Hallo zusammen,
ich kann diese Kalkrotalge momentan nicht zuordnen. Aber eine ähnliche, andere Variante ist mir wohl bekannt. Diese Alge sah ich erstmalig Mitte der 80er Jahre bei einem befreundeten Aquarianer, der leider auch gerne einmal die Zügel in der Wasserpflege schleifen ließ......
Was ich da entdeckte, weckte damals den Neid in mir. Die Alge bedeckte komplett den Boden des Aquariums. Eine total schöne, weinrote Algenmatte! Wie er das hinbekommen hatte, ist mir bis heute noch schleierhaft. Na, ja- blindes Huhn....
Zu dieser Zeit kannten wir doch nur die krustigen Kalkrotalgen und grüne Caulerpa-Arten. Andere Algen gab es im Handel nicht, höchstens Abbildungen in einigen Fachbüchern. Oder man hatte das Glück , über lebendes Gestein einige einzuschleppen. Was allerdings zu damaliger Zeit äusserst selten vorkam, da meist das Gestein von wenig Qualität war. Die Überlebenschance von Rotalgen war äusserst gering.
Diese bewusste Alge wurde von Doktorfischen und Kaiserfischen gemieden. Ich habe trotzdem versucht, diese Alge im Becken zusammen mit Großkaisern und Doktorfischen zu kultivieren. Aber ohne Erfolg.Sie wurde zwar nicht gefressen, doch das veränderte Milieu behagte ihr nicht. Andere aus unserer Gruppe haben auch versucht, in ihren Becken Ableger dieser Alge zu pflegen. Auch das wurde ein Misserfolg!.
Nur in diesem vernachlässigtem Aquarium unseres Freundes wuchs diese Alge wie die Pest. Dem Besitzer war das egal. Er hatte eigentlich keinen Bezug zu dieser Alge. Sie störte nur. Wenn sie an den Seiten hochkroch, riss er sie einfach ab. Den Teppich auf dem Boden ließ er wachsen. Wahrscheinlich aus Trägheit. Bis dann ein nicht ganz unvorhersehbarer Gau das gesamte Milieu zerlegte.
Ich erzähl diese Story nur, weil ich auf das manchmal sehr rasante Wachstum von (kalkigen) roten Algen hinweisen will. Wenn diese das richtige Milieu gefunden haben, sollte man sie stutzen oder total entfernen. Entweder durch Fressfeinde (so man sie dann ausmachen und auch erwerben kann) oder selbstätig per Hand.
Ich habe bis heute noch keinen vergleichbaren Wildwuchs dieser Art gesehen. Die Überprüfung von Wasserwerten beschränkten sich damals ausschliesslich auf den PH-Wert, die Karbonathärte und den Kalzium-Level. Andere Defizite wurden durch den WW ausgeglichen. So nahm man an.
Deswegen gibt es auch keine Rückschlüsse auf irgendwelche signifikanten Veränderungen in der Chemie des Wasserhaushalts. Leider.
Gruß
Hajo