Hallo Jörg 
Zitat
Es gibt aber einen Unterschied zwischen grosser aeusser Oberflaech und einer inneren Oberflaeche.
Ein Sandkorn, das mit einem Biofilm ueberzogen ist, hat eine relativ begrenzte anaerobe Schicht, waehrend ein Stueck Korallenbruch aussen mit Biofilm ueberzogen ist, aber noch eine riesige anaerobe innere Oberflaeche aufweist. Das gleiche gilt fuer Lebende Steine.
Das ist also ein Unterschied. Wenn man ein Deep-Sand-Bed mit super feinem Sand hat, dann wird man Denitrifikation wahrscheinlich erst nach 2-3 cm Sedimenttiefe messen koennen. Waehrend in einem Jaubert-Becken mit 2 cm groben Korallenbruch Denitrifikation in vielleicht gar nicht unerheblichen Mengen im ersten cm der Sedimentsaeule ablaueft.
Ich glaube das der Sachverhalt etwas anders ist.
Deep Sand Bed
Der Raum eines DSB in dem gelöster Sauerstoff zu finden ist beträgt maximal nur 1“ also 2,5cm. In diesem Bereich finden effiziente biologische Prozesse statt. Unter diesen wenigen cm sind die biologischen Prozesse wegen des fehlen von Sauerstoff stark limitiert.
Der Sandboden hat zwar eine extrem hohe spezifische Oberfläche, jedoch nur sehr geringe Kornzwischenräume, die Porosität ist ebenfalls sehr gering.
Vor allem auf Grund der mit der Tiefe ansteigenden Elektronegativität (Oxidations-Reduktions Potential) sind DSB chemische Sickergruben.
Je nach Feinheit des Sandes beträgt die Sauerstoffeindringtiefe nur wenige mm.
Also wird auch die Denitrifikation im anschließenden Bereich stattfinden.
Ich habe selber ein kleines Becken mit einem sehr feinen Sandboden, der rund 3 cm hoch ist. Dieser Sandboden denitrifiziert bekommt jedoch an manchen Stellen ab ca. 2 cm Tiefe Ansammlungen kleiner schwarzer Stellen, also ungewünschte anaerobe Bereiche, in denen Ammonifikation und keine Denitrifikation mehr stattfindet.
Jaubert
Der Vorteil von Jaubert zum DSB ist, dass das Plenum eine höheres Oxidations-Reduktions Potential besitzt als der darüberliegende Bodengrund, aber immer noch negativ ist.
Das führt dazu, dass Nährstoffe zurück ins freie Aquarienwasser gelangen und das der Bodengrund nicht anaerob wird.
Sonstige Unterschiede in der Diffussion sind ja offensichtlich.
Die Denitrifikation wird hauptsächlich im unteren Drittel des Bodens ablaufen, weil aufgrund der üblich gewählten Korngröße ein zu großer Sauerstoffeintrag in die oberen Schichten stattfindet.
Wenn die Denitrifikation bereits in den sauerstoffreichen ersten cm verstärkt ablaufen sollte, müssten viele mit nur geringen Bodenhöhen eine deutliche Denitrifikation bemerken?
Zu deinen Aussagen bezüglich der inneren und äußeren Oberfläche:
Die innere Oberfläche wird wahrscheinlich im Verhältnis zur äußeren und in Bezug dazu zu den Steinzwischenräumen eine sehr geringe Rolle spielen.
Schon alleine aus dem Grund, dass die „Zugangskanäle“ zu tiefer liegenden Strukturen/Oberflächen/Poren sehr klein sind. Dies beeinflusst direkt die Diffussionsgeschwindigkeit und so die Geschwindigkeit des Nährstoffeintrag in das Gestein hinein. Außerdem müssen die Nährstoffe, die sich vor den Kanälen bzw. Öffnungen befindlichen Bakterienschichten, erst passieren. Diese Bakterienschichten werden sich auch der Höhe der eindringenden Belastungen anpassen und dadurch schon eine Menge an Nährstoffen verarbeiten.
Aus dem praktischen Bereich der schwachbelasteten Tropfkörper, quasi große Rieselfilter, weiß ich, dass die innere Oberfläche des Filtermaterials, vor allem wenn sie sehr groß, d.h. sehr feine Freiräume im Inneren besitzt, keinen feststellbaren Einfluß auf die Abbauleistungen hat, ganz einfach, weil sich die Zugangswege wie oben beschrieben mit Bakterienkolonien zusetzten.