Hallo Stefan,
obwohl ich mich oft an diesen Diskussionen beteilige (Thema Aiptasien), bin ich nicht der Glasrosenexperte!
Wie man sich dieser Gesellen entledigen kann, steht (fast) in jedem Lehrbuch. Es ist eigentlich nur mein Ziel, dem Leidgeplagten beizubringen, dass es für diese Probleme auch natürliche Lösungen gibt. Diese sind naturgemäß eng mit dem Besatz verbunden. Ich kann keinen Kaninchenfisch für eine Valonia-Plage im 150l Becken empfehlen. Der bereits angesprochene Feilenfisch ist auch nicht besonders sinnvoll, wenn man LPs im Becken hat. Jedenfalls möchte ich nicht dafür die Hand ins Feuer legen. Dagegen macht es Sinn, Synchiropus auf Tubellarien anzusetzen. Spezielle Schnecken helfen bei Glasrosenplagen und Tubellarien ebenfalls. Wie stellt sich das Problem, und wie kann ich ihm begegnen? Der Handel bietet Fressfeinde. Sie effektiv einzusetzen ist unsere Aufgabe. Manchmal dauert es etwas länger, bis der Erfolg eintritt. Wenn es sich hinzieht, sollte man ruhig auch über eigene Fehler nachdenken, die vielleicht zur Verzögerung beigetragen haben. In weiser Voraussicht verzichte ich seit langer Zeit nicht mehr auf eine Paar Synchiropus und ein halbes Dutzend Wurdemannia. Es ist nie auszuschließen, dass man sich mit irgendeinem Neuerwerb wieder einige Plagegeister einfängt. Ein Bekannter nimmt anstatt der Garnelen lieber einen Chelmon. Nur, ich habe die Beobachtung gemacht, dass nach dem Entfernen des Falters, auch die Glasrosen wieder da sind. Da sind die Garnelen effektiver. Die prokeln auch noch die letzten Reste aus dem Gestein. Ob nun Falter oder Garnele, die Beschaffung muss auf den gesamten Besatz abgestimmt werden. Ist ein Drücker vorhanden, faellt die Garnele unter den Tisch. Genauso verhält es sich mit Korallen und Falterfischen.
Für dein Glasrosenproblem sehe ich Erfolge mit beiden Arten. Der Falter räumt schneller auf. Bei den Garnelen dauert es ein wenig laenger. Dafür gehen diese nicht an die Korallen oder Muscheln.
Per Hand einzugreifen halte ich bei starkem Befall oder bei zu grossen Exemplaren für einen guten Weg. Bei den Grossen (Majanogroesse) habe ich mir mit angerührtem Kalkbrei geholfen. Auch nur in Ausnahmesituationen. Den Rest hat immer die Krabbelgruppe erledigt. Futter habe ich drastisch reduziert. Auch jegliches Staub-und Fluessigfutter.
Auf das Verhältnis von Garnele zur Glasrose möchte ich noch hinweisen. Es macht wenig Sinn, auf 50 Aiptasien 2 Garnelen anzusetzen. Auch sollte man beim Kauf darauf achten, dass unterschiedlich Größen erworben werden. Auch eine Armada von Wurdemannia ist nicht besonders effektiv, wenn es noch Winzlinge sind. Bis diese herangewachsen sind, vergeht eine Zeit, die man mit größeren Tieren leichter überbrücken kann. Adulte Weibchen haben schon eine ordentliche Groesse.
Es soll auch Berichte über Misserfolge mit den Garnelen geben. Woran das liegt, entzieht sich meiner Kenntnis. Entweder war es nicht die richtige Garnelenart (manche sehen sich zum Verwechseln ähnlich!) oder es wurde zuviel gefüttert. Oder beides zusammen.
Wenn man das Problem richtig angeht, kann man auch Erfolg erwarten. Nur etwas Geduld muss man aufbringen.
Gruss
Hajo