Hallo zusammen!
Damit sich dort vor Ort die Lebenssituation der Fischer ändern kann, bedarf es national sozialpolitischer Anstrengungen, welche dazu führen können, die Einkommen der Fischer auf anderen Ebenen zu sichern.
Andererseits sind Aquakulturen in einigen Gebieten, z. B. für die Korallenzucht, auf dem Vormarsch und zugleich ein wichtiger Arbeitgeber für die Leute in den Küstenregionen.
Seit vielen Jahren ein Aushängeschild: Walt Smith, Fidji. Ein Beispiel von vielen....
Als Stein des Anstoßes wird hauptsächlich die hohe Sterberate der Fische diskutiert.
Das vorrangige Ziel bei allen Bemühungen sollte sein, die Mortalität der Tiere deutlich zu senken.
Dazu gehört der absolute Verzicht auf Giftfang, Betäubungsmitteln und ein Konsens über Schutzmassnahmen zur Verhinderung von illegaler Entnahme und kriminellem Handel.
Solange die Wirtschaftlichkeit mit den Tieren einen hohen Stellenwert in den ostasiatischen Regionen einnimmt, die Regierungen aus bestimmten Gründen dies auch noch fördern, solang wird uns dieser Zustand erhalten bleiben.
Wir echauffieren uns heute über die Sterberate der Fische und übersehen dabei geflissentlich die im Laufe der Jahre verbesserten Transportbedingungen. Ja, die sind nicht zu verleugnen.
Die heutige Sicht auf die Dinge ist unvollkommen, solange nicht die weitaus schlechteren Bedingungen früherer Jahre mit angesprochen werden.
Zu damaliger Zeit waren die Becken der Händler voll mit den unterschiedlichsten Exoten.
Dort tummelten sich Allesfresser wie auch Nahrungsspezialisten.
Der Nachschub an Fisch schien unendlich.
Die Logistik arbeitete zeitaufwendig, die Mortalität war entsprechend hoch.
Das „Kellergeschäft“ war stellenweise verbreitet und jeder Zausel konnte ein Gewerbe anmelden und die empfindlichsten Tiere im privaten Keller verhökern. Ob qualifiziert oder nicht.
Nun sind wir nicht mehr in den Anfängen der Meerwasseraquaristik.
Das bedeutet aber nicht, dass sich auf diesem Gebiet großartig etwas geändert hat.
Die Logistik hat sich verbessert, die Fische sollten eigentlich weniger Stress ausgesetzt sein.....
Im Jahre 1998 wurde eine Organisation ins Leben gerufen, die eigentlich unsere heutigen Probleme
vergessen lassen wollte:
MAC
„Die Marine Aquarium Council (MAC) ist (war) eine gemeinnützige Verwaltungsorganisation mit Sitz in Los Angeles, Kalifornien.
MAC wurde gegründet, um den Fang von Meerwasseraquarienfische zu fördern und zu zertifizieren, den Großhändlern und Händlern den Verkauf und die Lieferung von Fischen, Korallen und Wirbellosen ökologisch nachhaltiger Importe zu erleichtern, und die Relevanz und Wirksamkeit mit lebenden Fischen im Handel zu optimieren.
Der Marine Aquarium Council wurde 1998 gegründet, um ein universelles System von Standards im Handel mit Meerwassertieren zu schaffen.
MAC arbeitet mit Naturschutzbeamten, Fischereien, Importeuren und Großhändlern zusammen, um Zertifizierungsprogramme für die Fischerei auf den Philippinen, Indonesien, Fidji, Hawai und Großbritannien zu entwickeln. Die Einhaltung der Standards ist freiwillig.
MAC stellt Fischereibescheinigungen für Fischereien, Importeure, Exporteure und Einzelhändler in ganz Südostasien, Nordamerika und Europa aus. MAC-Zertifizierung ist derzeit das einzige Programm dieser Art, das Groß- und Einzelhändler einen Nachweis über die Umweltverantwortung und die ethische Behandlung von Meereslebewesen bietet.“
In Deutschland machte sich im Jahre 2007 u. a. Claude Schuhmacher für diese Regelungen stark:
„Da aber dieses Thema, hier in Deutschland bisher absolut vernachlässigt wurden, (oder kennen Sie lieber Leser schon ein Unternehmen das nach den Standards des MAC arbeitet? ) möchten wir nun die derzeit wohl einzig zertifizierte Firma nach dem MAC Standard hier auf Korallenriff.de vorstellen etc, etc.
Es wäre zu wünschen das sich gerade in dieser Frage auch unsere Leser mehr engagieren würden. Liebe Leser, fragt bei Eurem Händler nach dem MAC Zeichen, es liegt an Euch ob es in Zukunft so wie bisher weitergeht, oder ob man nicht doch in Deutschland ein wenig mehr Interesse für dieses sehr lobenswerte Vorhaben der MAC zeigt.“
Ein Wunsch, der leider nur ein Wunsch blieb.
So die Historie.
MAC hörte 2008 auf zu existieren 
Man mag das Ende dieses Projektes bedauern oder gar begrüßen. Es entwickeln sich damals unterschiedliche Meinungen.
Es hat schon immer einen anderen Blick auf die Dinge gegeben. Warum nicht auch hier?
Der Fischer, der Händler und auch der Endabnehmer urteilen aus unterschiedlichen Gründen über Sinn oder Unsinn zertifizierter Handelsketten.
Der springende Punkt für mich sind die Verluste!
Seien wir doch einmal ehrlich. Wenn es keine Verluste geben würde, wo wäre dann die Kritik?
Findet man Mittel und Wege, die Verluste zu minimieren, ist das Hauptproblem vom Tisch.
Solange es auf diesem Gebiet immer noch ungelöste Interessenskonflikte in Sachen "Deutungshoheit" zwischen den jeweiligen Verbänden gibt, wird es kaum Einfluss auf den globalen Handel haben.
Organisationen jeglicher Couleur gibt es genug. Man muss sie nur bündeln.
Gruß
Hajo