Hallo Sylvia,
ich bin auch eine Frau, ich habe auch ein Aquarium, einen Lebenspartner, 2 Kinder, einen Vollzeit-Job, einen Neben-Job (beides aus einem Hobby entstanden, also auch nach der offiziellen Arbeitszeit noch fester Bestandteil in meinem Zeitplan), einen Haushalt..... und ich wende die Wodka-Methode seit letzten Sommer an. Versklavt fühle ich mich durch den Alk aber nicht 
Natürlich hast Du recht, eine Möglichkeit wäre, die Belastung des Wassers auf ein Minimum/Optimum zu reduzieren, indem man die Anzahl der Fische sehr gering hält bzw. wirklich dem Becken anpasst. Leider nur klappt das meist nicht so, wir sind halt alle nur Menschen
Also hier kommt man dann nicht mit Ursachenbeseitigung weiter. Deshalb wurden ja im Laufe der Jahre verschiedene Methoden und Geräte eingesetzt, um die Wasserwerte auf ein Niveau zu bringen bzw. zu halten, das als gut angesehen wird.
Klar ist es schon so, dass eine gewisse Zeit investiert werden muss, um das Becken vernünftig zu pflegen. Jeder muss dabei das für sich beste herausfinden. Es ist ja auch nirgendwo jemals geschrieben worden, dass man die Wodka-Methode einsetzen muss. Es gibt sehr viele Aquarianer, die es nicht tun, und ich denke, dass viele ähnliche Überlegungen dabei haben wie Du: zu zeitaufwendig, zu "nebenkosten-intensiv", zu schwierig in der Anleitung von Aushilfspflegern. Ich glaube einfach, jeder muss herausfinden, was für ihn am Besten ist. Jede Methode hat Vor- und Nachteile. Schau Dir mal die Schwefelfilter-Methode an, oder Zeovit. Dann kannst Du doch entscheiden, was bei Dir funktioniert.
Wobei ich zum Kurzurlaub sagen muss, dass das Becken nun nicht gleich den Bach runter geht, wenn man mal an einem oder zwei Tagen den Wodka ausfallen lässt. Hab ich selber schon gemacht, passiert gar nichts. Selbst über ein paar mehr Tage wird da nichts passieren. Ich glaube zwar, dass man besonders in der Anfangszeit das nun nicht unbedingt machen sollte, aber meist weiss man doch, wann man verreisen will und kann entsprechend halt auch planen.
Bei längeren Urlauben ist es aber ohnehin ratsam, wenn man nun nicht ausschliesslich die unbedarfte Nachbarin mit der ausschliesslichen Pflege beauftragt. Der Abschäumer muss gereinigt werden, Pumpen kontrolliert, eventl. umgeschmissene Korallen aufgestellt usw. Kannst Du das Dener Nachbarin zumuten? Also auch ohne Alk?
Zu Dener Frage mit neuen Tieren, die beim Händler durch Wodka Wasserwerte von nn gewöhnt sind: Mein Stamm-Händler hier betreibt seine Becken mit der Zeovit-Methode und hat deshalb auch Wasserwerte von nn. Was ist mit dem? Er verkauft seine Tiere schliesslich auch so..... Und die Tiere werden nicht deshalb dann bei Dir braun, weil sie vorher extrem sauberes Wasser hatten und bei Dir nicht. Hätten sie vorher das gleiche Wasser wie Deins, wären sie bereits braun gewesen. Dann hättest Du es womöglich nicht gekauft, weil Dir die Farbe nicht gefallen hätte. Okay, aber wessen Problem ist das? Deins ja wohl, weil Dein Wasser eben die Korallen dazu bringt, dass sie braun werden.
Was die ganze Messerei angeht: Also ich messe eigentlich kaum noch. Ich glaube einfach, dass man mit der Zeit auch das Gefühl für sein Becken bekommt und mit einem Blick auf die Korallen sehr gut feststellen kann, ob es Veränderungen gibt. Sicherlich, beim Einstellen der nötigen Wodka-Menge ist es unerlässlich, regelmässig zu kontrollieren. Aber wenn der Wert gefunden ist, dann halte ich es nicht mehr für so extrem wichtig. Ich mach es eigentlich nur noch ab und zu, um eine Bestätigung zu erhalten, dass alles okay ist.
Ich finde es gut, wenn sich jemand viele Gedanken zu einem Thema macht, aber man sollte dabei auch versuchen, ein sinnvolles Ergebnis mit den Überlegungen zu erzielen. Bei Dir weiss ich jetzt nicht so ganz, worauf Du abzielst. Es klingt ja fast komplett danach, als ob Du die Wodka-Methode für nicht so geeignet für Dich hälst. Das ist dann auch völlig okay, es stellt sie aber auch nicht in Zweifel. Sie ist eine gute Methode, Wasserwerte zu schaffen, die sehr niedrig sind, genauso wie das auch im Meer ist. Daran sind die Tiere übrigens gewohnt. Und auch Nachzuchten sind genetisch so aufgebaut, dass sie in sauberen Wasser besser gedeien als in belasteten.