Aqaurium einfahren .. was passiert da ??

  • Huhu,

    hab da mal ne Frage:

    Wenn ich ein normales Becken aufbaue, muss ich das einfahren lassen .. so mit Algenphasen usw ... ist für mich auch irgendwie einleuchtend ... muss sich ja erstmal ein Gleichgewicht einstellen.

    Nun hab ich jedoch letztlich ein Becken übernommen und habe das im Prinzip 1:1 bei mir aufgestellt um möglichst wenig Umzugsstress zu haben. (Gleiche Steine, gleiches Wasser, usw .. )

    Gut, Wasserwerte sind grausam .. aber war zu erwarten.

    Wieso aber:

    Stand das Becken beim Vorbesitzer monatelang unverändert

    Und bei mir wachsen nun Algen in Hülle und Fülle (Fadenalgen, Rotalgen, 3 Arten Cyanos ...) *GRUEBEL*

    Wieso ist das Gleichgewicht so aus dem Leim geraten und wie kann ich da unterstuetzend eingreifen? (Derzeitiger Ansatz: Einfach warten .. )

    Gruß

    Roger

  • Hallo Roger,

    so ein Umzug ist doch ein massiver Eingriff für das Becken, auch wenn Du alles weiterverwendest (Steine, Wasser, Bodengrund etc...)
    Du stellst praktisch alles "auf den Kopf" und bringst jede Menge "Bewegung" rein.
    Bisher im Becken schlummernde "Faktoren" (Phosphat in den Steinen) etc. gerät in Bewegung.....
    Denke auch, dass so ein Umzug sich nicht spurlos (im negativen Sinne) auf die Bakterienfauna auswirkt.
    Ist mir beim Umzug meines eigenen Beckens auch so gegangen. Stand vorher 1a und Wasserwerte waren auch bestens. Dann gingen Nitrat und Phosphat sprunghaft in die Höhe (obwohl ich den Bodengrund ausgewaschen habe und eine Menge Dreck zurückblieb).
    Ich hatte allerdings nie ein Algenwachstum nach der Übersiedlung....

    Eine der besten Methoden zur Unterstützung der Erholung ist ein regelmäßiger guter Wasserwechsel. Würde erst mal einen ordentlichen Wasserwechsel machen (so um die 30% wenn möglich). Und dann - bis zu 2 Mal die Woche 10%, bis sich die Werte gebessert haben. Ich selber wechsle jede Woche gut 10% Wasser routinemäßig.
    Wie sieht es denn mit Schnecken, Seeigeln und Einsiedlerbesatz im Becken aus - die helfen auch (zumindest gegen die Algen)

    Grüße

    Markus

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?

  • Hallo Roger,

    wenn man ein eingefahrenes Becken umbaut oder aneinen anderen Platz versetzt, kommt es immer drauf an, wie man das anstellt, damit Wasserwerte entweder möglichst gleich bleiben oder eben sich verändern, mal stäker mal schwächer.

    Du solltest auch wissen, dass mit der Zeit sich allerlei " Dreck ", spich Detritus, Mulmansammlungen und andere organische Partikel oder Sekrete sich in den grösseren Löchern von Steinen oder in Mulden zwischen den Steinen und dem Boden ansammeln, welche trotz evtl. guter Strömung sich da konzentrieren können und meisst sind da auch ein wenig Algen schon vorhanden. Diese Zonen sind auch fast immer unbeleuchtet, so dass das ausbreiten von Algen in diesen Zonen gering gehalten wird.
    Hebst Du nun einen Stein mit solchen Zonen auf, wirbelst Du quasi diese Ansammlungen auf und diese verteilen sich im Wasser. Dasselbe gilt, wenn du den Bodengrung zusammenschaufelst um ihn in die Transportbehälter zu setzen.
    Diese Ansammlungen, felche meist aus ganz feinen Partikeln bestehen, werden nun also frei und geben dem Wasser seine Trübheit und manchmal auch seine Gelbstichigkeit.
    Nun entziehst Du dem Becken das Wasser in die Eimer und füllst das Becken wieder am neuen Standort mit den Steinen, dem Bodengrund und dem ungefilterten Wasser.
    Somit bringst Du, wie Markus K. schon schrieb, alles durcheinander, die Bakterien für den Schadstoffabbau sind zwar noch vorhanden, vielleicht nicht mehr ganz in der Menge wie gehabt, wenn die Steine und der Bodengrund nicht trockengelagert wurden, jedoch genügt diese Bakterienmenge nicht, um diese plötzlich freigewordene grosse Menge an Schadstoffen abzubauen, somit stehen also genügend freie Nährstoffquellen da, welche die Algen oder die Cyanobakterien nutzen können um zu gedeien. Nitrat, Phosphat und sogar Silizium sind nun in grösseren Konzentrationen im neuen Becken vorhanden, was auch der Abschäumer kräftig in einer solchen Phase zeigt.

    Um solche Vorkommnisse auf ein Minimum zu begrenzen, wasche ich den Boden mit Salzwasseraus und zwar schon vorbereitetes Salzwasser, damit Bakterien noch vorhanden bleiben, jedoch der gröbere Schmutz, wie Detritus, Algenansammlungen oder Fäulniszonen entfernt werden.
    Die Steine spüle ich mit Salzwasser ab, damit Löcher von solchen Ansammlungen befreit werden, dies gibt wiederum freie Fläche auf dem Substar, auf welchen sich Organismen rasch ansiedeln können. Die Steine sollten möglichst im Wasser transportiert werden oder möglichst feucht gehalten werden z. B. mit Bauplastik.
    Das Wasser wird gefiltert und zwar durch eine sehr feinporige Gaze, man kann auch Nylonwatte nehmen und so in Kessel abfüllen.
    Wenn man nun alles wieder ins neue Becken füllt, hat man die gröbsten Verschmutzungen draussen und es befinden sich nur noch Kleinstpartikel
    im Wasser, welche sich dennoch als Nährstoffquellen zeigen, aber sicher schneller von den dezimierten Bakterien bewältigt werden können und so den Algen zuvorkommen können, damit sich Algen auf ein Minimum ausbreiten.
    Habe das schon dreimal gemacht und hat wunderbar funktioniert.
    Übrigens kann man das Substrat im Filterbecken, wenn vorhanden, auch so durchspülen, tut von Zeit zu Zeit dem System echt gut :winking_face:

  • Huhu,

    also den Bodengrund hab ich da gelassen .. war uralt und verdreckt ..

    Alle Steine nass transportiert und vor dem einsetzen im Wasser gewenkt ..

    Wasser über Filterwatte einlaufen lassen ..

    Nunja, trotzdem das Chaos.

    Ist aber im Endeffekt eigentlich schnuppe, da ich demnaechst das 375l Becken aufstelle und mir dort sowieso nur neues Wasser reinkommt und das aus dem, 180l Becken.

    Das 240l Becken hat Steine drin, die erstens uralt sind und zu mind. 50% auch irgendwelches Kalkgestein ist. Werde da Stück für Stück die Korallen weghauen, die umsetzen und die Steine trocken lagern -- dann evtl. kleine Stücke als Ablersteine verwenden oder so.

    Aber danke, die Vorgaenge sind mir jetzt etwas klarer ..

    Gruß

    Roger

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