Beiträge von hajo

    Hallo,
    Ich würde mich da Joe´s Kommentar anschließen wollen. Negativen Einfluss von Nesselgiften, etwa in gelöster Form, konnte ich nie beobachten. Dagegen sahen meine Doktoren in der Kopfregion manchmal so aus, als ob Cryptocarion Einzug gehalten hätte. Da sollte man nicht gleich nervös werden, sondern sich diese Erscheinung genauer betrachten. Diese relativ großen, weißen und gut erkennbaren Stäbchen stehen meist senkrecht auf der Haut. Es sind dann die Ergebnisse von zu viel Fressgier. Um noch an die allerletzten Futterbrocken zu kommen, nehmen sie auch die Nesselzellen der Korallen in Kauf. Wer dem Gewebe zu nah kommt, den bestraft das Leben. Dieses Erscheinungsbild ist aber bald vorbei und nach ein paar Tagen ist alles wieder im Lot. Ein Unwohlsein konnte ich dabei nie beobachten.
    Gruß
    Hajo

    Peter:
    es kann genauso gut schief gehen. man muss ich einfach überlegen was man pflegen möchte: Fische oder Korallen

    Ganz so schwarz-weiß würde ich das nicht sehen. Ich habe lange Jahre ein Paar Ch.xanthurus in Vergesellschaftung mit Pomacanthus chrysurus und Holocanthus ciliaris in einem Becken voll mit Acropora &Co gepflegt. Den Ciliaris musste ich später leider wegen seiner allzu heftigen Übergriffe abgeben. Wo der hinein biss, dort wuchs nichts mehr. :loudly_crying_face: Die Schäden durch Falter und Chrysurus hingegen waren minimal. Übergriffe konnte ich zwar beobachten, allerdings ohne zwingende negative Konsequenzen für die Niederen. Kein Unwohlsein oder Störungen beim Wachstum. Den Großkaiser interessierten eh nicht die Acros, seine Vorliebe galt allen LPS, vorzugsweise allen glatten Scheibenanemonen und Muscheln. Kaum waren die Tiere im Becken, befanden sie auch schon im Magen des Kaisers. Diese, und andere Spezies wurden natürlich sofort entfernt und so bekam niemand mehr Stress. Auch konnte ich ein reges Interesse an Neuzugängen „koralliner“ Art beobachten. Bestanden diese aus kleinen Ablegern, wurden sie systematisch untersucht und man nahm eine Kostprobe, was manchmal wegen der geringen Größe leider zum Ableben dieser Objekte führte. Große Stöcke, wie bereits im Becken vorhanden oder auch neu eingesetzt, wurden seltsamer Weise kaum beachtet. Die Falter hingegen ignorierten alle „Dickfleischigen“ und zeigten mehr Interesse an den Acros & Co. Wie bereits gesagt, es traten hier keine nennenswerten Schäden auf. Das Becken wuchs mit der Zeit langsam zu.
    Der Grund für diese relative Harmonisierung bestand in der richtigen Vergesellschaftung von Fisch und Koralle. Die Korallen wurden mit der Zeit den Fischen angepasst und so klappt es auch, ohne auf Steinkorallen verzichten zu müssen. Wer allerdings denkt, beim Erwerb von Faltern all seine „Schätze“ behalten zu können, der irrt. Von einigem Liebgewonnenen muss sich letztendlich doch getrennt werden. Aber dann funktioniert es auch. Denjenigen, die nicht von den Chaetodonten loskommen sei gesagt: Probieren geht über studieren.
    Gruß
    Hajo

    Dann kam ein alter "Hase" sah sich mein Becken an und sagte saloppppp......
    Wirf die Led runter und nimm "richtiges Licht"...

    Hallo Jürgen,
    das sind aber mehr als merkwürdige Ansichten. :confused_face:
    Entweder ist das kein „alter Hase“ gewesen oder dieser „F(l)achmann“ muss noch einiges dazu lernen. Eine Abhängigkeit vom Licht zum Phosphat zum Zwecke der PO4-Reduzierung wäre schön, ansonst --- > Grimms Märchen.
    Ich würde Dir empfehlen, nicht so sehr auf jene Leute zu hören, die keine LED über dem eigenen Becken haben und dementsprechend auch keinerlei Erfahrung in diesen Dingen aufweisen können, sondern sich an jene Mitbürger zu wenden, die seit Jahren den Umstieg von HQI/T5 auf LED erfolgreich betreiben. Mit erstklassigen LEDs kannst Du keinen Fehler machen. Nur muss die Wattzahl oder auch PAR/PUR den Ansprüchen der zu pflegenden Tiere entsprechen. Dann wird´s auch mit dem Becken. :grinning_squinting_face:

    Gruß
    Hajo

    Hallo,

    @Bernd
    Völlig unbeherrschbar sind für mich die möglichen Wechselwirkungen von Zeovit, Spurenelementgaben, Aktivkohle, Kent-Tech-Magnesium usw., usw..

    Dem kann ich mich nur anschließen. Hier mögen viele gut gemeinte Ratschläge aufgelaufen sein, nur nützt das im Moment weniger den noch lebenden Korallen und ihrem leidenden Pfleger, als der wissenschaftlichen Betrachtung. Meine Empfehlung wäre ein sofortiger Stopp der Zeolith-Anwendung (raus aus dem System) in Verbindung mit einem Wasserwechsel, der über 1 Woche durchgeführt 100% erreicht. Damit wäre für´s Erste das „versaute“ Wasser erledigt. Unter Zuhilfenahme von Nährstoffen (NP BB) lässt sich anschließend das Milieu langsam wieder aufbauen.
    Wie gesagt, das ist meine rein persönliche Meinung zu dieser trüben Situation. Mir sind das jetzt zu viele Schrauben, an denen gedreht wird. Den klaren Blick hat wohl niemand mehr. Auch wäre für mich der Redoxwert interessant gewesen. Wenn jetzt jemand verwundert die Stirn runzeln sollte, kann es erklärt werden.
    Mir kommen die Schäden an den Korallen sehr, sehr bekannt vor. Damals, als man um die Zeolithmethode noch nichts Konkretes wusste (außer einigen Insidern), wagte ich diesen Schritt. Mit fatalen Folgen. Erst erfreuten mich die extrem weit geöffneten Polypen (so etwas hatte ich bis dato an meinen Korallen nicht bemerken können), dann kam nach Monaten das Waterloo mit all den bekannten negativen Erscheinungen. Die Ursache war, wie sich später heraus stellen sollte, eine Überdosierung des Zeoliths. Das Problem wurde deutlich durch einen Redoxwert von 190 mV (normal 360 mV). Aus Unkenntnis und frei nach dem Motto „Viel hilft viel“ habe ich ein voll besetztes SPS-Becken „zerlegt“. Es waren höchstwahrscheinlich keine Nährstoffe mehr im Wasser, die Korallen verhungerten über einen langen Zeitraum. Das rapide Ende wurde noch durch einen Bakterienbefall der geschwächten Tiere forciert. Seit dieser Episode habe ich das Wort „Zeolith“ aus meinem Gedankengut gestrichen und fahre meine Becken lieber mit etwas „Mehr“ an Nährstoffen, wobei mich neuerdings das NP BB in seiner positiven Wirkung überrascht hat und ich es als die bessere, weil sichere Variante ansehe, als den permanenten Tanz auf dem Drahtseil.
    Gruß
    Hajo

    Hallo Christiane,
    Fuer die Beseitigung von Majanos habe ich damals, allerdings mit maessigem Erfolg, Ch.xanthurus als Paar eingesetzt.
    Da die Feueranemonen stark nesselten, waren sie als Futter nur 2.Wahl. Ich vermute einmal, dass sie Aiptasien besser
    annehmen werden. Auch habe ich Nachricht vom Erfolg mit Ch.semilarvatus.
    Allerdings gebe ich diese Tipps mit etwas Vorbehalt. Ich kenne auch einen Fall, wo der Einsatz von Ch.xanthurus nichts
    fruchtete. Frag doch mal bei Joe an, der hat immer einen guten Tipp.
    Gruss
    Hajo

    Hallo Hans-Werner,

    seit 1. Oktober nutze ich das Produkt. Um es gleich vorneweg zu nehmen – mit Erfolg!!
    Anfangs hatte ich Bedenken wegen des fehlenden AS und anderer technischer Hilfsmittel.
    (Startparameter standen bei Beginn auf PO4=0,06-0,09; NO3= 8-10.)
    Doch die Vorsicht war unbegründet. Begonnen wurde mit 0,25ml/100l Beckenwasser. Nach erkennbarer mehrwöchiger Stagnation meiner Werte habe ich vorsichtig auf 0,35ml/100l erhöht. Ich hätte mit PO4=0,04 und NO3=6 eigentlich schon zufrieden sein können. Die Erhöhung um nur 0,1ml zeigte nach 3 weiteren Wochen Wirkung (PO4=0,024; NO3=3). Am Wasserwechsel und der Fütterung der Tiere, bezogen auf Menge und zeitlichen Ablauf, wurde nichts verändert. Es werden die Werte wöchentlich kontrolliert. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werde ich noch nicht einmal die empfohlene Anfangsdosis von 0,5ml/100l erreichen. Vielleicht ist die empfohlene Anfangsdosis von 0,5ml/100l bei einigen Becken doch zu hoch angesetzt?
    Ich hätte bei weitem nicht gedacht, dass dieses Prinzip auch in einem, sagen wir mal, nährstoffreicheren Becken einen solch durchschlagenden Erfolg zeitigen würde.
    Die KH liegt immer noch bei 8.
    Falls nicht noch ein negativer Aspekt auftauchen sollte (man kann ja nie wissen), würde ich Dich gerne für den Nobelpreis vorschlagen. :grinning_squinting_face:
    Aber auf mich hört ja keiner. :winking_face:
    Gruß
    Hajo

    Ah, Ciliaris war mir weniger kompliziert als Pygoplites.

    Hast Du eine Ahnung..... :grinning_squinting_face:
    Der Cili ist in mehrfacher Hinsicht kein optimaler Mitbewohner im Riffbecken. Mehr der Pygo, welcher
    bei weitem nicht so aggressiv gegenüber anderen Fischen und Niederen ist.
    Ich habe u. a. beide in einem großen Riffbecken miteinander gepflegt. Anfangs war alles eitel Sonnenschein, dann
    begann der Cili im Becken aufzuräumen und attackierte immer öfter auch den Pygo. Solange sie sich noch im juvenilen Stadium befanden, gab es kaum Probleme. Aber Großkaiser wachsen schneller, als mancher denkt. Dann muss man sich entweder von einigen liebgewonnenen Korallen trennen oder den Übeltäter abgeben. Mein Problem habe ich so gelöst: Mit der Zeit habe ich in dieses Becken ausnahmslos Korallen eingesetzt, die keinerlei Interesse beim Ciliaris weckten. In der Regel keine Großpolypigen, keine Muscheln und keine (glatten) Scheibenanemonen. Die restlichen Acros wurden teilweise ebenfalls malträtiert, wuchsen mit Blessuren und unter Einbußen etlicher Tentakeln aber weiter. Nur nicht so schön und optimal wie in einem Becken ohne fortwährende Störungen. Wenn Du damit leben kannst - ich konnte es.
    Gruß
    Hajo

    Hallo Ciliaris,

    Die Vorlieben bezüglich der Tierauswahl und Einrichtung der Becken sind bei uns Meerwasserspezies oft grundverschieden. Da bewegt sich die Palette zwischen Ahnungslosigkeit und einem ausgeprägten biologischen Verständnis.
    Meiner Meinung nach ist es nicht hilfreich eine mit mäßiger Wachstumsgeschwindigkeit ausgestattete E. ancora unterhalb einer schnell wachsenden Montipora zu platzieren. In ein paar Monaten wird sich das Problem erneut stellen. Nur anders. Zum Nachteil der Euphyllia. Dann wirst Du wieder vor der Frage stehen- wohin damit?
    Entweder, wenn es die Wasserbewegung und/oder die Beleuchtung in diesem Bereich zulässt, werden die Plätze getauscht, oder Du verlagerst dein Vorhaben auf die rechte Seite. Ich würde es tun, weil die wuchernden Scheibenanemonen (sehe ich das richtig?) in einem Steinkorallenbecken letztendlich nur Ärger bereiten werden. Selbst in sogenannten „Mischbecken“ sind sie oft nur schwer unter Kontrolle zu bringen. Also, zumindest teilweise entfernen. Wenn´s nach mir ginge, radikal.
    Wenn ich mir einmal die Scheiben „wegdenke“, dann sind auf dieser Seite des Aquariums doch die meisten Möglichkeiten vorhanden. Optional könnte man die Lederkoralle entweder teilen oder ganz entfernen. Daraus ergäbe sich Platz für weitere Gedankenspiele.
    Warum ist Dir Ciliaris eingefallen wo doch Pygoplytes näher dran wäre? :grinning_squinting_face:
    Kleiner Tipp: Hier reden sich alle zumindest mit dem Vornamen an.
    Gruß
    Hajo

    Hallo Bernd,

    auf den Fotos sind mir die weissen Stellen an der Seriatopora im Grenzbereich links neben der blauen SPS
    aufgefallen. Es sieht für mich tatsächlich so aus, als ob sie in diesem Bereich vernesselt wurde. :confused_face:
    Es gibt natürlich in jedem vollbesetzten Becken irgendwelche "Grenzstreitereien" der Insassen. Von den negativen
    Ergebnissen wurde hier im Forum auch schon berichtet. Im Riff ist Krieg! In unseren großen, zugewachsenen
    Becken hat sich die Toleranz der Korallen über einen langen Zeitraum aufgebaut und sie sind miteinander gewachsen.
    Einiges ist dabei auch auf der Strecke geblieben, weil vernesselt oder überwachsen. Der Rest verträgt sich. Oft werden Tiere vergesellschaftet, die in der Natur niemals miteinander in Berührung gekommen wären. Das erhöht den Druck auf die schwächeren Exemplare erheblich. Aus diesem Grund habe ich abgeraten. Aber, wie sagt man so schön?
    Probieren geht über studieren.
    Guts Nächtle

    Hajo

    Hallo Bernd,

    Wenn sich etwas nicht verträgt, wird meist die Wuchsform umgeleitet, wobei die Montiporas meist der Sieger sind.
    Die These ist gewagt! Das würde ich nicht so sehen. Genau so wie Dein Becken ist meines ebenso zugewachsen. Mit all den positiven und negativen Aspekten. Hier zeigen die Aufnahmen eine Vielfalt von SPS. Es ist unbestritten, dass die meisten SPS-Korallen eine geringe Nesselfähigkeit besitzen. Also werden sie in der Mehrzahl sich nicht schaden, was man auf den Bildern auch gut erkennen kann. So wird mit der Zeit nicht das Tier mit der größten Nesselfähigkeit dominieren, sondern die Koralle mit dem schnellsten Wuchs. Das Montipora-Arten diese Fähigkeit haben, ist ihrer Natur geschuldet. Trotz ihrer rasanten Wuchsgeschwindigkeit sind sie aber keinesfalls immun gegen stark nesselnde Tiere wie Galaxea, Catalaphyllia, Euphyllia oder Physogyra. Das war ja auch sinngemäß die Frage des Themenstarters. Auf dem letzten Bild ist allerdings auch gut zu erkennen, dass die Seritopora durch einen Nachbarn seitlich auch Schaden genommen hat. Das ist nicht ungewöhnlich, weil eben jene Seriatopora mit die geringste Nesselfähigkeit besitzt. Also auch bei den SPS gibt es untereinander in Bezug auf die Aggressivität Gewinner und Verlierer.

    Gruß
    Hajo

    Hallo,

    von dieser Idee würde ich abraten. Die Euphyllia wird sich sicher durchsetzen und die Montipora hat
    den Schaden. Aus Platzgründen steht bei mir eine Catalaphyllia unmittelbar unter einer Montipora.
    Dort, wo die Tentakeln der Cata hinlangen, sind Vernesselungen am Rand der Monti sichtbar.
    Dort sind keine Polypen mehr vorhanden. Mit Hinblick auf die ähnlich starke Aggressivität beider
    Korallen (Catalaphyllia/Euphyllia) solltest Du besser für Deine Euphyllia einen anderen Platz wählen.
    Gruß
    Hajo

    Hallo,
    ich bin zwar in Charlottenburg geboren, aber so wie Du die Berliner Szene beschreibst, könnte sie auch als Abbild für andere Gebiete in unserer Republik durchgehen.
    Obwohl ich in unmittelbarer Nähe zu einer Großstadt wohne, muss ich meine speziellen Einkäufe in 35 km, 80 km oder 115 km Entfernung tätigen. Früher gab es in Citylage
    zwei erstklassige Geschäfte. Heute ist davon nichts mehr vorhanden. Wenn der Bedarf sich nicht mit dem Angebot decken lässt, sehen die Kunden sich woanders um. So einfach ist das.
    Ich bin beileibe kein Händler, noch habe ich einen in der Verwandtschaft. Trotzdem ist mir aufgefallen, dass die reinen Meerwasserfachgeschäfte langsam aussterben. Es sei denn, dass diese von erstklassigen Lieferanten bedient werden und/oder die Korallen hier selbst gezüchtet oder vermehrt werden. Diesen Weg gehen aber Wenige. Die meisten holen sich daher noch das eine oder andere Standbein, wie Süßwasser oder Angelzubehör. Wer außerdem Serviceleistungen wie Pflege und Installation von Aquarienanlagen anbietet, verdient sich noch ein lukratives Zubrot. Oft ist dies auch das Kerngeschäft. Weil das alles zusammen nicht ohne zusätzliches Personal geht, scheuen viele das Risiko und bleiben lieber in ihren Nischen. Ganz so wie Du es beschrieben hast. Mit „Kellerverkauf“ oder Übergabe der Tiere durch „fliegende Händler“ an gewissen Autobahnraststätten. Ich möchte dass nicht kritisieren, denn manch renommierter Händler heutzutage hat früher auch so begonnen.
    Wenn der Bedarf so riesig wäre, würden neue Geschäfte aus dem Boden schießen und bestehende Läden ihr Image neu aufpolieren. Da das aber nicht so ist, wird seit den letzten Jahren als neue Geschäftsidee entweder der Internethandel favorisiert oder man macht es sich in der alten Nische bequem und hat auch so sein Auskommen. Letzteres ist nicht besonders innovativ. Daher wird man sich als Kunde in diesen Läden kaum aufhalten wollen und sich auf die Suche nach Besserem begeben und deshalb auch längere Strecken fahren. Selbst ein bekannter Züchter aus süddeutschem Raum geht mit seinen Tieren tingeln durch die Megazoos der Republik. Wenn das nicht Bände spricht…….
    Gruß
    Hajo

    Hallo,


    Nur ein wirklich guter zentral gelegener Laden und der würde hier alle anderen Läden plattmachen.
    Manche Marktlücken sind einfach zu offensichtlich und seit Jahren bekannt, leider hab ich 0 Ahnung von Einzelhandel und warte weiter ab *g*

    Träumt weiter.
    Eine zentrale Lage wäre sicherlich sehr begrüßenswert und von allgemeinem Interesse, ist aber in den allermeisten Fällen nicht mehr machbar. Nach meinen Erfahrungen sind die meisten mir seit Jahrzehnten bekannten Händler aus meinem Umfeld entweder zentral pleite gegangen oder haben sich dezentral neu eingerichtet. Wo sind sie denn jetzt geblieben? Entweder haben sie sich in Gewerbegebieten, Vororten oder auf Dörfern niedergelassen. Das hat ausnahmslos einen finanziellen Hintergrund, der sicherlich auch begründet ist. Tiere und Zubehör in der Meerwasseraquaristik sind teuer. Da liegt es doch auf der Hand, dass der Interessent zumindest bei der Beschaffung der Technik preiswerter im Internet kauft. Bei den Tieren, schätz ich mal, hält sich das die Waage. Weil jetzt aber der „technische“ Zweig langsam immer mehr abstirbt, geht auch hier der Umsatz zurück. Jedenfalls entspricht das meinen Beobachtungen und in den Gesprächen mit den Händlern wird es dann auch sehr deutlich. Der Meerwassersektor ist gemessen an der Süßwasserszene ein relativ bescheidener Bereich. Manch ein Händler bietet beides an. Meist ebenso bescheiden, weil natürlich auch hier Kosten anfallen. Ausnahmen sind die großen Discounter. Hier hat das Management aber andere Ziele.
    Einen zentralen Laden, in dem laufend Premium-Korallen und seltene Fische angeboten werden, der immer die neueste Technik auf Lager hat (mit allen! Ersatzteilen versteht sich), welcher vielleicht auch noch eine kompetente hochfachliche Beratung liefert, den wird es nicht geben. Falls aber doch, dann vermutlich nicht in der City.
    Gruß
    Hajo

    Hallo zusammen,

    Ralf:
    Habe mich länger mit der Frage beschäftigt, bei T5 zu bleiben oder das nächste Becken von Beginn an mit LED zu beleuchten. Wenn es Probleme mit LED gibt, dann geht es meist um Algenplagen, kein Wachstum, etc. Ganz selten geht es um Farbe. Richtig gute Photos bzw. Videos sieht man kaum. Das ist richtig. Dies liegt aber wohl daran, dass LED Becken hinsichtlich Helligkeit und natürlicher Farbgebung sehr schwer zu fotografieren/filmen sind.

    Als Einstieg nehme ich einmal obige Aussage von Ralf. Die Thesen sind nur bedingt richtig. Um andere Leuchtmittel, wie T5 oder HQI, mit LEDs zu vergleichen, darf man nicht nur die rein technische Seite (Datenblatt) in Betracht ziehen. Wie sieht es denn in der gebräuchlichen Praxis aus?
    Ein wichtiger Faktor ist hier der Streubereich der bei T5 und HQI verwendeten Reflektoren. Armin hat darüber geschrieben. Wenn ich bedenke, dass möglicher Weise bei den Reflektorleuchten nur etwa 75% der technisch errechneten Energie auf die Wasseroberfläche trifft, habe ich bereits ein Problem bei dem Vergleich der Leuchtmittel bzw. Lampen. Bei dem riesigen Angebot der verschiedensten Reflektoren, in Leuchten verbaut oder als Einzelteil klippbar für alle Röhren erhältlich, ist der Laie kaum in der Lage die Spreu vom Weizen zu trennen. Ich meine damit, dass beileibe nicht jede Luxuslatüchte einen korrekt errechneten Reflektor besitzt, der auch noch in der Lage sein soll, das Licht optimal im vorhandenen Becken zu verteilen. Ich habe schon HQIs gesehen, die einen jämmerlichen Reflektor besaßen. Nur weil dieser flacher und eleganter, weil kleiner aussieht als andere Produkte, muss er nicht besser und effektiver sein. Darüber sollte man sich Gedanken machen, bevor man Lichtquellen miteinander vergleicht. Hinzu kommt das Problem der Hitzeverteilung. Bei HQI und T5 meist gleichermaßen schlecht. Das hat dann wiederum negativen Einfluss auf die Leuchtkraft. Sie nimmt nämlich ab. Beides zusammen, Lichteinbusse durch Reflektoreinsatz und das zusätzliche Hitzeproblem, darf man bei einem seriösen Vergleich mit LEDs nicht unterschlagen. Denn, wenn wir schon erkannt haben, bei HQI/T5 mit Streuverlusten (Streuverlust=Lichtverlust) leben zu müssen, warum dann nicht gleich zur LED wechseln? Die LED strahlt, abhängig von ihren Linsen, direkt nach unten. Also kaum Lichtverlust. Außerdem verschwindet die meiste Wärme nach oben und nicht über das Leuchtmittel nach unten. Auch ein Vorteil. Wobei jetzt einige an ihren Heizer denken, der vor dem Wechsel kaum angesprungen ist. :loudly_crying_face: Die Wattage von LEDs kann man im Regelfall immer niedriger ansetzen, als bei einer HQI/T5 Variante. Genaue Ergebnisse kann nur die tägliche Praxis geben, da viele LED-Leuchten sehr unterschiedlich konzipiert sind. Gefühlsmäßig würde ich aber sagen, dass ab 120W aufwärts die LED den Vergleich mit einer 250W HQI sicher standhält.
    Die erwähnten Algenprobleme habe ich während meines 4-jährigen LED-Einsatzes nie gehabt. Für Abhilfe sorgten Schnecken, Seeigel und einige herbivore Fische. Wer Algen hat, hat weniger ein Licht- als ein Nährstoffproblem. Über meinem LED-Becken hängt eine 120 x 1Watt LED, welche fast vollständig die Wasseroberfläche gleichmäßig mit Licht versorgt. Das bedeutet auch, dass unten am Boden in 80cm Tiefe die Lichtverteilung ähnlich optimal ist. Auch dies ist ein Vorteil gegenüber den mehr punktuell ausgerichteten Strahlern, wie z.B. HQI. Für die Tiere ergibt das an jedem Ort eine gleich bleibende Lichtquelle, welche aber naturgemäß mit der Tiefe abnimmt. Vormals hing über dem Becken eine 150W HQI mit 2x 24 Watt T5. Heute würde ich sagen, dass ich im Vergleich mit der LED-Leuchte damals mit einer Notbeleuchtung mein Becken gefahren habe. Der einzige Schwachpunkt der LED-Leuchten ist die Farbwiedergabe der Tiere. Blau bekommt ein Lilablau, Rot wirkt eher wie helles Rotbraun. Aber alles farblich intensiv und sehr ansprechend! Die ausgefeilten Spektren der verschiedenen T5-Röhren kann eine LED-Leuchte momentan noch nicht ganz ersetzen. Aber warum müssen es eigentlich immer die Neon-Farben sein? Mir genügen gesunde Farben und Tiere, die wachsen und sich vermehren. Leider oft zu schnell, so dass ich immer wieder gezwungen bin, sie zu verkleinern. Das Märchen, dass unter LED die Tiere schlechter wachsen, kann ich nicht nachvollziehen. Entweder gibt es da ein Manko bei der verwendeten LED oder beim Pfleger. Das einzige kritische Argument aller mir persönlich bekannter LED-Besitzer ist der „Farbverlust“ ihrer Korallen. Sie betrachten die Situation aber mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Der Witz ist hierbei, dass trotzdem keiner wieder zurück auf HQI/T5 wechseln möchte.
    C´est la vie!
    Gruß
    Hajo

    @Bernd:
    die LED-Beleuchtung für viele Misserfolge verantwortlich zu machen, ist sicher nicht sachgerecht. Fraglos gehört ihr auch die Zukunft.
    Aber in einem muß ich Jürgen unterstützen. Ich kenne eine ganze Reihe Aquarianer, die - aus den unterschiedlichsten Gründen - von LED zu HQI oder T 5 zurückgekehrt sind. Bei den meisten war es kein billiger Chinaschrott (wobei auch viele LEDs im hochwertigen Preissegment aus China kommen!), sondern unerfüllte Erwartungen. Manche haben da viel Lehrgeld bezahlt.

    Es gibt eben, wie in vielen Aquaristikbereichen, ganz unterschiedliche Erfahrungen und Meinungen.

    Hallo Bernd,
    Letzteres ist sicher richtig, aber hier in diesem Fall ist jemand beim Kauf dieser Lampe einem falschen Eindruck aufgesessen. Wenn die unterschiedliche Beleuchtung über dem Händler-Becken bereits zu solch gravierenden Veränderungen geführt hat, sollte hier zumindest der Grund dieses Algenwuchses hinterfragt werden. Möglicher Weise wäre der Interessent vermutlich schnell darauf gekommen, dass entweder die Qualität des Wassers oder die des Lichtes dabei eine Rolle spielen. Da bei dieser Betrachtung, besonders wegen des Gesamtkreislaufs bzw. der gemeinsamen Nährstoffbelastung nur das Licht übrig bleibt, hätte das gleich vor Ort einige Fragen aufwerfen müssen und ggf. sofort geklärt werden können. So hätte er sich vermutlich die Kosten für diese qualitätsschwache LED-Lampe sparen können.
    Auch habe ich von jenen Aquarianern gehört, die wieder zu HQI/T5 zurückgekehrt sind. Der häufigste angegebene Kritikpunkt in der Vergangenheit bezog sich mehr auf das Farbspektrum als auf die Intensität der LEDs. Ich muss allerdings auch zugeben, dass die allerersten Komplettleuchten/Leuchtstäbe mehr für Nanosysteme konzipiert wurden, als für größere Aquarien. Wer von T5 kommt und zur LED wechselt wird mit Sicherheit einen gewissen „Farbverlust“ bei einigen Tieren entdecken und je nach persönlicher Empfindsamkeit das Leuchtmedium wieder wechseln. Heutzutage haben wir aber Möglichkeiten dieses Manko mit einer RGB-Steuerung auszugleichen. Das erlaubt uns die Verwendung von verschiedenfarbigen LEDs in einer Leuchte. Alles nicht ganz billig, aber es eröffnet dem Interessenten die Möglichkeit seine „persönlichen“ Farben einzustellen. Alles ist natürlich auch eine Frage des individuellen Geschmacks, einmal abgesehen vom Sinn oder Unsinn der Verwertbarkeit (PAR/PUR) dieses Spektrums durch die Korallen. Die Tiere wachsen auch nicht besser als unter einer rein weiß-blauen LED-Kombination. Nur hochwertig muss sie sein.
    Gruß
    Hajo

    Hallo Juergen,
    Die Frage von Marco haette ich jetzt auch gestellt.
    Fuer mich klingt dein Bericht wie das Ergebnis eines
    Versuchs mit minderwertigen LEDs oder diesbezueglicher
    Linsenoptik. Das Verhaeltnis von Blau zu Weiss kann nicht
    der Grund sein. Ich tippe auf eine schlechte LED- Qualitaet.
    Ist es ein "Selbstbau"?
    Die angegebene Wattage ist eigentlich mehr als genug.
    Vielleicht liegt der Grund ja woanders?
    Ich bin vor Jahren auch von HQI auf LED umgestiegen.
    Auch von mehr auf jetzt weniger Watt und bin genau
    so zufrieden, wie Armin. Immer noch!!
    Gruss
    Hajo

    Hallo Hans-Werner,

    bislang läuft alles zur besten Zufriedenheit! Allerdings verweile ich immer noch bei der Anfangsdosis von 0,25ml/100l Beckenwasser. Die anfänglichen Zickereien einiger Korallen haben sich gegeben und PO4/NO3 sind zufrieden stellend gering. Demnächst wird die Dosis erhöht.
    Eine Frage habe ich aber dennoch bezüglich der Karbonathärte/PH-Wert.
    Entgegen Deiner Empfehlung nahe bei der Natur zu sein (ungefähre KH 7) und auch entgegen der Veröffentlichung von Murray Camp <KH8 fahre ich mein Becken seit langer Zeit mit ungefährer KH 9,5 und habe es eigentlich nicht vor zu ändern. Den Tieren merke ich nichts an. Im Gegenteil, sie stehen hervorragend. Sicherlich weniger wegen der hohen KH als wegen der neuerlichen Zufuhr von NP Bacto Balance! Was für eine Rolle spielt eigentlich dabei der PH-Wert? Ist dieser zu vernachlässigen, wenn sonst alle Parameter im Lot sind? Oder gibt es hier auch eine Empfehlung? Meiner liegt im Schnitt zwischen 7,9-8,2PH. Ist im Falle der Zugabe von NP BB etwa ein anderer Wert anzustreben? Mit welcher Begründung dann?
    Ich habe folgendes verstanden, was anzustreben wäre, bzw. von den Korallen toleriert wird:
    Bei geringen Nährstoffen > normale „natürliche“ KH <7
    Bei höherer Nährstoffrate > höhere KH möglich
    Wie beeinflusst der PH-Wert die Nahrungsaufnahme per NP BB oder auch sonst noch?
    Ist das durch die Bank weg als völlig neutral anzusehen oder gibt es da verbindliche Erkenntnisse?
    Die Calzifizierung soll bei einem niedrigen PH besser klappen, aber ist das schon alles?
    Daß man bei allen Parametern „natürliche“ Größen anstreben sollte, ist mir schon klar. Aber wer hat die schon fortlaufend in seinen Becken? :grinning_squinting_face:
    Gruß
    Hajo

    Hallo Stefan,

    um noch einmal auf den „Unfall“ zurückzukommen…..
    Wenn ich Dich richtig verstanden habe, sind als Lebensmittel verpackte Garnelen gefüttert worden. Viele dieser Waren werden wegen ihrer Haltbarkeit mit Zusatzstoffen behandelt! Oftmals steht es gar nicht auf der Verpackung. Außerdem lagen sie in angetrocknetem Zustand vor. Das lässt ahnen, dass möglicher Weise die Konzentration der Antioxydationsmittel oder ähnlich verwendeter Substanzen höher lag, als im wässerigen Zustand. Vielleicht liegt hier der Grund begraben. Du hattest berichtet, dass Du bereits früher diese Methode verwendet hast. Aber es könnte doch sein, daß frühere Chargen entweder nicht so aggressiv behandelt wurden oder das Du vielleicht das Produkt gewechselt hast?
    Die n. n. – Werte glaube ich auch nicht so ganz. Welche Messutensilien wurden denn verwendet? Bei der Futtermenge möchte ich mich ebenso Claude anschließen. Es ist bezogen auf die Häufigkeit und Wassermenge, einfach zu viel. Insbesondere auch wegen der nicht vorhandenen technischen Unterstützung. Ich sage hier bewußt "nicht vorhandene" und nicht "fehlende oder mangelnde" technische Unterstützung, da ich auch seit langem ein "technikfreies Becken" betreibe. Allerdings nicht mit diesen Futtermengen.
    Gruß
    Hajo

    und natürlich auch die alteingesessene Mikrobiologie, sowohl auf den Korallen als auch in den Biofilmen, die sich an die Nährstoffdosierung anpassen müssen.

    Genau das wollte ich wissen.
    Vielen Dank, Hans-Werner!

    P.S. Gibt es eigentlich die Vorträge in Sindelfingen später auch als gedrucktes Medium?
    Und wo wären diese dann zu beziehen?
    Leider ist dieser Termin für mich sehr ungünstig.

    Gruß
    Hajo

    Hallo Cemil,

    Cemil:
    Dann habe ich es 1 Woche weg gelassen und wieder mit der halben Dosierung angefangen d.h Abends kurz vor Licht ausgehen bzw. in der blauphase 0,5ml zugegeben.

    Warum verfährst Du so? Der Zeitpunkt spricht gegen die Empfehlung, wenn ich mich nicht irre.

    Cemil:
    Ich bin bei 0,5ml hängen geblieben........ ich weiß nicht ob mehr raus zu holen ist aber so habe ich keine Nachteile nur Vorteile zu sehen und das reicht.

    Sprichst Du jetzt von einer rein optischen Angelegenheit oder erreichst Du bereits mit der Minimaldosis eine Nährstoffreduzierung? Wenn ja, wie viel?

    Cemil:
    Ich habe ähnliche Daten. Als ich anfing mit der empfohlenen Menge habe ich zuerst Nachteile beobachtet.

    Das habe ich auch beobachten können. Allerdings dauerte diese Phase nur 2 Tage. Seit 14 Tagen verabreiche ich jetzt die Minimaldosis. Der NP-Wert hat sich seit der Zugabe nicht verändert. Er „sitzt“ wie festgeklemmt. Normaler Weise hätte er sich erhöhen müssen, da z. B. der PO4-Adsorber bei Beginn der Dosierungen sofort aus dem Kreislauf entfernt wurde. Entgegen der allgemeinen Vorgehensweise werde ich die Minimaldosis noch für eine längere Zeit zugeben. Erst später langsam erhöhen. Der Grund sind die doch recht unterschiedlichen Beobachtungen in Zusammenhang mit den Probiotics in geschlossenen Systemen, die m. E. auch Fachleute nicht ganz erklären können. Zumindest in den USA ist man sich da nicht ganz sicher und macht dabei auch die unterschiedlichsten Beobachtungen.

    Hallo Hans-Werner,

    kann die Geschwindigkeit im Aufbau des neu erzeugten Biofilms das eigentliche Nadelöhr sein? Seine Zusammensetzung ist sicherlich vormals in jedem Becken anders gewesen. Kann man vielleicht so die unterschiedlichen Beobachtungen erklären? Dann wäre ein langsameres Herantasten in diesen Fällen der bessere Weg.
    Vielleicht ist das aber nur eine blöde Vermutung. :confused_face:
    Gruß
    Hajo

    Hallo Hans-Werner,

    spielt denn die KH bei den "Probiotics" eine bedeutende Rolle oder tut sie es nicht?

    Es wurde bereits früher beim Einsatz dieser Methoden über Gewebeschäden oder sogar über einige Totalverluste berichtet. Das geschah allerdings bei n. n. Nährstoffen. Ob dabei die KH erhöht war, entzieht sich meiner Kenntnis. Wäre aber interessant zu wissen. Vielleicht kann sich noch jemand daran erinnern? Durch die Reduzierung der zugeführten Probiotics und/oder durch eine Erhöhung der Futtermenge wurde dann diesem Problem begegnet, so dass auch keine weiteren Verluste mehr auftraten.
    Entsprechend Deiner früheren Aussage, Original H-W: (Es ist kein Problem mit n. n. Konzentrationen zu fahren, zum einen weil es eine geringe kontinuierliche Zufuhr gibt und zum anderen weil Nährstoffe in nicht messbarer Form als organische Nährstoffe und Mikroorganismen vorhanden sind.) könnte bei der Anwendung von NP-Bacto-Balance auf die Kontrolle der Nährstoffe ja verzichtet werden. Zumindest was deren Limitierung angeht, denn es würde ja keine mehr stattfinden? Interpretiere ich das richtig oder hast Du doch noch einen "Wermutstropfen" für mich?
    Übrigens habe ich seit 1 Woche mit Bacto-Balance begonnen. Selbst bei der geringen Anfangsdosis sind schon Fortschritte zu vermelden.
    Gonioporas, Alveoporas, Catalaphylia, Euphyllias, Montiporas, Styloporas, Anthelien, Acanthophyllia, Cynarina, Lobophyllia, Polyphyllia und Acroporas zeigen ein besseres Polypenbild. Bei der Echinophyllia (Neuerwerb) sind die Transportschäden am Rand unerwartet schnell abgeheilt. Nur eine Acropora caduus zeigt beginnend mit den Zugaben ein mageres Polypenbild. Ich hoffe, dass dies nicht zu einem Problem wird. Bei den Tridacnas glaube ich eine "Farbverstärkung" zu bemerken. Seit Anfang der Zugaben ist der PO4-Adsober raus und seitdem hat der Wert sich nicht bewegt. Obgleich ich nach wie vor füttere, bewegt sich nichts. Das wird sicherlich mit der geringen Anfangsdosis zu tun haben. Warten wir ab, bis die Dosis erhöht wird......
    Gruß
    Hajo

    Was ist für dich ein niedriger KH-Wert? Wieso sollte der niedrig sein?

    Viele Grüße,
    Björn


    Hallo Hans-Werner,

    die interessante Frage von Björn hast Du leider noch nicht beantwortet.
    Ich habe mich beim Lesen verschiedener Artikel zu diesem Thema und ähnlicher Methoden
    auf die amerikanischen Seiten verirrt. Folgender Beitrag hat mich wieder an die Frage von Björn
    erinnert. Was ist da nun dran?

    HUSBANDRY ISSUES
    Given the capacity of these methodologies to drive dissolved nutrients to very low levels, unique issues arise of which the marine aquarist should be aware:

    1. Maintain natural seawater parameters. It is important that abiotic water parameters are as close to natural levels as possible. The suggested levels are:
    • Calcium 410–430 ppm
    • Magnesium 1250–1300 ppm
    • Alkalinity 6.5–7.5 dKH
    • Potassium 380–400 ppm
    • Salinity of 34–36 ppt
    (Specific Gravity 1.024—1.026)

    Perhaps the most important of these parameters is alkalinity. Many aquarists dosing organic carbon who have maintained consistent alkalinity levels above 8 dKH have reported varying degrees of tissue necrosis in scleractinian corals, especially corals in the genus Acropora, usually described as “burnt tips.” I have personally seen this effect, but the exact cause of this phenomenon is not known. Some suspect a phosphate deficiency. The prudent aquarist employing a probiotic methodology will pay close attention to alkalinity levels, especially as nutrients fall to nearly undetectable limits. Additionally, be aware that probiotic systems may cause a more rapid depletion of alkalinity levels than you may have seen in normal calcification processes.
    Autor ist Murray Camp.

    Gruß
    Hajo

    Hallo,

    Marcel:
    Die tägliche Zugabe (vor dem Einschalten des Lichts und Ausschalten des AS) von BALANCE steht aktuell bei 0.5ml bei 270lt Nettovolumen

    Ist "vor dem Einschalten des Lichts" der Beginn der Beleuchtungsphase gemeint? Also noch im Dunklen oder bereits in der hellen Phase?
    Ich frage deshalb, weil nach der Dosierungsinformation der Beginn der Beleuchtungsphase empfohlen wird.
    Für mich ist das die helle Phase.

    Gruß
    Hajo

    Hallo,

    ich finde es ausgesprochen gut und auch sinnvoll, wenn hier weiter von den Ergebnissen berichtet wird. Bitte nicht abreißen lassen! Jedes Becken hat seine eigene Historie und deswegen wird auch wohl nicht jeder Dosiervorschlag gleich zum unmittelbaren Erfolg führen. Abgesehen von den Dosierfehlern werden wir möglicher Weise hier und da Irritationen an unseren Tieren feststellen, die nicht gleich zu erklären sind. Daher ist es von Nutzen, die Berichte anderer mit seinen eigenen Beobachtungen zu vergleichen, und wir bekommen dadurch die Möglichkeit ggf. etwas zu korrigieren bzw. zu verändern, bevor unsere Tiere einen eventuellen Schaden nehmen. Nachher ist man (meist) immer klüger.
    Ich wäre auch dafür Hans-Werner permanent zu diesem Thema zu nerven. Ein Nachteil wäre das sicher nicht
    Für uns. :grinning_squinting_face:
    Gruß
    Hajo

    Hallo Torsten,


    Torsten:
    Das ist zwar theoretisch richtig, aber eben nur theoretisch.
    Nein, praktisch auch.

    Torsten:
    Jedes Meeresaquarium wird zig mal pro stunde umgewälzt und sollte einen vernünftigen Abschäumer haben, insofern stellt sich diese Frage erst, wenn alle Räder still stehen.
    Dann hängt es natürlich stark vom Besatz ab.

    Diese Aussage hatte ich eigentlich nicht erwartet, hatte ich doch weiter oben extra darauf hingewiesen, dass aus gutem Grund jedwede Technik bei meiner Überlegung noch nicht ins Spiel kommen sollte. Sonst hinkt ja jeder Vergleich, weil
    durchaus die in unseren Becken eingesetzte Technik sehr unterschiedlich sein kann.

    Torsten
    Die Frage, die ich mir von Berufs wegen stelle ist ja eher, wie man ein Becken mit 70er Höhe aber nur 50er Tiefe vernünftig dekoriert....

    Torsten, Du kannst ruhig diese Frage stellen. :grinning_squinting_face: Eines meiner Becken von 80cm Länge, 50cm Breite und 80cm Höhe hat seit einigen Jahren eine komplette zweigeteilte Rückwand von „Korallenwelt“ und ist gerade wegen dieses „Terrarienmaßes“ für alle Betrachter ein ungewöhnliches, aber interessantes Objekt. Ich vermute mal, Du kennst den Hersteller dieser Riffkeramik? :face_with_tongue:
    Nichts für ungut.
    Gruß
    Hajo

    Hallo Matthias,

    Das ist korrekt. Aber richtig ist auch, je niedriger der Wasserstand und je größer die entsprechende Wasseroberfläche, umso effizienter ist der Gasein- und -austritt. Wie sieht denn Dein Beispiel z. B. bei einem theoretischen Wasserstand von nur 10cm aus? Das Ergebnis wären ein paar Quadratmeter Wasseroberfläche für den Austausch. Ich weiß, das ist jetzt zugespitzt. Ich bleibe dabei (falls mich keiner vom Gegenteil überzeugt), je kleiner die Oberfläche im Verhältnis zur Wassermenge, desto geringer der Austausch. Technische Hilfsmittel sind bei meiner Überlegung dabei nicht berücksichtigt.
    Gruß
    Hajo

    Es sind nicht gleiche Bedingungen, da bei einer Oberfläche von 250x80cm die 4-fache Fläche für einen Gasaustausch zur Verfügung steht. Also ein Mehrfaches, daher größere Effizienz.
    Warst Du schon einmal hinter den Kulissen der Berliner Hotelanlage? Da wird genügend getan um den Gasaustausch
    zu fördern. Stichwort: z. B. Überdimensionierter Abschäumer.
    Gruß
    Hajo

    Hallo Kenny,
    es mag ja mathematisch alles richtig sein, aber es löst das eigentliche Problem nicht. Simon war schon auf dem richtigen Weg mit seiner Vermutung. Stichwort: PH-Schwankungen.
    Der Gasaustausch findet an der Wasseroberfläche statt. Je kleiner die nun ist, desto geringer der Austausch und desto niedriger der PH-Wert. Gegensteuern kann man mit einer turbulenten Bewegung der Wasseroberfläche. Nur reicht das allein nicht. Ein überdimensionierter Abschäumer könnte Abhilfe schaffen. Aber das ist hypothetisch. Ich habe bei einem Wasserstand von 80cm Höhe, das Becken hat L=80cm, B=50cm, H=85cm, ähnliche Probleme mit dem CO2-Austausch und diesbezüglichen PH-Schwankungen.
    Gruß
    Hajo

    Hallo,

    1 x Percnon gibbesi und 2 x Mithraculus sculptus hatte ich damals wegen der Kugelalgen angeschafft. Nach meinen Beobachtungen ist diese Kugelalge (bei mir Ventricaria) für beide Krabbenarten nur 2. Wahl. Bevorzugt werden kurze Algenrasen, von denen sie mit Begeisterung und mit Hilfe ihrer Scheren den Aufwuchs abweiden bzw. abschaben. Selbst bei den aufgeplatzten Kugeln wurde sich nur für die Innereien interessiert. Die Innenseiten der Kugel wurden fein säuberlich ausgeschabt. Die Hülle blieb leider unangetastet. Ob es nun anders gelaufen wäre, wenn kein anderer Algenrasen hier alternativ zur Verfügung gestanden hätte, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Da aber beide Organismen meist zusammen in unseren Becken auftauchen, wird wohl die Kugelalge für die Krabben immer die 2. Wahl bleiben. Auch habe ich beobachten können, dass die seltenen Versuche einer prall gefüllten Kugel zu Leibe zu gehen, um an ihre Innereien zu gelangen, immer an deren glatter Oberfläche scheiterten. Mein persönlicher „Notnagel“ heißt jetzt Lo vulpinus. Der schlingt alles in sich hinein, was irgendwie nach Alge aussieht, ist aber für die geringe Wassermenge nicht praktikabel. Dieser Fisch kann auf Grund seiner momentanen Größe von 8cm nur die kleinsten Kugeln fressen. Die großen Vertreter bleiben leider auch unangetastet. Da ist jetzt Handarbeit gefragt. An jedweder positiver Erfahrung mit anderen Kugelalgenfresser wäre ich sehr interessiert. Es müsste aber beweisbar sein und keinerlei Vermutungen unterliegen.
    Gruß
    Hajo

    Hallo,

    mit Halbwahrheiten sollte man nicht hausieren gehen. Besser eine etwas längere Einlaufzeit, als später ewig Ärger mit einem instabilen Beckenmilieu. Unter einem Monat würde ich nicht empfehlen. Erst einmal sollte die komplette Nitrifikationsphase abgelaufen sein. Erst dann ist nach dem Ablauf der Kieselalgen- Fadenalgen- Kalkrotalgenphase (hier reicht der Beginn), an einen Besatz mit etwas „härteren“ Tieren zu denken. Das wäre der Normalfall, den die Meisten auch beherzigen. Jedwede Störung in dieser Periode führt zu Irritationen. Nicht nur später beim Verursacher sondern sofort sichtbar im Becken. Es gibt auch jene, die entweder eine Allergie gegen einschlägige Fachliteratur haben oder die sich sowieso über alle Schranken der Vernunft hinwegsetzen. Diejenigen aber, die etwas Geduld aufbringen (was übrigens bei unserem Hobby die erste Pflicht ist) können von dieser Tugend nur profitieren. Natürlich kann man die Einlaufzeiten der Aquarien untereinander schwer vergleichen, da hier die Einrichtung eine große Rolle spielt. Aquarien mit einer ausreichenden Menge von Lebendgestein und bereits vorgeimpften Wasser brauchen in der Regel weniger Zeit um in den Tritt zu kommen als Becken, die nur totes Material verbaut haben. In diesem Fall verlängert sich die Einlaufphase erheblich. Mit ominösen Mittelchen zu versuchen den Nitrifikationsablauf zu beschleunigen hilft immer dem Hersteller aber oft nicht dem Erstanfänger. Ein Anfang ohne jede Kenntnis der biochemischen Vorgänge führt zu keinem guten Ende, weil bereits der Anfang in die Hose geht, und ist nicht zu empfehlen. Learning by doing ist nach meinem Verständnis völlig unangebracht. Der Aquarianer sollte sein Becken(milieu) beherrschen und nicht umgekehrt. Auch deswegen ist eine längere Einlaufzeit eine weit wichtigere Periode, als manche denken mögen.
    Gruß
    Hajo

    Hallo,

    normalerweise sind lange Fadenalgen nicht sehr begehrt. Weder bei algenfressenden Niederen noch bei den Fischen.
    Nicht weil sie nicht schmecken würden, sie passen halt nicht zur Anatomie eines Fischmauls. Algenfressende Fische raspeln durchweg ihre Nahrung ab und sind nicht in der Lage fädige Algen abzubeißen.
    Im Laufe der Zeit kommen doch hin und wieder Algen in unseren Aquarien hoch. Sei es durch erhöhte Nährstoffe und/oder durch Sporen als "blinde Passagiere" im Transportbeutel beim Kauf irgendwelcher Neuzugänge. In der Vergangenheit wuchsen bei mir als "Untermieter" rote Blattalgen, Caulerpa racemosa, Kugelalgen und vereinzelt Fadenalgen. Trotz niedriger Nährstoffwerte waren sie da und vermehrten sich. Weder der Ctenochaetus, noch der Salarias noch der Versuch etliche algenfressende Krabben oder Seeigel dafür zu begeistern, schlug fehl. Mit der roten Blattalge konnte ich leben, aber nicht mit den übrigen Algenarten. So erinnerte ich mich an Lo Vulpinus, das Fuchsgesicht, ein Mitglied der Familie der Kaninchenfische. Durch Zufall ergatterte ich ein sehr kleines Exemplar von ungefähr 6cm Länge. Dieser Fisch fraß sofort die Caulerpa, dann alle Fadenalgen und versuchte sich anschließend an den vermaledeiten Kugelalgen. Bei Deiner Beckengröße würde ich Dir diesen Fisch ans Herz legen, egal wie die Größenangaben bei den adulten Tieren beschrieben sind. Falls er im Laufe der Zeit doch zu groß werden sollte, kannst Du ihn ja an andere interessierte Aquarianer weitergeben oder beim Händler umtauschen.
    Alle Versuche mit anderen Spezies versprechen bei langen Fadenalgen wenig Erfolg.
    Gruß
    Hajo

    Hallo Hans-Werner,

    PO4/NO3 Probleme versuche ich seit Jahren mit verstärktem Wasserwechsel zu begegnen. Im Großen und Ganzen klappt das auch, nur dass die Werte trotz WW und täglicher Fütterung der wenigen Fische in den ungefähren Bereichen von PO4 = 0,02mg bis 0,08mg und von NO3 = 8-15mg floaten. Hin und wieder scheint sich eine kurzfristige PO4-Limitierung einzuschleichen. Sicher bin ich mir aber da nicht. Da ich nur wöchentlich prüfe, scheint mir deswegen der kritische Zeitpunkt zu entgehen. Den sichtbaren Beweis zeigte eine kräftig grüne Alveopora, die nicht nur sich plötzlich ihrer Zooxanthellen entledigte und für mehrere Monate die Farbe Gelbweiß annahm, sondern auch teilweise abstarb. Der überlebende Teil hat sich durch die Erhöhung der allgemeinen Futtermenge mittlerweile erholt und beginnt auch wieder ihre ehemalige Farbe anzunehmen. Ein Totalverlust hätte mich sehr geärgert, denn das Tier besitze ich schon seit 4 Jahren und es war bereits auf die 5-fache Größe angewachsen.
    Frage: Bekomme ich durch die Zugabe von NP-Bacto-Balance eine bessere Stabilität in den Nährstoffhaushalt des Beckens? Also kein "floating" mehr?
    Die Fütterungsintervalle so wie den WW würde ich beibehalten wollen. Einziger Juckepunkt ist der Abschäumer. Es gibt keinen! Gibt es in diesem speziellen Fall irgendwelche Einwände? Ca/KH/MG wird über „Balling“ geregelt.
    Gruß
    Hajo