Beiträge von wasserpanscher

    Die Nano Wavebox kenne ich leider nicht, aber für den Trafo meiner normalen Wavebox gibt es drei Jumper (12V, 18V, 24V), mit den man die Strömungsamplitude gut einstellen kann. 12V ist sehr sanft, die LPS mögen das. Ich lasse aber immer nur stundenweise die Strömung oszillieren, dazwischen ist Ruhe.

    LG
    Bernhard

    Hallo Janik,

    mit 4000.- EURO Budget und dem Anspruch, ein "schlafzimmertaugliches" Becken zu bekommen, könnte es schwierig werden. Hängt natürlich davon ab, wie geräuschempfindlich Du bist. Ich habe mal versucht, ein mögliches Set zusammenzustellen. Es ist jetzt sicher kein High End, aber enthält aus meiner Sicht einigermaßen vernünftige Komponenten:

    AquariumAqua Medic Armatus XD 3751.120 €
    LampeATI Sunpower 6x39Watt T5 dimmbar, inkl. Röhren540 €
    RückförderpumpeRoyal Exclusiv Mini Red Dragon 2,5m3341 €
    AbschäumerAqua Medic K-Serie 1 inkl. 24V Pumpe321 €
    StrömungspumpeTunze Turbelle Stream 6105 regelbar206 €
    OsmoseanlageAqua Medic premium line 190 , inkl Spülventil110 €
    HeizungEheim Regelheizer30 €
    KleinteileRefraktometer, Wassertests, Scheibenreiniger200 €
    SUMME2.868 €


    Warum habe ich diese Komponenten gewählt:
    - Aquariumset: siehe oben

    -Lampe: Angesichts des limitierten Budgets habe ich auf eine Hybrid verzichtet und empfehle Dir eine reine T5, dimmbar.
    Wenn die Leuchte nachts nicht an ist, laufen bei dieser auch keine Lüfter und sie ist geräuschlos.

    - Rückförderpumpe: es gibt kaum eine bessere auf dem Markt

    - Abschäumer: Vorteile der K-Serie sind: regelbare 24V Gleichstrompumpe und diese extern (außerhalb des Abschäumers) montiert
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade das Laufrad sich immer wieder irgendeinen Schmodder fängt, was dann zu Geräuschen durch Kavitation führt. Deshalb würde ich hohen Wert auf eine leicht demontierbare Pumpe legen. Die Gleichstrompumpen sind von Haus aus wesentlich leiser als eine normale 230V Wechselstrompumpe.
    - Strömungspumpe: Ich habe mit Tunze gute Erfahrungen gemacht. Aber sie sind nicht "unhörbar". Vielleicht haben andere Forianer da noch Tipps.

    - Osmoseanlage: Wichtig ist m.E: eine mit Rückspülventil, damit Du beim Reinigen keine Schläuche mühsam umstecken musst.

    Damit hast Du eine Kombination, die funktioniert, und die Dir noch 1200.- Euro Budget für das "Innenleben" läßt.

    Wenn mehr Budget da ist, würde ich den Abschäumer durch einen Royal Exclusiv Mini Bubble King 160 mit Red Dragon X DC 12V ersetzen. Dort ist die Pumpe zwar intern, aber dieser Abschäumer ist m.E. der Beste und vor allem der Leiseste, den ich kenne. Kostet allerdings dann schon 850.- Euro. Und für noch mehr Budget dann die ATI Sunpower durch eine ATI Hybrid ersetzen.

    LG,
    Bernhard

    Eine ATI Hybrid ist zwar ne gute Lampe, aber für 2m neben dem Bett.... Ne danke, da nicht Lüfterlos. Da müsste man die Lüfter wieder so steuern, dass sie nachts ausgehen.

    Habe ich ja oben geschrieben: ich gehe mal davon aus, dass die Lampe nachts nicht leuchten soll, also weder LED noch T5. Dann läuft bei der ATI nachts auch kein Lüfter und sie ist vollkommen geräuschlos. Und wenn man nachts z.B. nur ein Mondlicht laufen lassen möchte (also z.B. ein LED-Modul auf 1%), dann läuft der Lüfter auch nicht und es reicht die passive Kühlung. Selbst in der Abenddämmerung mit nur LED auf 40% laufen bei mir die Lüfter nicht oder - wenn überhaupt - nur mit geringer Drehzahl und damit so gut wie nicht hörbar, da die Lüfterdrehzahl temperaturgesteuert wird.

    Ich bin - nach verschiedenen Experimenten mit reinen LED-Leuchten - ein Verfechter der Hybridlösung. Die Korallen zeigen bei mir durch das T5-Streulicht die besten Farben und Wachstum, und die LED nutze ich für Sonnenauf- und -untergang und für den Kringeleffekt. Wenn das Budget für eine Hybridlösung nicht ausreicht, würde ich eine reine T5-Lösung einer reinen LED-Lösung weiterhin vorziehen. Aber da mag jeder seine eigenen Erfahrungen machen.

    LG,
    Bernhard

    Hallo Rüdiger,


    ich weiß nicht wie hoch dein Budget ist, aber hast du dir mal die Becken von AquaPerfekt angeschaut?
    In der Exclusiv-Edition hast du so ziemlich das beste an Technik verbaut was man finden kann:

    Also die LED-Beleuchtung mit 160 Watt auf 360 Liter Beckenvolumen (brutto) finde ich ziemlich schwach. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass die LED nicht dauerhaft mit 100% betrieben werden soll, sondern vielleicht bestenfalls mit 80% Leistung, dann wird es mit SPS schon ziemlich eng.

    Die Dreambox ist natürlich schick, wenn man bereit ist, das Geld dafür auszugeben.

    LG,
    Bernhard

    Hallo Janik,

    schau Dir doch mal alternativ das Aqua Medic Armatus XD an. Ich habe von Aqua Medic das Cubicus, und die Technik funktioniert und ist insgesamt stimmig.

    Beim Red Sea wäre ich auch eher vorsichtig. Ich habe zum Beispiel noch kein solches Becken in Natura gesehen, bei dem nicht die Türen schief montiert waren oder irgendwie abstanden. Kann Zufall sein, aber ist für mich schon ein Symptom für fragwürdige Qualität.

    Ich würde mir an Deiner Stelle - wenn es ein Fertigbecken sein muss - das Armatus zulegen, und als Beleuchtung eine ATI Hybrid. Dann hast Du beste Voraussetzungen, mit etwas Erfahrung auch erfolgreich SPS zu pflegen.

    LG
    Bernhard

    Hallo Janik,

    Woher kommst Du denn? Vielleicht findet sich ein erfahrener Aquarianer hier im Forum, der Dich etwas „am Händchen“ nehmen kann. Nix gegen die Händler, es gibt viele seriöse und zumindest „mein“ Kölle Zoo ist absolut seriös, aber eine uneigennützige Beratung durch einen erfahrenden Hasen, der dann bei eventuellen Problemen in der Startphase auch mal vorbeischauen kann, wäre nicht das Schlechteste.

    VG,
    Bernhard

    Hallo Janik,

    Lautstärkeempfinden ist immer subjektiv, wie auch Joachim bereits schrieb. Wenn das Becken im Schlafzimmer 2m neben dem Bett steht, wird das Ganze vermutlich schon eine Herausforderung.
    Ich bin da auch empfindlich und habe für mich die folgenden Quellen als Hauptfaktoren ausgemacht:

    1. Abschäumer: Ist für mich die Hauptquelle. Ich würde auf jeden Fall einen mit Gleichstrommotor nehmen, um das Brummen zu mindern. Im Prinzip geht nichts an Royal Exclusiv vorbei, auch wenn es dem Geldbeutel weh tut.

    2. Ablauf im Ablaufschacht: Kann durch entsprechendes Anstauen fast geräuschlos gestaltet werden. Ich kenne dazu das Red Sea Reefer System nicht. Hör Dir das mal „en natura“ an; es gibt ja Händler wie bei mir der Kölle Zoo in Nürnberg, die so ein System als Schaubecken am Laufen haben.

    3. Strömungspumpen: Würde auch hier regelbare Gleichstrompumpen nehmen, und diese eine Nummer größer wählen und dann in Teillast laufen lassen. GGf. kann man auch nachts nur eine Pumpe oder nur in Schwachlast laufen lassen; die Korallen benötigen nicht 24/7 eine Brandungsströmung.

    Zusätzlich noch alles mit Silikonschläuchen entkoppeln, um Schwingungsübertragungen zu minimieren. Manchmal nervt schon, wenn ein Stromkabel am Beckenglas vibriert. Bekommt man aber mit Silikonschlauchstücken gut in den Griff.

    Bei der Beleuchtung nehme ich mal an, dass sie ausgeschaltet ist, während Du schläfst. Ansonsten können auch die Lüfter von LEDs nerven.

    LG,
    Bernhard

    Hallo xyz,

    vorausgesetzt, Dein Wasser hat etwa 25°C, würde ich den Spindeln vertrauen, vor allem dem Präzisionsaräometer von JBL. Die Dichte bei der Spindelmessung ist allerdings temperaturabhängig. Wenn Dein Wasser z.B. nur 15°C hat, dann entsprechen 1.027 in etwa 1.024 bei 25°C.

    LG,
    Bernhard

    Ich würde Folgendes tun:
    1. Spurenelementdosierung aussetzen. Dein Becken ist frisch und kaum mit SPS/LPS besetzt, also hast Du auch nur einen sehr geringen Verbrauch an Spuris. Ist über das Salz abgedeckt.
    2. Beläge soweit möglich absaugen; notfalls jeden 2. Tag.
    3. Beleuchtung mehr auf Tageslicht einstellen und dann nicht mehr herumspielen.
    4. Ein gute Bakterienkultur hinzugeben, z.B. Microbe Lift Special Blend, um einen Gegendruck zu erzeugen.

    Und dann einfach Geduld und (mit Ausnahme des Absaugens) nichts ändern.

    VG,
    Bernhard

    P.S.: dein Becken hat 360 Liter, ist neu, also brauchst Du keine großen Wasserwechsel. Die Osmoseanlage hat aber schon 1000Liter Produktion hinter sich. Wie kommt das?

    Hallo Vernon,

    wie oft hast Du denn die Tests mit Deinem Beckenwasser wiederholt? Ist der Unterschied von 1kH reproduzierbar oder war das zufällig bei einer Messung?

    Bei Salifert ist es z.B. nach meiner Erfahrung entscheidend, dass man die Testreagenz unmittelbar vor der Anwendung kräftig schüttelt. Dann aber liefert zumindest der kH-Test zuverlässige Ergebnisse. Ca, Mg und NO3-Test von Salifert sind meiner Erfahrung nach auch gut. Bei PO4 habe ich mit dem neuen ATI-Test gute Erfahrungen gemacht, er ist im Gegensatz zu Tests manch anderer Hersteller durch das lange (tiefe) Reagenzglas sehr gut ablesbar.

    LG,
    Bernhard

    Hallo Paul.

    ich habe sowohl die Kohle als auchn das RowaPhos einfach in einem Filtersäckchen. Liegt dann allerdings in einer sehr schmalen Kammer, d.h. mit guter Durchströmung.
    Vor allem beim RowaPhos kenne ich keine andere Lösung. Das Zeug ist so fein, dass es bei Zwangsdurchströmung oder gar im Wirbelbett über kurz oder lang im Becken landet. Aber es ist für mich der wirksamste Phsophatadsorber, und ich habe schon einige probiert.

    Anbei findest Du ein Bild.

    LG,
    Bernhard

    Hallo Paul,

    schön, dass Dich die Begeisterung wieder packt ..... :winking_face:

    Wahrscheinlich wirst Du unterschiedliche und zum Teil auch sich widersprechende Antworten hören, denn bekanntermaßen führen viele Wege nach Rom ...
    Ich habe ja eine ähnliche Größe (764 Liter) und fange deshalb mal mit meinen persönlichen Erfahrungen an:

    1. Riffkeramik
    Ich bin nach wie vor ein Verfachter von Lebendgestein. Okay. es ist ungleich schwerer als noch vor 6 Jahren, richtig gutes, frisches Gestein zu bekommen; aber eine natürlichere Biologie wirst Du nicht bekommen. Unabhängig davon besetzt man heute möglichst schnell mit Korallen (Weichkorallen, pflegeleichte SPS/LPS), um Nahrungskonkurrenz aufzubauen. Ich habe auch einen Blitzstart hingelegt und - weil es eine Beckenumsiedlung und Vergrößerung war - sofort dicht mit Korallen besetzt. Hat bestens funktioniert.
    Als Unterstützung, um die Biologie in Schwung zu bringen, habe ich beste Erfahrungen mit Microbe Lift Special Blend und Nite Out II gemacht. Hilft bei mir auch heute noch gelegentlich, wenn sich Cyanos ankündigen.

    2. WaveBox
    Ich habe auch eine große Tunze Wavebox am Laufen. Habe sie allerdings nicht in dem mitgelieferten Kunststoffschacht montiert, sondern in einem dafür gefertigten Riffkeramikschacht. Gab es mal bei Mrutzek zu kaufen. Zusätzlich habe ich die Pumpe noch mit einem Silikonschlauch gegen die Wand der Keramikbox fixiert. Sie läuft bei mir mit 18Watt (also dem Jumper für die mittlere Leistungsstufe) und ist nahezu unhörbar. Ich lasse sie über eine Zeitschaltuhr immer 4 Stunden laufen, danach 4 Stunden Pause. Habe damit beste Erfahrungen gemacht und möchte sie nicht mehr missen.

    3. Abschäumer
    Von Anfang an durchlaufen lassen. Dient ja nicht nur zur Abschäumung von Organika, sondern auch zur Sauerstoffsättigung des Meerwassers.

    4. Vliesfilter
    Habe ich nicht. Ich konnte mich mal darüber mit dem Biologen Jörg Kokott (Sangokai) unterhalten; er hat mir davon abgeraten, weil seiner Meinung nach zuviel Plankton zurückgehalten wird und dies somit nicht förderlich für die Beckenbiologie ist. Also würde ich den zumindest am Anfang weglassen.

    5. Technikbecken
    Habe jetzt auf die Schnelle zwar kein Foto, aber der Aufbau ist wie folgt (in Durchströmungsrichtung):
    1. Kammer: Einlauf aus Ablaufschacht; Beruhigungskammer
    2. Kammer: Abschäumer
    3. Kammer: Adsorber (Rowaphos im Beutel; Aktivkohle)
    4. Kammer: Rückförderpumpe und Kalkreaktor
    Zudem dosiere ich noch Spurenelemente von Tropic Marin (K+ / A- Elements)

    6. Viel getan hat sich in den letzten Jahren meiner Meinung nach beim Thema Beleuchtung. Ich habe mittlerweile einige wunderschöne Becken gesehen, die rein mit LED beleuchtet werden. Persönlich habe ich eine LED/T5-Hybrid von ATI. Die LED nutze ich fast nur für den Sonnenaufgang / - untergang, die Haupbeleuchtung für die Korallen ist T5.

    LG,
    Bernhard

    Hallo XYZ (Name wäre schön ...);

    erstmal herzlich willkommen im Forum!

    So pauschal kann man das meiner Einschätzung nach nicht sagen.

    Sand:
    Hier kommt es auf die Höhe des Sandbettes an. Ein sehr hohes Sandbett kann eine reduzierende Zone beinhalten, die - wenn sie funktioniert - sogar zum NO3 / PO4-Abbau beitragen kann. Nennt sich "Deep Sand Bed". Wird heutzutage allerdings kaum mehr realisiert. Gefahr beim Sand ist, dass sich der ganze Mulm drin sammelt und so mit der Zeit Nährstoffdepots entstehen können, die- aus welchen Gründen auch immer - dann plötzlich aufbrechen können und Dir die Beckenbiologie durcheinanderbringen.
    Deshalb gibt es auch hier im Forum einige Aquarianer, die auf Bodengrund komplett verzichten.
    Mir würde da etwas Natürlichkeit im Becken fehlen, deshalb habe ich eine 1 - 1,5cm hohe Sandschicht, die regelmäßig abgesaugt und so etwa alle zwei Jahre auch erneuert wird. Damit bin ich bislang gut gefahren.

    Steine:
    Hier gilt: je mehr Oberfläche, desto mehr Biologie kann sich ausbilden. Das Beste ist für mich nach wie vor frisches, poröses Lebendgestein mit einer hohen spezifischen Oberfläche. Dass heutzutage die Aquarien eher spärlich mit Steinen eingerichtet werden, hat eher gestalterische Gründe und weniger mit biologischen Erkenntnissen zu tun.
    Zudem lassen sich mit der heutigen Riffkeramik viel filigranere Strukturen schaffen als mit üblichem (Natur-)gestein - man benötigt also weniger Steinvolumen, um eine ordentliche Standfläche für Korallen zu schaffen.

    Biologische Filtersystem aus den 1980er Jahren (Rieselfilter, Mattenfilter etc.) haben nach heutigen Erkenntnissen in einem Korallenriffbecken nichts zu suchen, weil sie den Abbau von Eiweissverbindungen zu Nitrat NO3 beschleunigen. Damit wird verhindert, dass das Eiweiss in einem Abschäumer aus dem Kreislauf geholt wird (NO3 kann im Abschäumer nicht entfernt werden), und folglich reichert sich das Becken mit Nitrat an. Nitratwerte um die 50 - 100mg/l können dann die Folge sein - das hält nahezu keine Steinkoralle aus.

    Zeolithe sind genz spezielle Filtermedien, weil sie selektiv Nährstoffe adsorptiv aus dem Becken holen. Deshalb müssen sie auch regelmäßig ausgetauscht werden. Funktionieren also ganz anders als Steine im Becken.

    Pellets sind umstritten, weil sie die Nährstoffe defacto nicht aus dem Becken holen, sondern nur eine Bakterienmenge erzeugen, die sich von diesen Nährstoffen ernährt und sie teilweise bindet. Was passiert nun, wenn diese Bakterienkultur gestört wird?

    LG,
    Bernhard

    Hallo Jan,

    könnte für mich entweder an zuviel Licht oder an Mangel an Spurenelementen (z.B. Jod) oder beidem liegen.

    Welche Beleuchtung hast Du über dem Becken?

    Welche Spurenelemente gibst Du zu? Hast Du schon mal eine Spurenelementanalyse über ICP/OES machen lassen? Falls nein, ürde ich das tun. Dann wissen wir vielleicht mehr.

    LG
    Bernhard

    Man muss das differenziert sehen. Ich betreibe das Hobby jetzt fast 11 Jahre. Als ich anfing, waren eine grüne oder rote Montiporaplatte oder aber eine Enzman Acropora schon das Non-Plus-Ultra.
    Mittlerweile hat sich ein Run auf immer bunter werdende Korallen mit zum Teil jeglicher Grundlage entbehrenden Fantasienamen entwickelt. Die normale Enzmann bekommt mein Händler fast nicht mehr los.
    Vor allem im LPS-Bereich mit dem Aufkommen der Scolymias oder Wellsophylias gibt es Farben, die noch vor 10 Jahren unvorstellbar gewesen wären. Viele dieser "High-End" LPS oder auch SPS sind Naturentnahmen aus Australien; und die Jungs verstehen, sich rar zu machen und die Preise für den Export hoch zu halten. Dass für mehr als zwei Jahre der Export aus Indonesien untersagt war, hat ihnen zusätzlich in die Karten gespielt.

    Ich war schon mehrfach Zeuge bei meinem Stammhändler, wie dieser eine Kiste aus Australien öffnete. Da waren dann 75% braune SPS drin, die er nehmen musste, um überhaupt die restlichen 25% farbigen Korallen geliefert zu bekommen. Ein richtiger Exporteurmarkt. Also da bleiben keine 200%, und auch keine 100% oder 50% Gewinnspanne beim Einzelhändler.

    Und wenn man sich auf die Korallen beschränkt, die auch vor 10 Jahren bereits "in" waren und im Übrigen sich auch als die Haltbarsten erwiesen, dann bekommt man auch heute noch zwischen 20.- und 40.- Euro ein ordentliches Stangerl.

    LG,
    Bernhard

    Hallo Bernhard,

    das klingt so, als ob du in 5 Jahren die Beleuchtung nicht verändert hast.
    Falls doch, gab es damals bei einem eventuellen Leuchtmittelwechsel ähnliche Probleme?
    Gruss
    Hajo

    Hallo Hajo,

    von 2015 bis September 2019 hatte ich eine reine LED-Beleuchtung, die Vertex Illumina SR260. Im September 2019 habe ich dann auf die aktuelle ATI Hybrid 8x54W T5, 3x75W LED umgestellt. Die Axifuga war dabei immer am selben Platz ca. 10-15cm unterhalb der Wasseroberfläche. Diese damalige Umstellung der Beleuchtung hat sie ohne irgendwelche erkennbaren Anzeichen mitgemacht. Erst seit dem aktuellen Leuchtmittelwechsel vor ca. 4 Wochen zickt sie.

    Strömung etc. habe ich nicht verändert, auch der (Fisch-)besatz ist gleich geblieben. Einziger weiterer Unterschied ist, dass mein Becken in der Vergangenheit nährstoffreicher war (NO3 bis 30mg/l; PO4 ca. 0,15 - 0,2mg/l). Dies hat sich durch den Wechsel auf die intensivere Beleuchtung und damit verbunden das stärkere Korallenwachstum verändert (aktuelle Werte siehe oben: NO3 ca. 5-7mg/l; PO4 ca. 0,1mg/l).

    VG,
    Bernhard

    Hallo Forianer,

    nachdem ich meine T5-Röhren ausgetauscht habe (gegen neue identische), habe ich Probleme mit meiner Duncanopsammia axifuga. Ich vermute, dass sie einen Lichtschock erhalten hat, da ich sonst nichts am Becken verändert habe.

    Die Koralle steht schon seit ca. 5 Jahren bei mir im Becken, ca. 10-15 cm unter der Wasseroberfläche, und war immer voll geöffnet. Beleuchtet wird mit einer ATI Hybrid 8x54Watt + 3x75Watt LED. LED sind auf 60% geregelt, als Röhren habe ich (von vorne nach hinten): ATI Blue Plus - ATI Special Blue - Korallenzucht Fiji Purple - ATI Blue Plus - LED - ATI Blue Plus - ATI Special Blue - ATI Blue Plus - ATI Special Blue.

    Wasserwerte sind m.E. im grünen Bereich, ich habe die letzte ICP/OES unten drangehängt.
    Zusätzliche Werte sind:
    Temperatur morgens 25,5°C; abends 26,3°C
    pH: morgens 8,0; abends 8,22
    kH: 7,3
    NO3: 7 mg/l
    PO4: 0,1 mg/l
    Salzgehalt: 1,0235 bei 25°C

    Ich habe die Koralle jezt seit einer Woche auf dem Boden stehen, leider hat sich nichts gebessert.
    Zwei Dinge sind auffallend:
    a. es gibt einen Ast, bei dem die Polypen immer schön geöffnet sind (ganz vorne); vermute, dass dieser etwas abgeschattet war und nicht vom Strahlungsstress erfasst wurde,
    b. wenn das Licht aus ist und nur das Tageslicht ins Becken fällt (also vor 13:00Uhr), sind alle Polypen einigermaßen geöffnet.

    Kann ich noch irgendetwas tun, um die Regeneration zu unterstützen, oder gibt möglicherweise eine andere Ursache und ich bin auf dem Holzweg?
    Eine Störung durch pickende Fische schließe ich eigentlich aus. Habe zwar ein Pärchen Centropyge Loricula im Becken, diese aber auch schon seit drei Jahren, und ich habe sie bislang nicht am massiven Picken beobachten können.

    Wäre super, den einen oder anderen Tipp von Euch zu bekommen. :winking_face:

    LG,
    Bernhard

    Hallo Jan,

    mein Becken ist etwas größer (764 Liter, 160cm Kantenlänge) und ich habe neben dem Tominiensis zwei Hawaiidoktoren (Zebrasoma flavescens) und einen Schokodoc (Acanthurus pyroferus). Rangeleien gibt es - wenn überhaupt - nur zwischen den beiden Hawaiis.
    Das Ganze geht jetzt schon seit knapp 8 Jahren gut.

    Den Acanthurus pyroferus kann ich empfehlen. Ist ein ganz lieber Bursche und vor allem bei weitem nicht so hektisch wie viele andere Acanthurus Arten.

    Kann allerdings sein, dass es beim Einsetzen Stress gibt. Dazu empfehle ich Dir, den neuen (oder noch besser den alten, wenn Du ihn rauskriegst) für einige Tage reinzusetzen, damit sich beide in Ruhe "beschnuppern" können.

    Beispiel für die Schwimmschule: Schwimmschule

    LG,
    Bernhard

    Sehe es mal so:

    200 Watt zusätzliche Lichtleistung bei 10h Brenndauer/Tag und 30ct/kWh kosten Dich im Monat 18 Euro.

    Alleine das Salz für den Wasserwechsel bei einer Beckengrösse von 200x80x60 und 5% Wasserwechsel pro Woche kostet ca. 25 Euro im Monat; bei 10% WW pro Woche dann 50 Euro im Monat.

    Just my two cents ....

    LG,
    Bernhard

    Das Aquarium von Martin Kunzelnick ist sicher von der Größe, der Technik, dem Aufbau und den Fischen top - ohne wenn und aber.

    SPS hat er - soweit ich das erkennen kann - bis auf eine giftgrüne Acropora, die aber relativ neu zu sein scheint, fast nur Montipora und Seriatopora drin, die mit weniger Licht zurechtkommen. Man kann das so machen und er weiss auch genau, was er tut. Farblich beeindruckt mich das Becken nicht, und sein
    Schwerpunkt liegt auch eher auf den Fischen.

    LG,
    Bernhard

    Die Effizienz einer LED ist nicht um soviel höher als die einer T5-Leuchte, beide strahlen entsprechend Wärme als Verlustleistung ab. Deshalb muss man, um auf ähnliche Ergebnisse bei seinen Korallen zu kommen, auch ähnliche Wattzahlen installieren.
    Vorteil der LED ist die Dimmbarkeit (Sonnenauf- / untergang!) und die Möglichkeit, verschiedene Farbzusammensetzungen herzustellen. Letzteres ist auch wiederum eine Gefahr, weil manche zu viel rumspielen oder Lichtkombinationen mit zu hohen Blauanteilen herstellen, die dann die Korallen massiv stressen.

    Aber wenn Du mal irgendwann etwas schwierigere SPS (z.B. rote und blaue Acropora) in schöner Ausfärbung haben möchtest, dann wirst Du um T5 nicht umherkommen. Dazu gibt es genügend Erfahrung auch hier im Forum. Auch ich habe nach 7 Jahren LED wieder auf T5 bzw. eine Hybridlösung umgestellt - und siehe da, das Becken ist farblich förmlich "explodiert". Hätte das so krass nie erwartet.

    Mit einer Hybrid kombinierst Du die Vorteile der T5 mit den Variationsmöglichkeiten zum Dimmen, bzw. kannst die übersichtlichen Farbvarianten der T5 noch moderat in die eine oder andere Richtung schieben. Also z.B. etwas mehr Blau oder heller. Und wegschalten einzelner T5-Gruppen bzw runterdimmen der LED geht immer, wenn man meint, zuviel Licht zu haben.

    Und hohe Stromkosten dürfen einen Meerwasseraquarianer nicht abschrecken, dann lieber das Becken einer Nummer kleiner wählen ....

    LG,
    Bernhard

    Hallo „JAC“,

    Denke doch auch mal über eine Hybrid-Lampe LED/T5 nach. Vor allem, wenn Du später mal anspruchsvolle (d.h. Lichthungrige) SPS halten möchtest, kann es mit einer reinen LED schwierig werden. Und das Märchen von der hohen Stromersparnis durch LED ist ja mittlerweile auch widerlegt.

    Die ATI Hybrid wäre z.B. So ein Kandidat. Macht über die T5 ein schönes flächiges Licht und ist nicht so unruhig wie manche LEDs.

    LG,
    Bernhard

    Hallo "JAC",

    mein Becken ist 80cm tief und steht auch an der Wand. Ein Handling in die hinteren Ecken ist natürlich nur mit Werkzeugen wie Greifern oder Zangen möglich. Aber da gibt es Einiges an Hilfsmitteln auf dem Markt und mit der Zeit wird man dazu auch geschickt.

    Wichtig ist, dass man sich bei der Einrichtung nicht alles mit Steinen zubaut, sondern vor Befüllung testet, ob man mit den entsprechenden Werkzeugen auch in alle Ecken kommt. Wenn Du zum Beispiel Bodengrund nimmst (und ich würde nie ein Becken ohne Bodengrund / Korallenbruch haben wollen ...), dann musst Du so aufbauen, dass Du diesen auch komplett absaugen und ggf alle 2-3 Jahre erneuern kannst.

    Noch komfortabler ist natürlich bei Deiner geplanten Beckengröße ein großer Raumteiler. Das wird mein nächstes Projekt werden, sollte ich dafür von meinem Finanzvorstand jemals die Freigabe erhalten ....

    LG,
    Bernhard

    Hi "JAC",

    schönes Projekt! Ich würde bei dieser Beckengröße und einem - vermutlich - alten Gebäude über einem Gewölbekeller auf jeden Fall einen Statiker hinzuziehen, der sich mit Altbauten auskennt.
    Selbst wenn die ursprüngliche Auslegung mal für 1t/m2 war, muss das bei einem Altbau nach so langer Zeit aufgrund der Materialermüdung nicht mehr der Fall sein.

    Gesamtkosten für so ein Projekt hast Du ja sicherlich berechnet, als Faustformel gilt für die Anschaffung etwa 10 Euro/Liter. Wären also bei Dir 10,000 - 12,000.- Euro. Und das ist dann bestenfalls Mittelklasse, nach oben sind keine Grenzen gesetzt.

    LG,
    Bernhard

    Hmmm, da habe ich auch keine Lösung parat. Aber wenn es mit meinen Einstellungen prinzipiell funktioniert, kannst Du diese ja auch beliebig verändern.

    Ich habe derzeit als T5 folgende Anordnung (von vorne nach hinten):
    ATI Blue Plus - ATI Special Blue - Korallenzucht Fiji Purple - ATI Blue Plus - (LED) - ATI Blue Plus - ATI Special Blue - ATI Blue Plus - ATI Special Blue

    Ist etwas blaulastig, deshalb habe ich tagsüber den weissen Kanal der LED auf max (255) gedreht.

    Den Korallen scheint es zu gefallen ...

    LG,
    Bernhard

    Hallo Kirsten,

    herzlich willkommen im Meerwasserforum!


    Generell empfehle ich Dir zu Anfang immer ein gutes Buch. Ist vielleicht etwas altmodisch, aber es gibt mindestens zwei Bücher auf dem Markt, die die Grundlagen der Meerwasseraquaristik sehr anschaulich und in vollständiger, zusammenhängender Form beschreiben. In dieser Kompaktheit bekommst Du das in keinem Forum beschrieben.

    Die beiden Bücher sind:

    - Daniel Knop: Riffaquaristik für Einsteiger: preiswerte Technik - pflegeleichte Tiere

    - Dieter Brockmann: Das Meerwasseraquarium - von der Planung bis zur erfolgreichen Pflege


    Zu Deinen anderen Fragen:

    • Lebendgestein: ich habe meine drei Becken immer mit Lebendgestein eingerichtet; bis vor wenigen Jahren war das auch erste Wahl bei einer Neueinrichtung. Mittlerweile gibt es gute Riffkeramik und dazu Bakterienkulturen, mit denen man sehr erfolgreich einen Beckenstart schaffen kann. Auch ist es zunehmend schwerer, aufgrund der *** verständlichen *** Importrestriktionen noch wirklich gutes Lebendgestein zu bekommen und nicht irgendein künstliches Gestein, welches einige Zeit im Meer gelagert wurde (sogenannte „Cultured Rocks“) oder gar irgendeinen Dreck aus einer Aquarienauflösung. Vorteil von Lebendgestein ist die biologische Vielfalt, die Du Dir ins Becken holst. Nachteil ist, dass Du Dir dadurch auch unerwünschte „Gäste“ ins Becken holen kannst. Außerdem sind mit Riffkeramik filigranere Strukturen möglich.
    • Übernahme eines bestehenden Besatzes:
      Die Übernahme eines Meerwasserbeckens ist deutlich schwieriger als ein Süßwasserbecken umzuziehen. Du wirst in jedem Fall eine Einfahrphase bekommen, weil die komplexe Biologie beim Umzug durcheinander kommt. Da ist es dann m.E. einfacher, neu zu starten, weil Du dazu langsam aufbauen kannst und erst mit wenigen Fischen anfängst, statt einen Vollbesatz zu übernehmen. Wenn Du einen Beckeninhalt übernehmen möchtest, dann sollten folgende Voraussetzungen gegeben sein:
      - die Fische im Becken passen zur Beckengröße und passen auch insgesamt zusammen
      - das Becken läuft bislang gut, ist also kein vernachlässigtes oder total veralgtes Becken, bei dem jemand aufgibt. Solche Becken bekommst Du kaum wieder in die Spurt.

      Kannst uns ja mal Bilder des Beckens schicken, das Du übernehmen möchtest. Dann bekommst Du hier schon eine professionelle Einschätzung.


    LG,

    Bernhard