Hallo Siggi,
aufgrund deiner etwas dünnen Aussage ist es schier unmöglich eine genaue Diagnose stellen zu können. Bis auf die Tatsache, dass der Fisch sich durchsetzen konnte, ist weder eine Verletzung noch krankhaftes Verhalten bekannt. Oder es ist übersehen worden?
Ferndiagnosen in puncto Fischsterben verlaufen oft im Sande, weil mit jeder neuen Vermutung die Irritation immer grösser wird und damit der Nebel immer dichter.
Ich will auch nicht hinterfragen, wo und auf welche Art dieser Fisch erworben wurde. Da ergeben sich dann ganz andere Gedankengänge....
Beim Erwerb eines Fisches, insbesondere von Falter- und Kaiserfischen, darf man sich nicht auf eine oberflächliche Begutachtung verlassen. Meist ist man dann später ganz verlassen. Die Sicht auf das Tier im Becken des Händlers bekommt eine ganz andere Qualität, wenn man sich mit Fischkrankheiten und ihren vielschichtigen Symptomen auskennt. Selbst wenn der erste flüchtige Beschau keine Auffälligkeiten erkennen lässt, können zu einem späteren Zeitpunkt diese im heimischen Becken noch auftreten. Nur erkennen muss man sie rechtzeitig.
Der Kauf eines sensiblen und recht empfindlichen Kaiserfisches ist immer mit einem hohen Risiko verbunden. Schon gar, wenn sich dieses Tier erst kurze Zeit im Becken des Händlers aufhält. Auch der Shop-Versand birgt eine nicht unerhebliche Gefahrenquelle!!! Aus diesen Gründen plädiere ich immer wieder für ein Übergangsbecken (diese Zeit sollt eigentlich beim Händler durchlaufen werden), um in den Fällen von Infektionskrankheiten optimal eingreifen zu können. Soweit sie denn in den Bereich der Infektionen einzuordnen sind.
Für Giftfänge gilt das auch. Aber als Ergebnis haben wir hier mutmassliche organische Schäden, die primär vorhanden sind, aber oft durch Sekundärinfektionen (Schwächeinfektionen), wie Ichthyo o.ä. überdeckt werden.
Da man in solchen Fällen machtlos ist, darf man auch getrost den Händler auf den Prüfstand stellen. Auch mehr Transparenz auf dem Wege zwischen Fang und Verkaufstheke würde helfen, die Spreu vom Weizen zu trennen. Denn an Altersschwäche ist das Tier bestimmt nicht gestorben.
Wie du berichtest, ist das Milieu im Becken first class. In solchen Diskussionen kommen bei Fischkrankheiten immer wieder Zweifel hoch, die mancherorts auch berechtigt sind. Deswegen ist Verlässlichkeit in solchen Diskussionen die erste Voraussetzung. Sonst kann man die Aussagen nicht ernst nehmen. Ich nehme es einmal an, da sich die übrige Gesellschaft doch bester Gesundheit erfreut. Wenn das Ableben des Diacanthus aber einen infektiösen Hintergrund hatte (der nicht bemerkt wurde), wird man dies bald am Verhalten der anderen Fische ablesen können.
Gruss
Hajo