Hallo zusammen,
der Vollständigkeit halber möchte ich den letzten Stand meiner Einschätzung um einige Dinge erweitern. Wenn in einigen Fällen innerhalb der etwas heftigen Diskussionen auch der rote Faden verloren ging, auch einige Probleme anders
bewertet wurden, konnte sich doch der aufmerksame, auch zwischen den Zeilen denkende Leser, seine eigene Meinung bilden. Egal, welcher Fakultät man sich angehörig fühlt, spätestens beim Auftreten erster Krankheitssymptome bleibt man nicht mehr ruhig vor dem Becken sitzen. Daraus ergibt sich die Frage nach dem sofortigen, individuellen, krankheitsbedingten Vorgehen. Was ist zu tun und wie gehe ich vor?
Ob ich einen Neuzugang gleich ins Becken gebe oder ob ich den Weg über die Quarantäne gehe, sind zwei paar Schuhe. Das eine mag wohl in manchen Situationen das andere ersetzen oder gar ergänzen. Jede dieser Methoden hat positive, wie
auch negative Aspekte. In einem, stark mit Korallen besetzten Riffbecken, einen neu eingesetzten und sehr scheuen Fisch heraus zu fangen, wird ein großes Problem werden. Fast nicht lösbar. Selbst mit Falle und Spiegel nicht, was bei Alteingesessenen prima funktioniert. So weit ist der Neue aber noch nicht. Also bleibt er drin, und muss sich außer den üblichen Anpassungssschwierigkeiten auch noch den heftigen Attacken der Alteingesessenen erwehren.Das bringt enormen Stress, inklusive diverser Verletzungen. Das Ende sieht dann meist so aus: Das geschwächte und verängstigte Tier wird kaum noch aus seinem Versteck ( so es eines gefunden hat) herauskommen, keine Nahrung aufnehmen und im schlimmsten Fall dann
den übrigen Besatz infizieren, und sich mit diesem Geschenk dann für immer verabschieden. Bestenfalls habe ich jetzt (durch Einsatz geeigneter Maßnahmen) einen kleinen Verlust am Altbestand, was in manchen Situationen sehr schmerzen kann. Das Resultat kann aber in machen Fällen noch weitaus gediegener aussehen.
Wer ein Faible für Fische hat, wird sich kaum als „Ersteinrichtung“ mit nur einem Exemplar begnügen wollen. Für manche Zeitgenossen steht der Fisch an erster Stelle und die Korallen sind nur Dekoration. Solche Vorlieben müssen wir in diesen Diskussionen mit berücksichtigen, und deshalb dem Thema „Fischerkrankungen“ etwas breiteren Raum geben. Aber immer schön sachlich. Alex hat mit einer simplen Frage
eine Lawine losgetreten. Das solch ein Echo daraus wird, hat er wohl nicht bedenken können. Manch Anderer auch nicht. Das zeigt mir aber, wie sehr dieses Thema von allgemeinem Interesse ist, aber dass auch viele falsche Fährten gelegt wurden.
Dem Neuzugang ist es völlig schnuppe, ob sein neues Behältnis den Vorstellungen von „Schöner Wohnen“ entspricht. Ein ausreichend großes Becken, wohl temperiert, Ruhe und ein paar kleine Versteckmöglichkeiten, viel Aufmerksamkeit und ein
reichhaltiges Futterangebot genügen da schon. Ich bekomme in 10 Tagen (fast) jeden Fisch in Quarantäne zum Betteln an die Scheibe. Wenn´s mal etwas schwieriger wird, helfen mir Abudefduf oder Demoiselle & Co. über den Futterneid ans Ziel zu kommen. Falls dennoch Krankheiten auftreten, sollte man sie zuerst richtig einzuschätzen wissen und dann dementsprechende Aktionen anstoßen. Außerdem kommt man bei dieser Methode auch in die komfortable Lage, den erkrankten Fisch wesentlich stressfreier, (z. B. für Kurzbäder (Kiemenwürmer, Darmparasiten o.ä.) oder auch zur individuellen Prophylaxe, für kurze Zeit in ein kleineres Behältnis umsetzen zu können. Mit der erwähnten Süßwassermethode gelangt man in einigen
Fällen auch zum Ziel. Allerdings sollte diese Behandlung nicht von Neulingen durchgeführt werden. Höchstens unter Anleitung. Jede Fischart reagiert darauf anders. Ein „auf die Seite legen“ wird schon einmal als drolliges Verhalten interpretiert. Ist aber oft der Anfang vom Ende. Literatur über die Behandlung von Fischkrankheiten dürfte bei Hardcore-Fischliebhabern sowieso im Regal stehen. Anderen wird es sicher nicht schaden, sich auf diesem Gebiet neugierig zu machen. Zur Pflege von Fischen gehört, ebenso wie zur Pflege von Niederen, die Kenntnis über eventuell aufkommende Krankheiten, wie auch deren sicheres Erkennen und deren entsprechende Bekämpfung.
Gruß
Hajo