Hallo zusammen!
Das ist wieder einmal eine von diesen, immer wiederkehrenden Situationen, wo sich das Fehlen eines Übergangbeckens negativ bemerkbar macht. Der Sinn und Zweck eines solchen Behaeltnisses wird erst erkannt, wenn die ersten Todesfälle auftreten.
Seit „Ewig Gedenken“ predige ich den Vorteil dieser Einrichtung.
Aber kaum einer versteht es. Es wird einfach ignoriert. Oder wegdiskutiert.
Dabei ist diese Massnahme der einzige Weg seinen alten Bestand nicht zu gefährden!
„Mir wird schon nix passieren.“ „Mir ist noch nie etwas passiert.“ „Mein Händler hat nur gesunde Fische.“
Wer das glaubt, wird bald das Vertrauen verlieren. Das kann ich versprechen.
Im Handel ist die Mortalität an Fischen nicht gerade unbedeutend.
Wer kennt sich überhaupt noch mit Fischkrankheiten aus?
Wie oft werden versteckte Krankheiten dem Kunden unterschlagen?
Letztes Jahr hatte ich von einem Vorfall berichtet, der beileibe kein Einzelfall war. Die Kundin bekam an Cryptoration erkrankte Fische eingepackt.......
Viele Fische werden vor dem Verkauf, sei es beim Exporteur oder später beim Grosshandel, in einem Desinfektionscocktail gehalten. Zusätzlich wird die Dichte herabgesetzt.
Setzt man diese Fische ohne Zwischenhalterung, d. h. ohne Anpassung an die Wasserchemie ins heimische Aquarium, werden die Fische das nicht immer überstehen.
Nun wird nicht jeder direkt über den Grosshandel einkaufen.
Doch der Einzelhandel wird diese meist geschwächten Fische in vielen Fällen ebenfalls Medikamenten aussetzen.
Der Standard ist Kupfer und/oder Antibiotika. Alle andere Chemie ist auf kurze Distanz wirkungsarm. Ebenso die UV Bestrahlung, weil nur auf langer Strecke effektiv.
Die so behandelten Fische zeigen anschließend äußerlich keine krankhaften Symptome mehr und wechseln so den Besitzer.
Selbst wenn man sich mit Fischen etwas auskennt, die krankhaften Veränderungen innerer Organe, hervorgerufen durch die Chemiebruehe, werden oft erst zu einem späteren Zeitpunkt bemerkt.
Würden nun die Informationen über die vorausgehenden "Behandlungen" an den Kunden weitergegeben, könnte dieser, sofern er sich mit den Folgen auskennt, dem Fisch einen sanften Übergang ins heimische Becken ermöglichen. Unter „sanftem Übergang“ ist der Aufenthalt in einem separaten Behältnis zu verstehen.
Was wären dann die Folgen einer sofortigen Umsetzung ins heimische Becken?
Ich denke da in erster Linie an das z. B. Ablösen der Schleimhaut (Folgen einer Kupferbehandlung).
Der Fisch besitzt in diesem Zustand nicht mehr den natürlichen Schutz und wird äußerst anfällig gegen Bakterien, Pilze und Flagellaten. Physisch geschwächt und ohne den Schutz seiner natürlichen Schleimhaut, wird es im neuen Revier ein Kampf ums Überleben. Nicht nur seine Kondition ist geschwächt, sondern die Anfälligkeit gegen Krankheitserreger wird steigen. Ende offen.
Wie löse ich das Problem?
So etwas geschieht mithilfe eines Übergangbeckens, in dem der Fisch auf Herz und Nieren geprüft werden kann.
Treten keine Krankheitssymptome innerhalb der nächsten Wochen auf, wechselt der Fisch in sein neues Quartier.
Die erwähnten Symptome können auch auf andere Ursachen hinweisen. Da hilft eigentlich nur eine bakteriologische Untersuchung. Es ist nicht leicht, ohne sehr genaue Kenntnis der gesamten Vorgeschichte Empfehlungen zu geben. Der Kontakt zur TiHo oder zu einem geeigneten Tierarzt ist der sichere Weg, um die Hintergründe zu verstehen.
Danach kann man geeigneten Massnahmen ergreifen.
Gruß
Hajo (der Rufer in der Wüste)