Beiträge von Aurora

    Also ich habe jahrelang genau deine Beckengröße mit 2x24W T5 betrieben. Nimm 2x Aquablue spezial oder was derartiges und gut ist. Ich habe in der ganzen Zeit Steinkorallen problemlos halten können, die Pocillopora, Seriatropora und Montiporas sind immer gut gewachsen. Also besorg dir doch mal einen oder zwei kleine Ableger zum testen und schau mal wie es klappt.

    Wenn das LS gut ist und du ein vernünftiges Salz verwendest sollte das klar gehen. Ich habe in mein neues Becken auch direkt einige SPS und LPS eingebracht, diese haben das problemlos überstanden. In Anbetracht deiner Probleme hast du ja eh nix zu verlieren, oder??

    Wenn es geht hänge die Leucht an Drähten an der Decke auf (oder mit Winkeln und Haltestangen an der Wand dahinter), eine geschlossene Abdeckung dürfte bei 4x24W eh illusorisch sein wegen der Wärme die da frei wird. Gut geeignet sind die Seilaufhängungen von Giesemann, diese sind stufenlos und ohne Werkzeug verstellbar. Kosten das paar so um die 20-25 Euro wenn ich mich recht erinnere. Mit der Aufhängung hast du auch kein Problem mit der Differenz zu 70 cm, ich habe bei mir einen 24 W-Doppelbalken über meinen 80 Breite hängen, funktioniert sehr gut.

    Also ich benutze seit geraumer Zeit HW-Salz und bin sehr, sehr zufrieden damit. Ob da jetzt Silikat drin ist oder nicht, Probleme mit Kieselalgen oder ähnlichem habe ich in der Zeit nie gehabt. Ich benutze zudem auch noch Leitungswasser zum Wasserwechsel, Nachfüllen ebenfalls ohne Probleme. Die Umstellung von Osmosewasser auf Leitungswasser habe ich vor circa 5 Monaten gemacht weil das neue Becken einfach doch sehr viel mehr Wasser braucht und ich mir die Verschendung der Umkehrosmose nicht mehr leisten wollte.

    Das DSB wird mit Indopazifik Sand von Claude betrieben. Die Körnung ist fein und ziemlich homogen. Im Filter sind insgesamt 40 kg, macht eine Schichthöhe von so 16 cm. Obendrauf dann noch 1 kg frischer Riffsand (also wirklich lebendiger Sand mit Tieren, kleinen Einsiedlern, etc. nicht dieses Zeugs in der Tüte was sich LifeSand nennt).
    Berechnet im eigentlichen Sinne ist das DSB nicht. Die Größe ergab sich durch den vorhandenen Platz und die gewünschte Schichtdicke/Durchströmung. Allerdings ist die Größe so gewählt, dass sie etwa 1/4 der Bodenfläche des eigentlichen Aquariums entspricht, was ich für einen vernünftigen Wert halte. Das ein DSB Nitrat zieht ist ja eigentlich der Sinn der Sache, genau das will ich ja. Wenn mir die Werte zu niedrig werden (Ziel ist etwa 1-5 mg/l) dosiere ich halt Nitrat zu, kostet fast nix und ist ungefährlich, sehe ich kein Problem drin. Mir jeden Falls lieber wie ein Haufen Geld für ein Zeo-System auszugeben, zudem habe ich bisher noch kein Zeo-Becken gesehen was mich wirklich überzeugt hätte (die mags geben, ich hab sie halt noch nicht gesehen).

    Momentan ist kein Bodengrund drin weil ich den immer erst nach der Einfahrphase zugebe, sonst ist das etwas mühsam wenn sich darauf Algenbeläge bilden. Zudem erleichtert das erst mal das Absaugen von entstehendem "Mulm".Der Bodengrund kommt wohl so in 4 Wochen oder so, dann aber nur als dünne Schicht, wie du ja gelesen hast ist im Unterschrank noch ein DSB.

    Hier mal wieder 2 neue Bilder aus meinem Becken. Sehr viel hat sich nicht getan, die Algen sind verschwunden und die ersten Kalkalgen beginnen auf den Scheiben zu wachsen. Ansonsten ist alles so wie man es sich wünscht, unauffällig und problemfrei.

    Morgen kommt die zweite Stream an, dann ist der Technikpark bis auf einen Multicontroller eigentlich vollständig. Ich werde auch in den nächsten Tagen mit der Zugabe von Spurenelementen und Balling beginnen soweit halt Bedarf besteht. Ansonsten bin ich nun zum normalen Pflegemodus übergegangen:

    2-3x wöchentlicher Wasserwechsel von 20 L, entspricht ca. 10-15% Wasserwechsel bezogen auf das reale Kreislaufvolumen pro Woche oder so ca. 50% im Monat.
    2x wöchentlich Abschäumer reinigen
    1x wöchentlich Kanister für Wassernachfüllung auffüllen
    bei Bedarf Scheiben mit Magnetreiniger oder Klinge reinigen

    Was ich demnächst auch angehen werde ist die Überwachung von Nitrat und Phosphatwerten. Wenn ich die Tests dazu mal gekauft habe (ich bin nicht so der Testfreak) werde ich wohl anfangen die Wasserwerte auf das von mir gewünschte Niveau zu bringen und dort zu halten. Ich ziele auf Nitrat 1-5 mg/l und Phosphat ca. 0,05 mg/l. Ich denke gerade was den Nitratwert angeht werde ich mittelfristig wohl Nitrat zuführen müssen, der DSB-Filter hat in der Hinsicht doch eine recht starke Abbauleistung. Phosphat wird halt bei Bedarf mit Adsorber gesenkt.

    Bis auf den DSB-Filter und die neue Beleuchtung hat sich gegenüber meinem bisherigen Becken eigentlich wenig geändert (okay es ist etwas größer :D). Bisher hat das für mich sehr gut funktioniert.

    Peter, dem ist in meinem Fall aber so. Das Becken ist von der Glasstärke so dimensioniert, dass es keine Stege bräuchte (deswegen haben sie auch vergessen welche reinzukleben). Das ist natürlich aber ein Sonderfall weil es sich hierbei um ein Filterbecken mit niedriger Höhe/Wasserstand handelt und deshalb die verwendete Glasstärke sehr großzügig dimensioniert ist und Stege zur Längsaussteifung nicht gebraucht werden. Ich weise aber jetzt explizit nochmal darauf hin, dass normalerweise die Stege eine Stabilitätsfunktion haben und deshalb nicht fehlen dürfen. Bei meinem Sonderfall wie gesagt brauche ich die nur um die Scheibe drauf zu legen.

    Was die Überlaufbox angeht: Ich dachte du willst den Hang on weiter verwenden, der hat ja auch noch eine Flow Box. Kam bei mir bei einem der Zwischenpostings so an, aber ich hab mir den orginalen Plan nochmal angesehen, ist klar, der Hang on wird ja durch die Algenkammer ersetzt.
    Wenn es also das Technikbecken sein soll (kann ich aus Kostengründen verstehen, wie du schreibst dann lieber gleich ein richtiges Upgrade, z.B. 80x80x70 mit Schacht und Unterschrankbecken, kost dann aber leicht 1500 Euros, zumindest ist das die Größenordnung wo ich so langsam angekommen bin):
    Dein Setup ist von der Reihenfolge nicht sinnvoll. Abschäumer muss auf jeden Fall zuerst kommen, sonst kannst du dir den gleich sparen, nach den Biobällen und dem Schlammfilter ist der Großteil der abschäumbaren Organika bereits umgesetzt. Die Richtige Reihenfolge ist: Fallrohr, Abschäumerkammer, Biobälle, Algen/Schlamm, Schwamm zur Rückhaltung von Algen, Pumpenkammer. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass du für den Algenfilter eine kräftige Strömung brauchst sähe das ganze bei mir etwas anders aus. Ich hab dir das ganze mal kurz aufgemalt und bitte zu entschuldigen, dass die Linien nicht maßstabsgetreu gesetzt sind, denke aber man kapiert was ich meine. Wenn du dir den Tunze Nano Doc kaufst dann kannst du die Abschäumerkammer sogar noch kleiner halten.

    Edit: Hab noch mal die Beschriftung geändert, ist aber noch ein Fehler drin. Ich hab die hab die Abschäumerkammer 5 cm breiter geplant, wenn der Schäumer kleiner ist reicht natürlich auch 20x10 oder so ähnlich, dann kannm an noch einen Teil mit Biobällen machen. Hab ich aber bei der Zeichnung irgendwie vergessen, Asche auf mein Haupt....

    Wenn die Klebung noch sehr frisch ist ist es durchaus möglich den Steg abzureißen. Spricht zwar nicht gerade für die Firma ein so frisches Becken rauszugeben (wenn es denn daran liegt), aber es muss nicht notwendigerweise ein Problem sein. Mein Filterbecken hatte das Problem auch. Und zwar hatten sie die Stege vergessen einzukleben (sind für die Stabilität nicht nötig, nur als Auflage für ne Glasplatte), das haben sie dann am Tag davor noch gemacht, da war der Steg auch noch weich und es waren Hölzer zur Stabilisierung drunter, allerdings hat man mir das gesagt. Ich hab das Becken dann trotzdem abgeholt weil es etwas weiter zum fahren ist und ich eh schon in der Nähe war. Ich würde aber in deinem Fall schon mal sehr genau prüfen was da passiert ist, sonst würde ich mir das Becken so nicht aufstellen. Wenn es ein gebrauchtes, altes Becken ist würden bei mir alle Alarmglocken klingeln.... :winking_face_with_tongue:

    Also ich würde das glaube ich nicht machen. Die Vorteile erkaufst du dir mit einigen Nachteilen:
    1. Überlaufbox, ein dauerndes Damoklesschwert über deinem Kopf, sie versagt garantiert irgendwann, frag Murphy. Zwei davon, Gott bewahre. Wenn schon bohre die eine bereits vorhande an oder ersetze sie.
    2. Der Stromverbrauch wird garantiert höher, denn es kostet nun mal einfach sehr viel Energie Wasser den Berg hoch zu pumpen (bei mir frisst die Rückförderpumpe über 1/3 des gesamten Stroms des Beckens).
    3. Kosten sind doch nicht unerheblich, einziger Vorteil es sieht halt etwas besser aus.

    Wenn, würde ich eher darüber nachdenken ein Neues Würfelbecken in 55x80x50 kleben zu lassen (sofern der Platz das zulässt) mit eingebauter Trennscheibe bei 55 cm, so bleiben dir 25 cm Tiefe für Technik und Algenfilter (25x25 und 30x25 durch Glasscheibe geteilt). Die Rückförderung durch eine Bohrung in der Scheibe mit einer Aquabee 500 oder so, Zulauf über Kamm ergibt gleich Oberflächenabzug. Eventuell brauchst du noch einen anderen Schäumer wenn du deinen jetztigen nicht in die 25x25 Kammer unterbekommst. Dann ist alle Technik raus und teurer als deine Lösung ist das auch nicht. So ein Becken kann man denke ich mit etwas Suche für deutlich unter 200 Euro bekommen, wenn ein neuer Schäumer her muss (Tunze Nano Doc) noch mal 112 Euro, mit dem Nano Doc kannste die Kammer auch nur 15 cm breit machen und hast noch mal 10 cm für eine zusätliche Kammer für Rückförderpumpe, Biobälle was weis ich. Da kann nix über oder auslaufen, man sieht keine Technik und es ist eine Lösung aus einem Stück. Einzige Bedingung du hast noch 25 cm Platz hinter dem Würfel (einiges muss da ja sein, denn jetzt hängt da ja auch schon ein Hang on) und bist bereit so 200-350 Euro auszugeben, billiger ist das Technikbecken aber auf keinen Fall...

    Tendenziell würde ich bei den Fakten die so langsam bekannt werde eher dazu raten es nicht zu kaufen. Du kannst für das Geld durchaus ein besseres Angebot bekommen. Ein Technikbecken ist nicht unbedingt notwendig, es geht auch ganz gut anders, hat auch durchaus Vorteile. Ich würde mich in Geduld üben und mir genau überlegen was ich will, dann den Markt sondieren. Grundsätzlich brauchst du bei der ungefähren Größe von 750 L

    -Lampe mit 2x 250 W HQI (+ eventuell einen Doppelbalken mit T5-Röhren) oder 6-8 T5 Röhren passender Länge in einer entsprechenden Lampe (Solaris, LumiMaster, etc.)
    -Strömungspumpen (würde ich Tunze Stream empfehlen, vermutlich so 2x Tunze 6000, kann man später einen Multicontroller zukaufen für wechselnde Strömung)
    -Abschäumer (irgenwas kompaktes wenn es ohne Technikbecken geht, also Tunze Doc oder Terra Nova Beast)
    -Förderpumpe um das Wasser in den Technikteil zu bekommen (im Becken reicht da eine Aquabee 1000, Vorteil billig, leise und braucht wenig Strom)
    -Nachfüllpumpe (ich empfehle da die SP3000 von AquaMedic, billig und trotzdem gut)
    -Heizstab

    Wenn ich jetzt nix vergessen habe sollte das für ein erfolgreiches Becken reichen. Bei der Lampe und an den Strömungspumpen sollte man nicht sparen, sonst kauft man doppelt und zudem sind gerade Pumpen sonst echte Stromfresser. Denk auch daran, dass bei deinem Budget das Lebendgestein mit gut 500-600 Euro (für 750 Liter braucht es wohl so um die 40-50 kg) zu Buche schlägt. Wenn du also unter 1500 bleiben willst such dir ein nicht zu altes, unverkrates Becken mit einem Unterschrank der dir gefällt. Kauf dir eine adäquate Lampe (kann auch gebraucht sein), den Abschäumer und die Tunze Stream und lass in das Becken ein 25 cm breites Technikteil mit einer Bohrung und Kämmen kleben (kann man auch selber machen). Ist billig und spart zudem viele Folgekosten und Probleme. Nachteil: Weniger Platz im Becken, eventuell sieht es nicht so gut aus, kann man aber ja mit schönen Holz verkleiden oder mit Folie bekleben.

    Und hier ein weiteres 80x80x70 Würfelchen. Läuft seit Anfang September, also noch im Einfahren. Hier die letzten Bilder von vor zwei Wochen, ist noch etwas trüb weil ich drin rumgefummelt hatte, die Algen sind inzwischen weg...


    Zur Technik gibt es die Daten ja in der Signatur. Hier noch zwei Bilder vom Technikbecken/DSB und dem Unterschrank + Verkleidung.

    Etwas billiger sind oft Membranventile, gibt es von +GF+ (so um die 80 Euro aufwärts) oder K-Werk (so ab 35 Euro, Schrägsitz oder Membranventile im Angebot). Ich habe ein +GF+ mit DIN 40 verbaut, ist sehr gut zu regeln und eine Investition für die Ewigkeit. Kann ein Membranventil nur empfehlen, zum Regeln gibt es für mich keine Kugelhähne mehr.

    Hallo Stefan, hallo Thomas,

    das Wörtchen theorethisch habe ich eingesetzt, weil mir einfach keine Erfahrungswerte vorliegen. Ich würde das als durchaus erreichbar ansehen, ist ja in gewisser Hinsicht vor allem eine Frage der Refugiengröße und einer Vermeidung von Wachstumslimitierung. Gerade wenn der Algenfilter mit einem Nitratverbraucher alla Miracle Mud oder DSB gekoppelt wird ist sicherlich ein nachdosieren von Nitrat bzw. Ammonium (Gefahr von Nitritspitzen) unerlässlich um ein weiteres Algenwachstum und damit auch Phosphatverbrauch zu erreichen. Das deckt sich ja auch ganz gut mit den Erfahrungen von Stefan.
    Algenfilter können durchaus einen signifikanten Beitrag zum Phosphataustrag darstellen, können jedoch unter gewissen Rahmenbedingungen alleine nicht ausreichend sein (mangelnde Dimensionierung, N-Limitierungen, Eisenmangel, etc.) hier bietet sich dann mit Adsorbern auf Eisenbasis eine gute Alternative, kann man natürlich auch ausschließlich auf die Art machen.
    Was IPs Probleme mit Phosphat angehen denke ich, dass die Fütterung und der Besatz eine wesentliche Rolle spielen. Wenn ich mich recht erinnere hat IP ein Becken mit ziemlich vielen, großen Fischen da ist man halt leicht in Bereichen wo sich Phosphat nur schwer in Grenzen halten lässt. Und wenn man dann womöglich auch durch lange Zeit verschleppte hohe P04-Werte Depots angehäuft hat ist der Wert überhaupt nur schwer/ gar nicht runter zu bekommen.

    Wenn diese hohe Durchsatzrate wegen des Schlammfilters gewählt ist, dann ist da ein Denkfehler drin. Die 6000 l/h durch den Schlammfilter sind ja schön und gut, aber das muss ja nicht auch noch ein Stockwerk hochgepumpt werden, das ist einfach eine gewalte Verschwendung, selbst als Energieunternehmensmittarbeiter auf Dauer unsinnig. Also wenn schon Keller (Ich persönlich würde das nicht machen, ist einfach uneffizient so gewaltige Mengen Wasser hochzupumpen, aber das ist jedem seine Sache), dann doch nur 2000-4000 l/h. Die Strömung durch den Schlammfilter kann man ja dann durch eine zusätzliche Loop-Back-Pumpe erzeugen, die dann keinen Höhenunterschied überwinden muss, da tuts dann ne sparsamere Pumpe.

    Wieso eigentlich so eine brutal starke Umwälzung ins Technikbecken? Eigentlich reichen da doch locker 2000-3000 l/h, ein mehr ist doch nur eine Verschwendung von Strom. Daneben sehe ich auch arge Probleme was den geräuschlosen Ablauf von 11.000 l/h durch einen Schacht angeht. Wenn ich deine Zeichung richtig interpretiere ist der Schacht mit 15x15 cm geplant mit insgesamt 30 cm Kämmen. Also da bekommst du niemals 10.000 l/h durch, das läuft über die Kämme und gurgelt wie die Niagarafälle. Ich habe einen Schacht mit 15x21 cm und dabei an 3 Seiten insgesamt 50 cm Kämme und selbst bei nur 2000 l/h nutze ich die Kämme schon mit einem Rückstau von 1 cm, mehr wie 4000 l/h bekommt man da nicht durch, mit gutem Willen vielleicht auch 5000 l/h.

    Kein Problem,

    ich habe halt versucht es auf die für unser aquaristisches Problem relevanten Punkte zu reduzieren, dann kann man auch auf unverständliches Fachchinesisch verzichten. Naja zumindest etwas, was genau ATP und Co. sind habe ich so genau jetzt auch nicht erklärt, aber das ist hier auch nicht so wichtig.

    Hallo Stefan,

    was du mit den hydrolysierten Formen des Phosphats meinst ist mir nicht ganz klar (ATP ist ein Anhydrat der Phosphorsäure das meinst du wohl, von hydrolysiert kann man sprechen wenn der Umsatz zu ADP und AMP gemeint ist). Richtig ist, dass hierbei zwar große Mengen an Phosphat umgesetz werden aber faktisch die Menge an Phosphat die in ATP bzw. ADP/AMP ständig gebunden ist gering ist. Beim Menschen werde jeden Tag zum Beispiel ATP/ADP Moleküle von über dem halben Körpergewicht umgesetzt, insgesamt sind jedoch nur etwa 150 g ATP/ADP im Körper enthalten.
    Für die Diskussion des Phosphataustrages durch Algen ist ATP/ADP/AMP wirklich relativ irrelevant, die große Menge des Phosphats im Gewebe ist in den Zucker-Phosphat-Brücken der DNA sowie in der RNA gespeichert, diese Nukleinsäuren sind der wesentlichste Phosphatspeicher in Algen (und auch im Menschen). Wenn die Algen also komplett entfernt werden wird auch dieses Phosphat entfernt welches vorher zwangsläufig aus dem Wasser aufgenommen wurde (Algen sind ja autotroph, das heißt sie synthetisieren ihre Masse und gewinnen ihre Energie alleine aus anorganischen Verbindungen unter Verwendung der Energie des Sonnenlichts, was nicht heißt dass sie nicht auch in der Lage wären komplexe organische Verbindungen zu verwenden, oftmals bevorzugen sie diese wenn sie vorhanden sind). Die Frage ist allerdings eben ob dieser Phosphataustrag relevant ist. Wenn man davon ausgeht, dass pro Liter nasse Algen etwa 50 g Algentrockenmasse anfallen (grober Schätzwert), so sind etwa 1,5 % davon als reines Phosphat vorliegend (gemessener durchschnittlicher Phosphorgehalt von marinen Algen liegt bei 0,4% - 0,8%, dazu kommen noch mal Faktor 3 für die 4 Sauerstoffatome im Phosphat also 1,2 - 2,4%, konservativ gerechnet 1,5) also etwa 750 mg Phosphat. Jeder Liter geerntete Algen entfernt also etwa 750 mg Phopsphatäquivalente aus dem Beckenkreislauf. Unter Annahme dass eine solche Ernte etwa alle 2 Wochen möglich ist und das Becken ein Kreislaufvolumen von 750 Liter hat kommen wir auf eine theorethische Phosphatsenkung von 0,5 mg PO4/ L*Woche. Ein nicht unerheblicher Wert. Ob jetzt eine Ernte von 1 Liter Algen alle zwei Wochen realistisch ist hängt von der Größe des verwendten Refugiums, der Beleuchtung und natürlich auch von dem Nährstoffgehalt des Wassers ab, realisierbar sollte es eigentlich schon sein. Natürlich ist ein solcher Austrag genauso mit Phosphatadsorbern zu erreichen, unter Berücksichtigung des Stromverbrauchs und Platzbedarfs sowie der Steuerbarkeit ist es sogar die effizientere Methode, wobei natürlich dann die anderen positiven Wirkungen des Algenrefugiums außen vor bleiben.

    Holz ist prima geeignet. Ich habe 8 mm Sperrholz Birke verwendet. Dieses ist mit wasserfestem Holzleim verleimt und danach mit 4 Lagen Bootslack behandelt. Zuerst mit 50% Verdünnung, dann mit 10% Verdünnung und 2 mal unverdünnt. Sieht klasse aus und ist absolut beständig gegen das Wasser. Einzig und alleine dauerhaft untertauchen kann man es nicht. Würde also in Holz bauen und wie beschrieben vorgehen. Günstig und sehr schön...

    Naja, das ist aber auch ein ganz gewaltiger Unterschied in der Beleuchtungsstärke. Natürlich kann man Algen sicher noch viel effizienter unter HQI mit Osram Daylight Brennern ziehen. Aber der Energieverbrauch und die Erwärmungsproblematik machen das doch sehr problematisch. Insofern würde ich aus den oben genannten Gründen Daylightröhren verwenden.

    Die selben Algen habe/hatte ich auch jetzt während meiner Einfahrphase. Sind wohl Bryopsis oder Derbesia, so ganz sicher bin ich mir da auch nicht. Verschwinden normalerweise von selbst wenn Nitrat und Phosphat wieder absinken. Bei mir räumt seit 2 Wochen ein Salarias fasciatus damit auf, inzwischen hat er 90% der Bestände vernichtet, wobei die vorher schon kränkelten. Also Ruhe bewahren, eventuell einige Algenfresser (Schnecken, Einsiedler, Seeigel, etc.) einsetzen und gut ist.
    Ich hatte diese Algen bisher noch jedes Mal wenn ich ein Becken gestartet habe und auch nach meinen 2 Beckencrashs. In jedem Fall sind sie erst mal fleißig gewachsen und dann haben sie sich verfärbt und sind abgestorben. Von Dauer waren sie jedenfalls nie. Ich hatte sie eigentlich auch so gut wie nie auf den Steinen, immer nur auf dem Glas/Plastik, Bodengrund habe ich in dieser Phase noch nicht.

    Gibst du auch die Balling-Spurenelemente (nach Renke) zu? Da ist unter anderem Eisen, Molybdän und Strontium drin, sollte deinen Algen eingentlich ein prächtiges Auskommen ermöglichen. Wenn du diese also noch nicht dosierst würde ich das mal versuchen. Ansonsten kann vorsichtiges Zugeben von Eisen (wirklich sehr vorsicht sein, zuviel führt leicht zu Algenplagen) oftmals zu einer Besserung.

    Praktische Erfahrungen im direkten Vergleich dürfte wohl eher niemand haben. Dazu müsste man ja bei der Ernte der Algen das Frischgewicht, besser sogar das Trockengewicht bestimmen und so den Austrag feststellen.
    Ich würde mich aber soweit festlegen, dass Caulerpa und Co. von einer blaulastigen Beleuchtung nicht wirklich profitieren. Da in der Photosynthese wesentliche Teile der Absorption im Rotlichtbereich staffinden. Zudem sind die genannten Algen natürlicherweise nur im obersten Riffbereich bzw. in flachen Lagunen zu finden, was eine klare Indikation für die Adaption an höhere Rotlichtanteile, sprich volles Tageslichtspektrum ist. Deshalb würde ich Tageslichtröhen verwenden, eventuell Vollspektrum aber eine gute Mehrbandenröhre tut es auch. Nimm also Osram Daylights und gut ist. Ist auch aus Kostengesichtspunkten interessant, da diese normalerweise höhere Lichtströme realisieren und du diese außerdem bis zu 5 Jahre verwenden kannst, der Verlust in der Lebensdauer beträgt maximal 30% laut Spezifikation.

    Abwarten und beobachten. Die passt sich meiner Meinung nach gerade an, wird vermutlich eine etwas andere Färbung annehmen. Solange sie offen ist und nicht weiß wird ruhig bleiben und abwarten. Meine haben nach verbringen unter HQI sich auch von dunkelgrün nach giftig neongrün umgewandelt, kommt vor. Nährstoffarmes Wasser kann auch zu einer Aufhellung der Farbe führen, bei mir waren die Scheiben mal fast weiß in der Grundfarbe weil die Nitrat und Phosphatwerte auf annähernd null waren und das über Wochen (keine Fütterung, ich war in San Diego, nur selten Wasserwechsel)

    Also ich habe die Erfahrung gemacht, dass der Schäumer die ersten Tage tendenziell lauter ist, das gibt sich etwas, dann entstehen auch nicht mehr so viele Luftblasen im Auslauf.
    Daneben ist es meiner Erfahrung nach entscheidend, dass die Pumpe nicht zu tief unter der Wasseroberfläche hängt. 2-3 cm hat sich bei mir als optimal erwiesen. Dazu kommt, dass der Schäumer auf KEINEN FALL zu hoch aus dem Wasser ragen darf. Sonst bekommt die Pumpe Gegendruck und wird extrem viel lauter. Ich habe das herausgefunden indem ich den Schaumer im Filterbecken mit der Hand höher oder tiefer gehalten habe. Seitdem hängt der Schäumer bei mir so tief wie möglich, also mit der Klammer am Glasrand circa 2-3 cm über der Wasseroberfläche und der Halterring ganz oben am Anschlag, die Pumpenansaugung circa 2-3 cm unter Wasser. Der Schäumer ist zwar nicht unhörbar, aber zumindest so leise, dass ich in dem Raum schlafen kann. Wenn es viel leiser sein muss, dann bleibt dir wohl nur die gut 500 Euro für einen Volksabschäumer 160 von Royal Exklusiv abzudrücken...

    Zwei Glasscheiben einkleben, davon eine mit Bohrung. Kamm oben dran kleben und eine Pumpe (z.B. Aquabee 500) anhängen fertig ist der Innenfilter, darin kann dann Heizer, Abschäumer, Nachfüllung angebracht werden. Damit es toller aussieht das ganze dann nach mit Riffgesteinsplatten oder Schachtverkleidung von Atoll bzw. Korallenwelt tarnen, fertig.

    So ganz neben bei fällt mir auch noch auf, dass die Tunze Treiber verkehrt herum moniert sind. Die Stecker nach oben ist schon etwas risikofreudig, denn es steht schließlich extra da, dass man die Stecker nach unten montieren soll. Wenn man da mal draufspritzt oder was überläuft kann das schnell die teure Elektronik abrauchen lassen.
    Daneben würde ich in einem Unterschrank nur mit IP55 Feuchtraumdosen arbeiten, alles andere ist ein Risiko. Und wenn die Bude deswegen abbrennt (70% aller Wohnungsbrände entstehen durch Kurzschlußbrände in der Elektrik) zahlt auch keine Versicherung weil das grob fahrlässig ist. Auch wenns weh tut, reiß die schöne Elektrik wieder runter und bau anständige Feuchtraumdosen ein, kosten ja auch mit ca. 3 € pro Stück nicht die Welt. Dabei kannst du auch gleich noch die Holzplatte mit Bootslack behandeln, das dürfte der Haltbarkeit sehr gut tun...

    Danke,
    der Aufbau ist außerdem nicht wirklich symmetrisch/mittig. Der Aubau ragt bei etwa 2/3 zur Rechten Seite am Weitesten heraus. Zudem ist er rechts wesentlich massiver. Links sind es nur zwei Brocken, die da "provisorisch" liegen. Wie gesagt ist auch noch nicht entschieden ob das ganze so bleibt, der Vorschlag zur entsymmetrischen Anordnung ist auf jeden Fall gut und richtig. Wobei ich finde, dass es in der Realität anders wirkt als auf den Bildern. Naja eine gewisse Zeit bleibt es wohl erst mal so, dass sich das Milieu stabilisieren kann und die Fische nicht ständig gestresst werden.

    Wenns dir nur um gute Qualität ohne Vorsortierung geht kontaktiere doch mal Claude. Ich habe bei ihm Sulawesi Rocks bestellt, dabei wurde ich auch gefragt ob ich ganze Box direkt zugestellt haben will, scheint also zu gehen, allerdings dürfte sich das mit dem Preisvorteil dann weitestgehend erledigt haben. Die Qualität der Steine war/ist jedenfalls hervoragend, ich habe bisher nur einmal bessere Steine gesehen, die waren aus Indonesien mitsamt diverser SPS und LPS drauf...

    Ich finde auch, dass man sich mit Meinungen und dem Steinigen zurückhalten sollte bevor man das ganze mal gesehen hat. Für mich klingt, dass ganze auf jeden Fall interessant. Schöne farbige Ableger mit guter Auswahl zum gemäßigten Preis, das gibt es in der süddeutschen Meerwasserdiaspora ja doch nicht so häufig. Ich werde da auf jeden Fall mal die nächsten Monate hinfahren. Zudem ist der Ruf von Bernd Mohr ja schon quasi legendär, leider hatte ich nie das Vergnügen seine Anlage mal persönlich zu sehen.

    Ja,
    ich hatte noch einige Ableger im alten Becken, da der Platz etwas knapp war habe ich mich entschlossen mal zu testen wie sich einige davon machen. Da diese keine Anzeichen von Unwohlsein zeigten habe ich heute auch den Rest umgezogen, das sieht man auch auf dem Bild. Zudem habe ich die Erfahrung gemacht, dass man sich keinen Gefallen tut zu lange zu warten die ersten Korallen reinzutun, sonst gewinnen nur die Algen Vorteile. Es ist auch nicht unbedingt wünschenswert nur Weichkorallen einzubringen, da diese später den SPS und LPS sonst das Leben schwer machen. Vorraussetzung ist natürlich, dass das LS erste Sahne ist von der Qualität sonst kann man keine halbwegs geeigneten Wasserwerte garantieren. Aber wie gesagt ich bin nach 3 Wochen schon wieder auf Phosphat <0.1 und Nitrat ca. 1 mg/l runter. Das DSB läuft ja auch schon 1 1/2 Monate. Die Strategie mag recht aggresiv sein, aber für mich hat das bisher immer ganz gut funktioniert. Fischbesatz erfolgt auch recht früh wenn es die Wasserwerte zulassen und unter langsamer Steigerung kann man recht früh Fische einsetzen. Am Anfang vor allem Algenfresser bzw. kleine Fische. Sukkzessive Belastung steigert die Leistungsfähigkeit des Systems wesentlich, wie ich finde besser als zu langes Verharren bei Nullbelastung...

    Hier noch die Bilder wie es direkt nach dem Einrichten aussah. Die Trübung sollte die nächsten 24h verschwinden und die Algen dürften innerhalb von 2 Wochen wohl auch der Vergangenheit angehören. Ansonsten sieht es doch schon ganz gut aus. Über Kommentare zu meinem Steinaufbau freue ich mich, auch konstruktive Kritik ist willkommen...

    Nachdem ich in letzter Zeit mit den Statusberichten etwas schlampig war hier ein Update. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich zwei Aquarien zu pflegen hatte und zudem es im neuen Becken endlich was zu sehen gab.
    Das Becken wurde vor circa. 3 1/2 Wochen mit 18 kg Riffgestein aus Sulawesi gestartet, nachdem vorher so circa 2-3 Wochen die Wartezeit mit einigen Ablegersteinen überbrückt wurde und die Biologie schon mal angeimpft wurde, dabei konnte ich auch schon die erste Kieselalgenphase und die ersten Fadenalgen abwarten. Nach Zugabe des Riffgesteins fand innerhalb 3 Tagen eine weitere Kieselalgenphase statt wobei diese nicht besonders lange dauerte und von wenigen Ausnahmen (Gorgonie, Streampumpe) wenig ausgeprägt war. Nach 2-3 Tagen war der Spuk vorbei. Dann folgten brav wieder die Fadenalgen. Nachdem diese innerhalb von 3 Wochen zu 5-7 cm länge und ganzen Büscheln auf den Scheiben herangewachsen waren begannen diese aber zu kümmern und sind bereits auf dem Rückzug. Um diesen Prozess zu unterstützen habe ich letzte Woche Samstag einen Salarias fasciatus eingesetzt. Nachdem dieser sich einige Tage eingewöhnt hat machte er sichtlich kurzen Prozess mit den Algen und hab in wenigen Tagen die Rückscheibe fast komplett abgegrast.
    Heute war ich dann in Neuburg bei Marine Arts und habe mich mit dem Rest an Lebendgestein eingedeckt. Ich habe dort noch 3-4 größere Brocken und 2 Platten für das Becken gekauft. Die 16 kg Lebendgestein für 13 € pro Kilo waren aus Indonesien und ganz frisch von dieser Woche. Dann habe ich noch einen neuen Spielgefährten für meinen Sechsstreifenlippi gekauft, da sein alter Kumpel vor einigen Monaten aus dem Becken gesprungen ist ;(. Da ich schon mal da war konnte ich bei einer Euphyllia paradivisa nicht wiederstehen. Bevor ich dem Bankrott noch näher kam habe ich das Geschäft schnell verlassen. Ach so und 1 kg "Lebender Sand", also nicht dieses tote Beutelzeugs sondern echter Sand mit vielen Lebewesen, habe ich für mein DSB auch mitgenommen. Der Sand ist auch nett, voller kleiner Einsiedlerkrebse und anderem Zeugs.
    Als ich dann wieder in Freiburg war habe ich das alte und neue Riffgestein zu einen Aufbau verbaut. Ob der so endgültig ist weis ich noch nicht, aber für den Anfang gefällt es mir ganz gut. Dabei hatte ich Glück eine Überschwemmung zu vermeiden, denn beinahe wäre mir das Technikbecken übergelaufen durch das von den Steinen verdrängte Volumen. Rest zum Beckenrand 1mm 8o.