Guten Morgen Monika,
so ganz kann ich dir da nicht beipflichten; man muß so einigermaßen zwischen öffentlichem und privatem 'Zoo' unterscheiden. Und hier schon zwischem 'nassen und trockenem'.
Sarah hat die Geldseite ja schon angerissen, und die Tatsache, daß nur ein 'Vollsortiment' im Zoo publikumswirksam ist.
Tatsache ist, daß die großen öffentlichen Zoos meist jenseits einer gesunden Relativität zwischen Einnahmen und Ausgaben leben. Um Profit geht's meist gar nicht, da ein Defizit in der Kasse dann von der Kommune getragen werden muß, ein Tierpark eben zum Renomee einer großen Stadt gehört.
Als Beispiel nehme ich jetzt mal den Tierpark Hellabrunn:
Für 18 Mill. EUR wurde hier ein Affenhaus gebaut, ein Vorbild für ganz Europa, ein Prestigeobjekt. Viele Sponsoren haben hier beigetragen, um dies zu verwirklichen.
Auf der anderen Seite krankt es an vielen Ecken, z. B. bei den Pinguinen, (einer ging an einer verschluckten Mosaikfliese kaputt) da hier dann wieder das Geld für die 60 Jahre alte Anlage und dessen Sanierung (300000 EUR) abgeht.
Jetzt klafft ein Loch in der Kasse von 3 Mill. EUR, die letztendlich dann der Steuerzahler trägt.
Andere Abteilungen, wie die Aquaristik tragen sich mit großen Plänen (hier 75 m³ Riffbecken), die eigentlich, wenn die Sponsoren, in der Zeit finanziell knapper Miittel, nicht so das Geld auf den Tisch legen, zum Scheitern verurteilt sind; denn dann geht die Schusterei an, um das Projekt dann dennoch durchzuziehen.
Bei den privaten Anlagen ist meist der Fehler, Anschaffungskosten sind alle kalkuliert, je weniger, desto besser (da werden die Hobbyaquarianer meist keine Ausnahme machen) die Folge- und Unterhaltskosten werden meist nur angedacht. Und passiert der Anlage etwas, in Folge eines Fehlers beim Sparsamkeitsgedanken bei Errichtung, dann wird's richtig teuer; und keine Kommune dabei, die unter die Arme greift.
In unserer Gesellschaft ist halt der Publikumsbringer immer das Neue, das Größere, das Beste.
Seit der Eröffnung des neuen Affenhauses hat gestern im Lokalfernsehen der Tierparkdirektor von München eine Steigerung von 145000 zahlenden Gästen gegenüber den Vorjahren vorgerechnet. Hier erlebt man aber wiederum die Realitätsferne des monetären, wenn man dann die Finanzierungslücke für Renovierungsinvestitionen sieht.
Servus Stefan