Tier oder Pflanze?

  • Hallo Leute,

    Ich weiß das ist mal wieder 'off topic', aber ich frage trotzdem mal.

    Ich habe immer mal wieder Besucher vor meinem Becken stehen, die dann sagen 'Oh, das sind aber schöne Pflanzen’. Wenn ich dann sage 'Nein, das sind alles Tiere – Anemonen, Korallen und Schwämme.', dann kommt garantiert immer die Frage 'Wieso sind das Tiere?'

    Mit einer Erklärung tue ich mich dann immer etwas schwer. Ich kann mich zwar schwach an eine Definition aus dem Biologieunterricht erinnern. Aber das war damals mehr auf dem Niveau von 'Bienen und Blumen'.

    Kann mir jemand eine Definition geben, die man auch auf Korallen, Schwämme und Anemonen anwenden kann, und welche die Grenze zwischen Tieren und Pflanzen aufzeigt?
    Gibt es eigentlich 'Grenzgänger', also Organismen bei denen sich die Wissenschaft nicht klar ist ob Tier oder Pflanze?

    Hier sind unsere Biologen gefragt.

    Danke und Gruß
    Steffen

  • Hallo Steffen eigentlch ganz einfach


    per Definition sind alles Tiere die keine Chloroplasten in den Zellen haben.

    noch einfacher alles was kein Chlorophyll in den Zellen hat sind Tiere

    Pflanzen haben immer Chlorophyll.

    eine Ausnahme sind die Pilze sie sind weder noch.

    Tier und Pflanzenzellen sind auch etwas anderes aufgebaut .

    aber zur Erklärung müsste es reichen

    Sehr viele Korallen sind aber auch Tierkolonien
    also eher Richtung Ameisenhaufen auch wenn sehr weit hergeholt ist


    Schöne Grüsse Claude

  • Hallo Steffen,
    zum einen, wie Claude bereits gesagt hat:
    Pflanzen sind autotroph (d.h. sie nutzen ihre Chloroplasten zur Produktion von organischen Verbindungen aus CO2, Wasser und Licht. Tiere sind heterotroph. Sie verbrauchen organische Molekule und geben nach der Verstoffwechslung CO2 ab. Ausnahmen sind bereits angesprochen.

    Außerdem u.a. noch:
    Pflanzenzellen haben Vakuolen und Zellwände, tierische Zellen nicht.
    Bauplan der Anemonen und Korallen: 2 Epithelien (Ekto- und Endoderm), typische tierische Zelltypen wie Nerven- und Muskelzellen, es gibt einen Gastralraum, eine Art primitiver Magen, in dem die Verdauung stattfindet (Nahrungsaufnahme!-> gut, das können die "fleischfressenden Pflanzen" auch, ist aber eine sekundäre Adaptation). So etwas findet man bei Pflanzen nicht.

    Schwämme sind noch etwas primitiver, aber die Prinzipien gelten auch hier.

    Schließlich: Pflanzen bewegen sich nicht aktiv, es sei denn mittels Mechanismen, die durch Änderung des Turgordrucks (Wasserdruck in den Zellen) ablaufen. Tiere bewegen sich durch Muskel(zell)kontraktion. Bewegungsverlust bei Tieren ist immer sekundär.

    Es gibt sicherlich noch eine ganze Menge weitere Unterschiede, aber dieses waren die wichtigsten (falls ich nichts vergessen habe).

    Das Problem ist sicherlich, diese oftmals nicht offensichtlichen Dinge Leuten mitzuteilen, die sich mit der Biologie noch nicht beschäftigt haben. Da muß man vielleicht damit argumentieren, daß das die bestimmte Koralle, die halt aussieht wie eine Pflanze, früher schon genauer untersucht und entsprechend klassifiziert wurde.

    Grüße
    Matthias

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