Dinoflagellaten????????

  • Hallo,

    Seit vielen Monaten nun kämpfe ich schon mit braunen Belägen im Becken. Habe es bisher immer auf Silikat geschoben (welchen Test kann man schon vertrauen :winking_face: ), obwohl keines nachweisen konnte. Nun waren wir zwei Wochen im Urlaub und mich traff fast der Schlag. Gestein und Bodengrund sind vollständig mit einer dicken Schicht überzogen. Blumentiere gehen immer mehr zurück. Das gesamte Becken ist mit einem braunen Schleier überzogen, welcher mit unzähligen Blasen übersät ist.

    Vor einigen Monaten, versuchte ich es mit dreitägiger Abduklung, was auch einen enormen Erfolg brachte (leider nicht für alle Steinkorallen :frowning_face: ). Nun aber sieht das Becken wieder sehr schlimm aus. Auch eine Behandlung mit Easy Life brachte hier keinen Erfolg.


    Um endgültig nun in Erfahrung zu bringen, was sich da im Becken so rassand entwickelt, besorgte ich mir ein Mikroskop. Nach dem Bericht von Harald und Sabine Mülder tippe ich auf Dinoflagellaten, aber sind es wirklich welche oder handelt es sich hier um die braune Pest (Goldalge)? :confused_face:

    Im Vorraus schonmal vielen Dank!!!


    Viele Grüße
    Sven D.

  • Hallo Sven,
    das sind ganz eindeutig Dinos, sie sind ja auch sicher beweglich gewesen unter dem Mikroskop.( tolle Fotos)

    Goldalgen bewegen sich nicht , sind kleiner und meist in einer Art gallertigen Masse.

    Ich denke, da hilft nur absaugen und Algenex Behandlung.
    Oder nochmals mit abdunkeln, nur ich denke das wird nicht so ganz klappen.
    Ich habe mal eine Probe aus Wien bekommne, die war 1 Woche unterwegs und sie lebten noch und waren munter. :st:

  • Hi Sven,

    was für ein Mikroskop ist das, welche Vergrößerung und womit aufgenommen? Ach ja und wie teuer ?

    Sind wirklich sehr gute Fotos geworden.

    mfg Uwe

  • Hallo Sabine,

    danke erstmal für die schnelle Antwort. Wollte Euch eigentlich schon viel früher eine PN schicken, mit der Bitte ob ich Euch mal eine Probe zusenden kann. Aber dachte, nach drei Tagen wäre die Probe dann nicht mehr zu gebrauchen (Da damals in den drei Tagen die Abdunklung gut geholfen hatte). Nur würde ich heute niemanden mehr raten eine Abdunklung vorzunehmen, wenn er Steinkorallen pflegt!!!
    Habe dadurch etliche Korallen verloren. Woran es nun genau gelegen hat, kann ich nicht eindeutig sagen. Aber sicher hat der Lichtenzug mit dazu beigetragen. Auch ein zuschneller Anstieg des Nitratwertes von n.n. auf 50 mg/l, bedingt durch das Absterben der Dinoflagellaten, ist hier mit zu zurechnen.

    Ja, einige bewegten sich sehr schnell, was sehr faszinierend anzusehen war, da ich damit nicht gerechnet hatte.

    Von Michael habe ich schon das Algen-Ex im Einsatz. Heute die zweite Dosis Abends zugegeben. Beleuchtung auf 6 Stunden eingestellt. Abgesaugt habe ich diesmal nicht. Hoffe aber, das sich dadurch nicht garzusehr das Beckenmilieu ändert. Hätte sonst ja Unmengen von Nachfüllwasser (Osmose versetzt mit Salz) wieder auffüllen müssen, bei der Menge Algen und somit kommen dann ja wieder viele neue Mineralstoffe den Dinos zugute.

    Hoffe nun, dass ich mit Michaels Algen-Ex das Problem endlich in den Griff bekomme.

    Spurenelementelösungen sollen ja wärend der Behandlung nicht weiter zugegeben werden. Wie sieht es mit extra Strontiumzugaben und Aminosäuren aus??? Sollte auch von einer Fütterung mit Cyclop Eeze Abgesehen werden ???
    Na. vieleicht meldet sich Michael nochmal und kann dazu was sagen. Ansonsten frage ich ihn nochmal persönlich.

    Tschau
    Sven D.

    Einmal editiert, zuletzt von Sven D. (7. November 2004 um 00:56)

  • Hallo Uwe,

    leider kann ich Dir im Moment keine befriedigende Antwort geben, da das Mikroskop von einer Schule geliehen war. :frowning_face:
    Meine Lebensgefährtin erkundigt sich aber nochmal. Wir glauben aber kaum, dass sich konkrete Angaben machen lassen. Aber werde mich dann nochmal melden, wenn ich definitive Ausagen habe!!!

    Das Mikroskop hatte jedenfalls drei Brennweiten zur Verfügung. Wobei die letzte Vergrößerung nicht funktionierte. Sobald man etwas sehen konnte, setzte die Linse auf dem Objektträger auf. Mit der mittleren Vergrößerung konnte man aber rechtgut die Dinos erkennen. Der Objektträger wurde mit einer Lampe von unten angestrahlt. Mit einer 5-stufigen Lichteinfallsregulierung, konnte man die Dinos sehrgut ausleuchten. Wobei nicht immer die hellste Ausleuchtung die besten Ergebnisse brachte.

    Mit einer Digitalkammera habe ich dann etwas herum experimentiert. Durch optischen und digitalen Zoom im Makrobereich, verschiedene ISO-Werteinstellungen, Belichtungszeit u.s.w., kamen dann einige gute Bilder zustande. Geduld und viel Zeit brauchte ich schon. Ein gutes Bildbearbeitungsprogramm gab den Bildern dann den letzten Schliff. :winking_face:

    Tschau
    Sven D.

    Einmal editiert, zuletzt von Sven D. (7. November 2004 um 01:23)

  • Hallo,
    kann mich nur Robert anschließen, erstmal nichts an Zugaben, damit päppelst du sie nur wiedder auf.
    Ich würde eventuell noch einen Schnellfilter ins Becken hängen, um die absterbenden Zellen auszufiltern. Aber täglich die Watte wechseln. Und den Abschäumer auf volle Leistung.

  • Hallo erst einmal zusammen,

    Bin neu in diesem Forum, lese aber schon eine ganze Weile mit.
    Dieser Beitrag hatte mich dann doch animiert mich im Forum anzumelden.
    Aber nun zum Thema:

    Treten Probleme mit der Massenentwicklung bestimmter niederer Organismen insbesondere Einzeller auf, stimmt irgend etwas am Gesamtmilieu nicht.

    Demnach wäre es wichtig genau das zu tun was du in deiner Antwort erwähnst und nicht willst, eben das Beckenmilieu ändern.

    Dinoflagelaten nehmen systematisch eine Stellung zwischen Tier und Pflanze ein und haben die unangenehme Eigenschaft, dass sie sich von organischen Stoffen (Dissimilation) wie auch anorganischen Stoffen (Assimilation) ernähren können. Dadurch sind Sie extrem anpassungsfähig. Allerdings können die Dinos längerfristig nicht ohne organischen Input auskommen.
    Ein Lichtentzug wird nach meiner Ansicht kaum langfristig wirken da die Dinos dann auf organische Stoffe umschalten und bei erneutem Licht sprunghaft sichtbar werden.

    Da ich ein Gegner von jeglichen chemischen Keulen bin hier meine Empfehlung:
    Schlüssel zu einer langfristigen Bekämpfung sehe ich eher in einer Reduzierung der gelösten organischen Substanz im Wasser einhergehend mit einer Veränderung der Beleuchtung.
    Praktisch bedeutet das: Wasser über UV leiten (Verbrennung der organischen Substanz und Abtöten von Sporen), Abschäumer auf maximale Leistung und Reduzierung des Rotanteils in der Beckenbeleuchtung (mit zunehmendem Alter der Leuchtmittel steigt der Rotanteil im Spektrum). Häufiger, aber kleinere Wasserwechsel und wie bereits in einem Beitrag erwähnt, absaugen, Strömung erhöhen und schnellfiltern.
    Gleichzeitig muss der Eintrag von organischer Substanz in das Becken reduziert werden (Fütterung und ähnliches). Dabei sind auch die Quellen zu beachten die sich bereits im Kreislauf befinden (biol. Filter u.ä.).
    Wenn die Dinos nach ca. 2 Wochen am Abnehmen sind, das absaugen durch abblasen mit einem Wasserstrahl ersetzen, eine gute Schnellfilterung vorausgesetzt. Das fördert auch das Wohlbefinden aller der Organismen die durch die Dinos überwachsen wurden und werden.
    Das Absaugen bzw. Abblasen sollte zu Beginn der Behandlung mind. alle zwei Tage passieren.

    Das Problem wird sich dann innerhalb der nächsten 8 Wochen lösen. Dann ist aber auch für immer Ruhe.

    3 Mal editiert, zuletzt von Johannes Peschke (7. November 2004 um 10:57)

  • Hallo Johannes :smiling_face:

    Sehr schön dich hier mit an Board zu haben, ich sehe du hast dir wirklich gedanken zu dem Thema gemacht.


    Ich gebe Dir in fast allen Punkten recht, ausser in einem. Je mehr man die Dinoflagellaten bekämpft desto mehr schienen sie bei uns zu wachsen. Jeder Tag abgesaugt, (kein sonderliches Rotspektrum in der Beleuchtung - damals 150 Watt HQI) was ja immer einen Wasserwechsel, wenn auch einen kleinen mit sich bringt, und das über ein halbes Jahr. Keine Zugaben nichst dergleichen. Je mehr man machte desto mehr wuchsen sie. Das ging soweit das 30 Minuten nach dem absaugen alles wieder voll war, das WAsser war sogar rostfarben.

    Es war ein echt schlimmer befall der immer schlimmer wurde. Wir standen damals kurz davor aufzuhören.

    Was wir dann damals rausgefunden haben, es lag am Silikat das im Becken vorherrsschte. Davon lebten die Dinos muter vor sich hin. Das war denen dann wurscht wenn wir sie absaugten ...

    Wenn ich dann alles was es heute gibt und bekannt ist in Summe zusammenzähle könnte deine Empfehlung sicherlich auch klappen. Reinstes Wasser, entzug von Silikat im wasser (gab es damals leider noch nicht wie heute ) einhergehend durch absaugen etc.

    Es ist halt so das wir heute wesentlich mehr wissen als früher... Zu der Zeit wusste man leider so gut wie nichts über die Thematik.

    Wenn ich dann in Summe alles das nehme was man machen muss um der Plage her zu werden, sehe ich die Gefahr das viele lieber das mittel reinschütten, als wie 8 Wochen jeden Tag absaugen und und und. Wobei ...gefahr, mir ist kein Fall bekannt wo das Mittel ein Problem verursacht hätte.
    Aber auch ich habe damals lange gesucht und nichts gefunden ausser diesem Zellgift.


    Ein sehr aufschlussreicher Beitrag für den ich mich bedanken möchte.

  • Hallo Sven
    Joannes hat ja schon sehr ausführlich geantwortet.
    Strontium gib ruhig weiter zu. Achte auch auf einn korekten Magnesium und Kalzium Wert.
    Lass den PH Wert eher hoch eingestellt und vermeide Co[T]2[/T] zugabe.
    Aminosäuren sowie andere Spurenelemente sind erstmal tabu.


    Robert
    Kieselsäüre ist bestimmt ein Faktor bei dieser Plage. Jedoch kann ich mir vorstellen dass die Panzergeißler sich auch von Diatomeen ernähren.

    Johannes
    Herzlich wilkommen hier im Forum.
    Dein Beitrag ist sehr interessant auch gerade mit dem Rotlichtanteil.
    Jedoch stehe ich auf dem Standpunkt dass Dinoflagellaten wie eine Infektion zu betrachten sind.
    Nach dem Einschleppen entscheidet sich ob das Aquarium Millieu die Dinoflagellaten unterdrücken kann oder ob es zu einer Starken Vermehrung im System kommt. Wenn sie sich erstmal etabliert haben wird eine Millieuveränderung nicht aleine ausreichen. Man muss an ihre Lebensgrundlage gehen und dass von mehreren Seiten.
    Erst wenn gar nichts mehr hilft dann ist das Algenex angesagt. Viele Aussagen von betroffenen war dass es sehr gut verträglich ist.
    Aber was es genau ist sagt ja keiner, deshalb bin ich auch immer skeptisch.

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