Beiträge von hajo

    … hat mir ein Importeur bei Nürnberg schon vor ungefähr 30 Jahren (+/- 1 Jahr) versichert, dass ihre Verluste unter 10 % liegen ... :confused_face: Ich habe noch nicht bei/für einen Importeur gearbeitet.
    Grüße

    Hans-Werner

    Elvis lebt! Das Gerücht hält sich auch schon Dekaden. :grinning_squinting_face:

    Ich zweifele stark an den Werten.
    Erstens, weil die Realität, die ich sehe, eine andere ist.
    Zweitens ruft das Problem die Wissenschaft auf den Plan.
    Das ist für mich ein Indiz, dass die allgemeinen Diskussionen um die hohe Sterberate nicht aus der Luft gegriffen sind.
    Zum Beispiel wurden Untersuchungen getätigt, die sich auf die Verweildauer der Fische in der Tüte bezogen. In Abhängigkeit von der Groesse des Fisches und der Dauer des Transportes.
    Im Ergebnis lagen auch diese Zahlen eher bei über 20% Sterblichkeit.
    Die Sterblichkeit oder das Siechtum vor und nach dem Transport war nicht Ziel dieser Untersuchung. Das ist wieder eine andere Baustelle.
    Es zeigt mir aber, dass man versucht Mittel und Wege zu finden, um den Verlusten Herr zu werden.
    Das allein ist ein Grund optimistisch zu sein. Auch der Handel sollte es sein. Er kann nur von gesunden Tieren profitieren.
    Gruss
    Hajo

    moin hajo,

    globaler handel...

    kenne zwar keine verluste bei den fängern und in den töpfen der exporteure aber die verluste bei den großhändlern und auch hier liegen im unteren einstelligen prozentbereich.

    die unteren einstelligen Prozente sind wenig glaubhaft.
    Wenn die meisten Fische ihre Reise zu ihrem endgültigen Bestimmungsort ueberleben würden, würden auch weniger Exemplare gefangen.
    Es muss das Ziel sein, den erfolgreichen Transport von Meerwasserfischen aus der Wildnis und aus Aquakulturen zu fördern und so zur Erhaltung der Bestände beizutragen.
    Es gibt eine Vielzahl von Forschungsartikeln, die sich mit dieser Materie beschäftigen.
    Unter dem Strich wollen alle die Mortalität senken.
    Wäre es kein Problem, dann würde sich auch keiner damit beschäftigen wollen.
    Über eine Spätsterblichkeit ist noch gar nicht gesprochen worden.....
    Gruss
    Hajo

    Hallo zusammen!

    Damit sich dort vor Ort die Lebenssituation der Fischer ändern kann, bedarf es national sozialpolitischer Anstrengungen, welche dazu führen können, die Einkommen der Fischer auf anderen Ebenen zu sichern.
    Andererseits sind Aquakulturen in einigen Gebieten, z. B. für die Korallenzucht, auf dem Vormarsch und zugleich ein wichtiger Arbeitgeber für die Leute in den Küstenregionen.
    Seit vielen Jahren ein Aushängeschild: Walt Smith, Fidji. Ein Beispiel von vielen....

    Als Stein des Anstoßes wird hauptsächlich die hohe Sterberate der Fische diskutiert.
    Das vorrangige Ziel bei allen Bemühungen sollte sein, die Mortalität der Tiere deutlich zu senken.
    Dazu gehört der absolute Verzicht auf Giftfang, Betäubungsmitteln und ein Konsens über Schutzmassnahmen zur Verhinderung von illegaler Entnahme und kriminellem Handel.
    Solange die Wirtschaftlichkeit mit den Tieren einen hohen Stellenwert in den ostasiatischen Regionen einnimmt, die Regierungen aus bestimmten Gründen dies auch noch fördern, solang wird uns dieser Zustand erhalten bleiben.
    Wir echauffieren uns heute über die Sterberate der Fische und übersehen dabei geflissentlich die im Laufe der Jahre verbesserten Transportbedingungen. Ja, die sind nicht zu verleugnen.
    Die heutige Sicht auf die Dinge ist unvollkommen, solange nicht die weitaus schlechteren Bedingungen früherer Jahre mit angesprochen werden.
    Zu damaliger Zeit waren die Becken der Händler voll mit den unterschiedlichsten Exoten.
    Dort tummelten sich Allesfresser wie auch Nahrungsspezialisten.
    Der Nachschub an Fisch schien unendlich.
    Die Logistik arbeitete zeitaufwendig, die Mortalität war entsprechend hoch.
    Das „Kellergeschäft“ war stellenweise verbreitet und jeder Zausel konnte ein Gewerbe anmelden und die empfindlichsten Tiere im privaten Keller verhökern. Ob qualifiziert oder nicht.
    Nun sind wir nicht mehr in den Anfängen der Meerwasseraquaristik.
    Das bedeutet aber nicht, dass sich auf diesem Gebiet großartig etwas geändert hat.
    Die Logistik hat sich verbessert, die Fische sollten eigentlich weniger Stress ausgesetzt sein.....

    Im Jahre 1998 wurde eine Organisation ins Leben gerufen, die eigentlich unsere heutigen Probleme
    vergessen lassen wollte:

    MAC
    „Die Marine Aquarium Council (MAC) ist (war) eine gemeinnützige Verwaltungsorganisation mit Sitz in Los Angeles, Kalifornien.
    MAC wurde gegründet, um den Fang von Meerwasseraquarienfische zu fördern und zu zertifizieren, den Großhändlern und Händlern den Verkauf und die Lieferung von Fischen, Korallen und Wirbellosen ökologisch nachhaltiger Importe zu erleichtern, und die Relevanz und Wirksamkeit mit lebenden Fischen im Handel zu optimieren.
    Der Marine Aquarium Council wurde 1998 gegründet, um ein universelles System von Standards im Handel mit Meerwassertieren zu schaffen.
    MAC arbeitet mit Naturschutzbeamten, Fischereien, Importeuren und Großhändlern zusammen, um Zertifizierungsprogramme für die Fischerei auf den Philippinen, Indonesien, Fidji, Hawai und Großbritannien zu entwickeln. Die Einhaltung der Standards ist freiwillig.
    MAC stellt Fischereibescheinigungen für Fischereien, Importeure, Exporteure und Einzelhändler in ganz Südostasien, Nordamerika und Europa aus. MAC-Zertifizierung ist derzeit das einzige Programm dieser Art, das Groß- und Einzelhändler einen Nachweis über die Umweltverantwortung und die ethische Behandlung von Meereslebewesen bietet.“

    In Deutschland machte sich im Jahre 2007 u. a. Claude Schuhmacher für diese Regelungen stark:
    „Da aber dieses Thema, hier in Deutschland bisher absolut vernachlässigt wurden, (oder kennen Sie lieber Leser schon ein Unternehmen das nach den Standards des MAC arbeitet? ) möchten wir nun die derzeit wohl einzig zertifizierte Firma nach dem MAC Standard hier auf Korallenriff.de vorstellen etc, etc.
    Es wäre zu wünschen das sich gerade in dieser Frage auch unsere Leser mehr engagieren würden. Liebe Leser, fragt bei Eurem Händler nach dem MAC Zeichen, es liegt an Euch ob es in Zukunft so wie bisher weitergeht, oder ob man nicht doch in Deutschland ein wenig mehr Interesse für dieses sehr lobenswerte Vorhaben der MAC zeigt.“
    Ein Wunsch, der leider nur ein Wunsch blieb.

    So die Historie.

    MAC hörte 2008 auf zu existieren :!:

    Man mag das Ende dieses Projektes bedauern oder gar begrüßen. Es entwickeln sich damals unterschiedliche Meinungen.
    Es hat schon immer einen anderen Blick auf die Dinge gegeben. Warum nicht auch hier?
    Der Fischer, der Händler und auch der Endabnehmer urteilen aus unterschiedlichen Gründen über Sinn oder Unsinn zertifizierter Handelsketten.
    Der springende Punkt für mich sind die Verluste!
    Seien wir doch einmal ehrlich. Wenn es keine Verluste geben würde, wo wäre dann die Kritik?
    Findet man Mittel und Wege, die Verluste zu minimieren, ist das Hauptproblem vom Tisch.
    Solange es auf diesem Gebiet immer noch ungelöste Interessenskonflikte in Sachen "Deutungshoheit" zwischen den jeweiligen Verbänden gibt, wird es kaum Einfluss auf den globalen Handel haben.
    Organisationen jeglicher Couleur gibt es genug. Man muss sie nur bündeln.

    Gruß
    Hajo

    moin,
    ähnlich sehe ich das auch.

    wenn die "einheimischen" dafür von den staaten der "ersten" welt bezahlt werden, dass sie den regenwald "pflegen", ist das der beste schutz schlechthin.

    Die größte Schwierigkeit der Welt besteht nicht darin, Leute zu bewegen, neue Ideen anzunehmen, sondern alte zu vergessen! (Lec)

    Gruss
    Hajo

    Ja, Hans-Werner,
    die Jäger und Sammler gab es immer. Selten hat ein dickes Portemonne auch Sachverstand.
    In der Top Ten der damaligen Artenliste fanden sich die plakativen Arten, wie Kaiser- und Falter ganz weit oben. Das ist bedingt auch heute noch so.
    Fische der Liebe auf den zweiten Blick, ziemlich weit unten. :frowning_face:
    Die Fischhaltung in der Meeresaquaristik war nur solange populär, wie es keine haltbaren und vermehrungsfaehigen Korallen gab.
    Man kann jetzt weiter spekulieren, was das Verhalten der Leute geändert hat.
    Der Hype auf Korallen, hauptsächlich auf Acropora-Arten hatte den Run auf die Ware Fisch gedämpft.
    Ganz vorne dabei waren Kaiser- und Falterfische.
    Sie verschwanden eine zeitlang vollständig aus den Händlerbecken.
    Womöglich machte der Kunde den Kauf vom Fressverhalten der Arten abhängig.
    Man kann auch annehmen, dass die aufkommende Nano-Aquaristik mit den kleineren Beckengrößen der Pflege von z. B. Pomacanthus-Arten oder Doktorfischen im Weg stand.
    Das Interesse liess jedenfalls schlagartig nach.
    Wer mag schon angeknabberte Korallen?
    Leider war die Angst groesser, als der (Sach)Verstand. So ging auch das Angebot von weiteren Fischarten zurück, denen man zwar dieses Verhalten nachsagte, aber mangels Wissen nicht eindeutig zuordnen konnte.
    Vorsicht wurde zur Mutter der Porzellankiste.
    Vereinzelt sah man sie noch im Handel, jedoch nicht in der grossen Vielzahl vergangener Jahre.
    Bis auf die regelmäßig importierten Fische wurden auch sporadisch solche eingeführt, die manche nur vom Hörensagen kannten. Dann half eigentlich nur der Sachverstand des Haendlers weiter, denn die Informationen früherer Jahre waren versiegt.
    Woher sollten auch plötzlich die Informationen kommen?
    Schei..hausparolen verfestigen sich und trugen wahrlich nicht zur Aufklärung bei.

    In der Riffaquaristik haben aber beide Platz. Fisch, wie Koralle.
    Man muss in erster Linie den Fisch verstehen lernen, um dann die (passende) Koralle einsetzen.
    Nicht anders herum!
    Das klappt auch mit Kaiser- und einigen Falterfischen. Ausnahmen bestätigen die Regel.
    Solange man aber Doktorfische sieht, die aus Nahrungsmangel an Korallen knabbern, wird die Unvernunft Blüten treiben und falsche Schlussfolgerungen werden zu weiteren Missverstaendnissen führen.
    Zum Leid der Fische und letztendlich auch der Pfleger.
    Artenkenntnis führt mit Sicherheit zu einem besseren Verständnis des Zusammenlebens von Fisch und Koralle.
    Das sollte vorrangig unser aller Ziel sein.

    Gruß
    Hajo

    Hallo zusammen!

    Einfuhr und Handelsbeschränkungen sind eigentlich schon immer unterlaufen worden.
    Wenn auch nur partiell.
    Entweder von einzelnen Interessenverbaenden oder von ganzen Staaten bzw. Ländern.
    Ich kann mich noch gut an den damaligen Einfuhrstopp von Kaiserfischen erinnern.
    Deutschland verpflichtete sich streng. Ganz im Gegensatz zu Holland.
    Von dort wurden jene Aquarianer inoffiziell beliefert, die ihre Füsse nicht still halten konnten.
    Über die lokalen Händler lief nichts, doch die "fliegenden Holländer"
    versorgten unter dem Radar über Vorbestellung/Vorkasse ihre deutsche
    Klientel auf diversen deutschen Autobahnraststätten. Tauschgeschäft: Geld gegen Ware.
    Hunderte von Tüten wechselten jeden Monat auf diese Art und Weise den Besitzer.
    Die Szene war ausgetrocknet und jeder (Kaiser)fischliebhaber dürstete nach Nachschub.
    Die Einfuhr von Wildentnahmen ist zwar streng geregelt.
    Aber auch hier gibt es kriminelle Machenschaften, wie auch etliche verunfallte Einfuhren durch Lager- und Transportschäden (Flughafen, Hitze, Kaelte).
    Diese Art von Verlust bleibt in der Regel für den Endkunden unbemerkt.
    Absichtliche Betrügereien mit falscher Deklaration oder CITES kommen leider immer wieder vor.
    Weniger in den Geschäftsverbindungen des Grosshandels, als auf dem diffusen Gebiet des Direktimports.
    Geld setzt kriminelle Energie frei. Weder die Aquaristik noch die Terraristik ist davor gefeit.
    Eigentlich betrifft es den gesamten zoologischen Sektor mit Amphibien, Reptilien, Fische, Vögel etc.
    Beispiele von verdecktem Handel mit geschützten Tieren auf diversen Messen tauchen in den Medien in schöner Regelmässigkeit auf.
    Man kann diese Schwachstellen diskutieren, den Finger in die Wunde legen, oder Verstöße zur Anzeige bringen.
    Wir brauchen für dieses Thema einen nüchternen, normalen Blick.
    Allerdings wo Dreck liegt, muss gefegt werden!
    Sicherlich auch keine hysterische Bevormundung durch durchgeknallte Moralisten.
    Am wenigsten dient eine Blockwartmentalitaet.

    Gruß
    Hajo

    Hallo zusammen,

    Wildentnahmen, bei Fisch oder Koralle, sollten strengen Zertifizierungssystemen unterliegen.
    Weltweit! Sonst wird das nichts.
    Jedes Land sucht hier seinen Vorteil.
    Nehmen wir einmal den "Hauptsünder" USA.
    Im eigenen Hoheits- oder Einflussgebiet sind hohe Strafen an der Tagesordnung.
    Mit importierten Fischen und Korallen wird da weniger kritisch verfahren.
    Die USA hat ca. 64% Weltmarktanteil am Import von Fischen. Bei den Korallen liegen sie sogar darüber. Europa ist mit ca. 15% angegeben.
    Wenn Ernsthaftigkeit das Ziel ist, müssten die USA zum Vorreiter werden. Das ist für mich z. Zt. undenkbar.
    Ausserdem sollten effizientere Überwachungssysteme geschaffen werden, was letztendlich einen Einfluss auf die Langlebigkeit der Tiere in der Gefangenschaft haben wird.
    Leider bekommt man damit noch nicht die Qualifikation des „Endabnehmers“- VERBRAUCHER wäre hier die treffendere Bezeichnung - in den Griff.
    Dieser Punkt ist bei dem Blick auf die allgemeine Sterberate kein unwesentlicher.
    Auch dieses Problem wird sich auch mit den Nachzuchten nicht ändern.
    Aber ein verbessertes Überleben in der Gefangenschaft kann zu einer Reduzierung der Nachfrage führen, und damit die derzeit negativen Auswirkungen in der Handelskette verringern helfen.
    Das hoffe ich!

    Gruß
    Hajo

    Hallo zusammen!

    Natürlich sind die Dinge selten schwarz noch weiss.
    Überfischte Riffe werden oft zum Thema für Nachzuchten gemacht.
    Jährlich werden etwa 11 Millionen tropische Fische, die etwa 1800 Arten umfassen, allein in die USA importiert!
    Der Handel mit Meerwassertieren wird seit Jahren wegen unlauterer Sammelpraktiken kritisiert, die Korallen schädigen und Populationen von Wildfischen vernichten. Mit den künstlichen Nachzuchten erhofft man sich die Riffe und die Rifffische zu schützen.
    So weit, so gut....
    Eine jährliche Liste von Coral Magazin der in Gefangenschaft gezüchteten Meerwasserfischen umfasst etwa 300 Arten oder etwa 17 Prozent der MW-Aquarien-Arten in Gefangenschaft.
    Nur etwa 6 Prozent davon sind jedoch im Handel erhältlich und noch weniger werden als "allgemein verfügbar" eingestuft. :!:
    Jedes Jahr wird diese Liste vervollständigt. An den Zahlen aber sieht man auch den langen und mühsamen Weg.
    Da immer mehr Fische erfolgreich in Gefangenschaft gezüchtet werden, fragen sich einige Wissenschaftler , ob es für die Branche sinnvoll ist, auf Nachzuchten komplett umzusteigen.
    (Die Betonung liegt hier auf „komplett“!)
    Die Tendenz sagt eindeutig Nein.
    Denn Forschungen weisen immer wieder auf den ökologischen und wirtschaftlichen Wert einer gut bewirtschafteten Wildfischerei hin.
    Es gilt hier Anreize für den Schutz von Lebensräumen zu schaffen.
    Das Sammeln und Handeln von MW-Aquarienfischen bietet Küstengemeinden eine wertvolle Einnahmequelle. Seit vielen Jahrzehnten.
    Dies wiederum ermutigt die Gemeinden, das Riffökosystem zu schützen, da ihr Lebensunterhalt davon abhängt. Wer sägt sich schon den Ast ab, auf dem er sitzt?
    Kurz gesagt, eine gut bewirtschafteten Fischerei schafft Werte, und Wert schafft Grund zum Schutz.
    Es kann möglicherweise auch ein Teil einer Gesamtlösung werden.
    Was jetzt die Zucht in Gefangenschaft betrifft.....
    Es kann viel Geld kosten. Eine grosse Herausforderung bei Arten, die noch nicht in Gefangenschaft gezüchtet wurden. Das ist eine nicht geringe Anzahl.
    Sie müssen zu einem Preis produziert werden, den der Verbraucher bereit ist zu zahlen. Ein möglicher Nachteil? Ein Risiko für den Züchter? Gewiss!

    Ein anderer (Neben)Aspekt.
    Die in groesseren Offshore-Zuechtereien gezüchteten Fische können invasiv werden und einheimische Arten übertreffen.
    So weit sind wir noch längst nicht. Aber es lohnt sich, darüber nachzudenken.
    Auch sollte allgemein bekannt sein, dass die Fischerei für den Aquarienbedarf viel weniger Auswirkungen auf die Umwelt hat, als die Fischerei für den Verzehr als Lebensmittel.

    Gruß
    Hajo

    Hallo zusammen!

    Ein weitaus größerer Kritikpunkt befasst sich mit der Sterberate während des Transports auf dem Weg zum Endkunden.
    Selbst wenn ich die Verluste und Schädigungen durch unlautere Fangmethoden berücksichtige, beinhaltet der eigentliche Transportkomplex immer noch genügend Risiko, welches auch beim Transport von Nachzuchten der Fall sein wird.
    Obwohl dieser Gesichtspunkt permanent in der Kritik steht, ist mir ein anderer Punkt wichtiger:
    Die Nachfrage nach Fischen jeglicher Coleur scheint ungebrochen.
    Die Menge der gehandelten Fische wird keinesfalls proportional dem Zuwachs an interessierten Meerwasseraquarianern sein. Doch wohin sind sie verschwunden?
    Kann es vielleicht sein, dass ein Grossteil dieser Fische laufend den "Zuwendungen" ihrer Pfleger zum Opfer fallen?
    Diese Überlegungen darf man getrost in die Kritik über die allgemeine Mortalität von Aquarienfischen mit einbeziehen.
    Es wirft auch eine grundlegende Frage nach dem Wissensstand dieser Personen auf.

    Gruß
    Hajo

    Hallo ihr Osterhasen!

    Diese Diskussionen gibt es seitdem sich die Aquaristik kommerziell aufgestellt hat!
    Mich stört der anklagende Ton.
    Die Aquaristik ist keine Subkultur, sondern eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, die neben der Schaffung von Umweltbewusstsein auch eine wesentliche Menge Wissen erzeugt, das bestenfalls durch den besseren Schutz der Umwelt letztendlich allen Menschen zugute kommt.

    In der gesamten Tierhaltung gilt der Grundsatz, dass man sich vor allem anderen genau über die natürlichen Bedingungen an den typischen Lebensstätten (Biotopen) der Tiere informiert, wenn man die Ansprüche seiner Pfleglinge unter künstlichen Verhältnissen gewährleisten will.
    Im Grunde genommen ist das der Kern des Ganzen, wenn auch leider manche negative Ereignisse eine deutlich andere Sprache sprechen.
    Ein Zeugnis mangelhafter Aufklärung?

    Die künstliche Zucht ist eine realistische Alternative zur Wildentnahme von Tieren.
    Als bestes Beispiel wird immer wieder die Süsswasseraquaristik genannt.
    Allerdings ist es ein Trugschluss zu glauben, dass diese Entwicklung in der Meerfischhaltung ein ähnliches Tempo an den Tag legen wird.
    Statt die Aquaristik zu verteufeln, sollte man sie daher nach Kräften fördern.
    Kritisch sollte man dennoch sein.
    Vor allem bei der Auswahl seiner Lieferanten.
    "Die Qualität der Beratung in Zoofachgeschäften ist stark personenabhängig und reicht von hoher fachlicher Kompetenz bis hin zum reinen Verkaufsverhalten." (Ist nicht von mir, ist bei Wikipedia nachzulesen.)
    Diese immer wiederkehrende Erkenntnis über diese "Qualitaeten" ist also bereits Allgemeingut geworden.
    Sensibler beim Einkauf sind wir dennoch nicht geworden.
    Eine Konsequenz wäre der Boykott unlauterer Verkaufsstrategien.
    Leider erkennt nur die erfahrene Kundschaft den Unterschied.
    Andere im Laufe der Zeit durch Lehrgeld zahlen.
    Der Newcomer ist logischerweise schlecht informiert und nicht in der Lage, die Spreu vom Weizen zu trennen.
    Warum also die Aufregung? Aufklärung wäre besser!
    Doch das Verhalten der Kundschaft spricht wohl eine andere Sprache.
    Das Gros der Interessenten kauft nach Gutdünken und ohne grosse Kenntnis.
    Gefuelsduselei ist dabei nicht selten. Nemo lässt schön grüssen!
    Verluste während des Transportes oder während der Eingewöhnungszeit im Grosshandel,
    sind immer noch an der Tagesordnung. Das laesst sich leider nicht wegdiskutieren.
    Der Markt bietet nicht nur die "härteren" Arten an!
    Mir sind Händler bekannt, deren Hauptgeschäft nicht mehr die Korallen sind (Technik wegen konkurrierendem Internethandel schon teilweise abgeschrieben), sondern die über ein erweitertes Fischangebot ihre Verluste kompensieren.
    Die Kundschaft kauft überwiegend mit dem Auge.
    Der Markt wird von der Nachfrage bestimmt. Also auch von jedem Einzelnen. Von uns.
    Bei Direktimporten, also bei Fischen, die nicht durch die Eingewöhnungsprozesse der Grosshändler gegangen sind, koennen die Verlustquoten besonders hoch sein.
    Nicht jeder Einzelhandel wird aus Platz- und Kostengründen auf effektive Quarantänemassnahmen zurückgreifen können.
    Empfindliche und seltenere Fische gibt's eigentlich nur noch auf Bestellung und Vorkasse.
    Das ist schon ein deutlicher Hinweis auf eine gewisse Skepsis gegenüber der Gesundheit, sprich Mortalität, bestimmter Arten.
    Die Nachfrage kann nicht allein durch Nachzuchten gedeckt werden.
    Wenigstens nicht in absehbarer Zeit.
    Wir glauben zuviel und wissen zu wenig.
    Trotzdem schöne und gesund Ostertage!

    Gruß
    Hajo

    Hallo zusammen!


    Kein Übel ist so gross, dass es nicht von einem neuen übertroffen werden könnte!
    (Wilhelm Busch) :frowning_face:

    Ich gebe das noch einmal zum besten und wünsche trotzdem ein frohes Osterfest! :grinning_squinting_face:

    Gruß
    Hajo

    Glueckwunsch zur fetten Beute!
    Mit einer kommerziellen Falle hatte ich es damals auch versucht.
    Der erste Eindruck war ähnlich, die Erfolgskurve flachte dann ab.
    Es blieben immer noch genug von den Würmern im Becken.
    Erfolg hatte ich in einem grossen Becken mit Choerodon fasciatus.
    Das konnte ich in dem kleineren Becken wegen der zu erwartenden Groesse des Lippfisches leider nicht wiederholen.
    So taten es auch ein Paar Stenopus hispidus!
    Zuerst bemerkte man kaum den Erfolg.
    Heute ist das Becken frei von jeglichen Borstenwuermern.
    Als natürliche Prophylaxe bestens zu empfehlen.

    Gruss
    Hajo

    Hallo zusammen!

    Da ist sie wieder!
    Die never ending story!
    Eigentlich sollte zu diesem Thema bereits alles bekannt sein. Eigentlich....
    Krankheiten der Fische sind allgegenwärtig!
    Trotz aufmerksamer Kontrolle werden im Bereich des Imports immer wieder Krankheitsfälle auftreten, sowie im eigenen Becken oder bereits vor dem Erwerb des Fisches.
    Die Symptome sollte man schon rechtzeitig erkennen und auch sicher einordnen, wenn Fische Einzug halten.
    Das wiederum bedeutet, sich bereits vorher mit den Verläufen der Krankheiten zu beschäftigen.
    Bei der Pflege von Tieren trägt jeder selbst die Verantwortung für deren Gesundheit.
    In der Pflege der Korallen werden Krankheiten selten zu Totalverlusten führen.
    In der Regel ist es relativ einfach dieser Mortalitaet entgegenzuwirken.
    Bei schwerer Schaedigung hilft meist eine baldige Fragmentierung des gesunden Gewebes.
    Auf diese Weise wird der Totalverlust vermieden.
    Das ist beim Fisch leider nicht möglich.
    Erstens ist das Erkennen einer Infektion ungleich schwerer.
    Zweitens steht da noch das Problem des Riffbeckens im Raum, in dem effektive Behandlungsmethoden durch die Anwesenheit der Niederen stark eingeschränkt werden.
    Die Pflege von Fischen wird immer mit einem Risiko verbunden sein.
    Wie hoch das Risiko zu bewerten ist, wird von mehren Faktoren bestimmt:
    Allgemeiner Zustand und die individuelle Empfindlichkeit der Arten.
    Später werden noch die Qualitaeten des Pflegers hinzukommen.....
    Nicht umsonst wird bei der Pflege von Fischen ein Übergangsbecken favorisiert.
    Wem die Gesundheit seiner Fische am Herzen liegt, der sollte in dieser Richtung tätig werden.
    Wer das für Unsinn hält, aus welchen Gründen auch immer, der sollte besser auf diesen Teil seines Hobbys verzichten!
    Gruß
    Hajo

    Hallo Andreas,

    mit Hinblick auf die Schwere des Befalls ist leider mit weiteren Verlusten zu rechnen.
    In einem reinen Fischbecken könnte man die Situation mit wirksamen Medikamenten in den Griff bekommen.
    Im Riffbecken sind die Möglichkeiten auf den Einsatz von UV begrenzt.
    Medikamente mit "natürlichen Wirkstoffen" helfen ansatzweise höchstens im Anfangsstadium der Krankheit.
    Meist aber nur den weniger infizierten Tieren. Oft selbst das nicht.
    Ektozon ist nach meinen Erfahrungen nicht das Mittel der Wahl um die Erreger direkt zu bekaempfen.
    Eine Behandlung mit UV ist die einzige Methode, die Erfolg versprechen kann.
    Wenn sie rechtzeitig eingesetzt wird und die Lampe eine ausreichende Effizienz verspricht.
    Meist ist aber das Gegenteil der Fall.
    Zu spät eingesetzt, da die Krankheit zu spät erkannt und dann auch noch eine schlappe Wattzahl gewählt!
    Wer Fische hält, der sollte sich beizeiten um diese Utensilien kümmern.
    Denn irgendwann wird der Tag kommen, wo Holland in Not ist.
    Darauf kann man getrost wetten!

    Gruss
    Hajo

    Bei den andern Fischen fällt auf, dass sie sich bei den Weißband-Putzer-Garnelen anstellen und sich putzen lassen. Hier ist aber noch nichts zu sehen.

    Das sind meist untruegliche Zeichen, das etwas nicht stimmt.
    Normalerweise nimmt das beidseitige Interesse im Laufe der Zeit ab.
    Wo kein Bedarf, da keine Zuwendung.
    Es ist auch so, dass die groesseren Garnelen an kleineren Fischen das Interesse verlieren.
    Groessere und grosse Exemplare werden vorgezogen.
    Das ist in der Natur auch zu beobachten.
    Grosse Fische werden von groesseren Garnelen und Putzerfischen bedient. Kleinere von deren Kinderstube oder von Grundeln etc.
    So bleibt stets das Groessenverhaeltnis gewahrt. Oder die Effizienz.
    Oder, auf jeden Topf passt ein Deckel! :grinning_squinting_face:
    Ich drücke dir fest die Daumen!
    Gruss
    Hajo

    Hallo Andres,

    es sieht aus wie eine schwere Mischinfektion mit Cryptoration und Brooklynella. Die Fische sind nicht erst seit gestern befallen.
    Auf die erste Infektion setzt sich meist etwas später eine zweite anderer Art. Erst dann wird für einen Laien meist das Krankheitsbild deutlicher.
    Dann ist es oft schon zu spät für eine Behandlung.
    Bei dieser Schwere auch kaum erfolgreich außerhalb des Riff-Aquariums.
    Leider.
    Vernesselung durch Korallen kann man nicht ausschließen.
    Erst wenn sich die Symptome bei den anderen Fischen auch zeigen, ist von einer Infektion auszugehen.
    Lokale Begrenzung auf nur einem Fisch ist nicht symptomatisch für eine bakterielle Kettenreaktion.
    Jetzt hilft nur noch abwarten.
    Gruss
    Hajo

    Ich möchte keineswegs unterschlagen, wie ich die Plage in den Griff bekommen habe:
    In mühseliger Kleinarbeit habe ich die Anemonen mit Kalkbrei vernichtet.
    Oft musste ich diese Prozedur mehrmals durchführen.
    Die Majanos schrumpften in einigen Fällen und waren nach ein paar Tagen wieder fit.
    Zwar in der Groesse verkleinert, aber dennoch aktiv.
    Eine weitere Ladung Brei führte dann zum Erfolg.

    Gruss
    Hajo

    Hallo zusammen!

    Das Internet sagt viel.Oft auch Mist!
    Ich habe nichts gegen eine Empfehlung.
    Es muss dann aber eine Empfehlung bleiben und nicht zur Behauptung mutieren.
    Beispiel:
    Ich hatte vor etlichen Jahren eine Majano-Plage in meinem grossen Becken.
    Hunderte Anemonen vermehrten sich wie die Karnickel!
    Nach einigen Recherchen und dem Studium einiger Veröffentlichungen habe ich mir ein Paar CH. xanthurus besorgt.
    Diese sollten nach Berichten unter den Majanos aufräumen.
    Sie taten es nicht.
    Genauso wenig taten es CH.kleinii und A. tomentosus.
    Letztere bissen anfangs in die Anemonen, schüttelten sich heftig und liessen zukünftig von ihnen ab.
    Sie hatten es wenigstens versucht. Genauso wie die Falter.
    Unter dem Strich also eine totale Pleite!
    Damit möchte ich eigentlich nur auf die unterschiedlichen Erfahrungen hinweisen.
    Nur eine Vermutung ist noch kein Beweis.
    Selbst wenn sich ein Erfolg abzeichnen sollte, wäre das für mich immer noch ein Einzelfall und keineswegs eine gesicherte Erkenntnis.

    Gruss
    Hajo

    Hallo zusammen!

    Ich habe mal etwas recherchiert.
    Bei dieser Anemone sträuben sich anscheinend die Nackenhaare vieler Reefer.
    Zur Bekämpfung werden spezielle Seeigel, Seesterne und Schnecken vorgeschlagen.
    Leider bleiben die Arten unerwähnt. Vieles ist algemein gehalten.
    Feilenfische sollen bei diesen starken Nesslern keine Ambitionen haben.
    Der verlinkte Artikel sagt etwas über eine Schneckenart aus.
    Bei diesen Beschreibungen bin ich etwas vorsichtig, da viel geschrieben wird aber wenig
    Belegbares darüber auftaucht.

    Gruß
    Hajo


    https://deref-web-02.de/mail/client/MY…ge00429246.html

    Sonden unterscheiden sich im Diaphragma und dem Elektrolyten.
    Z.B. Diaphragma kann aus Keramik, Schliff oder Pellon bestehen.
    Der Elektrolyt entweder aus KCI oder Gel.
    Flüssige Elektrolyten haben gewöhnlich eine schnellere Ansprechzeit.
    Außerdem können sie ausgetauscht werden.
    Ich habe beide Sonden im Einsatz.
    Unterschiede habe ich bei Produkten unterhalb der 100 Euro-Grenze nicht
    feststellen können. Beide reagieren träge.
    Näheres wird sicher Burkhard dazu beitragen können.
    Gruss
    Hajo

    Hallo zusammen!

    Irgenwie beackern wir die akademische Seite des Problems und nicht die Praxis.
    In erster Linie sollte doch ein geeigneter Ort für die Installation gefunden werden, oder?
    Ergeben sich Zweifel über die permanente Funktionsfähigkeit des Produktes, ob berechtigt
    oder nicht, kann man sich bestens mit einem zweiten Schaltkreis helfen.
    Eines meiner Becken habe ich mit 2 hintereinander geschalteten Fühlern ausgestattet.
    Wenn der erste Kontakt "überlaufen" wird, übernimmt der zweite Kontakt die Abschaltung.
    Klappt bestens!
    Gruß
    Hajo

    Hallo Ralf,

    das angestrebte Menage a trois-Verhaeltnis der Arten würde ich mir nicht antun. Möglich, dass es mit Jungtieren erst einmal friedlich verlaeuft..
    Nur, später kommt die Geschlechtsreife und damit anstehende Revierprobleme.
    Ich habe stets Abstand von der gemeinsamen Pflege verschiedener Zwergbarsche genommen, da ein Aquarium nur begrenzt sichere Rückzugsorte bieten kann.
    Gruss
    Hajo

    Turbo Brunneus
    So heißt sie. Wichtig ist, nicht eine Schnecke pro 100 Liter einsetzen, sondern mehr.

    Bezueglich dieser Schnecke sollte nicht verschwiegen werden, dass nur Fadenalgen im Anfangsstadium gefressen werden.
    Das Mundwerkzeug (Radula) der Schnecke ist fuer längere Faeden nicht geeignet.
    Gruss
    Hajo

    Hallo Robin,

    ich hoffe, dass meine Bemerkung über „algenfreie Zuständ“ hier keinen merkwürdigen Eindruck hinterlassen hat. Nichts liegt mir ferner!
    Es ist halt jedes Becken unterschiedlich besetzt. Mit Fischen und Wirbellosen verschiedenster Arten.

    Andere Becken mögen auch andere Voraussetzungen, eine andere Biologie entwickelt haben.
    So gibt es Algenarmut, aber auch das Gegenteil ist vorhanden.
    Um den Algen den Aufwuchs zu erschweren, bieten sich Chemie und/oder algenfressendes Getier an.
    Es bleibt stets abzuwägen, wann und wie man sich der beiden Methoden bedient.
    (M)eine chemische Variante setze ich in kleinen Becken ein, wo die zu erwartende Größe der Fische den Einsatz unmöglich macht.
    Ich habe mit der Zugabe eines Kalkalgenboosters gute Erfahrung gemacht.
    Früh angewendet, werden in relativ kurzer Zeit die Flächen von korallinen Algen überzogen und stehen somit in Konkurrenz zu den Fadenalgen.
    Das ist kein allgemein gültiges Konzept oder gar eine Garantie für jedermann!
    Eher (m)eine Massnahme für jene Becken, wo grössere Fische keinen Zutritt haben.
    Ich bin schon früh zu der Überzeugung gekommen, dass zur Kontrolle aufkommender Algenteppiche ein „Grundstock“ lebender Algenfresser rechtzeitig angelegt werden sollte!
    Mit jedem Start eines neuen Beckens verzichte ich aus prophylaktischen Gründen nicht auf diese nützlichen Helfer gegen Ungemach.
    Wer will schon täglich Algen zupfen...
    Favoriten sind allen voran Zebrasoma-Arten und/oder Karnickel.
    Beide sind in ihrem Fressdrang verlässliche „Instrumente“ für die Reduzierung der Algen.
    Wenn sie nicht oder kaum interessiert sind, dann sollten die Futtergaben vorübergehend stark eingeschränkt werden.
    Dann erst wenden sie sich vermehrt ihren eigentlichen Aufgaben zu und warten nicht täglich auf das weitaus geschmackvollere Beifutter.
    Es bieten sich auch andere algenfressende Tierarten für kleine bis kleinste Aquarien an, z. B. Seeigel.

    Pflanzenfresser sind in ihrer natürlichen Umgebung wichtig für die Widerstandsfähigkeit der Korallenriffe!
    Durch das Weiden der Algen werden die Korallen vor den Makroalgen geschützt, ehe sie ihnen irgendwann zum Opfer fallen würden.
    Der Rückgang der Pflanzenfresserpopulationen stellen in manchen Gebieten ein ernstes Problem dar.
    Der Schutz von Pflanzenfressern vor Überfischung (in Kombination mit einer Verringerung des Nährstoffeintrags) wird heute als entscheidende Überlegung für das Korallenriff-Management erkannt.
    Wenn die Natur bereits Probleme mit erhöhtem Nährstoffeintag durch Düngemittel oder Abwässer bekommt, zeigen sich diese Verschiebungen umso deutlicher in unseren Aquarien.

    Unsere Aquarien sind zwar keine Kloaken, aber mehr oder weniger stark belastet durch Futtereintrag, Stoffwechsel der Fische, unzureichende Technik und dadurch instabile Biologie.
    Die Fehler der Pfleger bei der Auswahl des Besatzes tragen zusätzlich dazu bei.
    Algen, speziell Fadenalgen, sind ein deutlicher Indikator für eine Wasserbelastung.
    Entweder man stellt die Ursache sofort ab oder es wird auf Pflanzenfresser (Fische) zurückgegriffen.
    Hier stellt sich aber das Problem im Verhältnis zur Größe des Aquariums.
    Das Auftauchen von fädigen Algen kommt nicht über Nacht.
    Wenn sie überhand nehmen, sitzt das Problem vor dem Aquarium und hat nicht früh genug reagiert.
    Das permanente Vorhandensein von Pflanzenfressern, kann vor allem nach Störungen des biologischen Gleichgewichts eine nicht unbedeutende Rolle in unseren Aquarien spielen.
    Sozusagen eine Sofortmassnahme.
    Mit der Zeit habe ich lernen müssen, dass die Gegenwärtigkeit von Pflanzenfressern, speziell der Fische, Vorrang vor allen Überlegungen in Sachen „Vergesellschaftung von Fischen in einem Riffaquarium“ haben muss.
    Über diese Aspekte wird kaum nachgedacht.
    Ich würde auch soweit gehen, dass diese Überlegung für die Planung der Beckengröße mit einbezogen werden sollte.
    Das sehe ich nicht nur mit den Augen eines Fischliebhabers!
    Wehret den Anfängen!

    Gruß
    Hajo

    Die Ursache hat mit Bestimmtheit einen bakteriellen Hintergrund.
    Die Symptome zeigen sich ausschliesslich bei Fischen in der Gefangenschaft. In der Natur sind diese Symptome unbekannt.
    Gruss
    Hajo


    Ansonsten sehr spannend, was Ihr schreibt. Werde mich spätestens nach "Kürzung" via Zahnbürste (für die Finger sind sie noch zu kurz) mal mit einer Wasserstandsmeldung melden.

    Wir haben früher diese Algen mit einem Hölzchen aufgewickelt und dann vom Untergrund abgerissen.
    Ich sage bewusst "früher", denn ich kann mich kaum mehr an diese Fadenalgen erinnern.
    Die einzigen Algen, die ab und an auftauchen sind Valonia.
    Aber nur dort, wo die Docs nicht hinkommen. :smiling_face:

    Gruß
    Hajo

    Hallo zusammen,


    warum nicht gleich eine ordentliche Lösung? Ich nutze seit Jahren über
    einem Becken mit Lippfischen einen massgefertigten Alurahmen mit
    grobmaschiger "Fliegengaze".
    Der Springschutz wurde passgerecht vom örtlichen Raumausstatter angefertigt.
    Alles easy und aeusserst wartungsarm.
    Den Lichtverlust muss ich tolerieren. Er hält sich aber in Grenzen. Wer aber beleuchtungstechnisch bereits auf dem letzten Loch pfeift, der sollte entweder die Lichtmenge
    erhöhen oder sich eine andere Lösung suchen.
    Gruss
    Hajo

    Man müsste daher einen kompletten Lichtentzug über längere Zeit realisieren. Dies würden aber die sonstigen Beckeninsassen - vor allem Korallen - weit weniger vertragen. Vermutlich würden die Cyanos die einzigen Überlebenden sein!

    Hallo Bernd!

    Die "Verdunkelungsversuche" scheinen eher suboptimal zu verlaufen.
    Die Berichte enden meist mit dem Hinweis auf eine Wiederholung der Prozedur: Bei Bedarf wiederholen! Wie oft, steht auch nicht geschrieben.
    Vielleicht bis die letzte Koralle ihren Geist aufgegeben hat?
    Ansonst hast du ja alles erwähnt, was zu tun ist. :thup
    Befolgen sollte man es !

    Gruss
    Hajo

    Hallo,

    Das halte mich mal für eine sehr mutige Aussage.


    "In den Amerikanischen Foren wird vielfach zu Lichtentzug geraten."

    Ja, ja, die Amis. Sind die nicht eher auf dem Antibiotika-Trip?
    Das nenn ich mal eine mutige Ansage....

    Wenn diese Option gezogen wird, müssen vorher die Oberflächen weitgehends von den Cyanos befreit werden. Bei starkem Befall droht sonst eine Katastrophe.
    Das sollte wenigstens erwähnt werden.
    Diese Methode ist nicht besonders sinnvoll bei bereits gestresstem oder gestörtem Korallenwachstum. In diesem Fall eher kontraproduktiv.
    Weil diese Methode unter „Störungen aller Art“ fällt und Cyanobakterien auf diese Art von „Entwicklungsstörung“ reagieren, also negativ beeinflusst werden, kann man sie erwähnen.
    Allerdings, wenn die Ursache nicht bekannt ist, dürfte der Erfolg nur vorübergehend sein.
    Manchmal ist die weniger befahrene Straße auch aus gutem Grund weniger befahren.
    Gruß
    Hajo

    Noch ein Tipp:

    Je nach Installationspunkt , z. B. Überlaufschacht etc., kann beim Wasserwechsel der Fühler eine zeitlang trocken fallen.
    Das kann bedeuten, dass das System abschaltet und nicht wieder einschaltet.
    In diesem Fall muss wieder neu gestartet werden.
    Sonst ruht still der See.
    Im wahrsten Sinne des Wortes!
    Gruss
    Hajo