Hallo Adi,
ohne weitergehende Informationen und genauere Bilder von allen betroffenen Korallen bewegen wir uns hier im luftleeren Raum. Über wie viel geschädigte Korallen sprechen wir eigentlich? Mit Blick auf die Schäden kann die Ursache der Mortalität vielfältig sein und Ratespiele sind hier eher nicht die Normalität. Es ist schon schwer genug, über karge Informationen sich per Ferndiagnose an die eigentliche Ursache heranzutasten. Oftmals ist es auch unmöglich, da sich auch mehrere Probleme überlagert haben können und so die eigentliche Ursache verdecken.
Vielleicht würde uns ein Foto des gesamten Beckens weiterhelfen. Der Gesamteindruck zeigt uns mitunter den Weg. Auch genauere Angaben zur Beleuchtungsart und -stärke (wurde vielleicht zwischenzeitlich die Beleuchtung gewechselt?) und der Salinität wären hilfreich. Nicht allein die momentan gemessenen Werte sind relevant, sondern auch frühere Erkenntnisse aus bereits gemessenen Werten, so wie einzelne Beobachtungen können dazu beitragen, uns ein umfassenderes Bild zu vermitteln. Auch die Temperatur kann ein Faktor sein, der auf die Gesundheit der Korallen Einfluss hat und sie enorm schädigen kann. Ein ähnliches Bild habe ich vor Augen, als nach Ausfall eines Heizers, das Absacken der Temperatur viel zu spät bemerkt wurde….. Ähnliche Schäden liefern auch Überhitzungen, z. B. in den Sommermonaten. Die Ursachen sind vielfältig, die Schäden ähneln sich alle irgendwie. Deshalb kann es von Bedeutung sein, den Blick auch in die Vergangenheit zu richten. Manchmal wurde bereits dort der Grundstein allen Übels gelegt.
Wie zu sehen, ist z. B. Caulastrea schwer geschädigt. Dieses sukzessive Ablösen tritt manchmal bei zu großer Abschattung auf. Muss hier nicht der Fall gewesen sein, ist nur eine von vielen Möglichkeiten. Wenn ich richtig gesehen habe, sind alte und frisch abgestorbene Skelettelemente vorhanden. Also liegt der Anfang der Misere zeitlich weiter vorn. Wie weit vorn? Wann begannen die ersten Ablösungen? Was wurde unternommen? Gab es irgendwann irgendwelche Nährstoffprobleme? Limitierungen? Was wurde damals dagegen unternommen? Welche Art war zuerst betroffen? In welchen Zeiträumen müssen wir da denken? Bei solch einer Vielzahl von Schäden ist es von Vorteil, auch umfassend etwas über die Beckenhistorie zu erfahren.
Bakterielle Infektionen haben natürlich eine Ursache. In der Natur, so wie auch im Aquarium.
Mikrobenbefall trifft meist geschwächte Tiere. Deshalb sollte man bei Verdacht SOFORT alle gängigen Wasserparameter überprüfen. Hier kann es schon einen ersten Hinweis geben!
Bei Verdacht auf eine bakterielle Infektion wäre es einen Versuch wert, den pathogenen Keimen mit einem handelsüblichen Bakterienpräparat zu begegnen, sozusagen dem gestörten Milieu als Gegengewicht eine „Kur“ mit handelsüblichen Bakterien zu verordnen. Ist schon mit Erfolg angewendet worden.
Du siehst, nur aufgrund einiger Wasserwerte sind kaum brauchbare Diagnosen zu vermitteln.
Gruß
Hajo
