Ionentauscher??

  • Hi zusammen,

    Ich weiß das Thema wurde schon öfters angeschnitten, habe auch den Artikel über den Vollentsalzer weiter unten gelesen.

    Trotzdem weiß ich im Moment nicht, wie ich mein Wasser weiterhin aufbereiten soll.

    Im Moment habe ich eine Umkehrosmose von AquaLight, da diese keine Silikate zurückhält habe ich danach eine kleine Säule mit etwas Harz (Eigenbau von Michael)

    Auf jeden Fall stört mich an der Osmose ist das Abwasser. Da ich leider keine Möglichkeit habe das "Abwasser" aufzufangen und damit Blumen zu giesen geht alles den Ausguß runter.
    Nochdazu haben wir gerade mal einen Leitungsdruck von 2 bar, was die Leistung der Osmose schon mindert.

    Ich möchte jetzt umsteigen auf Ionentauscher oder sowas in der Richtung.
    Die einen sagen ich brauche einen vollentsalzer, der nächste redet vom Ionentauscher der nächste vom Michbettfilter.

    Was brauch ich da genau???

    Und wer hat Erfahrungen mit sowas?

    Wahrscheinlich wird sich daraus kein finanzieller Vorteil ergeben, aber ich finde Wasserverschwendung trotzdem nicht so toll.

    Gruß
    Max

  • Hallo Max
    Wenn deine Osmose kein Silikat rausholt ist sie wohl kaputt. Eine intakte Osm. sollte schon den größten Teil an Silikat entfernen. Dann einen Feinstfilter nachschalten und du hast perfektes Wasser.
    Mit dem Abwasser hast du recht aber das läßt sich halt leider nicht vermeiden. Wenn du einen Harzfilter ohne Osm. betreibst ist dein Harz sehr schnell verbraucht und wenn du es dann regenerieren läßt kostet das mit Sicherheit genauso viel wie dein Abwasser.
    Gruß Frank

  • Hallo Max,

    ich habe lange Zeit mit Ionentauschern gearbeitet. Mit einer Anionen und einer Kationen Säule, also mit einem System zur Vollentsalzung.
    Prinzipiell ist das schon eine feine Sache, denn Du hast wie ja schon beschrieben kein Abwasser mehr und auch einen relativ zügigen Durchfluß.
    Regenerieren kannst Du die Säulen mit Natronlauge, bzw. mit Salzsäure . Da liegt schon das erste Problem ... wenn Du Dir ein zu kleines System kaufst, dann bist Du ständig am regenerieren und auch dabei hast Du einiges an "Spülwasser" was Du der Kanalisation zuführst ... auch mußt Du daran denken, dass Du das Spülwasser neutralisieren mußt bevor Du Sie wegkippst ....
    Ansonsten muß Dir klar sein, dass Du mit einem Ionentauscher keine Schwermetalle aus dem Wasser bekommst, was eine gute Osmoseanlage wenigstens teilweise kann.
    Soweit mir bekannt kannst Du einen Mischbettfilter zumindest nicht selber regenerieren.
    Mittlerweile bin ich auf eine Osmoseanlage umgestiegen. Gegen das Silikat kannst Du einen Reinstwasserfilter verwenden und schon solltest Du weiter keine Probleme mehr mit der Anlage haben ...
    Ich würde mir das gut überlegen ob Du wirklich umsteigen willst oder ob Du nicht nur einen Reinstwasserfilter als Zusatz für Deine Osmoseanlage kaufst.

    Grüße

  • Hallo Max,
    also ich arbeite schon immer mit einer Zweisäulenvollentsalzungsanlage und bin sehr zufrieden damit. Das von meinen Vorrednern angesprochene Problem ist, das viele sich die Säulen zu klein kaufen oder bauen. Ich habe bis vor einem Monat mit einer Anlage gearbeitet, die ein Harzvolumen von 2x10 Litern(Kationen- und Anionenharz) hatte, habe mir dann aber eine neue Anlage gebaut, genau auf mein Leitungswasser ausgerichtet, d.h. ich habe durch mehrere Test herausgefunden, welche Kationen-/Anionenanteile in meinem Leitungswasser vorhanden sind. Habe dann noch die Wassermenge die mann an kationenfreiem Wasser zum rückspülen, regenerieren und klarspülen der Anionensäule benötigt, dazugerechnet und daraus meine jetzige Anlage mit 22 Liter Kationenharz und 32 Liter Anionenharz gebaut, die ich bei dieser Größe nur ca 2-3 mal im Jahr regenerieren muß.
    Das mit den Schwermetallen ist auch bei einer Vollentsalzung kein so großes Problem, man muß nur ein Harz verwenden, das auch Schwermetallionen entfernt, wie z.B. MP 500.

    Cu Markus R.

  • HAllöchen,

    Es gibt im groben zwei verschiedene Ionenaustaucher:

    Anionen- und Kationenaustauscher. der eine tauscht Anionen (z.B. Chlorid, Sulfat...) gegen OH-Ionen aus.
    Der andere tauscht Kationen (z.B. Metallionen) gegen H-Ionen aus.
    Ein Vollentsalzer ist ein Ionenaustauscher, wo Anionen- und Kationenaustauscher gekoppelt (Zwei-Säulentechnik) oder gemischt (Mischbettfilter) sind.
    Die freiwerdenden OH- und H-Ionen verbinden sich zu H2O (Wasser).
    Wenn Du einen Vollentsalzer kaufst, solltest Du die Zwei-Säulenvariante nehmen, da man die einfacher regenerieren kann.
    Der Nachteil gegenüber einer Osmoseanlage ist der, dass beim Vollentsalzer keine Verbindungen zurückgehalten werden die nicht als Ion vorliegen (z.B. alle organischen Verbindungen, Chlor,.....). Kieselsäure und deren Salze (Silikate) werden sowieso nur von einem speziellen Filter entfernt.

    Die Ionenaustauscher würde ich nicht empfehlen, da das regenerieren der Dinger nur mit sehr aggressiven Mitteln geht (Salzsäure und Natronlauge).

    Ich nehme lieber die etwqas höhere Wasserrechnung in Kauf als unsere Umwelt mit noch mehr Chemikalien zu belasten.

    Tschüss

    MarkusS

  • Zitat

    Original von MarkusS
    Die Ionenaustauscher würde ich nicht empfehlen, da das regenerieren der Dinger nur mit sehr aggressiven Mitteln geht (Salzsäure und Natronlauge).

    Ich nehme lieber die etwqas höhere Wasserrechnung in Kauf als unsere Umwelt mit noch mehr Chemikalien zu belasten.

    Hi Markus,

    Salzsäure = HCl
    Natronlauge = NaOH
    Salzsäure + Natronlauge = Na + OH + H + Cl = NaCl + H2O = Kochsalz und Wasser = Hauptbestandteile von Meerwasser

    Soll das jetzt gefährlich für die Umwelt sein ?

  • Hallo Frank,

    vom Prinzip her bin ich schon Deiner Meinung. Was die Wasserverschwendung betrifft gibt es aber doch auch alternativen wie z.B. den Wasserkasten der Toilettenspülung mit dem Konzentrat zu füllen. Ich glaube nicht, daß dies ein technisches Problem darstellen dürfte. Auch zum Blumen/Pflanzengießen reicht es glaube ich noch aus. Nur den Kaffe sollte man nicht mit dem angereicherten Wasser machen aber Spaghetti wiederum kann man darin gar kochen. Wenn man nach Möglichkeiten sucht, fallen einem bestimmt noch mehr Dinge des täglichen Alltags ein das konzentrierte Osmosewasser nicht einfach in den Ausguß zu schütten

  • Hallo Max,

    ich denke es hängt u.a. stark von Deinem Ausgangswasser und dem Wasserbedarf ab. Hast du ein sehr weiches Wasser (z.B. bei uns in Gotha ca. 1,5 KH) kommst Du mit einem Mischbettvollentsalzer (das verbrauchte Harz wird zum regenerieren zurückgegeben) sehr gut aus. Bei hartem Wasser sollte sicher eine Umkehrosmoseanlage verwendet werden. Ich persönlich habe aber auch meine Probleme mit dieser Variante da Trinkwasser nicht in den Abfluss oder die Toilette gehört. Aber das ist sicher auch ein Glaubensfrage.

    Gruß Henry

  • @ Frank M
    Hallo,
    Fahre meine UOA schon über 1 Jahr mit einer Pumpe (4 Bar) die ihr Wasser aus einem Kanister in die Anlage drückt. Das Restwasser geht über einen Schlauch in den Kanister zurück = Kreislauf. Habe auf diese Weise nur das Wasser aus dem Kanister als Abfall und konnte noch keine schädlichen nebenwirkungen feststellen :smiling_face: .
    Brauche in der Woche ca. 70 Liter für WW und Nachfüllautomtik

    Gruß AlexanderW

  • Schöne Idee, Alexander, aber ...

    du entnimmst mit dem UO-Wasser jedes mal ca. 3 - 15 % der im Ausgangswasser enthaltenen Stoffe. Dann allerdings gibst du mit dem Leitungswasser wieder 100 % der Tonne zu. Das führt zu einem Anstieg der Stoffgehalte in der Tonne !!!

    Ein Rechenexempel für den schlechten Fall von nur 90 % Rückhaltung ergibt:

    Tonneninhalt beim Start 100 Liter mit 100 mg/l gelösten Stoffen
    Entnahme jeweils 10 Liter mit 10 % gelöster Stoffe (beim Start = 10 mg/l)
    Nach nur 100 Litern Entnahme hast du schon eine Konzentration von 144 mg/l in der Tonne.
    Nach 1000 Litern Entnahme steigt der Wert dank Zinseszins in der Tonne auf 654 mg/l. Im UO-Wasser sind also schon 65,4 mg/l

    Bei 97 % Rückhaltung wird zwar mehr entfernt aber dadurch steigt die Konzentration schneller an. Nach 100 Litern Entnahme ist die Konzentration in der Tonne schon auf 148 % gestiegen, nach 1000 Litern auf 902 %. Im UO-Wasser sind dann anstatt 3 mg/l volle 27 mg/l gelöst.

    Für Silicate, laut hw mit ca. 85 % Rückhaltung, sieht die Rechnung auch schlecht aus:
    nach 100 Litern 141 %, nach 1000 Litern ca. 532 %.
    Nach 1000 Litern filterst du also 85 % von 532 % raus, das macht im Permeat einen Silicatgehalt von 80 % des Leitungswassers.


    Deine Methode geht also eindeutig zu Lasten der UO-Wasserqualität, weil dort nach kurzer Zeit die 5- bis 9-fache Konzentration dessen vorliegt, als wenn nur frisches Leitungswasser zur Umkehr-Osmose benutzt werden würde. Bei dir funktioniert es wohl aufgrund der guten Qualität des Leitungswassers und/oder der Membrane.


    __________
    NACHTRAG:
    im ersten Posting war ein Rechenfehler, jetzt stimmt es hoffentlich :smiling_face_with_sunglasses: 

  • Hallo Frank
    Ich hab mir auch scho öfter überlegt wie ich das Abwasser meiner Osmose nutzen kann. Wir haben halt hier knallhartes und Nitrat, Phosphat und Silikatreiches Wasser (oder sollte ich lieber Brühe sagen?). Klospülung o.ä. kann ich vergessen da bei uns eh alles ständig verkalkt ( 38GH/13-18KH)wenn ich jetzt die konzentrtion dieser Brühe noch verwende wirds noch schlimmer. Kaffeemaschine ist alle viertel Jahr trotz entkalken kaputt :loudly_crying_face:
    Wenn ich mir jetzt einen I.Tauscher kaufe und aus purem LW meinen Bedarf deken will bin ich nurnoch am regenerieren.
    Aber ich gebe dir trotzdem recht. Manchmal plagt mich schon das Gewissen bei der Verschwendung :face_with_rolling_eyes:
    Gruß Frank

  • Thomas Chronz
    Hallo, mein Leitungswasser muss sehr gut sein denn in meinem 60Liter Süsswasserbecken mach ich Wöchentlich mit purem Hahnenriesling ,20Liter, meinen WW und meine Amanogarnelen fühlen sich pudelwohl.

    Gruß AlexanderW

  • Hallo Alexander,

    es gibt kein Perpetuum mobile.
    Wenn du in dem einem Jahr wöchentlich 70 Liter UO-Wasser verbrauchst und durch deine Kanisterkreislaufmethode nur diese ca. 3500 Liter an Leitungswasser verbraucht hast, besteht zwischen dem Leitungswasser und dem UO-Wasser kein Unterschied mehr. Du kannst also deine UO-Anlage abschalten und sogar Geld sparen.

  • HI,

    ich lese hier immer entweder Osmose ODER Ionenaustauscher. In einem Onlineshop steht Ionenaustauscher hinter die Osmoseanlage! Hab ich da jetzt was falsch verstanden? Was ist denn nun eigentlich besser Mischbettfilter, Reinstwasserfilter oder Ionenaustauscher. Fest steht, daß die Ionenaustauscher doch komplett beider Säulen mit etwas über 100Euro doch das mit Abstand günstigste sind. Ich ich gebe zu das ich auf dem Gebiet Laie bin. Ich möchte mein Wasser in Zukunft zusätzlich aufbereiten, da bei mir das silicarbonat nicht lange hält. Danke für das aufklären.

    Grüße
    Harry

  • Tja, das ist Geschmackssache,

    beim Vollentsalzer (sinnvoller Weise mit MP500) muß man bei Zeiten regenerieren.

    Beim Reinstwasserfilter (Mischbettfilter) der der Osmose nachgeschaltet ist, erneuern.

    Wie passt es dem Geldbeutel? und der Arbeitszeit!

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