Ich habe noch ein Beispiel gefunden, wo das Ergebnis nicht zu einem guten Ende geführt hat.
Sieh dir einmal Abbildung 3+4 an. Gibt es da weitere Parallelen?
Gruß
Hajo
Ich habe noch ein Beispiel gefunden, wo das Ergebnis nicht zu einem guten Ende geführt hat.
Sieh dir einmal Abbildung 3+4 an. Gibt es da weitere Parallelen?
Gruß
Hajo
Hallo Daniel,
ähnliche Symptome findet man bei schlechter Pflege (bakterielle Infektion) oder Vitaminmangel. Da sich diese Auffälligkeit erst seit kurzem zeigt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Ursache vielleicht im Händlerbecken lag? Bei tadellosem Wasser regeneriert sich Vieles. Vielleicht hat auch deswegen dein Händler zu mehr Zuversicht geraten?
Du kannst nichts anderes machen, als abwechslungsreich zu füttern, nicht einseitig, und den Verlauf beobachten. Wenn die Schleimhaut an dieser Stelle äußerlich unbeschädigt ist, scheidet der Verdacht auf eine mechanische Verletzung aus.
Ach ja, mancher Giftfang entwickelt auch solche Symptome. Das wollen wir aber jetzt nicht hoffen!
Momentan sind es alles nur Vermutungen, da ich den Fisch nicht am ersten Tag gesehen habe. Warte erst einmal ab, oft wendet es sich zum Guten.
Ich drücke dir die Daumen.
Gruss
Hajo
Hallo Daniel,
was sagt der Lippfisch zu seiner neuen Behausung?
Gruss
Hajo
Hallo Sandy,
sicherlich sind es nur Vermutungen. Ich gehe aber vom natürlichen Verhalten aus, denn es gibt genügend Dokumentation über die territorialen Verteidigungsstrategien von einigen Riffbarscharten bezüglich ihrer Algengründe. Diese Fische greifen jedes herbivore Individium an, das sich ihrem Gebiet nähert. Seeigel werden in die Stacheln gebissen und so zur Flucht getrieben. Der Sohal verteidigt seine Weide in ähnlicher Weise. Er soll zwar nicht so aggressiv gegenüber der gesamten herbivoren Konkurrenz sein, aber das hat vielleicht etwas mit der Kontrolle eines größeren Reviers zu tun. Die Ergebnisse hat man dokumentiert, indem die Algenrasen der Reviere der beiden Arten verglichen wurden. Allein die strikte Verteidigung ihrer Pfründe gegenüber herbivorer Konkurrenz kann nicht vor Seeigeln halt machen. Diese sind zwar nachtaktiv, aber den Rifffischen nicht unbekannt. Wenn ich an die rabiaten Aktionen der Riffbarsche denke, sind diese Methoden bestimmt nicht von nur einer Art gepachtet. Die Aggressivität herbivorer Fische ergibt sich aus dem Futterangebot. Sie müssen ein mehrfaches fressen, als das ihrer carnivoren Kollegen. So sind sie auch streitlustiger als die fleischfressende Fraktion.
Gruss
Hajo
Hallo Sandy,
Warum unterscheidet er dann zwischen Diadem und anderen Arten? Beide rasieren Algen.
Gruss
Hajo
Hallo Sandy,
ich glaube kaum, dass der Sohal oder ein anderer Doktorfische über diese Fähigkeiten verfügt. Seeigel indirekt über den Geruchssinn aufzuspüren obliegt eher ihren natürlichen (Fress) Feinden. Es müsste dann mit jeder Vergesellschaftung von Seeigel-Arten nachzuvollziehen sein. Ist aber nicht.
Gruss
Hajo
Hallo Peter,
theoretisch wird man das Auffinden über den Geruchssinn nur den eigentlichen Predatoren der Seeigel zuordnen können.
Rein theoretisch, versteht sich.
So ausgeprägt, wie bei einem Raubfisch (z. B. Hai) ist der Geruchssinn eines Doktorfische nicht. Der Sohal ist ein aggressiver "Vertreiber" herbivorer Konkurrenz und kein "gelernter" Räuber, dessen Beute und Leibspeise Seeigel sind.
Ich nehme stark an, dass gewisse optische Reize das Erkennungsschema sind, auf das er reagiert. Ähnlich, wie die Raeuber Schnapper, Drücker etc., welche ihre Beute im Riff an den Bewegungen ihrer Stacheln ausmachen.
Und nicht ueber chemische Reize.
Gruss
Hajo
Eine Wiederholung ist angebracht, weil möglicherweise bei der ersten Behandlung nicht alle Parasiten etc. erwischt wurden. Das ist manchmal der Fall.
Mach dir keinen Kopf, warte auf den Halichoeres und dann kannst du immer noch handeln.
Gruß
Hajo
......evt. spielt auch der Geruchssinn eine Rolle. Es kann durchaus sein,das der D.Igel anders riecht,oder zumindest bei Gefahr etwas ausströmt, das den Sohal in diese Stimmung bringt.
Nein, er sieht den Diadem als direkten Konkurrenten an. In seinem natürlichen Umfeld bedeuten die Diadem-Seeigel eine Gefahr für sein Territorium bezw. die dort vorhandenen Algenteppiche, welche er auch gegen Artgenossen vehement verteidigt.
Warum er allerdings die anderen Seeigel (momentan) in Ruhe lässt, ist noch unklar.
Sein ausgeprägtes Revierverhalten bescheinigt ihm eine allergische Reaktion gegenüber jedem Eindringling. Vielleicht in diesem Fall so eine Art von Übersprungsverhalten aus Frust?
Untersuchungen haben ergeben, dass einige Arten von Riffbarschen viel rigoroser mit der Konkurrenz herbivorer Arten umgehen, als der Sohal in seinem Revier. So sind im Vergleich die dort vorhandenen Algenteppiche weniger ausgeprägt.
Das Verhalten des Fisches basiert nur auf eigenen Vermutungen.
Gruss
Hajo
Vielleicht hat sich der Sohal mal am Diadem Seeigel gepiekst und das abknipsen der Stacheln ist eine reine Sicherheitsmaßnahme?
Safety first!
Der 1. April war schon! ![]()
Gruss
Hajo
Die Behandlung soll ja so erfolgen, dass die Parasiten Schaden nehmen und nicht die Korallen. Ein umgekehrtes Ergebnis ist immer ein Behandlungsfehler. Wo auch immer die Ursache lag.
Die Sprüche über die Regenerierfaehigkeiten von Korallen kenne ich gut.
Nur zutreffend sind sie selten. Da müssen schon einige Parameter gut passen.
Gruss
Hajo
Lass sie im Becken und warte ab. Gewebeabloesungen aufgrund eines Süsswasserbades sind immer ein schlechtes Zeichen. Aufgrund der unterschiedlichen Sensibilität der verschiedenen Korallen ist die Behandlungsdauer nicht unbedingt identisch und kann variieren.
Gruss
Hajo
Also erholt sich die Caulastrea wieder? Da das grüne Gewebe an manchen Stellen leicht fetzenartig hängt.
Ich fürchte, nicht.
Gruss
Hajo
Hallo Daniel,
Korallen baden macht schon Sinn. Es gibt die Jod-Methode, d. h. 4ml PVP-Jod in 1l Beckenwasser und höchstens 5 Minuten baden. Diese Angaben sind nicht in Stein gemeißelt, da Abweichungen zulässig sind.
Du kannst z. B. auch auf das Mittel von FM zurückgreifen.
Ich halte von Selbstversuchen nicht viel, da aus Unerfahrenheit oft die Korallen irreparabel geschädigt werden. Kommerzielle Präparate sind da sicherer. Ob auch effektiver, sei einmal dahingestellt....
Du hast dich jetzt für eine Halichoeres-Art entschieden. Warte erst einmal ab, wie die einschlägt. Natürlich bleibt dir unbenommen, deinen Korallen ein Bad zu spendieren.
Das erinnert mich an eine Geschichte aus meinen Anfängen in der Meeresaquaristik. Mir hatte einmal ein Freund, passionierter Taucher, eine hübsche Buschgorgonie aus dem Roten Meer mitgebracht. Wie sich nach ein paar Tagen herausstellte, war die Gorgonie über und über mit kleinen Nacktschnecken befallen. Sie hatten dieselbe Farbe, wie die Gorgonie. So hatte ich die Biester nicht sofort bemerken koennen.
Ich will es kurz machen: Die Koralle überlebte das Süsswasserbaden nicht, da ich mit der Badedauer übertrieben hatte.
Vielleicht hat Sandy auch noch eine Idee oder eine andere Bademethode?
Gruss
Hajo
Hallo Daniel,
warte doch erst einmal ab, was der Halichoeres zu den Turbellarien sagt......
Synchiropus-Arten werden dir bei dieser Art von Turbellarien nicht helfen können.
Jedenfalls sind das meine Beobachtungen.
Ansonsten Kopf hoch! Was dir gerade widerfaehrt, haben andere auch durchgestanden.
Gruss
Hajo
man kann auch eine transparente Plastikschale nehmen.
Durch den Boden kannst du unterhalb der Wasseroberfläche alles in Ruhe betrachten.
Keine Störungen durch Lichtbrechung oder Oberflächenbewegung.
Still ruht dann der See. ![]()
Gruß
Hajo
Hallo Torben,
die Stacheln werden bei gutem Futter schnell wieder nachwachsen.
Wenn er aber erneut tagsüber auf Wanderschaft geht, könnte das wieder Einfluss auf seine Frisur haben.
Was machen die anderen Igel? Zeigt der Sohal kein Interesse an diesen Vertretern? Ich möchte nur zu gern wissen, ob mit der Abwesenheit des Diadem der Sohal seine Attacken an den anderen Igeln fortführt oder ob die Aggressionen ausschließlich dem Diadem galten.
Gruss
Hajo
Hallo zusammen,
bislang habe ich alle Röhren mit einem Pfropf Korallenkleber versehen.
Das hilft, denn sinnloses Abbrechen ist wenig hilfreich.
Demnächst werde ich mich bei diesem Problem gerne an die Hummelschnecke erinnern.
Gruss
Hajo
Hallo Hans-Werner,
man wird den Sohal ja nicht fragen können, was er denkt.
Man kann ihm aber eine gewisse Intelligenz im Umgang mit der pflanzenfressenden Konkurrenz bescheinigen.
Was mich momentan umtreibt, ist die Frage, wie erkennt dieser Fisch den Diadem als Diadem?
An der Länge der Stacheln?
Das führt zur weiteren Frage: Woran kann der Fisch einzelne Seeigelarten voneinander unterscheiden? Etwa die Form und/oder die Bewegungsweise der Stacheln?
Es ist zu vermuten, dass er Unterschiede kennt, denn das wird beim Verhalten des Sohal in Torben`s Becken deutlich. Viele pflanzenfressende Stachler sind vorhanden, doch nur der Diadem wird angegangen.
Versuche mit Predatoren wie Drücker, Schnapper und Lippfisch haben ergeben, dass es im Endeffekt beim Erkennen ihrer Leibspeise keinen großen Unterschied gibt. Sie haben kein spezielles Diadema-Beuteschema. Sie achten hauptsächlich im Riff auf die Bewegungen von Stacheln.
Einige seeigelfressende Fische haben gelernt, dass Langstachler, wie der Diadem, besser zu knacken sind, als Kurzstachler, die ihre Stacheln bei Gefahr „einrollen“ können. Dieses, durch eng anliegende Stacheln so geschützte Konstrukt, in Form einer rollenden Kugel, ist wohl umständlicher zu fassen, als der Stachelwald des Diadem.
Ein grosser Schnapper wird jeden Seeigel mit einem Happs verdrücken, inklusive seiner Stacheln.
Der Drücker löst sein Igelproblem mit eigenen Methoden.
Beide sind Räuber, wogegen der Sohal ein Weidegänger ist. Man kann verstehen, dass die Räuber die natürlichen Abwehrmechanismen der Igel ausser Kraft setzen können. Gelernt ist schliesslich gelernt. Das trägt zur Arterhaltung bei.
Der Sohal greift zu anderen Methoden, um sich vom Konkurrenzdruck der Diadem zu befreien. Selbst, wenn er die Stacheln bis auf die Stümpfe abkauen würde, wird er das nur in der Enge des Beckens erreichen, wo dem Diadem bei der Attacke die natürlichen Fluchtpunkte (Schutz in Form von tiefen Spalten, Höhlen) fehlen. Fressen würde er ihn kaum können. Dazu fehlen ihm die anatomischen Voraussetzungen. Ausserdem ist Aggressivität nicht gleichzusetzen mit Fresstrieb. Das sind zwei verschiedene Dinge.
Das bringt mich wieder zu der Frage, wie unterscheidet der Sohal (oder eine andere Doktorfischart) den Diadem von anderen Seeigeln? Konkurrenten im Riff sind sie ja allesamt. Der Fisch erkennt mit Sicherheit die Gefahr, die von den Kohorten des grössten, artfremden Pflanzenrasierers der Riffe seinen Weidegründen droht. Da aber bekannt ist, dass er sich in seinem natürlichen Revier jeglicher Futterkonkurrenz entledigt, erstaunt es mich umso mehr, dass er in Torben´s Becken zwischen den algenfressenden Seeigel unterscheiden kann. Oder ist das nur eine Laune des Fisches? Oder doch eine Verstandsleistung?
Die man überprüfen könnte, wenn man zeitweise den Diadem aus dem Becken entnehmen würde. Was passiert dann mit den übrigen Seeigeln?
Ich kenne im Moment nicht den weiteren Status um den Zwist Sohal/Diadem. Vielleicht sind meine Gedanken bereits Makulatur und es stellen sich andere Probleme? Interessant finde ich es allemal.
Gruß
Hajo
Hallo Hans-Werner,
ich brech mir keinen Zacken aus der Krone, wenn ich nicht auch andere Meinungen zu diesem Thema akzeptieren würde.
Einigen Berichten zufolge sind die Häufigkeit und Weideaktivitäten von pflanzenfressenden Fischen und Diadem-Seeigeln wie eine Wippe zu sehen. Hohe Diadem-Dichten unterdrücken die Dichten von pflanzenfressenden Fischen und deren gesamter Population im Riff. Und umgekehrt. Beide Arten haben eine ergänzende Rolle in der Kontrolle von Algen bezw. Aufrechterhaltung der Bioversität in den verschiedenen Riffabschnitten. Das bringt mich zum Sohal.
Territorial veranlagten Fischen gelingt es stellenweise durch aggressives Vorgehen, sich die pflanzenfressende Konkurrenz vom Leibe zu halten. Manche Riffbarsche verteiben auf diese Art Seeigel aus ihren Revieren , indem sie diese durch permanentes Zupfen an den Stacheln in die Flucht schlagen.
Das Gebiet von A. sohal wird ebenfalls gegen pflanzenfressende Eindringlinge verteidigt, wobei das in erster Linie wohl Artgenossen und Papageifische etc. sind. In letzter Instanz könnten es aber auch Seeigel sein.
Das hat den Berichten aber zufolge, dass innerhalb des zu kontrollierenden Gebietes die Algenpopulation zunimmt, was negative Folgen für manche Korallenart darstellt.Wogegen in den Gebieten ausserhalb des Territoriums, die Algen sich dem Frassdruck der vielzähligen Konkurrenz nicht entziehen können. Es sieht so aus, dass in diesem Fall der Sohal, es könnte auch eine andere Art aus der Familie der Acanthuridae sein, seine natürlichen „Aufräumarbeiten“ unter den Pflanzenfressern so konsequent erledigt, dass diese Strategie in seinen Genen verankert ist und er dieses aggressive Verhalten auch im Aquarium nicht verlernt.
Gruß
Hajo
Hallo Hans-Werner,
Fische sind zwar nicht besonders schlau, aber sie wissen genau, wo das Futter herkommt.
Neuankömmlinge lernen es schnell am Verhalten der Alteingesessen und je nach angeborenem Angstverhalten und artspezifischer Vorsicht finden sie sich vor der Scheibe ein.
Deinen Versuch mit den Dosen haben sicherlich schon etliche Aquarianer praktiziert. Allerdings ist wohl dabei nicht die Farbe der Dosen entscheidend, sondern die Dose als Behälter überhaupt. Meine Teichfische verhalten sich ähnlich.
Die Fische kennen genau den Platz, an dem sich die Futterdosen befinden. Nämlich rechts oberhalb der rechten Beckenseite, auf einem Regal. Meine Bewegungen vor dem Becken werden zwar registriert, scheinbar ohne grosses Interesse. Mehrere Personen vor der Scheibe führen zu schreckhaftem Verhalten, da bei der Speisung der ganze Haufen mehr als eine Person nicht gewohnt ist. Dieses Verhalten konzentriert sich also in Erwartung von Futter nur auf eine einzelne Person. Erwartung heisst hier aufmerksame und höchst konzentrierte Beobachtung der Situation vor dem Becken.
Auf- und Abgehen der Einzelperson vor dem Becken wird ohne grossen Enthusiasmus registriert. Doch wenn mein Arm in Richtung oberes Regal geht, setzt die ganze Meute zum Sprint an die Wassergrenze an. Die Reizsituation entsteht primär nicht über die Dosen, sondern über den Griff nach ihnen. Diese Armbewegung ist endlos reproduzierbar und funktioniert im Ergebnis sogar ohne Dosen an anderer Stelle. Weniger beim Öffnen der Unterschränke. Die Fische haben gelernt, dass dort nichts zu holen ist. Soweit zu diesem Thema.....
Ich hatte eingangs schon bedauert, das es nur sehr spärliche Berichte über dieses seltsame Verhalten von Doktorfischen gibt. Vielleicht ist mehr bekannt, doch mir nicht zugänglich.
Warum eigentlich nur bei Acanthurus-Arten und nicht auch bei Zebrasoma & Co.? Diese Art ist doch eher stärker an das Riff gebunden, als die Mitglieder grosser Schulen?
Diese Aktionen fussen leider nur auf Aquarienberichten, die diese Merkwürdigkeiten bereits früher unbefangen an den Tag brachten und Ergebnisse nicht weiter verfolgt wurden. Ist das nur Zufall unter Aquarienbedingungen und/oder Frust von besonders bewegungsfreudigen Fischen?
Innerartliche, sowie zwischenartliche Attacken (Kampfverhalten auslösende Schlüsselreize) unserer Flossenträger sind allseits bekannt und nicht selten im Aquarium zu beobachten.
Richtigerweise beschreibst du z. B. die Haremsstruktur des Sohals in einem Revier, dass es zur Arterhaltung zu verteidigen gilt.
Da das Revier gross, die Strecken lang und die Konkurrenz allgegenwärtig ist, scheint es mir nicht schlüssig, ob der Fisch auch noch den Drang verspürt eine artfremde „Konkurrenz“ aus seinem Territorium zu vertreiben. Die sich dummerweise auch noch tagsüber schwer zugänglich in Spalten des Riffs versteckt.
Ich möchte mich in meinen Betrachtungen nicht auf den Sohal festlegen, da ander Acanthurus ja ebenfalls dieses Verhalten zeigten. Der Sohal ist in Brandungszonen und oberen Riffabschnitten unterwegs. Deswegen sein ausgeprägter Bewegungsdrang. Warum in seinem strömungsreichen Revier gerade gezielt Diademseeigel als Nahrungskonkurrenz attackieren wollen, wo doch diese Art ruhige Zonen beheimatet und auf jede starke Stömung unangenehm reagiert? Macht für mich im Augenblick keinen Sinn.
Obwohl man in den Mägen Dutzender Fischarten (allein in der Karibik mehr als 27 Arten) Reste von Seeigeln gefunden hat, die keineswegs nur den Gelüsten von Drückern oder grossen Lippfischen zugeordnet wurden, wäre solch ein Fressverhalten bei bestimmten Doktorfischen vielleicht nicht ganz auszuschliessen. Man kann es nur vermuten, da das Vorgehen eine gewisse Sytematik zu beeinhalten scheint. Oder zeigt das doch nur eine weitere Stufe der Aggressivität unter den Bedingungen von Gefangenschaft und Einengung in einem geschlossenen System?
Meine Kernfrage ist viel einfacher Natur: Zeigen die Aquarienbeobachtungen beginnende Verhaltenstörungen oder zeigen sich hier natürliche Aktivitäten?
Zeitlebens habe ich Doktorfische gepflegt. Acanthurus, Zebrasoma, Ctenochaetus, Naso. Mit Seeigel-Gesellschaft und auch ohne. Diese Attacken sind mir fremd. Weniger fremd sind Attacken der eigentlichen Nahrungskonkurrenten untereinander. Es muss noch nicht einmal die gleiche Art betreffen. Die Begegnung von Ctenochaetus mit einigen Blenniden kann ebenfalls zu Dramen führen.
Gruß
Hajo
Hallo Daniel,
ich wünsche dir viel Freude mit dem Gelben!
Gruss
Hajo
Hallo Hans-Werner,
auf meine Kontinenz achte ich schon.... ![]()
Wann und wie soll ein Acanthurus gelernt haben mit einer artfremden Futterkonkurrenz umzugehen? Vielleicht bei extremster Nahrungsknappheit? Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass beim Einfallen der Schulen in das Riff, sich umständlich mit den Seeigeln um die Weidegründe gestritten wird. Da wird sich nicht lange aufgehalten - Ratzfatz zum nächsten Riffabschnitt und weiter. Wobei die Tagesaktivitäten von Seeigeln und Doktorfischen auch zeitlich auseinander liegen.
Drücker sind eine andere Fakultät. Die anatomischen Voraussetzungen sind grundverschieden, was z. B. Maul und Kiefer angehen. Der Drücker ist der natürliche Feind der Seeigel. Der Acanthurus könnte das im Laufe der Evolution erlernt haben.
Der Seeigel wird vom Drücker entweder durch Anblasen zur Seite gekippt, sodass er über die Mundseite an die Innereien kommt.
Versteckt lebende Seeigel werden ebenfalls erbeutet. Gelingt es nicht, sie aus dem Unterschlupf zu ziehen, werden die Stacheln bis zu den dicken Enden abgebissen, bis der Seeigelkörper herausgezogen und von oben aufgefressen werden kann. Dieses gezielte und systematische Vorgehen spreche ich bei einer reinen Futterkonkurrenz einem Acanthurus ab.
Aber vielleicht gibt es noch andere Vermutungen zu diesem Thema?
Da dieses Vorgehen nicht alleine dem Sohal zugeschrieben werden kann, es gibt ähnliche Reaktionen anderer Acanthurus-Arten, allerdings nur unter Aquarienbedingungen, kann man nur vermuten und nichts Schlüssiges beweisen. Für mich ist es gut möglich, dass der Sohal, wie viele andere Meeresfische auch, Seeigelfleisch als Nahrung bevorzugt. Magenuntersuchungen an vielen anderen Fischarten haben das bestätigt. Meiner Meinung nach erkennt der Fisch den Seeigel nicht als Konkurrenz zum Futter, sondern als Teil seiner Nahrung.
Gruß
Hajo
Mit 4-5cm müsstest du erst einmal auskommen. Nachbessern geht immer.
Gruss
Hajo
Ja, Sandschicht ist erst einmal O.K.
Nein, der Lippi baut sich keine Hütte.
Gruss
Hajo
Wenn schon Schwimmschule, dann macht es mehr Sinn, besser den Alteingesessenen dort für ein paar Tage unterzubringen. Das wirkt manchmal Wunder.
Gruss
Hajo
Hallo Daniel,
das Nachsetzen ein und derselben Centropyge-Art kann Stress für den Neuankömmling bedeuten. Kann, aber muss es nicht!
Die Situation beruhigt sich relativ schnell, soweit der nachgesetzte Fisch kleiner ist. Bei gleicher Größe kann das Gezanke länger anhalten und ist manchmal nichts für schwache Nerven. Dieser Vorgang ist völlig normal und dient einer späteren sozialen Bindung.
Deshalb ist es schlauer, vorher von der Größe des Neuerwerbs eine Vorstellung zu haben.
Du kannst natürlich den Neuankömmling in einer Schwimmschule für ein paar Tage verweilen lassen. Man hat sich dann schon mal gesehen und du kannst die weiteren Reaktionen beobachten.
Ich habe selten zur Schwimmschule gegriffen. Bei Centropyge eigentlich nie.
Lass dir aber gesagt sein, dass es keine sichere Methode ist, aus einem "Gefängnis" Freundschaften zu schliessen.
Die Wahrheit zeigt sich erst später mit der Freilassung des Neuen. Den Lippfisch kannst du gleich ins Becken befördern. Ich hoffe, die Sandschicht ist ausreichend hoch.
Gruss
Hajo
Hallo Daniel,
es gibt noch etwas nachzutragen......
Da die uns bekannten Fressfeinde von Turbellarien fast ausnahmslos keine Futterspezialisten sind (bis auf eine Ausnahme: Chelidonura varians) kann es durchaus sein, dass das Interesse der Lippfische nicht besonders gross ist, da ja in deinem Becken noch anderes Verwertbares vorhanden sein wird.
Normalerweise ist die Gattung Halichoeres dafür bekannt, mit Würmern jeglicher Art aufzuräumen. Hexataenia und Synchyropus sagt man das Verhalten ebenfalls nach, wobei es hier gegenteilige Beobachtungen zu geben scheint.
Halichoeres-Arten sind zu empfehlen, wobei es bei den Arten hin und wieder auch unterschiedliche Vorlieben geben kann.
Du solltest es ausprobieren.
Gruss
Hajo
Hallo Daniel,
wenn du dich auf 2 zusätzliche Fische beschränken willst oder musst, dann empfehle ich dir auf jeden Fall einen zweiten Centropyge acanthops!
Den Zitronenlippfisch Halichoeres chrysus würde ich nur einzeln pflegen, da kurz über lang, aus zwei getrenntgeschlechtlichen Tieren zwei Männchen erwachsen werden. Diese werden sich gegenseitig nicht dulden und damit ist Stress vorprogrammiert. Die Konstellation als Paar ist zwar interessant zu beobachten. Es bringt in normalen bis mittelgrossen Becken aber nicht den Erfolg, den man gerne hätte.
Um die Planarien kann sich auch ein einzelnes Exemplar Halichoeres gut kümmern.
Gruss
Hajo
Hallo Stefan,
ich würde den Algen keine so grosse Bedeutung beimessen, oder wie die bayrische Mundart sagt - kein G´schiss darüber machen.
Die biologische Ablaufkette ist noch nicht beim letzten Glied und die frischen mineralischen Bestandteile des Sandes fördern momentan das Wachstum der Algen enorm. Gleiches gilt bei der relativ starken Beleuchtung auch für die Seitenscheiben.
Wir unterliegen einem Irrtum, wenn wir jetzt glauben, dass nun die Chemie alles richten soll oder kann.
In solchen Fällen, und diese Probleme tauchen immer wieder bei Neueinrichtung oder beim Wechseln des Bodengrundes auf, darf man ruhig einmal auf nützliche Helfer zurückgreifen, die von Natur aus diesen Dienst als Lebensgrundlage erledigen. Wo sind eigentlich (rechtzeitig) die vielen Schnecken, die eigentlich in Scharen auf den Scheiben zu sehen sein müssten. Zumindestens deren Frasspuren. Wenn ich morgens diese Spuren sehe, weiss ich um das Vorhandensein der Truppen und helfe gern mit dem Magneten etwas nach.
Wo sind der oder die Fische, die sich um die Beläge des Gesteins oder auch der Scheiben kümmern könnten?
Meine Becken habe ich immer unter dem Gesichtspunkt angelegt, dass in den Anfängen möglichst viele Algenfresser dem zu erwartenden Algendruck gegenüber standen.
Hier ein Beispiel, wer als Flossenträger dafür infrage kommen könnte. Der Ctenochaetus raspelt und lutscht alles ab, was auch noch so entfernt aus grünen oder gelbbraunen Überzügen besteht. Bodengrund wie Scheiben (Foto). Man beachte das ausgestülpte Maul!
Gruß
Hajo
Hallo HW
Das wäre zu hoffen. Außerdem würde für deine Vermutung noch die Tatsache sprechen dass nur dieser Seeigel, der Algen frisst, angegangen wird. Die anderen scheinen hauptsächlich Kalkrotalgen zu verspeisen.
Der Diadem (einen Vertreter dieser Art vermute ich einmal) ist omnivor veranlagt und keineswegs ein reiner Algengaenger. Er macht sich auch über Kalkrotalgen her, und leider zum Leidwesen einiger Aquarianer auch hin und wieder über coralline Lebewesen. Das hat er auch gemein mit vielen seiner anderen Brüder und Schwestern.
Als Nahrungskonkurrenz müsste er (Sohal) dann alle vorhandenen Seeigel erkennen und nicht nur eine bestimmte Art.
Gruss
Hajo
Hallo Torben,
das Verhalten deines Sohals ist keineswegs alleinstehend. Es gibt Beobachtungen unter Aquarienbedingungen mit Acanthurus coeruleus, Acanthurus leucosternon und Paracanthurus hepatus.
Leider sind diese Berichte nur kurz angerissen und nicht weiter vertieft worden.
Gruss
Hajo
Hallo zusammen,
ich denke nicht, dass eine Vertreibung im Vordergrund steht.
In der Natur finden wir Docs und Seeigel zusammen in einem Biotop. Man kennt sich seit Beginn der Evolution. Man weiss auch um die teils giftigen Stachelspitzen der Igel. Warum sollte ein Doktorfisch das Risiko eingehen, eine für ihn zumindestens unangenehm ausgehende Situation zu provozieren?
Attacken beginnen in solchen Fällen (Vertreibung) mit Schlägen des Schwanzes . In härteren Fällen wird auch mal nach dem Gegner geschnappt.
Meine Kaiser attackieren hin und wieder auch die Seeigel. Nicht die Stacheln, sondern die kleinen Saugfüsschen haben es ihnen angetan. Das ist keine permanente Belästigung und schon gar nicht eine Tätlichkeit mit dem Ziel einer Vertreibung. Es ist der Reiz auf Unbekanntes. Es könnte ja etwas Fressbares sein. Die Igel fuchteln in diesen Fällen wie wild mit ihren langen Stacheln, bis die Vorsicht überwiegt und das Interesse der Fische nachlässt. Hier würde ich auch die Neugier ausschliessen, denn beide Tierarten sind sich jahrelang in den ausgetretenden Pfaden der Beckenwelt begegnet. Ich würde die Reaktion des Sohal als eine Mischung aus Neugier und Reiz auf relativ Unbekanntes (Fressbares) deuten, gemischt mit einer Portion Ungeduld.
Gruß
Hajo
Hallo Torben,
vielleicht hat er etwas zwischen den Zähnen und nutzt die Stacheln als Zahnstocher?
Nee, bestimmt nicht.
Da aber die verschiedensten Arten der Doktorfische mit zunehmendem Alter in der Gefangenschaft auch carnivoren Gelüsten nicht abgeneigt sind, was sicherlich auch in der Natur zu ihrer Entwicklung gehört, möchte ich nicht ausschließen, dass diese Verhaltensweise nicht unbedingt eine Verhaltensstörung ist, sondern die Reaktion auf Mangel an bestimmten Stoffen. Vielleicht will er an die fleischigen Saugfuesschen?
Dein Becken ist gross genug um den enormen Bewegungsdrang des Fisches nicht einzuschränken, sodass eine psychische Störung unwahrscheinlich ist. Ab und an ist auch Langeweile ein Punkt, der beachtet werden sollte. Fällt bei deiner vielzaehligen Fischgesellschaft ebenfalls flach.
Gruss
Hajo
Nicht schlecht, Herr Specht! ![]()
Gruss
Hajo
Hallo Hans-Werner,
ja, bei mehreren Mündern scheiden Fungia und Cycloseris natuerlich aus.
Es könnte bei der Betrachtung in Richtung Sandalolitha gehen, die im Gegensatz zu Herpolitha eine rundere Wuchsform aufweist. Aber eine Sandalolitha in dieser Farbe habe ich noch nicht gesehen.
Leider werden die verschiedenen Arten oft unter Fungia spec. zusammengefasst und somit meistens eine schnelle Identifikation erschwert. Hat vielleicht die Ursache in der Vereinfachung von Angaben auf den Stocklisten des Handels? Individuelle Artenschutzauflagen werden so ausgehebelt. Wer schaut bei einem Sammelbegriff schon genau hin?
Aber das ist jetzt nicht das Thema...,
Gruss
Hajo
Hallo Tobias,
sieht nach Fungia-Verwandtschaft aus, hat allerdings mehrere Münder, also eher keine Fungia sondern eher Sandalolitha oder ähnliche.
Gruß
Hans-Werner
Hallo Hans-Werner,
Es mag so ein, aber festgezimmert ist das nicht bei dieser Spezies.
Ich habe z. B. eine Heliofungia mit 2 Muendern. Das habe ich bei dieser Art auch nicht glauben können.
Gruss
Hajo
Moin HajoHast Du schon mal an einer Nacktschnecke gerochen??
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Das bezog sich auf den Geruchsinn der Würmer. Aber ich glaube, du hast mich schon verstanden.
Und ja, ich habe schon an manch nackter "Schnecke" gerochen. Und blau waren die auch manchmal.....
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Frohe Pfingsten!
Gruss
Hajo
Bedauerlich. Ich grueble noch immer über diesen Vorfall nach.
Borstenwuermer sind Resteverwerter, also mehr oder weniger Aasfresser.
Was soll also solch ein Wurm mit einem lebenden Objekt? Es riecht noch nicht einmal interessant.
Attacken gegen lebende Schnecken sind allerdings vom Leopardstrudelwurm oder anderen Strudlern bekannt.
Kann vielleicht solch ein Individium infrage kommen?
Würmer sind nicht gleich Würmer und irren ist menschlich. ![]()
Gruss
Hajo
Hallo Stefan,
dein Bericht hat mich total überrascht. In meinen Becken sind seit Generationen Borstenwuermer vorhanden (bei wem eigentlich nicht?). Es gab in dieser Richtung nie Probleme. Die Möglichkeit mit einer Borstenwurmfalle die Biester zu fangen oder zumindestens abzulenken ist eher als gering einzustufen. Versuchen sollte man es trotzdem. Vielleicht werden sie durch den Koeder abgelenkt? Das ist jetzt alles reine Theorie. Der Erfolg mit der Schnecke ist unbestritten. Die Situation ist mehr als unbefriedigend.
Gruss
Hajo
