Wie wird Schwefelnitratfilter installiert?

  • Hallo,

    ich habe mir einen Schwefelnitratfilter der Firma Aqua Ligth zugelegt.

    Meine Frage ist: Wie wird ein solcher Filter bei einem Aquarium ohne Unterschrankbecken, also mit rückwärtiger Technik, wie beim Percula,installiert und sicher betrieben?

    Bin jetzt ein bischen unsicher geworden, wegen dem aArtikel im Forum, wo davon die Rede war, dass der gleiche Filter Schwefelwasserstoff produziert. Alles was ich bis jetzt über die Schwefelfilter gelesen habe, war positiv. Sind die Dinger doch unsicher im Betrieb? Weil jemand von einer Zeitbombe sprach. Man hat diese Art doch wegen der grösseren Sicherheit im Gegensatz zu den alten Filtern entwickelt, wo die Bakterien gefüttert werden müssen oder?

    Auf jeden Fall komme ich mit den Erklärungen in der beschreibung nicht zurecht. Es wäre gut, wenn mir jemand helfen könnte.


    Danke im Voraus


    Gruss Thomas Wenk

  • Hallo Thomas,

    Zitat

    Original von Thomas Wenk
    Hallo,

    ich habe mir einen Schwefelnitratfilter der Firma Aqua Ligth zugelegt.

    Meine Frage ist: Wie wird ein solcher Filter bei einem Aquarium ohne Unterschrankbecken, also mit rückwärtiger Technik, wie beim Percula,installiert und sicher betrieben?

    Bin jetzt ein bischen unsicher geworden, wegen dem aArtikel im Forum, wo davon die Rede war, dass der gleiche Filter Schwefelwasserstoff produziert. Alles was ich bis jetzt über die Schwefelfilter gelesen habe, war positiv. Sind die Dinger doch unsicher im Betrieb? Weil jemand von einer Zeitbombe sprach. Man hat diese Art doch wegen der grösseren Sicherheit im Gegensatz zu den alten Filtern entwickelt, wo die Bakterien gefüttert werden müssen oder?

    Auf jeden Fall komme ich mit den Erklärungen in der beschreibung nicht zurecht. Es wäre gut, wenn mir jemand helfen könnte.

    ersteinmal die Antwort zum Betrieb. Wie groß ist der Schwefelnitratfilter? Kannst du von irgendwo einen Bypass zum Schwefelnitratfilter legen z.B. vom Auslauf des Abschäumers? Der Durchfluss durch den Filter sollte möglichst gering sein, damit die Bakterien sich a) ersteinmal entwickeln können und b) anschliessend genug Zeit haben das Nitrat abzubauen (vielleicht 1L/h). In der ersten Zeit entsteht Nitrit, da die Baks noch nicht auf Hochtouren arbeiten (Nitratmessung beim vorhandenen Nitrit ist nicht möglich). Erst wenn kein Nitrit im Auslauf mehr vorhanden ist kannst du den Nitratwert des Auslaufwassers messen. Wenn auch kein Nitrat im Auslauf ist kannst du LANGSAM die Durchflussmenge erhöhen (immer Nitrat messen).

    Nun zu deiner zweiten Frage. Das die Baks NICHT gefüttert werden müssen ist ja Wurzel allen Übels. Solange noch genug Nitrat vorhanden ist, kommt es auch zu keinerlei Problemen. Erst wenn kein Nitrat mehr da ist (oder nicht für alle ausreicht) wird von den Baks, da sie ja noch Unmengen an Nahrung haben, das Sulfat zur Atmung rangezogen, worauf dann Schwefelwasserstoff entsteht. Vermutlich sind die mitunter nachgeschalteten "Carbonatbehälter" dazu da den Schwefelwasserstoff zu neutralisieren (das ist aber eine reine Vermutung).

    Ich hoffe ich konnte alle Unklarheiten beseitigen.

    Gruss,
    Carsten

  • Hallo ihr beiden,

    das mit dem Anschluß an den Abschäumer ist keine gute Idee, da das Wasser viel zu viel Sauerstoff enthält.

    Das H2S über Korallenbruch abgebaut wird ist ein guter Witz. :grinning_squinting_face:
    Wenn kein Nitrat mehr im Wasser ist stellen die Bakterien ihren Stoffwechsel um und verartmen SO4, daraus entsteht H2S. H2S hat eine sehr geringe Geruchsschwelle. Sobald man etwas riecht sollte man etwas dagegen tun, da besteht noch keine größere Gefahr für die Tiere.

    Wenn der Nitrat-Wert sinkt reduziert sich auch die populations-Dichte der Bakterien. So das der Reaktor auch immer weniger abbaut.

    mfg Stephan

  • Hi,

    Zitat

    Original von Stephan P
    Hallo ihr beiden,

    das mit dem Anschluß an den Abschäumer ist keine gute Idee, da das Wasser viel zu viel Sauerstoff enthält.

    Das H2S über Korallenbruch abgebaut wird ist ein guter Witz. :grinning_squinting_face:
    Wenn kein Nitrat mehr im Wasser ist stellen die Bakterien ihren Stoffwechsel um und verartmen SO4, daraus entsteht H2S. H2S hat eine sehr geringe Geruchsschwelle. Sobald man etwas riecht sollte man etwas dagegen tun, da besteht noch keine größere Gefahr für die Tiere.

    Wenn der Nitrat-Wert sinkt reduziert sich auch die populations-Dichte der Bakterien. So das der Reaktor auch immer weniger abbaut.

    mfg Stephan

    stimmt, die Sache mit dem Abschäumer ist keine so gute Idee und mit den Korallenbruch lag ich auch falsch (shame on me). Auf jeden Fall sollte irgendwo ein Bypass installiert werden.

    Der Beschreibung nach ist das mit dem Schwefelnitratfilter ja auch nicht so leicht (anstatt die Nahrung zu steuern muss der Durchfluss den Nitratwerten angepasst werden; die Schwefelfüllung kontrolliert werden, da ja Nahrung und Besiedlungssubstrat). Und das soll leichter sein?

    Wie kommst du darauf, dass bei sinkendem Nitratwert die Bakteriendicht abnimmt? Eigentlich besteht doch kein Grund dafür. Oder?

    Gruss,
    Carsten

  • Carsten,

    die armen kleinen Viecher verhungern. Das ist halt so in der Natur, wenn´s nix mehr zu fressen gibt. Das ist nicht ganz so krass da sie auch SO4 zur Verartmung verwenden können, dabei bleibt aber weniger Enerie für die Bakterie über -> unwirtschaftlicher.

    Ich fahre den Filter schon über 1,5 Jahre in mehreren Becken, und hatte noch nie schwerwiegende Probleme damit. Du hast ja eigentlich Recht mit der Aussage das man den Durchfluß steuert (bessergesagt den Volumenstrom), aber das ist mir lieber als sich auch noch um die Fütterung kümmern zu müssen.

    mfg Stephan

  • Hallo Stephan,

    Zitat

    Original von Stephan P
    Carsten,

    die armen kleinen Viecher verhungern. Das ist halt so in der Natur, wenn´s nix mehr zu fressen gibt. Das ist nicht ganz so krass da sie auch SO4 zur Verartmung verwenden können, dabei bleibt aber weniger Enerie für die Bakterie über -> unwirtschaftlicher.

    Ich fahre den Filter schon über 1,5 Jahre in mehreren Becken, und hatte noch nie schwerwiegende Probleme damit. Du hast ja eigentlich Recht mit der Aussage das man den Durchfluß steuert (bessergesagt den Volumenstrom), aber das ist mir lieber als sich auch noch um die Fütterung kümmern zu müssen.

    mfg Stephan

    wie können die verhungern? Ich dachte eigentlich immer das der Schwefel die Nahrung darstellt und das Nitrat (oder später das Sulfat) zur Atmung verwendet wird (-> Nahrung im Überfluss. Oder?)

    Mich würde mal interessieren wie du den Durchfluss steuerst. Manuel oder automatisch. Ich betreibe seit einiger Zeit einen Wodkafilter Marke "Eigenbau" und die Fütterung erfolgt mittels einer Dosierpumpe, die über den Redoxwert im Filter gesteuert wird. Der "Alkoholvorrat" beträgt 5L und damit läuft das ganze mehrere Monat ohne das ich irgendetwas machen muss (der Durchfluss ist konstant). Die verabreichte Menge ist abhängig vom Nitratgehalt des Wassers.

    Gruss,
    Carsten

  • Carsten,

    da muß ich mich leider korregieren nicht verhungert sondern erstickt, aber tot ist halt tot.

    Der Filter wird im Bypass der Förderpumpe gefahren, den Durchfluß drossele ich am Ausgang. Das läuft besser als zu anfang da hab ich den Eingang gedrosselt.
    Wobei ich sagen muß das ich einen extrem geringen Durchfluß fahre (letzte Messung ca.30 pro Tag), bei diesem Wert bleibt das Becken bei Werten von gegen Null. Ich werde den Filter am WE entfernen.

    mfg Stephan

    PS: Hauptsache die Fischis haben immer genug zu trinken. :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face:

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