Amerikanische Faszination mit DSB

  • Vor einiger Zeit hat mich Sabine gebeten, etwas über DSB - Deep Sand Beds - beizutragen und nie hatte ich genug Zeit, damit fertig zu werden. Ich beschloß, wenn ich es jetzt nicht mache, mache ich es NIE; also hier ist der Artikel.

    Amerikaner glauben, ein DSB trage genauso zur Denitrifikation bei, wie es "Lebende Steine" tun. Wir glauben, dass die gleichen denitrifizierenden Bakterien, die auf den Steinen leben, auch auf der Oberfläche von Sand leben. Ebenso glauben wir, je tiefer das Sandbett ist, um so besser wird die Denitrifikation funktionieren.

    Kürzlich war eine Umfrage bei http://www.3reef.com an der sich 19 Leute beteiligten: keiner hat sein DSB mit mehr als 12,7 cm (5") Tiefe angelegt, 26,3% haben eine Tiefe von ca. 10,2 cm (4"), 31,5% fahren mit 7,6 cm (3") und 42,1% haben sogar nur eine Sandtiefe von 5 cm (2") oder weniger.
    Ich finde das bemerkenswert, denn einige argumentieren, den besten Nutzen erreiche man mit Tiefen von 15,2 cm (6") oder mehr! In dieser Tiefe, dem sogenannten anaeroben Bereich, wachsen die anoxischen Bakterien, welche vermutlich am effektivsten Nitrat zu Stickstoffgas wandeln.

    Tatsächlich können zwei der Teilnehmer von Katastrophen berichten, die auf einen Zusammenbruch des DSBs von 15,2 cm (6") und mehr Tiefe zurückzuführen sind. Durch eine große Verwirblung des Sandbetts (hervorgerufen durch den Aquarianer oder andere Verursacher) wurde Schwefelwasserstoff [H2S] in das Wasser freigesetzt, welches dann ALLES im System umbrachte.

    Ich habe seit mehr als 20 Jahren Salzwasseraquarien gepflegt und habe Aquarianer gesehen, die wirklich alles versucht haben, das Halten von Fischen und Korallen in künstlichen Umgebungen zu erleichtern. Ich kannte viele, viele Leute, die sehr davon überzeugt sind, DSB seien das effizienteste Filtersystem. Die kleinen Zahlen in meiner Umfrage reflektieren das allgemeine Gefühl der breiten Mehrheit der amerikanischen Aquarianer. Die Mehrheit der Amerikaner hat ein Sandbett der einen oder anderen Art.

    Die meisten der mir bekannten Leute, die ein DSB benutzen, unterhalten es mit 10,2 cm (4") oder weniger Tiefe. Dies gibt ihnen einerseits den Vorteil von vielen Quadratzentimetern Oberfläche, die von denitrifizierenden Bakterien besiedelt sind. Andererseits vermeiden sie gleichzeitig gefährliche anoxische Zonen, die sich unterhalb von 12,7 cm (5") bilden würden.

    Special thanks to Thomas Chronz for translation. :grinning_squinting_face:

  • Hallo Wrassman,
    vielen Dank für deinen Bericht.
    Mich würde interessieren, wie lange eure Becken schon mit DSB laufen,ich meine damit, gibt es Becken, die 5, oder sogar 10 Jahre problemlos laufen. Oder muß der Sand nach einer bestimmten Zeit ausgetauscht werden?

    Was für einen Sand benutzt ihr? Wird er direkt dem Meer entnommen, wie bei den lebenden Steinen, oder wird spezieller Sand mit den nötigen Bakterien angereichert?

    Werden die lebenden Steine für den Steinaufbau direkt auf den Sand gelegt, oder wird erst der Steinaufbau konstruiert, und dann der Sand aufgefüllt?

    Es sind viele Fragen, aber ich finde es sehr interessant, mal eine andere Art, ein Riffaquarium zu betreiben, zu diskutieren.
    Man muß für alle Möglichkeiten offen sein,und auch mal über andere Methoden nachzudenken.

    Ich hoffe, das sich auch die anderen Forumsteilnehmer hier rege an der Diskusion beteiligen werden.

  • Hallo Wrassman,
    besonders würde mich interessieren, inwieweit sich das System auf die Vermehrung der Kleinkrebse wie z.B. Copepoden auswirkt.
    Danke für den interesanten Bericht.
    Gruss
    Heinz-Georg

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!