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Was die Verarbeitung von dem Zeug angeht muss ich Torsten und Klaus größtenteils Recht geben. Das Zeug ist wirklich nicht ohne. Die beiden Komponenten müssen +/- 2 % genau abgewogen und zusammengemischt werden.
Wenn man dann mal bedenkt, dass ich bei den beiden Becken, die ich bisher geschäumt habe (in meinem nur den Boden, im Malawi Becken für meine Eltern Boden und Rückwand) maximal 50 Gramm pro Komponente anrühre, dann ergibt sich damit eine Toleranz von 1 g. Das lässt sich zwar mit einer guten Haushaltswaage einigermaßen bewerkstelligen, aber auch beim 10. Mal anrühren muss man noch so genau bleiben. Die Verarbeitungszeit beträgt ca. 30 Sekunden, man sollte also wissen was man verschäumen will und wirklich ALLES perfekt vorbereitet haben.
Auch wenn der Schaum ratzfatz geschäumt hat, die ganzen Vorbereitungen dauern ewig. Erst kommt das Fertigen der Halteanker: kleine und größere Glasstückchen zuschneiden, dann mit Silikon aufeinander kleben, wenn das hart ist, dann die Anker im Becken einkleben.
Dann kommen evtl. die Rohre, die man mit einschäumen will oder irgendwelche Verkleidungen etc. Die müssen auch entsprechend vorbereitet werden. Beim Malawi Becken hat mich das schon mal 3 Abende im Keller gekostet.
Apropos Keller, der Schaum schäumt nur richtig gut bei Raumtemperatur. Wenn es zu kalt ist, dann kommt der nicht richtig hoch. Silikon härtet auch bei niedrigen Temperaturen aus, es dauert dann nur länger, der Schaum ist da wesentlich anspruchsvoller.
Die meisten Hersteller geben für ihre Schäume keine Garantie, dass die auch wirklich 100% geeignet für Salzwasser sind. Die eiern ganz schön rum und kommen dann mit Antworten an wie: Nach einiger Zeit komplett untergetaucht könnte es zu einer strukturellen Schwächung kommen, etc.
Ich habe nach langem Suchen nur einen Hersteller gefunden, der einen Schaum speziell für das Ausschäumen von Bootsrümpfen etc. anbietet. Das Zeug soll angeblich 100% resistent gegen Salzwasser sein und wird an den Endkunden verkauft. Die Warnhinweise sind allerdings sehr deutlich......
Wenn ich von Torsten höre, dass 1 m2 Schaumrückwand 100€ kosten soll, dann halte ich das für echt billig. Ich habe etwa 80 bis 90 € für meine gesamten Materialien (Schaum, Silikon, Glas, Reiniger) ausgegeben und damit etwa 1,5 m2 geschäumt. Dafür habe ich zusammen (beide Becken) bestimmt 20 bis 30 Stunden dran gearbeitet. Und wenn ich mir die genial gleichmäßige Optik von Klaus' Becken so anschaue, dann werde ich wohl noch 10 Becken bauen müssen um sowas irgendwann hin zu kriegen.
Wer so etwas selber machen will, nur zu, es ist machbar. Aber man sollte sich vorher darüber im Klaren sein, dass es deutlich komplizierter ist als eine Türzarge mit PU Schaum aus der Dose einzusetzen. Das Klaus und Torsten das Zeug aufgrund der Produkthaftung nicht rausrücken wollen kann ich gut verstehen. Außerdem würde ein komplett ruiniertes Becken immer auf ihr Produkt zurück fallen. Ich würde das auch nicht wollen. Man sollte eines Bedenken: Wenn der Schaum erstmal hart ist und nicht auf einer glatten Glasfläche klebt, dann ist der da drauf, wieder runter holen ist entweder extrem aufwändig (z.B. auf Haut....ich hab da so meine Erfahrungen) oder unmöglich (z.B. Steine).
Hier sieht man übrigens den Schaum im Vordergrund, da blasen 6500 L/h knapp über den Boden, da bleibt kein Sand liegen. Man sieht wie der Schaum von Kalkrotalgen überwachsen wird. Wenn ich den Schaum so schön rau hingekriegt hätte wie Klaus, dann sähe das wahrscheinlich noch besser aus.

Grüße
Jens