Fütterung von Korallen

  • Hallo Zusammen,

    ich habe in meinem BEcken z.Zt. Einsiedlerlrebse, 3 Seeigel und 1 Salarias.
    Zudem sind im Becken 1 Lederkoralle und gelbe indonesische-Krustenanemonen. Die Algenfresser haben im Becken genug zu futtern, wie schauts aber mit den Korallen aus? Im Meerwasseratlas steht, das man sie füttern muss..wie mach ich das denn am besten?

    Gruß
    Sven

  • Hallo,
    die Korallen brauchst du nicht unbedingt zu füttern, die gelben Krusten kannst du mit kleinen Frostfutter füttern, dann wachsen sie vermehrt, ist aber nicht zwingend nötig. Für ein Becken in der Einlaufphase ist es ganz gut, etwas zu füttern, um die nitratreduzierenden Bakterienkulturen anzukurbeln.Also wäre das doch ein guter Grund.

  • Vielen Dank Sabine für deine Antwort.
    Wie füttert Ihr denn Eure Korallen, besser gesagt...was benutzt Ihr als Fütterwerkzeug?

    Gruß
    Sven

  • Hallo Sven,
    entweder eine lange Pinzette oder eine 50ml Spritze mit eine dünnen Luftschlauch vorne auf der Spitze, damit fütter ich die Tubastrea. Ich ziehe aufgetaute Artemien mit Wasser auf und spritze sie dann vorsichtig über das Tier. Für größere Stücke oder Futtertabletten benutze ich die Pinzette, damit läßt sich das Futter auch gezielter verabreichen.

  • Hallo Sven
    Ich besitze nur Korallen welche nicht unbedingt gefüttert werden müssen.
    Dennoch gebe ich jeden Tag Flüssigfutter, sowie ein staubförmiges Niedertierfutter ins Becken. Das Staubzeugs wird anscheinend auch sehr gerne aufgenommen,- jedenfalls sind wärend dieser Fütterung die Tentakel immer voll ausgefahren.
    Daniela Stettler hat an ihrem Vortrag in Sifi gesagt dass sie auch ihre Tubis damit füttert.

  • Hallo Sven,

    wie schon meine Vorredner beschrieben haben, füttern viele der Meeresaquarianer ihre niederen Tiere nicht extra. Für viele der im Aquarium gehaltenen Korallen ist die Versorgung mit Assimilaten der Zooxanthellen mehr oder weniger ausreichend zum gedeihen.

    Nichts desto trotz ist es so, dass die Korallen nicht ausschließlich über das Licht leben. Im Ozean nehmen ein Großteil der Korallen, zusätzlich zu den Produkten ihrer Algen, noch gelöste Substanzen aus dem Wasser direkt- sowie organisches Material, welches in Form des Detritus oder im Meer auch „Marine Snow“ genannt, auf. Der Marine Snow besteht aus totem organischem Material, welches aber noch nicht vollständig abgebaut ist. Mann kann ihn sich wie Schneeflocken vorstellen, die mit diversen Bakterien, Einzellern, Phytoplankton und anderem Getier besetzt sind und im Wasser umher treiben und zu Boden sinken. Dies stellt natürlich eine gute Nähsrtoffquelle die Korallen da.

    Es gibt auf dem Markt diverse Produkte, die versprechen, ein hervorragendes Futter für Niedere Tier zu sein. Ich persönlich habe mit ihnen keine nennenswerten Verbesserungen erzielt. Ich rede aber nicht von reinem Phytoplankton. Bis auf ein Produkt, das „Pro Coral Organic“ von Tropic Marin, bin ich von keinem dieser Produkte überzeugt. Wobei es auch eher ein „Futter“ für die Zooxanthellen ist.
    Bei diesem Produkt ist es wohl so, dass Ammonium dem Becken zugeführt wird, was man auch in einem leichten Anstieg des Nitratwertes feststellen könnte. Ammonium ist natürlich für die Algen ein Nährstoff, der viel leichter zu verwerten ist, als das Nitrat. Normalerweise tritt Ammonium im Wasser des Beckens in nicht nennenswerten Konzentrationen auf, da es normalerweise sehr schnell nach der Entstehung von den Bakterien weiter verwertet wird.
    Nach dem Einsatz standen einige Korallen deutlich besser in meinem Becken.

    Es gibt auf dem Markt z.B. ein Produkt, welches einen Stoff beinhaltet, der lebende Zellen dazu veranlasst, mehr Wasser aufzunehmen. Gibt man solch ein Mittel in´s Becken gehen, viele der Korallen deutlich weiter auf und der Kunde denkt, er hätte ein super Futter gekauft......

    Absolut überzeugt bin ich davon, Phytoplankton dem Becken zu zugeben. Phytoplankton spielt bei der Ernährung vieler Korallen im Riff eine entscheidende Rolle, da es Substanzen enthält, die die Korallen oftmals nicht selber herstellen können oder sie die von ihren Algen nicht bekommen.
    Das Problem ist nur, es in ausreichender Menge und eine gute Qualität zu erhalten. Denn will man es so konzentrieren wie im Meer, müsste man kontinuierlich ´ne ganze Menge dazugeben.........

    Des Weiteren machen einige sich ihr Futter auch selber, indem sie z.B. eine Hefesuspension herstellen oder Muschelfleisch zerreiben. Bei diesen Methoden muss man natürlich besonders gut auf die Wasserwerte achten, sowie eigentlich auch bei fast allen Sorten von Flüssigfutter.

    Was ich auch schon gehört- und selber probiert habe ist, Honig in kleinen Mengen dem Wasser zufügen. Im Honig (aber nur in kalt geschleudertem Honig) sind verschiedenste Substanzen enthalten, wie diverse Kohlenhydrate, Aminosäuren und viele viele andere Stoffe, die positiv auf die Tier wirken können. Man muss nur mit der Zugabe aufpassen, da sonst wegen des Zuckers die Bakterien explodieren können da der Zucker für viele Bakterien eine hervorragende Energiequelle drstellt. Ich habe eine Erbse Honig auf ca. 200 Liter Wasser gegeben. Da ich da aber damals den erhitzen genommen habe, hat sich da nicht viel getan, außer der Bakterien............ Seitdem habe es nicht wieder mit dem anderen Honig probiert.

    Ich persönlich mache es so, dass ich regelmäßig den Bodengrund ein wenig durchmische und so Detritus aufschlämme.
    Ich gebe zwei Mal täglich Phytoplankton hinzu (was ja auch der sonstigen Mikrofauna im Becken gut tut und so den Korallen zu gute kommt) und verwende Pro Coral Organic.
    Ab und zu bekonmmen ein paar Großpolypge Steinkorallen mal eine kleine Fleischdosis, aber eher Selten.

    Die verschiedenen Bakterien die überall sitzen produzieren ständig die verschiedensten Metabolite, die sie für den eigenen Stoffwechsel benötigen. Wenn sie aber mehr produzieren als sie benötigen, geben viele der Bakterien die Stoffe an das Wasser ab. So hat man in einem gut eingefahrenen Becken immer eine gewisse Menge an gelösten Substanzen im Wasser, die die Korallen und Zooxanthellen auch verwerten können. Diese Substanzen werden aber z.B. durch den Abschäumer aus dem Wasser wieder entfernt.

    Fazit:

    Es gibt schöne Becken mit zusätzlicher Fütterung der Korallen und Wirbellosen und es gibt Becken ohne zusätzliche Fütterung, in denen die Tiere wachsen und gedeihen.
    Es ist jedem selber überlassen, was er macht.
    Es ist aber grundsätzlich nicht verkehrt, seinen Tieren ein möglichst breites Spektrum an Futter zur Verfügung zu stellen, denn je abwechslungsreicher die Nahrung ist, desto besser geht es den Tieren!!

    Gruß,

    Lars

  • Auch Dir ein riesiges Dankeschön für deinen Vortrag.
    Deine Antowrt ist sehr verständlich und ich konnte damit viel Anfangen.

    Gruß
    Sven

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