Balling Fragen...

  • Hallo zusammen,

    Haut mich bitte nicht falls die Fragen bereits geantwortet worden sind. Ich bin schon seit einige Stunden auf der Suche und könnte keine Antwort finden und habe mich endlich getraut die Fragen zu stellen:

    1. Laut AquaCalculator sollte man erst mit dem Ca Anpassung anfangen wenn Mg > 1280 mg/L. Da frage ich mich natürlich warum erst Mg über die grenze bringen?

    2. Wenn KH > 8 sollte man die NaHCO3 Lösung weg lassen um die KH nicht noch mehr zu erhöhen (bei mir KH=9). Aber dadurch wird diese Ionenverschiebung nicht ausgegliechen, oder? Auf eine Seite scheint wichtig zu sein die Ionen im Gleichgewicht zu halten, auf die andere Seite scheint unter Umständen doch empfohlen zu sein. Da kapiere ich Bahnhof. :loudly_crying_face:

    3. Bezüglich Frage 2 hiess es noch: "Nicht schlimm wenn man Anpassung ohne NaHCO3 macht, weil es mit dem nächsten WW wieder ausgleichen lässt. Ummm.... Laut Berechnungen was Schadstoffe angeht hiess es dass es > 3 Monate dauert bei 10% WW pro Woche um die Schadstoffen auf minimum zu bringen. Daher ausser wenn man einen WW von 100% macht, wird so gut wie gar nichts ausgegliechen, oder?!?

    4. Ich bin kein Chemiker aber aber meine (aus meinen dunklen Erinnerungen), dass falls durch zugabe von CaCl2 Ca weg fällt (chemische Reaktion mit etwas anderes und dadurch inklusive Aufnahme durch Korallen), der Clor wird frei gesetzt. OK er bleibt eine weile gelöst im Wasser (Clor ist ja gas) und die Fische werden es bei grösseren Mengen nicht lustig finden, aber er wird mit der Zeit wieder vom Wasser in Luft frei gesetzt, oder?

    Danke im voraus!

    Gruß,
    Adrian

  • Da frage ich mich natürlich warum erst Mg über die grenze bringen?

    Je weniger Magnesium im Wasser gelöst ist, desto schneller wird das Calcium ausfallen. Also ist es weit sparsamer, erst den Magnesiumwert über ca. 1250 mg/l zu bringen und danach erst das Calcium zuzuführen.


    Wenn KH > 8 sollte man die NaHCO3 Lösung weg lassen um die KH nicht noch mehr zu erhöhen (bei mir KH=9). Aber dadurch wird diese Ionenverschiebung nicht ausgegliechen, oder?

    Wenn die Karbonathärte über 8° dKH liegt, ist das Ionengleichgewicht ohnehin nicht gegeben. Beim Verzicht auf NaHCO[t]3[/t] verschiebt sich zwar das Gleichgewicht Na / Cl in Richtung Chlorid, aber da Chlorid das häufigste Mengenelement im Meerwasser ist, ist diese Verschiebung nur marginal, zu Vernachlässigen. Man nimmt es in Kauf, da eine Erhöhung der Karbonathärte weit drastischere Folgen nach sich zieht.


    Daher ausser wenn man einen WW von 100% macht, wird so gut wie gar nichts ausgegliechen, oder?!?

    Doch, immer ein wenig. Bei regelmässigem Wasserwechsel stellt sich im Laufe der Zeit immer irgendein höchster Wert ein, der dann nicht mehr steigt. Hier mal ein Beispiel.

    Annahmen:
    Aquarieninhalt: 500 Liter, Wasserwechsel nitratfrei wöchentlich 5%, Nitratkonzentration im AQ 10 mg/l, Nitratzuwachs durch Fütterung pro Woche 1 mg/l.

    Ergebnis:
    in der 10. Woche ist das Nitrat auf 13,3 mg/l gestiegen, nach einem halben Jahr auf 16,5 mg/l, nach einem Jahr auf 18,3 mg/l und nach zwei Jahren stabilisiert sich der Wert auf ca. 19,5 mg/l

    Wenn jetzt wöchentlich nicht 5% sondern 10% WW gemacht würde, wären die Werte
    nach 10 Wochen bei 9,4 mg/l, nach 6 Monaten bei 9,07 mg/l, nach einem Jahr bei 9 mg/l und nach zwei Jahren ebenfalls bei 9 mg/l.


    ... dass falls durch zugabe von CaCl2 Ca weg fällt (chemische Reaktion mit etwas anderes und dadurch inklusive Aufnahme durch Korallen), der Clor wird frei gesetzt.

    Nein, es wird kein Chlor freigesetzt. Wenn Calciumchlorid in Wasser gelöst wird, teilt es sich in seine Ionen auf: 1x Calcium (Ca[H]+[/H]) und 2x Chlorid (Cl[H]-[/H]). Chlorid ist kein elementares Chlor, sondern das negativ geladene Chloridion. Wenn du Kochsalz (NaCl) in Wasser auflöst, entsteht ja auch kein Chlor.

    2 Mal editiert, zuletzt von Riffbarsch (22. Januar 2007 um 16:17)

  • Super. Danke für die schnelle Antwort. Sollte ich dann jeden Tag der Anpassung erst Mg zugeben und dann erstmal Ca.

    Wegen KH 9, sollte ich mir sorgen machen? Ich habe nur 3-4 kleine Steinkorallen Ableger drinne und daher so gut wie keine verbraucher... Wie kriege ich den KH runter? Ich meine irgendwo gelesen zu haben dass mit der zugabe von MgCl2 KH runter gehen wird. Stimmt das?

    Danke nochmal!

    Gruß,
    Adrian

  • Zitat

    Original von harrylackapants
    Sollte ich dann jeden Tag der Anpassung erst Mg zugeben und dann erstmal Ca.


    Zuerst das Magnesium über 1250 mg/l bringen und dann erst mit dem Calcium anfangen.


    Zitat

    Wegen KH 9, sollte ich mir sorgen machen? Ich habe nur 3-4 kleine Steinkorallen Ableger drinne und daher so gut wie keine verbraucher... Wie kriege ich den KH runter? Ich meine irgendwo gelesen zu haben dass mit der zugabe von MgCl2 KH runter gehen wird. Stimmt das?


    Bis etwa 12° dKH muss man sich keine Sorgen machen, höchstens Gedanken. Korallen und andere Bewohner deines Aquariums verbrauchen Karbonat beim Wachsen. Die Härte geht also langsam von ganz alleine zurück. Sollte sie das nicht tun, muss man herausfinden, was im Argen liegt. Das könnte u.a. das Wechselwasser, das TopOff-Wasser (Verdunstungsausgleich), die Salzsorte oder mangelndes Wachstum sein. Oder ein falsch eingestellter Kalkreaktor, irgendwelche Chemikalienzugaben und was sonst noch ...

  • OK. Mein Mg liegt jetzt bei 1280 mg/L. Aber gibt es keine Abhängigkeit zwischen Mg gehalt und was man am Ca dazu gibt? Ich meine so zu sagen: 1250 Mg/L für 380 Ca/L, 1280 Mg/L für 420 Ca/L (reine fiktive Werte um mich nur klarer aus zu drucken). Oder einmal über 1250 Mg/L ist egal wie viel Ca erhöht wird, spielt es keine Rolle mehr?
    Ich verwende kein Kalkreaktor und verdünstetes Wasser durch Osmose Wasser + RowaIon Filter ersetzt wird. Ich habe den KH Test erst vor 2 Wochen gekauft und seit dem bleibt KH ständig bei 9. Originalsalz war Tropic Marin Classic und jetzt WW mache ich mit ReefCrystals.

    Gruß,
    Adrian

    2 Mal editiert, zuletzt von Adrian Golumbovici (22. Januar 2007 um 16:46)

  • Zitat

    Original von Riffbarsch
    Bei regelmässigem Wasserwechsel stellt sich im Laufe der Zeit immer irgendein höchster Wert ein, der dann nicht mehr steigt. Hier mal ein Beispiel.

    Annahmen:
    Aquarieninhalt: 500 Liter, Wasserwechsel nitratfrei wöchentlich 5%, Nitratkonzentration im AQ 10 mg/l, Nitratzuwachs durch Fütterung pro Woche 1 mg/l.

    Ergebnis:
    in der 10. Woche ist das Nitrat auf 13,3 mg/l gestiegen, nach einem halben Jahr auf 16,5 mg/l, nach einem Jahr auf 18,3 mg/l und nach zwei Jahren stabilisiert sich der Wert auf ca. 19,5 mg/l

    Wenn jetzt wöchentlich nicht 5% sondern 10% WW gemacht würde, wären die Werte
    nach 10 Wochen bei 9,4 mg/l, nach 6 Monaten bei 9,07 mg/l, nach einem Jahr bei 9 mg/l und nach zwei Jahren ebenfalls bei 9 mg/l.

    Hier noch einmal die Aussage illustriert, dann kann man das Stabilisieren bei einem Wert besser verstehen:

  • Stabilisiert sich der Wert egal wie viel NO3 oder PO4 durch Futtern rein kommt? Wahrscheinlich nicht, oder?

    Gruß,
    Adrian

  • Irgendwo pendelt sich immer ein Maximalwert ein. Manchmal allerdings in schwindelerregenden Höhen.

    Angenommen die sonstigen Eckdaten von oben, 5% WW pro Woche, aber eine wöchentliche Zunahme von 10 mg/l NO[T]3[/T], dann wird am Ende des ersten Jahres ein Wert von 176 mg/l erreicht, nach zwei Jahren 189 mg/l und nach 5 Jahren 190 mg/l.

    Bei einer wöchentlichen Zunahme von 20 mg/l sind es nach 6 Monaten 352 mg/l, nach einem Jahr 442 mg/l, nach 2 Jahren 472 mg/l, nach 5 Jahren 475 mg/l.

    Auch interessant ist es, mal kleine wöchentliche Zuwachsraten zu betrachten. Bei + 0,1 mg/l und 5% wöchentlichem WW pendelt sich der Endwert nach etwa 1,5 Jahren bei 1,9 mg/l ein, bei 10%igem WW kommt er bei etwa 0,9 mg/l zur Ruhe.

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