Abschäumer im Intervallbetrieb ?

  • Hallo Forum, hab versucht mich kurz zu fassen, was leider nur bedingt funktioniert hat, wäre schön wenn sich trotzdem jemand kurz meines Problems annehmen könnte.

    Ich befinde mich derzeit in der Planungsphase für mein Becken, es soll ein 300L Becken mit einem 96 L Refugium werden.
    Diesbezüglich stellt sich mir nun nicht nur die magische Frage nach dem Abschäumer sondern vor allem die Frage danach, wie dieser geeigneter weise zu betreiben ist.

    Hintergrund: Langfristig würde ich gerne eine Reihe filtrierender Tiere pflegen, also Schwämme, Muscheln, Seescheiden, Röhrenwürmer, diverse Krabben etc.
    Nun, mittlerweile hab ich mich durch das leichter verfügbare Material, das man so auf den einschlägigen Seiten dazu findet, gekämpft und dabei ist mir nun folgende Frage in den Sinn gekommen, die zwar wahrscheinlich recht trivial ist, die allerdings nirgendwo mal expliziet angesprochen/diskutiert wurde:

    Kann ich einen Abschäumer einfach in etwas größerer Dimension wählen (z.B. Cyclon, oder auch Knop Maxi 1, beide wären für mich interessant) und diesen in den Fütterungszeiten einfach für 2Std. abschalten, oder dauert es dann jeweils wieder Ewigkeiten bis die Schäumer ihren Betrieb aufnehmen ?
    Damit könnte man ja zumindest sicherstellen, dass der Löwenanteil des Futters auch wenigstens von irgendwem verspeist werden kann, bevor der Überschuss im Abschäumer landet.
    Mit welchem Abschäumer ist das möglich oder hat da jemand Erfahrunswerte ?

    Größere Dimensionen einfach, da die Belastung für das Wasser durch das Staubfutter ja entsprechend hoch sein soll und wenn dazu noch Betriebspausen kommen, muss der Abschäumer entsprechend mehr rausholen wenn er läuft, so meine einfach gestrickte Theorie.

    Ausserdem ist mir mehrfach die Behauptung begegnet, dass reine Luftabschäumer für ein Becken mit filtrierenden Organismen besser sein sollen. Kann dazu jemand Stellung nehmen ?

    Meine wahl ist derzeit auf den Cyclon, den Knop Maxi 1 oder den Tunze 9010 beschränkt, unter der Maßgabe, dass sich obige Annahme als richtig herausstellen könnte, ansonsten bin ich für alle Vorschläge offen.

  • Hi Galgenstrick-
    trauriger Name- ,nimm den Tunze. Ich habe auch einen und noch nie Futter im Schaumtopf gefunden. Den kannst du rund um die Uhr, ohne Probleme, laufen lassen.
    Gruß Heinz

  • Hallo Fabian,

    im Intervallbetrieb kannst du eigentlich jeden Abschäumer laufen lassen. Gewisse Anlaufprobleme gibt es eigentlich nur wenn er entweder ganz neu ist, oder aber du stark fetthaltiges Futter verfüttert hast.

    Ist dieses dein erstes Becken? Oder ein Zweitbecken/Spezialbecken.

    Im Prinzip kann der Abschäumer auch sehr schwach laufen, quasi für die Sauerstoffversorgung und ggf. Ozonisierung.

    Wenn das Refugium richtig eingerichtet ist, gut eingefahren, und der Besatz stimmt muß ein Abschäumer zwecks der Wasserreinigung nicht zwingend sein.

    Es gibt eine Reihe weiterer Parameter die ich für wichtiger halte. Besatz/Fütterung/Waserwechsel/Strömung etc.

    Grüße Thilo

  • HI Galgenstrick :smiling_face:

    Ich denke das der Abschäumer hier nur eine der Komponenten ist die wichtig erscheint.

    Die Sache ist ja die, welche Filtrierer planst du zu halten..?
    Nicht alle lassen sich mit Staubfutter halten ,bzw. braucht es auch dazu die richtige Mischung.

    Wer viel Füttert hat natürlich probeme (vor allem bei fettem Futter) das der Abschäumer nicht gut schäumt vor allem bei kurzen Futterintervallen.
    Eine Lösung im naturnahen Bereich wäre meiner Ansicht nach fast vorzuziehen (Jaubert, DSB MM) Du planst ja eh ein Refugium.

    Um mit einem Refugium bei heiklen Filtirern erfolg haben zu können
    im Bezug auf die Kleinstierchen, braucht es meiner Meinung nach ein Becken das mind. gleich gross oder grösser ist wie das Hauptbecken.
    Nur so wird man genug Nahrung aufbauen können oder muss dann dauernd Futter nachschütten.

    Wenn ich sehe das viel Leute Plankton ins Becken geben und denken das sie damit was bewegen, dann haben die meisten nichts gelernt.
    Egal wie die Zusatz Planktonarten so heissen. Sie reichen nicht annähernd. Dann lieber selber Plankton machen und davon dann deutlich mehr zugeben. Aber das nimmt ja eh keiner von den Filtrierern sondern dient den Keinstlebenwesen im Becken zum vermehrten Wachstum.

    Nur damit soviel Wachstum im Mirkomileu zu erzeugen das ein Becken davon wimmelt, und dann die Filtrierer einzig davon leben können, ich habe das bis heute noch nicht erlebt :smiling_face:

    So würde ich mir eher um Futter, (wer frisst was) Strömung (manche liebens Laminar) und Abbau (Abschäumer oder halt die alternativen Systeme, Gelbstoffe - ein sehr wichtiges Thema bei viel Futterzugabe, Po4 und No3 ) Gedanken machen.

    Das ganz is nur ein Ansatz, Abschäumer kann funktionieren, kommt auf die Mengen der Zugaben und Intervalle an. Wenn ich aber alle zwei Stunden futter zuführe halt ich enen Abschäumer für nutzlos und evtl sogar kontraproduktiv.

    Evtl geht es auch wenn man den Abschäumer dermassen überdimensioniert das er in der kurzen Zeit der Futterpausen noch was rausholt... Aber hier fehlt mir die Erfahrung im Bezug auf die Reaktion der einzelnen Schäumer auf bestimmte Futtergaben.

  • Hallo alle zusammen :smiling_face:

    Erstmal danke für die Anregungen. Das Refugium soll(te) eigentlich primär dazu dienen Kleinsttierchen Raum zu bieten.
    Geplant war, den Bodengrund als Jaubertboden einzurichten. Die Größe
    liegt dann ja bei ca. 1/3 des Hauptbeckens, bei meinen Recherchen ist mir immer wieder etwas in der Dimension begegnet, sprich irgendwas zwischen 1/2 bis 1/3 der Bodengrundfläche des Hauptbeckens.

    Bzgl. der Nahrungsgewinnung aus dem Refugium gab es einen ,für meine Begriffe, guten Artikel auf der Homepage von DT, dort wurde nun zustäzlich expliziet darauf verwiesen, dass bestände an Makroalgen sich ebenfalls recht förderlich auswirken.
    Für meinen Teil wollte ich ne Bodendeckende Drahtalge einsetzen, sowie Caulerpa, allerdings vorzugsweise auf kleinen Ablegersteinen, das Zeug soll sich ja sonst in so ziemlich allem festwurzeln.

    Planktonzucht ist ebenfalls in die Überlegeung einbezogen, soll zumindest langfristig direkt ins Refugium in das Algendickicht geleitet werden, um dort als Nahrungsquelle zu dienen. Ich hab mir dazu mal die entsprechende Ausgabe der "Koralle" besorgt und diverse andere Artikel gelesen. Denke das sollte eigentlich machbar sein. Bei nem kleinen Kulturbecken und 10% entnahme pro Tag Nanocl.Sal. kommt man da doch schon auf recht beachtliche Lieterzahlen. Durch ein 54 mikrometer Netz könnte man entsprechende Wassermengen nach dem UV-Klärer abnehmen und in die Kultur einleiten, so dass man quasi belastetes Beckenwasser zur Klärung und ernährung einbringt. Bin da noch am entwurf von etwas entsprechenden das keine 900 € kostet und das Risiko des zusammenbruchen minimiert. :grinning_squinting_face:

    Insgesammt ist es den Verusch wert. Staubfuttersorten gibt es ja mittlerweile eine Reihe.
    Damit das nicht falsch verstanden wird, ich plane eigentlich erstmal das Becken ganz normal anzufahren, ein paar weichkorallen oder ähnlich robustes einzusetzen und mir dann die entwicklung des Refugiums anzuschaun, bevor ich an ensprechenden Besatz denke.
    Das man nur mit einem Refugium ein Bekcen ernähren kann halte ich aber auch für unwahrscheinlich, wenn nicht gar unmöglich, dass also zufüttern angesagt ist, davon gehe ich mal sehr stark aus.

    Auf die idee mit dem Abschäumer kahm ich eigentlich durch einen entsprechenden Artikel von Frank Diel, der ein ähnliches Konzept für ein Filtriererbecken anstrebte, allerdings ging es dabei wohl eher um Gorgonien.

    Wenn ich das also mal so zusammenfassen darf, ist das mittel der Wahl also die Biologische Lösung des Problems ? Nagut, dann wirds wohl nen Jaubert werden, nen Abschäumer werde ich alledings wohl trotzdem ins System stecken, erscheint mir einfach sicherer.

    Um noch eingige Fragen zu beantworten, ja das ist mein erstes Becken.
    Nun Futter sollte man wohl mit den diversen Ultra-Produkten abdecken können. Was Gelbstoffe angeht, Ozon sollte helfen, auch dafür währe nen Luftabschäumer sicher ganz gut, Menge müsste man mal probieren, denke so stundenweise 3mg sind anzupeilen, bei ca. 400L Wasservolumen.
    Was Strömung betrifft: 2 Marea in Wirbelströmung sowie 2000L Rückförderung vom Refugium ins Hauptbecken, wird wohl noch über nen Strömungskreisel verteilt, dass kann man wärend des Anfahrens ja noch halbwegs austesten.
    Bzgl. der laminaren Strömung, es ist mir schleierhaft wie eine Pumpe wie Beispielsweise eine Tunze mit 6000L / Stunde eine laminare Strömung erzeugen will. Rein rechnerisch ist die Strömung am Pumpenauslass Turbulent, die entsprechende Kennzahl liegt um den Faktor 3000 zu hoch.
    Allerdings hat Tunze dazu sicher eine ganz eigene Theorie. :wink

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!