Phytoplankton und Korallen

  • Hi,


    ich dosiere seit 5 Wochen Ethanol und mein Nitrat und Phosphat ist bei 0 ( Dosierung auf 1/3 zurück gegangen ).
    Jetzt suche ich ein Fütter für meine Korallen und würde gerne Phytoplankton verwenden, hat jemand erfahrung mit Phytonplankton und Korallen? nehmen die das Plankton als nahrung auf? (z.B. Acropora).
    Meine überlegung ist das ich mit der zugabe von Phytoplanton närstoffe einbringe die ich mit Ethanol unter kontrolle halten kann.

  • Hallo zusammen :smiling_face:

    Ich hoffe das nimmt mit keiner übel.
    Aber wie wäre es mit der Zeofoodgeschichte von Pohl ?
    Ich sehe an seinem System das es funktioniert und denke das es gerade für Acroporafans die Lösung ist.

    Plankton ist immer so eine Sache, ich denke das anderer Tiere da wesentlich mehr von profitieren als Acroporas.

    Pflegt man aber auch andere Tiere, ist Plankton sicher eine gute Wahl, in Verbindung mit anderen Staubfuttersorten. Wichtig ist immer was will man damit erreichen und wen will ich füttern.

  • Hallo Michael,

    Verwende mal die Suchfunktion im Forum. Da wurde schon jede Menge geschrieben :winking_face:

    ja auch SPS Steinkorallen nehmen das Plankton auf.Auch wenn diese Tiere überwiegend in Flaachwasseregionen Vorkommen und somit überwiegend vom Licht leben, hat man festgestellt daß die tiere trotzdem in der lage sind feinstes Phytoplankton aufzunehmen.

    Einige Aquarianer haben damit ein deutliches Wachstum und vor allem eine intensivere Färbung bei ihren tieren bekommen. Zudem Profitiert dein ganzes Becken von dem Phytoplankton.

    Wie du das jetzt allerdings mit dem Alkohol "Regeln oder Steuern" willst mußt du mir mal etwas genauer erklären. Was hast denn vor?


    Gruß Thilo :face_with_tongue:

  • Hi Thilo

    meine überlegung ist mit der zugabe ( baypass ) von Phytonplankton meine Närstoffe aufrecht zu halten und damit die Nitrat und Phosphat werte nicht hoch jagen möchte ich die mit Ethanol neutraliesieren. Na ja versuchen. Es hört sich einfach an aber ich möchte es ja mal Probieren.

    An Robert:

    Ich nehme dir nichts übel. Wie funktioniert die Geschichte von Herr Pohl? ( Zeofoodgeschichte ).
    Ich dachte es ist nur eine närstoff Lösung für Zeovit.

  • Hallo Michael,

    ein Phytoplanktondosierung im Bypass ist bei nährstoffarmen Becken ein nicht ganz einfache Angelegenheit. Die benötigten Nährstoffe können nicht dem Beckenwasser in ausreichender Menge entzogen werden, so das der Reaktor zusätslich versorgt werden muss. Dabei die Balance zwischen Nährstoffeintrag, Wachstum der Planktonkultur und Wasserwerten zu finden ist kniffelig. Es funktioniert, aber mann muss viel beobachten und einstellen.

    Ein Bypass-System lohnt für belastete Becken. Dort können die Nährstoffe dem Wasser entzogen werden und dem Phytoplankton zur Verfügung gestellt werden. Genau dafür ist er auch entwickelt worden.

    Wenn die Nährstoffe im Beckenwasser absinken kann es notwendig sein, den Bypass Reaktor mit extern gezogenen Plankton nachzufüllen.
    Somit ist dann eine ständige Versorgung mit Plankton gewährleistet.

    Eine Reduzierung der Nährstoffe durch den Aufbau von Bakterien und der gleichzeitige Betrieb einen Reaktors im Bypass ist kontroproduktiv.

    Wobei ich der Alkohol Methode aus bestimmten Gründen sowieso skeptisch gegenüber stehe und diese auch nicht vorbehaltslos empfehlen möchte. Ich kann nur jedem raten seine Becken gut zu beobachten. Nicht nur die toll geöffneten Korallen, sondern auch mal die Steine an den strömungsarmen Stellen. Ein Becken fliegt einem schneller um die Ohren als man manchmal glaubt.

  • Zitat

    Original von Frank D
    Wobei ich der Alkohol Methode aus bestimmten Gründen sowieso skeptisch gegenüber stehe und diese auch nicht vorbehaltslos empfehlen möchte. Ich kann nur jedem raten seine Becken gut zu beobachten. Nicht nur die toll geöffneten Korallen, sondern auch mal die Steine an den strömungsarmen Stellen. Ein Becken fliegt einem schneller um die Ohren als man manchmal glaubt.


    Was hast du denn festgestellt?

    Bei mir ist an eingigen Stellen ein rostbrauner Belag enstanden.


    Der vorher nicht vorhanden war....

  • Zitat

    Bei mir ist an eingigen Stellen ein rostbrauner Belag enstanden.


    Cyanos, die in einer zunehmend nährstoffärmeren Umgebung Vorteile gegenüber den nitratabhängigen Korallen und Makroalgen haben, weil sie gelösten Stickstoff aus dem Wasser aufnehmen können?

    Gruß,

    Michael

  • Der braune Belag ist es bei mir nicht.

    Man sollte auf Bakterienpopulationen an den schlechter durchströmten Stellen achten. Diese kann unbemerkt sehr groß werden.

    Das betrifft Becken deren Nährstoffgehalt stark erhöht ist. Gerade in solchen Becken ist man aber geneigt so eine Methode dankend anzunehmen.

    Letzendlich passiert wohl folgendes. Durch die hohen Nährstoffgehalte findet bei erhöhter Kohlenstoffdosierung keine Limitierung statt. Bei Becken mit niedrigen Nährstoffgehalten führt ein zuviel an Kohlenstoff nicht zu den Folgen, da ein anderer Faktor dann limitierend wirkt

    Bei belasteten Becken ist keine Bakterienblüte zu erkennen und auch kein merklicher Rückgang bei NO3. Bei PO4 ist eine Reduzierung nachweisbar.

    Erkennt man diese Signale nicht und dosiert weiter Alkohol baut sich eine enorme Bakterienpopulation auf. Auch ein sofortiges Absetzen des Alkohol führt nicht zum baldigen Absterben dieser Populationen, da anscheinend nun alle anderen Quellen benutzt werden.

    Das fatale dabei ist, die Korallen stehen super und schieben auch in belasteten Becken auf einmal wunderbar die Polypen. Nur in den Steinaufbauten sind es dann grausig aus.

    In wie weit die Biologie des Beckens dabei aus den Fugen gerät, ist schwer zu beurteilen. Ich hatte zumindest sehr unangenehme Begleiterscheinungen, die nicht unbdeingt mit der Methode in Verbindung stehen müssen. Der zeitliche Rahmen zumindest passte.

    Für belastete Becken sollte die Dosierung und vor allem die Steigerung sehr viel geringer ausfallen, als allgemein publiziert. Evtl sollte man auch eine maximal Dosierung nicht überschreiten, da die Bakterienblüte nicht eintritt. Wie sinnvoll oder gefährlich diese Methode für solche Becken ist, kann ich nicht beurteilen.
    Mir liegen mittlerweile aber mehrere glaubwürdige Beobachtungen aus höher belasteten Becken vor, die meine Beobachtungen bestätigen.

    Meine persönliche Meinung ist mittlerweile sehr nüchtern. An hoch belasteten Becken beissen sich alle Methoden die Zähne aus. Ob Zeofood, Wodka,Zucker, Honig oder Essig. Alles funktioniert bei schwach belasteten Becken und führt dort zu sichtbaren und dauerhaften Erfolgen. Bei den anderen versagen diese oder führen zu ungewollten Nebeneffekten.

    Filtrierer kommen mit der hohen Bakterienpopulation nicht klar und bekommen Probleme mit dem Abschleimen. Einige Anwender, hier aber auch in anderen Diskussionen, berichten von Problemen mit Lederkorallen. Evtl. besteht dort sogar ein Zusammenhang.

    Die Alkohol Methode ist sicherlich ein Weg. Aber nicht für alle. Ich möchte diese Methode nicht verteufeln sondern auf die Gefahren hinweisen. Und diese sind nach meinen Beobachtungen durchaus gegeben.

    Sorry für den langen Beitrag, aber ich glaube er ist wichtig.

  • Zitat

    Original von Michael Riediger


    Cyanos, die in einer zunehmend nährstoffärmeren Umgebung Vorteile gegenüber den nitratabhängigen Korallen und Makroalgen haben, weil sie gelösten Stickstoff aus dem Wasser aufnehmen können?

    Gruß,

    Michael


    Hast du eventuell ein Bild , wo ich mal vergleichen kann?

    Weil rostbraune Cyanos kenne ich noch nicht, die roten oder sogar grüne aber rosbraun?

  • Zitat

    Hast du eventuell ein Bild , wo ich mal vergleichen kann?


    Mit Bildern von Cyanos muß ich passen. Ich habe bei mir schon kleinere Flecken gehabt, die dann langsam dunkelbraun wurden, schließlich fast schwarz und abzusterben schienen. Zu dem Zeitpunkt entfernte ich sie dann.

    Gruß,

    Michael

  • Zitat

    Original von Frank D
    ...Erkennt man diese Signale nicht und dosiert weiter Alkohol baut sich eine enorme Bakterienpopulation auf. Auch ein sofortiges Absetzen des Alkohol führt nicht zum baldigen Absterben dieser Populationen, da anscheinend nun alle anderen Quellen benutzt werden.

    Das fatale dabei ist, die Korallen stehen super und schieben auch in belasteten Becken auf einmal wunderbar die Polypen. Nur in den Steinaufbauten sind es dann grausig aus....

    Hallo Frank,

    nur ganz kurz, was ist denn so schlimm an dem sich bildenden Bakterienrasen in den weniger umströmten Stellen? Und was sollte daran grausig sein?

    Andreas!

  • Hallo AndreasAndreas

    Zitat

    Original von Andreas Pridzun
    nur ganz kurz, was ist denn so schlimm an dem sich bildenden Bakterienrasen in den weniger umströmten Stellen? Und was sollte daran grausig sein?

    Die Menge an Bakterien. Aufgrund der Tatsache das N und P niht limitiert sind und auch noch eine gute Kohlenstoffquelle dazukommt wachsen die Bakterienpopulationen bei stark belasteten Aquarien sehr stark. Es ist auf einmal und das ziemlich schnell einfach zuviel Biomasse da. Und eine mögliche Sauerstoffzehrung ist dabei noch das kleinste Übel.

    Ich will damit nicht sagen das die Methode nicht auch bei höher belasteten Aqurien wirkt bzw sinnvoll eingesetzt werden kann. Aber nur die Abschäumerleistung reicht wohl bei höher belasteten Aquarien zumal wenn strömungsarme Stellen vorhanden sind, wohl nicht aus um die vermehrte Biomasse aus dem System wieder zu entfernen.

    Das ist an sich kein Fehler in der Methode man sollte nur darauf achten wie es Frank auch beschrieben hat.

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