Beiträge von hajo

    Hallo Adi,

    ohne weitergehende Informationen und genauere Bilder von allen betroffenen Korallen bewegen wir uns hier im luftleeren Raum. Über wie viel geschädigte Korallen sprechen wir eigentlich? Mit Blick auf die Schäden kann die Ursache der Mortalität vielfältig sein und Ratespiele sind hier eher nicht die Normalität. Es ist schon schwer genug, über karge Informationen sich per Ferndiagnose an die eigentliche Ursache heranzutasten. Oftmals ist es auch unmöglich, da sich auch mehrere Probleme überlagert haben können und so die eigentliche Ursache verdecken.
    Vielleicht würde uns ein Foto des gesamten Beckens weiterhelfen. Der Gesamteindruck zeigt uns mitunter den Weg. Auch genauere Angaben zur Beleuchtungsart und -stärke (wurde vielleicht zwischenzeitlich die Beleuchtung gewechselt?) und der Salinität wären hilfreich. Nicht allein die momentan gemessenen Werte sind relevant, sondern auch frühere Erkenntnisse aus bereits gemessenen Werten, so wie einzelne Beobachtungen können dazu beitragen, uns ein umfassenderes Bild zu vermitteln. Auch die Temperatur kann ein Faktor sein, der auf die Gesundheit der Korallen Einfluss hat und sie enorm schädigen kann. Ein ähnliches Bild habe ich vor Augen, als nach Ausfall eines Heizers, das Absacken der Temperatur viel zu spät bemerkt wurde….. Ähnliche Schäden liefern auch Überhitzungen, z. B. in den Sommermonaten. Die Ursachen sind vielfältig, die Schäden ähneln sich alle irgendwie. Deshalb kann es von Bedeutung sein, den Blick auch in die Vergangenheit zu richten. Manchmal wurde bereits dort der Grundstein allen Übels gelegt.
    Wie zu sehen, ist z. B. Caulastrea schwer geschädigt. Dieses sukzessive Ablösen tritt manchmal bei zu großer Abschattung auf. Muss hier nicht der Fall gewesen sein, ist nur eine von vielen Möglichkeiten. Wenn ich richtig gesehen habe, sind alte und frisch abgestorbene Skelettelemente vorhanden. Also liegt der Anfang der Misere zeitlich weiter vorn. Wie weit vorn? Wann begannen die ersten Ablösungen? Was wurde unternommen? Gab es irgendwann irgendwelche Nährstoffprobleme? Limitierungen? Was wurde damals dagegen unternommen? Welche Art war zuerst betroffen? In welchen Zeiträumen müssen wir da denken? Bei solch einer Vielzahl von Schäden ist es von Vorteil, auch umfassend etwas über die Beckenhistorie zu erfahren.
    Bakterielle Infektionen haben natürlich eine Ursache. In der Natur, so wie auch im Aquarium.
    Mikrobenbefall trifft meist geschwächte Tiere. Deshalb sollte man bei Verdacht SOFORT alle gängigen Wasserparameter überprüfen. Hier kann es schon einen ersten Hinweis geben!
    Bei Verdacht auf eine bakterielle Infektion wäre es einen Versuch wert, den pathogenen Keimen mit einem handelsüblichen Bakterienpräparat zu begegnen, sozusagen dem gestörten Milieu als Gegengewicht eine „Kur“ mit handelsüblichen Bakterien zu verordnen. Ist schon mit Erfolg angewendet worden.
    Du siehst, nur aufgrund einiger Wasserwerte sind kaum brauchbare Diagnosen zu vermitteln.
    Gruß
    Hajo

    Hallo zusammen,

    wenn man es genau nimmt, wird in beiden Artikeln mit einer Art „Vorurteil“ aufgeräumt, dessen Kurzform „alle Doktorfische sind Algenfresser und jegliche fleischliche Kost ist ungesund und führe zu Erkrankungen“ weit verbreitet ist. Dass an dieser Schwarz/Weiß-Sicht etwas nicht ganz stimmen konnte, hätte der aufmerksame Pfleger dieser Tiere entweder schon früher hier und da nachlesen oder gar selbst an seinen Tieren beobachten können. Beide Artikel haben es für mich hier ziemlich konzentriert auf den Punkt gebracht, was in vergleichbarer Literatur nur am Rande gestreift, wenn überhaupt erwähnt wird: Doktorfische sind keine absoluten Herbivoren. Das erklärt für mich auch die unterschiedlich gemachten Beobachtungen an diesen Fischen in der Aquarienhaltung hinsichtlich der Orientierung am jeweiligen Futterangebot.
    Meine Doktoren sind alle sehr alt geworden, allerdings ohne übertriebene Beifütterung von Grünzeug. Dagegen wurde die gesamte Palette Frost+Trockenfutter (Flocke,Pellets) mit pflanzlichem und tierischem Anteil, rauf und runter gefressen. Ohne nachweisliche innere oder äußere gesundheitliche Schäden. Auch nicht nach vielen Jahren. Zwischendurch wurde sich auch des Aufwuchs kleinster Algen bedient, die ich selbst ohne die Zuhilfenahme eines Vergrößerungsglases nie als solche bemerkt hätte. Einige meiner Doktoren zeigten als adulte Exemplare weit weniger Interesse an Algen, als im juvenilen Stadium. Möglicherweise aus Mangel am Angebot oder einfach aus Bequemlichkeit, denn bei der Fütterung der Großkaiser fiel auch immer dementsprechend viel „Zubrot“ ab. Zwangsläufig. Die Doktoren waren hier die schnelleren Schwimmer. Momentan beobachte ich das Heranwachsen eines sehr kleinen Flavescens, der den ganzen Tag unermüdlich irgendwelche Miniaturalgen o.ä. zwischen den Korallen abweidet. Mal sehen, ob sich die Geschichte wiederholt.
    Gruß
    Hajo

    [quote]

    Wenn ich neue Fische an andere Grünfuttersorten gewöhnen möchte, dann packe ich zu den Norialgen im Clip immer eine kleine Menge einer anderen Sorte mit dazu. Löwenzahn funktioniert als erste Ersatzfuttervariante eigentlich immer recht gut. Man muss natürlich etwas Geduld haben. Am ersten Tag werden die Fische da normalerweise nicht reinbeißen. Aber innerhalb von 2-3 Wochen habe ich jeden meiner herbivoren Fische an anderes Grünfutter gewöhnen können. Der erste Fisch muss sich nur erstmal trauen und zubeißen. Die anderen werden dann schnell neugierig und kommen auch bald auf den Geschmack. :smiling_face:

    Nach und nach kann man dann bald Salat, Löwenzahn oder Gurke ohne die Tarnung durch Norialgen anbieten.

    Viel Spaß beim Ausprobieren. =)

    Gruß Ina


    Genau, Ina ------>. Ausprobieren!

    Das Ergebnis dieser Versuche scheint recht unterschiedlich zu sein. Vielleicht auch etwas abhängig vom herbivoren Fischtyp? Ich habe mit Doktorfischen schon etliche Pleiten erlebt, obwohl ich mich stets bemüht habe, vielfältig anzubieten. Erfolge gab es natürlich auch. Sogar Gramma melacara macht sich über das aufgeclipte Salatblatt her. Allerdings, auch hier ist es eine Ausnahme. Der Salat weckt nur das Interesse des weiblichen Tieres, das Männchen ignoriert die Rohkost vollständig. Erst dachte ich, es waere nur die Neugier. Da dieses irritierende Verhalten aber schon wochenlang andauert, scheint es zumindestens zu schmecken. Abartig? Mein Fuchsgesicht frisst dagegen alles, bis auf Salat. Es ist schon komisch.......

    Gruss
    Hajo

    Hallo Andreas,

    wenn man den genauen Preis wuesste, dann erst kann man abwaegen, ob ein kompletter Neukauf oder eine Umrüstung in Frage kommen wird. Der finanzielle Aspekt ist die eine Seite, ein eventuell technischer Vorteil die andere. Die neue 180w Leuchte hat ein paar blaue LEDs zusätzlich verbaut, sodass der violette Anteil nicht mehr auffällig sein soll, sondern eher ein feineres Blau vorherrscht. Am sonstigen Innenleben der Leuchte wird sich sicherlich nicht viel geaendert haben, da die Pads untereinander ja austauschbar sind. Der Knackpunkt bei der alten Latuechte sind auf laegere Sicht gesehen, meiner Meinung nach, die Stromversorgung und die interne Verkabelung. Bei langer Laufzeit kann schon einmal das Power Supply schlapp machen oder die Kabel bruechig werden. Wenn einer von diesen Fallen eintreten wurde, waere man natürlich mit einem Neukauf besser bedient. Aber wird es? Ich hatte auch deswegen gefragt, weil es vielleicht jemanden geben koennte, der bereits umgerüstet hat und nun in der Lage ist, den Unterschied in der Lichtfarbe zu bewerten. Vielleicht ist das alles aber noch ein wenig zu frueh?
    Frohe Ostern!
    Gruss
    Hajo

    Hallo zusammen,

    die Maxspect r420r 180w scheint ja wohl schon im Einsatz zu sein. Die 160w Version kann ein Upgrade auf 180w erfahren. Das Auswechseln der einzelnen Pads soll einfach sein. Hat jemand schon Erfahrung mit dem Upgrade auf 180w? Die Kosten fuer die Aufrüstung waeren auch interessant.
    Gruss
    Hajo

    Jeder ist natürlich aufgefordert, nach besseren Artikeln zu suchen, um mehr zur Aufklärung des Problems beizutragen.

    Grüße

    Hans-Werner


    :thumbs_up: :thumbs_up: :thumbs_up: :thumbs_up:


    Hallo Hans-Werner,

    besten Dank für weitere aufschlussreiche Quellen. Das Filetstück für mich ist die Abhandlung über den Nachweis von Cyanid bei lebenden Fischen. Ich hoffe, ich habe es richtig verstanden. In der Politik hat es keinen großen Regelbedarf gegeben. Untersuchungsmethoden an toten Exemplaren hat es ja früher schon gegeben, zu welchem Nutzen auch immer. Dass sich neueren Datums Forscher auf den Weg gemacht haben, das Cyanidproblem bei Aquarienfischen zu untersuchen, hatte wohl seinen Grund.
    Wie zu lesen war, scheint die Forschung mittlerweile schon so weit zu sein, dass nicht nur im Transportwasser des Fangs, sondern sogar noch im Transportwasser der bereits importierten Tiere, Stoffe aus dem Urin des Fisches zu Aufschlüssen führen können. Das gab es noch nicht.Wenn ich es richtig verstanden habe, kann diese Untersuchungsmethode auch noch während der Quarantänezeit in den Importländern bei Händlern oder Großhändlern zu positiven Ergebnissen führen. Dann hätte man eine Möglichkeit Giftschäden zu erkennen. Aber will man?
    Gruß
    Hajo

    Hallo Thomas,

    wie Du ja bereits erkannt hast, gibts Berichte jeglicher Couleur. Den Kern meiner Angaben habe ich unter "Cyanid and Livestock Collection, by Ivan Steward" gefunden.WetWebMedia.
    Es gibt natürlich auch andere Angaben und auch andere Sichtweisen. Nur in einem scheint man sich sicher zu sein: Das Problem der Giftfischerei ist noch nicht vom Tisch.
    Gruss
    Hajo

    [quote='hajo','index.php?page=Thread&postID=697573#post697573']Auf was soll ich denn sonst verweisen? Auf die Stadtbücherei?

    Ganz einfach die Quelle für die von Dir zitierten Zahlen nennen. Deine Beiträge scheinen ja oft nicht aus eigenen Erfahrungen, sondern aus im Internet zusammengesuchten oder in der Literatur gelesenen Artikeln zu stammen. Da solltest Du doch zumindest wissen, wo Du es her hast.[/quote

    Auf Deine Unterstellungen gehe ich nicht mehr ein. Das habe ich bereits damals kund getan. Ich hatte bereits früher darauf hingewiesen, das ein Forum nicht nur von eigenen Erfahrungen getragen wird, sondern auch durch das Heranziehen vieler wissenschaftlicher Erkenntnisse und Veröffentlichungen weltweit anerkannter Spezialisten. Ein nur auf eigenen Erfahrungen aufgebautes Forum wird irgendwann an Substanz verlieren. Ueber den Tellerrand zu schauen, hat noch nie geschadet. Es ist schon sehr bezeichnend, wenn man das kritisiert.
    Hajoo

    Einige dieser Berichte habe ich auch gelesen. Nur kam man dort zu einem anderen Fazit. Das Absinken der Quote von 43% auf 8% war das Ergebnis nicht korrekt ermittelter Laborwerte. Die Nachweisbarkeit soll mit den angewandten Methoden nicht geklappt haben. Die Ergebnisse sind dann leider in Statistik eingeflossen. Diese unzulaenglichen Untersuchungen fuehrten dann zu den niedrigen Werten. Diese Werte hat man dann zum Anlass genommen auf weitere Kontrollen zu verzichten. Absichtlich?
    Gruss
    Hajo

    Ich denke, eine solche differenzierte Sichtweise muss man überall anwenden. Es gibt immer wieder mal Zeitschriftenartikel und Vorträge, dass Fischer im Umgang mit Stellnetzen und nadelfeinen "Speeren" geschult werden um umweltverträglichen Zierfischfang zu fördern. Pauschale Aussagen helfen nicht und solchen Projekten am allerwenigsten.


    Hallo Hans-Werner,

    Im Laufe der Diskussion würde ich dieses "Nischendasein" nur erwähnen, wenn zugleich auch das eigentliche Hauptproblem, nämlich der Giftfang, angesprochen wird. Das eine zu erwähnen ohne das andere kritisch zu beleuchten, geht in meinen Augen nicht. Manch einer könnte auf den Gedanken kommen, diese weltweit noch raren fisch- und umweltverträglichen Methoden seien Standards und als Normalität anzusehen. Welch ein Irrtum.
    Gerade diese Aussagen irritieren mich immer wieder. Warum wird versucht, in solchen Diskussionen stetig unkritische Nebenschauplätze ins Blickfeld zu rücken, wo eigentlich der Hauptschauplatz woanders liegt und deutlich zu kritisieren wäre? Ich will ja gar nicht leugnen, dass solche ehrenwerten Vorhaben auch hier und da umgesetzt werden oder bereits vor einiger Zeit etabliert worden sind. Meist wird noch in diesen Berichten gezielt auf irgendwelche kleinen Fang- oder Zuchtstationen verwiesen, die sich zur Aufgabe gemacht haben, unter bestimmten Bedingungen, wenig komplizierte Meerwasserfische zu züchten. Alles gut und schön und sehr lobenswert. Das betrifft aber nicht die eigentliche Masse an Fisch. Und ist nicht das eigentliche Thema. Das Hauptproblem ist und bleibt für uns immer noch der professionelle Giftfang. Wer das leugnet, möge mir das Gegenteil beweisen oder wenigstens eine vernünftige Erklärung abgeben.
    Die Strukturen des Fischfangs auf den Philippinen und Indonesien scheinen sich nicht wesentlich verändert zu haben. Auch Gesetze und Selbstauflagen scheinen nicht den notwendigen Stellenwert zu bekommen, den man sich bei Abschluss mancher Verträge (Vereinbarungen) gewünscht hätte:
    85% aller weltweit exportierten Fische für das Aquarium kommen allein aus dieser Gegend. Geschätzte! 75% von diesen sind gefangen worden unter Verwendung von Cyanid. Ungefähr 35-40 Millionen Fische und mehr werden in der Indo-Pacific-Region jährlich gefangen und weltweit exportiert, durch Groß- und Einzelhandel. Hauptsächlich nach Europa und USA, wo zusammen die Nachfrage fast die 90% - Marke erreicht. Was für ein wirtschaftlicher Faktor! Das ist nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern es kann nachgelesen werden, wobei die Zahlen in den verschiedenen Quellen hier und da leicht variieren. Aber selbst eine angenommene Fehlerquote von 10% nach unten wäre noch viel zu viel.
    Dass Giftfang nicht überall oder zumindest nicht überall in gleichem Maße angewandt wird, will ich gern glauben. Doch wer erkennt den Unterschied beim Kauf dieser Tiere? Erkennt man sie etwa am speziellen Label? Sind sie gar zertifiziert? Mir geht es um eine klare Aussage zur Ehrlichkeit, nicht um die Vernebelung bestehender, miserabler Zustände.
    Mit meinen Zeilen versuche ich etwas Klarheit zu erarbeiten. Ins rechte Licht gerückt,versteht der eine oder andere Mitleser vielleicht besser, wo mich der Schuh drückt. Vielleicht ist es ja auch sein Schuh? Es ist nicht nur der Giftfang an sich, sondern (zusätzlich) in der Summe ebenfalls manch schlechte Transportbedingung und das Durchlaufen von chemischer Torturen, wie Kupfer, Malachitgrün oder Antibiotika etc.. Alles das in Addition trägt keineswegs zum Wohlbefinden eines Tieres bei. Dass bei auftretenden Krankheiten Medikamente zum Einsatz kommen, auch um damit den Bestand oder den Geldwert zu retten, ist nicht unbekannt. Diese Medikamente sind nicht angebracht, wenn sie fortlaufend für einen Generalverdacht missbraucht werden. Das war der Grund, warum ich es erwähnt habe. Nicht die eigentliche Notwendigkeit des gezielten Einsatzes zur Bekämpfung von Krankheiten habe ich kritisiert, sondern den mancherorts praktizierten Rundumschlag.
    Mir fällt in letzter Zeit, nicht immer, aber immer öfter, der schlechte Gesundheitszustand der importierten Fische auf. Man kann ,etwas überspitzt, von Glück sagen, wenn man ein gesundes Tier erwirbt und sich nicht die „Mauke“ ins Becken holt. Ich kenne manchen Aquarianer, der zig-mal beim Händler um die Becken schleicht, um dann vor lauer Zweifel ob der Gesundheit der Fische, den Laden wieder verlässt. Man kann auch treffend sagen: Gebranntes Kind scheut´s Feuer.
    Dieses Verhalten hat schließlich seine Ursache. Nicht immer liegt im Fehlverhalten des Pflegers der Grund für das plötzliche Sterben. Darüber weiter nachzudenken war das eigentliche Ziel meiner Zeilen.
    Ist das jetzt differenziert genug, Hans-Werner? =)
    Gruß
    Hajo

    Hallo Hans-Werner,

    ich meine folgendes damit. Cyanid ist zwar mit großem Abstand das bevorzugte Nervengift. Es werden aber noch andere Betäubungssubstanzen eingesetzt, die zum Teil pflanzlicher Natur sind, aber zu ähnlichen Ergebnissen führen. Mit „Prophylaxe“ meine ich zum Beispiel, was auf dem Weg zum Kunden durchaus üblich (kann bereits schon auf der Fangstation geschehen), die vorbeugende Behandlungen mit Kupfer oder kupferähnlichen Präparaten. Wie man hört, wird dies gerne bei besonders wertvollen Tieren praktiziert. UV-Bestrahlung wäre zwar weitaus milder, aber bei weitem nicht so effizient. Im weitesten Sinne gehört für mich die Dämpfung des zentralen Nervensystems durch einschlägige Beruhigungsmittel (während des Transportes) auch dazu. Wer kann schon sagen welche Wechselwirkungen bei bestimmten Konzentrationen mit anderen Verfahren auftreten können? Dem Tier ist vorerst nicht anzusehen, soweit es noch einen halbwegs stabilen Eindruck vermittelt, welchem Sättigungsgrad der Giftwolke es beim Fang ausgesetzt war. Ein langer Transportweg, witterungsabhängige Frachtverzögerungen, stark veränderte klimatische Bedingungen und eventuell noch zusätzliche chemische Behandlungen gegen z. B. Kiemenwürmer und Darmparasiten etc. tragen kaum zur schnellen Stabilisierung des Fisches bei. Die negativen Einflüsse addieren sich auf dem Weg zum Kunden und verstärken so den Leidensdruck des Fisches erheblich. Nur die „Harten“ werden überleben. Jemand, der Giftfischerei leugnet, jedoch chemische Prophylaxe fischgiftiger Natur toleriert, spielt in meiner Bewertung im übertragenden Sinne das eine Übel gegen das andere aus, indem er das kleinere Übel favorisiert oder zumindest duldet, um vom brisanteren Thema abzulenken oder um es zu ignorieren.
    Übrigens sei nicht immer so pingelig. :grinning_squinting_face: Ich habe "pers. Meinung" nur deswegen erwähnt, da es sich sonst mit dem Originaltext vermischt hätte und dann erst recht Anlass zur Kritik geben könnte.
    Gruß
    Hajo

    Die arme Gurke...
    Also das einem Fisch so was passiert, mit viel Vorstellungskraft, ok. Dem anderen geht es aber auch schlecht und auch wenn wir jetzt annehmen beide waren so blöd und haben Gurke gefressen, dann würde es ihm jetzt bestimmt nicht nur schlecht gehen.

    Halte ich für sehr unwahrscheinlich.
    Zumal ich auch sehr stark davon ausgehe, dass Fische so was nicht tun. Mein Parablennius fisst alles, Seeigelsperma, zupft ab und an an den Tentakeln der Azoos und meine Mördermuschel hat er so lange bearbeitet bis sie hin war.
    An die Gruken ist der aber noch nie.


    Ich habe auch nicht behauptet, dass die Gurke gefressen wurde, sondern eventuell gewisse Ausscheidungen etc.. Zwerkaiser sind immer unterwegs, extrem neugierig und probieren gern alles, was ihnen bekannt als auch unbekannt ist. Nur interessant genug muss es sein. Exkremente von fremder Natur werden ab und an auch einmal probiert. Sie müssen es ja nicht unmittelbar von der Gurke aufgenommen haben. Da beide zusammen schwimmen, werden es beide zeitgleich aufgenommen haben. Eine andere Erklärung, als den Weg über die Nahrung, habe ich nicht.

    Spaete Auswirkungen eines Giftfangs sind eher unwahrscheinlich, da zeitgleich das Dilemma begann.
    Gruss
    Hajo

    Hallo Björn,

    was sagt die Seegurke?
    Das wäre mein Anhaltspunkt.
    Aber wenn der Rest des Besatzes fit ist schließt sich das aus.

    Olaf


    Nicht, wenn die Zwerkaiser irgendetwas von den Ausscheidungen oder körpereigenen Substanzen der Gurke direkt oder indirekt aufgenommen haben. Sei es aus Versehen oder aus Neugier.
    Die Gurke muss nicht unbedingt verendet sein. Das ist eine Hypothese, also nur eine Vermutung.
    Gruss
    Hajo

    Hallo zusammen,

    wo der Fisch schließlich mit den giftigen Substanzen in Berührung kommt, oder die eine oder andere chemische „Prophylaxe“ erleiden muss, ist völlig schnuppe. Die eine Chemie gegen die andere auszuspielen grenzt schon an Haarspalterei. Richtig ist, dass das Tier nicht freiwillig mit diesen Produkten in Berührung gekommen ist. Das nicht ohne kommerziellen Grund. Der Markt ist unersättlich und die Nachfrage in dieser Sparte riesig. Man darf ruhig annehmen, dass gestützt auf diese unsauberen Methoden, die „Verfügbarkeit“ sich noch weiter erhöhen wird. Man kann ja vielleicht anderer Meinung sein, aber sehenden Auges die Giftfischerei zu ignorieren, gibt mir doch etwas zu denken. Bei der riesigen Menge an tropischen Meerwasserfischen im Welthandel liegt der Verdacht nahe, dass der allseits gepriesene Handfang (Netz) nur eine Schutzbehauptung darstellt und nichts als ein Werbegag war und weiterhin geblieben ist. Manch ein unseriöser Händler hatte schon früher dafür einen Aufschlag verlangt. Und ja, es gibt einen Mangel an gut konditionierten Fischen im Handel. Das beobachte ich schon seit vielen Jahren. Die Importwege sind recht unterschiedlich (Direktimport, Großhandel). Je nachdem welche Fangstation dahinter steht, ob es ein Direktimport ist oder der Einkauf beim Großhändler, alles das schlägt sich beim Kunden unterschiedlich auf den Preis nieder. Es sagt aber wenig über die hohe Sterblichkeitsrate aus. Eine Erfahrung habe ich auch machen können. Einige Händler (Anwesende möchten dies bitte überlesen) verkaufen liebend gerne aus dem Transportbeutel. So tragen sie keinerlei Risiko bei der Umsetzung. Das allein spricht schon Bände. Die Informationen über die Verluste, angefangen beim Fang und geendet im heimischen Aquarium, erreichen je nachdem welche Statistik man bemüht, 50% oder mehr! Dazu kommen Spätfolgen, die vom Laien selten eingeordnet werden können und Fehler bei der Eingewöhnung, bzw. in der Pflege. Damit erhöht sich die Anzahl der verendeten Tiere abermals.
    Zitat aus einem Artikel einer bekannten Fachzeitschrift (2012):
    „Die Giftfischerei ist nach wie vor ein großes Thema, genauso wie ein mangelndes Management der meisten Aquarienfischereien, insbesondere in Südostasien….
    Eine Aussage neueren Datums beleuchtet in diesem Artikel ausschließlich den Markt in den USA, (der ja, wie jeder weiß, mit Abstand der Hauptabnehmer in Sachen Aquarienfisch ist (pers. Meinung)). (Revealing the Appetite of the Marine Aquarium Fish Trade (2002).”
    Ob wir nun bei unserer Betrachtung das Jahr 2002 oder das Jahr 2012 heranziehen, es zeigt sehr deutlich, dass sowohl beim Fang als auch auf dem gesamten Importweg etwas zur Stabilität der Fische getan werden muss. Dem aber stehen leider eine große Nachfrage, ein riesiges Angebot und die „Billig-Mentalität“ im Wege.
    Gruß
    Hajo

    Hallo Dietmar,

    ich bin leider kein Alleswisser, sondern kann nur ein wenig aus meiner Erfahrungskiste plaudern. Der Grund, mich überhaupt einzubringen, sind hier die kargen Informationen gewesen. Aus denen lässt sich nämlich partout nichts ablesen. Den Weg kann man verkürzen, indem von vornherein gleich die notwendigen Informationen bereitgestellt werden. Das ewige Nachfragen ermüdet. Das Problem verfolgt mich nicht nur hier in dieser Diskussion…… :frowning_face:

    Hallo zusammen,
    Gewebeablösungen haben in ihrer Bandbreite recht unterschiedliche Ursachen in ihrer Entstehung. Verschiedenste bakterielle Infektionen des Gewebes, Befall von Protozoen bis hin zur langsamen Degeneration, ausgelöst z. B. durch Verhungern und/oder durch falsche Beleuchtung oder schlechte Wasserwerte. Dass eine Gewebeablösung erst nach Jahren auffällig wird und in rascher Zeitfolge auch gleich mehrere Tiere erwischt, deutet eher auf eine Infektion hin. Aber ist es eine? Im Gegensatz zu neu eingesetzten Tieren, wo Akklimatisierungsschwierigkeiten oft der Grund für das schnelle Ableben sind, haben wir es hier mit alteingesessenen Exemplaren zu tun. Das wiederum wirft die Frage nach der entsprechenden Pflege auf. Von gleich auf jetzt wird sich keine „Alteingesessene“ verabschieden. Es sei denn, eine schwere Störung im Wasserhaushalt oder ein langes Siechtum lag ihrem späten Abgang zugrunde. In Situationen, wo SPS schon anfangen zu zicken, wird man bei manchen LPS nicht einmal ein Unwohlsein bemerken. Das Tier beginnt innerlich bereits langsam zu verenden, aber dem Gewebe ist oft einmal noch nichts Dramatisches anzusehen. Einige Symptome deuten zwar auf eine Änderung des Verhaltens hin, werden aber oft falsch eingeordnet oder übersehen bzw. nicht richtig interpretiert. Einige Korallen holen sich genügend gelöste Nährstoffe aus dem Wasser, bei anderen ist es sinnvoll ihnen ab und an festes Futter zu reichen. Wer jemals einmal Acanthophyllia, Scolymia, Trachyphyllia und Co. gefüttert hat, wird erstaunt sein ob der Gier, die diese Tiere entwickeln. In Nullkommanix sind die gereichten Futterbrocken verschwunden. Das zeugt nicht nur von einem gesunden Reflex sondern beweist vor allem die Notwendigkeit des zusätzlichen Fütterns. Die Mär von der Ernährung der LPS-Arten ausschließlich durch die Futterreste der Fischfütterung kann man getrost vergessen. Es mag bei dichtem Fischbesatz ja eine Weile gut gehen, aber wer kennt den Punkt, wo das Hungern anfängt und das Sterben beginnt? Über das Hungern erfolgt die langsame Degeneration des Gewebes. Danach setzen sich diverse Schwächeparasiten fest, die den Gewebeverlust noch beschleunigen. Dieser Vorgang beginnt von der schwächsten Stelle aus (Gewebe Außenrand) und wandert schließlich bis nach innen, wo sich letztendlich die komplette Auflösung vollzieht.
    Antibiotika würden in diesem Falle nicht wirken. Sie wären das Mittel der Wahl bei bakterieller Erkrankung. Die Auffälligkeiten sind ähnlich, doch wo hier einerseits eventuell die krankhaften Symptome verschwinden, wird andererseits bei dieser gezielten Prophylaxe das gesamte Beckenmilieu auf lange Zeit zumindest schwer gestört. Mal abgesehen von eventuell gesundheitlichen Schäden, käme diese Behandlung schon einer anschließenden Neueinrichtung gleich. Deswegen würde ich in diese Richtung nicht weiter denken.
    Ich bin jetzt mehr auf die Ernährung der Korallen eingegangen, wobei ich das „Old Tank Syndrom“ ausgeklammert habe. Hier gibt es verschiedene Meinungen, aber allem Negativem liegt hier auch eine lange Standzeit der Becken zugrunde. Nur, 3 Jahre Standzeit oder etwas länger sind bei vorliegendem Problem als Grund für dieses Desaster viel zu früh.
    Gruß
    Hajo

    Hallo Adi,

    die Informationen koennten ruhig etwas genauer sein. Pauschale Kommentare helfen auch nicht weiter. Der Begriff "LPS" ist sehr umfangreich und betrifft außerdem recht unterschiedliche Arten. Diese Arten bedürfen manchmal auch unterschiedlicher Aufmerksamkeit. Nahrungsbeduerfnisse, Licht, Wasserbewegung und Naehrstoffe sind einige Punkte, die nicht nur fuer SPS relevant sind. Es waere fuer uns alle aufschlussreich, wenn Du einige Wasserwerte, den Faktor Licht und den lokalen Bereich im Becken nennen koenntest. Zusaetzliche Fütterung: Ja oder nein? Wenn ja, in welchen Zeiträumen? Wasserbewegung? Hier gibt es ebenfalls recht unterschiedliche Ansprüche. Ich habe manchmal den Eindruck, dass alles was so unter das Kuerzel LPS fällt, munter über einen Kamm geschert wird. Das ist falsch! Auch diese Korallen brauchen hin und wieder eine spezielle Aufmerksamkeit und einen kundigen Pfleger. Nicht nur die Pfleglinge der SPS-Fraktion. :frowning_face:
    Gruss
    Hajo

    :aetsch:

    Na ja, also unterschiedlich lange Tentakel ok. Aber so einen "zerlaufenden" Käse hab ich echt noch nicht gesehen.
    Für mich persönlich wäre das nix, da kannst du ja im Umkreis vom 20cm vergessen was hinzustellen.

    Hallo Karin,
    Das momentane Bild der Koralle scheint mir typisch fuer eine Orientierung in fremder Umgebung. Die Tentakeln werden dann
    extrem expandiert und bekommen ein Spaghetti aehnliches Aussehen. Wer genau hinschaut, sieht auch
    Kampftentakeln. Wenn die Koralle sich akklimatisiert hat, beruhigt sich das Ganze etwas.
    Bei jeder Euphyllia stellt sich früher oder später die Platzfrage. Das Gute daran ist, dass die veraestelten Arten auf sehr einfachem Wege
    zu stutzen sind. Man hat dann wieder etwas mehr an Platz und auch etwas mehr an Gutschrift fuer diese Ableger beim Händler seines
    Vertrauens. :grinning_squinting_face:
    Gruss
    Hajo

    HI

    Das ist eine glabrescens Variante und der Preis ist für diese Farbform ok
    Gruss


    Hallo Claude,

    da kann man sicherlich auch anderer Meinung sein. Als Einzeltier mit nur einem Polypen? Da waere selbst der Australo-Aufschlag nicht mehr gerechtfertigt.
    Das Tier ist nur gruen durchgefaerbt, keine sog. Ultra/Metallic-Variante. Inklusive Frachtkosten wird ein Schuh daraus. Sonst zu teuer.
    Gruss
    Hajo

    Hallo Mike,

    Euphyllia divisa (paradivisa) wird im englischsprachigen Raum auch "Octopus coral" genannt. Warum, ist mir schleierhaft. Das Foto hat aber eher Ähnlichkeit mit Euphyllia glabrescens.
    In jedem Fall ist es eine Euphyllia. Der Preis scheint mir etwas zu hoch.
    Gruss
    Hajo

    Hallo Stefan,

    ein relativ armer Befall von Bohralgen ist auf das schnelle Wuchstempo der Korallen der oberen Zonen zurückzuführen. Sie geben durch ihren raschen Kalkaufbau halt den Algen weniger Chancen sich festzusetzen. Auch Bohralgen benötigen eine gewisse Zeit sich zu etablieren. In der Natur sind etliche Stämme dieser Algen vertreten. Es soll sogar tiefenabhängige Spezies geben. Das hier jetzt zu vertiefen, wäre des Guten zu viel. In unseren Becken trifft es zumeist die kränkelnden und schwachen Exemplare und/oder Korallen mit einem langsamen Skelettaufbau, wie Plerogyra, Trachyphyllia oder Euphyllia. An Caulastrea konnte ich diesen Vorgang ebenfalls beobachten. Gerade ein langsames Wachstum des Wirtes scheint den Erfolg dieser Algen zu begünstigen. Gefördert wird dieser Zustand noch zusätzlich durch eine nicht optimale Pflege. Dichteschwankungen sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Durch diese permanenten Veränderungen verschieben sich auch alle anderen chemischen wie biologischen Wasserparameter, die eigentlich alle relativ konstant bleiben sollten und zum Teil in ihrer Größe einen direkten Einfluss auf die Physiologie und Entwicklung des Tieres haben. Auch kann es bei mangelnder Berücksichtigung zu eigenen Irritationen bei der Interpretation von Wasseranalysen führen. Auch ständiges Ausprobieren verschiedenster Beleuchtung bzw. unterschiedlicher Beleuchtungsstärken kann eine Störung im Wachstum hervorrufen. Unser kleines Korallenriff ist keine Brackwasserzone. Deshalb ist hier oberstes Gebot für unsere Korallen, Werte ihrer natürlichen Umgebung zu erreichen. Auf früheres Wachstum hinzuweisen bringt nicht viel, da es nur einen Rückblick bedeutet, der in seiner Gesamtheit auch nicht mehr sicher zu analysieren ist.
    Du wirst das Problem beerdigen können, wenn Du die Schwankungen in den angesprochenen Bereichen in den Griff bekommst und somit auf Dauer signifikante Störungen vermeidest. Ein letzter Hinweis sei noch gestattet. Bei der Pflege von Euphyllia können die Nährstoffe auch ruhig etwas höher ausfallen. Das trifft allerdings auf den vorhandenen NO3-Wert nicht zu. Allerdings darf bei PO4=0,05mg/l auch spekuliert werden, ob es nicht vielleicht doch, wenn auch nur zeitweilig, eine Verschiebung unter die Nachweisgrenze gegeben hat. Es ist auch nur ein Tipp, um eventuelle Fehler in dieser Richtung erst gar nicht aufkommen zu lassen. Meine Euphyllia stehen mit PO4=0,1mg/l und NO3=10mg/l (und darüber) bestens. Wenn die Nährstoffe abnehmen, merke ich das sofort am Polypenbild. Für einige Mitleser wird diese Methode nicht infrage kommen, da heutzutage mehr Wert auf SPS und Nährstoffarmut gesetzt wird, als es eigentlich den meisten LPS gut tut. Einen gesunden Mittelweg zu finden ist hier das Ziel, wenn man beide Korallentypen zusammen pflegen will. Sonst wäre die Alternative nur noch ein Artenbecken. Das finde ich persönlich nicht so aufregend, wie eine ausgewogene Mischung verschiedenster Korallenarten. Dann sollte man allerdings auch den Bedürfnissen der jeweiligen Tiere gerecht werden. Du siehst, es ist nicht wenig, was an einem kleinen, absterbenden Ast so alles festgemacht werden kann...... :grinning_squinting_face:
    Gruß
    Hajo

    Hallo Stefan,

    vorneweg gesagt: Kein Problem sollte so unbedeutend sein, als das es nicht hier be- bzw. angesprochen werden sollte. Je umfassender hier die Fragen gestellt werden, desto ausführlicher wird normalerweise auch darauf geantwortet. :thumbs_up:
    Jetzt zu Deinem Problem. Aus meiner Sicht können sehr wohl die Schwankungen in der Wasserchemie und der Temperatur die Ursache in der Stagnation und des Absterbens einiger Polypen sein. Du hattest berichtet, dass dieses „floaten“ schon immer der Fall gewesen sei. „Der Krug geht so lange zu Wasser, bis er bricht.“ Damit will ich nur deutlich machen, dass die Ursache auch etwas weiter zurückliegen könnte und bereits früher ein schleichender negativer Prozess agestossen wurde. Grundsätzlich soll man den Tieren sehr stabile Werte bieten, so wie sie auch in der Natur vorkommen. In einem 60l Becken wird das nicht so ganz einfach zu handhaben sein, wie z. B. in Becken von mehreren hunderten von Litern. Der niedrige PH deutet auf eine Übersättigung durch CO2 hin. Du steuerst zwar mit der Zugabe von Karbonaten dagegen, hast aber sicherlich zeitweise ein Ungleichgewicht zwischen der Alkalität und des Calciums, denn bei den Schwankungen im Bereich von 6.5 bis 10 ist das anzunehmen. Ich vermute die Ursache erstens in der Unregelmäßigkeit bei der Wasserpflege und dadurch gegeben ein negativer Einfluss auf den Chemiehaushalt, die möglichst schnell abgestellt werden muss. Konstante Werte sind bei der Pflege unserer Korallen immer anzustreben. Die angegebenen Größen sind nicht alarmierend. Es sei denn, Du hast Nanogramm ng/l mit Milligramm mg/l verwechselt, also ein Schreibfehler? Dann wären es 50 mg/l PO4? Das wäre viel zu viel und damit sicher auch ein Teil des Problems.
    Euphyllia ist normaler Weise eine sehr robuste Koralle. Obwohl es in dieser Familie auch kleinere Unterschiede in der Pflege gibt, kann man doch generell von einer pflegeleichteren Koralle sprechen. Wenn einzelne Polypen schleimen und sich zusammenziehen, kann die Ursache des Problems, einmal von einer Vernesselung abgesehen, von bakterieller Natur sein. Wenn das Gewebe der Köpfe sich beginnt langsam abzulösen oder diese komplett abfallen, sind meist die berüchtigten Bohralgen der Grund. Das ist kein Phänomen sondern ein Defizit in der Aquarienpflege. Hier ist im weitesten Sinne oft auch das ganze Programm der Kalzifizierung gestört. Die Folge davon ist eine Erosion der Äste und als Ergebnis brüchige bis bröselige Stämme und Kelche. Die Polypen sind dann nicht mehr in der Lage sich auf und in den Kelchen zu halten, und lösen sich von ihrem Untergrund. Wäre die Versorgung mit allen bekannten lebensnotwendigen Substanzen optimal und regelmäßig verlaufen, hätte so etwas kaum passieren können und alle Kalkelemente würden sich hart und gesund anfühlen und fest mit den Polypen verbunden sein. Diese Erosion, hervorgerufen entweder durch die bewussten Algen und/oder ein längeres (schleichendes) Defizit in der Wasserpflege ( u. a. erhebliche Dichteschwankungen etc.) plus ein Mangel an geeigneten Spurenelementen, muss sofort durch geeignete Maßnahmen aufgehalten werden. Sonst wird der negative Verlauf nicht aufzuhalten sein.
    Gruss
    Hajo

    Hallo Peter,

    sicherlich hat Bequemlichkeit nichts mit Präzision zu tun. Deswegen habe ich auch im Nachsatz auf die Notwendigkeit eines (halbwegs) sicheren Gerätes verwiesen! :grinning_squinting_face:
    Den PO4-Wert bestimme ich durch mehrmaliges Messen ein und derselben Füllung. Also keine neuen Tütchen. Der Mittelwert aus diesen Wiederholungen deckt sich im Großen und Ganzen mit Deinem Phosphattest.
    Du siehst, ich habe weder Kosten noch Mühen gescheut, mit den mir zur Verfügung stehenden Produkten möglichst nahe an der Wahrheit zu bleiben. Ich bin Tropftests nicht abgeneigt.
    Nur waren sie für mich nicht immer die richtige Wahl. Auch nicht Merck/Rowa. Deinen Phosphattest habe ich gleich als Referenz für den damals neu gekauften Checker verwendet. Mit Erfolg.
    Übrigens würde ich bei den vorliegenden Schwierigkeiten den finanziellen Aufwand hinten anstellen. Am falschen Ende gespart war immer schon etwas teuerer. :grinning_squinting_face:
    Gruß
    Hajo

    Hallo Michael,
    vorweg gesagt: Auf den Hanna Checker lasse ich nichts kommen! Die Messwerte sind allerdings nur so gut, wie die Anzahl ihrer Wiederholungen. Der Mittelwert ist dann die Bezugsgröße, auf die Du aufbauen kannst. „Ausrutscher“ sind zu verwerfen. Vergleiche mit Referenzen und mit dem Gilbers-Produkt hält dieses kleine Gerät ebenfalls stand. Es ist auch deutlich bequemer, einer digitalen Anzeige zu vertrauen, als irgendeinem Tropftest. Nur sollten diese Geräte auch halbwegs sichere Ergebnisse liefern. Das ist hier beim Hanna-Gerät gegeben (pers. Meinung+Erfahrung). Vielleicht liegt es auch an meinen Augen, dass ich den Umschlagtests nicht mehr besonders vertraue. :frowning_face:
    Ein PO4 von 0,06 richtet ja keinen Schaden an, solange er stabil bleibt. Wie und wann er sich gegebenenfalls ändert, kannst Du nicht mit nur einer Kontrolle pro Woche überprüfen. Bei vermuteten Schwankungen in die eine oder andere Richtung würde ich 2x pro Tag messen. Dann bekommst Du ein Gefühl für die fallende Tendenz. Außerdem dann auch ein Gespür für die Höhe der richtigen Phosphorzugabe. Erst wenn Du den täglichen Verbrauch an Phosphor genau ermitteln kannst, wirst Du beruhigt Deine Dienstreise antreten können. =)
    Da man die Schäden an den Korallen nicht wegdiskutieren kann, tippe ich auf starke, tägliche Schwankungen der Phosphatkonzentration. Unsere Messungen sind nur Momentaufnahmen. Alles kann in ein paar Stunden schon anders aussehen. So gesehen, wäre für mich erst einmal eine engmaschige Überprüfung der Werte sinnvoller, als alles andere. Erst wenn ich ausschließen kann, dass der Phosphatwert keinerlei Bocksprünge macht, würde ich mich anderen Ursachen zuwenden.
    Gruß
    Hajo

    Hallo zusammen,

    ich finde es schon lustig, dass hier bereits fleißig gestritten wird, obwohl der Themenstarter sich zu weiteren Fragen noch nicht einmal wieder geaeussert hat.
    Wartet doch erst einmal ab, was da noch so rueberkommt.....
    Grüße
    Hajo

    Ich habe früher immer die Nachfüllautomatik von Zajac gehabt, die war super. Allerdings wird die heute nicht mehr gebaut.

    LG
    Daniel


    Das waren sehr langlebige Spitzenprodukte für relativ wenig Geld. Habe sie aber trotzdem durch den Osmolator von Tunze ersetzt. Das Zajac-Produkt hatte leider keine Abschaltautomatik (Ueberlaufsicherung). Wenn das noch gewesen waere, haette ich auf keinen Fall das Produkt gewechselt. Ich glaube, dass die Einstellung mit dem 230V-Betrieb zu tun hat. Heutzutage sind eigentlich in der Aquaristik nur Niedervoltsteuerungen im Einsatz. Uebrigens sind meine Geräte mindestens seit 20 Jahren in Betrieb gewesen und immer noch betriebssicher. :thumbs_up:
    Gruss
    Hajo

    Hallo Torben,

    fuer die Regelung meiner Verdunstungsprobleme (Nachfuellwasser Osmose) sitzt ein einfacher Schwimmerschalter im Osmosebehaelter. Die Steuerung hierfür gibt es bei Conrad, den Schalter ebenfalls. Die Steuerung bedient ein 230V Magnetventil der Wasserleitung (Zufuhr fuer die Osmosenlage) und den Schwimmerschalter. Da bei der Zufuhr des Osmosewassers die Wasseroberfläche auch bewegt wird, schaltet der Schwimmer aber nicht hektisch, sondern jeweils sauber nur 1x. Ich habe damals das eine oder andere Produkt probiert. Die meiste Technik reagierte zu empfindlich auf Wasserbewegungen. Daher der Einsatz des einfachen Schwimmerschalters.
    Grüße
    Hajo

    Hallo Paul,

    die Augen reagieren vielfach in unspezifischer Weise auf einen Befall durch Parasiten, Bakterien, Viren oder Pilze. Würmer oder deren Larven sind hier oft vertreten. Eine genaue Diagnose wird daher nicht leicht sein.
    Ehemals waren ja beide Augen betroffen. Durch die Fütterung mit vitaminreicher Kost hat
    sich der krankhafte Zustand des einen Auges wieder normalisiert. Jedenfalls könnte man diesen Erfolg auf die Vitaminisierung zurückführen. Auf diesem Wege würde ich weitermachen, da separate Bäder mit Medikamenten den Fisch noch weiter stressen werden und damit noch zusätzliche, nicht überschaubare Folgen zu erwarten sind. In diesen Situationen sind gerade Kaninchenfische nicht die stabilsten Vertreter und reagieren oft mit Schock und Exitus.
    Über das Futter geeignete Medikamente, wie z. B. Praziquantel (Droncit) o. ä. Mittel zu verabreichen wäre der letzte Weg, der versucht werden kann, wenn man sich z. B. der Diagnose von Würmern oder Wurmlarven im Auge (halbwegs) sicher ist. Mit handelsüblichen Medikamenten zur Bekämpfung gewisser Zierfischkrankheiten kann man sich beim Futterzusatz ebenfalls helfen. Ob diese Verabreichungen aber Erfolg haben werden, ist nicht absolut sicher. Ausserdem ist streng darauf zu achten, daß die so behandelten Futterbrocken (Pellets) sofort von dem Fisch aufgenommen werden, so daß keinerlei Medikamente sich im freien Wasser großartig lösen können. Ich hatte dieses Krankheitsbild zu unterschiedlichen Zeiten bei einem Großkaiser und bei einem Amphiprion. Beide Tiere sind von allein gesundet. Ich schiebe das auch auf die Extraportionen vitaminisierter Kost. Habe aber bis dato nicht den geringsten Schimmer, was die Ursache war….. :frowning_face:
    Gruß
    Hajo

    Hallo Stefan, (Ich bin zwar nicht Daniel, antworte aber trotzdem) :grinning_squinting_face:

    Euphyllia-Arten kommen in der Natur in geschützten Bereichen vor, wo sie mancherorts Bereiche von vielen Quadratmetern abdecken bzw. auch riesige Felder bilden können.
    Warum deine Koralle Polypen verliert, bzw. ein ärmeres Polypenbild zeigt, kann mehrere Ursachen haben. Du schreibst, dass die Wasserwerte o.K. sind. Was heißt das? Es wäre hilfreich, wenn Du diese Werte einmal nennen würdest. Da es nun einmal unterschiedliche Vorstellungen von „guten“ Wasserwerten bei den verschiedenen Korallenarten gibt, wären diese Angaben für den ersten Eindruck hilfreich.
    Außer dem Mangel an Nährstoffen fallen mir spontan zwei Möglichkeiten ein. Diese Koralle reagiert empfindlich auf eine geringe Salinität. Dichte überprüft? Gibt es Präparate, die Du zuführst? Hier kann es möglicherweise auch zu Interferenzen kommen.
    Eine andere Möglichkeit ist der Befall von Bohralgen, die quasi von innen die Polypenbasis „entkernen“, so dass der Polyp die Verbindung zu seiner Kalkbasis verliert und sich löst.
    Diesen Prozess kann man aufhalten, indem man die Koralle weniger starkem Licht aussetzt. Eine Euphyllia wird sich durch ihr massives Gewebe meist selbst schützen können, aber nur soweit, wie es die Umgebungsparameter zulassen. Ungesunder Einfluss lässt das Gewebe stagnieren und sich zusammenziehen. Dann liegt die Kalkbasis frei und gibt den Algen einen Vorteil, den sie normalerweise nicht hätten, wenn der Allgemeinzustand der Koralle optimal gewesen wäre. Optimaler Zustand heißt, dass u. a. der umlaufende Geweberand an der Kalkbasis eng anliegt und nicht verletzt ist. Oft treten hier die Transportschäden zutage. Eingerissenes Gewebe heilt nur bei extrem guten Umgebungsbedingungen ab. Wenn diese nicht vorhanden sind, geht die Degeneration weiter und führt so auch zur Ablösung des Polypen. Einen anderen Punkt beobachte ich immer wieder. Euphyllia wird oft einer Strömung ausgesetzt, die einer Acropora zur Ehre reichen würde. Das ist grundlegend falsch und stresst die Koralle bis hin zu Gewebeschäden und Ablösung. Schwache Strömung ist hier angesagt! Sonst wird das nichts. Muss in Deinem Fall nicht vorliegen, ich erwähne das hier nur vollständigkeitshalber.
    Gruß
    Hajo

    moin, ich habe einen zanclus im letzten jahrtausend gehalten. hatte auch keine probleme, hat ordentlich banane gefressen. nach zwei jahren ging er an LPS, sonst friedlich und der chef im becken.


    "habe gehalten" suggeriert das zwischenzeitliche Ableben des Zanclus. Wie lang war denn der Pflegezeitraum? Mit welcher Größe wurde er damals gekauft?
    Die Beantwortung dieser Fragen wäre sicherlich interessant für alle Mitlesenden und besonders hilfreich für denThemenstarter.
    Gruß
    Hajo

    Hallo Harry,

    Benutze einmal die Suchfunktion und lese den Thread von Torben "Zanclus cornutus Verpaarung?" durch. Darin ist eigentlich alles gesagt. Entgegen den ueblichen Unkenrufen hat sich meine Meinung zu diesem Tier nicht geändert.
    Gruss
    Hajo

    Hallo Dieter,

    Na also. klappt doch! Optimale und artgerechte Ernährung ist das A&O bei der Farberhaltung. Nur entspricht oft das Gros des gekauften Futters nicht den natürlichen Belangen der Fische.
    Mich würde noch das Ergebnis mit Cyclop Eeze interessieren. Hattest Du es einmal versucht? Auch über eine längere Phase? Es gibt auch angereicherte Cyclops als Frostfutter. Hat erstens Einfluss auf die Farbe und zweitens hält es wegen seiner geringen Größe die Anthias auf Trab. Bewegung ist gerade bei diesen Fischen ebenfalls gesundheitsfördernd.
    Gruß
    Hajo

    Hallo Torben,

    ich hatte zuerst große Bedenken, sie zu den melacaras zu setzen. Diese Barsche sind 2x so lang und 3x so breit als die schmalen Hemden. Am ersten Tag wurden die Naokoae von der Riffwand vertrieben, bzw. angedroht. Dieses Verhalten hat sich aber durch die permanente Aufdringlichkeit und Neugier des Naokoae-Männchens aufgehoben. Jetzt gibt es für die Lippfische kein besetztes Revier, daß sie nicht schon kennengelernt haben und aus dem sie nicht vertrieben werden. Ganz anders war das Verhalten der mccoskeries. Diese Fische hatten immer Respekt vor grösseren Fischen.
    Aus Sicherheitsgründen und weil der Erwerb deser Tiere icht immer einfach ist, habe ich jetzt eine maßgerechte Abdeckung aus Rahmen + extrem lichtdurchläsiger Gaze in Auftrag gegeben. Momentan habe ich Alugaze aus dem Baumarkt über das Becken gelegt. Sicher ist sicher. Da die melacaras sich (endlich) in der Findungsphase befinden, geht es manchmal im Becken turbulent zu. Da kann jedes plötzliche Erschrecken katastrophal enden.
    Gruß
    Hajo


    Hallo Dietmar,

    ich wollt, ich hätte Dein fotografisches Know How und Deine Technik. :frowning_face:

    Gruß
    Hajo

    Hallo zusammen,

    ich möchte mich mal wieder vorab für die schlechte Qualität meiner Aufnahmen entschuldigen. Erstens ist es fast unmöglich mit meinem einfachen Equipment schnell schwimmende Objekte scharf und präzise zu erfassen. Zweitens spiegelt sich tagsüber permanent die komplette Umgebung in der Frontscheibe und in den Abendstunden verpfuscht mir der Blauanteil der Lampe die Bilder. Ich hoffe, daß trotzdem etwas rüberkommt. Grosskaiser sind dankbare Objekte, dagegen Flitzer, wie Cirrhilabrus naokoae, kosten Nerven. Diese Fische sind extrem bewegungsfreudig. Von allen von mir bisher gepflegten Lippfischen ist Cirrhilabrus naokoae der schwimmfreudigste Geselle und zugleich ohne große Scheu vor wesentlich kompakteren Fischen.
    Durch einen wunderbaren Zufall habe ich ein Paar erwerben können. Da diese schöne Art relativ selten im Handel ist und noch dazu verpaart des Weges kam, habe ich nicht Nein sagen können.
    Hier einige Fotos aus den letzten Tagen.


    Hallo zusammen,

    wie mir scheint, prüfen wir aus sehr unterschiedlichen Gründen unsere Wasserwerte. Nach meinen Beobachtungen ist es eher nicht der Anfänger, der zum Testbesteck greift. Denn der ist noch weitgehend unbeleckt und vertraut erst einmal seinem Händler, der Salzmischung und seiner gekauften Hardware.
    In der Regel ist es ihm erst einmal schnurzegal, inwieweit Ca oder KH sich verändern oder gar aus dem Ruder laufen. Er wird sich seiner Tiere erfreuen, solange sie ihm einen gesunden und vitalen Eindruck vermitteln, bis zu jenem Zeitpunkt, wo entweder die erste „Misere“ sichtbar wird, oder er sich mittlerweile mit dem Thema der Meerwasserchemie so vertraut gemacht hat, dass der eigene Wissensdurst ihn dazu treibt, die Qualität seines „Gewässers“ zu hinterfragen. In dem einen Fall (Misere) wird er förmlich gezwungen zu handeln, im anderen Fall treibt ihn die Neugier. Wenn diese anfangs noch gesunde Neugier sich aber in einen Messwahn steigert, wo jedem noch so winzigen Element eine (zu) große Bedeutung beigemessen wird, nimmt das für mich schon groteske Züge an. Mir sind überwiegend Aquarianer bekannt, die jahrzehntelang bestens mit den Standardanalysen über die Runden gekommen sind und somit auch die Nächte ruhig verbracht haben. Sicherlich läuft hier ab und an auch etwas aus dem Ruder, wobei Cyanos, Aiptasien & CO nicht unbedingt etwas mit Meerwasserchemie zu tun haben. :grinning_squinting_face: Wer aber einerseits den nährstoffarmen Ritt auf der Rasierklinge will, andererseits die Grundlagen der Meerwasserchemie und der Biologie nur teilweise versteht, dem nützen auch die besten Analysen nichts. Er wird um deren Interpretation dauerhaft nachfragen müssen. Wie wir alle wissen: Wer viel fragt, bekommt auch viele Antworten. Nur müssen diese nicht immer deckungsgleich sein. Die unterschiedlichen Ansätze der verschiedenen Kommentare werden ihn dann nur noch mehr verunsichern und verstärkt zu weiteren „Überprüfungen“ treiben. Erst dann (da bin ich mir sicher), wenn sein Verstehen um die Zusammenhänge weiter fortgeschritten ist, werden sich auch seine Tests nur noch auf das Wesentliche beschränken. Dann ist er dort angekommen, wo komplexes Wissen sein Handeln bestimmt und er somit auch verstanden hat, jegliche Spreu vom Weizen zu trennen. Ich möchte den Nutzen der Wasseranalyse nicht abwerten, aber auch hier sollte man die Kirche im Dorf lassen. Für einen Anfänger sehe ich vorerst keine Notwendigkeit sämtliche im (künstlichen) Meerwasser auffindbaren Elemente zu verstehen. Das schafft in Bezug auf Wechselwirkung auch mancher so genannte Profi nicht. Es sollte genügen, sich hier auf die Basics, wie den Zusammenhang von CA, KH, MG und PH und CO2 zu beschränken und auch das Kapitel des Stickstoffkreislaufes sowie das Problem der Phosphatanreicherung zu verstehen. Dann ist schon viel gewonnen.
    Gruß
    Hajo.

    Hallo Hans-Werner,

    vielen Dank für das Statement. Der Grund ist einfach. BB hilft zwar erstklassig das richtige Verhältnis einzustellen, das bereits mit der Hälfte (und weniger) der normalen Dosierung. Es produziert aber auch bei jeder noch so geringfügigen Erhöhung veralgte Scheiben. Somit sind die auftretenden Algen der Gradmesser für die Dosierungsmenge. Mit Elimi-NP hoffe ich die Werte etwas druecken zu können, ohne damit wieder grossartig die Veralgung anzukurbeln.
    Gruss
    Hajo