• Hallo Harry :winking_face:

    am Samstag habe ich einen Centropyge flavisimuss eingesetzt um mit meinem bereits vorhanden ein Paar zu bilden. Beim Hänler (Franz . Grenze - der Große) schwamm das Tiere fit herum und beäuge jeden Besucher interessiert.

    Zu Hause ging er erst mal in Deckung zupfte aber vorischt hier und da. Gestern war er dann draußen und oh Schreck er sah gar nicht gut aus.

    - leicht Schwellung am Körper
    - Unterhalb der Rückenflosse eine rötlich Stelle
    - Hektisch nervöses Schwimmen
    - leicht erhöht Atmefrequence

    Ich ahnte böses und hab erstmal das becken vom Kreislauf genommen und UV angeschlossen.

    Die Frage ist jetzt was ich mir da eingefangen habe, oib die UV hilft und wie ich ein ausbreiten verhindern kann ??

    Der Zwergkaiser ist in dieser Nahct gestorben - für ihn war jede Rettung zu spät.

    Dies ist das erste Mal das ich persönlich einen so schnellen Krankheitsverlauf habe.

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Hallo Peter

    Ich schicke Dir eine PN, da ich selbst das Medikament nicht kenne. Kann dir aber jemanden empfehlen der sich gut damit auskennt.

    Ist aber seit ungefähr 8 Monaten so das immer öfter Vibrionen auftreten...

  • Hallo Peter

    Wie du es beschreibst hört es sich sehr nach einer Infektion mit einer Vibrionenart an.
    Auch der Verlauf ist typisch. Erst Samstag habe ich in einem Problemfall 4 Fische seziert alle hatten hochgradig Vibrionen. Ein Amphibrion zeigte noch nicht mal äussere infektionsanzeichen. Die Leber war aber hochgradig befallen was man im Leberquetschpräparat gut sehen konnte. Er hatte innere Blutungen. Die ganze Bauchhöle war gefüllt mit ungeronnenem Blut das sich schwarz verfärbte.

    Im freien Wasser sind diese Keime nicht nachweisbar gewesen.
    Wir haben die Fische dann mit Antibiotika behandelt.
    Jedoch muss man wissen dass diese perakut verlaufende Form der Infektion in dem Stadium in dem man was merkt kaum noch therapeutisch zu beeinflussen ist.
    Dass liegt daran dass diese Fischpathogenen Vibrionen starke toxine bilden die dann zu Organversagen führen.

    Ich denke dass Vibrionen bei den meisten tödlich verlaufenden Fischverlusten eine Rolle spielt gerade bei neu eingesetzten Fischen. Der alte Besatz muss nicht immer mit betroffen sein wenn die Bakterien schon länger im Aquarium sind und diese Fische eine gute Immunität gegen diesen Keim ausgebildet haben.

    versuchsweise könnte man auch einen Impfstoff ausprobieren. Jedoch ist die Wirkung erst noch zu überprüfen. Er verbessert die Abwehrkräfte des Fisches erheblich. Jedoch muss damit noch experimentiert werden.

    Du hast wohl von Robert schon eine PN. Wenn du noch Fragen hast melde dich.

  • Hallo,

    habe ich das richtig verstanden, dass es ein Medikament gegen diese Keime gibt? Wenn sie im freien Wasser nicht nachweisbar sind, hilft eine UV- Lampe nicht, oder liege ich da falsch?

    Viele Grüße
    Christine

  • Hallo Christine

    Uv hilft leider nicht... leider. Was würde nur gehn wenn sich die Keime im Wasser befinden würden. Zur anderen frage kann ich leider nichts beisteuern da müsst schon Harry ran .-)

  • Hai Christine

    Mit sicherheit kommen sie auch im freien Wasser vor.
    Die Anlage wird nur intensiv mit UV und auch Ozon entkeimt und deshalb wurde Mikroskopisch keine Keime festgestellt. Das kann aber mit einer Mikrobiologischen Untersuchung anders aussehen.

    Medikamente gibt es, sogar recht gut wirkende. Das Problem ist halt nur der sehr schnelle Verlauf der Krankheit.
    Wenn du die ersten Anzeichen siehst ist es oftmals schon zu spät und es liegen meist schon irreversieble Organschäden vor.

    Deshalb liegt die einzige Hoffnung in der Prophylaxe.
    Und dazu gehört auf jeden Fall auch die Wasserentkeimung.
    Bei mir läuft eine 55 W UV Anlage mit.

  • Hallo Harald,

    inzwischen habe ich ein bisschen in der Humanmedizin nachgelesen (ist nicht allzuweit von Zahnmedizin entfernt ;)).

    Vibrionen scheinen sich im Meerwasser ja recht wohl zu fühlen.
    Angenommen, es besteht der Verdacht auf eine Infektion und die Zeit ist zu knapp für einen mikrobiologischen Nachweis- kann man einen Therapieversuch mit Tetracyclin machen ? Wie müsste man dosieren?

    Viele Grüße
    Christine

  • Hallo Christine

    Tetracycline ist ein Mittel der Wahl. Da aber im Meerwasser viel Kalzium vorhanden ist...du weisst schon.
    Ich gebe deshalb in diesen Fällen mit Oxytetracyklinen getränktes Futter(2,5 mg/1 gr Futter)
    Ansonsten habe ich bislang gute Erfolge mit Lincomycin gehabt.(0,5 gr/100 L)

  • Hallo zusammen,

    mir ist in den laufenden Treads so aufgefallen, dass ich eigentlich recht wenig über div. Krankheiten (v.a. wie sie sich äußern) und deren Bekämpfungsmöglichkeiten weiss. Über Cryptocarion wird ja sehr oft diskutiert, manchmal über dies, manchmal über das. Meine Frage geht hier eigentlich mehr an die Admins hier im Forum, bzw. evtl. auch einen Vorschlag für http://www.korallenriff.de.
    Wäre es nicht möglich, div. Fischkrankheiten in einer Art Lexikon darzustellen und Heilungsmöglichkeiten zu nennen? Ich meine da v.a. auch solche Varianten, die z.B. von Harald genannt werden und nicht irgend welche Fertigprodukte aus dem aquaristischen Handel.

    Was meint ihr?

    MfG Marcus

  • Hallo Harald, hallo Markus,

    Vielen Dank für die schnellen Antworten.

    Die Idee ,eine Art Lexikon für Fischkrankheiten aufzubauen, finde ich sehr überlegenswert, obwohl ich die Gefahr sehe, dass das zu falschen Diagnosen und entsprechend falschen Therapieversuchen mit evtl. schlimmem Ausgang führen kann.

    Wenn man bei einer Fischerkrankung hier im Forum um Rat fragt, besteht eher die Möglichkeit, dass man richtig beraten wird, weil im Zweifelsfall nochmal nachgefragt werden kann. Ferndiagnosen sind sowohl im Forum als auch über ein Lexikon schwierig.

    Auf jeden Fall finde ich es eine interessante Idee, über die nachgedacht werden sollte.

    Viele Grüße
    Christine

  • Hallo Christine,

    es ist und bleibt auch bei einer Forumsdiskussion eine Ferndiagnose, die falsch sein kann. Man kann ja aber immer noch nachfragen. Den Vorteil an einem Lexikon sehe ich vielmehr darin, dass man div. Krankheiten schnell erkennen kann und sich dann darum kümmern kann (auch hier im Forum). Oft ist es ja so, dass man erst die Lage bemerkt, "wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist"!

    MfG Marcus

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