Beiträge von hajo

    Hajo,

    mein pH ist im Moment 7,9-8,2 mit Kalkreaktor

    Wollen wir tauschen? :grinning_squinting_face:

    Unter den gegebenen Bedingungen sind die Werte zu tolerieren. Obwohl es theoretisch (oder sogar praktisch) vielleicht noch besser gehen wuerde, wirft es keine großartigen Probleme auf. Jedenfalls keine, die ich nicht auch haette. :grinning_squinting_face: Die Schwankungen sind völlig normal. Der Gasaustausch funktioniert. Man ist ja immer bemüht, an die natürlichen Werte heranzukommen. Klappt meist nicht, weil die Aquarienbedingungen es selten zulassen. Aber nahe dran, ist auch schon gut. Wir diskutieren diese Werte auf einem hohen Niveau. Andere waren vielleicht froh, wenn sie diese Ergebnisse hätten. Aber um ein optimales Ergebnis zu erreichen, müssen wir uns erst einmal möglichst nahe an den natürlichen Umgebungsparametern unserer Tiere orientieren. Dann ist immer noch Zeit fuer Experimente.
    Gruss
    Hajo

    Hallo Spooner,

    nach dem Gau wurden alle befallenen Korallen entfernt und innerhalb einer Woche das gesamte Wasser durchgewechselt. Das Zeolith hatte ich entsorgt und es wurde nie mehr verwendet.
    Am Becken taten weiterhin ein Kalkreaktor und ein grosser Aussenabschäumer ihren Dienst.
    Den Kalkreaktor tauschte ich später gegen die „Balling-Methode“ ein. Gegen die Nährstoffbelastung dosierte ich vorsichtig Ethanol. Im Laufe der Zeit wuchsen die neu erworbenen Acros zu grossen Stöcken heran, begleitet von den obligatorischen, wöchentlichen Wasserwechseln. Die Korallen entzogen mit der Zeit der Wassersäule bedeutende Mengen an Nährstoffen, so dass PO4 mit 0,1 und NO3 mit 15 keinerlei Beeinträchtigungen an Wuchs und Farbe hervorriefen. Die angegebenen Werte sind Durchschnittswerte. Sie floateten fast täglich. Ich war, und ich bin bis heute nicht mehr hirnverbrannt und verlass mich auf die (Un)genauigkeiten verschiedener Messutensilien. Deshalb bleibt bei mir die absolute Grenze ein gemessener Wert von 0,05 PO4! Wer aus bestimmten Gründen darunter gehen möchte, der soll! Die Korallen sind auch mit leicht erhöhtem PO4 zufrieden, wenn sonst alles stimmt, wie z. B. das Licht und die im Meerwasser relevanten Spurenelemente.
    Wenn durch den Atemkalk der PH-Wert so stark zulegt, dass dabei extrem die Alkalität in die Knie geht, dann wird die Umgebungsluft bestimmt nicht tauglich gewesen sein. Weder für die Tiere, noch für den Menschen. Ein Abstellen der Ursache wäre die Lösung gewesen.
    Gruß
    Hajo

    Eine KH von 9 und ein Ca-Wert von 450 ergibt in meinem Gewässer einen PH von ca. 7,9-8,1.
    Eher noch etwas weniger. :frowning_face:
    Ich nutze seit Jahren CarboCalcium. Das Becken ist also auf die entsprechende Dosierung angepasst.
    Um auf meinen Wunsch-PH von 8,2 zu gelangen, müsste ich theoretisch die Zugabe von CarboCalcium erhöhen. Das sprengt in jedem Fall die Dosiervorschrift. :angry_face:
    Auch einseitig die Alkalität mit dem Triple Buffer zu erhöhen, ist nicht sinnvoll. Ich würde mir dabei eine KH von mindestens 10 einfangen. Das ist kontraproduktiv.
    Eine Erhöhung der Alkalität ist zwar bei einem schlappen PH angezeigt, doch muss man genau abwägen, was man in diesen Fällen tut.
    Ich seh das so, wie Burkhard. Wenn man eine weitere Erhöhung der Alkalität vermeiden möchte, könnte der PH mit CalciumHydroxid angehoben werden. Das aber wiederum hätte einen Anstieg des jetzt schon zu hohen Calcium-Wertes zur Folge. Wenn ich die Dosierung von CarboCalcium verringere, geht das zu Lasten des PH´s. Eine Zwickmühle ist gar nichts. :loudly_crying_face:
    Also wird versucht, den PH mit anderen Methoden zu verbessern. Zum Beispiel unter Verwendung von Atemkalk o.ä. Wenn´s klappt ist es gut. Falls nicht, bleibt es weniger optimal.
    Gruß
    Hajo

    Hallo Hans-Werner,

    die Wirkung von Atemkalk ist mir schon klar. Spooner schrieb von einem negativen Einfluss in Verbindung mit „Balling“. Das wollte ich wissen. Es war mir neu. Was ist dran?

    Ich stelle immer wieder fest, dass dem PH-Wert kaum eine Bedeutung beigemessen wird. Es stehen Aussagen, wie „hoher PH“ oder „niedriger PH“ im Raum, aber niemand wird konkret.
    Dabei kann man bei einer Dauermessung einige nützliche Trends damit in Verbindung bringen, wie Über- und Untersäuerung, sowie den Alkalitätsanstieg wie auch dessen Verlust. Voraussetzung dafür sind genaue Verlaufskenntnisse der eigenen, praktizierten Wasserhygiene.
    Ich möchte noch einmal an eine amerikanische Studie erinnern, die mit Hilfe der sogenannten PAM-Fluorometrie die Effekte von hohen und niedrigen Werten des PH-Wertes erforscht haben und es an 3 riffbildenden Korallenarten auch belegen konnten.
    Die Autoren der amerikanischen Studie analysierten die Vitalität der Korallen unter optimalen und auch unter eher ungünstigen Wasserbedingungen. Einmal wurde der Calciumgehalt, die Alkalität und der PH-Wert verändert, um Szenarien in Bezug auf die Versauerung der Ozeane nachzuspielen, und weiterhin wurden extrem niedrige und hohe Werte in einem Aquarium simuliert, um eine unsachgemässe Dosierung in der Meerwasseraquaristik zu dokumentieren.
    Ich habe einmal das Ergebnis für den PH-Wert herausgepickt:
    „Es gab einen deutlichen Unterschied in der Quantenausbeute zwischen den Arten bei einem höheren PH-Wert (8,35). Bei einem PH-Wert von 7,9 war die Quantenausbeute aller Arten gegenüber dem hohen Wert (8,35) niedriger. Bei allen 3 Arten gab es eine deutliche Spitze bei einem PH-Wert von 8,2“ !
    Diese Untersuchung und die Reaktion der Korallen! zeigen doch, dass der PH-Wert eine nicht zu unterschätzende Größe im Wasserchemismus darstellt. Warum bleibt er dennoch meistens unbeachtet?
    Gruß
    Hajo

    Atemkalk hatte ich eine Zeit lang am alten Becken und hat auch relativ schnell Wirkung an den Korallen gezeigt. Hatte dann von Problemen in Verbindung mit Balling gelesen und dann war mir die ganze Sache nicht mehr so geheuer.

    :?: Hab ich etwas verpasst? Gibt es diesbezüglich fundierte Untersuchungen und eine plausible Erklärung?
    Gruss
    Hajo

    Hallo zusammen,

    ich möchte mich gerne der Vermutung von Hans-Werner anschliessen, nämlich der Theorie eines zu schnell gesenkten PO4-Wertes und seinen bösen Folgen. Dieses Szenario blieb damals auch mir nicht erspart. Ich hatte schon in einigen früheren Beiträgen darauf aufmerksam gemacht, erzähle es aber gerne wieder.
    Zuerst war nur eine Acropora betroffen. Dann, im Verlauf von wenigen Tagen, spulte sich der komplette Gau ab:
    Ich habe damals meinen ganzen Bestand an Acros verloren! Die Schäden begannen an der Basis und nichts konnte den weiteren Verfall aufhalten.
    An der Grenze zwischen dem toten und dem (noch) lebenden Gewebe fand ich eine gallertähnliche Masse, die sich aber trotz Absaugens immer wieder neu regenerierte. Am nächsten Tag war sie wieder da, der rapide Krankheitsverlauf war nicht aufzuhalten. Höchstwahrscheinlich eine immer wiederkehrende Ansammlung von Bakterienschleim, Protozoen, war damals meine Vermutung.
    Nun muss ich dazu sagen, daß sich dieses Drama in einem, mit etlichen, großen Fischen besetzten Riffbecken abspielte. Dementsprechend waren die Werte von NO3 und PO4 nie nahe an einer Limitierung. Ganz im Gegenteil!
    Zu dieser Zeit war die Zeolith-Methode in aller Munde. Die Filterung über Zeolith war durch die Teichpflege im Süsswasserbereich bekannt, steckte für die Meerwasseraquaristik noch in den Kinderschuhen. Es gab damals nur einen Händler, der eine bestimmte Zeolithart für die Verwendung im Meerwasser anbot. Heute gibt es Zeolith in allen Varianten.
    Ich versprach mir von dieser Anwendung die Senkung von Phosphat und auch ggf. von anderen Belastungen. Weil ich allem Neuen in der Meerwasseraquaristik offen gegenüberstand, wurde flux das besagte Material besorgt.
    Leider hatte mir damals niemand gesagt, dass bei alten Becken, also nicht nach Neueinrichtungen, die Menge an Zeolith halbiert werden musste. Also nahm ich die Standardmenge, plus 10%.
    Zuerst fielen mir die weit geöffneten Polypen der Acroporen auf. Das kannte ich bislang nicht. Jedenfalls nicht tagsüber und nicht in diesem Größe.
    Jetzt aber kam der Kardinalfehler, den ich bei Nährstoffsenkern, egal welcher Art, nie mehr machen würde. Durch das „Aufblühen“ meiner Korallen verleitet, wurde die Überprüfung der Wasserwerte total vernachlässigt. Man kann sagen, ich habe mir das geschenkt, weil ich auf das positive Bild hereingefallen bin, dass mich damals stark beeindruckte . Nach so viel positiver Wahrnehmung setzte wahrscheinlich mein analytisches Gehirn aus. Oder, was davon vorhanden war.
    Ich hätte es nicht machen sollen, sondern die WW engmaschig überprüfen müssen!
    Die ausgestreckten Polypen waren nämlich nicht ein Zeichen von purem Wohlsein, sondern von starkem Unwohlsein, d. h. die Korallen wurden stark gestresst. Sie waren sozusagen am verhungern.
    All das habe ich nicht rechtzeitig erkannt und so nahm das Unglück seinen Lauf.
    Erst viel später, als mehr Informationen über das Zeolith und seine Anwendung durchsickerten, verstand ich den Zusammenhang. Das ist jetzt mehr als 20 Jahre her......
    Damals, wie jetzt, war die abrupte Senkung der Nährstoffe die Ursache für das Korallensterben.
    Ich kann mich auch durchaus mit der These anfreunden, dass ein niedriger PH-Wert die Kalzifizierung zumindestens stört. Beides zusammen, die rasche Absenkung von PO4 und die temporäre Hemmung der Kalkbildung durch Übersäuerung scheint die Abwehrkraft der Koralle zu mindern und führt so zu den bekannten Erscheinungen. Natürlich gibt es Becken mit permanent niedrigem PH-Wert. Die Korallen wachsen auch unter diesen Bedingungen. Wie steht es aber dort mit den Nährstoffen? Ich nehme einmal an, dass in diesen Fällen eine Limitierung in weiter Ferne ist.
    Gruß
    Hajo

    Hallo zusammen,

    meine Worte zum 2. Advent tragen wohl Früchte? :smiling_face:
    Die Reaktionen darauf sind ja vielfältig. :thup :]
    Das war eigentlich auch das Ziel. Die erhoffte Resonnanz auf eine , in der Versenkung verschwundenen Streitkultur. Sachlichkeit und Fairness sollten immer im Vordergrund stehen. Jeden hat das Leben etwas anders gestrickt, und jeder hat nicht gleich den richtigen Zugang zur Meerwasseraquaristik bekommen. Aber Unsachlichkeit und geistige Unsortiertheit haben in einer offenen Diskussion nichts zu suchen. Sie tragen bei vielen Mitlesenden zum Unwohlsein bei, und leider beflügeln sie in letzter Konsequenz auch den Abgang aus unserer Mitte. Andererseits hatte ich schon einmal erwähnt, daß eine streitfreie Diskussion nicht unbedingt eine konstruktive ist. In diesem Sinne.....
    Gruß
    Hajo

    Hallo zusammen!

    Einige Gedanken zum Themenschwund:
    Der Wertgehalt eines Forums wird qualitativ von den Themen und der Art und Weise ihrer Aufarbeitung bestimmt. Hinter jedem Thema steht immer eine Person, die sich mitteilen will, welche Gruende auch immer anliegen.
    Das Spektrum der Themen ist in einem grossen Forum breit gefaechert. Von Dauerbrennern bis zu gewissen Eintagsfliegen ist alles vertreten. Hektischer Aktionismus loest sich manchmal ab durch bleierne Agonie. Warum das so ist, kann man nur ahnen. An den helfenden Haenden hier im Forum liegt es gewiss nicht.
    Forenhopping ist angesagt! Die Leute bleiben dort haengen, wo fuer sie die interessanteren Themen zu Hause sind. Versierte Aquarianer zieht es in andere Foren, weil dort die Themen gehaltvoller sind oder aus mehr persoenlichen Gruenden.
    Es kann ja sein, dass wir momentan keine interessanten Themen und Antworten parat haben. Kommt bestimmt wieder. Interessante Themen haben eine Sogwirkung. Es koennte ueber mehr Diskutanten zu mehr Belebung im Themengarten fuehren.
    Man findet Foren mit Schwerpunkt in Beleuchtungsfragen, Foren fuer Nutzer kleiner Biotope und fuer Anwender systemischer Wasserpflege. Es gibt auch noch eine Reihe Foren mehr.
    Die genannten Foren haben eins gemeinsam. Sie haben einen Schwerpunkt in der Thematik.
    Wo liegt eigentlich unser Schwerpunkt? Marubis?
    Die breite Masse versucht taeglich die Huerden in der angewandten Meerwasseraquaristik zu bewaeltigen. Sie sorgt sich mit Blick auf ihren Bestand um die gesteckten Ziele und sucht nach Antworten. In der Mehrzahl sind es "Einzelkaempfer", die sich weder einer privaten Iniatitive noch einem Verein angeschlossen haben. Diese Spezies sucht im Internet nach Informationen, die ihre Probleme loesen oder nach Themen, die ihnen neue Erkenntnise bringen. Diesen grossen Personenkreis muessen wir einfangen und an uns binden. Das gelingt nur mit interessanten Themen.
    Das bringt mich diesbezueglich zu einer Frage: Wo tummeln sich hier eigentlich die Beleuchtungsexperten? Von der Fahne gegangen oder nie dagewesen? :loudly_crying_face:

    Gruss
    Hajo

    Hallo Klaus,

    Obwohl ich, wie bereits bekannt, keinerlei Probleme mit dem strittigen Produkt hatte, bin ich doch voll bei euch!! :wink
    Was mir nur nicht gefällt, ist der Mangel an Aufarbeitung gewisser Probleme. Es könnten ja auch einige Mitmenschen auf den Gedanken kommen, daß diese chemische Intoleranz nicht allein auf dieses strittige Produkt zutrifft, sondern ein generelles Problem dieses Werkstoffs darstellt. Da kann dann der Wettbewerb noch so vollmundig argumentieren, ein kleines Misstrauen bleibt. Deswegen wäre es fuer weitere Aufarbeitungen zwingend notwendig, Dialoge bis zum klaerenden Ende fortzuführen. Sonst bleibt ein Geschmaeckle.
    Gruss
    Hajo

    Hallo zusammen,

    ich kann mich noch gut an die damalige, deutlich entgleiste Diskussion erinnern.
    Nicht nur die Forenleitung ist ihrer Rolle nicht gerecht geworden, sondern es sind auch jene, bereits im Vorfeld angekuendigten, nebuloesen Ergebnisse nicht veroeffentlich worden, die nach einer Untersuchung dieses Werkstoffes, durch halbwegs neutraler Seite, Erhellendes haette dazu beitragen koennen - und wohl aus aehnlich pikanten Gruenden auch im Hintergrund bleiben wollte?
    Das genaue Ergebnis wissen m. E. nur wenige Eingeweihte. Der Teufel steckt dann in der Auslegung. So etwas ist keine Aufarbeitung von Dissonanzen, sondern verstoert nur den Mitlesenden.
    Gruss
    Hajo

    Hallo zusammen!


    Was erwarten wir denn eigentlich?
    In einem oeffentlichen Forum ist die Gemengelage komplex. Es tummeln sich dort recht unterschiedliche Charactere. Was fuer den einen zum Gaehnen, ist dem anderen bereits sein Waterloo.
    Hochgestochene Themen sind rar, das gebe ich zu. Liegt zum einen daran, dass sich weniger die Exzellenz hier tummelt, als das Gros der Unerfahrenen. Aus einem gesunden Mix sollte eine ebenso gesunde Kommunikationskultur erwachsen. Wenn solche nicht gepflegt wird, kommt Sand ins Getriebe und die Platform wird denjenigen ueberlassen, die sich naeher an Grimms Maerchen anlehnen, als an meeresaquaristisch fachlichem Wissen.
    Die Niederungen zu beackern, ist oft muehselig und fuer manch helfende Hand sehr zeitaufwendig.
    Einen wissenschaftlichen Erkenntnisprozess in Gang setzen, dafuer fehlt vielen Neugierigen die fachliche Basis. Ist ja nicht weiter verwerflich, denn wir haben auch alle einmal so, oder so aehnlich angefangen.
    Ich beobachte leider immer oefter, aehnlich wie Klaus, eine Veraenderung des Kommunikationsverhaltens. Meine Quintessenz daraus ist eine andere. Themen und Inhalte beschaeftigen sich schwerpunktmaessig nicht mit den Beduerfnissen der lebenden Kreatur sondern eher mit den technischen Elementen der Meerwasseraquaristik.
    Natuerlich hat der technische Bereich auch seine Berechtigung. Was nutzt mir aber die beste technische Innovation, wenn Komplikationen mit dem lebenden Inventar an der Tagesordnung sind.
    Meines Erachtens liegt die Scheu der Mitlesenden weniger an ihrer "Faulheit/Bequemlichkeit" sondern an der eigenen, momentanen Ueberforderung bezueglich der Vergesellschaftung von Arten. Hier faellt immer wieder ein durch spontanen Kauf unueberlegtes Fischsammelsorium auf, oder ohne genuegend darueber nachzudenken, die unglueckliche Positionierung der Tiere im Aquarium. Das eine hat ein gestoertes, hoechst unnatuerliches Verhalten der zwangsrekrutierten Flossentraeger zur Folge, das andere endet mit geschaedigten Korallen. Beides koennte vermieden werden, wenn man besser die Bedurfnisse seiner Pfleglinge verstanden und nicht ihr Verhalten ignoriert haette. Denn: Wer das Verhalten seiner Fische nicht deuten kann, der wird ihnen selten zu einem langen Leben verhelfen.
    Wo wir dann bei dem Thema Langzeiterfahrungen waeren. Ob die Lebenserwartung gepflegter Fische hinterfragt wird, oder ob die schoenen Momentaufnahmen einer Riffgesellschaft nach Monaten oder Jahren noch Bestand haben, das entzieht sich allzu oft unserer Kenntnis. Gerade diese Historie wuerde die Staerken und die Schwaechen des eigenen meeresaquaristischen Managements aufzeigen, und koennte auch den weiteren Kommunikationsverlauf beeinflussen, aus dem dann andere ihren gewinnbringenden Nutzen ziehen koennen.
    Es ist hoechst ungut fuer die Kommunikation, wenn Themen versanden und nicht ausdiskutiert werden. Das Schweigen im Walde interpretiere ich eher als ein unbesonnenes Verhalten zur Vermeidung von albernen Antworten. Selbstschutz nennt man so etwas.

    Gruss
    Hajo

    Hallo zusammen,

    den Zenit ueberschritten? Das glaube ich nicht. Woran kann man das festmachen?
    Die Meerwasseraquaristik ist ein hochinteressantes Feld, welches nur darauf wartet weiter beackert zu werden.
    Wer sich allerdings nicht ernsthaft mit den Anforderungen dieses Metiers auseinandersetzt, der wird nicht an diesem Hobby wachsen, sondern irgendwo auf diesem Weg verkuemmern.
    Ernsthaftigkeit, zusammen mit einer Portion Neugier, wird uns immer den richtigen Weg zeigen. Zeitgenossen, die einer gedanklichen Verengung unterliegen, legen mit der Zeit ein unmotiviertes Verhalten an den Tag und verabschieden sich entnervt sang- und klanglos aus der Oeffentlichkeit. Sie sind an ihren Vorstellungen gescheitert. Das meine ich nicht despektierlich. Es ist halt das Ergebnis einer unzulaenglichen Vorbereitung auf dieses komplexe Thema.
    An etlichen Fragen bezw. Fragestellungen wird deutlich, dass nicht nur das Grundwissen fehlt, sondern dass da auch nicht mehr viel kommen kann. Nur hin und wieder ins Forum hereinzuschauen um sich ueber das eine oder das andere Thema zu informieren, ist zu duenn. Man muss auch gelegentlich in die Tiefe gehen um das eigene Wissen zu vervollstaendigen.
    Ich will keine streitfreie Diskussion, aber eine konstruktive!
    Auch sollten wir nicht einem Irrtum unterliegen. Die Meerwasseraquaristik wird immer die kleine Schwester der Aquaristik des Suesswassers bleiben.
    In der ueberwiegenden Mehrzahl treiben sich MW Aquarianer eben nicht permanent in Foren herum. Sie schauen, wenn ueberhaupt, nur gelegentlich vorbei und sind meist stille Mitleser. Etliche von ihnen binden sich fest oder temporaer an Gruppen oder Vereine und machen dort ihre Hausaufgaben. In meinem Beritt trifft man sich turnusmaessig untereinander seit ca. 30 Jahren vor den eigenen Aquarien, um den Fortschritt der Pflege und der Technik zu diskutieren. Es kommen immer wieder neue Interessenten hinzu, welche ggf. auch die aelteren Semester ersetzen. Fuer Kontinuitaet ist also gesorgt. Nachahmung empfohlen!
    Gruss
    Hajo

    Die Maxspect ist fuer deine Beckenmasse und deine mitgeteilten Ansprüche schon in Ordnung. Deswegen hatte ich auch die Maxspect Recurve angesprochen. Das ist die neueste Innovation des Herstellers. Leider gibt es noch keine Langzeiterfahrungen. Über etlichen Becken meiner Gruppe hängen Maxspect-Leuchten. Da ist nichts Verwerfliches zu sagen. Die Effektivität und der Preis müssen stimmen. Sich eine Leuchte mit Hinblick auf jahrelange Beständigkeit anzuschaffen, halte ich fuer fragwürdig. Wenn ich mich richtig erinnere, verlieren viele LEDs pro Jahr bis 10% ihrer Leistung. Dazu kommen jährlich stets neue Innovationen der Hersteller. Ich wuerde mir deshalb auch keine gebrauchte Leuchte kaufen. Es sei denn, ich kenne genau ihre Historie. Wer jemals eine gebrauchte Leuchte geöffnet hat, der weiß wovon ich rede. :frowning_face:
    Die ATI-Leuchte tut auch ihre Pflicht. Zur X6 kann ich nur sagen: Ich will das Licht im Aquarium haben und nicht auf den Seitenscheiben, und schon gar nicht auf dem Fußboden.
    Gruss
    Hajo

    Hallo Sascha,

    du wirst jetzt sicher einige unterschiedliche Bewertungen erleben. Das ist voellig normal und hat vielleicht seinen Ursprung in der Fŗage nach der Effektivitaet in Zusammenhang mit den individuellen Anforderungen der gepflegten Korallen. Um es vorweg zu sagen: Ich habe die Spectrus 90 ueber meinem Becken. Der Grund war die flaechige Ausleuchtung der Leds, die mir im Gegensatz zu den Clustern eine optimalere Lichtverteilung liefern. Sie laesst sich gut steuern und reicht auch fuer die Pflege von lichthungrigen Korallen. Ausserdem kann man die Moeglichkeit nutzen, die Leds zu tauschen. Das ist allerdings bei den Produkten einiger anderer Hersteller auch moeglich, wie z.B. Maxspect. Doch hier sind es wieder Cluster, die mich stoeren wuerden. Maxspect hat uebrigens die Recurve auf dem Markt. Die wuerde ich der RSX200 vorziehen. Mach dich mal schlau.

    Gruss
    Hajo

    Hallo Gerhard,

    Sehr schoen! :thup
    Lebendfutter ist eine Bereicherung im Leben von Aquarien- und Terrarientieren. Bei manchen Tieren kann man das Abstumpfen, was sich auch koerperlich offenbaren kann, mit der Gabe von Lebendfutter kompensieren. Das Tier muss in der Gefangenschaft auf viele Reize verzichten, die in der Natur sein Leben abwechslungsreich gestalten.
    Viele Fische verbringen den ganzen Tag mit Futtersuche. Alle Ereignisse, die sich dabei abspielen, sind in das Lebensgefuege von Natur aus eingebaut. Sie sind bei allen Geschehnissen notwendig, um das Tier unter Spannung zu halten.
    Das vorbeidriftende Frostfutter loest oft die natuerlichen Reflexe aus, fuehrt aber in gewisser Weise auch zu einer Portion Traegheit.
    Die Grundeln lenen schnell, wenn ihnen etwas vor das Maul getragen wird. :winking_face:
    Einerseits ist es beruhigend,wenn Fische Ersatzfutter zu sich nehmen. Andererseits werden sie durch die simple Aufnahme fetter und traeger. So gehen einige natuerliche Reize verloren. Betteln an der Scheibe ist kein natuerlicher Reiz. Das ist anerzogen.
    Gruss
    Hajo

    ... Nebenthema:

    Was mich immer eher verwundert, ist die sehr einseitige Festlegung auf Farben, und niemand scheint die wunderbaren Strukturen z. B. der Agaricidae zu würdigen, ist aber halt so.

    Grüße

    Hans-Werner

    Hallo Hans-Werner,


    Das sehe ich auch so. :thumbs_up:
    Agariicidea ist etwas fur Filigranliebhaber, deren Interesse ueber den ersten Eindruck hinausgeht. :winking_face:
    Im Gegensatz zu den schnellwuechsigen Acropora-Arten, kann man dieser Familie beim Wachsen nicht gerade zusehen. Ihre Schoenheit liegt eher im Verborgenen. Das ist beileibe keine Ironie!
    Doch scheinen verzweigte Arten mehr den Vorstellungen von interessierten Mitbuergern zu entsprechen, als ein doch eher kompaktes, flach- bis krustenfoermiges Gebilde im gedeckten Farbton.
    Vielleicht liegt es aber auch daran, dass moeglicherweise die endemischen, karibischen Arten von Agariicidea (Agaricida) einem beschraenkten Ausfuhrverbot unterliegen, bezw. unterlagen? Ich bin mir bei dem Thema aber keineswegs sicher, ob das heute auch noch gilt. Wenn dem aber so sein sollte, wundert mich die fehlende Begeisterung nicht.
    Aus der Grossfamilie der Agariicidae sind die weniger endemischen Arten wie Leptoseris, Pavona, Pachyseris etc.im Handel. Meiner Meinung nach sind sie nicht die 1. Wahl beim Kauf von Korallen. Vielleicht kann Joe aus seinem Erfahrungsschatz etwas dazu beitragen?
    Es laufen ihnen in der Kaeufergunst die Acros und manche farbenfrohe LPS locker den Rang ab. Was sehr schade ist, denn es sind gerade diese Arten, die einer Vergesellschaftung mit z. B. Kaiserfischen oder weniger riffsicheren Arten, nicht im Wege stehen. Ohne diese Korallen waere u. a. mein Kaiserfischbesatz in einer zumeist kargen Rifflandschaft aufgewachsen.
    Hier noch ein Tipp in eigener Sache: Cyphastrea ist zwar keine Agaricida, aber eine weitere, wunderschoene Koralle, die mehr Aufmerksamkeit verdient haette. Sie hat teilweise sehr farbenfrohe Arten, die fast durchwegs krustig wachsen, und ebenfalls fischresistent sind. Ich pflege seit Jahren eine hellgruene Art mit vielen kleinen, roten Polypen. Wunderschoen!
    Was man an Geld fuer Beleuchtung bei dieser Koralle einsparen kann, legt man allerdings beim Erwerb der bunteren Arten wieder hinzu. :frowning_face: Nicht fuer die fipsigen Korallenzwerge, aber fuer einen mittelgrossen Mutterstock.
    Gruss
    Hajo

    Hallo Sandy,

    we are on the same side! :smiling_face:

    Meine Bemerkung galt eher denjenigen, denen sich das Thema Licht in Bezug auf die individuellen Anforderungsprofile der Korallen noch nicht vollständig erschlossen hat.
    Die gelegentliche Behauptung einiger Zeitgenossen, dass manche Korallen als unkaputtbar gelten, ist genauso falsch, wie z. B. eine mehr oder weniger durchdachte Aussage über Beleuchtungsstärken und Spektren.
    Gerade in einer Zeit, wo die Stromkosten einen hohen Stellenwert in manchen Budgets einnehmen, wird man mancherorts eine Reduzierung von Beleuchtung zumindestens in Erwägung ziehen. Schlechtenfalls mit allen Konsequenzen auch in Kauf nehmen.
    Ich habe nichts dagegen, wenn diese Absicht sinnvoll durchdacht vollzogen wird.
    Das setzt aber voraus, dass man mit den Ansprüchen seiner Korallen vertraut sein sollte.
    Diese Erwartung teilt der Pfleger dieser unten abgebildeten Korallen offensichtlich nicht.
    Die relative Helligkeit der Aufnahme darf nicht über die wahre, dürftige Intensität hinweg täuschen. Insbesondere die Sarcophyton ist von der trüben Funzel betroffen. Die Wuchsform sagt alles!
    Aber wo liegt da die Grenze zwischen Nichtwissen und Dummheit?

    Gruss
    Hajo


    moin sandy,
    nicht wirklich :grinning_squinting_face: .

    spass beiseite....ich sage immer in bezug auf weiche: kannste auch ne glühfunzel drüber hängen. :winking_face:


    Ich fass das mal als eine humorige Einlage auf. :grinning_squinting_face:
    Wenn man durch ungenuegende Beleuchtung unterschiedliche Wuchsformen in Kauf nehmen will? Die Mehrzahl der Weichen passt sich zwar an, das Erscheinungsbild hingegen, leidet darunter. Wir sollten doch stets bestrebt sein, uns moeglichst nahe am natuerlichen Abbild zu orientieren.
    Gruss
    Hajo

    Hallo Helmut,

    wahrscheinlich ist es nicht richtig ruebergekommen:
    In Beitrag #7 hatte ich ueber den Erwerb von (2) juvenilen Exemplaren, im Gegensatz zu adulten Tieren, geschrieben. Meine Aussage bezog sich mit Blick auf eine unkomplizierte, spaetere Verpaarung. Den moeglichen Versuch aus einer bereits vorhandenen Schule juvenile Tier zu isolieren, halte ich fuer machbar, aber keineswegs in kleinen bis mittelgrossen Becken. Die Unterhoehlung von 2 qm Bodengrund in meinem Becken sprechen territorial eine deutliche Sprache.
    Gruss
    Hajo

    Über den Erwerb juveniler Tiere bekommst du letztendlich ein Paar oder bei entsprechender Beckengroesse auch mehrere Tiere zur Verpaarung. Allerdings wuerde ich mich nur auf ein entsprechendes Paar beschraenken. Der Handel kann dir dabei behilflich sein. Die Anzahl der Grundeln wuerde ich von der Beckengroesse festmachen. 600l aufwärts!
    Gruss
    Hajo

    Hallo Sven,


    dicht aneinander geschmiegt bildet der Pulk juveniler Tiere eine besondere Schwimmformation. :smiling_face: Was sehr ansprechend ausschaut und was sicherlich den Laien zum Kauf dieser Grundelart verlockt. Dieser besondere optische Reiz dieser juvenilen Schule begeistert mich noch heute. Spaeter wird man sich wundern, ob der Groesse und des eher scheuen Verhaltens.
    Bei adulten Exemplaren hingegen sind die Streifen in ein fleckiges Muster uebergegangen. Was sich fuer mich irgendwie irritierend darstellt, da kaum noch ein Bezug zur Bezeichnung "Weissband" besteht. Aber diese optischen Veraenderungen in der Wachstumsphase kennen wir auch von anderen Arten. Ich koennte mir auch vorstellen, dass es je nach Verbreitungsgebiet leichte Unterschiede in Groesse und Farbmuster geben wird. Auch nicht ungewoehnlich bei Fischen.
    Meine Grundeln lebten sehr versteckt in einem Hoehlensystem von ungefaehr 2 qm Flaeche. Diese weiten Verzweigungen habe ich erst nach der Aufgabe dieses Beckens entdeckt. Ich war sonst immer der Meinung, dass sie sich nur geringfuegig von ihrer Stammhoehle entfernten. Das Gelege hatte froschlaichaehnliche Struktur. Nachzucht war unmoeglich, da u. a. grosse Kaiser- und Lippfische dieses unmoeglich machten.
    Auch mir sind damals schon die Groessenunterschiede und die unterschiedlichen Farbnuancen aufgefallen. Meine beiden Exemplare sind nicht ueber ca. 30cm hinaus gewachsen. Das Muster war eher von leicht gelblicher Farbe, als ich es von anderen adulten Tieren kannte, die ich zu einem spateren Zeitpunkt allerdings allesamt nur im Handel gesehen hatte. Mit Fotos kann ich nicht dienen, kann aber die doch recht verschiedenen Groessen und Farbnuancen bestaetigen.
    Dennoch kann es ein interessantes Thema werden.
    Gruss
    Hajo

    Hallo Gerhard,

    wo sollen sie denn bleiben, wenn nicht in der Höhle bezw. den Höhlengängen? Ein Umzug während der Laichzeit der Grundeln wäre nicht im Sinne der Fische, denn diese sind nicht in der Lage sich selbst die Hütte intakt zu halten. :grinning_squinting_face:
    Anbei einige Fotos von meinen Amblyeleotris aurora.
    Diese sind ohne Krebs aufgewachsen und haben sich eine Acanthophyllia als "Höhle" ausgesucht. Unter dem fleischigen Überhang des Gewebes finden sie Ruhe vor dem übrigen Besatz und genug Stimulanz zum Laichen. Die Eier wurden am Kalkskelett der Koralle angeheftet.
    Vielleicht könntest du in Zukunft, ebenfalls mit einigen Bildern, dazu beitragen, die Lebensweise deiner Grundeln (mit Krebs) bekannt zu machen?
    Wir haben hier leider ein Manko an verpaarten Exemplaren.

    Gruß
    Hajo



    Hallo Stefan,


    es ist aber auch gut moeglich, dass die UV den Entwicklungszyklus des Parasiten nicht vollstaendig unterbrochen hat. Die Schwaermer kommen entsprechend ihrer Organisationsform in Wellen. Diese Wellen wiederholen sich temperaturabhaengig ca. 5-7 taegig. Was manchmal wie ein Rueckgang der Infektion erscheint, ist in Wirklichkeit die Ruhe vor dem Sturm bezw. nur das Erscheinungsbild einer voruebergehenden Beruhigung.
    Ich drueck dir die Daumen!

    Gruss
    Hajo

    Hallo zusammen,

    hier noch eine Ergaenzung zu diesem Thema, bezw. eine Verhaltensregel beim Umgang mit Aiptasien.
    Beim Entfernen ist Vorsicht geboten, da bei Gefahr die Glasrose zwecks Arterhaltung ihre Brut (Nachkommen) freisetzt, bezw. ausstoesst.
    Wenn man es vorsichtig angeht, sollte es zu keinem Ausstoss der Planula-Larven kommen. Nicht jedes Exemplar bruetet diese aus. Asexuelle und/oder sexuelle Vermehrung moeglich. Zuerst sanft die Glasrose belaestigen, sie wird sich in den Spalt oder das Loch zurueckziehen. Dann vollflaechig mit dem Kleister darueber! 100-fach probiert-nix passiert.
    Gruss
    Hajo

    Die Aiptasia sitzt doch sehr schoen erreichbar auf dem Gestein. Mit AiptasiaX hatte ich ebenfalls keine guten Erfahrungen. Sie kommen halt immer wieder zum Vorschein. Eine einzige Glasrose, auch noch gut erreichbar......
    Ich wuerde in diesem Fall auf einen Korallen kleber zurückgreifen und ihn großflächig auf den Ort der Glasrose auftragen.
    Ende Gelände!
    Gruss
    Hajo