Hi Zusammen,
leider ist es doch häufig so, dass ein Aquarium aufgestellt wird und erst dann überlegt wird, wie man den Besatz gestalten möchte.
Optimal und richtig wäre es, sich vorher zu überlegen, was man für Tiere halten möchte und das Becken dann entsprechend den Anforderungen und den Bedürfnissen der künftigen Bewohner zu planen.
Bedenklich finde ich zudem auch, dass oftmals gerade Einsteiger/Anfänger so empfindliche und stressanfällige Fische ohne weiteres erwerben können. Alle Doktorfische der Gattung Acanthurus sind schnelle
Schwimmer und benötigen viel Schwimmraum. Viele Doktorfische (nicht nur Acanthurusarten) sieht man viel zu oft in zu kleinen Aquarien. Manche sind verhaltensgestört, schwimmen immer die gleichen Strecken, sind aggressiv und werden durch den Stress krankheitsanfällig. Viel zu oft liest man von Fällen, in denen der ganze Fischbesatz dahin gerafft wurde.
Ausschlaggebend zur Gesunderhaltung ist nicht nur die Literangabe, sondern auch, dass die Tiere in ein entsprechend großes Becken mit strukturiertem Aufbau, entsprechend großem Korallenbesatz und passendem Beibesatz gehören. Je mehr schwimmfreudige und territoriale Fische, desto mehr Platzbedarf ist vorhanden. Es sollte die Möglichkeit vorhanden sein, sich aus dem Weg gehen zu können und sich nicht ansehen zu müssen. Genügend Schlafplätze, Unterstände und Rückzugsmöglichkeiten sind Grundvoraussetzung. Eine gesunde Beckenbiologie mit stabilen Wasserparametern sollte zudem gegeben sein.
Hier schwimmen 3 juvenile Fische, die alle 3 die Chefrolle ausfüllen möchten. Gibt es hier nur ab und zu Reibereien, braucht man sich über einen Beibesatz eigentlich keine Gedanken mehr machen. Die Pünktchen vom Weißkehl, die dann trotz UV auftreten, werden das ganz von alleine erledigen.
Auch denke ich nicht, dass Reibereien erst nach 4 Jahren auftreten, wie das vom Threadstarter schon angesprochen wurde, da der Palettendoktorfisch z.B. schon nach 2 Jahren geschlechtsreif wird. Der Weißkehl kann bei guter Fütterung innerhalb von 1,5 Jahren von 4 auf 14 cm wachsen. Viele Zankereien und die Ausfechtung der "Hackordnung" treten schon im "Teeniealter" auf und werden u.U., wenn z.B. die Umgebungsbedingungen und der Gesamtbesatz nicht passen, auch immer wieder ein Thema sein.
Es geht doch nicht darum, hier jemanden die Freude an der Aquaristik zu nehmen, sondern zu Helfen, zu Unterstützen und Aufzuklären. Das ist aber nur möglich, wenn man sich auch helfen lassen möchte. Ich finde, dass sich hier niemand angegriffen fühlen muss - eher sollte es einen zum Nachdenken anregen. Fehler haben wir alle schon gemacht. Die meisten möchten doch nur verhindern, dass die gleichen Fehler ständig wiederholt werden.
Deshalb auch hier nochmals: Informiere dich bitte vorab, welche Tiere du im Aquarium pflegst. Sh. "Schirmchenkorallen und der Hinweis von Hans-Werner".
Das Todschlagargument "dann vergrößere ich eben, wenn die Fische zu groß werden" zieht bei vielen nicht mehr, da es in den wenigsten Fällen so weit kommt oder viele merken, dass sie mit der jetzigen Aquariengröße zeitlich oder finanziell schon ausgelastet sind. Auch findet man die so süße kleine Dori nach 2 Jahren oft gar nicht mehr putzig und schön und man kann sich auch nicht darüber amüsieren oder sich damit anfreunden, dass beim ungestümen Schwimmen durchs Becken ganze Korallenstöcke maltretiert und unfreiwillig fragmentiert werden. Da Dori leider sehr häufig in 2 Euro Stück Größe im Handel ist und erworben wird, liest man dann einige Monate später "Dori sucht neues Zuhause, aber nur in Becken in ausreichender Größe abzugeben". Da hat man dann schon dazugelernt und steht vor dem Problem ein wirklich passendes neues Zuhause zu finden (denn wieviele Großanlagen in der Umgebung gibt es, die noch nicht mit Dori und Kollegen besetzt sind?). Findet man keines, findet man sich zähneknirschend damit ab, sie zu behalten, obwohl man selber nicht die optimalen Bedingungen bieten kann (aber woanders ist es noch schlechter ...).
Der Rotmeerdoktorfisch ist übrigens noch nicht ausgewachsen. Da habe ich schon andere Brummer sehen dürfen.
Die Schenkellänge des Aquariums sehe ich im Moment auch nicht als Problem, sondern die Punkte, die Hajo in seinem Beitrag schon erwähnt hat.
Letztendlich musst du dich entscheiden, wo du hin möchtest und was du deinen Tieren für ein Umfeld bieten kannst.
Die Tiere wachsen schnell und ein 1 Jahr ist flugs vorbei.
Viele Grüße
Corinna