Hallo zusammen,
habe heute folgenden Beitrag bei Yahoo gefunden. Es war auch ein Foto mit einem Riffbarsch dabei.
Dienstag 14. Mai 2002, 20:32 Uhr
Unbekannte Fische und Korallen vor Madagaskar
(ExpeditionZone) - Bei einer Expedition zur Bestandsaufnahme mariner
Artenvorkommen in Korallenriffen des Nordindischen Ozeans wurden an der
Nordwestküste Madagaskars gleich zwölf unbekannte Fisch- und Korallenarten
entdeckt.
Besonders überrascht war das internationale Forscherteam des Center for
Applied Biodiversity Science (CABS), einer Tochter der
Naturschutzorganisation Conservation International, von drei bislang völlig
unbekannten Vertreten einer Fischspezies, die längst als völlig erforscht
galt.
Riffbarsche, kleine Knochenfische der Pomacentridae-Familie, gehören zu den
auffälligsten Riffbewohnern, wegen ihrer vor allem in der Balzzeit
leuchtend-bunten Farben. Rund 350 lokale Unterarten waren bisher bekannt,
nun sind es drei mehr, die offenbar auschließlich vor Madagaskar leben.
Auch neun neue Korallenarten, darunter eine besonders hervorstechende Art in
blutrot schillernden Farben, die sich bevorzugt unter Felsüberhängen
ansiedelt, wurden erstmals dokumentiert. Eine Namensgebung steht noch aus.
Dass so auffällige Fische und Korallen bislang unentdeckt blieben, ist den
Marinebiologen ein Rätsel. Sheila McKenna, Direktorin des
Erhebungsprogramms, stellt jedenfalls fest: "Der ungewöhnlich reichen
Artenvielfalt, die Madagaskar zu Lande besitzt, wird bereits viel
Aufmerksamkeit gewidmet, doch das Leben im Meer ist von gleicher
Einzigartigkeit - und es ist leider ebenso wertvoll wie gefährdet."
Gefährdeter Lebensraum
Korallenriffe sind Heimat für hundertausende Tier- und Pflanzenarten, die
oft gar nicht in der Lage wären, an anderen Orten im Meer zu existieren.
Wird ein Riff zerstört, sei es durch Überdüngung, Temperaturschwankungen
oder die gefürchteten Schleppnetze, können damit unter Umständen ganze
Spezies ausgerottet werden, wie jüngste Forschungsergebnisse zeigten.
Eines der größten Probleme für die Korallenriffe Madagaskars und der
benachbarten Inselgruppen der Komoren, Seychellen und Mauritius ist
allerdings die Überfischung, wie auch Teammitglied J.E.N. Vernon vom
Australian Institute of Marine Science feststellt. Der Marineexperte ist
mitverantwortlich für die Dokumentation von gut einem Drittel aller
bekannten Korallenarten und sieht ebenso wie zahlreiche andere Forscher nur
mehr einen Ausweg, um die rapide Dezimierung vom Aussterben bedrohter Arten
einzudämmen: Die Einrichtung von lokalen Schutzzonen mit zumindest
befristetem Fischereiverbot.
Fischbestände in Riffen nehmen ab
Das CABS-Team recherchierte unter der Bevölkerung Madagaskars, dass über 60
Prozent hauptsächlich vom Fischfang leben und dass sich die Fischer über
zunehmend geringere Fangquoten sowie das Ausbleiben größerer Exemplare
beklagten, was unter anderem ausländischen Fangflotten angelastet wird, die
vermehrt in Küstennähe vordringen.
Kein Wunder, gehört die Gegend doch zu den 25 artenreichsten Hot-Spots des
Lebens auf unserem Planeten. Ein Reichtum, der allerdings innerhalb des
letzten Jahrzehnts so rasch schwindet, dass viele Wissenschaftler um die
gesamte maritime Nahrungskette besorgt sind - an dessen Ende letztendlich
auch der Mensch steht.
