Hallo Artur,
warum so pessimistisch? Ganz ohne Frage ist Deutschland ein Hochpreisland der Stromkosten. Die Gründe sind vielschichtig und ich möchte hier nicht darauf eingehen, weil wir uns dann auf Nebenschauplätzen bewegen und dabei dem eigentlichen Thema nicht mehr gerecht werden. Eines kann ich aber sagen: Das Verhältnis von Leistung zum Strompreis ist nie moderat gewesen! Auch waren zur damaligen Zeit die Anschaffungen von speziellen Leuchtmitteln und einer kräftigen Wasserbewegung auch nicht gerade ein Schnäppchen. Aber es gab immer wieder Perioden in denen Innovationen unser Hobby, und damit auch die Kosten, positiv beeinflusst haben. Das hier angesprochene Beleuchtungsthema ist eines davon. Ein zweites Thema ist die stetige Weiterentwicklung der Pumpentechnik. Beide Themen werden hinsichtlich ihrer Verbrauchswerte für uns ein Dauerthema bleiben und uns ewig umtreiben. Wer wie ich, den Weg von der alten T8-Leuchtstoffröhre über HQL/HQI hin zu reinen T5- Beleuchtungen und LED gegangen ist, weiß wovon er redet. Dazwischen lag noch eine Zeit, in der wir die amerikanischen 120W-Leuchtstoffröhren versucht haben. Leider ohne großen Erfolg, da die deutschen Standard-Fassungen nach einer gewissen Zeit der Hitze nicht standhielten und schnell durchschmorten. Mittlerweile sind ein Teil der bisher genutzten Beleuchtungseinheiten der LED-Technik gewichen. Mit allerbestem Erfolg und sogar auch einer gewissen Stromersparnis!
Uns drückten damals nicht so sehr die Stromkosten, mehr der Mangel an Lichtstärke inklusive geeignetem Spektrum. Innovation hat auch diesen Sektor beflügelt, bis hin zum heutigen Tag.
Momentan ist der neueste Meilenstein in der Beleuchtungstechnik (LED) für unser Hobby noch nicht optimal entwickelt und daher noch nicht besonders kostengünstig. Das wird sich gewiss ändern, so dass wir später auch preiswertere Produkte von guter Qualität und relativ sparsamen Verbrauch erwerben können.
Auf der Ebene der Strömungspumpen lief es nicht anders. Da hat sich der Verbrauch bei gleicher Leistung mehr als halbiert! Bei einigen Modellen namhafter Hersteller sogar durch noch mehr Effizienz. Erstaunlich! Was sagt uns das eigentlich? Es zeigt sehr deutlich, dass mit der Zeit der Markt die Regelung übernimmt. Allerdings ist die Übergangszeit für uns Ungeduldige oft mit Schmerzen im eigenen Geldbeutel verbunden. Es sei denn, man ignoriert jeglichen Fortschritt. Manche Entwicklungskosten werden direkt auf den Verbraucher abgewälzt. Der technische Markt für die Aquaristik, speziell der Meerwasseraquaristik, ist ein kleiner Bereich, der die großen Konzerne kaum interessiert. Aber genau dort sind Heerscharen von Entwicklern bei der Arbeit. Nur nicht in erster Linie für unsere Bedürfnisse. Von deren geistigen „Abfallprodukten“ profitieren oft die kleineren Hersteller mit mehr oder weniger innovativen Produkten. Bis zur Serienreife können hier weitere hohe Entwicklungskosten entstehen. Nicht zu vergessen, die bürokratischen, gesetzlichen Hürden, die den Herstellern auch Geld und Zeit kosten. Dieser Weg ist oft lang. In der Zwischenzeit bedienen wir uns mehr oder weniger neugierig der Techniken der neuesten Generation und versuchen uns an den ersten, logischerweise noch teuren Produkten. Mit einem gewissen Risiko. Die Historie der LED-Lampen über unseren Becken zeigt den Verlauf dieser Entwicklung deutlich. Die Lampen der 1. Generation sind nicht mehr aktuell, weil entweder stark verbessert und nicht mehr so anfällig gegen Ausfälle oder sie sind komplett vom Markt verschwunden. Die „Kinderkrankheiten“ sind eigentlich vorbei. Das Hobby Meerwasseraquaristik ist nie preiswert gewesen! Die Größe unserer Aquarien bestimmt meist der eigene Geldbeutel. So gesehen, sind „natürliche“ Grenzen gesetzt. Betreiber größerer Becken haderten schon immer mit den Stromkosten, aber auch dort hat man sich der Entwicklung angepasst und nutzt die vorhandenen Möglichkeiten den hohen Verbrauch durch den Einsatz von innovativer Technik zu senken. Wenn dabei auch noch die Strompreise mitspielen…….
Gruß
Hajo