Julian Sprung, Vortrag in Frankreich Infos zu Goniopopra/Alveopora

  • Hi zusammen

    Frage an die Frankreichfahrer... Was gibt es neues im Bezug auf die Mineralversorung der genannten Tiere. Könnte mich bitte mal jemand aufklären was Julian so referierte ?

    Danke schon vorab, ich meine aber das es sicher auch für andere interessant ist.

  • Hallo Robert,

    er sagte, daß ausschließlich die G. stokesi Schwierigkeiten macht. Er hatte etliche Alveoporas kleinpolype Gonis aufgeführt, die allesamt gut haltbar seien. Leider nichts weiter zu den anderen großpolypigen meiner Erinnerung nach.

    Er hat ein und das einzige Beispielbecken angeführt, in dem sie gedeiht. Dies wird mit Brunnenwasser (Meerwasser) versorgt, das extrem hohe Eisen und Mangankonzentrationen aufweist. Die anderen Elemente sind im normalen Bereich.
    Da die stokesi unter allen mögliche anderen Bedingungen nicht gedeiht, seine Vermutung, daß es an diesen Elementen (oder nur einem davon) läge.
    Also eigentlich nichts neues, außer daß die anderen Arten gut haltbar seine.

    Er empfahl wöchentlich etwas Eisenzugabe (von Mangan hat er glaub ich nichts gesagt). Nach meiner Erinnerung hat er nichts von konkreten Versuchen damit gesagt.
    Die Nahrungsfrage ist unklar.
    Ich hab aber von Delbeek gelesen, daß er dies mit Erfoilg gemacht hat.

    Das Sterben beginnt meist so nach 6 Monaten und äußert sich in einem glasigen Grünton oder auch Aufblähen der Polypen, so als ob das Tier sich wegrollen lassen wolle.

    Meine vemutete stokesi hab ich seit 4,5 Monaten und ich gebe 2*wöchentlich etwas Süßwasserdünger zu sowie täglic Phytoplankton. Sie scheint zu wachsen.
    Sie mag keine starke Strömung und steht bei mir geschützt hinter einem Wall.
    Sie reagiert sehr empfindlich auf abrupte Störungen, insbesondere Erschütterung, wenn man z.B. mal ihren Sockel anstößt. Belästigungen durch Fische amchen ihr nichts aus, noch nichtmal Anemonenfische (hab selber keine,ber Sprung hatte so ein Beispiel gebracht).
    Einmal hab ich sehr viel rumhantiert und da hatte sie dieses Aufblähen gezeigt. Ist aber dananch nie wieder passiert.
    Nach der kurzen Zeit kann man aber noch nicht behaupten, daß es geschafft ist.

    Grüße
    Ulrike

  • Hallo Robert
    Ulrike hat eigentlich schon alles gesagt,- Sprung erzählte eigentlich nichts Neues.

    Er vertrat die Meinung dass ein Füttern unnötig sei und ein Aufwirbeln des Bodengrundes mehr bringen kann. Zudem sind so hell grüne Tiere eh solche die bereits am absterben seien und daher unrettbar verloren.

    War aber trotzdem ein guter Vortrag :smiling_face: Soll ich Dir mal den Symposiumsband senden dort sind alle Vorträge drinn (teilweise aber abgeändert als sie dann effektiv kamen) ???

  • Hallo Robert, Monica,

    wie Monica schon schrieb, hat Ulli eigentlich alles gesagt.
    Monica - Robert hat den Tagungsband schon :winking_face:

    Grüße

    Markus

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?

  • Hallo zusammen

    Ich danke euch allen für die Ausführungen zum Thema. Ja den Band habe ich hier, ist aber zu Fragestellung nicht so ganz aussagefähig....

    Daher die Nachfrage. Also auch nichts wirkliches neues..

    Merci.

  • Hallo Robert,

    Julian Sprung hatte die Beobachtung gemacht, dass das Absterben von G. stokesii oft mir dem Ausbleichen der am stärksten dem Licht zugewandten Partien beginnt. Seine Schlußfolgerung war, dass dies mit einer ungenügenden Entgiftung von Photosynthese-Nebenprodukten zu tun hat.
    Da ein Enzym zur Entgiftung dieser Nebenprodukte, die Superoxid-Dismutase, Eisen und Mangan benötigt, schlägt er vor, bei der Pflege dieser schwierigen Art mit diesen Spurenelementen zu arbeiten.
    Er hat das mit dem erwähnten Beispiel aus der Praxis unterstrichen.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Hans Werner,

    jetzt hätte ich fast einen interesannten Thread verpasst. Könntest Du mir das Entgiften etwas genauer erklären.

    Meine Beobachtungen an einigen Gorgonien Stöcken im Zusammenhang mit Licht sind ähnlich. Nun überlege ich, ob dort evtl. ein Zusammenhang bestehen könnte, bzw, ob dieses Spurenelemente auich manchen Gorgonien helfen könnte.

  • Hallo Frank,

    Enzyme sind Eiweißstoffe, die biochemische Reaktionen beschleunigen oder im biologischen Bereich erst ermöglichen.
    Viele Enzyme benötigen ein bestimmtes Spurenelement für ihre Funktion.
    Superoxid-Dismutase entgiftet das Superoxid(O2-)-Radikal, das bei der Photosynthese und Atmung entsteht. Es entsteht aber Wasserstoffperoxid, was von Peroxidase und Katalase weiter entgiftet wird.

    Superoxid-Dismutasen sind Eisen-Mangan- oder Kupfer-Zink-Enzyme, wobei im eukaryotischen Bereich (alles außer Bakterien) Kupfer-Zink-Enzyme vorkommen sollen.
    Katalasen und Peroxidasen arbeiten mit Eisen oder Mangan oder Vanadium.

    Es stellt sich also die Frage, ob nicht letztere für den beobachteten Effekt verantwortlich sind.

    Was Du bei Deinen Gorgonien beobachtest, kann biochemisch noch andere Ursachen haben. Eisen ist auch beim Aufbau des Chlorophylls beteiligt und es sind Spurenelemente für die photosynthetischen Reaktionen (z. B. Mangan) notwendig.

    Ab einer gewissen Lichtmenge sind aber auch bei bester Spurenelemente-Versorgung die Photosynthese-Apparate überfordert und es kommt zu Aufhellungen und Ausbleichen der betroffenen Stellen.

    Aber vielleicht kannst Du das jetzt besser abschätzen.

    Grüße

    Hans-Werner

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