ich wundere mich immer, warum bei meinem Stamm-Großhändler die Hälterungsbecken permanent fast leer sind. Er hat dann mit Glück seine Jahreszuteilung von 80 Zebrasoma immer innerhalb weniger Stunden verkauft ; warum sind dann die Fische nur so billig? wenns denn tatsächlich nur so wenig sein sollten, wundern mich doch Meerwasserprodukte herstellende Firmen, die die vergangenen Jahre neben ständiger Sortimentsverbreiterung auch die Sortimentstiefe stetig vorantreiben. Das lohnt sich doch überhaupt nicht

Den paar Tieren muß es doch anhand der vielen neu entstandenen Marken und Salzsorten, Futtermitteln und Amphetaminen hervorragend gehen, wenn sie nicht gerade mit Pulvern, Tropfen und Inkredenzien der Hersteller von ihren Haltern vorzeitig ins Jenseits befördert werden. (Ironie an/aus, jeder wie er will)
Also damit bin ich dann zufrieden und ich gestehe: ich habe maßlos übertrieben und letztens gesehene Hälterungsbecken mit gerammelt vollen 250 Zebrasoma war nur eine Fiktion .
leider lassen sich folgende Textpassagen nur via c+p einfügen:
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
GP Report 6.01 (2001)
>Schätzungsweise mehrere zehntausend Deutsche begeistern sich für dieses Hobby, die Bundesrepublik ist nach den USA und Japan der drittgrößte Markt weltweit. Jährlich werden hierzulande zweistellige Millionenbeträge umgesetzt und geschätzte sechs Millionen Meeresfische importiert, vor allem aus den Philippinen, Indonesien, Thailand, Singapur und Hawaii. Seit den Anfängen in den 60er Jahren ist die Fangemeinde stetig gewachsen, und so hat sich auf Hawaii beispielsweise die Zahl der gefangenen Meereszierfische seit Anfang der 70er verfünffacht. Nach einem Report des Washingtoner World-watch-Instituts werden weltweit jährlich 500 bis 600 Millionen Zierfische aus den Meeren geschöpft. Für viele der meist armen Exportländer ist der Zierfischhandel eine wichtige Einnahmequelle. ......<
selbes Pamphlet (wahrscheinlich von Herstellern und Händlern so gesehen) 
>....Doch nicht nur Antibiotika, auch Beruhigungsmittel und Hormone zur Steigerung der Farbintensität gehören zum Speiseplan der Exoten. "Immer häufiger bekommt man im Laden aufgeschwemmte, verdauungsunfähige, fehlfarbene Todeskandidaten vorgesetzt. Liegen diese Giftbomben endlich tot am Boden des Aquariums, rührt sie kein Einsiedlerkrebs, ja selbst kein Borstenwurm mehr an", klagt die Verhaltensforscherin Ellen Thaler in der Juni-Ausgabe der Aquarianer-Zeitschrift DATZ.
Die Professorin, selbst eine Meeresfisch-Liebhaberin, unterstellt den Aquarianern eine Wegwerf-Mentalität. Viele verschlissen Fische oder wechselten sie aus, weil gerade andere Arten "in" sind. "Je seltener ein Fisch ist, desto begehrter ist er auch. Der Preis spielt dann keine Rolle mehr", sagt Bruhns (ehem. Zierfischhändler aus Berlin) über seine ehemaligen Kunden. "Früher oder später holt sich jeder einen Fisch, von dem er besser die Finger lassen sollte." Sein vernichtendes Fazit: "Von zehn Meeresaquarianern sollten sich neun ein anderes Hobby suchen. Die sehen die Fische nur als Zimmertapete." <
weiter gehts:
>Die meisten Aquarianer und Händler haben zum Naturschutz ein gespaltenes Verhältnis: Zwar schimpfen sie laut über Umweltschäden, verdrängen aber zugleich die negativen Folgen ihres Hobbys. Denn im Gegensatz zur Süßwasseraquaristik, wo die meisten Arten inzwischen nachgezüchtet und nur etwa zehn Prozent der gehandelten Fische der Natur entnommen werden, sind im Meeresaquarium 95 bis 98 Prozent der Tiere Wildfänge. Die meisten Zuchtversuche scheitern daran, dass fast alle Meeresfische Freilaicher sind. Die Weibchen geben die Eier direkt ins Wasser ab, und die Larven ernähren sich von umherschwimmendem Plankton. Doch eben diese Eier und das Plankton werden von den für die Wasserqualität des Beckens unerlässlichen Filtern abgefischt – ein bislang ungelöstes Problem. "Daraus wird in Zukunft nichts werden, weil es technisch zu aufwendig und zu teuer ist. Das kann man vergessen", winkt Fischforscherin Thaler ab.
So wird die Nachfrage nach Korallenfischen aus dem Riff wohl auch in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Trotz stetig steigender Exportzahlen gibt es bis heute nicht einmal für bedrohte Arten konkrete Bestands- oder Handelszahlen oder irgendwelche Handelsbeschränkungen, jeder darf importieren, was und wie viel er will.
Die dramatischen Folgen zeigt die weltweit bislang einzige Studie zu den Auswirkungen des Meereszierfischfangs in Hawaii (1999) auf: Dort wurden die natürlichen Populationen von zehn häufig gehandelten Arten durch den Fang rasant dezimiert – in nur zwei Jahren um 38 bis 57 Prozent. Und dies, obwohl dort nicht einmal mit Zyanid gefischt wird. Der Autor der Studie, Brian Tissot, drängte erfolgreich darauf, mindestens 30 Prozent der Küstengewässer Westhawaiis zu Reservaten zu erklären, in denen jegliches Fangen von Fischen verboten ist. Zudem werden auf den Inseln der Handel und die Populationszahlen kontrolliert. Von solchen Maßnahmen sind alle anderen Exportländer weit entfernt. <
.....
>Doch auch in den Importstaaten gibt es keine Handelsstatistiken. In Deutschland etwa ist nur die Gesamtmenge der jährlich importierten Zierfische in Tonnen bekannt (2000: 105 Tonnen Süßwasser- und 45 Tonnen Meerwasserfische). Als das Bundesamt für Naturschutz (BfN) Anfang der 90er versuchte, die Handelsdaten zentral zu erfassen, scheiterte dies am Widerstand der Händlerlobby. "Die dachten, wir wollen ihnen das Geschäft kaputt machen", erzählt BfN-Abteilungsleiter Harald Martens.
Auch 1997, als die Bundesartenschutzverordnung an die EU-Gesetzgebung angepasst wurde, gab das BfN klein bei: Das acht Jahre lang geltende Importverbot für die farbenprächtigen Kaiser- und Falterfische wurde ohne Ausnahmen aufgehoben. "Es ließ sich in der EU nicht durchsetzen. Und ein deutscher Alleingang war nicht drin", sagt Martens.
"Wenn das BfN gewollt hätte, hätte man das Verbot beibehalten können", meint hingegen ein Kollege eines ostdeutschen Umweltamtes. "Auch andere Länder haben beim Import bedrohter Arten Sonderregelungen erreicht. In Schweden darf man beispielsweise keine exotischen Vögel halten, in Frankreich keine Greifvögel."
Seit der Aufhebung des Verbots haben Aquarianer und Händler wieder die freie Auswahl in allen Ozeanen. Nur einige langsam wachsende Steinkorallenarten aus Indonesien dürfen nicht importiert werden. Dafür werden sie illegal ins Land geschmuggelt. "Wir sind da schwer überfordert", stöhnt die zuständige Expertin vom Zoll am Frankfurter Flughafen, "wir sind ja Zöllner und keine Biologen. Wenn’s nach uns ginge, sollte die Einfuhr von Korallen ganz verboten werden."
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
das war Stand der Infos vor 8 Jahren!