Hallo zusammen,
So, wie sich (hoffentlich) über die Vergesellschaftung unserer flossigen Freunde Gedanken gemacht wird, sollte das auch ebenso für die Vergesellschaftung von Korallen gelten. Es darf sich ruhig einmal jeder über die Stärke der Nesselkraft der verschiedensten Korallen informieren. Dann passieren auf diesem Sektor auch nicht so viele Unfälle, die vielerorts zum teilweise, oder auch kompletten Absterben der Korallen führen kann. Learning by doing ist bei der Besetzung eines Riffaquariums mit unterschiedlichen Korallenarten nicht angebracht. Hier sind die bedeutendsten Parameter a) Licht, b) Strömung, c) Aggressivität und die Kenntnis über die Empfindlichkeit (Haltbarkeit) der Tiere. Allerdings greift man manchmal auch daneben.
Ich hatte damals eine Catalaphyllia dicht neben eine Euphyllia divisa gesetzt. Beide haben den Ruf stark zu nesseln. Obwohl beide sich nicht berührten, zog sich mit der Zeit bei der Euphyllia, die der Catalaphyllia zugewandte Seite langsam zurück, so dass der Hauptanteil der Gewebemasse sich auf die entgegengesetzte Seite verlagerte. Optisch ergab das jetzt ein asymmetrisches Bild. Man sah der Euphyllia die unangenehme Situation an. Beeinträchtigung gibt es also auch ohne direkten Kontakt. Er muss nur lange genug dauern!
Man sollte sich auch davon frei machen, alle Spezies einer Art als gleichermaßen aggressiv einzustufen. Das wäre ein schwerer Fehler. Zum Beispiel in der beliebten Familie der Gonioporen sollte es nicht nur den Hinweis auf die unterschiedlichen Nahrungsangebote geben, sondern auch einen Vermerk über ihre sehr unterschiedliche Nesselfähigkeit. Sonst wird man da auch seine Überraschungen erleben können.
Gruß
Hajo
