Floatglas - Diamantglas?

  • Hallo,

    ich habe gelesen, dass Diamant-/Weissglas naturgetreuer und mit weniger Grünstich "durchblicken" lässt.

    1. Mein (günstiger und seit jahren bekannter) Händler in berlin lässt aber nur Floatglas fertigen.
    Hat jemand schon mal beides gesehen und einen Unterschied festgestellt? Foto? Wäre echt nett. Ich weiß nicht, ob es sich nun lohnt, Aufpreis und Händlerwechsel für Beckenkauf hinzunehmen.
    (Würde Diamantglas natürlich nur für die frontrscheibe nehmen!)

    2. Bei den zwei beckenvarianten 200x70x70 und 200x80x80: meint Ihr, ich sollte ausschließlich Wulstverklebung nehmen, oder reicht hier auch Stoß-???

    3. Bei der beckenvariante 200x70x70 - hier noch 12mm Glasstärke ausreichend, oder ausdrücklich schon 15mm wegen gewicht der Steinaufbauten, Statik, etc.???

    Danke und viele dicke und nasse Weihnachtsgeschenke ...

    Cu schottensocke

    3 Mal editiert, zuletzt von schottensocke (20. Dezember 2002 um 14:20)

  • Hallo Schottensocke,

    Zitat

    Original von schottensocke
    ich habe gelesen, dass Diamant-/Weissglas naturgetreuer und mit weniger Grünstich "durchblicken" lässt.

    1. Mein (günstiger und seit jahren bekannter) Händler in berlin lässt aber nur Floatglas fertigen.
    Hat jemand schon mal beides gesehen und einen Unterschied festgestellt? Foto? Wäre echt nett. Ich weiß nicht, ob es sich nun lohnt, Aufpreis und Händlerwechsel für Beckenkauf hinzunehmen.
    (Würde Diamantglas natürlich nur für die frontrscheibe nehmen!)

    2. Bei den zwei beckenvarianten 200x70x70 und 200x80x80: meint Ihr, ich sollte ausschließlich Wulstverklebung nehmen, oder reicht hier auch Stoß-???

    3. Bei der beckenvariante 200x70x70 - hier noch 12mm Glasstärke ausreichend, oder ausdrücklich schon 15mm wegen gewicht der Steinaufbauten, Statik, etc.???
    schottensocke

    da Du bisher keine Antwort auf Deine Fragen erhalten hast, will ich es einmal versuchen.

    Einleitung:
    alle Gläser (zumindest die für technische Verwendungen) werden einheitlich im Floatverfahren hergestellt. Wen es interessiert, dem kann ich gerne das Herstellungsverfahren erläutern. Die grünliche Färbung normaler Floatgläser wird durch einen Eisengehalt von 0,3% verursacht. "Weißgläser" haben einen Eisengehalt von nur 0,03% ! Optische Beeinträchtigungen werden ab einer Glasdicke von etwa 10 mm, eher ab 12 mm empfunden. Zum Beispiel werden Fotografien mit keinem nennenswerten Unterschied in Blende und Belichtung hergestellt. Dennoch neigen einige Fotografen durchaus zu Aquarien aus Plexiglas (Röhmchemie) weil das auch nach etlichen Gebrauchsjahren keine Verfärbungen aufweist, was bei Acrylgläser z.B. aus französischer Produktion durchaus der Fall ist. Also, ich persönlich würde auch das Frontglas bis 12 mm durchaus in normalen Floatglas ausführen und Glasdicken die darüber liegen in Weißglas !

    zu 1.
    das ist völlig in Ordnung, denn die Händlerzufriedenheit hat was mit Vertrauen und Reklamationsverhalten zu tun und hängt nicht davon ab ob Weißglas ja oder nein. Ich habe auch schon Aquarien in beiden Ausführungen gesehen und jeder muß für sich selbst entscheiden ob ihm der Mehrpreis das wert ist. Mein subjektiver Eindruck ist so wie ich es oben begründet habe.

    zu 2.
    die Ausführung der Nähte (wulst oder Stoß) hat keinerlei Auswirkung auf die Haltbarkeit oder Stabilität !

    zu 3.
    bei der Wahl der Glasdicke muß auch berücksichtigt werden wie das Auffangen des Wasserdrucks statisch erfolgt. Benutzt man lange Glasstreifen vorn und hinten, so wie "Zugspangen oder Querspangen" an den Enden und in der Mitte (Position der Beleuchtungskörper beachten) so ist bis zu einer Gesamthöhe von 70 cm durchaus eine Glasdicke von 12 mm ausreichend, bei einer Gesamthöhe von 80 cm nicht mehr. Das hat mit dem Biegekoeffizienten zu tun, der bei einer Höhe von 80 cm deutlich ungünstiger ist als bei 70 cm Höhe. Um das auf eine kurze Formel zu bringen, 12 mm bis 70 cm Höhe ja und darüber nein !
    Das Leergewicht des Beckens ist nur für den Transport von Wichtigkeit. Pro m² wiegt 12 mm Glas 30 Kg. und bei 15 mm Glas wiegt der m² 37,5 Kg. Ist das Becken im Betrieb, ist das Eigengewicht unwichtig ! Wegen der überwiegenden Steinaufbauten (lebende Steine, jug. Lochgestein, Kalkgestein u.a.m.) ist das Teilen der Bodenscheibe unerläßlich und auch der Untergrund auf dem das Aquarium gestellt wird, verlangt eine sorgfältige Beachtung. Insbesondere muß eine nicht ebene Fläche vermieden werden weil das sonst zu Spannungen im Glas führt, die schlußendlich zu einem Reißen der Scheiben führen kann.

    End
    Insbesondere die sorgfältige Verarbeitung und statisch richtige Entlastung der auftetenden Kräfte macht einen Großteil der Kosten eines Aquariums in dieser Größe aus. Das Handling ist zwar Routine aber dennoch aufwendig (schneiden, schleifen, transportieren usw.). Häufig wird das einfach nicht bedacht und über hohe Preise geschimpft. Vor allem bei den Herstellern die nicht einfach solch ein Becken "zusammenhauen" sondern sorgfältigste Planung walten lassen. Sorgfältiges Planen ist auch vom Auftraggeber zu verlangen denn es ist einfach unglücklich z.B. eine vergessene Bohrung nachträglich zu erstellen, die dann zumindest nachträglich zu einem höher geforderten Preis führt als wenn man die gleich mitbestellt. Im Regelfall werden dazu nämlich Bohranlagen verwendet die nur Flachgläser zulassen und ein mobiles Bohrgerät kostet in der Anschaffung sehr viel Geld.

  • Hi, danke für deine hilfe - was meinst du zu pkt. 2 mit "teilen der bodenplatte"?

    zum untergrund meines bisheringen beckens = glatte kückenholzplatte + dicke styrophorschicht

    im becken, quasi unter den zentnern von steinaufbauten: eine plexiglasscheibe zum verteilen des gewichtes.

    übrigens: foto unter http://www.golinelli.de --> rubrik fische --> eigenes becken

    danke schon mal und cu

    frohe *** nachten :smiling_face:

    P.S.: Auf deinen fachkundigen Rat werde ich mich nun auf 200x70x70 mit 12er (einfach)glas und einfacherer stoßverklebung festlegen. habe bisher 200x60x60 (12mm) und wusste nicht, ob gleiche glasdicke bei dieser vergrößerung noch reicht.

    (Was hälst Du übrigens davon, dass ich mein becken mit relativ wenig licht frü 70cm: 3x150w HQI und 2x80blue T5 betreiben will? (will die 10cm Höhenzuwachs eigentlich unbedingt haben, aber nicht mehr an stromkosten wegen mehr licht investieren ...) ... verschiedene lichtzonen im becken mit steinkorallen weiter oben ... zur not möglich?)

    5 Mal editiert, zuletzt von schottensocke (21. Dezember 2002 um 16:06)

  • Hallo Schottensocke,

  • Werde das alles wohl doch noch einmal überdenken ... vielleicht doch bei 60cm bleiben?? Eine Vergrößerung zum Alten ist aber immer irgendwie verlockend ...


    Cu

    schottensocke

    Einmal editiert, zuletzt von schottensocke (22. Dezember 2002 um 16:08)

  • Hallo Schottensocke

    Wenn Du unbedingt vergrössern willst: Warum gibst Du dem Becken nicht mehr Tiefe? Anstatt 60cm so mind. 80cm. Mit mehr Tiefe wirkt das Aquarium viel besser. Natürlich würde ich persönlich das alles in 15mm Glas bauen lassen.
    Und das Licht würde ich auch ändern, finde ich zu wenig bei soviel Wasser. Ich gehe immer davon aus dass ich pro Liter Wasser ca. 1Watt Licht installiere.

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