Hallo zusammen,
Nach Ellen Thaler soll Hunger die Schwarmbildung stark beeinträchtigen, wenn nicht gar verhindern. Nach erforschten Beobachtungen in der Natur schnappen die Chromis viridis alle 2 Sekunden nach etwas Fressbarem. Dann ist es bei unseren „normalen“ Fütterungsintervallen auch kein Wunder, wenn das ehemalige Schwarmverhalten kippt. Jedes Tier geht dann eigene Wege, um an Futter zu gelangen, bzw. nicht zu verhungern. Das führt zu einer Auflösung des Schwarms, bis runter auf eine Größenordnung, die gerade noch den Ansprüchen von eigener Sättigung genügt. Um diese kleine Gruppe zu festigen, bedarf es, wie in der Natur, eines permanenten Angstdrucks, wie ihn z. B. räuberische Fische erzeugen können. Angst und Vorsicht hält die Gemeinschaft zusammen. Fehlt diese, und kommt noch der Hunger hinzu, wird jeder Fisch auf die eine oder andere Art und Weise versuchen, einzeln nach Nahrung zu suchen um seinen Hunger zu stillen und zu überleben. In ihrer natürlichen Umgebung besetzen Chromis viridis einen Korallenstock als Wohnung, Laichplatz und Schutzraum. Je größer die Koralle, desto größer auch der Schwarm. Da in einer solch großen Gemeinschaft nicht nur ein einziges Männchen für den Nachwuchs sorgt, ist klar. Ich denke, es bilden sich hier viele kleine Gruppen, die in ihrer Vielzahl letztendlich einen großen Schwarm darstellen. Was wir sehen, ist ein Gesamtbild, das trügt? Eine Zweckgemeinschaft? Für die Gemeinschaft, also den großen Schwarm, ist in ihrer natürlichen Umgebung immer genug Futtermenge vorhanden. Durch Druck von außen (Räuber) werden sie in ihrem sozialen Gefüge noch enger zusammengehalten. Ihr Verhalten im Aquarium wird von anderen Parametern bestimmt. Zu kleine Becken, viel zu wenig Futter, fehlende Aggressoren. Das sprengt ihre soziale Bindung und sie versuchen andere Wege zu gehen. Alles Hypothese?
Leider sind alle Informationen, speziell über Chromis viridis, soweit sie mir zugänglich waren, sehr dürftig, was das Beibehalten von innerartlichen Strukturen und Änderungen im sozialen Verhalten unter Aquarienbedingungen angeht. Mehrheitlich wird aber letztendlich über die Tendenz zur kleineren Gruppe berichtet. Interessant wären langfristige! Aquarienstudien. Dazu könnten vielleicht einige Foraner selbst beitragen. Selbst wenn es Misserfolge sind, sind diese Berichte stets willkommen.
Gruß
Hajo