Hallo,
ich habe vor kurzem 3 meiner Fische wegen Pünktchen in Quarantäne behandelt. Aber da durch das Kupfersulfat die Schleimhaut beschädigt wird, wuchs eine vorher schon latent auf einem kleinen A. coeruleus vorhandene, warzenförmige Infektionskrankheit übermäßig aus, so daß der kleine Fisch(4cm) mehrere bis zu 1/2 cm große Wucherungen an den Seiten hatte. Ich nahm ihn aus dem Wasser, entfernte diese vorsichtig mit einem Skalpell und trug antibakterielle Creme auf. Diese kleine Operation dauerte ca. 4 min und als ich ihn wieder ins Becken setzte, taumelte er erstmal mit Kopf unten und Bauch oben zum Beckenboden und ich dachte er sei hin. Doch ganz allmählich erholte er sich wieder und schwimmt nun wieder putzmunter im Quarantänebecken umher. Nur: eine mechanische Entfernung bringt ja auf die Dauer nix, deshalb wollte ich in der Apotheke Chloramphenicol besorgen. Aber die Apothekerin meinte, das sei nicht wasserlöslich und es bringt ja nichts, wenn ich es ins Becken gebe und es sich am Bodengrund absetzt. Sie schaute nach und nannte mir ein Natriumsalz des Chloramphenicols, was zwar wasserlöslich sei, aber leider nicht im Handel...
Wie und mit welcher Dosis behandele ich einen Fisch mit Antibiotikum? Welches ist das wirkungsvollste/gängigste/einfachste? Hat da jemand positive (oder negative) Erfahrungen gemacht?
Chloramphenicol
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moldzi -
14. Mai 2003 um 16:22
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Hallo moldzi,
es gibt in manchen Aquaristikbüchern Beschreibungen über die Dosierung und Anwendung. Erst mal solltest du das Mittel gar nicht ohne Rezept kaufen können, weil es dir niemand verkaufen darf.
Außerdem ist das Mittel ein so scharfes Schwert, dass ich geneigt bin, dir davon abzuraten. Alle möglichen Risiken aufzuzählen fehlt mir Raum und Lust, aber du selbst begibst dich in eine nicht zu unterschätzende Gefahr.
Da du ja außerdem das AQ-Wasser anschließend nicht vorschriftsmäßig entsorgen wirst und auch gar nicht kannst, begehst du mit der Anwendung eine Straftat. Ich schreibe das hier so deutlich, weil in den Krankenhäusern täglich viele Menschen sterben, weil die Antibiotika nicht mehr ansprechen. Solltest du es immer noch verwenden wollen, dann "kümmere" dich abseits des Forums um das Mittel, im privatem "Mailraum". Vielleicht überziehe ich meine Warnung, aber die Mediziner sehen das so und haben mit den üblen Folgen zu kämpfen..... -
Hallo moldzi,
Ralph D. Huber hat uns hier im Forum schon mal mit erschreckenden Informationen über Chloramphenicol versorgt. Auch beim korallenriff.de findet sich darüber ein Artikel.
Hier die beiden Links:
forum.korallenriff.de/index.php?page=Thread&threadID=736
http://www.korallenriff.de/chloramphenicol.html -
Heißt das also, daß du aus dem Grund, daß bei jedem Einsatz von Antibiotika die Gefahr besteht, daß sich durch Mutationen resistente Stämme bilden können, ihren Einsatz für Tiere grundsätzlich ablehnst? Dann würden Tierärzte doch gar keine Antibiotika einsetzen?? Wie auch immer - WAS soll ich denn nun tun, um die Bakterieninfektion meines Doktorfisches zu bekämpfen? Ansonsten bliebe als Endlösung nur noch Knüppel auf den Kopf?!?
Gruß Stephan -
Hallo ,
haben sich denn die Geschwüre wieder neu gebildet? Bist du dir sicher, das es eine bakterielle Infektion ist?Tierärzten ist es nur noch erlaubt, Chloramphenicol an Kleintieren zu verwenden, nicht an Tieren, die der Lebensmittelgewinnung dienen.Eben aus dem oben genannten Gründen.
Deshalb würde ich es mir sehr gut überlegen, dieses Medikament anzuwenden.
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Hi,
im Quarantänebecken würde ich Preis Prebac verwenden. Ist speziell gegen bakterielle Infektionen.
mfg Uwe
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Hallo moldzi (hast Du auch einen Namen?),
bist Du Dir sicher das es eine bakterielle Erkrankung ist und nicht Lymphocystis? -
Okay, von dem Chloramphenicol nehm ich wohl doch erstmal ein wenig Abstand, lege den Knüppel beiseite und versuche es sobald wie möglich mal mit Preis Prebac. Ich finde ja nur, daß unsere Tiere etwas mehr sind als das Geld, das man für sie ausgegeben hat und daß man aus Achtung vor der Natur nichts unversucht lassen sollte, um einen erkrankten Pflegling wieder genesen zu lassen!
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Hallo moldzi,
möchte hier einmal nachdrücklich Klaus unterstützen:
Kläre doch erst einmal ab, ob es sich nicht um Lymphocystis handelt, bevor Du irgend etwas unternimmst.
Du solltest Dir nicht die ganze Mikrobiologie des Beckens mit einem Antibiotikum umwerfen, nur um festzustellen, dass es gegen den Lymphocystis-Virus nichts bringt!Da bringen andere Maßnahmen oder unbedenklichere Versuche mehr Nutzen bzw. weniger Schaden, wie da wären: Bärlauch, Multivitamine, Futter mit hochungesättigten Fettsäuren (Omega-3), betupfen mit PVP-Iod (Betaisodonna, Braunol, Polysept) nach mechanischem Entfernen.
Und: Vielleicht legst Du den Fisch bei der nächsten "OP" in eine flache Schale mit AQ-Wasser. Ich hoffe, dass dadurch die Selbstinfektion nicht gefördert wird, die OP für den Fisch aber erträglicher wird.Grüße
Hans-Werner
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Hallo
Du hättest nach dem entfernen der Umfangsvermehrung die Gelegenheit gehabt sie Bakteriologisch untersuchen zu lassen.
Labore hätte ich dir nennen können.Chloramphenicol ist auch Wasserlöslich verliert aber bei einem PH Wert über 8,2 seine Wirksamkeit.
Natürlich ist es vorzugsweise fettlöslich.In Frage kommen aber noch eien Reihe anderer Antibiotika die aber allesamt in einem Quarantäneaquarium Anwendung finden sollten.
Ich kann mir aber auch vorstellen das es sich um Viren oder auch eine Pilzinfektion handeln könnte.
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